Nachdruck oerboten!
35 Fortsetzung.
Junge!"
(Fortsetzung folgt.)
wird Karl
Kameradschaft überwindet jede Not! Opfert am 31. Oktober und 1. November! SA.» SS. und NSKK. sammeln für das WHW.
losigke-it, die Wiederaufrichtung der Wehrhoheit, den Aufbau der Wehrmacht, sprach kurz über einige Aktionen der Außenpolitik der Reichsregierung und über die Rohstoffversorgung. Er forderte zur Opferbereitschaft auf und charakterisierte die Menschen, die im Opfer für das Vaterland stehen und ihre Pflicht tun. Er schilderte den Arbeiter als einen Kämpfer für Deutschland, der mit geringem Lohn zufrieden sei, weil er wisse, daß in das Ausland billig geliefert werden müsse; er kennzeichnete den NSV.-Mann als einen Kämpfer, der von Tür zu Tür gehe, nicht für sich, sondern für sein Volk,
„Man soll doch jede Gelegenheit bei den Hörnern packen, meine Herren, und dies scheint mir hier eine für alle. Sie kommen heute doch noch sehr bequem mit Ihrem Wunderwagen nach Nürnberg. Also los!"
„Außerdem kommen wir wieder", redet Gun- termann zu. „Vierzehn Tage Winterluft, meinetwegen auch Skisport, haben wir uns alle verdient. Ihr seid meine Gäste, Jungens."
Die „Jungens" starren ihren Mäzen sprachlos an — Wintersport, vierzehn Tage und eingeladen — Leonhardt faßt sich zuerst.
„Hierher nach Greiding?"
„Meinetwegen auch!", sagt Guntermann mit Rücksicht auf den Vorsteher dieser für ihn unmöglichen Gemeinde. Aber da geschieht wieder etwas Neues. „Wenn die Verhandlungen zu einem guten Ende führen, was ich annehme, werden wir uns wohl alle ein Stelldichein in Unterwaching geben. Dort befindet sich ja die Versuchsstation des Nürnberger Werks. Da haben Sie reichlich Gelegenheit zum Sport und obendrein wird unsere Versuchsbahn auch Anziehungskraft genug haben, sie nimmt es mit der Autostraße hinter Buchwald durchaus auf," sagt Dr. Mittelstädt verbindlich.
„Auf nach Unterwaching!", trompetete Guntermann. Hanna ist neben Leonhardt im Wolde getreten. Sie berührt seinen Arm.
„Fahren Sie los, es geht um eine ganz große. Zukunft, im Wolde."
Ganz unbewußt hat sie eine Grenze überschritten, es ist mehr als eine Geste, daß sie ganz einfach „im Wolde" sagt, es ist ein kameradschaftlicher Sinn, den der Sturmführer sofort spürt, und der ihn sehr beglückt. Er greift nach seiner Mütze.
„Ja, fahren wir."
„Gute Fahrt und viel Erfolg!", wünscht das Mädchen allen und sieht dann dem schwarzroten Wagen nach, bis er hinter einer Straßenbiegung verschwindet. —
Die vier Männer haben auf dieser Fahrt sehr oft die gleichen Gedanken, aber sie sprechen nicht davon. Guntermann rechnet, im Wolde und Herdegen konstruieren wieder, und Dr. Mittelstädt sieht die neue Serie Autobahnwagen vor sich auffahren.
17. K a p i t e l.
Unterwaching. Mittagspause in der Versuchsstation. Wohltätige Ruhe nach allerlei Geheul und Geknatter. Die beiden Freunde und Guntermann sitzen auf einer Bank in der Sonne, vor ihnen steht der Wagen. Sehr gesprächig sind sie nicht. Aber endlich fängt Herdegen an:
„Da sitzen wir nun wie die verregneten Hühner und hätten doch allerhand Grund, Lobgesänge, Freudengeheule und Veitstänze aufzuführen.
Du bist nach unseren bescheidenen SA.-Begrif° fen ein reicher Mann geworden und dank deiner Berliner Beredtsamkeit ich auch „—"
„Hast du vielleicht gedacht, ich hätte mich hier ohne dich anstellen lassen, Ludwig?", sagt im Wolde fast müde. Müde und abgespannt ist auch sein Gesicht. „Ich bin wie ausgepumpt — ich muß erst zur Besinnung kommen.
Er stützt den Kopf in beide Hände und schließt die Augen, Herdegen lehnt sich gegen die Bretterwand des Schuppens, er versteht den Kameraden, es geht ihm ähnlich. Nur Guntermann pafft vergnügt kleine blaue Kringel in die noch blauere Luft. Ihm war in seinem ganzen Leben noch nie so wohl zumute. Jetzt sitzt er seit Tagen in Unterwaching, läßt Berliner Geschäft Geschäft sein und verläßt' sich auf seinen Prokuristen. Mehr als ein Jahrzehnt hat er stramm gearbeitet, viel Abwechslung hat er sich nicht gegönnt, aber dies hier ist eine und eine sehr gründliche.
„Ihr seid komische Käuze! Ich genieße euren Ruhm ja mehr als ihr!"
„Wissen Sie, was ich Ihnen gegenüber habe, Herr Guntermann? Ein schlechtes Gewissen."
hunger Mann, ich verstehe hochdeutsch sonst ganz gut — aber dem Dialekt kann ich nicht ganz folgen," lacht er behaglich.
,',Mir ist nicht zum Lachen. Erst komme ich zu Ihnen und pumpe Sie an, ohne Ihre Hilfe wäre das Ganze ja überhaupt nicht möglich gewesen — und jetzt weiß ich nicht, wie ich Ihnen das vergelten soll. Ich möchte Ihnen so gern eine Beteilü gung anbitten, ich weiß nur nicht wie. Abgekaust haben sie uns die Konstruktion nicht —
„Aber Euch Stellungen gegeben — Junge,
öffnet.
Ortsgruppen-Propagandaleiter Baß hieß die Teilnehmer der Kundgebung willkommen. Er erinnerte daran, daß die Winterszeit im besonderen Kampfzeit sei, weil es gelte, den । weniger bemittelten Volksgenossen zu helfen. Es gelte aber auch, weiter zu ringen um die Seele des deutschen Menschen und ihn weltanschaulich glelch- und auszurichten. Jedermann solle dahin geführt werden, daß es ihm möglich sei, die Maßnahmen des Führers für das deutsche Volk in jeder Hin- sich zu verstehen. Der Redner des Abends,
der Kreisobmann der OAI., Eisentraud, Frankfurt, stellte seinen Ausführungen ein Wort des Führers vom Reichsparteitag der Ehre („Man kann den Nationalsozialismus lieben oder hassen, aber man kann ihn nicht beseitigen") voraus. Der Redner erinnerte zunächst an jene Zeit, da Deutschland in Genf vertreten war und dabei eindeutig immer wieder erfahren mußte, daß
ein Volk in der Welt nur soviel Recht hat, als es verteidigen kann und mit seiner Kraft zu verteidigen bereit ist.
Daß ein neues Deutschland habe entstehen können, habe nicht an der Masse des Volkes gelegen, sondern einzig daran, daß der Führer inmitten eines Ehaos ein neues Banner aufrichtete. Das Dritte Reich sei schwer erkämpft worden. Die treue Gefolgschaft des Führers habe immer rückhaltlos an den Führer geglaubt und gewußt, daß seine Handlungsweise dem deutschen Volke wieder zu neuer Kraft verhelfen werde.
heute sei es soweit, daß jeder sich in die Gemeinschaft des ganzen Volkes einreihen müsse und daß sich, mit geringen Ausnahmen, jeder gerne einfüge in diese Schicksalsgemeinschaft.
Es komme nicht mehr darauf an, was der einzelne wolle und was zu feinem Nutzen sei. Der einzelne könne nicht sagen, daß die Politik ihn nichts angehe, wenn nur er seine Arbeit habe, er dabei aber nicht bedenke, daß er nur auf Grund der Politik des Führers Arbeit habe.
In seinen weiteren Ausführungen gab der Redner einen Ueberblick über die vielseitige Aufbauarbeit im Dritten Reich, die seit der Uebernahrne [ der Macht durch den Nationalsozialismus geleistet wurde. Er schilderte die Bekämpfung der Arbeits-
Don der Pressestelle der Universität Gießen uns mitgeteilt: Der Dozent Dr.-Jng. habil. Gallwitz ist beauftragt worden, neben seiner Lehrtätigkeit in Göttingen auch an der Universität Gießen das Lehrgebiet Werkstoffe und Landmaschinen in Vorlesungen und Uebungen zu vertreten.
Sie Sammlung der SAF. für das WHW.
Das Gesamtergebnis der Sammelaktion der Deutschen Arbeitsfront im Gaugebiet Hessen-Nassau betrug 236 773,42 Mark.
Im Kreis Wetterau brachte die Sammlung einen Betrag von 14 607,79 Mark ein, im Kreis Wetzlar 25 509,47 Mark.
*
** Aenderung der Fernsprechordnung. Bei der Berechnung der Fernsprechgebühren werden z. Z. nach den Bestimmungen der Fernsprechordnung Bruchpfennige so gerundet, daß ein halber Pfennig und mehr als ein voller Pfennig angerechnet, Bruchteile unter einem halben Pfennig aber unberücksichtigt gelassen werden. Nach einer im Amtsblatt des Reichspostministeriums bekanntgegebenen Verordnung des Reichspostministers wird vom 1. Januar 1937 an die Berechnung der Fern g e s p r ä ch s gebühren aus technischen Gründen dahin geändert, daß sich ergebende Pfennigbeträge von 5 Pf. und mehr auf volle 10 Pf. nach oben gerundet, Pfennigbeträge unter 5 Pf. unberücksichtigt bleiben. Bei den übrigen Fernsprechgebühren wird jeder einzelne Gebührenbetrag wie bisher gerundet.
In Nürnberg werden Sie erwartet. Keiner der maßgebenden Herren hat das Werk verlassen. Sie sind skeptisch, es haben m der letzten Zeit so manche „Erfinder" vorgesprochen, man verläßt sich lieber auf seine eigenen Konstrukteure und auf das, was man mit eigenen Augen sieht. Pläne auf dem Papier sind noch keine fertigen Wagen. Aber diesmal scheint es anders zu sein.
Feierstunde am 1. November.
Die NS.-G. „Kraft durch Freude" veranstaltet in Verbindung mit dem Landschaftsbund „Volkstum und Heimat" am kommenden Sonntag, 1. N o - v e m b e r, im Gloria-Filmpalast in Gießen eine Feierstunde
„Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert"
unter Mitwirkung von Angehörigen der Gliederungen der Partei und der Wehrmacht. Die musikalische Umrahmung erfolgt durch das neue elektro- akustische Instrument hellertion.
Einlaß ab 9.30 Uhr, Beginn der Veranstaltung pünktlich 10.15 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt einheitlich —.30 RM. Kartenvorverkauf: Kreisdienststelle, Schanzenstrahe 18, Musikhaus Lhallier, Schokoladehaus huntewann. Gliederungen der Partei, Vetriebswarte, Kasse des Gloria-Palastes.
Die Bevölkerung ist herzlichst eingeladen.
Don der Universität.
Revolution im Kleiderschrank
Einsatz von Militär, Arbeitsdienst und ASS.
Zeder im Dienste der Volksgemeinschast
Versammlung der Ortsgruppe Gießen-Ost der NSDAP.
und er schilderte die Frau und Mutter als eine Kämpferin, die ihre Kinder mit dem knappen Verdienst des Mannes zu ernähren und zu kleiden wisse und dabei noch ihren Kindern ein fröhliches Lied lerne. v
Der Redner sprach ferner über den Begriff der Gemeinschaft in Deutschland und bei anderen Völkern und betonte, daß es
eine wahrhafte „Volksfront" nur in unserem Vaterlande gebe, weil in Deutschland jeder Volksgenosse wisse, daß er seine Pflicht für die
Gesamtheit des Volkes tun müsse.
Der deutsche Mensch habe sich beispielhaft für andere Völker — zur Volksgemeinschaft gefunden, und dieser Volksgemeinschaft sei nun auch em starkes Schwert in die Hand gegeben, mit dem das Lebensrecht des Volkes verteidigt werden könne.
Wir wären aber kein neues Volk, wenn uns nicht Adolf Hitler gegeben worden wäre. Er fei zum Mittelpunkt alles deutschen Lebens innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen geworden. Die Welt beneide Deutschland um seinen Führer und sie be- neide den Führer um das Vertrauen, das ihm das ganze Volk schenke. Deshalb müsse auch jeder Volksgenosse arbeiten, nicht allein um des Verdienstes willen, und jeder solle Opfer bringen, ohne zu fragen: „Was habe ich davon?"
Jeder müsse für die Volksgemeinschaft arbeiten und opfern! Jeder müsse das Bewußtsein eigener Kraft in sich tragen, müsse fähig sein, zu leben, zu arbeiten, zu kämpfen und zu sterben für Volk und Vaterland.
So, daß der Führer Adolf Hitler auf das ganze Volk und auf jeden einzelnen Volksgenossen stolz sein könne. (Lebhafter Beifall.)
Mit dem Gruß an den Führer, dem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lied und dem Ausbringen der Fahnen fand der Abend seinen Abschluß.
Große Strafkammer Gießen.
Die gestrige Sitzung der Großen Strafkammer fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, da es sich in sämtlichen verhandelten Strafsachen um Sittlichkeitsdelikte handelte.
Der 60jährige Wilhelm Dort aus Höchst an der Nidder wurde, da er im Sommer 1934 an einem Mädchen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen hatte, zu einer G e f a ngnis- strafe von 8 Monaten und zur Kostentragung verurteilt. ,
Wegen des gleichen Deliktes in zwei Fallen hatte sich der 34jährige Gg. H e r g e t aus Höchst a. d. N. zu verantworten. Das Urteil gegen ihn lautete, da er bereits einschlägig vorbestraft ist, auf eine Zuchthaus st rafe von 1 Jahr 6 Monate n. 6 Wochen der Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet.
Zu einer Gefängnisstrafe von 9 M o - naten unter Anrechnung von 3 Monaten der Untersuchungshaft wurde der in Echzell wohnhafte Karl Wolf verurteilt. Der Angeklagte hatte in angetrunkenem Zustande bei Ober-Widdersheim versucht, ein Mädchen zu vergewaltigen. Dem Angeklagten wurden die Schutzbestimmungen des § 51 Abs.2 StGB, zugebilligt.
Der Otto Nickel aus Hungen hatte an einem Mädchen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen. Er wurde zu einer Gefängnis- strafe von 1 Jahr verurteilt und sofort m Haft genommen.
Dem Gg. B. aus Rockenberg war zur Last gelegt, sich an Mädchen unter 14 Jahren unzüchtig vergangen zu haben. Die Hauptverhandlung konnte jedoch eine Schuld des Angeklagten nicht erbringen, er wurde deshalb von Strafe und Kosten frei- gesprochen.
Gegen den geistesschwachen H. I. von Dorf-Gill wurde die Unterbringung in die Heil- und Pflegeanstalt in Gießen angeordnet. Der Angeklagte, der für seine Taten nicht verantwortlich gemacht werden Fann, hatte Kinder zu unzüchtigen Handlungen veranlaßt.
Amtsgericht Gießen.
In den letzten Tagen und Nächten brausen Herbststürme um unsere Häuser, suchen und finden offene Türen und Fenster und dringen em — bis in die tiefsten Ecken und Winkel unserer Kleider- schränke, Kommoden und Truhen. Der frische Lustzug hat hier revolutionäre Wirkung. Alte Kleider, Unterzeug, Wäsche, Strümpfe, die fast dem Kampfergeruch der Mottenkugeln erlegen sind, besinnen sich wieder auf ihren Daseinszweck und rufen nach Verwendung.
Sie wollen getragen sein!
Muß die Großmutter Großvaters Anzug und Mantel denn aufheben bis... na, ja, bis der gewünschte und ersehnte Enkel sie tragen konnte? Oder müssen Fritzchens Kinderkleider, über die er selbst nur noch lächelt, in der Truhe schlummern für seine späteren Kinder?
Die großen Schürzen hat die junge Frau schon geerbt, sie trägt sie nicht mehr, versteckt schlummern sie, wie alles andere, im Schrank.... Man kann ja nie wissen, wie man es einmal verwenden kann! .
Halt, da haben wir's! Dieser Verwendungszweck
zen Krachledernen und Wanderstock inmitten seiner Butzbacher VHCer zu marschieren und dabei als eifriger Mitspieler m dem Mundharmonika-Chor wacker ine Marschweisen zu blasen. Wir erinnern uns heute noch, mit welcher großen Liebe und Begeisterung Prof. Werner damals von allen DHCern begrüßt wurde und wie stark die Wertschätzung sich kundtat, die er und sein Wirken bei allen Heimatfreunden damals schon genossen und bis auf den heutigen Tag empfangen.
Als er vor einigen Jahren feinen Wohnsitz nach Darmstadt verlegte, wurden ihm in Oberhessen, besonders in seinem letzten Wohnort Butzbach, außerordentliche Ehrungen bereitet, u. a. wurde er zum Ehrenbürger von Butzbach, Grünberg und Schotten ernannt, während die Stadt Gießen ihn dadurch ehrte, daß durch Beschluß des Stadtrats im Jahre 1933 die damalige Nordanlage umbenannt wurde in „Wernerwall". Bei Schotten wurde ihm zu Ehren" eine Werner-Eiche geweiht. Daß er als Reichswanderführer der deutschen Wandersache mit aller Liebe zur deutschen Heimat dient, ist bekannt.
Wie er allezeit der oberhessischen Heimat Getreuester war, so fühlen sich auch die Oberhessen in heimatlicher Verbundenheit mit ihm eins in dem Bewußtsein, in der Liebe zur engeren Heimat und dem oberhessischen Volkstum einen Teil d e r großen Mission zu erfüllen, die beim Aufbau des neuen Reiches in kultureller Hinsicht von großer Wichtigkeit ist. In dieser Verbundenheit gelten dem Jubilar zu feinem 60. Geburtstage besonders auch die Grüße der oberhessischen Heimat.
„Da haben sie mich nun glücklich erwischt!", seufzt Leonhardt. Hoch geehrt fühlt sich der Bauer, der auch diese Wagenladung hereinkomplimentiert. Derlei soll man sich im Interesse der Gemeinde nicht entgehen lassen, es gibt auch manchmal wieder Gesprächsstoff in der „Sonne".
„Jetzt entschuldige ich alles," sagt Michelstädt und macht die korrekteste Verbeugung vor Hanna Brandes. „Wir waren nicht schlecht erschrocken, als der Vogel schon beim Morgengrauen ausgeflogen war."
„Mit dir habe ich noch ein Hühnchen zu rupfen, du alte Rabauke!", kann es sich Herdegen nicht verkneifen, aber dann macht er auch wieder ein freundliches Gesicht. Er hatte heute früh das Mädchen Hanna zum Teufel gewünscht, aber Guntermann war viel ruhiger geblieben. „Wenn Herr Dr. Mittelstädt Zeit und Lust hätt', lädt er uns in seinen schönen Wagen und fährt uns hinterher!" Und ob Herr Dr. Mittelstädt Lust hatte! Nur wenig Zeit hat er, und es liegt ihm sehr viel daran, den schwarzroten Wagen mit den drei Herren noch auf schnellstem Wege nach Nürnberg zu bringen. Er ist der nicht ganz unrichtigen Meinung, daß ihm dieses recht gut aussehende Fräulein aus Berlin die beste Schützenhilfe leisten kann. Er tut dem Enzian des Sternbauern noch einmal die Ehre an und sagt dann:
„Herr im Wolde will durchaus fein Glück mit Füßen treten, er entwischt mir, wo er kann, dabei soll er doch nur schleunigst nach Nürnberg."
Hannas Blicke gehen zu Leonhardt hinüber. Sie sieht die Falte zwischen seinen Augen und hat wieder einmal Grund zur Verwunderung. Begreift der Junge seine Chance nicht? Aber das ist doch kaum möglich!
Wegen Uebertretung und Vergehen des Gesetzes über den Aufbau des Deutschen Handwerks erhielt der H. Sch. aus Oppenrod einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen über 20 Mk. und 20 Mk., zusammen 40 Mark Geldstrafe. Gegen diesen Strafbefehl hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß der Angeklagte fortgesetzt in Oppenrod das Wagner-Gewerbe betreibt, ohne in die Handwerksrolle eingetragen zu fein und ohne das Gewerbe bei der Bürgermeisterei angemeldet zu haben. Da er leugnete, erhöhte das Gericht die im Strafbefehl ausgesprochenen Strafen auf das Doppelte und verurteilte den Angeklagten zu vierzig und vierzig Mark, hilfsweise 8 und 8 Tage Haft.
Der O. Ph. aus Ober-Ohmen wurde durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen zu einer Geldstrafe von 25 Mark, Hilfsweise 5 Tage Haft, verurteilt, weil er am 30. Juni 1936 mit seinem Personenkraftwagen durch die Ludwigstraße mit zu hoher Geschwindigkeit über die Kreuzung Wil- Helmstraße fuhr und hierdurch einen anderen Wegbenutzer gefährdete. In der auf seinen Einspruch hin gestern stattgefundenen Hauptverhandlung nahm der Angeklagte während der Beweisaufnahme feinen Einspruch zurück, so daß es bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Geldstrafe verblieb.
Wie die auf Einspruch des Angeklagten gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen gestern stattgefundene Hauptverhandlung einwandfrei ergeben hat, ist der K. R. aus Lang-Göns auf der Landstraße Lang-Göns—Kirchgöns am 15. Mai 1936 auf dem Bankett gefahren. Der Angeklagte wurde zu drei Mark Geldstrafe, evtl, em Tag Haft, sowie zur Kostentragung verurteilt. Im Strafbefehl war die gleiche Geldstrafe ausgespro- chen gewesen.
Schwere Sturmböen über Oberhessen und den Maingau.
LPD. Frankfurt a. M„ 27. Oft. Der Maingau, Oberhessen und der Taunus lagen, wie ganz Nord- und Nordwestdeutschland, am Dienstag im Bereich der schweren Ausläu- ferböen, die in Sturmwirbeln von Süd-
ift da. Den revolutionierenden, zurückgesetzten, vergessenen Kleidungsstücken kann geholfen werden.
Am kommenden Donnerstag und Frei- t a g bläst an allen Ecken und Winkeln unserer Stadt wieder der Hornist in sein Horn. Die Militärwagen sind dabei. Einsatzbereite Arbeitsbiensi- männer und unermüdliche NSV.-Walter begleiten sie.
Sie sammeln Kleider und Wäsche für das
Deutsche Hausfrau! Wir wissen, alles habt ihr letztes und vorletztes Jahr doch noch nicht gegeben und etwas ist neuerdings hinzugekommen. Rem- diert nochmals die Kisten und Kasten und gebt für unsere ärmsten Brüder und Schwestern auch dieses Jahr. Packt wieder alles zusammen und händigt es den Sammlern aus. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, daß wir keine Lumpensammler sind. Dankbar sind wir den Spendern außerdem, wenn sie ihre Kleidungspakete beim Ertönen des Horn- signals möglichst aus ihren Wohnungen schon auf die Straße heruntertragen, damit die Sammler in der zur Verfügung gestellten Zeit auch fertig werden.
Was da vor ihnen steht, ist ein Wagen, der nicht nur ein neuartiges Aussehen, sondern eben einen zweiten Platz in einer schwierigen Bergprüsungssahrt belegt hat. Das ist immerhin schon etwas. Und der Chefkonstrukteur Mittelstädt wird wissen, was an dem Wagen noch bemerkenswert ist, sonst hätte er sich sein Telegramm ja sparen können. Man stellt sich vor, und im Wolde wird gebeten, seinen Wagen in die Montagehalle zu fahren. Dort gibt Mittelstädt einen kurzen Bericht und fordert bann im Wolde auf, seine Konstruktion zu erklären. Was er vor Monaten Guntermann nur theoretisch begreiflich machen konnte, kann er nun praktisch durch den Erfolg erhärten. Die Herren folgen ihm, ohne zu unterbrechen. „Was Sie hier sehen, ist eine glückliche Kombination zweier grundverschiedener Gedanken," fährt im Wolde fort. „Der Probe - wagen hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.' Mein Kamerad Herdegen hat meine Konstruktion, die in der Hauptsache auf einem richtig entwickelten Fahrgestell beruht, glücklich ergänzt. Seine ärobynamisch berechnete und im Wmd- ftrömungsfanal ausprobierte Stromlinienkarosserie war für die Formgebung des ganzen Fahrzeuges ausschlaggebend. Wir beweisen mit diesem Wagen die Richtigkeit unserer Theorie, daß nur durch den Ausgleich' bisher vorhandener Konstruktionsgegensätze die Höchstleistung eines Fahrzeuges erzielt werden kann."
Nun erst interessieren sich die Herren des Werkes für das Innere des Wagens selbst, sie tun es mit absoluter Gründlichkeit. Sie fragen Herdegen und im Wolde die Seele aus dem Leib, bereitwillig geben sie Auskunft. Stundenlang fliegen die Begriffe Heckmotor und Frontantrieb, Anzugs- und Beschleunigungsmoment, Uebergetriebe und Autobahn hin und her. Die Nacht versickert, aber immer wieder bringen Stimmen aus ber großen Montagehalle, unb immer wieder heult ein Motor auf.
Bei guter Beteiligung hielt gestern abend die Ortsgruppe G i e ß e n - O st der NSDAP, im Cafe Leib eine Versammlung ab, zu ber neben zahlreichen Volksgenossen auch ber Ardeitsbienst, Hitlerjugenb unb BDM. erschienen waren.
Mit bem Einbringen ber Ortsgruppenfahne unb der Fahne ber HI. würbe bie Versammlung er-
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Vornan von Ilse Schuster.
Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68
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