Ausgabe 
27.7.1936
 
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Nr. 173 Erster Blatt

186. Jahrgang

Montag, 27. Zull 1936

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Oie deutsch-österreichische Einigung.

Re chsminister Or. Frick spricht zum Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein. Gruß an den Führer und den österreichischen Bundeskanzler.

Garmisch-Partenkirchen, 26. Juli. (DNB.) Der Sonntag bildete den Höhepunkt der seit Frei­tag in Garmisch-Partenkirchen tagenden 62. Haupt- versammlung des Deutschen und Oester­reichischen Alpenvereins. Die öffentliche Versammlung vollzog sich in festlichem Rahmen; an ihr nahmen Reichsminister Dr. Frick, der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter von P a p e n und der Landeshauptmann von Ti- rol, Schuhmacher, teil. Die Leitung der Ver­sammlung hatte der Präsident des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Professor Dr. von K l e b e l 5 b e r g , der in herzlichen Begrüßungs­worten die Teilnahme Reichsminister Dr. Fricks hervorhob und ihm das Wort erteilte.

Äeichsminister Dr. Frick

führte in seiner Rede u. a. aus:Es ist mir eine hohe Ehre und Freude, Sie heute hier als Sport­minister, der den Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein in seiner sportlichen Betätigung als oberste Instanz im Reich zu betreuen hat, na­mens der Reichsregierung begrüßen zu können. Ich tue das um so lieber, als ich mich persönlich als echter Alpinist, der schon über drei Jahrzehnte dem Deutschen und Oesterreichischen Al- penverein angehört, mit Ihnen aufs engste verbun­den fühle.

Aber gerade heute als deutscher Mann unter den hier versammelten deutschen Brüdern von diesseits und jenseits der Grenze zu weilen, ist mir ein aufrichtiges Herzensbedürfnis." In seinen weiteren Ausführungen erinnerte der Minister an die harten Belastungsproben, denen der Alponverein in den vergangenen vier Jahren ausgesetzt gewesen sei. Eine glückliche Fügung habe nun den Gedanken der deutsch-österreichi­schen Einigung, ersehnt von Millionen bester Deutscher diesseits und jenseits der Grenze, Wirk­lichkeit roerifcn lassen. (Stürmischer Beifall.)

Er betonte, daß es seine Sorge und sein Be­streben sein werde, die noch bestehenden Er­schwerungen des touristischen Reiseverkehrs auf ein Mindestmaß herabzusehen. (Bravo-Rufe.) Pflegen Sie, meine Freunde", so schloß der Mi­nister,in alter Treue die Liebe zu unseren herr­lichen deutschen Bergen und seien Sie dadurch wie bisher in alle Zukunft treue Hüter des ge­samtdeutschen Gedankens. Für seine Worte dankte die Versammlung dem Reichsminister mit jubelnden Beifallskundgebungen.

Als zweiter Redner ergriff der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter

von papen

das Wort und brachte feine Freude darüber zum Ausdruck, ein Dankeswort sagen zu dürfen, denn er wisse,

der Jubel der Versammlung gelte den beiden führenden Staatsmännern, dem Bundeskanzler und dem Führer und Reichskanzler des Deut­schen Reiches, die sich die Hände gereicht hätten und denen in dieser Stunde aller Herzen mit Dank entgegenschlügen.

Er wünsche dem Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein, daß er heute und in Zukunft be­geisterter Pionier der Ideale sein möge, um deren Verwirklichung das gesamte deutsche Volk in Eu­ropa heute ringe.

Schließlich überbrachte noch der Landeshaupt­mann von Tirol,

Dr. Schuhmacher

die Grüße feines Landes. Auch er gab der Freude Ausdruck, daß nach Tagen des Zwistes Tage der Einigkeit gekommen seien.

Oer Vorsitzende,

Präsident Or. von Klebelsberg,

:mies bei der Erstattung des Tätigkeitsberichtes dar- iauf hin, daß im Alpenverein die eigentliche alpine 'Sacharbeit wieder in den Vordergrund getreten sei «gegenüber der vereinspolitischen Tätigkeit die ve- idingt war in der Sorge um die Erhaltung des ^Vereins. Er gedachte der deutschen Bergsteiger- «expeditionen überall in der Welt und erwähnte »ehrend die Toten des Jahres, unter ihnen die vier Dpfer an der Eiger-Nordwand.

Am Nachmittag folgte ein großer Teil der Mit- iglieder einer Einladung der Stadt I n n 5 b r u ck , ium mit einem Sonderzug unter Beseitigung aller ^Paßschwierigkeiten den ersten Besuch im deutschen Machbarland zu machen.

Der Gruß an die leitenden Staatsmänner.

München, 26. Juli. (DNB.» Die 82. chnupt- -Versammlung des Deutschen ustd Oesterreichischen Alpenoereins, die am Sonntag m Garmisch-Parten- lirchen abgehalten wurde, hat an den F u h r e r unö Reichskanzler und an den Bundeskanz­ler Dr. Schuschnigg gleichlautend folgendes Telegramm gerichtet:

Der Deutsche und Österreichische Alpenverein, dessen 62. Hauptversammlung in Garmisch-Parten­kirchen tagt, entbietet Gruß und Glückwunsch zu der Tat des 11. Juli 193 6. Sie erfüllt den sehnlichsten Wunsch des Vereins, der in Treue für die deutsche Volksgemeinschaft und in gemein­samer Liebe zu den Alpen auch in Jahren der Not die Verbindung behalten hat."

Im Rahmen der Hauptversammlung des Alpen­vereins tagten außerdem noch der Verein zum Schutze der Alpenpflanzen und -tiere, der ein Gruß­telegramm an den Ministerpräsidenten General­oberst Göring als den Schöpfer des Reichsnatur­schutzgesetzes und den Schirmherrn und Schützer der Bergwelt richtete.

PapenzumBotschasterernannt

Ein Handschreiben des Führers.

Berlin, 25. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Abschlusses des deutsch-österreichischen Abkommens vom 11. Juli den mit der Leitung der Gesandtschaft in Wien be­auftragten Gesandten Herrn von Papen zum außerordentlichen und bevollmächtig­ten Botschafter in besonderer Mission ernannt und ihm folgendes Handschreiben Über­sandt:

Sehr verehrter Herr von Papen!

Rach dem Abschluß des deuisch-ösier- reichischen llebereinkommens mochte ich Ihnen aufrichtig danken für Ihre fast zweijährige Arbeit zur Erreichung dieses von uns allen angestrebten Zieles. In Würdigung dieser Ihrer Tätigkeit habe ich Sie zum Botschafter in besonderer Mission in Wien ernannt. Die hier­für ausgeferkigte Urkunde geht Ihnen in der

Anlage zu. Mit den besten Wünschen für Ihre weitere erfolgreiche Arbeit bin ich Ihr

Adolf Hitler.-

Die deutsche diplomatische Vertretung in Wien behält auch weiterhin den Rang einer Gesandtschaft. Schuschnigg zwei Lahre Bundeskanzler

W i e n , 26. Juli. (DNB.) In einem am Samstag­abend abgehaltenen TI i n i ft errat gedachte Vize­kanzler Baar-Barenfels der Tatsache, daß Bundeskanzler Dr. Schuschnigg am 29. Juli zwei Jahre die Geschäfte des Regierungschefs führt. Der Vizekanzler versicherte den Bundeskanzler der treuem Gefolgschaft der Gesamtregierung. Hierauf beschloß der 'Ministerrat einige Gesetze, von denen ein Bundesgesetz über die Gebührenbefreiung zur Förderung der Ausmerzung von Gold- und Wert- sicherungsklauseln aus Schillingsverpflichtungen das wichtigste ist.

Der Führer im Hause der deutschen Erziehung

Bayreuth, 27. Juli. (DNB.) Der Führer, der zur Zeit aus Anlaß der Festspiele in Bay­reuth weilt, besuchte mit Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntagnachmittag das Haus der deutschen Erziehung, das bekanntlich vor kurzem im Rahmen der Reichstagung des NSLB. eingeweiht worden war. Unter Führung des Reichswalters des NSLB., Gauleiter Fritz W ä ch t l e r, besichtigte der Führer eingehend die Weihehalle und die übrigen Räume des Hauses. Auf dem Hans-Schemm-Platz hatte sich schnell eine große Menschenmenge angesammelt, die dem Füh­rer, wie so oft in diesen Tagen, bei seinem Er­scheinen stürmisch zujubelte.

GchweresUnglückbeieinemGA-Ausflug

Zwanzig Tote.

s k u k l g a r l, 27. Juli. Am Sonnlagnachmitlag ereignete sich auf der B e s e n f e l d e r Steige ein furchtbares Unglück, von dem der S A.-S türm 45/171 aus Mannheim betroffen wurde. Der SA.-Sturm machte am Sonntag einen Ausflug in den Schwarzwald. Ein Lastkraftwagen mit Anhänger, die beide zusammen mit 6 3 S 21.- Männern beseht waren, fuhr am Sonntagnach­mittag aus dem Reckartal kommend über Attensteig nach Besenfeld. Von Vesenfeld wollten sie die Vesen- felder Steige hinunter ins Murgtal und vom Murgtal wieder durchs Badische zurück nach Mann­heim. Der Fahrer des Wagens kannte die Steil­heit der als gefährlich bekannten Vesenfelder Steige nicht und fuhr mit dem dritten Gang die Steige hinunter, anstatt mit mindestens dem zwei­ten. Dadurch geriet der Wagen in eine immer größere Schnelligkeit, so daß der Fahrer schließlich die Herrschaft über seinen Wagen ver­lor. Es ist nachgewiesen, daß der Wagen schließ­lich im Augenblick des Unglücks eine Schnellig­keit von mehr als 60 Kilometer gehabt hat. Als der Wagen in eine Kurve kam, konnte der Fahrer ihn nicht mehr auf der Straße halten. Der Wagen geriet über das Bankett (Straßenrand) und stürzte eine f a st senkrecht abfal­lende Böschung etwa 8 Meter hinun­ter. Bei dem Sturz wurde die Besatzung der bei­den Wagen herausgeschleudert, z. T. gerieten sie auch unter den Wagen. 15 SA.- Männer wa­ren sofort tot, drei starben, nachdem sie von den zur ersten Hilfe herbeieilenden Bewohnern der Murgtalorte auf die Straße hinaufgebracht wor­den waren. Auch ein Mädchen kam bei dem Un­

glück zu Tode, es starb im Krankenhaus in For- bach. Ebenfalls starb auch ein SA.-Mann im Kran­kenhaus in Freudenstadt. Die übrigen 40 Mil­fahrenden wurden sämtlich, z. T. leicht, z. T. schwer verletzt. Der Fahrer ist fast der einzige, der nur leicht verletzt wor­den ist. Er ist verhaftet worden und ist in einer Einzelzelle im Krankenhaus. Alarmiert wur­den zur Absperrung der Arbeitsdienst in Bayers­bronn und die SA. aus Freudenstadt und Bayers­bronn. Die erste Hilfe leisteten Aerzte, die zufäl­lig vorbeikamen, und die Sanitätskolonnen von Freudenstadt, Kloster Reichenbach und Forbach. Das Unglück ereignete sich um 16.45 Uhr.

*

In tiefster Ergriffenheit steht das gesamte deutsche Volk an der Bahre der verunglückten SA.-Männer. Seine Teilnahme wird den Hinterbliebenen ein Trost in ihrem großen Schmerz fein.

Beileidstelegramm von Dr. Goebbels an Stabschef Luhe.

Berlin, 27. Juli, (DNB.) Aus Anlaß des Un- glücks sandte Reichsminister Dr. Goebbels an Stabschef Lutze folgendes Beileidstelegramm:

Stabschef Lutze, Berlin. Zu dem schweren Unglück bei Freudenstadt, dem so viele brave SA.- Männer zum Opfer gefallen find, spreche ich Dir und der gesamten SA. mein tiefgefühltes und herzlichstes Beileid aus. Das ganze deutsche Volk wird in dieser Stunde bei den so schwer getroffenen Hinterbliebenen unserer toten Kameraden fein.

Mit Hitlerheil in Kameradschaft

Dr. Josef G o e b b e l s."

Noch feine Entscheidung vor Madrid.

Beide Parteien melden weitere Erfolge. Ein vergebliches Angebot der Linksregierung an die Militärgruppe.

Madrider Berichte.

Madrid, 27. Juli. (DNB.) Die Kämpfe im Norden von Madrid dauern immer noch an, ohne daß bis jetzt die Entscheidungsschlacht stattgefunden hätte. Bei den die marxistische Regierung unter­stützenden Truppen, der Miliz, sowie der Polizei, stellen sich infolge der tagelangen Kämpfe Ermü­dungserscheinungen ein. Flugzeuge der marxistischen Regierung berichten, daß sie am Sonntagvormittag die Militärakademie in Saragossa unter Feuer ge- nommen hätten; sie seien von feindlichen Luft­abwehrgeschützen beschossen worden, hätten aber keine Verluste erlitten.

In Barcelona wurden am Samstag 260 Opfer beerdigt. Der Eifenbahnverkehr zwischen Barcelona und San Cugat ist wieder-

h e r g e st e l 11. Ein unter der Führung des Haupt­manns Sandino stehendes Flugzeuggeschwader der Madrider Regierung unternahm Erkundungsflüge über Aragon und in die Nähe von Cafpe; es be­richtet, daß es ein Regiment der Nationalisten er­folgreich mit Bomben beworfen habe.

Die marxistische Regierung teilt wiederum mit, daß Santander, Gijon, San Sebastian und Bilbao völlig in ihrer Hand seien. Motril, Chincilla und Villarobledo seien von marxistischer Miliz einge­nommen worden. Wasserflugzeuge der Madrider Re­gierung hätten Palma Mallorca bombardiert. Die spanische LuftfahrtgesellschaftLape" hat der Regierung neun dreimotorige Flugzeuge zur Ver­fügung gestellt.

Die Madrider Regierung beschlagnahmte dreißig einem geistlichen Orden ge­

hörende Häuser und Spitäler zu sani­tären Zwecken. Die Madrider Stadtverwaltung ver­teilt täglich 20 000 Mahlzeiten an die Familien der an der Kampffront befindlichen Mitglieder der marxistischen Miliz. Blättermeldungen zufolge soll die Lebensmittelversorgung von Madrid für 14 Tage sichergestellt fein. Nach einer anderen Zei­tungsmeldung befindet sich unter den Nationalisten auch ein Sohn des Marxiftenführers Largo C a b a 11 e r o.

Die Madrider Regierung erklärt, daß die tele­phonische und telegraphische Verbindung mit Ali­cante, Valencia, Barcelona, Cartagena und Murcia infolge der Eroberung von Albacete wiederherge­stellt sei und daß in diesen Provinzen die Ruhe wieder einkehre.

Oie Madrider Negierung entläßt.

Madrid, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Madrider Regierung hat einen Erlaß ver­öffentlicht, in dem sämtliche Beamte, die nicht unbedingt hinter der Regierung stehen, mit sofortiger Wirkung entlassen sind Die betroffenen Beamten sind in dem Erlaß na­mentlich angeführt.

Moskau und Madrid.

Eine Feststellung de Llanos.

Lissabon, 27.Juli. (DNB.) General Queipo d e Llano sprach am Sonntagnachmittag über den Sender Sevilla. Auf die Hetzarbeit Ma­drids und Moskaus gegen die nationale Er­hebung eingehend stellte er fest, daß Moskau genau dieselben Nach richten verbreite wie Madrid, was beweise, daß Madrid im Solde der Bolschewisten stehe. Wenn Frankreich die Marxisten nicht unterstütze, wie es zu behaupten versuche, woher hätten dann die Marxisten Waffen?

Angebot eines Ministerpostens an die Mitargruppe.

Paris, 26. Juli. (DNB.) Nach einer Havasmel- düng aus Lissabon soll der ehemalige spanische Ministerpräsident Martinez Barr io dem Befehls­haber der Militärgruppe in Navarra, General Mola, im Namen des Präsidenten A z a n a tele­phonisch den Posten des Krie.gsministers in einem von Azana zu bildenden Ministerium der rechten Mitte angeboten tjaben. General M o la habe a b g e 1 e b n t mit der Begründung, es sei im Augenblick nicht die Rede davon, in Spanien Links- ober Rechtsregierungen zu bilden. Die Militärdiktatur sei ausgerufen, und der Kampf werde bis zum Triumph der Militärgruppe fortgesetzt werden.

Ein entschiedenes Nein.

Lissabon, 27. Juli. (DNB.) Am Sonntag­nachmittag sprach General Queipo de Llano über den Sender Sevilla und ging dabei auf das Angebot Azanas an General Mola, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern, die Re­gierung umzubilden, ein. Er erklärte, es fei unglaublich, daß Azana so wenig Geschick besitze. Azana solle nicht glauben, daß die Nationalisten zurückkönnten.Glaubt Azana", so sagte Queipo de Llano wörtlich,daß man einen General kaufen kann? Ich rate den örtlichen Behörden, sich dem Militär zu ergeben und keine Terrorakte zu begehen, die wir streng bestra­fen werden."

Queipo de Llano wandte fick sodann an die Ar­beiterschaft und verkündet:Wer arbeitslos ist und dank der durch den Marxismus geschaffenen Lage im Elend lebt, braucht solange keine Miete zu bezahlen, bis er wieder Arbeit hat. Ich erwarte von Hausbesitzern, daß sie dies Opfer bringen werden. Jene Unglücklichen werden bezahlen, wenn die Ruhe in Spanien wieder eingekehrt ist, denn wir verschaffen allen Arbeit und Brot."

Abschließend verlas General Queipo de Llano mehrere geheime Schriftstücke der Kommuni­stischen Partei von Sevilla, aus denen her- oorgeht, daß die kommunistischen Abgeordneten un­geheure Summen für sich verwandten.

Unterredung mit General Franco.

Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter desJournal" in Tanger hat mit einem spanischen Militärflugzeug General Franco aufgefucht, der sehr optimistisch sei. Die spanischen Nationalisten seien die Herren von Südspanien mit Ausnahme von M a - I a g a, wo die Regierungsflotte liege. In ganz Südspanien sei die Sicherheit der Ausländer ge­währleistet. Die spanischen Militärs betrachteten die Madrider Regierung nur noch als ein marxistisches Komitee und sich selbst als die gesetzmäßigen Ver­treter des neuen Regimes der spanischen nationa­listischen Republik.

Von der portugiesischen Grenze.

Lissabon, 27. Jutt. (DNB. Funkspruch.) 400 Mann nationalistische Truppen und Mitglieder der spanischen Faschisten drangen am Sonntag, von Vigo und Pontevedra kommend, in Tunis ein, der letzten größeren Ortschaft in Galicien, die noch unter kommunistischer Herrschaft stand. Di« Kommuni st en ergaben sich gleich nach den ersten Schüssen. Die Bevölkerung begrüßte die Na­tionalisten mit unbeschreiblichem Jubel als Er­retter. Die Kirchenglocken läuteten. Während der Beschießung fiel eine Granate auf das dickst benach­barte portugiesische Staatsgebiet, ohne Schaden an-