„Freude und Gemeinschaft." Das Winterprogramm des Deutschen Rundfunks.
Verbänden einberufen worden war. Mehr als 10 000 Personen waren erschienen. Unter den Ehrengästen befand sich ein Vertreter des Erzbischofs von Paris, der Bischof von Avignon, General de Castelnau, sowie zahlreiche Senatoren und Abgeordnete. Der Abgeordnete Fernand-Laurent sprach von den furchtbaren Folgen, die die bolschewistische Lehre in Sowjetrußland und Spanien und leider zum Teil auch in Frankreich gezeitigt habe und schloß unter dem stürmischen Beifall der Versammlung mit den Worten: „Der Kommunismus ist keine Lehrmeinung, er ist ein Verbrechen, das man außerhalb des Gesetzes stellen muß!"
Japan und China.
Werden die Berständigungsversuche fortgeführt?
Tokio, 27.DEL (Ostasiendienst des DNB.) Der japanische Generalkonsul in Schanghai, Suma, der nach den erfolglosen Verhandlungen zwischen dem japanischen Botschafter in Nanking und Tschiangkaischek zur Berichterstattung nach Tokio entsendet worden war, trat die Rückreise nach Schanghai an. Es verlautet, daß das Außenamt im Einvernehmen mit dem Marine- und dem cheeresministerium beschlossen hat, die durch den Botschafter Kawagoe in Nanking überreichten Vorschläge und Forderungen Japans uneingeschränkt aufrechtzuerhalten. Das bedeutet also, daß Japan auf der sofortigen Behandlung seiner Forderungen hinsichtlich Nordchinas besteht. Die Nankinger Regierung ließ in Tokio erklären, daß zunächst einmal die V oraussetzun- g e n für eine Besserung der Beziehungen zwischen Japan und China geschaffen werden müßten. Erst dann könne man weitere Fragen, darunter das nordchinesische Problem, erörtern. Aber auch Japan müsse zuerst dazu beitragen, daß die allgemeine Volks st immung in China gegenüber den Japanern freundlicher werde. Man hofft noch immer, daß durch ein beiderseitiges Entgegenkommen die Verhandlungen fortgeführt werden können. Die Presse läßt durchblicken, daß Japan unabhängig von Nanking die nordchinesische Frage lösen werde, falls Tschiangkaischek auch weiterhin eine von Tokio vorgeschlagene Verständigung a b l e h n e n sollte.
Englisch-japanische Reibungen.
London, 27. Oktober. (DNB.) Die Londoner Abendpresse beschäftigt sich lebhaft mit der Verlautbarung, der Oberbefehlshaber der britischen Flotte in China habe seinen in Aussicht genommenen Besuch in Yokohama und Tokio „aus Gründen, die zur Zeit untersucht werden", verschoben. Ein Teil der Blätter vermutet, der Grund für den Aufschub des Besuches sei darin zu suchen, daß englische Matrosen von den Japanern verhaftet worden seien. Sie sollen von dem britischen Unterseeboot-Mutterschiff „Medway" aus die befestigte Zone des Aasens Keelung auf Formosa photographiert haben. Das Unterseeboot-Mutterschiff liegt zur Zeit im Hafen von Hongkong. „Evening News" berichtet dagegen, englische Mattosen seien im Hafen von Keelung von japanischer Polizei bei einem Streit über die Bezahlung des Fahrgeldes für eine Kraftdroschke mißhandelt worden. Die englische Regierung habe in Tokio scharfe Borstel- langen erhoben. Da bis jetzt eine befriedigende Antwort von japanischer Seite noch nicht eingegangen sei, wollten das Auswärtige Amt und die Admiralität das Ergebnis des englischen Schrittes abwarten. Aus diesem Grunde habe der britische Flottenchef in China seinen Besuch verschoben. *
Gauleiter Dohle in Rom.
Rom, 27. Okt. (DNB.) Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, traf in Rom ein, wo er den Besuch der Abordnung der Faschistischen Partei auf dem letzten Reichsparteitag erwidert und an der Jahresfeier des Marsches auf Rom teilnimmt. Gauleiter Bohle wurde auf dem Bahnhof vom Generaldirektor des Fascio der Auslandsitaliener, Gesandten P a r i n i, herzlich begrüßt. Außerdem waren erschienen Botschafter von H a s s e l l, ferner in Uniform Kreisleiter Kirn und Ortsgruppenleiter von Langen. Gauleiter Bohle schritt die Front der Ehrenabteilung der faschistischen Kampfverbände ab, die die deutschen Gäste mit lebhaften Sympathiekundgebungen begrüßten.
Oie Berlin-Suhler Fahrzeugwerke derWilh -Gustloff-Gtiftung übergeben.
Suhl, 27. Oktober. (DNB.) In Suhl übergab Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel die Berlin- Suhler Fahrzeugwerke Suhl-Weimar der W i l h e l m - G u st l o f f - S t i f t u n g als der ersten Stiftung, in der alle weltanschaulichen nationalsozialistischen Forderungen des vom Führer am 24. Februar 1920 verkündeten Parteiprogramms verwirklicht werden sollen. Ehrenamtlicher Führer der Stiftung ist Gauleiter Sa u ck e l. Er erklärte, neben der Förderung des Wohles der Gefolgschaft sei die Erfüllung des Leistungs - und Qualitätsprinzips die erste Aufgabe der Stiftung. Sie solle darüber hinaus teilnehmen an der Lösung allgemeiner Aufgaben auf wirtschaftlichem, technischem, sozialem und kulturellem Gebiet.
Kunst und Wissenschaft.
Ehrengabe des deutschen Schrifttums für Reichsminister Or. Goebbels.
Bei der Eröffnung der im Deutschen Nationaltheater zu Weimar gezeigten Jahresschau des deutschen Schrifttums wurde Reichsminister Dr. Goebbels durch den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st, und den Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung, Ministerialrat Dr. W i s m a n n, ein Buch über- reicht, da« handgeschriebene Beiträge von 67 deutschen Dichtern enthält. Jeder dieser Beiträge soll ein Ausdruck des Dankes des deutschen Schrifttums an den Treuhänder der deutschen Kultur sein. Das Buch wurde auf Anregung der Reichsarbeitsgemeinschaft unter Mitarbeit von Dr. Rudolf E r ck m a n n, M. A. Reinhart, Alfons Brügger und Gg. von Kommerstädt zusammengestellt. Den von Professor Dorsner (Weimar) entworfenen und ausgeführten Einband stiftete die Stadt Weimar. Zum ersten Male sind die lebenden Dichter unseres Volkes auf diese Weise in einem Band zusammengefaßt, denn es finden sich in ihm alle Namen von Rang. Auch ein zu früh Vollendeter ist unter ihnen: von Heinrich L e r s ch ist das Manuskript eines Gedichtes aus seinem Nachlaß beigegeben. Wohl selten
München, 27. Okt. (DNB.) Reichssendeleiter Hadamoosky verkündete im Auftrag von Reichsminister Dr. Goebbels im großen Senderaum des Reichssenders München das Winterprogramm des deutschen Rundfunks. Er bezeichnete als die Leitidee der kommenden Arbeit „Freude zu schaffen — und die Gemeinschaft zu festigen". Deshalb heißt das neue Programm „Freude und Gemeinschaft". Der Rundfunk richtet seine Sendezeiten und seine Programme nach den Bedürfnissen der schaffenden Deutschen. Die Deutsche Arbeitsfront sorgt durch großzügige Maßnahmen in den Betrieben, durch einheitliche Regelung der Werkpausen, durch eine intensive Propaganda unter der deutschen Arbeiterschaft und Burd) ihre Feierabendgestaltung für die denkbar größte Aufnahmebereitschaft unseres Volkes.
Das Programm enthält in dem Abschnitt „D i e Partei h a t das Wort" die großen politischen Uebertragungen des Winterhalbjahres, so daß zum erstenmal ein Kalender der großen nationalen Feiern, soweit sie über den Rundfunk gehen, vorliegt. Unter dem Motto „Freude im Betrieb und zu Hause" erfolgen die Sendungen für die Werkpausen der deutschen Arbeiter. Millionen Schaffende, die Tag für Tag schwere Arbeit für Volk und Führer leisten, sollen in den Werkpausen Erholung, Entspannung, Freude und dadurch Kraft finden. Die Werkpausenkonzerte finden statt: Von 6 bis 8 Uhr morgens, von 8.30 bis 9.30 Uhr morgens, von 12 bis 13 Uhr mittags. Durch entsprechende Verlegung der Betriebspausen in diese Zeiten soll der deutsche Betriebsführer helfen, die Parole „Freude im Betrieb — durch Rundfunk!" zu verwirklichen. Feierabendstunden 'wird der Rundfunk mit seinen Arbeitskameraden abhalten und neben der fröhlichen Werk- und Tanzpause große Meister der Musik interpretiert vom ersten deutschen Dirigenten und Solisten, mitten zwischen Maschinen und Drehbänken zum völkischen Erlebnis machen. Die Dirigenten Kraus, Abendroth, Böhm, Pfitzner, Weißbach und Solisten wie Marcel Witttich, Erna Sack, Helge Roswaenae u. a. stehen im Dienst dieser wahrhaft sozialen Aufgabe.
Alle Sender bringen Berichte über die Aufgaben unseres Bauerntums, Wetternachrichten, Saat- und Ernteratschläge, Marktberichte usw. Die Reichssender Breslau und Königsberg und der Deutschlandsender bringen darüber hinaus ein breites Programm von Bauern- und Landschaftssendungen, welche die neue Haltung des Bauern zu Volk und der Volksgemeinschaft zum Bauerntum in das Bewußtsein aller Rundfunkhörer hämmern. Die Hitler-Jugend und der Nationalsozialistische Lehrerbund arbeiten eng zusammen, um die Aufgaben des Rundfunks in der Jugend zu lösen. Die „Stunde der jungen Nation" am Mittwoch und die „Morgenfeiern" am Sonntag find die Höhepunkte dieses ] Programms. Die Reichssender werden „die schön-! st en Opern aus zwei Jahrhunderten" bringen. Ebenso liegt ein reichhaltiges Operet -
Bremen, 27. Okt. (DNB.) Seit Montagmittag herrscht über der Nordsee wieder schwerer Süd- we st sturm. Dienstagmorgen wurde Windstärke 10 bis 12 gemessen. Der schwedische Dampfer „Singoalla" ist etwa 52 Meilen von Borkum entfernt in Seenot geraten. Das Borkumer Rettungsboot ist zur Hilfeleistung ausgefahren. Auch bei Norddeich soll sich ein Fahrzeug, dessen Ladung über Bord gespült wurde, in Seenot befinden. Auf der Insel Norderney wurde großer Schaden angerichtet. Auch aus Bremerhaven und Wilhelmshaven liegen Sturmmeldungen vor. Der englische Tankdampfer „Laurelwood" geriet infolge schweren Wetters unweit Brunsbüttel auf Grund. Zahlreiche Schlepper sind zur Hilfeleistung ausgelaufen. Der Sturm hat auch in den holländischen Gewässern zahlreiche Schiffsunfälle zur Folge gehabt. Der Dampfer „Schwaben" des Norddeutschen Lloyds war bei Hoek van Holland g e» strandet. Holländischen Schleppern gelang es, bas Schiff aus seiner bedrohlichen Lage zu befreien. Ferner gelang es einem holländischen Bergungsdampfer, den in Seenot befindlichen deutschen Dampfer „Kurt Hartwig Siemers" nach Hoek van Holland einzuschleppen. Das kleine deutsche Tankschiff „Grete Glad" befindet sich 13 Seemeilen von Pmuiden in Seenot. Das Schiff hat im Sturm sein Ruder verloren. Das deutsche Schiff „Nor- burg", dem bei Terschellinger Bank durch den Sturm zwei Luken eingeschlagen wurden, hat 808-Zeichen gesandt. Das Schiff befindet sich in sinkendem Zustand. Der Schlepper „Holland" und bas Motorrettungsboot „Brandaris" sind zur Hilfeleistung ausgefahren.
Das Feuerschiff „Elbe I“ von Cuxhaven ist Dienstag nachmittag bei dem heftigen Orkan g e k e n t e r t. Man ist ohne jede Nachricht von dem Schiff. Nach dem Bericht eines Augenzeugen, des Kapitäns eines englischen Dampfers, wurde „Elbe I“ von einer Grundsee erfaßt. An Bord des Feuerschiffes befanden sich 15 Mann Besatzung, mit deren Tod man rechnen muh. Bergungsdampfer „Hermes", der von Cuxhaven auslief, muhte unverrichteter Dinge umkehren, da er gegen die grobe See nichts ausrichten konnte.
ist der Dank der Schaffenden eines Volkes an die kulturelle Führung auf persönlichere Art abgestattet worden als mit diesem Geschenkbuch deutscher Dichter.
Reichsminister Or. Goebbels gegen das Muckertum.
Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Landesleiter der Reichstheaterkammer, die ihm vom Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Dr. Schlösser, vorgestellt wurden. In einer Ansprache berührte der Minister einige grundsätzliche Fragen aus dem Aufgabengebiet der Landesleiter. Vor allen Dingen wies er nachdrücklich darauf hin, daß Organisation nie Selbstzweck sei. Am allerwenigsten dürfe das auf dem Gebiete der Kunst der Fall sein. Dr. Goebbels warnte auch vor einer Uebertreibung des Kampfes gegen den Kitsch, soweit es sich nicht um ausgesprochene Versündigungen wider den guten Ge-
ten- und Singspielprogramm vor. Die Unterhaltung-, Tanz- und Volksmusik wird zunächst von festen, beliebten Sendereihen getragen. Ebenso werden Vorspiele, Hörfolgen und die großen dramatischen Werke der Weltliteratur stärker als bisher die bloße Vorlesung ersetzen.
Der Deutschlandsender wird mit Zeitfunk die Reichsautobahn, Flugplätze, Kohlenreviere, die Welt der Hochöfen, Porzellanmanufakturen und Bern- steinwäschereien, Tuch- und Leinenweber, Heringsdampfer und Heringsfangplätze, den Hilfszug Bayern und den Reichsautozug Deutschland der NSDAP, besuchen und außerdem Funkberichte über die Partei und ihre Organisationen durchführen. Ein Sportprogramm ist vorbereitet, das von Fall zu Fall den einzelnen Sendern zur Durchführung übertragen werden soll. In dem Abschnitt „Deutschland ruft d i e Welt" werden zum ersten Male die wesentlichen Sendungen des deutschen Kurzwellensenders zusammengefaßt und der Oeffentlichkeit übergeben.
Der Rundfunk erfasse, so erklärte der Reichssendeleiter abschließend mit insgesamt rund 70 000 Sendestunden und über eine Viertelmillion Einzelsendungen heute in Deutschland allein acht Millionen Funkapparatebesitzer oder etwa 3 0 Millionen. Hörer und gehöre damit neben der Zeitung und dem Film zu den wesentlichsten Kulturträgern unseres Volkes. Der Rundfunk habe Jahr für Jahr eine neue Million von Hörern gewonnen. Er werde feinen Siegeslauf fortsetzen, bis das ganze deutsche Volk seiner Sendung verfallen sei. Die erste Werkpausensendung.
München, 27. Okt. (DNB.) Unter dem Motto „Freude und Gemeinschaft" eröffnete der deutsche Rundfunk am Dienstag gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsfront und der NSG. „Kraft durch Freude" im Reichsbahnausbesse- rungswerk München-Freimann die erste Werkpausensendung, die als ständige Einrichtung dem deutschen Arbeitsmann in allen Gauen während der Werkpausen das Kulturschaffen unserer Meister in Lied und Ton nahebringen soll. Vor einer Belegschaft von 3000 Mann, die sich in der Montagehalle für Wagenbau eingefunden hatte, spielten das Große Orchester des Reichssenders München sowie das Tanzfunkorchester. Reichsamtsleiter Geiger vom Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront brachte zum Ausdruck, daß Deutschland nicht allein schöner geworden sei, sondern daß sich auch die Menschen geändert haben. „Schlechte Menschen" wollen Mitleid erbetteln. Wir aber holen uns zu allen Stunden Kraft und Belustigung aus unserer Arbeit und wollen, wenn die Maschinen stillstehen, die Schicksalsgemeinschaft der Arbeit fortsetzen als Feierabendgemeinschast. Reichssendeleiter Hadamoosky betonte, daß unverdorbene, gesunde Menschen die Voraussetzung aller Kulturübermittelung und allen Gedeihens geisttger Schöpfungen sind. Darum kann die deutsche Kultur auf die Teilnahme des deutschen Arbeiters nicht verzichten.
Auch im späteren Verlauf des Abends war es nicht möglich, an das Feuerschiff ober an die Stelle, wo es lag, heranzukommen. Wenn auch der Orkan vor der Elbmündung etwas abflaute, so herrscht doch immer noch etwa Windstärke 10. Am frühen Morgen will man erneut versuchen, mit Bergungsdampfern an die Unglücksstelle heranzukommen. Das Feuerschiff „Elbe I" liegt etwa 21 Seemeilen von Cuxhaven entfernt. An Bord der Feuerschiffe „Elbe II", „Elbe III" und „Elbe IV" ist trotz des Orkans alles wohlauf.
In dem schweren Sturmwetter am Dienstag ist der lettische Frachtdampfer „Helena Faulbaum" (2000 Tonnen) an der schottischen Westküste in der Nähe des Firth of Lome un- lergegangen. 15 Mann der Besatzung e r - tranken. Bier retteten sich auf eine kleine, unbewohnte Insel. Ein Rettungsboot brachte sie später in Sicherheit.
Der Kapitän des Lübecker Dampfers „Ostfee" telegraphierte seiner Reederei, sein Schiff fei in der Nähe von Uleaborg in Finnland gestrandet. Bergungsfahrzeuge sind zur Unfallstelle unterwegs.
Ueber das Schicksal des schwedischen Motorschoners „Singoalla" und eines treibenden sowjet- russischen Dampfers ist bis zur Stunde noch nichts bekannt. Ein kleines Fahrzeug, daß sich in der Nähe von Norddeich in Seenot befand, ist gesunken. Die Besatzung konnte gerettet werden. Ein weiteres Fahrzeug ist bei der Insel Juist ge- str and et. Auch hier gelang es, die Mannschaft in Sicherheit zu bringen.Der norwegische Dampfer „Gunny" hat schweren Ruderschaden erlitten, der bei dem hohep Seegang mit Bordmitteln nicht zu beheben ist. *(£r treibt hilflos in der Nähe von Esbjerg bei dem gefürchteten Hornsriff. Die Schiffsleitung gab 808-Rufe.
An der Westküste von Jütland tobte schwerer Weststurm. Die Stärke der Sturmflut gleicht der der großen Flutkatastrophe des Jahres 1911. Aus anderen Gegenden werden Hagelschauer und Windhosen gemeldet. Westlich von Barde wurde das Wrack des vermißten Esbjerger Fischkutters „Eigil" an Land getrieben. Man muß annehmen, daß die Besatzung von vier Mann ums Leben gekommen ist.
schmack handele. Auch die Laienbühnen und Schü- lertheater hätten einen gewissen Wert als erste Anregung des spielerischen Triebes. Der Minister wandte sich ferner gegen jenes Muckertum, das am liebsten jede Erotik von der Bühne verbannen wolle. Er erinnerte dabei an das Wort eines Ministers der Kaiserin Maria Theresia: „Majestät, das Küssen werden Sie nie abschaffen! Wenn man die Jugend nicht auf ungesunde Abwege drängen wolle, dürfe man eine gesunde Erotik nicht unterdrücken." Zum Schluß ermahnte Dr. Goebbels die Landesleiter, sich nicht als Verwalter und Beamte, sondern als Inspiratoren der Kunst zu fühlen.
öocf)fd)ulnad)rid>fett.
Professor Dr. Richard Becker, Ordinarius für theoretische Physik an der Technischen Hochschule Berlin, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Göttin gen berufen worden.
Das ilalienischeMWiinento
Don Alex Schmalfuß.
Die Zeitrechnung des faschistischen Italien beginnt mit dem Jahre 1922, in dem der Marsch auf Rom stattfand. Seitdem hat bas Land unter der zielbewußten und mit staatsmännischer Weitsicht geplanten Aufbauarbeit Mussolinis eine so gründliche Wandlung durchgemacht, daß man von einem „neuen Italien" sprechen muß. Die Aufführung gewaltiger Bauten im modernen Stil und deren Einrichtung mit allen technischen Errungenschaften der Neuzeit, die Anlage prächtiger Landstraßen vorn Gebirge zum Meer, die Aufschließung und musterhafte Besiedlung des jahrhundertelang für wertlos gehaltenen Gebietes der Pontinifchen Sümpfe und viele andere Aeußerun- gen eines kraftvoll zum Ansatz gebrachten Aufbauwillens sind seine Zeugen. Pulsierendes Leben auf den Feldern, in den Fabriken und Häfen bezeugt seinen Schaffensdrang. Und die durch keinerlei kleinmütige Bedenken gehemmte Durchführung des abessinischen Feldzuges mit der abschließenden Verkündung des Faschistischen Imperiums symbolisiert und begründet zugleich seinen Stolz.
So steht das neue Italien vor uns als ein festgefügtes Staatsgebilde, geeint in der Bereitschaft, bas Werk seines Duce zu beschirmen und zu vollenden. Ein modernes und in seiner strukturellen Ausrichtung unbedingt neuzeitliches Staatsgebilde, das sich auf eine gewaltige Ueberlieferung berufen kann und es auch tut. Wenn es anders wäre, ließe sich der Stolz über das Risorgimento — die „W i e ö e r g e b u r t" — nicht erklären.
Wie das Gefäß, so wandelte sich auch sein Inhalt: das italienische Volk hat die faschistische Revolution nicht nur „mitgemacht", sondern ist durch sie selbst wiederum revolutioniert worden. Ein Vorgang, der sich in gleicher Klarheit bisher nur bet ber nationalen Erhebung des Jahres 1933 in Deutschland wiederholte. Wie der Angehörige des nationalsozialistischen Reiches durchaus freiwillig die beziehungslose Geruhsamkeit unbekümmerter Bürgerlichkeit gegen die manchmal weniger bequeme Bereitschaft zur Teilnahme an den Sorgen und Freuden einer über die engen Bezirke jener Bürgerlichkeit gestellten Volksgemeinschaft eingetauscht hat, so hat auch der Italiener im faschistischen Italien eine grundsätzlich andere Lebensauffassung, die sich in der Haltung und im Charakter aus prägt, bekommen. Auch hier hat die Revolution in die Tiefe gewirkt, indem sie sich nicht in der Umformung des Staatsgebäudes erschöpfte und sich mit der Durchführung gewisser, als unerläßlich angesehener Organisationsabfichten begnügte.
Das macht ja das Wesen einer echten Revolution aus: daß sie im Volke Wurzeln schlägt und ihre Kraftströme nicht zügellos vergeudet, sondern — gelenkt und geregelt durch die Führung dieser Bewegung — allmählich in bie Kanäle einer ruhigen und aufbauenden Evolution überleitet. Die durch ungezählte Redereien und theoretische Erörterungen eines jüdischen Jntellektuellenzirkels vorbereitete und später nur mit Hilfe planmäßig fehlgeleiteter Massen durchgeführte Revolution in Sowjetrußland ist niemals ins Herz des Volkes oorgebrungen. So erklärt es sich auch, daß der Druck der Revolutionsmacher nicht vom versklavten Volke genommen und der Zwang des volksfremd gebliebenen Revolutionsregimentes nicht gemildert werden kann. Unter solchen Voraussetzungen müssen selbstverständlich, auch wenn man die Massen mit den grausamsten Methoden von der Art des Stachanow-Systems antreibt, alle Erwartungen einer werteschaffenden Aufbauarbeit unerfüllt bleiben.
Gewiß muß eine Evolution ideenmäßig vorbereitet werden. Wer sie durchführt, hat sich zuvor Rechenschaft darüber abzulegen, was er bekämpfen und erkämpfen will, sonst bleibt sein Unternehmen eine in jedem Falle zu verurteilende Revolte. Wer nicht imstande ist, an die Stelle des Gestürzten etwas Besseres zu setzen, begeht — wie die Akteure der deutschen Novemberrevolte von 1918 und der bolschewistischen Revolution — ein verabscheuenswürdiges Verbrechen.
Der nationalen Erhebung in Deutschland im Jahre 1933 und der Machtergreifung des Faschismus in Italien im Jahre 1922 gingen ebenfalls lange Vorbereitungen voraus. Aber in beiden Fällen leitete die revolutionäre Entladung keinen Abschnitt neuer Kämpfe und niederreißende Lebens- äußerungen ein, sondern schuf erst sie die Möglich- ketten zu aufbauenden und auf allen Gebieten staatlichen und völkischen Zusammenlebens durch- zuführenden Reformen. Die Voraussetzung freilich dazu war, daß die Führer dieser im nationalen Interesse durchgeführten Revolutionen sich zuvor Zugang zum Herzen des Volkes ver- schafft hatten und mit der Gewißheit handeln durften, den Willen der besten und wertvollsten Teile ihres Volkes zu vollstrecken.
Wie die nationalsozialistische Revolutton heranreifte und gegen welche Widerstände Adolf Hitler anrennen mußte, ist uns allen als Zeugen dieses gewaltigen Kampfes gegenwärtig. Obgleich I t a » lien nach Abschluß des Weltkrieges nicht in schmachvolle Ketten gelegt wurde, in die das Diktat von Versailles das Reich zwang, erschütterte auch die Appenin-Halbinsel Unruhe und Terror. Der Marxismus suchte auch hier ein diktatorisches Re- giment des Proletariats aufzurichten. Die bürgerlichen Regierungen sahen diesem Treiben machtlos zu. Wilde Streiks und mit roher Gewalt erzwungene Arbeitseinstellungen drohten das durch den Krieg brüchig gewordene Wirtschaftsgefüge vollends zu sprengen. Gegen solche anarchistischen Bestrebungen schlossen sich die Bünde der Frontsoldaten (Fascio-Bund) unter schärfster Betonung ihres nationalistischen Wollens zusammen. Als Kampfzeichen übernahmen sie die Faszes, die von den Liktoren des alten Rom getragenen Rutenbündel mit dem Beil, feit je ein Symbol der Gewalt über Leben und Tod. Ihr fähigster Organisator war Benito Mussolini. Mit einer militärisch geschulten und bis zum Letzten entschlossenen Mannschaft in Stärke von 60 000 Köpfen marschierte er am 28. Oktober 1922 in Rom ein und Zwang den König, ihn zum Ministerpräsidenten zu ernennen.
Dieses geschichtliche und an jedem Jahrestage mit revolutionärem Schwung gefeierte Ereignis leitete das Risorgimento, die neue Epoche antiliberalisti- scher und antimarxistischer Grundhaltung ein. Das Versagen des Liberalismus, dem es nicht geglückt mar, den Zwiespalt zwischen Staats- und Gesell- schaftsbegriff und zwischen sozialer und politischer Verfassung zu kiberbrücken, gab dem Faschismus Veranlassung, dem atomistischen Prinzip des Liberalismus den Grundsatz der nationalen Einheit auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet gegenüberzustellen. Anstelle des Parlaments ist die korporative Ordnung, als Regulativ des sozialen Lebens wirksam. Unter Ausschaltung jeder
Wieder schwere Stürm e über derRordsee.
Zahlreiche Schiffe in Seenot. - Feuerschiff „Elbe I" mit 15 Mann gekentert


