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Kür -en Büchertisch.

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Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Goetz,e. 1. Lieferung: A bis Alpe. 2. Lieferung (Band 3, Lie­ferung 1): O bis patzig. Je 64 Seiten. Preis je 1, RM. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin W 35 und Leipzig, 1936. (488) Das von dem Gießener Vertreter der deutschen Philologie betreute und in seinem Gekamtinhalt verantwortlich überwachte Wörterbuch, dessen Name das Andenken an den Straßburger Verleger und Sprachgeschichtler Karl I. Trübner wachhält, hat sich die Aufgabe gesetzt, den lebendigen deutschen Wortschatz zwar nicht aus­zuschöpfen, aber in wissenschaftlich unangreifbaren, knapp und gut belegten, faßlich geschriebenen und leicht lesbaren Wortgeschichten darzustellen. Es handelt sich demnach nicht nur um ein Werk mit wissenschaftlichen Zielen für einen von vornherein begrenzten Kreis gelehrter Leser; dieses Wörterbuch erhebt vielmehr zugleich den Anspruch, ein Volksbuch im weitesten und scyönsten Sinne zu werden.Der bunte Reich­tum unserer Volkssprache", so sagt der Herausgeber im Vorwort zur ersten Lieferung des auf vier Bände berechneten Wörterbuches,soll mit all seiner Pracht und Fülle in das Werk einströmen .. Die Treff­sicherheit ihrer Späße, die Leuchtkraft ihrer Bilder sollen darin Platz finden, kurz alle die Kräfte, die unserem ehrwürdigen und doch innerlich so jungen Deutsch eine lebendige Zukunft verbürgen. Fremd­wörter bleiben draußen ..Also nicht nur ein Nach­schlage-, sondern ein Lesebuch, das wie man sich bei der Durchsicht der uns vorliegenden beiden Lie­ferungen bald überzeugen kann eine Fülle höchst treffend, geschickt und lebendig gewählten Stoffes, nicht nur sprachgeschichtlicher, sondern auch kultur­geschichtlicher, geschichtlicher, volkskundlicher und lite­rarischer Art verarbeitet zuverlässig und genau, lebendig und vielfach anregend in einem. Wer sich in das Werk, suchend oder lesend, vertieft, bekommt wieder (wenn nicht zum erstenmal Überhaupt) einen Begriff vom Reichtum und Adel, von der Schönheit und der Würde feiner Muttersprache. Wir nennen zum Schluß einige Stichwörter aus beiden Lieferun­gen, die das bezeugen mögen: Abenteuer; abschaifen; Adamsapfel; ade; Adel; Affe; obliegen; Odal; Ofen; Ohr; Omnibus; Pantoffel; papperlapapp; Pate. Die zweite Lieferung mußte um der Besonderheit des Anlautes P willengegen fremdes Gut etwas gastlicher sein ... Dieses Entgegenkommen ... ändert nichts an unserem Standpunkt: Deutschland den Deutschen! Dm Deutschen auch das echte, ehrliche und schlichte deutsche Wort! Wir wollen dazu helfen, daß auch in der Sprache erbkranker Nachwuchs ver­hütet wird..." hth.

Sucher vom Weltkriege.

Hermann A. Niemeyer: Die end­lose Schlacht. 254 Seiten. Leinen 5,40 RM. Rütten & Loening Verlag, Potsdam, 1937. (361) Es hat, wenn man die Listen der Neu­erscheinungen der letzten Zeit überblickt, den An­schein, als ob eine neue Welle von Kriegsbüchern im Entstehen sei. Hier ist wieder eines, eines von der Westfront und von der Infanterie, die alle­wege die Hauptlast in den vier Jahren getragen hat. Marne, Aisne, Arras, St. Quentin, Flandern, Sieafriedftellung, Somme, Vimy, Eombles, Eormicy jo heißen die Brennpunkte der endlosen Schlacht, und jeder, der im Westen war damals, wird auch außer den eben genannten in diesem Buche man­chen Namen finden, der ihm bedeutungsvoll und un­vergeßlich ist. Niemeyers Darstellung setzt sehr früh ein, ganz am Anfang, August 1914, als die Kriegs­freiwilligen von 17 bis 20 sich in den Kasernen zur Untersuchung drängten. Ein Kriegsfreiwilliger steht auch im Mittelpunkt der Darstellung, die knapp und sachlich, stellenweise mit einer gewissen nord­deutschen Nüchternheit berichtet. Man hat den Ein­druck, als ob hier ein Mann in seinen Briefen oder seinen Aufzeichnungen aus jener Zeit geblättert habe, um dann eines Tages die dort niedergelegten, sparsamen Daten und Namen zu einer aus un­verwischter Erinnerung gespeisten Schilderung der Zusammenhänge zu verbinden. Und es ist auch, wie man sieht, gleichgültig, wo einer mit seiner Dar­stellung einsetzt: der ewige Rhythmus von Angriff und Abwehr, von Vormarsch und Rückzug im Westen teilt sich unweigerlich ieder ernstzunehmenden Schilderung mit. Man wird in dem Buche kaum etwas finden, was man nicht in ähnlicher Weife schon in andern Kriegsbüchern gefunden hätte; was es ausgezeichnet, mag die Herausstellung gerade des kriegsfreiwilligen Frontsoldaten und seines Ver­hältnisses zu den andern, den alten Aktiven, den Offizieren und Unteroffizieren sein; ferner die ruhige, gerecht abwägende Klarheit des Urteils über Menschen und Dinge; endlich und vor allem dies, daß die schärfer profilierten Hauptgestalten, unbe­schadet ihrer individuellen Zuge, am Ende doch bei­spielhaft dastehen für viele Tausende namenloser Kameraden, die sich mit der gleichen Opferbereit­schaft und demselben Verantwortungsgefühl dem Gesetz des Soldatentumes an der Front verschrieben und unterworfen haben. hth.

Götz Otto Stoffregen: Spuk t n Frankreich. Fünf Erzählungen aus dem Welt­krieg. Geb. 1,80 RM. Propyläen-Verlag, Berlin. (467.) Männlich, hart und soldatisch ist der Inhalt der fünf Erzählungen, mit denen Götz Otta Stoffregen, der Intendant des Deutschlandfenders, vor die Oeffentlichkeit tritt.Das Unheimliche", Der Reiter im Moor",Der Keller von Donv pierre",Die drei Weifen im Graben",Der Ur» wald"- so lauten die Titel. Knapp und unsenti­mental ist auch die Sprache dieses von Hans Meid mit zahlreichen Zeichnungen ausgestatteten Buches.

Hans Willi Linker: Spiel in Flan­dern. Eine Novelle aus dem großen Kriege. 63 Seiten. Seinen 1,10 RM. Verlag E. Bertelsmann, Gütersloh. (449.) Dies ist eine zarte Erin- nerung aus schwerer Zeit, die Geschichte einer flüch­tigen Begegnung und einer jungen Liebe während des großen Krieges in Flandern, schlicht und be- hutsam erzählt. Das schmale Bändchen hat (in der SammlungDas kleine Buch") eine sorgsame und anmutige Ausstattung erhalten.

Walter von Schoen: Kreuzerkrieg führen! Die Heldenfahrten unserer Auslands- kreuzer im Weltkrieg. Mit 16 Bildseiten. Karto­niert 2 Mark; Ganzleinen 2,85 Mark. Verlag Ull­stein, Berlin. (350) Die so wenig bekannten Kaperfahrten derKarlsruhe" in den westindischen Gewässern und an der Küste Südamerikas, ihr tra- gtlcher Untergang durch eine Erplosionskatastrophe, oas beilviellvse Wirken unsererEmden" im In­dischen Ozean, die Kriegsfahrt des Geschwaders des

Grafen Spee durch den Stillen Ozean, der Sieg von Coronel und der Heldenkampf vor den Falk­landsinseln, das Schicksal der entkommenenDres­den", die Fahrten derKönigsberg" an der Küste von Afrika, ihr Kampf und Untergang in der Urwaldwildnis des Rusiji-Deltas und das Wirken der in ausländischen Gewässern ausgerüsteten Hilfs­kreuzer .Kronprinz Wilhelm",Cap Trafalgar"

all diese gefahrvollen Fahrten schildert Walter von Schoen in seinem neuen Buch. So wie in seinem erfolgreichen BuchAuf Kaperkurs" alle Fahrten der Hilfskreuzer, welche von der Heimat aus, den eisernen Ring der Blockade durchbrechend, in die feindlichen Meer? hinaussteuerten, zusammengefaßt sind, so gibt sein neues Buch ein umfassendes Bild der Taten aller Auslandskreuzer und Hilfskreuzer.

Sülle Freude

In ähnlicher Form und Ausstattung wie das LändchenTrost bei Goethe", das wir vor einiger Zeit an dieser Stelle angezeigt haben, erschien im Tieck-Verlag, Wien und Leipzig C 1, 1936, unter dem TitelFreude mit Kindern" ein reizendes, bibliophil aufgemachtes kleines Buch, her­ausgegeben von Heinrich T i e ck, mit fünf mehr­farbigen Bildtafeln. (479) Es sind Sprüche und kleine Geschichten, Kinderlieder und Kinderge- dichte darin vereinigt, ernste und heitere, auch ein paar mundartliche, klassische und zeitgenössische. Van den Dichtern seien Claudius und Eichendorff, Storm, Liliencron und Dehmel genannt; die Bilder stammen von Rubens, David Heß, Josef Danhauser, Waldmüller, Peter Fendi und Hans Strohofer. Das allerliebste Büchelchen sei empfohlen als ein Weih­nachtsgeschenk für Mädchen und Mütter, überhaupt

Kulis, Kapitäne

2L E. Johann: Kulis, Kapitäne und Kopfjäger. Fahrten und Erlebnisse zwi­schen Peking und der Timorsee. Preis in Ganz- leinen 6 Mark. Mit 35 Bildern und 5 Karten. Ver­lag Ullstein, Berlin. (404). Es gibt heute eine kaum noch übersehbare China-Literatur. Das Buch Johanns hat den Vorzug, daß es von keinem China-Svezialisten geschrieben ist, sondern von einem Mann, der mit scharfem Blick für die Wirk­lichkeit die intereffanteften Telle der ganzen Welt gesehen hat und imstande ist, Vergleiche zu ziehen und Zusammenhänge herzuleiten, die manche Seltsamkeit oft blitzartig durchleuchten. Zudem ver­mittelt uns feine Kunst, interessante Bekanntschaf­ten zu machen, von der wir schon im ersten Buch seiner Weltreise viel nützliches profitiert haben, auch hier Eindrücke, die wegen chres Unmittelbaren be­sonders wertvoll und aufschlußreich sind. Wir den­ken z. B. an Johanns Begegnung mit dem Sänften­kuli Tung und dem Lastenträger Wong in der Weltstadt Schanghai. Die Lebensgeschichte dieser beiden well aus dem Innern des Reichs von den Ufern der großen Strömt Hoangho und Pangtse- kiang in das Völkerbabylon an der Küste vertrie­benen chinesischen Bauernsöhne erschließt uns die großen sozialen und wirtschaftlichen Probleme Chi­nas, die es dem chinesischen Volke besonders er­schweren, den Schritt vom Mittelaller in die Mo­derne xu tun und in einem lebenskräftigen Bauern­stand oas Rückgrat eines gegen Naturkatastrophen und äußere Einflußnahme widerstandsfähigen Rei­ches zu finden. Was Johann über die Riesen­leistungen Tschiangkaischecks berichtet, aber auch über die ungeheure Aufgabe, die noch vor dem zähen und willensstarken Reformator liegt, das ist ungemein aktuell und vermittelt wesentliche Er­kenntnisse für die Vorgänge in Ostasien, die wir so schwer in Zusammenhang zu bringen vermögen. Jo­hanns Reise ging dann weiter zu den Philippinen, deren Losung aus der amerikanischen Vormund­schaft bei uns nicht genug beachtet worden ist, denn vielleicht wird hier einmal ein kritischer Punkt ersten Ranges im pazifischen Kraftfeld entstehen, ebenso wie die auch von ihm besuchte ostindische Insel­welt, die Quelle holländischen Reichtums, nur noch

mit Kindern.

für alle, die mit Kindern umgehen und Freude an ihnen haben. hth.

Vater und Sohn. 50 neue Streiche und Abenteuer, gezeichnet von E. O. Plauen. Karto­niert 2 Mark. Verlag Ullstein, Berlin 1935. (484)-Vater und Sohn" widmen ihren zahl­losen Freunden ein neues Buch, das 50 ihrer schön­sten Erlebnisse enthält. Stillvergnügt und frohge­mut spielen Vater und Sohn vor sich hin, ohne sich darum zu kümmern, daß Tausende ihrem Spiel zusehen und davon erheitert, gerührt und beglückt werden. Vater und Sohn verstehen sich ausgezeich­net aufs Zusammenspiel, sie verstehen sich mit jeder Faser ihres unschuldigen Herzens und halten zu­sammen wie Pech und Schwefel. Selten ward ein Paar von so inniger Freundschaft erfunden, ein Vater und ein Soyn, die sich zärtlich lieben, sich necken und die herrlichsten Streiche ausführen.

und Kopijäger.

im Schutz der britischen Seemacht als Glied der strategischen Stellung, die von Indien bis nach Neuseeland hinüberschwingt, aber schon im schweren Wirtschaftskampf mit dem geschmeidigen, zähen und zielbewußten asiatischen Konkurrenten iyr Dasein fristet. Der Machtwille und die Diszipliniertheit des japanischen Staates und die ungeheure Volkskraft Chinas find die beiden Faktoren, die in Zukunft das politische Gesicht der pazifischen Welt bestim­men werden. Aber über der Erörterung dieser ernsten Probleme vergißt Johann nickt die Ro­mantik der Landschaft, die sich ihm besonders auf den Philippinen erschließt, wo er auch die Kopf­jäger auf der Insel Luzon erwähnt. Interessante Einblicke tun wir in das keineswegs unproblema­tisch glückliche Alltagsleben der Weihen in den Tro­pen. So fügen sich kenntnisreiche politische Dar­legungen mit leicht hingeworfenen Porträtskizzen und Reiseschilderungen zu einem eindrucksvollen, lebendigen Bild der chinesisch-ostindischen Welt.

e.

Bei den Kopfjägern von Borneo. Ein Reifetagebuch von Viktor von P l e f f e n. (Schützen-Verlag, Berlin SW 19. Gebd. 4,80 Mark.) (453) Die fesselnde schriftstellerische Dar­stellungskunst des Verfassers und 75 gute Bilder machen dem Leser dieses Buch zu einem schönen Erlebnis. Plessen, unter dessen künstlerischer Lei­tung 1930/31 der BalifilmDie Insel der Dämo­nen" entstand, der einen Wetterfola erzielte, be­richtet in diesem neuen Buche von Den vielen Er­lebnissen, die er bei seinen völkerkundlichen und zoologischen Forschungen am Kasan, einem der ge­waltigen Ströme der Insel Borneo, hatte. Bei diesen über 600 Kilometer weit in das Innere der Insel führenden Reisen in (Eingeborenenbooten hat der Verfasser auch einen Film geschaffen, der Ein­blick in das Dasein und in die Seele jener natur» haften Urwaldmenschen gibt. In seinem Reisetage­buch berichtet Viktor von Plessen so anschaulich und fesselnd von jener uns so fernen und doch so außer­ordentlich fesselnden Welt, daß man mit ganzem Herzen und mit voller Seele bei diesen Erlebnissen ist. Das Buch sei für den Weihnachtstisch, ins­besondere für die ältere Jugend empfohlen. B.

Roman eines Seekrieges.

Frank Thieß: Tsushima, der Ro­man eines Seekrieges. Preis in Ganz­leinen 7,80 RM. Verlag Paul Zsolnay, Berlin- Wien. (473.) Es ist erstaunlich, aus dem diesem Buch beigefügten Literaturverzeichnis zu sehen, daß der russisch-japanische Krieg 1904/05 in den letzten zwanzia Jahren kaum noch erörtert wor­den ist. Zu schnell hatten größere Dinge ihn aus unserem Geschichtsbild verdrängt und doch hatte er zu Lande und zu Wasser die ersten modernen Ma­terialschlachten gebracht, die einzigen Erfahrungen, mit denen die europäischen Mächte zehn Jahre spä­ter in den Weltkrieg gezogen waren. Schon des­halb verdient dieses Buch unsere Beachtung. Frank Thieß nennt es einen Roman, es ist eher ein Zat- sachenbericht, freilich ungemein straff im Aufbau und mit ungeheuren dramatischen Spannungen ge­laden, obwohl der Dichter auf jeden Dialog ver­zichtet, aber grade dadurch höchste künstlerische Wirkung erreicht. Frank Thieß ist Balte und fein Buch ist den Balten gewidmet, die bei Tsushima fielen. Das wirft schon ein Licht auf die Problem­stellung dieses Buches. Vom düsteren Hintergrund des in seiner Endlosigkeit sich unverwundbar dünken- den Zarenreiches, das sich während eines leicht­fertig provozierten Krieges die Umtriebe gewissen­loser politischer Intriganten, ehrgeiziger Militärs und korrupter Beamten leisten kann, hebt sich die Gestalt des Admirals R o j e st w e n s k i ab, als des eigentlichen Helden dieses Romans, der, wie die Welt seiner Zeit glaubte, als ein moderner Don Quichotte dem Befehl des Zaren getreu, aber von der Erfolglosigkeit feines Unternehmens über­zeugt, eine mit verbrecherischem Leichtsinn gebaute, ebenso mangelhaft ausgerüstete wie bemannte Flotte um die tjalbe Erde führte, um sie bei Tsu­shima von den auf das modernste bewaffneten und von einer in hohem Maße seetüchtigen Besatzung geführten Schlachtschiffen Togos zusammenschießen zu lassen. Aber was die ungeheure Energie Rojest- wenskis, fein nur auf das eine Ziel gerichteter eiser­ner Wille, der alle inneren Zweifel an der ihm gestellten Aufgabe stumm in sich nieberrang, aus den ihm in die Hand gedrückten, überhastet gebau­ten, unzulänglich bewaffneten Schiffen mit ihrer aus baltischen Seeleuten, in der Mehrzahl aber aus Bauern Innerrußlands zusammengestoppelten Be­satzungen auf dieser Fahrt über drei Ozeane ge­macht hatte und was dann in den Entschüdunas- stunden bei Tsuschima sein Beispiel an persönlicher Tapferkeit, an sich selbst verleugnender Einsatz­bereitschaft für eine von allen als verloren er­

kannte Sache aus Mann und Schiff herauszuholen vermochte, das ist das wahre Heldentum dieses Admirals, das niemand bereitwilliger anerkannt hat, als fein großer Gegner Togo, dem er, so lange er die Führung in Händen hatte, den Sieg so schwer gemacht hat, wie möglich. Wie Frank Thieß die Handlung des Romans aus den politischen Voraussetzungen dieses Krieges aufbaut und bann von Station zu Station über die Vernichtung bes ersten pazifischen Geschwabers, die Niederlagen der russischen Festlandsarmeen und den Fall Port Arthurs, während die zum Entsatz entsandte Flotte Rojestwenlkis bei Madagaskar sich mit dem Kohlen- Problem yerumschlägt, bis zum Höhepunkt der See­schlacht von Tsushima heranführt, ist meisterlich in der Klarheit der Gliederung, ungeheuer packend in der Erzählung. Erschütternd ist der Kampf Rojest- wenskis mit dem heimlichen Feind im Rücken, der intriganten, ebenso neidischen wie selbstbewußten Militärbürokratie in St. Petersburg, die um sich und der sie aushaltenden Rüstungsindustrie die Taschen zu füllen, den Admiral und sein Geschwa­der in den sicheren Untergang schickt und ihm bann noch sehr gegen seinen Willen Njebogatow mit ben ältesten, zum Teil schon außer Dienst gestellten Schiffen an bie Fersen gehängt. Maschinendefekte, Havarien, Schwierigkeiten beim Kohlennehmen ver­folgten bas Geschwader Meile für Meile und trotz­dem hätte Rojestwenskis Wille bie verzweifelte Aufgabe um ein Haar gelöst, wenn er auch nur einen Hauch bes Glücks gehabt hätte, das feinen Gegner Togo überschwenglich überschüttete. Aber der Nebel, in dessen Schutz er, an der japanischen Flotte vor­bei, Wladiwostok hätte erreichen können, ^erteilte sich vor der Zeit und Togos Schlachtschiffe bereite­ten diesem modernen Argonautenzug bas Ende, das man wohl auch in St. Petersburg voraus- gesehen hatte, das aber dieselben Machthaber nicht hinderte, zur Vertuschung ihrer verbrecherischen Leichtfertigkeit und Korruptheit ben unglücklichen Admiral, als er von seiner schweren Verwundung geheilt aus japanischer Kriegsgefangenschaft in die unter der Revolution bebende Heimat zurückkehrte, vor ein Kriegsgericht zu stellen, das ihn fteilich freisprach. So stellte sich hier dem siegenden Helden­tum der japanischen Nation, die mit einer schlecht­hin großartigen Wucht das Letzte einsetzte, um alles zu gewinnen, das tragische Heldentum der Männer entgegen, die im vollen Bewußtsein ihres unabwendbaren Untergangs in den Tod fuhren.

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Zugendschristen.

Bastelbuck. Neue Folge, Bd. 10. Mit Abbildungen und Plänen. Leinen 4,80 Mark. Franckhsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. (509) Alles, was sich ein Bastler wünschen kann, lst im Bastelbuck zu finden. Stets ist Wert gelegt auf klare Angaoen, die alle einzeln erprobt sind, auf anschauliche Darstellung in Wort und Bild, auf eine Auswahl von Bastela'ufgaben für einfache An­sprüche und für gewiegte Bastler, auf die Angabe von Rezepten, prakttschen Winken und Ratschlägen für alle Arten von Bastelarbeiten. Bastelarbeiten fürs Haus Spielzeug-Basteleien Experirnen- tier-Basteln sind in gleicher Weise berücksichtigt. Der neue Band der Bastelbücher wird dem experirnen- tierfreubigen Jungen, dem Siedler in Garten, Haus und Hof, dem Bastler aus Leidenschaft, der Anre­gungen und Ratschläge sich wünscht, gute Dienste leisten.

Fritz R e ck - Malle czew en: Der Ad­miral der Schwarzen Flagge. Eine span­nende Seeräuber-Erzählung für die Jugend. 164 S. Mit einem Titelbild und fünf Vollbildern von Willy Planck. Ganzleinen 3,60 Mark. Herold Verlag GmbH., Stuttgart-SB. (429) Diese packende Erzählung führt den jugendlichen Leser in die er­bitterten Kämpfe der seeräuberischen Flibustier gegen diö Spanier und gewährt einen guten Ein­blick in die wechselvollen Geschicke der Flibustier- Republik, jenes eigentümlichen Staatswesens, das sich ausgangs des 17. Jahrhunderts aus phantasti­schen Anfängen zu einem Machtfaktor der damaligen Politik entwickelte. Man erlebt die erbitterten Kämpfe, die auf den Zusammenbruch des Spani­schen Weltreichs unb damit auf die ersten Anfänge

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Bernhard Schwertfeger: Die gro­ßen Erzieherdes deutschen Heeres. Aus der Geschichte der Kriegsakademie. Preis in Leinen gebunden 3,50 Mark. Akademische Verlags-Gesell­schaft Athenaion GmbH., Potsdam. (304) Den Wahlspruch des alten MoltkeMehr sein als scheinen" stellt der Oberst a. D. und Dr. phil. h. c. Bernhard Schwertfeger seinem Buch über die Ge­schichte der Kriegsakademie voran. Auch dieses, mit dem Großen Generalstab zusammen wohl das wich, tigste Bildungs- und Erziehungsmittel für die Her. anbÜbung von Führern in der alten preußisch, deutschen Armee, atmete den Geist des großen Moltke: Schlichtheit, strenge Selbstdisziplin und Streben nach jener letzten Klarheit, die nur eine umfassende Bildung gewähren kann. Schwertfeger, selber Schüler und später Lehrer an der Kriegsaka. demie, gibt einen kurzen geschichtlichen Abriß die- ser müttärischen Bildungsstätte, die erst jetzt vor kurzem im Rahmen Des nationalsozialistischen Volksheeres eine Wiederauferstehung gefeiert hat. Er schildert, oft humorvoll, immer fesselnd, ben Lehrbetrieb auf ber Akabemie, an ber ja eine Reihe ber bebeutenbften Felbherren bes Weltkrieges, namhafte Generalstäbler unb hervorragenbe Mili­tärschriftsteller als Lehrer gewirkt haben. Hinben- burg unb ßubenborff, bie Generäle von Frentag» Loringhoven unb Bernharbi, ber spätere Chef bes Generalstabes von Falkenhayn, bereu Urteile über bie. Kriegsakabemie ber Verfasser in seinem Buch zusammengestellt hat, aber auch viele anbere be­kannte Namen, wie Sauberzweig, Immanuel, Tap­pen, Moser, Eisenharbt-Rothe, Schmibt von Kno- belsborf, Kuhl erscheinen in ben Ranglisten der Kriegsakademie. Der Verfasser gibt bann eine in ihrer Kürze besonbers einprägsame Darstellung der Entwicklung bes strategischen Denkens von den Be­freiungskriegen über Clausewitz und Willisen, über Moltke unb Freiherr von ber Goltz zu Schlieffen. Aber er wiberlvricht ausbrücklich ber Auffassung, als ob die Kriegsakabemie nun eine Schule ber Strategie sei und weist auf bie Sätze in ber neuen Vorschrift für bieTruppenführung" bes Jahres 1936 hin:Kriegführung ist eine Kunst, eine auf wissenschaftlicher Grunblage beruhenbe freie schöpfe, rische Tätigkeit ... Die Lehren der Kriegführung lassen sich nicht in Vorschriften erschöpfenb zusam­menfassen ... Einfaches Hanbeln, folgerecht burch- geführt, wirb am sichersten zum Ziele führen". Die alte Kriegsakabemie hat es verstauben, für den Weltkrieg Führer unb Führergehilfen vorbereitend zu schulen, eine eigene Strategie hat sie nicht aus- gebilbet, das war auch nicht ihre Aufgabe.e

fen zu einem do «ehren. Die x Mrkehrs 1 «hl für die spanst ;jng im Atlantik, sillehr, vornehm künftigen Wirkunc ragen unterwarf« ai gleichkommen, Ü durch den Su M in stürmisch «ist. Dom atlant sHpolitisch im De ch vorläufig so g chtt des Mittelmei

schichte ber Flibustier entnommen, unb jeder echte Junge wird seine helle Freude an den Helden unb ben Geschehnissen haben, die ihm diese, aller blut­rünstigen Romantik abholde Erzählung vor Augen führt.

Jngeborg. Ein deutsches Mädchen im Großen Kriege. Eine Erzählung für deutsche Mäd­chen unserer Zeit von Heinrich Maria Tie de. Mit 9 Federzeichnungen von G. Kirckbach. 76 Seiten. Halbleinen 1,20 Mark. A. Anton & Co., Leipzig C1. (516) Eine schlichte Erzählung vom helden­mütigen Leben und Sterben der siebzehnjährigen Schwester Jngeborg. Sie ist eines der Tausende jener wackeren deutschen Mädchen, bie bei Kriegs­ausbruch eine ruhige Welt hinter sich ließen, um Schmerzen zu Hubern unb ber grauen Armee helfen zu können. Sa ist biefes Buch ein Requiem für ein deutsches Mädchen, bas sein Leben hingab im Kampf für Ehre unb Freiheit bes Vaterlanbes.

Achtung! Großaufnahme! Ursula breht einen Film. Ein lustiges Buch für Mäbel von Wolf Durian unb Viola Schäfer. Mit einem ganzseitigen Buntbilb unb zehn Federzeichnungen von Dttomar Rabebeul. 104 Seiten. Für Zehn- bis Vierzehnjährige. Halbleinen 1,80 Mark. A. Anton & Co., Leipzig C1. (518) Bumbaba hat eine großartige Jbee. In einer halbvergessenen finsteren Bobenkammer gründet sie dieFilmgesellschaft Bumbaba" mit Regisseur, Star, Komparserie, Kurbelkasten unb Megaphon. Alle Mitwirkenben sinb reftlos begeiftert. Aber bie böse Konkurrenz ist auch am Werk. In KätesBlaubanb-Filmgesell- schäft", einer ausgesprochenen Rache-Grünbung, er­wächst ihr eine gefährliche Nebenbuhlerin. Doch bann gibt es unverhofft einen großen Krach. Beide Unternehmungen geraten ins Stocken. Die feind­lichen Filmkonkurrenten finden aber den gleichen genialen Ausweg aus der Klemme wie fo manche ihrer größeren Vorbilder: sievertrusten" sich^ Bumbaba und Kompanie" heißt die neue Firma. Eine frisch und flott geschriebene unterhaltsame Er­zählung, die allen viel Spaß bereiten wird.