Ausgabe 
28.5.1936
 
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noch einer der unwiderruflichen Grundsätze der ita­lienischen Politik in Europa bleibe. Der Duce erwi­derte:Die italienische Politik in Bezug auf Oester­reich ist bekannt, und die römischen Protokolle be­stätigen fie.w Der Völkerbund könne fortbe­stehen, wenn er reformiert werde. Wenn die Sanktionen fortgesetzt würden, dann würde die Frage, ob Italien im Völkerbund verbleiben oder ihn verlassen solle, eine dringende Gestalt annehmen. Die Aufhebung der Sanktionen würde eine allgemeine Erleichterung der Lage Hervorrufen. Ein Krieg in Europa würde aber die Katastrophe Europas bedeuten.

Das Scho in London.

London, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.)Daily Telegraph" schreibt zu der Unterredung seines Kor­respondenten mit Mussolini, die Ansicht Mussolinis, daß eine englisch-italienische Annäherung wünschens­wert und notwendig sei, so sagt das Blatt, werde in England mit Verständnis a u f ge­nommen. Die Bedingung Mussolinis, daß die Sühnemaßnahmen aufgehoben werden müßten, gehe den Völkerbund an. Eine Beendigung der Sanktionen würde aus der Erkenntnis der Tat­sache erfolgen, daß sie zur Zeit nicht ihren Zweck erreichen könnten. Außerdem wollten die Mitglieder des Völkerbundes den von Mussolini verkündeten Friedensabsichten Italiens vol­len Spielraum geben. Die Versicherung werde be­grüßt, daß Italien mit der Eroberung Abessiniens in die Reihe derbefriedigten Mächte" eintrete und keine weiteren kolonialen Absichten habe. Ein neues Mittelmeerabkommen wäre jetzt für Italien von größerem Wert, als je zuvor.

Aushebung der Sühnemaßnahmen am 16. Zum?

Paris, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Genfer Berichterstatter desJour" meint, in Völ­kerbundskreisen erwarte man auf Grund der Nach­richten aus Rom, wonach Italien aus feiner Drohung, den Völkerbund zu verlassen, Ernst machen könne, die Möglichkeit der Aufhebung der Sühnemahnahmen für den 16. Juni. Der A n - trag des chilenischen Abgeordneten im Achtzehner-Ausschuß werde insbesondere vom Schweizer Vertreter Motta unter­stützt. Es komme darauf an, daß Vasconcellos den 18er Ausschuß für den selben Termin einbe­rufe, an dem der Völkerbundsrat Zusammentritt, d. h. für den 16. Juni, da der Völkerbundsrat nicht allein über eine Aufhebung der Sühnemahnah­men bestimmen könne. Der Wiedereintritt Italiens in fein europäisches Aufgabengebiet hänge von den Beschlüssen dieses Tages ab. Die Tatsache, daß Ita­lien einen Vertreter zur Sitzung des Mandatsaustausches nach Genf entsandt habe, werde als Beweis des guten Willens Italiens aus­gelegt. Auch in England scheine man jede Unklug­heit vermeiden zu wollen und gehe vorsichtig vor.

Eine Munitionsladung, die zu spät kam.

London, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der DampferLa Sainte Marie" irrte seit mehreren Ta­gen mit einer Waffen- und Munitions­ladung, die ursprünglich für Abessinien bestimmt war, in den englischen Gewässern umher. Es soll sich um ein englisches Schiff handeln, das angeblich von Finnland aus eine Fahrt nach Abessinien angetreten hatte. Als es auf dem Wege über verschiedene europäische Häfen in Gibral­tar eingetroffen war, erfuhr der Kapitän, daß der abessinische Krieg zu Ende fei. Er beschloß daher, nach England zu fahren, um seine Waffen­ladung wieder los zu werden. Die Durchführung dieser Absicht ist ihm jedoch bisher nicht gelun­gen. Don Dungeneß, das er zuerst anlief, wurde er zunächst nach der Insel Guernsey im Kanal ver­wiesen. Aber sowohl die Behörden von Guernsey als auch die der Insel Lundy im Bristolkanal ver­weigerten die Ausladung der Waffen. DieSaint Marie" versuchte darauf gestern, ihre gefährliche Ladung auf der im Verwaltungsgebiet von Guernsey liegenden Insel Sark auszuschiffen. Das königliche Gericht in Guernsey verhinderte das Vorhaben; man nimmt an, daß sich das Schiff nun nach London begeben wird. Die Ladung besteht aus Gewehren, Granaten, Brandbomben und Mu­nition.

Verstärkungen für Palästina.

London, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) An­gesichts der unruhigen Laae in Palästina ist ein weiteres britischesBataillon von Kairo nach Palästina entsandt worden. Nach einem Be­richt aus Haifa sollen neue englische Artil­lerie-Truppen herbeigeholt werden, um gegen die bewaffneten Banden vorzugehen, die sich in den Hügeln außerhalb der Städte versteckt halten. Die gegenwärtige Stärke der britischen Streitkräfte beträgt fünf Infanterie-Bataillone und eine Kom­panie leichter Tanks und Panzerwagen.

Das Flaggschiff des Oberbefehlshabers der briti­schen MittelmeerflotteB a r h a m" hat auf der Höhe von Haifa Anker geworfen. Admiral Sir Dusley P o u n d hat an Land eine Besprechung mit dem Oberbürgermeister von Haifa gehabt. Die Lage in der Stadt und in der näheren Umgebung wird als ruhig bezeichnet, doch liegen verschiedene Fälle von Brandstiftung an der noch nicht eingeholten Ernte vor. An einzelnen Stellen ist es auch zu Schießereien gekommen.

Wie Reuter meldet, Haven die Unruhen seit dem 29. April 48 Tote und 331 Verwundete gefordert; 24 der Toten waren Juden, 22 Mohamedaner und zwei Christen. Die Verwundeten setzen sich aus 182 Mohamedanern, 105 Juden und 44 Christen zu­sammen. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß nicht etwa die Juden, sondern die Araber die grü­ße r e n D e r l u st e in den Unruhen erlitten haben. Hingegen wurden seit dem 19. April 969 Araber und nur 275 Juden verhaftet. 493 Araber sind be­reits abgeurteilt worden. Die meisten jüdischen Ver­hafteten wurden freigesprochen ober sind noch nicht vor Gericht erschienen.

Große Bestechungsaffäre in Japan.

Tokio, 28. Mai. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Wegen Annahme von Bestechungsgeldern wurden hohe Beamte des Eisenbahnministeriums und der Eisenbahndirektion Tokios verhaftet. Die Bestechungen erfolgten bei der Vergebung der Bau­arbeiten an dem Tunnel zwischen Modschy und Schimonoseki, der die südliche japanische Insel Kiu- ichiu mit der Hauptinsel Hondo verbinden soll. In Tokio besteht eine Vereinigung der Baufirmen, die sichKlub der Achtzehn" nennt. Diese Ver­einigung verteilt die Bauaufträge an die angeschlos-

Vorbereitung zum Veichshandwerkertag.

Oer große Zestzug des deutschen Handwerks.

Frankfurt a. M., 26. Mai. (LPD.) In Zu­sammenarbeit mit allen Handwerksberufen sind die Vorbereitungen für einen großen künstlerisch aus­gestalteten Festzug des deutschen Hand­werks während des Reichshandwerkertages in Frankfurt a. M. (5. bis 10. Juni) beendet. Fünf Kilometer lang wird der Festzug sein und Hand­werker aller Kategorien in Berufstracht werden 50 Festwagen begleiten, die sowohl handwerklicher als auch künstlerischer Kritik in jeder Weise standhalten werden. Der Festzug ist in sechs Hauptgruppen auf­geteilt, in denen die einzelnen Handwerkszweige zu- sammengefaßt sind. Formationen aller Gliederun- aen der Partei werden ihn eröffnen und damit kundgeben, daß das unter der nationalsozialistischen Gesetzgebung wiedererstandene Handwerk sich des Schutzes und der Fürsorge der Partei erfreut. Die Entwürfe für die Feftwagen flammen vom Hand­werk selbst, die Ausgestaltung erfolgt in enger Zu­sammenarbeit mit bekannten Künstlern. Der Hand- werkersestzug wird sich durch die Hauptstraßen der Stadt des deutschen Handwerks bewegen und in einer großen Kundgebung auf dem Opernplatz enden. Eine Reihe der Festwagen wird im übrigen an dem Kongreß für internationale Freizeitgestaltung in Hamburg teilnehmen.

Ein Ausruf des Reichshandwerksmeisters.

NSG. Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt erläßt zum Reichshandwerkertag 1936 (5. bis 10.Juni) folgenden Aufruf an das Führerkorps des deutschen Hand­werks:

Der Reichshandwerkertag 1936 steht vor der Tür. In enger Zusammenarbeit mit den Dienststellen der Partei, der Deutschen Arbeitsfront und des Reichs- standes des deutschen Handwerks find die Vorberei­tungen getroffen worden. Frankfurt a. M., die Stadt des deutschen Handwerks, ist für den diesjährigen Führerappell gerüstet. Das Führerkorps des deut­schen Handwerks hat nunmehr unter Beweis zu stel­len, daß die Arbeit der Handwerksführung in den letzten Jahren erfolgreich gewesen ist. Die Oeffentlichkeit sieht auf euch! Von eurem Auftreten hängt es ab, wie das deutsche Volk in Zukunft das Handwerk wertet. Der Eindruck, den der diesjährige Reichshandwerkertag hinterlassen wird, ist bestim­mend für die Erfolge unseres ferneren Schassens. Daher erwarte ich, daß jeder Teilnehmer durch diszipliniertes Verhalten zur Hebung des Ansehens des deutschen Handwerks beiträgt.

Ihr DAF.-Walter und führenden Meister des deutschen Handwerks habt in den vergangenen Jahren eure Pflicht erfüllt. Unter teilweise erheblichen persönlichen Opfern habt ihr eure Kraft daran gesetzt, die Angehörigen unseres Be­rufsstandes nicht nur organisatorisch z u - sammenzusch mieden, sondern auch welt­anschaulich, sozialpolitisch auszu­richten und wirtschaftlich zu fördern. Groß waren die Aufgaben, die ich euch stellen mußte, und schwer waren die Wege, die manchmal zu gehen waren. Als treue Soldaten unseres Füh­rers seid ihr euren Berufskameraden alb zeit Vorbild und Ratgeber gewesen. Daß das deutsche Handwerk wieder mehr und mehr zu

Ehren kommt und die Anerkennung von Partei, Staat und Volk gefunden hat, ist nicht zum kleinsten euer Verdienst.

Aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht, und da­her gilt es, mit noch größerer Zähigkeit, noch stär­kerer Begeisterung, noch höherem Opfersinn wei­terzuarbeiten, damit das Handwerk in sich gesunde und sich nicht nur als notwendiges, sondern auch als wertvolles Glied in die Volksgemeinschaft einfüge. Wenn ich euch also zum Reichshandwerker- tag nach Frankfurt a. M. rufe, so geschieht dies nicht, um ein Fest zu begehen, sondern zum Zwecke ernste st erArbeit. Zahlreich sind die Probleme, die noch von uns gestellt werden. Nur dann, wenn ein einheitlicher Wille das gesamte Hand­werk erfaßt und zur Tat vorwärts drängt, kann es uns gelingen, das große Werk zu vollbringen, zu dem wir berufen sind.

Der Leitspruch des diesjährigen Reichshandwerker­tagesArbeit und Ehre" weist darauf hin, daß das deutsche Handwerk nur durch den Einsatz all seiner Kräfte und Fähigkeiten den Kampf mit dem Schicksal meistern wird, daß weiter die Arbeit nur dann von Segen fein kann, wenn sie aufs engste mit dem Ehrbegriff verbunden ist. Das Handwerk kann in des Wortes wahrstem Sinn nur durch Arbeit wieder zur Ehre kommen und, nachdem Weg und Entwicklung durch die nationalsozialistische Gesetzgebung sichergestellt sind, müssen die großen Rechte, die uns im Dritten Reich eingeräumt worden sind, durch die selbstverständliche und freiwillige Uebernahrne noch größerer Pflichten ausgeglichen werden.

Ihr DAF.-Walter und führenden Meister seid mir dafür verantwortlich, daß der Gemein- s ch a f t s b e g r i f f, den das Handwerk aus der Vergangenheit herübergerettet hatte, sich in eine Leiftungsgemeinschaft umsetzt, die den Weg für die praktische Arbeit im Dienst des deut­schen Volkes frei macht. Ihr seid mir dafür ver­antwortlich, daß das Handwerk sein Tun und Han­deln ausschließlich von der nationalsozialistischen Idee leiten läßt und sein Wollen und Wirken dem Aufbauwerke unseres Führers dienstbar macht.

Der Reichshandwerkertag 1936 wird eine Reihe grundlegender Arbeitsrichtlinien für euch bringen. Die größte Sorge aber wird der Ertüchtigung unseres Nachwuchses gewidmet fein. Ich er­warte von den führenden Meistern und DAF.- Waltern, daß sie die ungeheure Bedeutung gerade dieser Aufgabe voll erkennen und keine Mühe scheuen, um sie zum Erfolg zu führen. Darüber hin­aus werden am Reichshandwerkertag in zahlreichen Arbeitstagungen weltanschauliche, wirtschaftliche und soziale Probleme zur Erörterung stehen, deren Kenntnis und Beherrschung für jede fruchtbringende weitere Tätigkeit unentbehrlich sind.

Möge der Reichshandwerkertag, der im ver­heißungsvollen Zeichen der gemeinschaftlichen Ziel­setzung der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk und des Reichsftandes des deutschen Handwerks steht, die Früchte zeitigen, die ich von dieser Ver­anstaltung erhoffe.

Möge das Führerkorps des deutschen Handwerks zeigen, daß es gewappnet ist für den Kampf um die Wiedererstarkung unseres Volkes und damit auch die Wiedergesundung des deutschen Handwerks, tzez. W. G. Schmidt, Reichshandwerksmeister.

senen Firmen und unterhält eine sogen. Klubkasse, die die Gelder für die Bestechungen undProvi­sionen" auszahlt. Der Eisenbahnminister erklärt, daß rücksichtslos gegen die Täter vorgegangen werde. Die Untreue der festgenommenen Beamten sei um so mehr zu beklagen, als gerade jetzt die Erneue­rung des Saates durch ein sauberes Beamtentum proklamiert worden sei.

Deutsch-ungarisches Kultur­abkommen.

Der Führer empfängt den ungarischen Kultusminister.

Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing in Gegenwart des Reichsministers Rust den kgl. ungarischen Kultus­minister Dr. H o m a n und den kgl. ungarischen Staatssekretär Dr. von S z i 1 y , die von dem kgl. ungarischen Gesandten Sztojay eingeführt wur­den.

Nachdem bei der Anwesenheit des Reichsministers Rust in Budapest im Herbst 1934 eine kurze, schrift­lich niedergelegte Vereinbarung über die kulturelle und geistige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ungarn abgeschlossen wurde, haben die nun während des jetzigen ungarischen Besuches in der Reichshauptstadt zwischen Reichsminister Rust und dem königlich ungarischen Minister Hom an ge­führten Verhandlungen zum Abschluß eines ein­gehenden und umfassenden Kulturabkommens ge­führt, an dem für die Fragen des Film- und Kunst- austaufches auch der Reichsminister Dr. Goeb­bels beteiligt wurde.

Das Abkommen sieht neben der weiteren Pflege und Erhaltung der der Förderung der deutsch- ungarischen Kulturbeziehungen dienenden kulturel­len und wissenschaftlichen Einrichtungen insbeson­dere den Ausbaudes Professoren-, Stu­dent e.n-, Assistenten - und Schüleraus­tausches vor. Bemerkenswert ist fernerhin die Regelung der ßeFtorenfrage. Auch die Frage der gegenseitigen Veranstaltung von Fe - r i e n F u r f e n , sowie der Förderung des Sprach­unterrichts auf den Universitäten und Schulen finden Berücksichtigung. Der Austausch wissenschaft­licher Werte und Berichte, die Frage des gegensei­tigen LeihverFehrs der BibliotheFen und Archive und die gegenseitige Förderung der Kunstausstel­lungen sind berücksichtigt. Ueber die Frage der Zu­sammenarbeit auf dem Gebiete des Filmwesens werden in einem besonderen AbFornmen Verein­barungen getroffen werden.

Auszeichnung für den ungarischen Kultusminister.

Kultusminister Dr. H o m a n besuchte in Beglei­tung von Reichsminister Rust die national- politische Erziehungsanstalt in Pots­dam. Anschließend wurde Sanssouci besichtigt und eine Fahrt durch die Schloßgärten von Pots­dam unternommen. Der Minister verweilte dann einige Minuten an der Gruft Friedrichs des Gro­ßen in der Potsdamer GarnifonFirche und ließ sich

die Ereignisse des historischen StaatsaFtes am 31. März 1933 auf dem geschichtlichen Boden er­läutern. Am Mittag sand ein Frühstück beim Ministerpräsident Generaloberst Göring statt. Nach dem Empfang beim Führer und ReichsFanz- ler überreichte Reichsminister Rust feinen ungari­schen Gästen die ihnen vom Präsidenten des Deut­schen Roten Kreuzes mit Zustimmung des Führers verliehenen Ehrenzeichen des Deutschen Rot en Kreuzes. Der Fgl. ungarische Kultus­minister Dr. Homan und StaatsseFretär von Szily wurden mit dem Stern des Ehrenzeichens des Roten Kreuzes ausgezeichnet. Am Spätnachmit­tag besuchten die Gäste mit Reichsminister Rust in Begleitung des Reichssportführers von Tschammer und Osten das Gelände der Olympischen Spiele, deren Bauten und Anlagen die größte Bewunderung der Besucher fanden. Am Abend hatte der ungarische Gesandte zu einem Abendessen in den Kaiserhof geladen.

Oer Streik

in den pariser Vororten.

Paris, 28. Mai. (DNB. FunFspruch.) Der Streit in den FabriFen der Pariser Vororte hat sich weiter entwickelt. Es handelt sich neben den bereits gestern genannten Automobil- und Flug- zeugfabriFen Nieuport, HotchFiß und Lavalotte um einen Teil der Renauld-WerFe, die Hlspano-Suiza- WerFe, die Farman-FlugzeugfabriFen, die Arniot- MetallfabriFen sowie um die Dewoitine Maschinen- fabriF. In allen Betrieben blieben die Belegschaften wiederum in den Maschinenhallen. Sie ließen durch kommunistische Vertrauensleute ihre Forderungen der Werksleitung überreichen.

In der Rechtspresse wird besonders auf die Tat­sache hingewiesen, daß sich die Polizei fast überhaupt nicht sehen ließe.Ami du Peuple" ist der Meinung, daß die Werksleitungen von der Arbeiterschaft diesmal noch auf freiem Fuß gelassen worden seien und daß auf ihren Wunsch hin die Polizei nicht eingeariffen habe. Der diensttuende Polizeibeamte eines Streik­gebietes habe erklärt, die Streikenden würden, falls sich bewafsnete Polizei oder Mobilgarde blicken ließen, sofort die Maschinen zertrümmern und die Fabriken in Brand stecken. Die Ruhe, in bei­der Streik augenblicklich verlaufe, würde durch ein polizeiliches Eingreifennur gestört" werden.

Am Mittwochabend spielten sich in den Werken dieselben Szenen ab, wie am Vortage. Kraftwagen der kommunistischen Partei brachten Musikinstru­mente, Nahrungsmittel, Wein und Decken zu den Streikposten, die dann die Verteilung an die Beleg­schaften übernahmen. Musik und Gesang ertönte aus den sonst lärmenden Maschinenhallen bis spät in die Nacht. Die kommunistischeHumanitä" meint, man müsse sich wundern, daß die Werksleitungen die Arbeiterschaft noch immer auf eine Antwort auf diegerechten Forderungen" warten ließen. Die Erfahrung habe gelehrt, daß ein Streik an den Maschinen meist schneller zu einem Erfolg führe, als ein einfacher Austritt. Die Kommunistische Partei billige die Haltung der Arbeiter voll und ganz. Es gebe in Frankreich jedoch noch große Ge­biete, in denen die Not weit großer sei. Die Partei

sehe es daher als ihre Pflicht an, auch In diesen Gebieten d i e notwendigen Aktionen zu eröffnen.

Oer Führer zeichnet zumOankopfer der Nation".

Berlin, 28. Mai. (DBB.) wie betDSMsche Beobachter- meldet, zeichnete gestern nachmittag der Führer in der Reichskanzlei feinen Beitrag für das Dankopfer der Ration in die Ciffe der S 2L- S f a n b a r I e 4.

Oer Veichsbote verboten.

Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda hat die WochenschriftDer Reichsbote" ver­boten.Der Reichsbote" hatte durch u n f a ch » liche Berichterstattung bereits früher An­laß zu Beanstandungen gegeben. In feiner letzten Nummer hat er in feinem Leitartikel rein kirch­liche Fragen auf das ftaatspolitifche Gebiet herübergespielt und zugleich durch unwahre Angaben das kirchliche Befrie- dungswerk gefährdet. Dadurch wurde das Verbot notwendig."

Französisches Interesse für Becks Belgrad-Reise.

Paris, 28. Mai. (DNB. Funkfpr.)Oeuvre" schreibt, die Reise des polnischen Außenministers Beck nach Belgrad scheine ohne jedes positive Er­gebnis zu verlausen. Die Außenpolitik Jugoslawiens hänge weiter vom Quai d'Orsay und Foreign Office ab. Belgrad habe vor einigen Tagen am Quai d'Orsay noch einmal dringend anfragen lassen, was Frankreich tun werde, falls Italien einmal Jugo­slawien nicht respektieren sollte. Die Antwort auf diese Frage werde die kommende sozialistische Re- aierung Frankreichs zu erteilen haben. Von dieser Antwort hänge die gesamte Außenpolitik der Kleinen Entente und des Balkan-Bundes ab.

Mit wenig Freude habe man in Belgrad die englische Weigerung ausgenommen, den Gebiets­stand Jugoslawiens, wie er im Mittelmeerpakt fest­gelegt sei, zu garantieren Trotzdem habe man in Belgrad d>as Vertrauen auf England nicht ver­loren. Man wisse in Belgrad sehr wohl, daß Eng­land augenblicklich an der griechischen und türkischen Küste mit dem Ausbau ft a r F e r Flotteh- stützpunFte beschäftigt sei. Man sei auch über­zeugt, daß England mit allen feinen Kräften seine Vorherrschaft im Mittelmeer verteidigen werde. Das Vertrauen Jugoslawiens in die englische Mittelmecr- und Südeuropa-PolitiF sei nach wie vor fest. Alles in allem werde die Reise Becks Feine Rückwirkungen auf die jugoslawische Außenpolitik haben, ebenso wenig auf die rumänische oder tschechoslowakische. Die Politik dieser drei Länder baue auf Paris und London. Sie hätten niemals Warschau nötig, um sich eines neuen Schutzes in Europa zu ver­sichern.

Kunst und Wissenschaft.

Internationaler Lhemiker-Loloristenkongretz in Stuttgart.

In Stuttgart wurde der gemeinsame Kongreß des Internationalen Vereins der Che- miker-Coloristen und der Internationalen Föderation textilchemischer und coloristischer Vereine eröffnet. Neben dem Präsidenten und Vorsitzenden der verschiedenen Vereine sah man u. a. den Vor­sitzenden des Ehrenausschusses, Gauleiter und Reichs­statthalter Murr. Der Föderationspräsident Dr. Tagliani (Basel) eröffnete den Kongreß. Die Glückwünsche und Grüße der Reichsregierung über­brachte Ministerialdirigent Spitta (Berlin). Die Ncichsregierung begrüße es, daß die zu bent Kon­greß zusammengeschlossenen Vereine eine internatio­nale Zusammenarbeit auf ihre Fahne geschrieben hätten. Hierauf begrüßte der württembergische Innen- und Wirtschaftsminifter Dr. Schmid namens des Reichsftatthalters und der württembergischen Landesregierung den Kongreß mit echt schwäbischer Herzlichkeit. Den Willkommensgruß der Stadt Stuttgart übermittelte alsdann Oberbürgermeister Dr. Strolin. Hierauf erklärte auch der Präsident des Internationalen Vereins der Chemiker-Colo- riften, Direktor Dr. Egly - Grob (Schweiz), den 19. Kongreß des IVCC. für eröffnet. Staat und Stadt hätten ein außerordentliches Verständnis für die Arbeit der Coloriften und für die Notwendig­keit internationaler Beziehungen gezeigt. Dr. Prior (Chemnitz), der Vorsitzende der Deutschen Sektion, bat die ausländischen Gäste, den Eindruck mitzunehmen, daß Deutschland friedlich mitarbeiten wolle am Ausbau der internationalen Zusammen­arbeit. Sein auf den Führer ausgebrachtes Sieg- Heil wurde von der stattlichen Versammlung be­geistert ausgenommen. Wirtschaftsminister Dr. Schmid eröffnete die aus Anlaß des Kongresses auf^ebaute Ausstellung.

Lahrestagung des Sas- und Wasserfaches in München

Nachdem in den Tagen vom 24. bis 26. Mai die Wirtschaftliche Vereinigung deutsche Gaswerke, die Gaskoks-Syndikat AG. und die Vereinigung der Fabrikanten im Gas- und Wasserfach ihre Haupt­versammlung abgehalten hatten, fand am 27. Mai im Kongreßsaal des Deutschen Museums in Mün­chen die Jahrestagung des Deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmännern statt. An Stelle des er­krankten Generaldirektors Dr. Nübling (Stuttgart) wies Direktor Behrens (Kiel) in der Begrüßungs­ansprache darauf hin, daß in der Wiedergeburt des deutschen Volkes durch den Nattonalsozialismus auch das Gas- und Wasserfach von neuem Geist erfüllt worden sei. Das Energiewirtschafts­gesetz gebe dem Gas- und Wasserfach nach voll­zogener Neuorganisation eine bestimmte Lebens­richtung. Dank des allgemeinen Wirtschaftsanstieges habe sich 1935 der Ab s a tz an Gas um rund 570 Mill, cbm = 10,5 v. H., an Wasser um rund 100 Mill, cbm = 8,2 v. H. gehoben. Die Gasver­sorgung biete weit über 200 000, mit Familien­angehörigen erheblich mehr Volksgenossen ihren Lebensunterhalt. Auch der Absatz an Gas- geraten konnte erheblich gesteigert werden. Wäh­rend im Jahre 1934 rund 700 000 Geräte im Werte von 50 Mill. RM. einschließlich Installation aus­gestellt werden konnten, seien im Jahre 1935 etwa 900 000 Geräte im Werte von 63 Mill. RM. auf­gestellt worden. Im Hinblick auf die große national- wirtschaftliche Bedeutung des Gases und feiner flüssigen Nebenerzeugnisse Teeröl und Benzol al- heimische Rohstoffe müsse eine weitere Steigerung der Gasproduktion angestrebt werden. Daher ver­diene die G a s b e 1 e u ch t u n g , für die heute rund 450 Mill, cbm aufgewendet würden, besondere De*