mationen zum Vorbeimarsch an dem Führer der Brigade 147 und zum Bootshaus der Marine- kameradschaft. 13 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen. 14 Uhr: Ausklang der Feierlichkeiten.
Die bei der Grundsteinlegung zu versenkende U r • künde trägt folgenden Wortlaut:
„Im vierten Jahre der nationalsozialistischen Regierung unter dem Führer und Reichskanzler Adolf Eitler hat der Oberbürgermeister der Provinzial- nadt Gießen, Heinrich Ritter, dem Anträge ührers des Marinesturmbannes 11/34, Dr. Hans Mettenheimer, zugestimmt und entschieden, daß dieser Platz aus Anlaß der 20jährigen Wiederkehr des Tages der siegreichen Seeschlacht am Skagerrak den Namen Skagerrak-Platz erhält. Den von Stadtbaurat Gravert ausgeführten Entwurf für die künstlerische Gestaltung dieses Platzes hat er genehmigt und den Auftrag zur Durchführung der Arbeiten gegeben. So wurde im heutigen Tage in Anwesenheit der Vertreter der Stadtverwaltung, des gesamten Marinesturmbannes 11/34 und der Abordnungen der Partei, der SA., SS., NSKK. der Grundstein für die Ausgestaltung des Skagerrak-Platzes feierlich gelegt. Gießen, den 31. Mai 1936. — Der Oberbürgermeister Heinrich Ritter, Der Führer des Marinesturmbannes 11/34, Dr. Hans Mettenheimer."
Aus der provinzialhaupistadt.
pfingstbräuche.
Pfingsten, das liebliche Fest steht bevor, und mit ihm wacht manch altes Wesen wieder auf. Manch alter Psingstbrauch ist heute verschollen, manch einer aber wird auch in der nüchternen Gegenwart noch eifrig geübt. Allbekannt und weitverbreitet ist die Sitte, die Häuser und Zimmer mit grünen Birkenreisern, den „Maien", zu schmücken; der Bursch pflanzt seinem Schatz sogar eine ganze Birke vor's Fenster, den Maienbaum, der z. B. in einer der Schwarzwaldgeschichten von Berthold Auerbach eine bedeutsame Rolle spielt. In Mecklenburg werden auch Kalmus und Blumen vor die Türe gestreut, und wenn möglich, das Haus frisch geweißt.
Fast in allen Gegenden Deutschlands gilt Pfingsten als heiteres Volksfest; große Schmausereien werden gehalten, bei denen das „Pfingstbier" eine beträchtliche Rolle von jeher gespielt hat, denn schon im Jahre 1590 klagt ein Pfarrer bitter über das Pfingstbier, und Johann Fischart schreibt: „An etlichen orten (in Sachsen) mißbrauchen die bauren ihre kirche für ein kretschmar oder bierkeller, schroten das pfingstbier darein, daß es frisch bleibe, und sausten es daselbst aus mit gottesläfterung und fluchen". Die erwachsene Jugend begnügt sich nicht mit Essen und Trinken, sondern sie tanzt auf eigens dazu hergerichteten und geschmückten Tanzböden; in vielen Gegenden (z. B. im Elsaß) wird das „Pfingstschießen" geübt. Das Ziel ist der „Pfingst- vogel" (meist ein hölzerner Papagei auf einer Stange), von dem wieder bereits Fischart im Jahr 1580 uns Kunde gibt. Einen besonderen Spaß haben im Elsaß die Kinder, die am Morgen des Pfingstmontag die „Pfingsteier" sammeln, am Nachmittag, geschmückte Maien tragend, in den Häusern Eier und Speck erbitten. Die Bittenden heißen „Pferdeknechte", der Junge, der beim Sammeln den Rückenkorb trägt, heißt „Pfingstquak".
In Mecklenburg ist Pfingsten namentlich für die Hirten ein wichtiges Fest. Wer von ihnen am ersten Pfingsttag zuerst die Kühe austreibt, heißt der „Dauschlepper", das heißt, er streift den Tau vom Gras; der zweite Hirt heißt „Mückenstöwer" (Mückenjäger), der dritte aber wird „König" und erhält von jedem der anderen eine Peitsche. Dem letzten endlich, dem Langschläfer, wird der Scheltname „Pingstkalf" oder „Pingstekarr" angehängt. Die Hirten veranstalten einen Festzug, bei dem der „König" mit Laubkrone und hölzernem Säbel voranzieht. Nachmittags werden in den Häusern Gaben gesammelt. Der Pfingstumzug ist jedoch keineswegs nur in Mecklenburg Sitte: In Schwaben wird ein starker, dicker Bursch im Wald ganz mit belaubten Zweigen und Blumen umwunden, das Gesicht mit Baumrinde, der Kopf mit einer spitzen Laubmütze bedeckt. In diesem Aufzug wird er von seinen Kameraden im Dorf herumgeführt als „Pfingstbutz", „Pfingstlümmel", „Pfingstdreck" ober auch „Psingstfriderle", wobei wieder Gaben erbeten werden. (Meist Eier, Mehl, Fett, wohl auch Geld.) Da der bedauernswerte „Pfingstbutz" zum Schluß des Umzugs entweder in den Dorfbrunnen geworfen oder aber unter Mist und Stroh begraben wird, gibt sich naturgemäß niemand gern für diese Rolle her, deshalb wird in manchen Orten darum „gstocha", d. h., ein Wettrennen veranstaltet. Der letzte muß der „Pfingstlümmel" sein. Genau die selbe Sitte des „Pfingstdreck", „Pfingstbutz", Pfingstlipvel" „Pfingstpfetter", „Pfingstesel" oder „Pfingsteklotz" herrscht im Elsaß, wo die Begleiter fingen: „Do Han mer de alte Pfengschteklotz; ar esch vom Böern aragfalla, on het da Recka gebrocha. Der Doktor het nigs erlaubt as Eier un Spack". Der Umzug wird im Elsaß nicht von den erwachsenen Burschen, sondern von den Kindern veranstaltet. Auch das Wettrennen ist hier üblich, zu dem sich sogar die Spitzen der Behörden einfinden, um sich über die Ergebnisse der Pferdezucht zu unterrichten. In anderen Gegenden wird um von den Bauern gestiftete Preise geritten.
Jedoch nicht nur Wettreiten werden abgehalten, fonbern es finben vielfach bie Umzüge als „Pfingst- ritte" aller lebiaen Burschen statt, ber „Vfingst- reiter" ober „Pfingstbuben"; so z. B. in Bayern unb Schwaben; hier heißt ber stärkste Bursch beim Ritt ber „Pfingstmeister".
In Bayern wirb ein Pfingstumzug veranstaltet, bei bem bie jungen Leute eine Strohpuppe tragen, den „Pfingstlümmel", ber nachts auf ben Dachfirst desjenigen Hauses gesetzt wird, das bas faulftp Mädchen beherbergt.
Allgemein ist bie Sitte, bie Wiesen erst zu Pfingsten zum Beweiben freizugeben. Vielerorts wirb ein geschmückter Ochse auf bie aufgetane Gemeindewiese geführt, der „Pfingstochse", ein Name, mit dem auch vielfach ein übermäßig aufgeputzter Mmsch gescholten wird, sowie der an'Pfingsten zu- letzt Ausstehende „Pfingstesel", „Pfingstlümmel" heißt.
Wundersame Kraft hat das an Pfingsten ge- weihte Wasser, in Schwaben „Pfingsttauf" genannt. Man trinkt es, wäscht sich damit die Augen unb besprengt bie Felder damit.
Allerlei Wetterregeln beschäftigen sich mit der Pfingstwitterung. So heißt's in Schwaben: „Reife Erdbeeren um Pfinasten, gutes Weinjahr"; „Um Pfingsten sollen die Weinberge über Land scheinen"; „Vfingstregen bringt wenig Segen"; „Regen am Pfingsttag bringt allerlei Plag"; „Wenn's an Pfingsten regnet, regnet's sieben Sonntage hintereinander." Dagegen heißt's aber auch: „Pfingsten- regen ist Bauernsegen" unb „Nasse Pfingsten, fette Weihnacht."
Auch in manch anberen Rebensarten spielt Pfingsten eine Rolle. So sagt der Elsässer scherzhaft für
Hiiler-Lugend auf der Fahrt!
Die HJ.-Gebietsführung Hessen-Nassaus hat angeorbnet, baß an Pfingsten alle Einheiten ber HI. auf Fahrt gehen. Dazu schreibt uns ber Presse-Propagandaleiter ber Gebietssüh- rung, Ubaf. Hans Falk:
Wie ein heller Ruf ber Freude klingt dieser Satz: „Hitlerjugend auf Fahrt!" Und es liegt auch schon die ganze Vorfreude der Hitler- jungen unb Pimpfe barin, bie Vorahnung eines sonnenüberstrahlten, schönen und frohen, gemeinsamen Erlebens. Die Gebietsführung hofft, daß kein Junggenosse sich dieser Freude versagen muß, weil er nicht die Erlaubnis seiner Eltern bekommt. Wir hoffen, daß die Elternschaft das Entgegenkommen der HJ.-Führung würdigt, die an Ostern jeden Dienst verbot, damit die Jungen nicht diesem schönen Familienfest entzogen wurden.
Nun unlersiühl ihr uns, deutsche Eltern, und laßt euren Jungen die Freude. So schaffen wir gemeinsam im gegenseitigen fruchtbaren Geben und Nehmen am Werk des Führers, der Erziehung einer neuen deutschen Jugend.
Eines der wichtigsten Erziehungsmittel aber ift bie Fahrt. Fahrt — viele zucken zusammen, wenn sie bloß das Wort hören. Sie denken an jene schaudererregenden Gruppen, die man früher auf allen Landstraßen sah. Halbwüchsige freche Burschen und ebensolche weibliche Wesen, bunt gemischt, in Kostümen, die einer Jn- dianerphantasie entsprungen schienen und die als Ergänzung förmlich nach der Tätowierung schrien. Um den Hals bunte Tücher, mit Sofatrotteln, türkische Feze auf dem Kopf und vielleicht noch eine Pfauenfeder daran. Das war die „Fahrt" der „Wilden".
Wieder andere schlagen bei dem Wort „Fahrt" verzückt die Augen zum Himmel. Sie denken an bie ach so romantischen Lagerfeuer ber „Bünbischen", bie in streng geschlossenem Kreis auf Fahrt gingen.
Ein „Führer" suchte sich einige Leutchen, bie ihm paßten, unb zog los.
Wenn ich 30 junge Dichter um ein Sonnwenb- feuer versammele, unb ber größte unb glühendste von ihnen spricht, so wirb bas zweifellos ein großes unb tiefgehenbes Erlebnis fein. Nur: wer kün - bet bann ber großen Mannschaft, den vielen, viel en einfachen Kameraden den Sinn, den die brausende Flamme kündet?
Wir wollen keine wilden oder träumerischen oder schöngeistigen Klubs, wir wollen keine dünkelhaften Führerkreise!
Wir wollen die Kameradschaft und Gemeinschaft der jungen Nation, erst recht auf der Fahrt — und darum ist sie kein Privatvergnügen, sondern junger Dienst!
Verdammt nochmal, es ist doch ein herrlicher Anblick, wenn einem eine Gefolgschaft HI. ober
ein Fähnlem Pimpfe auf der Landstraße begegnen, sauber ausgerichtet, in Marsch- ober Fahrrab- folonne. Einheitlich bie Uniform, bas Rot unb Weiß ber Armbinben leuchtet, die Gesichter klar und sauber und lachen.
Und deshalb bitten wir erneut die Eltern, keinen Kameraden von diesem schönsten Erlebnis, bas ein Junge überhaupt haben kann, auszuschließen. Denn finanzielle Gründe sinb hier nicht aus« schlaggebend. Gewiß, wir schwimmen nicht im Gelb — es ist uns selbst oft ein Wunber, wie wir unsere Arbeit eigentlich schassen, angesichts unserer geringen Mittel. Aber ber Reichsjugendführer hat einmal gesagt: „W i r sinb das sozialistische Gewissen ber jungen Nativ n", unb wir reben nicht nur vom Sozialismus, fonbern üben ihn auch!
Hat ein Junge wirklich kein Gelb, bann springen eben bie von Haus aus besser gestellten ein — unb irgendwie geht es immer.
So beginnt nun bas Leben unb Treiben ber Fahrt-Vorbereitung, denn eine Fahrt will gut vorbereitet fein, wenn sie ein Erlebnis werden soll! Und sie muß es werden.
Das erste und größte Erleben ruht, wie schon gesagt, in der alle umschließenden Kameradschaft. Keiner prellt vor — aber auch keiner bleibt zurück! Die Kameradschaft trägt sie alle!
Da marschiert der Träumer neben dem hellen, geweckten Jungen, da läuft der Zaghafte plötzlich hinter dem Draufgänger über Stock und Stein, da lernt der kleine Egoist sein Brot teilen, da stimmt der sonst Schüchterne plötzlich ein Marschlied an, bas die müde Marschkolonne wieder hochreißt — und so machen alle, ohne es eigentlich zu merken, eine kleine Lebensschule mit/ erziehen sich selbst, einfach aus dem gemeinsamen Leben und Erleben heraus. Gnau so wirken ja auch die Zeltlager!
Hitler-Jugend! Aus Fahrt! Die Sonne lockt unb bas leuchtenbe Grün ber Felber, ber hämmernde Wald unb bie Kühle alter Gewölbe unb stolzer Dome werden sie umfangen, das Rauschen der Wasserfälle ihren Schlaf begleiten. Sie werden die Sonne aufgehen sehen über bem weiten Meer, sie werden an eisengefaßten Grenzsteinen stehen unb zum ersten Mal biefes Merkwürbige benfen müssen: Hier enbet Deutschland. Unb werben über die Grenzen schauen unb wissen, baß in ben Herzen Deutschlanb oft viel weiter reicht.
Groß ist bas Lanb unb herrlich, groß fein Volk in allen feinen Stimmen. Eltern, so kehren eure Jungen zurück:
Als Kameraden, als bie Kommenden, die nun sahen unb erlebten, was sie schon liebten aus Lieb unb Wort. Sie wissen, wofür sie kämpfen unb was sie zu bewahren unb stolzer unb noch schöner zu gestalten haben: Deutschlanb!
„niemals": „Zwischen Pfingsten und Haujenau (ober Märjetal')", ber Schwabe: „Zwischen Pfingsten unb Ulm" ober „Zwischen Pfingsten und Stuttgart", auch wohl: „Das dauert von Degerloch bis Pfingsten." Merkwürdigerweise verwendet schon Hans Sachs Pfingsten als Ortsbestimmung, wenn er schreibt vom „faulen Berg, der hinter Pfingsten leit."
Recht weit zurück also liegt vielfach, wie wir gesehen haben, ber Ursprung biefer Rebensarten und Gebräuche. Manch einer gehört heute leider bereits der Vergangenheit an. Möge wenigstens ein Teil davon erhalten bleiben. E. B.
Dornotizen.
Tageskatenber für Donnerstag.
Gloria-Palast: „Wenn der Hahn kräht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Anna Karenina".
Tanzturnier in Vab-Nauheim.
Im heutigen Anzeigenteil wird zu einem Tanzturnier um die Weltmeisterschaft in das Kurhaus zu Bad-Nauheim eingeladen. Die Veranstaltung findet am kommenden Samstagabend statt. Näheres in der heutigen Anzeige.
X Die deutsche Arbeitsfront r. n.9.=6cnieinf(haft „Kraft burdi freuöc
Zu Pfingsten mit bem Omnibus nach Wittenberg.
Die Fahrt steht nun fest und führt von Friedberg mit dem Omnibus über Frankfurt, die Reichsautostraße nach Heidelberg, dort wird Mittagessen eingenommen. Dort ist ein mehrstündiger Aufenthalt vorgesehen. Die Fahrt geht dann weiter durch den Odenwald nach Miltenberg. In Miltenberg wird übernachtet und gefrühstückt. Der zweite Tag steht den Teilnehmern frei zur Verfügung. Die Rückfahrt erfolgt abends ab Miltenberg. Die Abfahrtszeit wird von dem Reiseleiter auf der Fahrt bekanntgegeben. Es sind noch drei Plätze frei. Teilnehmerpreis 10,20 RM.
Urlaubsfahrten im Wonat Juni.
Im Monat Juni find noch folgende Urlaubs» fahrten frei, zu denen Anmeldungen auf der Kreis-
dienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen werden:
10. —17. 6. Eifel — Schleiden 16,50 Mk.
12. —19.6. Erzgebirge — Auerbach 22,50 „
10. — 25. 6. Eifel — Mayen (14 Tage) 25,— „
15. — 24.6. Fehmarn 42,50 „
17. — 25.6. Flensburger Förde 39,— „
18. — 26.6. Spreewald — Lübben 38,— „
20.6.— 3.7. Bayrischer Wald—Zwiesel 49,50 „ (14 Tage)
24. 6. — 2. 7. Heiligendamm 37,— „
26. 6. — 3. 7. Bodensee — Meersburg 33,— „
27.6.— 5.7. Bergisches Land — Schloß
Burg 18,— „
Für die Norwegenfahrt am 9.6. —16.6. sind einige Plätze frei geworden, so daß noch Anmeldungen umgehend auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, entgegengenommen werden können.
Volkstanzkreis.
Heute abend findet die nächste llebungsftunbe des Volkstanzkreises im Haus der Arbeit, Schanzen- strahe 18, statt. Beginn wie üblich.
Sind Spesen Gehaltsteil?
Zu dieser Frage nimmt ein Reichsarbeitsgerichtsurteil wie folgt Stellung:
Setzt sich das Gesamteinkommen eines Reisenden aus festem Gehalt, Tantieme und Provision zusammen, und zwar derart, daß Tantieme und Provi
sion einen Bestandteil des Gesamteinkommens bilden, und sieht die maßgebende Tarifordnung vor, daß die Tarifverträge als Gesamteinkommen gelten, so bedeutet dies, daß ein Diensteinkommen, das aus festen und schwankenden Bezügen zusammengesetzt ist, bis zur Höhe des tariflichen Gehaltsatzes aufgefüllt werden muß, wenn es diesen Satz nicht erreicht.
Der Teil der Spesen, der über die notwendigen Kosten des Lebensunterhaltes des Reisenden hinausgeht und von ihm erspart werden kann, ist als Gehaltsteil anzusehen. Aus der Tarifregelung, die dem Arbeitsverhältnis zugrunde liegt, kann sich aber auch ergeben, daß die Tagesspesen im vollen Umfang mit zum dienstlichen Gesamteinkommen gehören sollen. Diese Regelung gilt nur dann nicht, wenn die Parteien absichtlich, um Lohnsteuer zu sparen, die Spesensätze auf Kosten des vereinbarten festen Gehaltes auffällig hoch bemessen haben.
NSKK.-Führer aus dem Reich im Gau Hessen-Nassau.
NSG. Die Reichsführerschule des NSKK., die ihren Sitz in Zeesen bei Königswusterhausen hat, führt zur Zeit im Bereiche der Provinzen Ober- Hessen und Hessen-Nassau unter Leitung von Brigadeführer H o f I e ihren 16. Lehrgang durch. Dieser Lehrgang, zu dem die Stabsführer sämtlicher Motorgruppen und Brigaden der NSKK. zusammen- gefommen sind, beschäftigt sich mit dem gesamten Aufgabengebiet des Kraftfahrkorps. Da im Rahmen des Unterrichts Fahrten in alle Teile des Hessen- und Nassauischen Landes unternommen werden, ist den aus dem gesamten Reichsgebiet zusammengekommenen Führern die Möglichkeit gegeben, ben deutschen Westen kennenzulernen. Mitte dieser Woche wird der Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, Korpsführer Hühnlein, in Bad Homburg zum Besuche des Lehrgangs anwesend fein.
Werkstattwandern
der Krostfahrzeughandwerker.
Zum ersten Male wurde in diesem Jahre das sog. Werkstattwandern der Kraftfahrzeughandwerker durch die Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk durchgeführt. Die Durchführung der gesamten Aktion im Gau Hessen-Nassau liegt in den Händen der Deutschen Arbeitsfront, Gaubetriebsgemeinschaft Handwerk, Fachgruppe Metallhandwerke. Die Gesellen, die an diesem Werkstattwan. dem teilnehmen, haben nach Berlin gemeldet, welche Werkstatt sie in einem achtwöchiaen Kursus besuchen wollen, um hier die neuen Wagentypen kennenzulernen und zu erfahren, wie diese Wagen repariert, gepflegt und behandelt werden müssen.
Zehn solcher Handwerker haben sich für die Adler-Werke in Frankfurt verpflichtet und wurden dort in feierlicher Form in die Werksgemeinschaft emgeführt. Diese Werkstattwanderer sind aus dem ganzen Reich zusammengekommen. Sie wohnen in einem Gemeinschaftshaus, das die Stadt Frankfurt im Stadion zur Verfügung gestellt hat. Dort ist den jungen Leuten auch die Möglichkeit gegeben, sich ihre Freizeit in allen Sportarten zu verschönern, ferner wird die NSG. „Kraft durch Freude" den jungen Handwerkern in ihrer Freizeit die Schönheiten unserer engeren Heimat auf Wanderungen usw. vermitteln. Sämtliche Arbeitskameraden werden nach Ablauf des achtwöchigen Kurses in den Adler-Werken zu ihren Meistern zurückkeh- ren, um dann in der heimischen Werkstatt die Kenntnisse, die sie sich in der Kursuszeit erworben haben, praktisch zum Wohle des Handwerks zu verwerten.
Bei einer kleinen Feier zur Begrüßung ber jungen Arbeitskameraden übemittelte ihnen u. a. der Bezirksinnungsmeister Aßmann (Gießen) die
Grüße des Bezirksinnungsverbandes für das Kraft- fahrzeughandwerk.
Gießener Wochenmarktpreije.
* Gießen, 28. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, ungezeichnete 8, Enteneier 9 bis 10, Wirsing, % kg 12 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, bas Bündel 10 bis 20, rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün 45, Spargel 35 bis 50, Unterkohlrabi 8, Erbsen 30, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 12 bis 18, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, S kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 70, Kirschen 60 bis 70 Pf., Erdbeeren 1,20 bis 1,40 Mark, Blumenkohl, das Stück 50 bis 60 Pf., Salat 10 bis 15, Salatgurfen 35 bis 45, Oberkohlrabi 12 bis 18, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, neue, das Stück 10, das Bündel 15 bis 30, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.
** Eine Bürgermeistertagung hat die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetags auf nächsten Donnerstag nachmittag nach Gießen einberufen. Die Tagung wird u. a. einige Vorträge bringen, unter denen der Vortrag von Bürgermeister Dr. Hamm über das neue Gesetz zur Regelung des Fremdenverkehrs wohl das stärkste Interesse finden dürste.
** Schülerinnen des Lyzeums als erfolgreiche Sammlerinnen. Die Schülerinnen des Lyzeums haben sich bei der Haus- und Strahensammlung für den Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) eifrig betätigt und einen schönen Erfolg davongetragen. Bei der Haussammlung gingen 243,84 RM. ein; bei der Stratzensammlung mit dem Verkauf der Kornblume wurden 235,68 RM. erzielt. Auch am Opfertag für das Deutsche Jugendher- bergsroerf sammelten die Schülerinnen fleißig (Haussammlung) und brachten 143,71 RM. ein.
** Unfall auf der Baustätte. Der 26jäh- rige Bauarbeiter Heinrich Karl Schuchardt erlitt gestern auf feiner Arbeitsstätte bei einem hiesigen Bauuntemehmen einen Unfall. Der bedauernswerte Mann mußte mit einem Unterschenkelbruch in die Klinik eingeliefert werden. *
** Wiederfehensfeier des ehemaligen Infanterie-Regiments 39 0. Am 20. und 21. Juni treffen sich in Gießen anläßlich des 20jährigen Gründungstages des Regiments, die ehemaligen 390er. Die Vorarbeiten zu dem Fest, das manche Kameraden nach so langer Zeit zum erstenmal wieder zusammenführt, find in vollem Gange. Alle diejenigen Kameraden, die bis hente noch keine Einladung erhalten haben, wollen ihre Anschrift umgehend melden an: Studienrat Adolf Schad, Gießen, Alicenstraße 22.
Schöffengericht Gießen.
Der 32 Jahre alte L. P. aus Reiskirchen wurde wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung unter Annahme mildernder Umstände und unter Freisprechung im übrigen zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten und zur Traaung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte hatte zwei Briefe an angebliche Schuldner gerichtet und diese zur Zahlung aufgefordert, sowie diese Briefe, als von einem in der Tat nicht existierenden Gießener Rechtsanwalt verfaßt, mit dessen angeblichen Namen unterschrieben.
Der jüdische Viehhändler Sally Wertheim aus Angenrod, Kreis Alsfeld, 48 Jahre alt, stand unter der Anklage des fahrlässigen Falscheides vor Gericht. Er hat gelegentlich der Leistuna des Offenbarungseides vor dem Amtsgericht in Alsfeld eine ihm gegen einen Dritten zustehende erhebliche Forderung nicht im Vermögensverzeichnis aufgeführt. In der gestrigen Hauptverhandlung stellte sich heraus, daß diese Forderung tatsächlich vor der Leistung des Offenbarungseides mit Wissen des Angeklagten durch einen Gläubiger des Letzteren gepfändet und dem Gläubiger zur Einziehung überwiesen worden war. Mit Rücksicht auf seine Fahrlässigkeit und da eine höhere Strafe als ein Monat Gefängnis nicht zu erwarten war, wurde das Verfahren auf Grund des Straffreiheitsgefetzes vom 23. April 1936 eingestellt.
Der H. E. und der V. H. aus Offenbach waren des Straßenraubes anaeflaat. Gelegentlich einer Kirchweihe haben die Angeklagten in betrunkenem Zustande die Wegebenutzer, die ihnen auf ihrem Nachhauseweg begegneten, belästigt und hierbei das Fahrrad eines Zeugen sich für wenige Minuten angeeignet, es dann aber doch am unmittelbaren Tatort wieder zurückgelassen. Da der Beweis des beabsichtigten Straßenraubs nicht erbracht wurde, wurden die Angeklagten freigesprochen. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt.
Der 26jährige Alfred Heine und der 32jährige Wilhelm Lisiak, beide aus Friedberg, hatten sich wegen schweren Einbruchsdiebstahls, ihre Frauen wegen Hehlerei sowie die Eheleute Paul Heine und Ernst Georg Heine, sämtlich aus Friedberg, wegen des gleichen Deliktes zu verantworten. Die Angeklagten Alfred Heine und Wilhelm Lisiak haben im Februar dieses Jahres in Bad-Nauheim in mehreren Fällen schwere Einbruchsdiebstähle begangen. Den Angeklagten fiel ein Diebesgut im Werte von etwa 900 bis 1000 Mark in die Hände, das sie anteilmäßig unter sich und an die angeklagten Eheleute Paul Heine und Eheleute Ernst Georg Heine verteilten. Die mehrfach vorbestraften Angeklagten Alfred Heine und Wilhelm Lisiak wurden mit Zuchthausstrafen von je eineinhalb Jahren unter Anrechnung von je drei Monaten der Untersuchungshaft velegt. Die Ehefrauen dieser Angeklagten erhielten wegen Hehlerei je neun Monate Gefängnis unter gleichzeitiger Anrechnung von je drei Monaten ber Untersuchungshaft. Bezüglich der angeklagten Eheleute Paul Heine wurde das Verfahren wegen Hehlerei gemäß des Straffreiheitsgesetzes vom 23. April 1936 eingestellt, da eine höhere Strafe als
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Lei Müller» hätte e» beinahe Lmch gegeben. Oer wiob Happte M« mit bem SenftcrflügeL Zrih tagte kchnell Bescheib. $rau Müller bankte ihm mit einem großen Stück „Gustin-Kuchen". Den versteht sie trefflich zu backen (... nach De. ©eifer’« Vorschrift tn „Lacken wach» Sreubr", ber bekannten Ätaeptfommüntfl*


