Ausgabe 
27.7.1936
 
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Ir. 173 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Montag, 27. M Mb

Die Sommerarbeit der AS.-Irauenschast im Gau Heffen-Aaffau.

RSG. Juli und August sind ja eigentlich Ferien­monate. Es finden keine Heimabende der NS.- Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes statt und alle Arbeiten werden auf das Notwendigste beschränkt. Die Arbeit der Hausfrau kann aber auch in diesen Monaten nicht ruhen. Die Norratswirl- schaft stellt ihre Ansprüche, Garten und Feld be­dürfen der Pflege, und die reifenden Früchte müssen verwertet werden. So hört auch die Arbeit der AbteilungVolkswirtschaft Hauswirtschaft" in diesen Sommermonaten nicht auf. Im Gegenteil! jetzt zur E i n m a ch z e i t holt sich die . Hausfrau gern einen Rat bei der Abteilung oder läßt sich durch Kurse und Vorführungen unterrich­ten über Süßmostbereitung, Fifchver- brauch im Sommer, Kampf dem Ver­derb, Gartenarbeiten und Schädlings­bekämpfung, Gesundheitspflege im Sommer usw.

In einigen Ortsgruppen der NS.-Frauenschaft wurden die letzten Heimabende vor den Ferien dazu benutzt, gemeinsam die Flachsfelder zu jä­ten, die der Reichsnährstand in der Gemarkung an­gelegt hat. Trotz vieler Landarbeit finden sich immer noch Frauen zusammen, die für die NSV. arbeiten:

Strümpfe und Wollsachen werden ausgebessert und Wäsche genäht für den kommenden Winter.

Vielfach konnte man in den letzten Wochen auf den Landstraßen unseres Gaues Omnibussen be­gegnen mit singenden Frauen, die gemeinsam einen kleinen Ausflug in ihre weitere Heimat unter­nahmen. Für viele ist das ein ganz großes Ereig­nis und ein unvergeßliches Erlebnis: nach der ge­meinsamen Arbeit des vergangenen Jahres nun auch die gemeinsame Freude, das Erlebnis der schönen Heimat.

Bei einer solchen Fahrt durch wogende Kornfel­der zwischen fruchtbehangenen Obstbäumen und durch saubere kleine Ortschaften sieht man recht ver­schiedenartige Bilder. In einem kleinen stillen Dorf vor dem Schulhaus stehen gerade mitten in der Sonne ein gutes Dutzend Kinderwagen friedlich ne­beneinander. Von Müttern und Kindern ist nichts zu sehen. Drinnen im Schulhaus hält die Wan­derlehrerin des Reichsmütterdienstes Beratungsstunde und hat die Frauen aufge­fordert, dazu ihre Kleinsten mitzubringen. Ein guter Rat läßt sich oft besser veranschaulichen, wenn man ihn am lebenden Objekt beweisen kann.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Geheime Wünsche!

O wir tragen sie alle mit uns herum. Hand cr'fs Herz! Ist jemand da, der das ernstlick be- Mten wollte. Er würde vergeblich der Wahrheit eh Schnippchen schlagen wollen, denn einen Men- ften ohne geheime Wünsche gibt es einfach nicht, (f sei denn ein übersättigter Lebegreis oder ein abgemachter Trottel. Und beide Spezies find unter D - Gattung der Menschen erfreulicherweise nicht k r häufig.

Rein, Tatsachen soll man nicht bestreiten. Es hat timen Sinn, die eine Hand beschwörend zur Ab- Aihr zu erheben und die andere unterdessen in der Kcktasche recht wohlgefällig auf dem eben erstan- dmen Lotterielos ruhen zu lassen. Auf dem Lotte- illos, jawohl! Ist es etwa eine Schande, in der L-terie zu spielen, um zu sehen, ob die Glücksgöt- fir uns einige Freundlichkeiten erweisen will? Wahrhaftig, es ist keine Schande und außerdem ist es ja gerade die Lotterie, die nicht wenigen von in» die Erfüllung ihrer geheimen Wünsche sichern so... Zumindestens hoffen sie es und schicken ihr Hi snungsschifschen immer wieder mit stolz gebläh­te Segeln auf neue Fahrt.

Denn das ist ja des Pudels Kern: daß sich die D"wirtlichung unserer geheimen Wünsche in vielen FDlen erst möglich macht mit der rollenden und kl genden Münze.Wenn ich erst Geld verdiene, de in kaufe ich mir ein Fahrrad", sagt der Dreizehn­jährige, der brennend gern die Pedale treten mchte. Ist einige Jahre später sein höchster Wunsch erüllt, lockt ihn natürlich in viel stärkerem Maße da Motorrad.Donnerwetter, wenn ich doch erst mi auf einer anständigen Maschine sitzen könnte." Wir ihm dann das Schicksal gnädig und er kann kvilklich auf seiner Knattermaschine durch die Ge- ge8d rasen, dann streift sein Blick auf den Park- plyen mit stiller Begehrlichkeit die schnittigen Ai 05.

-5 braucht nicht immer mit dem Fahrrade anzu- fagen und bis zum eleganten Mercedes zu gehen. D geheimen Wünsche sind tausendfältig wie der Sind am Meer, und was den einen als höchste S insucht erscheint, hat für den anderen nicht den m besten Reiz. Dafür richtet sich fein Verlangen iriMheim auf Dinge, die wieder den Dritten kaum im regieren. Aber immer oder fast ausschließlich |pült im Hintergründe der gefüllte Beutel eine iihrragenbe Rolle in der Wunschskala unserer Dor- stemngen. Soll man darüber die Achseln zucken ob" gar moralisch den Finger heben?

>5 würde sinnlos sein, denn in der Tat läßt sich lütt leugnen, daß der Goldesel aus dem Märchen in:Leben des einzelnen oft genug vor recht nütz- lici Aufgaben gestellt werden könnte. Nur fragt esttch, ob er auch in der Lage wäre, als dauernder El.scksfpender zu wirken. Da das Märchen diese Rroge verneint, kann man es ruhig dabei bewenden los n. Das Glück liegt eben nicht im Besitz, son- »en im Streben nach den Dingen. Und deshalb »aisn auch all die vielen geheimen Wünsche, die wir iw uns herumtragen, ihre tiefere Bedeutung. Denn ie mögen sein, wie sie wollen: sie beglücken uns 1 mfi) ihr Dasein und das ist für den Alltag unend- ichioiel wert. H. W. Sch.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag.

(Noria-Palast, Seltersweg:Liebeserwachen".

Oer Gau Hesten-Naffau v»r jeglicher Preistreiberei geschützt. b5G. Verschiedene Zeitungsnotizen über die Ein- I »tzmg besonderer Ueberwachungskommissionen in s res- und sozialpolitischer Hinsicht in anderen i Ba.ien des Reiches ließen hier und da bei der Be- i cl erung Hessen-Nassaus die Frage auf- I awgen, ob ähnliches auch im Rhein-Main - Gebiet es, eh en sei.

fterzu wird mitgeteilt, daß schon seit Jahren die UQAP. des Gaues Hessen-Nassau im Verein mit 15 zuständigen staatlichen Stellen und umgekehrt

Oie torpedierte Kuh »nd der pünktliche Dorsch.

! Woot-Geschichten vonKorveiien-Kapiiäna O. G. G. Irhrn. v. Forstner.

vTtn Juli 1910 hatte ich als Kommandant unseres : UürootesU 1" großes Pech.

Üie schossen in der Eckernförder Bucht Torpedos. 'Lm westlichen Strande der Bucht tummelte sich die Jftibgerbe des Gutes Hemmelmark, das Seiner- iiczlchen Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preu- j jtn, unserem damaligen Flottenchef, gehörte, bei 81' glühenden Hitze im Wasser. Auch einem meiner ! Riedas schien die Bullenhitze nicht bekommen zu ioi, denn er lief, statt zum Zielschiff im Bogen il> jsogenannterKreisläufer", der leicht durch Lilthmutzungen in der Steuermaschine entstehen ktt, in brausender Fahrt in Richtung auf dem frn-melmarfer Strand.Wenn das man klar war unser letztes Stoßgebet. Schnell tauch­en mir auf und verfolgten die Torpedolaufbahn Itttiöem Doppelglas, auch die Fangboote eilten JpoT hinter dem Ausreißer her. Unser bangem k tz- Hoffen wurde aber bald jäh erschüttert durch Üd: Ausruf meines Steuermannes:Der läuft da eieaie mitten mang, der kriegt sicher noch 'ne S R, 3u fassen!" Tatsächlich sprang auch unmittel- t>o: darauf der verflixte Torpedo in elegantem nach seinem ersten Aufstoßen auf den fla- c im Strand aus dem Wasser heraus und erledigte 6 fa fi^uf) der Königlichen Herde durchBlattschuß".

1 betm ging der große Krach los. Erst hieß es, c ns iber toten Kuh den Torpedo herauszuziehen vom kleinen Beiboote aus hierbei die wüten- Angriffe des Herden-Hundes unter lautem <1 tupfen des aus feiner Ruhe so furchtbar auf- ksthieckten Hirten abzuweisen. Dann kamen die einüsen Protokolle überEine torpedierte Komg- l'cr.Kuh", die Schadenersatz-Regelung und alles Gottlob war der hohe Besitzer mit der gerade im Atlantischen Ozean, so daß dessen * wrnerroetter" noch nicht sogleich zu befurchten mit dem Inspektor war schon eher zu oer- <HcNn.

wird mir nachfühlen können, daß ich am 2hro dieses Tages nach meinem eigenartigen 4gö',glücf" keine sonderliche Lust verspürte, noch ov weiteren Jagdgeschichten zu hören. Ich hatte o b: ü)q5 Pech gtzends in Kiel in einen Kreis zu 0i Ükm, in dem ein Assessor, der gerade einenka°

vorsorglich die notwendigen Schritte eingeleitet hat.

Die so geschaffenen Stellen haben sich im Rhein- Main - Gebiet in einem Maße bewährt, daß nen­nenswerte Preistreibereien gar nicht aufkommen konnten. Wenn da oder dort derartige Versuche un­ternommen worden sind, wurde rücksichtslos zuge­griffen.

Zu Oberlandesgerichtsräten ernannt.

Die Landgerichtsräte am Landgericht Darmstadt Karl Pfannstiel, Dr. Wilhelm Friedrich und Dr. Adolf Tautphaeus, sowie der Land­gerichtsrat am Landgericht Mainz Dr. Karl Lang wurden zu Oberlandesgerichtsräten am Oberlandes­gericht Darmstadt ernannt.

BOM.-Mädel meldet euch zur Erntehilfe!

Der Informationsdienst der AbteilungPresse und Propaganda" der Gebietsführung 13 der HI. Hessen- Nassau bringt folgenden Aufruf:

Die Ernte steht vor der Tür und verlangt nun eine ganze Menge tüchtiger Arbeitskräfte, die mit dazu beitragen, eine gute Einbringung sicherzustellen. Der Mangel an weiblichen Arbeitskräften auf dem Lande darf sich während dieser Zeit keinesfalls be­merkbar machen. Es ist deshalb die Pflicht eines jeden BDM.-Mädels, das keinem ausgesprochenen Berus nachgeht, jetzt draußen bei der Kornernte, so weit es in seinen Kräften steht, dem Bauern zu hel­fen. Die Arbeit draußen ist Dienst am Volk. E i n jedes Mädel, das gesund und kräftig genug i st, muß es sich zur Ehre rech­nen, das Brot, das wir essen, einmal zum kleinen Teil selb st zu erarbeiten. Es geht heute noch einmal wegen der dringenden Notwendigkeit der Arbeitskräfte für das Land der Ruf an alle BDM.-Mädel:

kommt und helft den Bauern!

Alle Mädel, die sich frei machen können, melden sich bei der zuständigen Einheitsführerin, die die Meldung an den Ortsbauernführer weitergibt. Die Einweisungen an die Leute, die dringend Arbeits­kräfte gebrauchen, erfolgt im Einvernehmen mit dem zuständigen Arbeitsamt. Mädel, die im Heimatort selbst keine Verwendung finden, haben die Möglich­keit, in benachbarten Dörfern eingesetzt zu werden. In solchen Fällen werden die Meldungen an die Bezirksbauernschaften weitergegeben.

In Notstandsgebieten muß die Arbeitsleistung während der Ernte freiwillig sein. Mädel, die

pitalen Bock" geschossen hatte, von nichts anderem als von der Jagd und demWechsel des Wildes" erzählte.

Um die Unterhaltung endlich auf ein anderes Thema zu bringen, warf ich dann ein, daß die Fische, genau wie das Wild, auch ihren ganz regel­mäßigenWechsel" hätten, wie wir vom U-Boot immer wieder beobachten könnten. So träfen wir beispielsweise an jedem Montagmorgen, wenn wir von Kiel auf unseren Uebeungsplatz ausliefen, ge­gen 9.30 Uhr vormittags bei der Stollergrund- Westtonne einen großen alten Dorsch, der neugierig durch eins der Turmfenster in unser Boot hinein­glotzte.

Nun ging die Debatte los, besonders der Herr Assessor wollte mir nicht so recht glauben. Ich schlug deshalb schließlich eine Wette von zwanzig Flaschen Sekt vor, die der Assessor schließlich auch annahm. Hiernach mußte am nächsten Montag gegen 9.30 Uhr vormittags mit fünf Minuten Lizenz nach jeder Seite bei der besagten Tonne ein Dorsch sich bei uns am Turmfenster melden.

Der Montag kam. In Oelzeug und Südwester hatte ich den Assessor gegen das Verbot an Bord geschmuggelt. Nachdem wir gegen 9 Uhr unsere Tauchfahrt begonnen hatten, ging im mit meinem Gast durch das Boot, nachdem ich meinem Steuer­mann befohlen hatte, mir das Jnfichtkommen der Stollergrund-Westtonne zu melden. Der Steuer­mann, den ich über meine Wette aufgeklärt hatte, sagte mir noch zur Beruhigung:Die Wette wer­den wir gewinnen. Herr Kapitänleutnant!"

Gegen 9.20 Uhr kam die Tonne in Sicht, und wir stiegen in Erwartung der weiteren Dinge in den Turm. Immer näher kam die Tonne und schließlich zählte der Steuermann laut die Minuten und dann die Sekunden:9 Uhr 29, 9 Uhr 29 30, 9 Uhr 29 40, 29 50, 29 55, 29 57, 29 58, 29 59, Achtung 30!" Jetzt öffnete ich die Blende des achteren Turmfensters wahr­haftig, da war er! Mit freundlichem, aber etwas stierem Blick glotzte ein großer alter Dorsch mit offenem Maul durch das Fenster. Der Assessor war sprachlos, endlich faßte er sich:Verflucht, dann habe ich die Wette verloren! Es gibt doch Wunder über Wunder in der Natur. Das müßte ich eigent­lich gleich an dieJägerzeitung" schicken. Auch meinem Vater will ich das gleich schreiben, der ist eifriger Angler." Dann wurde er wieder stiller, nun dachte er wahrscheinlich an die 20 Flaschen Sekt, wegen derer er wohl auch noch an Papa schreiben müßte.

noch länger draußen auf dem Lande bleiben, erhal­ten eine Entlohnung, die ihrer Arbeitsleistung ent­spricht."

Amt für Volkswohlfahrt.

Ortsgruppe Giehen-Nord.

Die Geschäftsstelle der NS.-Volkswohlfahrt be­findet sich ab 17. d. M. Walltorstraße 38 p.

Die Sprechstunden finden wie folgt statt: Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr; Orts- gruppenamtsleiter Montag und Mittwoch von 20 bis 22 Uhr; Sachbearbeiterin für M utter und Kind" Montag von 10 bis 11 Uhr, Donnerstag von 15 bis 16 Uhr. Die Sprechstunden müssen unbedingt eingehalten werden.

Der wilde Plakatanschlag nach wie vor verboten.

DNB. Der wilde Anschlag von Plakaten für Wirtschaftswerbung, das ist ihr Anschlag an Gebäu­den, Zäunen, Mauern, Bäumen usw. ist nach wie vor verboten. Er verletzt den Schönheits- und Ord­nungssinn der Bevölkerung. Das letztere gilt auch vom Anschlag von Plakaten, die nicht der Wirt­schaftswerbung dienen. Auch der Schaufensteraus­hang von Plakaten für Wirtschaftswerbung ist ver­botener Wildanschlag, soweit diese Werbung nicht die Waren oder Leistungen des Ladeninhabers be­trifft. Schaufenster sind keine Anschlagsäulen oder Zeitungen. Das Plakat im Schaufenster, dasbe­triebsfremd" ist, lenkt von der Schaufensterauslage ab und schädigte den Ladeninhaber. Diesem zuzumuten, betriebsfremde Plakate auszuhängen, ist unsozial.

Betten in allen Preislagen noch ausreichend vorhanden.

Die Zentralstelle des Olympia-Verkehrs- und Quartieramtes in Berlin hat eine für alle Ol-ympia- Gäfte wichtige Bekanntmachung erlassen, aus der hervorgeht, daß entgegen anders lautenden Nach­richten zu den olympischen Spielen, abgesehen von den mehr als 2 5 0 0 0 0 Privatquartie­ren, auch in den Berliner Hotels und Pensionen noch ausreichend Zimmer verfügbar find.

Weiter wird dringend geraten, sich bei der allein amtlichen Vermittlungsstelle für die Hotel- und Penfionsbetten, das ZentraleOlympia-Ver- kehrs- und Quartieramt Berlin, Am Mühlendamm 1, rechtzeitig durch Bestellschein an=

Als wir mittags aufgetaucht waren, führte ich ihn hinter den Turm. Dort hing immer noch unser Dorsch an dem feinen Draht, mit dem wir ihn vor der Tauchfahrt am achteren Turmfenster angebunden hatten. Im Ratskeller von Eckernförde begossen wir dann den braven Dorsch Dies war übrigens die letzte Wette, die der Assessor mit mir abschloß, er hat mich aber auch künftig mit weiteren Geschichten über denWechsel des Wildes" verschont.

Oie neuen Filme der Tobis Europa.

Das Verleih-Programm der Tobis Europa 1936/37 weist drei schon im vorjährigen Plan ange­kündigte und 22 neue Filme auf. Den wichtigsten Teil der diesjährigen Tobis Europa-Produktion bilden eine Reihe von nationalen, dramatischen und kriminalistischen Großfilmen. So wird Richard E i ch b e r g auf einer Expedition nach Indien die Außenaufnahmen zuDas indiscke Grab- m a l" undDer Tiger von Efchnapur" drehen. Paula Wessely spielt unter Carl Froe - lichs Regie die Hauptrolle inDie Fabrik des neuen Menschen" nach dem preisgekrön­ten Revolutions-Roman der Russin Alja Rach­monowa. Willi F o r st, der Schöpfer vonA l - l o t r i a" dreht zur Zeit in Wien feinen dramati­schenB u r g t h e a t e r" - Film. Carl Anton hat die Außenaufnahmen in Spalato zuW e i ß e Sklaven" mit Camilla Horn u. a. beendet, einem Film, der die Kämpfe zwischen Weißer und Roter Armee um den Hafen Sebastopol zum Hin­tergrund hat. Adolf W o h l b r ü ck spielt nach seinem Kurier des Zaren" in einem zweiten heroischen FilmPort Arthur" die Titelrolle. Den Vertei­digern von Kolberg setzt der nationale Großfilm Ne11elbeck" ein Denkmal Ein Kriminalfilm Stärker als Paragraphen" wurde von Regierungsrat Klütz, Leiter der Justiz-Pressestelle, bearbeitet und ist fertiggefteUt.Trux a" ist der Titel eines geheimnisvollen, spannenden Artisten- Großfilms der Tobis Magna. I. N. E r m o I i e f f bringt einen heroischen FilmTamar a" heraus. Ferner bringt Tobis Europa zwei Renate -Mül­ler- Filme,Die Geliebte von Paris" und Die ganz großen Torheite n", von Carl Froelich inszeniert, einen Rudolf - Forster - FilmSeine Lord schäft serviert", zwei Gustav - Gründgens - FilmeEin Frauen- h e r z", von ihm selbst inszeniert, undDie Frau ohne Bedeutung" unter H. Steinhvffs Regie. Der tragikomische FilmDas Gäßchen vom Paradies" mit dem Filmkind Peter

zumelden und den besonderen Wunsch um Unter­bringung in einem Hotel ober einer Pension aus­drücklich zu erwähnen. Die Vermittlungsgebühr je' Bett beträgt 2 Mark, und ist gleichzeitig mit der Einsendung des Bestellscheines auf Postscheckkonto Nr. 74 OOO einzuzahlen.

Schließlich wird darauf hingewiesen, daß die Gemeinschaftquartiere in erster Linie für die minderbemittelten Gäste des In- und Auslan­des gedacht sind. Bei einer Belegung von weniger als vier Tagen muß ein Zuschlag von 1 Mark für Bettwäsche entrichtet werden. Zur Sicherung des persönlichen Eigentums besteht in den Gemein­schaftsquartieren eine Versicherung. Auch die Be­stellungen für Gemeinschaftsquartiere sind nur an bas Zentrale Olympia-Verkehrs- unb Quartieramt Berlin, zu richten, bei gleichzeitiger Einzahlung ber Vrmittlungsgebührt von 2 Mark.

Polizeibericht.

Wegen widernatürlicher Unzucht festgenommen.

Arn Freitag, 24. Juli, wurden ein älterer Mann und zwei jüngere Leute aus Wieseck, darunter ein Jugendlicher wegen widernatürlicher Unzucht festgenornrnen und dem Gericht zugeführt. Der ältere Mann wurde in Haft behalten, die beiden übrigen wurden entlassen.

Oie deutsche Südamerikapost durch die Vorgänge in Spanien nicht gestört.

LPD. Bekanntlich unterhält die Deutsche Luft­hansa einen Transozean-Postdienst nach Südame­rika. Ein Heinkel-Schnellflugzeug bringt die Post von Frankfurt nach Sevilla. Dort wird die Post von einem ^u-52-Flugzeug übernommen und nach Bathurst (Afrika) und weiter nach Natal (Süd­amerika) gebracht, ober sie wirb in Sevilla bem dort zwischenlandenben LuftschiffGraf Zeppelin" übergeben. Sollten bie Verhältnisse in ber kommen­den Woche in Spanien noch immer so unsicher sein wie jetzt, bann wirb eine Zwischenlanbung in Se­villa nicht in Frage kommen können. Die Lufthansa wirb in biesem Falle ben Transozeanbienst ohne Zwischenlanbung auf spanischem Gebiet burchführen. Die fahrplanmäßige Beförberuna ber Sübamerika- post ist auf jeben Fall gesichert. Wie bisher sinb bie Postsachen für Sübamerika bis Mittwoch um 23 Uhr in Frankfurt beim Postamt 1 ober am Hauptbahn- Hof bzw. bis 2.30 Uhr am Donnerstag am Flug­hafen-Postamt Rhein-Main aufzuliefern.

*

** Gebäubeabbruch in ber Goethe- straße. Das bisher hinter einem unansehnlichen Bretterzaun im vorberen Teil ber Goethestraße, nächst bem Seltersweg stehenbe, früher zur Schaaf- schen Drogerie gehörige Nebengebäude, um dessen Freimachung sich der jetzige Besitzer schon jahrelang bemüht, wird jetzt abgebrochen. Dieses Gebäude diente bis Kriegsausbruch einem ausgedehnten Ge­schäftsbetrieb als Lagerhaus, während es bis- jetzt für Wohnzwecke in Anspruch genommen war. An feine Stelle wird ein freier Hofraum treten, als Ersatz für den abgängigen Bretterzaun wird eine neue, in das dortige Stadtbild paffende Einfriedi­gung errichtet werden.

**Erntenothilfegehtjederanderen Arbeit v o r." In unserer Ausgabe vom Mitt­woch, 22. Juli, veröffentlichten wir aus dem Zei­tungsdienst des Reichsnährstandes eine kurze Ab­handlung unter dem TitelErntenothilfe geht jeder anderen Arbeit oor". Diesem Aufsatz ist ent­sprechend einer Bitte ber Bezirksbauernschaft des Kreises Gießen ergänzend folgendes nachzutragen: Der SatzDie Hilfeleistung erfolgt durch Einzel- beurlaubng, der im weitesten Maße bei Erfüllung der Voraussetzungen zu gewähren ist" ist so zu ver­stehen, daßEinzelurlaub" so auszulegen ist, daß jeder Bauer einen Einzelmann erhalten kann. Be­urlaubungen von Bauern- und Landwirtssöhnen, die zur Zeit im Arbeitsdienst tätig sind, finden grundsätzlich nicht statt. Anträge dieser Art können nicht berücksichtigt werden.

Bosse ist bereits fertiggestellt. Erich Waschneck inszeniertDie göttliche Jette", einen Film aus dem Berliner Theaterleben der Vorkriegszeit. Außerdem wird die Tobis Europa Leni Riefen- st a h l s BergfilmDas blaue Licht" nochmals herausbringen. Weiter stehen auf dem Tobis-Eu­ropa-Programm eine Reihe Lustspielfilme: Ein hei- terer FilmSusanne im Bad e", ein Paul- Hörbiger- FilmS ch a b e r n a ck",Wenn mir alle Engel wäre n", den Carl Froe - l i ch zur Zeit im Rheinland und in Weinheim dreht;E i n Hochzeitstrau m", dessen Außen­aufnahmen an der italienischen Riviera in Kürze beendet sind,Die Leute mit dem Sonnen» st ich", der demnächst an der Donau gedreht wird.

Der bereits mit dem Prädikatkünstlerisch wert­voll" ausgezeichnete Willi - F o r st - FilmAllo­tria" und der KriminalfilmSchatten der Vergangenheit", ebenfalls inzwischen erfolg­reich in Berlin uraufgeführt, in dem Luise IUI r i ch eine interessante Doppelrolle spielt, sind die ersten Qualitätsproben des neuen Tobis-Europa- Programms.

Aerztekunst in alten Handschristen.

In Oxford findet aus Anlaß der Versammlung der britischen Aerztevereinigung eine Ausstellung von seltenen alten Manuskriptschätzen aus der Bobleianischen Bibliothek statt, in ber wichtige Do­kumente zur Geschichte ber Heilkunst gezeigt wer­den. So sieht man in einem Kräuterbuch aus bem 12. Jahrhundert die Zeichnung eines tollwütigen Hundes und dabei einen von ihm gebissenen Mann, der von Wasserscheu befallen ist. Unter ben ältesten mebizinischen Handschriften befindet sich eine, die um 1290 geschrieben ist und die erste bekannte Darstellung einer Sektion enthält. Um drei Jahr­hunderte älter ist ein Missale von 970, das ein Zaubermittel angibt, durch das man feststellen kann, ob ein Kranker leben oder sterben wird, was für die Geistlichkeit für die Verabreichung der Letzten Oeluna von Wichtigkeit war. Uyter ben anderen Manuskripten befindet sich dieRosa Anglica" von John of Gaddesden (1361), der einen der Söhne Eduards VI. von den Blattern heilte, indem er ihn in ein rotes Tuch einwickelte. Aus dem 17. Jabr- hundert stammt das WerkDe Motu Cordis* (1628), in dem William Harvey zuerst feine Ent­deckung des Blutkreislaufes veröffentlichte, von bem er vorher nur feine Vorlesungen in Oxford be­sprochen hatte.