Ausgabe 
28.5.1936
 
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Nr. 123 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Donnerstag, 28. Mai 1636

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Probleme um Abessinien

Don unserem römischen E.-Korrespondenten.

Rom, Ende Mai.

Mit der Einverleibung Abessiniens in das römische Reich ist das gesamte Rote Meer samt Anrainer­staaten in den näheren europäischen Geschäftskreis gerückt und nicht nur die Sache mit England gibt zu denken es fragt sich auch, was mit Frank­reichs kleinem pied-ä-terre am Golf von Aden werden soll. So lange Abessinien nur ein etwas rückständiger, schläfriger Handelskunde war, konnte der Umschlagplatz Dschibuti, von dem die ein­zige Eisenbahn ins Reichs des Löwen von Juda vorstieß, den Bedürfnissen des französischen Rent­ners wie dem übrigen Transitverkehr genügen. Jetzt wird daraus auf einmal em hochpolitisches Problem Denn nicht nur fühlt sich das winzige Stückchen französischen Somalilandes über Nacht seines Hinterlandes verlustig, es schwebt auch sonst, sagen wir offen: militärisch in der Luft

Ob man in Paris wirklich so weit gedacht hat, als Herr Laval in jener römischen Dreikönigsnacht dem Tüchtigen freie Bahn verschaffte? Ob Italien nicht morgen oder übermorgen seinennatür­lichen Ausgang" für sein äthopisches Kai­serreich verlangen wird? Und was würde dann wie­der der letzte konkurrierende Anstöher, England, dazu sagen? Schon heute beherrscht Italien als einzige Großmacht das Rote Meer, die Straße Dort Bab el Mandeb, den Seeweg nach Indien! Die bri­tischen Sorgen sind alles eher als unbegründet.

Schon wird der Spaten angesetzt, um Dschibuti obzuschneiden. Italien plant eine Eisenbahn­linie, die von der abessinischen Strecke bei Diree- Daua, nordwestlich von Harrar, abzweigt und den ganzen Verkehr nach A s s a b an der altitalieni­schen Eritreaküste ableitet. Dort ist auch der Aus­gang des Roten Meeres, sozusagen des Suezkanals, und mit einer in der Mitte der Meerenge gelegenen Insel hat sich Italien die Zunge im Mund des Indischen Ozeans gesichert. Bon Tag zu Tag staunt man mehr über den Weitblick Mussolinis. Assab soll zu einem großen Hasenplatz ausgebaut werden, wenn es technisch möglich ist, und Dschibuti läge damit vollends auf dem Trockenen.

Später wird es dann wieder eine Abzweigung von der neuen Eisenbahnlinie über Dessie und Makalle nach Adigrat und Adua geben, von wo sie in die schon vorhandene Strecke Asmara Massaua einmündet. Wirtschaftlich gehört das Ge­biet nördlich der Linie AssabTanasee zum mitt­leren Roten Meer, das südlich von Harrar gelegene hingegen strebt zum Indischen Ozean. Es soll in der Hauptsache zunächst nur durch gute Stra­ßen erschlossen werden, das geplante Netz wird bereits unter riesigem Geldaufwand in Angriff ge­nommen. An 3000 Kilometer geteerte Straßen, die der Regenzeit trotzen können, sind vorgesehen. Und man kann sich nur abermals wundern, wenn jetzt so viele englische Zeitungen schreiben, das alles sei nur Bluff, weil Italien unmöglich das Geld für solche Herkulesarbeiten aufbringen könne. Zuerst wurde ihm ins Gewissen geredet, es solle sich doch nur ja nicht an dem kriegerischenAbenteuer" ver­bluten, und nun, wo es so überraschend gut aus- aeganaen ist, zeigt man sich besorgt darüber, ob seine Kräfte zur Ausbeutung des Landes ausreichen könnten. Dabei wird nur die Kleinigkeit übersehen, daß manche Leute gerne bereit sind, die Politik zurückzustellen, wo ein Geschäft winkt. In Rom erinnert man sich hingegen mit Vergnügen an die amerikanischen Oelgesells'chaften, die sich aus solchen Erwägungen heraus nicht scheuten, dem ganzen schönen Benzinembargo einen Strich durch die Rech­nung zu machen.

Wie der gewaltige militärische Aufwand für die Eroberung einer Kolonie, so ist auch der Aus­beutungsplan etwas Neues in der modernen Geschichte. Rom gedenkt eben Abessinien nicht bloß nach den bisher üblichen Kolonialmethoden zu er­schließen, sondern ein Stück Mutterland oaraus zu machen, ein auf Menschenalter hinaus ausreichendes Siedlungsgebiet für Weiße. Gelingt das, so hat Mussolini nicht bloß die Arbeitslosigkeit behoben, sondern auch die größere, die außenpoli­tische Schwäche Italiens: seine Abhängigkeit von den Rohstoffen anderer Länder.

In den Köpfen spukt bereits eine Art Goldfieber, ein Gründerrausch, doch läßt die Regierung die Zügel nicht schleifen, sondern geht, auch das ist etwas 'Neuartiges, systematisch ans Werk. Geld scheint keine Rolle zu spielen. Der Wettlauf mit dem Kolosseum, der Bau eines ebenbürtigen Monumen­talwerkes an der Via dell'Jmpero, der den Dank der Nation für die Wiederaufrichtung des Imperiums versinnbildlichen kann, hat kaum begonnen und schon fließen Summen, die selbst in reicheren Läüdern Aufsehen machen würden. Die Millionenzeichnungen und -spenden überstürzen sich, der Staat braucht nicht selber in den Säckel zu greifen. Und dennoch strömt das Geld auch gleichzeitig nach Ostafrika und in nicht geringeren Mengen. Ob dort alle Blüten­träume reifen werden, steht allerdings dahin. Oel! Goldl Platin! Kohle! Da sollte sich das hineingesteckte Kapital nicht bezahlt machen? Und erst die Kon­zessionen am Tanasee!

Schon verschifft man die Taxameter, als gelte es, sie wie die Pariser seinerzeit bei der Marneschlacht einzusetzen. Addis Abeba hat einen Umfang von sechzig Kilometer. Man denke! Telephone her, Radio- kasten, Draht, Glühlampen, Autos, Autos, Autos! Die Post von Asmara nach der äthiopischen Haupt­stadt wird in drei Stunden zugestellt, denn alles be­fördern die Flugzeuge, die auch nicht selten in Dschibuti niedergehen. Tempo! Tempo!

Ueber Nacht ist die Nass en frage hoch­geschossen. Eine halbe Million weiße Eroberer im

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Zn Deutschland braucht niemand zu hungern.

370 Millionen Reichsmark Gesamtleistungen für das Winterhilfswerk 1935/36.

Berlin, 27. Mai. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing am Mittwochmittag in der Reichskanzlei die Gaubeauftragten und die Mitglieder der Reichsführung des Win­terhilfswerks 1935/36 sowie die Grün­dungsmitglieder der NSV., um ihnen den Dank auszusprechen für ihre Mühewaltung im Dienste des deutschen Volkes. Der Reichsbeauftragte für das WHW., Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, stellte dem Führer die anwesenden Amtswalter der NSV. vor. Nachdem der Führer jeden einzelnen von ihnen durch Handschlag begrüßt hatte, legte Reichsminister Dr. Goebbels dem Führer den Leistungsbericht über das WHW. 1935/36 vor.

Danach steht für das Winterhilfswerk 1935/36 bis jetzt eine Gesamtleistung von rund 3 7 0 Millionen Mark fest. Das Winter- Hilfswerk 1933/34 hatte eine Gesamtleistung von 358 Millionen Mark, das Winterhilfswerk 1934/35 eine Gesamtleistung von 367 500 000 Mark zu verzeichnen. Das Winterhilfswerk 1935/36 hat also gegenüber den Ergebnissen der Vorjahre wieder eine Steigerung gebracht.

An Geldspenden gingen während des Win­terhilfswerks 1935/36 insgesamt 238 Millionen Mark ein. Für diesen Betrag wurden zur Verteilung an die bedürftigen Volksgenossen Sachwerte ein­gekauft.

Die Leistungen im einzelnen.

Die Leistungen des Winterhilfswerks 1935/36 be­trugen im einzelnen an Nahrungs - und Ge­nußmitteln 123 Millionen Mark, wovon für Kartoffeln 45 Millionen Mark, für Brot und Mehl 11 Millionen Mark, für Fleisch und Fieischkonseroen 12 Millionen Mark für Fischfilet 8 Millionen Mar? verausgabt wurden; an Brennmaterial ein­schließlich Kohlen 75 Millionen Mark, an Beklei­dung 75 Millionen Mark, an Haushaltung s- ;egen ständen 8 Millionen Mark, an Gut- cheinen 48 Millionen Mark. Zum Feier- chichtenausgleich für die Bergarbei- t e r wurden 10 Millionen Mark verwandt.

Die Zahl der durch das WHW. betreuten Volksgenossen betrug durchschnittlich während des

Winterhilfswerks 1933/34: 16 617 681, Winterhilfswerks 1934/35: 13 866 571, Winterhilfswerks 1935/36: 12 921247.

In der Gegenüberstellung dieser Zahlen kommt der wirtschaftliche Aufstieg feit dem Jahre 1933 klar zum Ausdruck.

83 Millionen Plaketten.

An Plaketten und Abzeichen wurden bei den Reichssammlungen des Winterhilfswerks 1935/36 83181 682 Stück verkauft. In dieser Zahl sind 10 Millionen Plaketten und Abzeichen in Rest­beständen aus dem WHW. 1934/35 enthalten, die während des Winterhilfswerks 1935/36 mitoerkauft wurden, weil die vorhandenen neuen Plaketten und Abzeichen nicht ausreichten, um die Nachfrage zu befriedigen. Die verkauften Plaketten und Abzeichen hatten einen Gesamtherstellungswert von 4148 000 Mark. Die Plaketten und Abzeichen wurden aus­schließlich in Notstandsgebieten des Rei­ches hergestellt, in denen ganze Städte da­durch für mehrere Monate Arbeit und Brot fan­den. Die Herstellung erfolgte fast ausschließ­lich durch Handarbeit, der Lohnanteil

an dem Herstellungswert der Plaketten und Ab­zeichen beträgt 7 0 bis 8 0 v. H.

Während des Winterhilfswerks 1935/36 wurden zum ersten Male die verschiedenen Organisationen und Verbände an den Reichssammeltagen für das WHW. eingesetzt. Durch diese Maßnahme sind alle Schichten des deutschen Volkes als Sammler für das WHW. 1935/36 tätig gewesen.

DerTag der nationalen Solidari- t ä t" erbrachte im Jahre 1934: 4 021 593 RM. und im Jahre 1935: 4 084 813 RM.

Zu Weihnachten 1935 wurde im ganzen Reich in 30 000 Volksweihnachtsfeiern den vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen und unter ihnen 5 200 000 Kindern eine besondere Weihnachts­freude bereitet. Allein in Berlin betrug die Zahl der auf diesen Weihnachtsfeiern zur Verteilung gelang­ten Pakete 800 000 Stück.

Der Patenschaftsgedanke wurde auch während des Winterhilfswerks 1935/36 weiter aus­gebaut. Eine große Anzahl wirtschaftlich besser ge­stellter Familien hat sich über ihre regelmäßigen Spenden hinaus besonders kinderreicher Familien angenommen.

Dr. Goebbels brachte im Anschluß daran zum Ausdruck, daß die Gaubeauftragten für das Winter­hilfswerk, die hier stünden, nicht nur die 1 250 000 unbekannten Helfer des WHW repräsentierten, son­dern auch die vom WHW. betreuten dankbaren Volksgenossen und schließlich das gesamte deutsche Volk, dem das WHW. für seine notleidenden Volksgenossen zu einer selbstverständlichen Ehrenpflicht geworden ist.

Zum Schluß erinnerte Reichsminister Dr. Goeb­bels daran, daß der Führer zur Eröffnung dieses Winterhilfswerks davon gesprochen habe, um wie­

viel lästiger der Hunger als das Sammeln sei.Sie können stolz sein, mein Führer, in dem glücklichen Gefühl", so sagte Reichsminister Dr. Goebbels, einer der wenigen Staatsmänner zu sein, die ein Volk regieren, in der wirklich niemand zu hungern braucht."

Der Dank des Führers.

Der Fühter dankte in herzlichen Worten den Amtswaltern des WHW. für die Arbeit und Mühewaltung des letzten Winters. Er erklärte daß es für alle das schönste Gefühl und der erhebendste Dank sei, für ein Volk arbeiten zu dürfen, das einer solchen Leistung fähig fei. Nicht nur er sei der einzige Staats­mann, der ein Volk regiere, in dem wirklich niemand zu hungern brauche, sondern auch das deutsche Volk sei das einzige Volk, in dem e i n solches soziales h ilsswerk möglich sei. Das WHW. sei eine einmalige ge­schichtliche L e i st u n g der sozialen Arbeit, und die Gaubeaustragten des WHW könnten stolz sein, an diesem einzigartigen Werk an hervorragender Stelle Mitarbeiten zu können. Der Führer dankte insbesondere Reichsminister Dr. Goebbels dafür, daß er auch im letzten Winker wieder feine Arbeitskraft, seine Genialität und seine Erfindungs­gabe in den Dienst dieser großen Aufgabe gestellt habe. Der Führer lud sodann die Amts­waller des Winterhilfswerks ein, zum Mittag- ' essen seine Gäste zu sein.

Dem Führer werden die Mitarbeiter der WHW.-Organisation vorgestellt. Er dankte den Helfern durch ' Handschlag für ihre aufopfernde Tätigkeit. Links: Reichsminister Dr. Goebbels und Hauptamtsleiter Hilgenfeldt. (Presse -Jllustration-Hoffmann-M.)

©er Duce wünscht eine englisch-italienische Annäherung. Die Sanktionen sind nach italienischer Auffassung das einzige Hindernis für eine Verständigung.

Land und feine Frauen. Die Soldaten haben also mit den schwarzen Mädchen Bekanntschaften ange­schloffen und die Jaccietta nera, das Mohrengesicht­chen, scheint ihnen, nach dem rasch volkstümlich und durch Plagiatprozesse noch bekannter gewordenen Schlager zu schließen, nicht übel zu gefallen. Wie soll sich Rom dazu verhalten?

ImMessaggero" ist ein Alarmruf erschienen, der diese Frage als größtes der vielen, täglich neu auftauchenden Probleme hinstellt Soll man das Mulattentum dulden oder gar, wie manche es offen tun, unterstützen? Bisher hat sich gezeigt, daß bei solchen Rassemischungen die Kinder zwar alle Mängel der farbigen Mutter, aber wenig Vorzüge des weißen Vaters aufweisen. Nach General Bal- dissero, einem erfahrenen Afrikaner, wächst hier eine wahre Gefahr herauf. Vergessen wir den Streit, denken die sorglosen Soldaten, und bilden wir eine einzige große Familie! Es wimmelt bereits von Ansichtskarten und Bildern aller Art, die in einer solchen Versippung ein riesiges Ver­gnügen sehen wollen. Ja, einer der bedeutendsten italienischen Schriftsteller preist in den kleinen Mischlingen den Triumph der Liebe! Schundlitera­tur, urteilt hingegen die genannte Zeitung.

Man dürfe die' Schranke zwischen Weißen und Schwarzen nicht niederreißen, was solle sonst aus dem neuen Imperium werden? Einziges Gegen­mittel: Weihe Frauen nach Abessinien! Vor allem die Familien der Soldaten und Arbeiter nachkommen lassen, die drüben bleiben (was die meisten wollen).

In der Tat, die Vorbilder in Brasilien und Para­guay, wo Mestizen und Mulatten strichweise schon überwiegen, sind nicht verlockend. Und Rom weiß schließlich auch aus seiner eigenen Jmperiumszeit ein Lied vom Niedergang infolge Vermischung mit artfremdem Blut zu fingen.

Eine Unterredung mit Mussolini

London, 28. Mai. (DNB. Funkspruch.) In einer Unterredung mit dem diplomatischen Korre­spondenten desDaily Telegraph" erklärte Mus­solini, daß die Beendigung der Sanktionspolitik den Eintritt Italiens in die Reihe der befriedigten Mächte" kennzeichnen werde. Die kleineren Mittelmeerstaaten hätten durchaus nichts von Italien zu befürchten. Italien habe Freundfchaftsverträge mit Griechen­land und der Türkei und fei entschlossen, sie einzuhalten. Der Korrespondent stellte dann mehrere Fragen über die zukünftige italienische Politik im Mittelmeer: er wollte wissen, durch was für einen internationalen Vertrag die Aufrechterhal­tung des Status quo im Mi11elmeer gewährleistet werden könnte und ob Italien einen Pakt begünstige, an dem nur die Großmächte beteiligt wären oder ob es alle Mi11elmeer­st a a t e n hinzugezogen sehen möchte. Musso­lini antwortete: Solange Sanktionen aufrecht­erhalten werden, kann und will Italien keiner­lei politische Initiative für ein Mittel­meerabkommen ergreifen. Wenn jedoch die Sank­tionen einmal aufgehoben seien, dann werde Italien dieses Problem mit dem Wunsch nach einer

Verständigung und im Seifte der Zusam­menarbeit und des Friedens prüfen.

2luf die Frage des englischen Pressevertreters, ob ein Plan für die Organisation einer großen schwarzen Armee vorhanden sei, erwiderte der Duce, er könne in Italien selbst acht Millionen Soldaten auf die Beine stellen. Italien brauche daher keine schwarze Armee, weder in Afrika noch in Europa. Er halte esin der neuen und unwider­ruflichen Lage" für angebracht, Besprechungen zu eröffnen, um d i e wirtschaftlichen Inter­essen Frankreichs und Englands in Afrika mit den italienischen Interessen in Ein­klang zu bringen. Die Interessen Englands am Tanasee würden streng geachtet wer- den. Eine Vereinbarung sollte einfach und leicht zu erreichen sein. Sobald die britischen Schisse im Mittelmeer zurückgezogen würden, werde auch die gesamte italienische Streit­kraft in Libyen nach Hause gesandt werden. Eine englisch-italienische Annäherung sei nicht nur erwünscht, sondern notwendig. Er werde alles tun, was in seinen Kräften ftebe. uac sie herbeizuführen.

Der Korrespondent stellte dann die Frage, ob die Unabhängigkeit Oesterreichs immer