Kür -en Büchertisch.
^uiiwe $ortgeWte.
— Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Goetz,e. 1. Lieferung: A bis Alpe. 2. Lieferung (Band 3, Lieferung 1): O bis patzig. Je 64 Seiten. Preis je 1,— RM. — Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin W 35 und Leipzig, 1936.— (488) — Das von dem Gießener Vertreter der deutschen Philologie betreute und in seinem Gekamtinhalt verantwortlich überwachte Wörterbuch, dessen Name das Andenken an den Straßburger Verleger und Sprachgeschichtler Karl I. Trübner wachhält, hat sich die Aufgabe gesetzt, den lebendigen deutschen Wortschatz zwar nicht auszuschöpfen, aber in wissenschaftlich unangreifbaren, knapp und gut belegten, faßlich geschriebenen und leicht lesbaren Wortgeschichten darzustellen. Es handelt sich demnach nicht nur um ein Werk mit wissenschaftlichen Zielen für einen von vornherein begrenzten Kreis gelehrter Leser; dieses Wörterbuch erhebt vielmehr zugleich den Anspruch, ein Volksbuch im weitesten und scyönsten Sinne zu werden. „Der bunte Reichtum unserer Volkssprache", so sagt der Herausgeber im Vorwort zur ersten Lieferung des auf vier Bände berechneten Wörterbuches, „soll mit all seiner Pracht und Fülle in das Werk einströmen .. Die Treffsicherheit ihrer Späße, die Leuchtkraft ihrer Bilder sollen darin Platz finden, kurz alle die Kräfte, die unserem ehrwürdigen und doch innerlich so jungen Deutsch eine lebendige Zukunft verbürgen. Fremdwörter bleiben draußen ..Also nicht nur ein Nachschlage-, sondern ein Lesebuch, das — wie man sich bei der Durchsicht der uns vorliegenden beiden Lieferungen bald überzeugen kann — eine Fülle höchst treffend, geschickt und lebendig gewählten Stoffes, nicht nur sprachgeschichtlicher, sondern auch kulturgeschichtlicher, geschichtlicher, volkskundlicher und literarischer Art verarbeitet — zuverlässig und genau, lebendig und vielfach anregend in einem. Wer sich in das Werk, suchend oder lesend, vertieft, bekommt wieder (wenn nicht zum erstenmal Überhaupt) einen Begriff vom Reichtum und Adel, von der Schönheit und der Würde feiner Muttersprache. Wir nennen zum Schluß einige Stichwörter aus beiden Lieferungen, die das bezeugen mögen: Abenteuer; abschaifen; Adamsapfel; ade; Adel; Affe; obliegen; Odal; Ofen; Ohr; Omnibus; Pantoffel; papperlapapp; Pate. — Die zweite Lieferung mußte — um der Besonderheit des Anlautes P willen — „gegen fremdes Gut etwas gastlicher sein ... Dieses Entgegenkommen ... ändert nichts an unserem Standpunkt: Deutschland den Deutschen! Dm Deutschen auch das echte, ehrliche und schlichte deutsche Wort! Wir wollen dazu helfen, daß auch in der Sprache erbkranker Nachwuchs verhütet wird..." hth.
Sucher vom Weltkriege.
— Hermann A. Niemeyer: Die endlose Schlacht. 254 Seiten. Leinen 5,40 RM. Rütten & Loening Verlag, Potsdam, 1937. — (361) — Es hat, wenn man die Listen der Neuerscheinungen der letzten Zeit überblickt, den Anschein, als ob eine neue Welle von Kriegsbüchern im Entstehen sei. Hier ist wieder eines, eines von der Westfront und von der Infanterie, die allewege die Hauptlast in den vier Jahren getragen hat. Marne, Aisne, Arras, St. Quentin, Flandern, Sieafriedftellung, Somme, Vimy, Eombles, Eormicy — jo heißen die Brennpunkte der endlosen Schlacht, und jeder, der im Westen war damals, wird — auch außer den eben genannten — in diesem Buche manchen Namen finden, der ihm bedeutungsvoll und unvergeßlich ist. Niemeyers Darstellung setzt sehr früh ein, ganz am Anfang, August 1914, als die Kriegsfreiwilligen von 17 bis 20 sich in den Kasernen zur Untersuchung drängten. Ein Kriegsfreiwilliger steht auch im Mittelpunkt der Darstellung, die knapp und sachlich, stellenweise mit einer gewissen norddeutschen Nüchternheit berichtet. Man hat den Eindruck, als ob hier ein Mann in seinen Briefen oder seinen Aufzeichnungen aus jener Zeit geblättert habe, um dann eines Tages die dort niedergelegten, sparsamen Daten und Namen zu einer aus unverwischter Erinnerung gespeisten Schilderung der Zusammenhänge zu verbinden. Und es ist auch, wie man sieht, gleichgültig, wo einer mit seiner Darstellung einsetzt: der ewige Rhythmus von Angriff und Abwehr, von Vormarsch und Rückzug im Westen teilt sich unweigerlich ieder ernstzunehmenden Schilderung mit. Man wird in dem Buche kaum etwas finden, was man nicht in ähnlicher Weife schon in andern Kriegsbüchern gefunden hätte; was es ausgezeichnet, mag die Herausstellung gerade des kriegsfreiwilligen Frontsoldaten und seines Verhältnisses zu den andern, den alten Aktiven, den Offizieren und Unteroffizieren sein; ferner die ruhige, gerecht abwägende Klarheit des Urteils über Menschen und Dinge; endlich und vor allem dies, daß die schärfer profilierten Hauptgestalten, unbeschadet ihrer individuellen Zuge, am Ende doch beispielhaft dastehen für viele Tausende namenloser Kameraden, die sich mit der gleichen Opferbereitschaft und demselben Verantwortungsgefühl dem Gesetz des Soldatentumes an der Front verschrieben und unterworfen haben. hth.
— Götz Otto Stoffregen: Spuk t n Frankreich. Fünf Erzählungen aus dem Weltkrieg. Geb. 1,80 RM. Propyläen-Verlag, Berlin. — (467.) — Männlich, hart und soldatisch ist der Inhalt der fünf Erzählungen, mit denen Götz Otta Stoffregen, der Intendant des Deutschlandfenders, vor die Oeffentlichkeit tritt. „Das Unheimliche", „Der Reiter im Moor", „Der Keller von Donv pierre", „Die drei Weifen im Graben", „Der Ur» wald" —- so lauten die Titel. Knapp und unsentimental ist auch die Sprache dieses von Hans Meid mit zahlreichen Zeichnungen ausgestatteten Buches.
— Hans Willi Linker: Spiel in Flandern. Eine Novelle aus dem großen Kriege. 63 Seiten. Seinen 1,10 RM. Verlag E. Bertelsmann, Gütersloh. — (449.) — Dies ist eine zarte Erin- nerung aus schwerer Zeit, die Geschichte einer flüchtigen Begegnung und einer jungen Liebe während des großen Krieges in Flandern, schlicht und be- hutsam erzählt. Das schmale Bändchen hat (in der Sammlung „Das kleine Buch") eine sorgsame und anmutige Ausstattung erhalten.
— Walter von Schoen: Kreuzerkrieg führen! Die Heldenfahrten unserer Auslands- kreuzer im Weltkrieg. Mit 16 Bildseiten. Kartoniert 2 Mark; Ganzleinen 2,85 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. — (350) — Die so wenig bekannten Kaperfahrten der „Karlsruhe" in den westindischen Gewässern und an der Küste Südamerikas, ihr tra- gtlcher Untergang durch eine Erplosionskatastrophe, oas beilviellvse Wirken unserer „Emden" im Indischen Ozean, die Kriegsfahrt des Geschwaders des
Grafen Spee durch den Stillen Ozean, der Sieg von Coronel und der Heldenkampf vor den Falklandsinseln, das Schicksal der entkommenen „Dresden", die Fahrten der „Königsberg" an der Küste von Afrika, ihr Kampf und Untergang in der Urwaldwildnis des Rusiji-Deltas und das Wirken der in ausländischen Gewässern ausgerüsteten Hilfskreuzer .Kronprinz Wilhelm", „Cap Trafalgar" —
all diese gefahrvollen Fahrten schildert Walter von Schoen in seinem neuen Buch. So wie in seinem erfolgreichen Buch „Auf Kaperkurs" alle Fahrten der Hilfskreuzer, welche von der Heimat aus, den eisernen Ring der Blockade durchbrechend, in die feindlichen Meer? hinaussteuerten, zusammengefaßt sind, so gibt sein neues Buch ein umfassendes Bild der Taten aller Auslandskreuzer und Hilfskreuzer.
Sülle Freude
— In ähnlicher Form und Ausstattung wie das Ländchen „Trost bei Goethe", das wir vor einiger Zeit an dieser Stelle angezeigt haben, erschien im Tieck-Verlag, Wien und Leipzig C 1, 1936, unter dem Titel „Freude mit Kindern" ein reizendes, bibliophil aufgemachtes kleines Buch, herausgegeben von Heinrich T i e ck, mit fünf mehrfarbigen Bildtafeln. — (479) — Es sind Sprüche und kleine Geschichten, Kinderlieder und Kinderge- dichte darin vereinigt, ernste und heitere, auch ein paar mundartliche, klassische und zeitgenössische. Van den Dichtern seien Claudius und Eichendorff, Storm, Liliencron und Dehmel genannt; die Bilder stammen von Rubens, David Heß, Josef Danhauser, Waldmüller, Peter Fendi und Hans Strohofer. Das allerliebste Büchelchen sei empfohlen als ein Weihnachtsgeschenk für Mädchen und Mütter, überhaupt
Kulis, Kapitäne
— 2L E. Johann: Kulis, Kapitäne und Kopfjäger. Fahrten und Erlebnisse zwischen Peking und der Timorsee. Preis in Ganz- leinen 6 Mark. Mit 35 Bildern und 5 Karten. Verlag Ullstein, Berlin. — (404). Es gibt heute eine kaum noch übersehbare China-Literatur. Das Buch Johanns hat den Vorzug, daß es von keinem China-Svezialisten geschrieben ist, sondern von einem Mann, der mit scharfem Blick für die Wirklichkeit die intereffanteften Telle der ganzen Welt gesehen hat und imstande ist, Vergleiche zu ziehen und Zusammenhänge herzuleiten, die manche Seltsamkeit oft blitzartig durchleuchten. Zudem vermittelt uns feine Kunst, interessante Bekanntschaften zu machen, von der wir schon im ersten Buch seiner Weltreise viel nützliches profitiert haben, auch hier Eindrücke, die wegen chres Unmittelbaren besonders wertvoll und aufschlußreich sind. Wir denken z. B. an Johanns Begegnung mit dem Sänftenkuli Tung und dem Lastenträger Wong in der Weltstadt Schanghai. Die Lebensgeschichte dieser beiden well aus dem Innern des Reichs von den Ufern der großen Strömt Hoangho und Pangtse- kiang in das Völkerbabylon an der Küste vertriebenen chinesischen Bauernsöhne erschließt uns die großen sozialen und wirtschaftlichen Probleme Chinas, die es dem chinesischen Volke besonders erschweren, den Schritt vom Mittelaller in die Moderne xu tun und in einem lebenskräftigen Bauernstand oas Rückgrat eines gegen Naturkatastrophen und äußere Einflußnahme widerstandsfähigen Reiches zu finden. Was Johann über die Riesenleistungen Tschiangkaischecks berichtet, aber auch über die ungeheure Aufgabe, die noch vor dem zähen und willensstarken Reformator liegt, das ist ungemein aktuell und vermittelt wesentliche Erkenntnisse für die Vorgänge in Ostasien, die wir so schwer in Zusammenhang zu bringen vermögen. Johanns Reise ging dann weiter zu den Philippinen, deren Losung aus der amerikanischen Vormundschaft bei uns nicht genug beachtet worden ist, denn vielleicht wird hier einmal ein kritischer Punkt ersten Ranges im pazifischen Kraftfeld entstehen, ebenso wie die auch von ihm besuchte ostindische Inselwelt, die Quelle holländischen Reichtums, nur noch
mit Kindern.
für alle, die mit Kindern umgehen und Freude an ihnen haben. hth.
— Vater und Sohn. 50 neue Streiche und Abenteuer, gezeichnet von E. O. Plauen. Kartoniert 2 Mark. Verlag Ullstein, Berlin 1935. — (484) —- „Vater und Sohn" widmen ihren zahllosen Freunden ein neues Buch, das 50 ihrer schönsten Erlebnisse enthält. Stillvergnügt und frohgemut spielen Vater und Sohn vor sich hin, ohne sich darum zu kümmern, daß Tausende ihrem Spiel zusehen und davon erheitert, gerührt und beglückt werden. Vater und Sohn verstehen sich ausgezeichnet aufs Zusammenspiel, sie verstehen sich mit jeder Faser ihres unschuldigen Herzens und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Selten ward ein Paar von so inniger Freundschaft erfunden, ein Vater und ein Soyn, die sich zärtlich lieben, sich necken und die herrlichsten Streiche ausführen.
und Kopijäger.
im Schutz der britischen Seemacht als Glied der strategischen Stellung, die von Indien bis nach Neuseeland hinüberschwingt, aber schon im schweren Wirtschaftskampf mit dem geschmeidigen, zähen und zielbewußten asiatischen Konkurrenten iyr Dasein fristet. Der Machtwille und die Diszipliniertheit des japanischen Staates und die ungeheure Volkskraft Chinas find die beiden Faktoren, die in Zukunft das politische Gesicht der pazifischen Welt bestimmen werden. Aber über der Erörterung dieser ernsten Probleme vergißt Johann nickt die Romantik der Landschaft, die sich ihm besonders auf den Philippinen erschließt, wo er auch die Kopfjäger auf der Insel Luzon erwähnt. Interessante Einblicke tun wir in das keineswegs unproblematisch glückliche Alltagsleben der Weihen in den Tropen. So fügen sich kenntnisreiche politische Darlegungen mit leicht hingeworfenen Porträtskizzen und Reiseschilderungen zu einem eindrucksvollen, lebendigen Bild der chinesisch-ostindischen Welt.
—e.
— Bei den Kopfjägern von Borneo. Ein Reifetagebuch von Viktor von P l e f f e n. (Schützen-Verlag, Berlin SW 19. Gebd. 4,80 Mark.) — (453) — Die fesselnde schriftstellerische Darstellungskunst des Verfassers und 75 gute Bilder machen dem Leser dieses Buch zu einem schönen Erlebnis. Plessen, unter dessen künstlerischer Leitung 1930/31 der Balifilm „Die Insel der Dämonen" entstand, der einen Wetterfola erzielte, berichtet in diesem neuen Buche von Den vielen Erlebnissen, die er bei seinen völkerkundlichen und zoologischen Forschungen am Kasan, einem der gewaltigen Ströme der Insel Borneo, hatte. Bei diesen über 600 Kilometer weit in das Innere der Insel führenden Reisen in (Eingeborenenbooten hat der Verfasser auch einen Film geschaffen, der Einblick in das Dasein und in die Seele jener natur» haften Urwaldmenschen gibt. In seinem Reisetagebuch berichtet Viktor von Plessen so anschaulich und fesselnd von jener uns so fernen und doch so außerordentlich fesselnden Welt, daß man mit ganzem Herzen und mit voller Seele bei diesen Erlebnissen ist. Das Buch sei für den Weihnachtstisch, insbesondere für die ältere Jugend empfohlen. B.
Roman eines Seekrieges.
— Frank Thieß: Tsushima, der Roman eines Seekrieges. Preis in Ganzleinen 7,80 RM. Verlag Paul Zsolnay, Berlin- Wien. — (473.) — Es ist erstaunlich, aus dem diesem Buch beigefügten Literaturverzeichnis zu sehen, daß der russisch-japanische Krieg 1904/05 in den letzten zwanzia Jahren kaum noch erörtert worden ist. Zu schnell hatten größere Dinge ihn aus unserem Geschichtsbild verdrängt und doch hatte er zu Lande und zu Wasser die ersten modernen Materialschlachten gebracht, die einzigen Erfahrungen, mit denen die europäischen Mächte zehn Jahre später in den Weltkrieg gezogen waren. Schon deshalb verdient dieses Buch unsere Beachtung. Frank Thieß nennt es einen Roman, es ist eher ein Zat- sachenbericht, freilich ungemein straff im Aufbau und mit ungeheuren dramatischen Spannungen geladen, obwohl der Dichter auf jeden Dialog verzichtet, aber grade dadurch höchste künstlerische Wirkung erreicht. Frank Thieß ist Balte und fein Buch ist den Balten gewidmet, die bei Tsushima fielen. Das wirft schon ein Licht auf die Problemstellung dieses Buches. Vom düsteren Hintergrund des in seiner Endlosigkeit sich unverwundbar dünken- den Zarenreiches, das sich während eines leichtfertig provozierten Krieges die Umtriebe gewissenloser politischer Intriganten, ehrgeiziger Militärs und korrupter Beamten leisten kann, hebt sich die Gestalt des Admirals R o j e st w e n s k i ab, als des eigentlichen Helden dieses Romans, der, wie die Welt seiner Zeit glaubte, als ein moderner Don Quichotte dem Befehl des Zaren getreu, aber von der Erfolglosigkeit feines Unternehmens überzeugt, eine mit verbrecherischem Leichtsinn gebaute, ebenso mangelhaft ausgerüstete wie bemannte Flotte um die tjalbe Erde führte, um sie bei Tsushima von den auf das modernste bewaffneten und von einer in hohem Maße seetüchtigen Besatzung geführten Schlachtschiffen Togos zusammenschießen zu lassen. Aber was die ungeheure Energie Rojest- wenskis, fein nur auf das eine Ziel gerichteter eiserner Wille, der alle inneren Zweifel an der ihm gestellten Aufgabe stumm in sich nieberrang, aus den ihm in die Hand gedrückten, überhastet gebauten, unzulänglich bewaffneten Schiffen mit ihrer aus baltischen Seeleuten, in der Mehrzahl aber aus Bauern Innerrußlands zusammengestoppelten Besatzungen auf dieser Fahrt über drei Ozeane gemacht hatte und was dann in den Entschüdunas- stunden bei Tsuschima sein Beispiel an persönlicher Tapferkeit, an sich selbst verleugnender Einsatzbereitschaft für eine von allen als verloren er
kannte Sache aus Mann und Schiff herauszuholen vermochte, das ist das wahre Heldentum dieses Admirals, das niemand bereitwilliger anerkannt hat, als fein großer Gegner Togo, dem er, so lange er die Führung in Händen hatte, den Sieg so schwer gemacht hat, wie möglich. Wie Frank Thieß die Handlung des Romans aus den politischen Voraussetzungen dieses Krieges aufbaut und bann von Station zu Station über die Vernichtung bes ersten pazifischen Geschwabers, die Niederlagen der russischen Festlandsarmeen und den Fall Port Arthurs, während die zum Entsatz entsandte Flotte Rojestwenlkis bei Madagaskar sich mit dem Kohlen- Problem yerumschlägt, bis zum Höhepunkt der Seeschlacht von Tsushima heranführt, ist meisterlich in der Klarheit der Gliederung, ungeheuer packend in der Erzählung. Erschütternd ist der Kampf Rojest- wenskis mit dem heimlichen Feind im Rücken, der intriganten, ebenso neidischen wie selbstbewußten Militärbürokratie in St. Petersburg, die um sich und der sie aushaltenden Rüstungsindustrie die Taschen zu füllen, den Admiral und sein Geschwader in den sicheren Untergang schickt und ihm bann noch sehr gegen seinen Willen Njebogatow mit ben ältesten, zum Teil schon außer Dienst gestellten Schiffen an bie Fersen gehängt. Maschinendefekte, Havarien, Schwierigkeiten beim Kohlennehmen verfolgten bas Geschwader Meile für Meile und trotzdem hätte Rojestwenskis Wille bie verzweifelte Aufgabe um ein Haar gelöst, wenn er auch nur einen Hauch bes Glücks gehabt hätte, das feinen Gegner Togo überschwenglich überschüttete. Aber der Nebel, in dessen Schutz er, an der japanischen Flotte vorbei, Wladiwostok hätte erreichen können, ^erteilte sich vor der Zeit und Togos Schlachtschiffe bereiteten diesem modernen Argonautenzug bas Ende, das man wohl auch in St. Petersburg voraus- gesehen hatte, das aber dieselben Machthaber nicht hinderte, zur Vertuschung ihrer verbrecherischen Leichtfertigkeit und Korruptheit ben unglücklichen Admiral, als er von seiner schweren Verwundung geheilt aus japanischer Kriegsgefangenschaft in die unter der Revolution bebende Heimat zurückkehrte, vor ein Kriegsgericht zu stellen, das ihn fteilich freisprach. So stellte sich hier dem siegenden Heldentum der japanischen Nation, die mit einer schlechthin großartigen Wucht das Letzte einsetzte, um alles zu gewinnen, das tragische Heldentum der Männer entgegen, die im vollen Bewußtsein ihres unabwendbaren Untergangs in den Tod fuhren.
—e.
bom deutschen Heer
der britisch, statten di esc
4ff® noch
1 . b,D"rftr
in Ü
I ,
I &*•»?. Ä
>en Seeherrschast zurückführen. Die Gees spannenden Seeromans sind der Ge-
cÄche Weise, wen im politische Geltu
65 war das Der ssanischen Volksfroi . fiiNn in denen d- irr Freunde die E artiqfr Machtverhält knb noch Frankreü
HMand ^iftonh t\M5 oV frefeftunq Wich tfanfreid) Wei seinen nordast Ein starkes eil : tar im Besitze empfind lucht sein, von i
cpanien ist heute ^Wndlunq, die nr &r unmittelbar Um sogar den
SÄJ/fc bie"
■”r J, m *
l'i machen, über /men norbafrifai 'amteuropäifrfjer i’Jswiiben. ssnqla hrd) die eigenwi wümq mittel Manien siebt vor w Westmächte in turoüas zu werd« f.Wn Punkt, i hllusmus die qe i 135 ^n Angeln b
71 Schutze natur ' ** von inner diese erst v ''^agweite de ?rlich macht, fr, ? nur im Pnt * hrofte
«Ai ,2 handelt, ist (EntWü Cj 'bero-amei beroo cJW* nur d öi‘Woffen fj
Zugendschristen.
— Bastelbuck. Neue Folge, Bd. 10. Mit Abbildungen und Plänen. Leinen 4,80 Mark. Franckhsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (509) — Alles, was sich ein Bastler wünschen kann, lst im Bastelbuck zu finden. Stets ist Wert gelegt auf klare Angaoen, die alle einzeln erprobt sind, auf anschauliche Darstellung in Wort und Bild, auf eine Auswahl von Bastela'ufgaben für einfache Ansprüche und für gewiegte Bastler, auf die Angabe von Rezepten, prakttschen Winken und Ratschlägen für alle Arten von Bastelarbeiten. Bastelarbeiten fürs Haus — Spielzeug-Basteleien — Experirnen- tier-Basteln sind in gleicher Weise berücksichtigt. Der neue Band der Bastelbücher wird dem experirnen- tierfreubigen Jungen, dem Siedler in Garten, Haus und Hof, dem Bastler aus Leidenschaft, der Anregungen und Ratschläge sich wünscht, gute Dienste leisten.
— Fritz R e ck - Malle czew en: Der Admiral der Schwarzen Flagge. Eine spannende Seeräuber-Erzählung für die Jugend. 164 S. Mit einem Titelbild und fünf Vollbildern von Willy Planck. Ganzleinen 3,60 Mark. Herold ■ Verlag GmbH., Stuttgart-SB. — (429) — Diese packende Erzählung führt den jugendlichen Leser in die erbitterten Kämpfe der seeräuberischen Flibustier gegen diö Spanier und gewährt einen guten Einblick in die wechselvollen Geschicke der Flibustier- Republik, jenes eigentümlichen Staatswesens, das sich ausgangs des 17. Jahrhunderts aus phantastischen Anfängen zu einem Machtfaktor der damaligen Politik entwickelte. Man erlebt die erbitterten Kämpfe, die auf den Zusammenbruch des Spanischen Weltreichs unb damit auf die ersten Anfänge
Äo" Äüßa &flULi^n chÄE
■»
ÄJ PnSen ßani) . .<*< ülriftot
IP»*4
S'«*B «8Ä "
-SS" $ sSf Erunfltn geraten riB1 Vertrauen - L|, die schließlich
— Bernhard Schwertfeger: Die großen Erzieherdes deutschen Heeres. Aus der Geschichte der Kriegsakademie. Preis in Leinen gebunden 3,50 Mark. Akademische Verlags-Gesellschaft Athenaion GmbH., Potsdam. — (304) — Den Wahlspruch des alten Moltke „Mehr sein als scheinen" stellt der Oberst a. D. und Dr. phil. h. c. Bernhard Schwertfeger seinem Buch über die Geschichte der Kriegsakademie voran. Auch dieses, mit dem Großen Generalstab zusammen wohl das wich, tigste Bildungs- und Erziehungsmittel für die Her. anbÜbung von Führern in der alten preußisch, deutschen Armee, atmete den Geist des großen Moltke: Schlichtheit, strenge Selbstdisziplin und Streben nach jener letzten Klarheit, die nur eine umfassende Bildung gewähren kann. Schwertfeger, selber Schüler und später Lehrer an der Kriegsaka. demie, gibt einen kurzen geschichtlichen Abriß die- ser müttärischen Bildungsstätte, die erst jetzt vor kurzem im Rahmen Des nationalsozialistischen Volksheeres eine Wiederauferstehung gefeiert hat. Er schildert, oft humorvoll, immer fesselnd, ben Lehrbetrieb auf ber Akabemie, an ber ja eine Reihe ber bebeutenbften Felbherren bes Weltkrieges, namhafte Generalstäbler unb hervorragenbe Militärschriftsteller als Lehrer gewirkt haben. Hinben- burg unb ßubenborff, bie Generäle von Frentag» Loringhoven unb Bernharbi, ber spätere Chef bes Generalstabes von Falkenhayn, bereu Urteile über bie. Kriegsakabemie ber Verfasser in seinem Buch zusammengestellt hat, aber auch viele anbere bekannte Namen, wie Sauberzweig, Immanuel, Tappen, Moser, Eisenharbt-Rothe, Schmibt von Kno- belsborf, Kuhl erscheinen in ben Ranglisten der Kriegsakademie. Der Verfasser gibt bann eine in ihrer Kürze besonbers einprägsame Darstellung der Entwicklung bes strategischen Denkens von den Befreiungskriegen über Clausewitz und Willisen, über Moltke unb Freiherr von ber Goltz zu Schlieffen. Aber er wiberlvricht ausbrücklich ber Auffassung, als ob die Kriegsakabemie nun eine Schule ber Strategie sei und weist auf bie Sätze in ber neuen Vorschrift für bie „Truppenführung" bes Jahres 1936 hin: „Kriegführung ist eine Kunst, eine auf wissenschaftlicher Grunblage beruhenbe freie schöpfe, rische Tätigkeit ... Die Lehren der Kriegführung lassen sich nicht in Vorschriften erschöpfenb zusammenfassen ... Einfaches Hanbeln, folgerecht burch- geführt, wirb am sichersten zum Ziele führen". Die alte Kriegsakabemie hat es verstauben, für den Weltkrieg Führer unb Führergehilfen vorbereitend zu schulen, eine eigene Strategie hat sie nicht aus- gebilbet, das war auch nicht ihre Aufgabe. —e
fen zu einem do «ehren. Die x Mrkehrs 1 «hl für die spanst ;jng im Atlantik, sillehr, vornehm künftigen Wirkunc ragen unterwarf« ai gleichkommen, Ü durch den Su M in stürmisch «ist. Dom atlant sHpolitisch im De ch vorläufig so g chtt des Mittelmei
schichte ber Flibustier entnommen, unb jeder echte Junge wird seine helle Freude an den Helden unb ben Geschehnissen haben, die ihm diese, aller blutrünstigen Romantik abholde Erzählung vor Augen führt.
— Jngeborg. Ein deutsches Mädchen im Großen Kriege. Eine Erzählung für deutsche Mädchen unserer Zeit von Heinrich Maria Tie de. Mit 9 Federzeichnungen von G. Kirckbach. 76 Seiten. Halbleinen 1,20 Mark. A. Anton & Co., Leipzig C1. — (516) — Eine schlichte Erzählung vom heldenmütigen Leben und Sterben der siebzehnjährigen Schwester Jngeborg. Sie ist eines der Tausende jener wackeren deutschen Mädchen, bie bei Kriegsausbruch eine ruhige Welt hinter sich ließen, um Schmerzen zu Hubern unb ber grauen Armee helfen zu können. Sa ist biefes Buch ein Requiem für ein deutsches Mädchen, bas sein Leben hingab im Kampf für Ehre unb Freiheit bes Vaterlanbes.
— Achtung! Großaufnahme! Ursula breht einen Film. Ein lustiges Buch für Mäbel von Wolf Durian unb Viola Schäfer. Mit einem ganzseitigen Buntbilb unb zehn Federzeichnungen von Dttomar Rabebeul. 104 Seiten. Für Zehn- bis Vierzehnjährige. Halbleinen 1,80 Mark. A. Anton & Co., Leipzig C1. — (518) — Bumbaba hat eine großartige Jbee. In einer halbvergessenen finsteren Bobenkammer gründet sie die „Filmgesellschaft „Bumbaba" mit Regisseur, Star, Komparserie, Kurbelkasten unb Megaphon. Alle Mitwirkenben sinb reftlos begeiftert. Aber bie böse Konkurrenz ist auch am Werk. In Kätes „Blaubanb-Filmgesell- schäft", einer ausgesprochenen Rache-Grünbung, erwächst ihr eine gefährliche Nebenbuhlerin. Doch bann gibt es unverhofft einen großen Krach. Beide Unternehmungen geraten ins Stocken. Die feindlichen Filmkonkurrenten finden aber den gleichen genialen Ausweg aus der Klemme wie fo manche ihrer größeren Vorbilder: sie „vertrusten" sich^ „Bumbaba und Kompanie" heißt die neue Firma. Eine frisch und flott geschriebene unterhaltsame Erzählung, die allen viel Spaß bereiten wird.


