Ausgabe 
28.11.1936
 
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systems angefertigt hatte. Nun macht man sich plötzlich in Paris und London die bisher stets bestrittene GleichsetzuG; von kommunistischer Inter­nationale und Sowjetunion zu eigen, obwohl der Bertragstext der russisch-japanischen Abmachungen diese Gleichsetzung bewußt vermeidet und stets nur von der Kommunistischen Internationale spricht. Moskau wird damit beim Wort genommen, und seine Fürsprecher in Paris und London sehen sich in den eigenen Netzen gefangen. Die Sowjetregie­rung hat erst vor wenigen Tagen dem japanischen Außenminister feierlich versichern lassen, daß^zwi- schen ihr und der Komintern eine reinliche Schei­dung besteht. Sie kann sich also auch nicht von einem Abkommen betroffen fühlen, das sie selbst mit keinem Wort auch nur erwähnt, sondern sich aus­schließlich gegen die Zersetzungsarbeit der Kommu­nistischen Internationale wendet, mit der die Sow­jetregierung ja angeblich nichts zu tun hat. Soll­ten gleichwohl solche Zusammenhänge bestehen, müßte Moskau, das ja bisher aus dieser Tarnung Nutzen gezogen hat, nun auch sich damit abfinden, die Nachteile dieser Identität zu tragen.

Die kurzsichtige Einstellung der französischen und englischen Oeffentlichkeit gegenüber der bolschewisti­schen Gefahr, der man auch ohne gemeinsame Ab­wehrmaßnahmen aller Kulturnationen hinreichend begegnen zu können glaubt, überrascht schon ange­sichts der Lehre, die man soeben in Spanien emp­fängt, sie überrascht aber noch mehr angesichts der Schwierigkeiten, die der Kommunismus unter Lei­tung Moskauer Agenten den Regierungen Frank­reichs und Englands in ihren eigenen Ko­lonien seit vielen Jahren schon bereitet. Ueberall in den nordafrikanischen Besitzungen Frankreichs, un­ter den Schwarzen der Südafrikanischen Union und den Arabern der britischen Mandatsländer und Tributärstaaten Vorderasiens, besonders aber in Französisch - Jndochina und in Britisch - Indien machen sich die kommunistischen Emissäre die natlo- nalen Unabhängigkeitswünsche oder die wirtschaft­liche Not der Eingeborenen zu Nutze, um den Auf­ruhr zu predigen und die Kolonialherrschaft Eng­lands und Frankreichs zu unterwühlen. Der letzte Kominternkongreß in Moskau, auf dem Eingebo­renendelegierte aus aller Herren Länder von ihrem Meister Dimitroff ihre Instruktionen für ihre Mi­nierarbeit empfingen, lieferte ja allen, die sehen wollten, Beweise genug für die zentrale Leitung dieser kommunistischen Zersetzungsarbeit in den Ko­lonien, und die Vorgänge in Palästina, Jndochina, Südafrika habon ja deutlich gezeigt, welche Früchte die kommunistische Agitation bereits getragen hat. Vielleicht wird von hier aus einmal Franzosen und Engländern das Verständnis dafür beigebracht wer­den, daßauchdieAbwehr einer zentral geleite­ten, nach einheitlichen Richtlinien arbeitenden und über die ganze Welt sich ausbreitenden kommunisti­schen Propaganda nur durch Zusammenarbeit aller Kulturnationen möglich ist, womit die deutsch-japa­nischen Abmachungen den Anfang machen wollen.

Daß gerade Japan als erste Großmacht nächst Deutschland und Italien den Wert solcher Zusam­menarbeit erkannt hat, kommt nicht von ungefähr. Japan kennt den Kommunismus wie wir aus un­mittelbarer Berührung und hat auch schon früh energische Abwehrmaßnahmen ergreifen müssen. Eine marxistische Bewegung hat es in Japan schon vor dem russisch-japanischen Krieg gegeben, aber sie wurde schon in den Anfängen zerschlagen, ihr Füh­rer Katayama floh damals ins Ausland und wurde später in Moskau Leiter der japanischen Sektion der Komintern. Die rapide Industrialisierung Ja­pans nach dem Weltkrieg, mit der die Reform der Sozialverfassung nicht Schritt zu halten vermochte, führte zur Bildung von Gewerkschaften, aus denen 1623 die erste kommunistische Partei entstand, die damals schon mit Moskau enge Fühlung aufnahm. Scharfe Gesetze gegen die Verbreitergefährlicher Gedanken" ließen ein öffentliches Auftreten der Kommunistischen Partei nicht zu, aber unter der Decke wurde kommunistische Agitation trotz häufiger Massrnverhaftungen eifrig fortgesetzt. Erst die natio­nale Erneuerungsbewegung, die namentlich in der sich wesentlich aus Söhnen des schwer um sein Da­sein ringenden Bauernstandes rekrutierenden Armee Fuß gefaßt hat und eine Zurückdrängung des in amerikanischem Tempo und mit amerikanischen Methoden hochgezüchteten Kapitalismus durch ge­sunde Sozialreformen fordert, hat dem Kommunis­mus das Wasser abgegraben. Aerger hat Japan den Kommunismus als außenpolitische Gefahr zu spüren bekommen Japanische Truppen haben schon in den Jahren 1919 bis 1921 während der auch von Frankr^ick) und England unterstützten Jnterven- tionskämpfe der weißen Armeen versucht, den Bolschewismus von Ostsibirien fernzuhalten. Als dies nicht gelang, suchte man durch Verhandlungen mit Moskau eine Abgrenzung der Interessensphären zu erreichen, aber erst 1925 kam ein solcher Ver­trag zustande. Die Lage im Fernen Ollen wurde jedoch wieder gespannt als Marschall Blücher dort eine starke Armee oufstellte und daran ging, sie in Verpflegung und Munitionsversorgung von dem schmierigen Nachschub aus dem westlichen Rußland völlig unabhängig zu machen. Diele sowietrulsische 9frmee muß Japan als ständige Bedrohung seiner asiatischen Festlandsinteressen emvfinden. Es suchte fH) durch die Besekuna der Mandschurei zu sichern, aber blutige Zusammenstöße der sich bis an die Zähne bewaffneten Gren^truppen sind bis heute an der Taaesardnunq geblieben.

Eine besondere Ralle hat die kommunistische Agi­tation in der Geschichte Chinas seit dem Welt­kriege gespielt. Daß sie unter den armen Reis- bauern der innerchinesischen Provinzen, die ständig davon bedrabt lind, durch furchtbare Ueberlchwem- mungskatastraphen an den Bettelstab zu kämmen, wenn sie nicht Hunaers sterben oder in den Fluten zugrunde geben, reichlich Nahrung fand, ist ebenso erklärlich wie ihre Erfolge bei der akademischen Jugend in den großen Kültenvlätzen, die mit an­sehen mußte, wie fremde Mächte die nationalen Interessen ihres Volkes ihrem eigenen Wirtlchafts- imverialismus opferten Das große Einigungswerk Marschall Tschiang kailchecks und die von ihm begonnenen wirtschaftlichen und sozialen Re­formen haben den Kommunismus auch in China zurückaedränat. Aber für Japan, das von den fünf seinem Einfluß unterstehenden nordchinesischen Provinzen aus gegen die Innere Mongolei vorzustoßen sucht, um dem aus der Aeußeren Mon- aalei her nach Süd"N und Osten n-'i-dränaend-'n Baslch-wismus einen Riegel vorzuschieben, bedeutet di" kommunistische Bewegung eine nicht zu unter­schätzende Gefahr. Japan hat in Verhandlungen mit Tschiangkaischeck versucht, diesen für eine gemein- same Abwehrfront gegen den Kommunismus zu gewinnen. Die militärischen Ereignisse in der inner- mongolischen Provinz S u i j a n scheinen jedoch die­len Verhandlungen ein vorzeitiges Ende bereitet zu b^ben wenn auch hier anscheinend nur mongolische und mandschurische nicht aber reguläre japanische Tnipp"n g"gen den chinesischen Gouverneur von Suijan im Felde standen. Die Lage ist hier schwer,

sie verändert sich von Tag zu Tag, da auch die Politik des Auswärtigen Amts in Tokio sich nickt immer mit den Absichten der japanischen Festlano- armee deckt. Doch soviel steht fest, für Japan be­deutet der Bolschewismus solange eine Lebensge­fahr, als es nicht gelingt, ihn von der japanischen Interessensphäre in China, in der Mandschurei und Mongolei fernzuhalten. Wenn also auch für Ja­pan, wie wir sahen, das bolschewistische Problem sehr viel verzwickter liegt, als für Deutschland, so hat doch die Wühlarbeit der Komintern östlich und westlich der Sowjetunion die gleichen Abwehrkräfte ausgelöst, um der bolschewistischen Weltverschwö- rung Grenzen zu setzen Auch die Nationen, die heute noch Deutschlands und Japans Weckruf mit Gleichgültigkeit oder Mißtrauen begegnen zu kön­nen glauben, werden noch einmal den deutsch-japa­nischen Vertrag als Ausgangspunkt einer antikom­munistischen Weltorganisation begrüßen, wenn sie erst die Folgen ihrer Vogelstraußpolitik am eigenen Leibe zu spüren bekommen. F. W. L.

Lapanisch-iialiemsche Derständiaung

Tokio, 27. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Wie die Agentur Domei meldet, ist die japanische Re­gierung entschlossen, die bisherige japanische Ge­

sandtschaft tn Addis Abeba in eine konsu­larische Vertretung umzuwandeln. Nach dem förmlichen Beschluß des japanischen Kabinetts wird Mitte Dezember der japanische Konsul für Addis Abeba ernannt werden. Italien wird in Hingking, der Hauptstadt von Mandschukuo, ein Generalkonsulat einrichten, wodurch die gemeinsame Arbeit zwischen Italien und Japan sichergestellt sei. Die japanischen Interessen in Aethiopien würden durch Italien sichergestellt.

Auch (5ore von oen jtohenern besetzt

Rom, 27 Nov. (DNB) Die italienische Trup- venkolonne unter Führung von General Malta hat Gore besetzt. Damit haben die italienischen Truppen auf ihrem Vormarsch in Westabessinien auch in der letzten größeren Stadt dieses frucht­baren und an Bodenschätzen reichen Gebietes ihren Einzug gehalten Gore, daß in Luftlinie über 350 Kilometer westlich von Addis Abeba und nur noch knapp 200 Kilometer von der Su­da n g r e n z e entfernt ist, hat in den letzten Monaten eine gewisse politische Bedeutung erlangt, da nach abessinischen Behauptungen dort noch eine abessinische ©egenregierung bestanden haben soll.

attache General O s h i m a

gattenkapltän Kojima,

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b e I s , Botschafter v. Ribbentrop, ____

sekretäre Dr. Meißner. Dr. Sammers Funk, Stabschef Lutze, *

NSDAP. Dr. Dietrich, Ministerialdirektor^ Dieckhoff, Gesandter Freiherr v. Wei',

Abendessen zu Ehren des japanischen DosschaUei,

s ä ck e r , Gesandter von ® r b m a n n s b or r Gauleiter Bohle, Admiral Behncke, Adnii:^.-,!- Canaris, sowie Dr. v. Raumer mit i^/' Damen anwesend.

nisterpräsident Göring, l , _

Freiherr v. Neurath, Heß Dr. Goe>

zu Ehren des kaiserllch sapaniscyen Botschaft, M Grafen Mushakoji ein Abendessen, an außer dem japanischen Botschafter und @raM Mushakoji Botschaftsrat Inoue, der Milii^

Berlin, 27. Nov. (DNB.) Aus Anlaß des M fchlusfes des deutsch-japanischen Abkommens Msi W|UW' der Führer und Reichskanzler geften '

Ehren des kaiserlich japanischen Botschaft, . Ml W* a|en Mushakoji ein Abendessen, an bin M

Xa«. IamawUX.im imh (h-t l (

. ... >n u ue , utri meint er, 91^'

7 ~ ~ 7 l der Marmeattachs ball'

gattenkapltän Kojima, Legationssekretär jj.% Ley. j nai und Attache Furuuchi mit ihren Damin =y Tag^C/nt 9 teilnahmen. Von deutscher Seite waren u. a. yrbei^^ct e ♦GGornrÄGhöni n r t rt n , die ReichSMinjf^ 'StA/ 1|1 °

' fi.X Dr,

. die Starz, S

~ - .n m e r s W m

, Reichspressechef

Ministerialdirektor x. U ^tssekre^^

roiherr n TO.f? Mff,^Präsidenten

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Das Aufbauwerk

der nationalsozialistischen deutschen Kultur

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Sie Kunst dankt dem Führer

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sie waren unsere Wegbegleiter, haben uns s muntert und ausgerichtet. So hart dieses Zeitall

I|ld) selbst ein Urt hjpom sein, aus sei unb 6n

rischen Genies aller Zeilen, unb wie Deutschen haben allen Grund, dankbar ,u i sein, ihn zu den Unseren zählen zu dürfen. E, ist gemein und charakterlos, die deutsche Kunst, und Kulturgeschichte in eine Serie von Krimi. ' Notfällen aufzuteilen, und unter Zuhilfenahme 1 von kabbalistischen Zahlen feststellen zu wolle» ob Goethe Schiller vergiftet oder wer Mozart ermordet hat. Das ist eine Versündigung an* unserem großen Kulturerbe, aus dem wir alle, ob bewußt oder unbewußt stehen, dessen wir in unserer ganzen geistigen Existenz teilhaftig werden, in das wir hinein, geboren worden sind und das in unserer Zeil in ihr gemäße Formen weiterzuentwickeln und immer neuzugestalten unsere große kulturell«

Verpflichtung ist. Vor ihm geziemt uns furcht und Dankbarkeit."

war, die Musen haben nicht geschwiegen. Ul großen Genies, die in aufwühlenden Derstt. Bildern unb Tönen dieser Zeit ihr künstlerischr

beutschen Künstler selbst richte. Sie Hadi uns bas Leben verschönt und vergoldet, in u» zähligen sorgenvollen Stunden haben sie unsin

Die mehrtausendjährige Vergangenheit unseres Volkes sei ein einheitliches Gan­zes und könne nicht nach Belieben und mit Willkür in ihre Bestandteile zerlegt werden. Niemand habe das Recht, an die Gestalter unse­rer Vergangenheit die Maß st übe unse­rer Gegenwart anzulegen. Karl der Große und Widukind seien für uns glei­chermaßen leuchtende Figuren deutscher Geschichte.Dasselbe", so fuhr Dr. Goebbels fort,gilt auch für unser Kunst- und Kulturerbe. Es ist unhistorisch und zeugt von einem vollkommenen Mangel an Pietät, etwa Schiller oder Goethe mit einer leichten Handbewegung abtun zu wollen, weil sie uns angeblich nicht liegen. Auch ist Schiller kein liberaler Humanist, der unserer Zeit nichts mehr zu geben hat; er i st und bleibt eines der größten dichte-

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K* "mit fes- ^Kunstkritik jowo l=W 116 K Seoölterung KSt'S E,, ürifitern GW Fällen S(?eti UwW'ch ub-r B nsjifpredjeri unp

dargelegt. 3d) W strbokn.

ach das Jahr 193 »«.sivesserung j tzuterjage »ch j ^gdie Veiler, li.hlin bet bis! , bet bisherig i 6« Verdrehung be l k 'Zrii jüdischer Ki

Reichsminister Dr. Goebbels führte in feiner Rede fort:

Man hat manchmal den Eindruck, daß die kritischen Komplexe schreibender Nörgler, die sich auf anderen Gebieten nicht mehr betätigen kön­nen, nun auf dem Gebiete der Kunst abreagiert werden sollen. Dem muß rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben werden. Ich habe mich deshalb veranlaßt gesehen, in einem Erlaß vom heutigen Tage die Kritik über­haupt zu verbieten und sie durch die Kunstbetrachtung oder Kunstbe- schreibung ersehen zu lassen.

Das bedeutet keine Unterdrückung der freien Mei­nung; aber seine freie Meinung darf nur der vor die Oeffentlichkeit tragen, der eine freie eigene Meinung besitzt und auf Grund seines Wissens, seiner Kenntnisse, seiner Fertigkeiten und Fähig­keiten obendrein das Recht hat, über andere, die mit den Schöpfungen ihrer Phantasie an die Oeffent­lichkeit appellieren, zu Gericht zu sitzen. Oft aber ist es umgekehrt. Wir haben es in jüngster Zeit noch in Berlin erlebt, daß zwei-, dreiundzwanzig - jährigeJünglinge gegen vierzig-, fünfzigjäh­rige verdiente, weltberühmte Künstler vom Leder zo­gen, ohne an ihren kritischen Gängen auch nur eine Spur von Fachwissen und Sachkennt­nis ins Feld führen zu können. Sie sollen sich nun zuerst einmal darin üben, ein Kunstwerk zu be­schreiben. Auch das ist schwer, und auch das muß man gelernt haben. Kann ein Kritiker mehr, und hat er das Bedürfnis, seine Fähigkeiten an den Mann zu bringen nun, wir suchen auf allen Gebieten unseres künstlerischen Lebens so viele Kön­ner, wir Haven so viele offene Stellen, die nicht zu besetzen sind, weil es an geeigneten Anwärtern fehlt, daß uns jedermann, der mehr kann als die heutigen im Kunstleben Tätigen und das muß er ja, wenn er sie kritisieren will zu positiver Arbeit herzlich willkommen ist. Es geht aber nicht an, daß während überall anderswo die öffentliche Meinung das große Aufbauwerk des Führers mit ihrer warmen Unter­stützung begleitet, nun ausgerechnet der Künstler als letztes Opfer Freiwild der Kritik fein soll.

Im übrigen wird die Kunst am Verschwinden der Kritik keinen Schaden nehmen. Falsche Grüßen sterben meistens spätestens nach einem J"br. auch wenn sie nicht von einem Kritiker getötet werden. Wirklichen Größen aber soll auf diese Weise d i e Freiheit ihres Schaf­fens und die Unantastbarkeit ihrer künstlerischen Ehre gesichert werden. Es soll in 50 Iahren von unserer Zeit nicht mehr dasselbe gesagt werden, was wir von der Zeit vor 50 Jahren sagen müssen: daß sie es, ohne einen Finger zu rühren, zuließ, daß die wirklichen Genies von kriti- schen Eintagsfliegen gequält und gemartert wurden und zum Teil sogar daran zerbrachen.

Eine zweite Frage, die in diesem Zusammenhang eine nähere Betrachtung verdient, ist die der Erotik in der K u n st. Wir haben in den ver­gangenen Monaten ein paar Filme die Zensur passieren lassen, die in prüden und geschlossenen Kränzchen einiges Befremden hervorriefen, und zwar haben mir das mit Bewußtsein getan. Denn auch die Probleme, die die Geschlechter unter­einander auszumachen haben, sind darstellenswert, vorausgesetzt, daß das mit dem nötigen G e - s ch m a ck geschieht. Es handelt sich also hier mehr um eine Takt- als um eine Moralfrage. Wir leben nicht in einem Franziskanerkloster; eine gesunde Zeit nimmt auch eine gesunde Stellung zu delikateren Problemen ein. Selbstverständlich ist die seichte und platte Zote, die zynische Gemeinheit für einen Menschen von noblem Empfinden nur ver­ächtlich. Begrüßenswert aber ist eine starke und gesunde Sinnesfreude, die das Da­sein als Diesseits bejaht, es dankbar hinnimmt und freudig gestaltet. Diese Sinnenfreude hat sich zu allen Freuden in der Kunst mehr an das Auge als an das Ohr gerichtet. Sie war immer frei, offen und unprüde. Aus ihr entstand zuletzt jede große Kunst Sie war dämonischer Antrieb der Antike und ihrer starken Formenkraft, mit ihr und'durch sie erhob sich die Renaissance zu dieser einzigartigen Zeit großer künstlerischer Ge­staltung. Es wäre gefährlich und beklagenswert, wenn wir mit törichten und nicht verstandenen Redensarten diese unabdingbare Funktion des künst­lerischen Schaffens allmählich abdrosselten und zur Erstarrung brächten."

Der Präsident der Reichskulturkammer behandelte dann die vielgestaltige Problematik des Kitsches in der K u n ft. Es dürfe nicht alles, was primitin sei, als Kitsch verdammt werden. Es solle deshalb nicht nur auf das Produkt, sondern auch auf die Gesinnung geschaut werden. Nicht jedermann sei musikalisch genug, etwa eine große Wagner-Oper zu hören und zu genießen. Sollte er etwa deshalb überhaupt von der Musik ausgeschlossen werden? Nein, es fei gut, daß es auch andere Musik gebe, von der er etwas habe. Und auch die, die oiefe Musik schrieben, machten sich verdient um das Volk.

A, auf dem « t dnis besitzt, y 'irb sich wenige ehr den Drang ng haben. Ich , n Kritiker des o . Deck, Brentan iile andere mehl r, Leistungei Men schrieben, der Kunstkritik ' Zeit noch oorb pgen Iahrhundk Kunstwerk sei n Ächtung und de MrG, aber sie n "en Richte '.'kb den jübifd b'9 Kerr überlas

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Gesicht aufprägen, sind noch nicht da. Aber s it ireift, dann xch ich t

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Die Festversammlung während der Ansprache der Reichsorganisationsleiters Dr.Ley. (Scherl-R)

werden kommen, wenn ihre Stund« kommt. Wir aber sind nur ihre Wegberei' ter. Kommen sie, dann wollen wir sie fesllich mit Beglückung empfangen. Denn dann erst unsere Zeit vollendet, dann steht ein neue« reies Volk in Waffen, bekränzt ni>!

)em Lorbeer Apolls. Dann können mir fr eligt unser Werk beschließen: Denn eine Zef ) a t s i ch erfüllt und ist durch göttliche Gnad« groß und gesegnet geworden."

Der Eindruck der großen Kulturrede des Prcli' denten der Reichskulturkammer, die erneut die ti°f> Verflechtung und innere Verbundenheit des Tr<ü' händers der deutschen Künstler und Kulturschaii^ den mit der Kunst bezeugte, war gewaltig, ©türfll des Beifalls löste die Erklärung des Reicksministad aus, daß niemals in Deutschland der Künstler geehrt und die Kunst so begehrt worden sei nW im Dritten Reich. Auck die Ankündigung des Lr lasses, der die zersetzende Kritik durch eine schöpf rische Kunstbetrachtung ersetzt, rief jubelnde Zusti" mung hervor. Das Bekenntnis zur starken unb -fr sunden Sinnenfreude, zum Kampf gegen den in der Kunst, machte ebenso wie die Darlegung Wesenszüge der künstlerischen Gestaltung, die Minister in dogmatischer Klarheit auheigte, tiefD Eindruck, der in dem Dank an den Schirmherrn deutschen Kunst, den Führer Adolf Hitler, ausklarg dem das größte Kunstwerk gelungen fei, aus Urftoff Maffe ein Volk zu formen. ,

Die festliche Tagung schloß mit einer UraufM rung der Tondichtung Hermann Zilchers

Der Minister kam dann auf die Wesenszüge der künstlerischen Gestaltung über­haupt zu sprechen. Die Dramatik schöpfe ihre Stoffe aus den Gegensätzen des menschlichen Lebens. Es sei ihr souveränes Recht, die Schwächen einzel­ner Stände und Berufe zu geißeln, und es dürfe sich kein Stand dabei beleidigt fühlen. Unterdes be­ginnt der künstlerische Gestaltungstrieb unseres Vol­kes neue Wege zu beschreiten. Die Schöpfung unserer großen nationalsoziallstischen Feiern ist einer der wichtigsten Faktoren unseres modernen Kultur­lebens. Die Tage von Nürnberg, der 1. Mai in Ber­lin, der Bauerntag am Bückeberg sind jedem, der sie einmal miterleben durfte, auch als künstlerische Vision unvergeßlich. Aber nicht jedes 93er- einsfeft i ft eine kultische Feier, im Gegenteil, hier wirkt falsche Gemessenheit nur auf­reizend und unwahr. Auch der Sprechchor kann aus Banalitäten keine Lebensweisheiten machen. Er ist dann nur ein Rückfall in die Primitivität. So pflegen Traditionen nicht zu entstehen. Das Unbe­absichtigte, Gewachsene und Gewordene ist auch hier das Dauerhafte und Bleibende.

Die Kunst lebt vom Auftrag. Es muß deshalb in einer Zeit, in der der Private noch nicht wieder zum Auftrag zurückgekehrt ist, Sache des S t a a- t e s fein, der Kunst feine schützende und fördernde Hand zu leihen, Talente aufzuspüren und ihnen den Weg nach oben zu erleichtern. Nie hat eine Zeit größere künstlerische Aufgaben gestellt als die unsere. Aber die Künstler müssen sich auch ihrer be­mächtigen. Alle sind sie aufgerufen mit» § uhelfen. Sie sind jetzt mit dem Staat und seinen Idealen verwachsen, sie leben nicht mehr als Abseitige neben der Zeit. Der Staat ist ihr Mäzen. Auch für ihr Alter soll gesorgt werden. Die starke Betreuung der Schiller-Stiftung, die Aus­wertung von zwei Millionen für die Stiftung ,Lünstlerdank", die Inangriffnahme der Al­ters- und Krankheitsversorgung für schaffende Künstler sind nur erste Anfänge eines großzügigen Sozialwerkes, das alle deutschen Künst­ler umfassen soll. Hier liegen im Augenblick neben der Kulturführung an sich die wichtigsten Auf­gaben, die uns gestellt sind."

Der Minister faßte dann noch einmal die Grund­sätze der Aufbauarbeit der Reichskulturkammer zu­sammen. Die große Umstellung der deutschen Kul­tur sei gelungen. Die deutschen Künstler ständen wieder mitten im Volk.

Ich spreche in Ihrem Hamen, so sagte der Minister,wenn ich Worte tiefer Ver­ehrung und heißen Dankes an den Führer richte. Er hat in den vergangenen vier Iahren. die ihm wahrlich keine Sorge und Arbeit ersparten, über das deutsche Kun st leben seine schützende Hand gehalten. Jeder deutsche Künstler hat dabei das beglückende Bewußtsein gehabt, daß das nicht nur so nebenbei geschah aus einer amt- lichen Verpflichtung heraus, sondern aus dem Herzen kam. Und deshalb Hal es Eingang gefunden in den Herzen der deutschen Künstler. Weilder Führer selbst ein Künstler ist, hat der deutsche Künstler sich so fest ihm verschworen. Große Kunstwerke sind in diesen vier Jahren entstanden; das größte aber schuf der Führer selbst: Aus dem llrstoss Masse formte er ein Volk, eine freie Ka­tion. Die Idee zu dieser Konzeption entsprang seiner künstlerischen Phantasie.

Weil Sie, mein Führer, aus ihrem Fleisch und Blut sind, darum suhlen sich die deutschen Künstler Ihnen besonders verbunden und ver­pflichtet. Und sie sind von dem tröstlichen Be- wußtsein durchdrungen, daß die deutsche Kunst leben und gedeihen wird, wenn Sie Ihre sorgende und schützende Hand über sie halten. Und ich weiß es, daß ich in Ihrem Namen, mein Führer, spreche, wenn ich auch Worte des Dankes an die

zähligen sorgenvollen Stunden haben sie unpn 0>cab beute bet f Phantasie beflügelt und Gefühle beschwingt, s« kri

haben uns wieder weinen und lachen gelehrt, unfet« . * Zeit haben sie Feder, Meißel und Griffel gelieljin e ' Es wird der Tag kommen, da werden sie bieft IU(! ®e 1un9 a Zeit in unsterblichen Tönen unb Liedern befing) 7" 7 und feiern. Sie haben dem Volk in feinem schweren iir loü dem pnblifat Kummer M u t und Entspannung gegeben