Ausgabe 
28.10.1936
 
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Norwegen ihren Ausgang nahmen. Die gewalti­gen Böen, die an der Küste mit einer Stärke von 30 bis 40 Sekundenmetern daherbrausten, nahmen auf ihrem Weg ins Binnenland an Intensität ab Immerhin hatte der Sturm in Hannover noch eine Stärke von 27 Sekundenmetern, während er in unserer Gegend mehrfach über 20 Sekunden­meter erreichte. Im Taunus fegte die Windsbraut mit 20 bis 25 Meter Geschwindigkeit in der Se­kunde über die Berge und Wälder. Am Nachmit­tag nahm dann der Sturm allmählich ab, nach­dem er an den Bäumen viel Windbruch verur­sacht hatte. Ungewöhnlich ausgiebig waren auch die Regenfälle, die in der Nacht zum Dienstag niedergingen. Insgesamt 16 Millimeter Regen d h 16 Liter Wasser auf den Quadratmeter, hat der Reichswetterdienst Frankfurt gemessen. Im Taunus waren es 20, stellenweise sogar 22 Millimeter.

Bluttat in Mainz.

Eine Frau durch einen Schuh verletzt.

Main-z 27. Okt (LPD^) Wie di- HMche Polizeidirektion rnitteilt, ereignete sich am ver losse- nen Samstag gegen 18 Uhr in der Goethestraße folgender mysteriöser Fall: Eine dort wohnende Frau beobachtete, daß Kinder in dem tiefgelege­nen und unbebauten Gelände der Goethestraße Feuer anzündeten. Die Frau verwehrte dies den Kindern, was jedoch keinen Erfolg hatte. In die­sem Augenblick kam aus der Scheffelstraße ein der Frau gänzlich unbekannter junger Mann von

gutem Aussehen. Sie ersuchte diesen, einzugreifen, was der betreffende junge Mann auch tat. Danach kam er zu der Frau wieder zurück, frug sie, ob sie in der Nähe wohnen würde, was die Frau bejahte. Darauf sagte er, er wolle mit ihr das Haus be­treten, um bei den Kindern den Anschein zu er­wecken, er würde auch in dem Haus wohnen. In dem Hausflur angekommen, erkundigte sich der Mann bei der Frau nach einem hinteren Ausgang des Hauses, da er durch diesen das Haus wieder verlassen wolle. Als die Frau ihm ahnungslos den Ausgang zeigte und sich nach dem Manne, der ihr dicht folgte, umdrehte, gab dieser plötzlich einen Schuß aus einem Terzerol auf sie ab. Die Kugel drang der Frau oberhalb des rechten Auges in den Kopf. Auf die Hilferufe der Verletzten verließ der Täter das Haus. Nach Ueberwindung des ersten Schrecks besaß die Frau jedoch die Geistesgegen­wart, den Täter unter lauten Hilferufen zu ver­folgen. Darauf aufmerksam geworden, gelang es Passanten, den Täter zu stellen, obwohl er sie mit erhobener Schußwaffe einzuschüchtern ver­suchte. Durch das sofort herbeigerufene Notrufkom­mando wurde der Täter, der heftigen Widerstand leistete, fe st genommen, während die verletzte Frau, die heftig blutete, in das Krankenhaus ver­bracht wurde. Nach ärztlichem Befund ist die Ver­letzung der Frau nicht lebensgefährlich. Es handelt sich um einen Steckschuß. Das Motiv der Tat konnte bis jetzt noch nicht seine Aufklärung finden. Als Täter kommt der 33jährige Richard H ö r r aus Wiesbaden in Frage.

Oberhessen.

Oer Leichenfund in Lauterbach.

In unserem gestrigen Blatte berichteten wir über die Auffindung einer männlichen Leiche in d e r Lauter in Lauterbach. In diesem Po­lizeibericht war auch auf einen jungen Mann hin- gewiesen, der unter Tatverdacht festgenommen wurde. Wie wir heute früh von der Kriminal­polizeistelle Gießen weiter hören, haben sich die Verdachtsmomente gegen diesen jungen Mann im Laufe der Ermittlungen während des gestrigen Dienstags so verstärkt, daß der vorläufig Fest­genommene dem Amtsgericht in Lauterbach zu­geführt und dort unter Haftbefehl gestellt wurde. Es handelt sich um den 27 Jahre alten August Wegener aus Northeim bei Hannover.

Autobrand auf der Landstraße.

* Lich, 27. Okt. Am Montag zwischen 20 und 21 Uhr geriet auf der Landstraße LichNieder-Bessin- gen, innerhalb der Gemarkung Lich, das Per­sonenauto des Lehrers Gröninger aus Münster bei Lich während der Fahrt plötzlich in Brand. Dem Besitzer des Wagens, der selbst am Steuer saß, und seiner ihn begleitenden Frau ge­lang es, rasch aus dem brennenden Auto herauszu­kommen, so daß beide ohne Schaden davonkamen. Das Auto wurde durch die Flammen völlig zer­stört.

Landkreis Gietzen

* Klein-Linden, 27. Okt. In unserem Orte ereignete sich am Montagmittag an der Straßen­gabelung beim Abzweig nach Wetzlar, die sogen. Todesfälle, ein Verkehrsunfall. Dort kamen ein Lastzug, der aus Richtung Wetzlar in die Hauptstraße einbiegen wollte, und ein aus Richtung Großen-Linden kommendes Personenauto so dicht aneinander, daß der Personenwagen scharf auf die Seite gedrängt wurde und dabei die Bäume streifte. Das Personenauto und die Bäume wurden beschädigt, Personen kamen aber zum Glück nicht zu Schaden.

* Großen-Linden, 27. Okt. Auf der Durch­fahrtsstraße in unserem Orte geriet am Montag­nachmittag ein Personenauto, das aus Rich­tung Gießen kam, plötzlich auf den rechten Fußsteig. Der Autolenker verlor dabei die Herrschaft über den Wagen, fuhr quer über die Straße hinüber auf die linke Seite und rannte dort gegen ein entgegen­kommendes Fuhrwerk. Der Fuhrwerkslenker wurde leicht verletzt, sein Fahrzeug und das Auto wurden beschädigt.

I Großen-Linden, 27. Okt. In Großen- Linden soll ab 1. November 1936 eine Gendar - meriestation errichtet werden. Die hierher ver­setzten Beamten haben bereits Wohnungen gemie­tet. Der Station werden voraussichtlich folgende Orte zugeteilt werden: Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn-Steinberg und vielleicht Allendorf (Lahn). Wenn man bedenkt, daß bis jetzt bei einer so verkehrsreichen Straße zwischen Gießen und Butzbach keine Station ist, dann hat diese Errich­tung ihre Berechtigung. Bei Verkehrsunfällen in der Gemarkung Lang-Göns hat der Beamte jetzt zur Aufnahme 10 bis 12 Kilometer mit seinem Rad zurückzulegen.

* Lollar, 27. Okt. Gestern abend hielt in der GastwirtschaftZum Schwanen" Fräulein Schu­macher von der GauabteilungAusland und

Grenzland im Deutschen Frauenwerk" einen Vor­trag überDeutsche Kolonien". Die zahlreich erschie­nenen Zuhörer, Angehörige der Frauenschaft, sowie der Partei und ihrer Gliederungen folgten den Aus­führungen der Rednerin mit großem Interesse und spendeten ihr reichen Beifall. Die vom Jungvolk durchgeführte Brotsammlung hatte ein gutes Ergebnis. Nachdem am Freitagnachmittag vor der Schule die feierliche Eröffnung der Sammlung für das Gebiet des Stammes Burgund stattgefunden hatte, sah man allenthalben die Pimpfe mit großem Eifer am Werk. Im ganzen kamen im Bereich der hiesigen Ortsgruppe 409 Brote zusammen, davon entfallen auf die Gemeinde Ruttershausen 47.

_L Lollar, 28. Okt. Die Eheleute Ludwig K l i n - k e l XII., Lumdastraße, können am morgigen Don­nerstag, 29. Oktober, das Fest der silbernen Hochzeit begehen.

£ Lollar, 27. Okt. Am vergangenen Sonntag hielt die Freiwillige und Pflichtfeuer­wehr ihre Schlußübung ab. Um 8 Uhr war die Wehr angetreten. Der 1. Beigeordnete der Ge­meinde, Hermann Schwalm, verpflichtete 19 Wehrmänner, die den Eid noch nicht abgelegt hat­ten. Hierauf ernannte Hauptbrandmeister Schelm 6 Feuerwehranwärter, die ihre Probedienstzeit mit Erfolg abgelegt hatten, zu Feuerwehrmännern. Ein Fuß- und Geräteexerzieren schloß sich an. Nach der Hebung marschierte die Wehr unter Vorantritt des Musikzuges zum Gerätehaus. Hier wurden noch geschäftliche Angelegenheiten besprochen und das Winterprogramm bekanntgegeben. Hauptbrand­meister Schelm ernannte den von der Feuerwehr­fachschule zurückgekehrten Wehrmann Paul Wendt zum Oberfeuerwehrmann. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer fand die Schlußübung ihr Ende.

<3 Lollar, 27. Okt. Am Samstag fand hier in derBergschenke" die Monatsversammlung des Bezirks Lollar im NS. - Lehrerbund statt. Der Bezirksobmann, Lehrer E m m e I (Stau­fenberg), machte einleitend auf die große Be­deutung der Reichsautobahnen aufmerksam, von denen nunmehr der tausendste Kilometer fertigge­stellt ist. Er stellte die aufbauenden, gewaltigen Kulturleistungen in unserem Vaterland in Gegen­satz zu dem kulturvernichtenden Zerstörungswerk in Spanien. Anschließend tagte die Arbeitsge­meinschaftVolksschule" unter Leitung von Lehrer Eberle (Lollar). Dieser berichtete zu­nächst über eine Arbeitstagung der Bezirksarbeits­leiter in Gießen und legte dann zwei Entwürfe der neuen Bildungs- und Lehrpläne vor. Diese wurden einer allgemeinen Besprechung unterzogen. Hier­auf erstattete Lehrer Henkel (Daubringen) einen Bericht über seine Erfahrungen, die er bei der Durchführung einer Landschulwoche mit seiner Schule in diesem Sommer machte.

* Harbach, 27. Okt. Dieser Tage weilte Fräu­lein Lanz von der Bäuerlichen Werkschule Gießen in unserem Orte, um einige Aufklärung über zeit­gemäße Geflügelwirtschaft zu geben. Sie stattete verschiedenen bäuerlichen Betrieben einen Besuch ab und nahm dabei auch die Beringung von Jung­hennen vor. Gleichzeitig gab sie beherzigenswerte praktische Ratschläge. Sie sprach über die Notwen­digkeiten der Steigerung der Leistungen in der Hühnerzucht, über schlechte Legeleistungen, und bestehende Perbesserungsmöglichkeiten, über Stall­verhältnisse und den notwendigen Auslauf für die Hühner und schließlich über die Wirtschaftlichkeit

Der HungenerAllerheiligenmarkt

# Hungen, 27. Okt. Am 2. November findet in Hungen, getreu einer alten Ueberlieferung, der Allerheiligenmarkt" statt. Dieser Tag ist von jeher für die Bewohner des Städtchens, wie auch für die Landbevölkerung der Umgebung ein Ereignis. Vielfach ruht an diesem Tage die Arbeit, und an vielen Orten der benachbarten Gemeinden werden die Schulen geschlossen, um den Markt zu feiern. Vielerorts wird dieser Tag zum Anlaß desSpinn- stuben-Beginns" genommen. Es ist daher fein Wunder, daß an diesem Tage in dem Städtchen ein beängstigendes Getriebe herrscht. Schon früh­zeitig entwickelt sich das gewohnte Bild desAller­heiligenmarktes". Auf dem neuen Marktplatz findet der Rinder-, Schaf- und Ferkelmarkt statt. In der Hauptstraße des Städtchens zieht sich die lange Kette der Schaustände zu beiden Seiten der Straße von der unteren Hälfte der Unterstadt im bunten Wechsel bis zur Oberstadt hin. Auf dem alten Marktplatz haben gewöhnlich Karussell, Schieß­buden und sonstige der Polksbelustigung dienende Einrichtungen Aufftellung genommen. Auf den Straßen, an den Ständen, in den Geschäfts- und Wirtshäusern herrscht Hochbetrieb.

Unwillkürlich wirst sich die Frage auf:Was gibt eigentlich dem Markt einen so eigenartigen Reiz?" Ohne Frage ist es das hohe Alter, auf das dieser Markt zurückblicken kann! Vielerlei an bun­tem Markttreiben, an froher ausgelassener Markt­stimmung, aber auch an traurigen Pegebenheiten könnte er erzählen. Die Wirren des '30jährigen Krieges, des Siebenjährigen Krieges, die krieoe- rischen Ereignisse in der Zeit von 1794 bis 1813 und die Bewegungen in den Jahren 1830 und 1848, die nach den lleberlieferungen der Chronik das Städtchen stark in Mitleidenschaft gezogen haben

der verschiedenen Hühnerrassen. Des weiteren be­schäftigte sie sich mit Fragen der Fütterung, mit der Behandlung der Tiere während der Mauser, mit der Bekämpfung des Ungeziefers an Geflügel und mit dem Auftreten der Tuberkulose in den Hühnerbeständen. Ihre Ausführungen wurden dankbar aufgenommen.

Kreis Hriedberg.

)( Aus der We11erau, 27. Okt. Die Feld­arbeiten haben einen guten Fortgang genommen. Gegenwärtig werden die Dickwurzeln noch ringe» bracht. Da sie in diesem Jahre einen überaus guten Ertrag bringen, reichen die Kellerräume nicht aus. Sie müssen größtenteils im Felde eingemietet werden. Schon jetzt finden in den Dörfern, in denen größere Flächen Zuckerrüben angebaut werden, Ge- marfungsrunbgänge statt, bei welchen durch ©ad)» oerständige bereits die Feldteile ausgesucht werden, aus denen im kommenden Jahre die Zuckerrüben zum Anbau kommen sollen. Allgemein hört man Klagen über den weniger günstigen Ertrag der Kartoffelernte, und zwar handelt es sich um die Sorte Industrie. Da sie nach dem Jahre 1940 nicht mehr zum Anbau kommen soll, hat ihr der diesjährige ungünstige Sommer den Todesstoß ver­setzt. Die Herbstaussaaten sind bis auf die rest­liche Weizensaat beendet. Das Korn läuft bereits auf. Das starke Auftreten der Mäuse ist wieder zur Plage geworden. Auch hat die junge Saat unter dem Schneckenfraß sehr zu leiden.

)( Butzbach, 26. Okt. Von herrlichem Herbst­wetter begünstigt, unternahm gestern die hiesige Ortsgruppe des Vogelsberger Höhen- Clubs ihre Monatswanderung in den Krofdorfer Forst. Von dem Bahnhof Gießen aus führte die Wanderung zunächst auf den Gleiberg. Durch prächtig farbige Herbstwälder ging es weiter durch das Fohnbachtal nach dem Waldhaus und der Altenburg, lieber Odenhausen brachte die Bahn die Wanderer wieder nach Butzbach zurück. Die erste Bratsammlung, die durch das Jungvolk vor- genommen wurde, erbrachte das ansehnliche Er­gebnis van 574 Laiben. Der älteste Einwohner unserer Stadt, Friedrich Grauer, vollendete gestern sein 9 0. Lebensjahr. Er ist trotz seines hohen Alters noch recht rüstig und körperlich ge­sund. In seinem arbeitsreichen Leben betrieb er das Schmiedehandwerk und verband damit ein Wagenbaugeschäft. Die diesjährige Generalver­sammlung hielt der Alice-Frauenverein und das Rote Kreuz im Saale desDeut­schen Hauses" ab. Die Vorsitzende, Frau Patz, gab nach kurzen Begrüßungsworten einen lieber» blick über die Tätigkeit im verflossenen Jahre. Wieder war, neben der sozialen Fürsorge im Win­terhilfswerk und der NS.-Volkswohlfahrt, die Hauptarbeit die Ausbildung junger Mädchen zu Samariterinnen und Helferinnen des Roten Kreu­zes, ebenso Ausbau des Bereitschaftsdienstes. Gegen­wärtig zählt die Gemeinschaft 256 Mitglieder. Im kommenden Winter werden, wie im Vorjahre, neue ärztliche Ausbildungs- und Unterrichtskurfe abge­halten werden. Apotheker Matthäus erstattete, den Kassenbericht, der mit rund 1400 Mark in Ein­nahme und Ausgabe abschließt.

krels Alsfeld.

Alsfeld, 26. Okt. Die GauabteilungAus­land-Grenzland" im Deutschen Frauen» werk veranstaltete im Saale des Gasthauses Vaterland" dahier einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Es sprach Fräulein S ch u» macher von der genannten Organisation. Die Rednerin, die mehrere Jahre auf einer Farm in Deiitsch-Südwest-Afrika tätig war, gab zunächst einen Rückblick über die deutsche Kolonisationsarbeit vom Beginn der Kolonisationsarbeit des Deutschen Ritterordens im Osten an bis zum Kriegsbeginn 1914. Die Vortragende ging dann auf die Verhält­nisse in Deutsch-Südwest-Afrika ein. Dieses Land mache auch heute noch den Eindruck einer deutschen Kolonie. Die Kolonie brauche deutsche Frauen als Kulturträgerinnen und vor allem als deutsche Müt­ter. Eine große Anzahl guter Lichtbilder gab einen anschaulichen Begriff von dem Leben und der Wirtschaft in Deutsch-Südwest-Afrika. Die Orts» gruppenführerin der NS.-Frauenschaft dankte der Rednerin für ihren interessanten Vortrag. Der Abend wurde dann in üblicher Weise geschlossen.

# Ober-Ohmen, 26. Okt. Bei der Bro t- s a m m I u n g für das Winterhilfswerk wurden in unserem Dorfe insgesamt 97 Brote aufgebracht.

£ Groß-Felda, 26. Okt. Die hiesige Mol­kereigenossenschaft war genötigt, die B e - trieb sräumlichkeiten wesentlich zu er- weitern, da sie den neuzeitlichen Anforderungen nicht mehr entsprachen. Der Maschinenraum wird vergrößert, sowie die Maschinenanlage erneuert. Die Kesselanlage wird umgebaut. Das seitherige Mühlrad, das z. T. als Antriebskraft ausgenutzt wurde, wird durch eine moderne Turbinenanlage ersetzt. Zu diesem Zwecke wird der seicherige Mühl­graben in Röhren gefaßt und das natürliche Ge­fälle noch künstlich gesteigert. Die Räumlichkeiten für die Belegschaft fehlten fast ganz. Es sollen nun ein Bade- und Waschraum und neue Abortanlagen gebaut werden, außerdem noch ein Aufenthalts- und Umkleideraum für die Belegschaft. Der Dach­stuhl wird ausgebaut, es werden darin Wohnungen für die Gehilfen gewonnen. Da die Ablieferung der Milch aus 8 Dörfern z. T. mit zwei Fuhrwerken erfolgt und sich auf 2 Stunden zusammendrängt, ergab sich oft eine unliebsame Verzögerung. Aus diesem Grunde wird auch die Anfahrtsrampe we­sentlich erweitert, so daß die Ablieferung der Kan­nen beschleunigt erfolgen kann. Die Gesamtkosten dieses Umbaues sind auf ca. 30 000 RM. veran­schlagt. Die Arbeiten werden von Maurermeister B l ö s e r aus Kestrich ausgeführt. Nach dem Um­bau wird die hiesige Molkerei zu den modernsten unserer Provinz gehören. Täglich werden 10 000 Liter Milch geliefert, wovon ein Fünftel als Ma­germilch wieder an die Lieferanten zurückgeht. Die anderen vier Fünftel werden zu Butter verarbei­tet je nach Bedarf 5 bis 6 Zentner und zu Weichkäse. Das Jungvolk sammelte hier 31 Laib Brot und 8,04 RM. in bar für das Win­terhilfswerk. Der Arbeiter Johannes Dörr aus Kestrich, der bei der Reichsautobahn in der Nähe von Alsfeld beschäftigt ist, kam so unglücklich zu Fall, daß er mit einem Beinbruch in das Kreiskrankenhaus eingeliefert werden mußte.

sollen, sind sicher nicht ohne Einfluß auf diesen alten Markt geblieben.

Leider gibt die Chronik, so reichhaltig sie über diese Begebenheiten zu berichten weiß, über den genauen Zeitpunkt der Entstehung dieses Marktes keinen näheren Auftchluß. Es ist ohne Zweifel, daß der Zeitpunkt schon vor Einführung der Reforma­tion in Hungen zurückliegt. Das besagt schon sein Name! Und wenn auch der genaue Zeitpunkt des Einganges der Reformation in dem Städtchen eben­falls nicht festliegt, so weiß man doch, daß im Jahre 1564 also noch zu Lebzeiten Luthers sie bereits eingeführt war. Es ist nicht unwichtig hierbei zu erwähnen, daß Luther selbst auf feiner Rückreise vom Wormser Reichstag im Jahre 1521 durch Hungen gekommen sein soll. Vielleicht wurde diese Begebenheit zum Anlaß der Einführung der Reformation genommen?

Aber wie dem auch sei. Im weiteren Verfolg der Geschichte sehen wir, daß im Jahre 1361 die Gräfin Agnes von Karl IV. die Ermächtigung er­hält, das Dorf Hungen zu einer befestigten Stadt zu machen, mit Mauern, Gräben, Türmen und Toren zu versehen und daselbst einen Wochenmarkt einzurichten.

Im Jahre 1494 erhält Graf Otto zu Hungen von Kaiser Max l. das Marktprivilegium. All diese fest­liegenden Geschehnisse geben Grund zu der An­nahme, daß im 14. bzw. 15. Jahrhundert die Ge­burtsstunde desAllerheiligenmarktes" zu suchen ist. Sei es nun, wie es sei, das hohe Alter und die allgemeine Peliebtheit, deren sich-der Markt in zunehmend steigendem Maße in den letzten Jahren erfreuen konnte, geben glaubhafte Annahme, daß er auch fernerhin nichts von seinem Glanz und seiner Bedeutung verlieren wird.

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