Ausgabe 
27.7.1936
 
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zurichten. Ein Offizier machte sofort einen Entschul- bigungsbesuch bei den portugiesischen Behörden.

Portugiesische Schiffer, die vor der südspanischen Küste gefischt haben, berichten, daß sie in Ayamontc, Huelva un£ anderen Orten überall L a st k r a f t» wagen mit bewaffneten Zivilisten ge- sehen hätten, die Männer zum Kampf gegen die Na- tionalisten aufboten. Ueberall begegne man b e - waffneten Zivilisten mit roten Arm- binden.

In Huelva ist ein Grundbesitzer und sein Sohn von dem Pöbel ermordet worden. Seine Frau erlitt einen Herzschlag, als sie die Nachricht erfuhr. Alle Kirchen in der dortigen Gegend sind niedergebrannt worden.

Der Sender Cordoba teilt mit, daß am Sonn­tag mehrere Abteilungen der Militärgruppe in Cordoba ohne Verluste eingezogen seien und von der Bevölkerung begeistert begrüßt mürben. Kurze Zeit darauf habe ein marxistischer Flieger Madrider Zeitschriften über der Stadt abgeworfen mit der Meldung, daß Cordoba im Besitz der marxistischen Regierung sei.

Alle Sender der Nationalisten dementieren die Madrider Nachrichten, nach denen bei den Kämpfen am Freitag die rote Miliz Fortschritte gemacht habe. General Mola habe im Gegenteil die Milizen vernichtend geschlagen, die sich eiligst auf Madrid zurückgezogen hätten. Die nationalistischen Truppen befestigten ihre Stellun­gen in der Umgebung Madrids.

NationalistischerVormarsch auf Malaga

Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie Hcwas aus Gibraltar meldet, hätten 900 Mann nationalistischer Truppen den Dormarsch auf Malaga begonnen. Sie seien in Guadiaro bei Estepona auf 300 bewaffnete Kom­munisten gestoßen. In blutigem Kampfe seien 100 Kommunisten und 20 Nationalisten getötet worden.

Kämpfe bei San Sebastian.

H e n d a y e , 27. Juli. (Boni Sonderberichterstat­ter des DNB.) Tausend Artilleristen und Pioniere der außerhalb von San Sebastian gelegenen Kaserne Loyola haben am Sonntag die Kaserne verlassen und sind auf den nahegelegenen Hügeln verschanzt, die die Stadt San Sebastian beherr­schen. Bon dort aus beschossen sie die Stel­lungen der Regierungstruppen, die das Feuer sofort erwiderten. Der Kampf war außer­ordentlich heftig. Innerhalb der ersten Stunde wur­den über 70 Schüsse gewechselt. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt.

Auf einem französischen Küstenwachschiff trafen am Sonntagabend wieder Ausländer aus San S e b a st i a n in St. Jean de Lux ein. Aus ihren Berichten geht hervor, daß in San Se­bastian in den nächsten Tagen mit einem Angriff

der M i l i t ä r g r u p p e auf die Stadt gerechnet wird.

Schweres Gefecht bei Algeciras.

London, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Gibraltar soll es am Sonn­tagabend in der Gegend von Algeciras zu einem schweren Gefecht gekommen sein. Etwa 800 Nationalisten, darunter 200 Fremdenlegionüre, hätten eine 250 Mann starke Gruppe marxistischer Miliz angegriffen. Die Nationalisten seien siegreich geblieben. Etwa 100 Milizangehörige seien gefallen. In der Meldung heißt es weiter, daß die Nationa­listen auf dem Luftwege Verstärkungen, u. a. 4 Feldgeschütze aus Cadiz und Algeciras, erhalten hätten.

Weitere Rücktritte.

Brüssel, 26.Juli. (DNB.) Wie die Belgische Telegraphenagentur meldet, hat der spanische Geschäftsträger in Brüssel seinen Rück­tritt erklärt.

Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der spanische Generalkonsul in Franzö­sisch-Marokko und der spanische Vize- ko ns ul haben wegen der Vorgänge in ihrer Heimat ihr Amt niedergelegt.

Feuerübersall aus die polnische Gesandtschaft in Mdrid.

Warschau, 26. Juli. (DNB.) Nach amtlichen polnischen Mitteilungen aus Madrid ist auf die dortige polnische Gesandtschaft am Frei­tagabend ein Feuerüberfall verübt worden. Am späten Abend kehrte der Handelsattache mit seiner Gattin im Kraftwagen in die Gesandtschaft zurück, als plötzlich eine Abteilung bewaffneter Volksfrontmiliz unter Führung eines Flie- gerkapitäns im Hof der Gesandtschaft auftauchte und sofort zu schießen begann. Wie durch ein Wun­der ist niemand getroffen worden. Im Gebäude der Gesandtschaft haben zahlreiche Mitglieder der polnischen Kolonie sowie polnische Touristen, die sich in Madrid aushielten, Schutz gefunden. Die Lebensmittelvorräte reichen aber nur noch für einige Tage aus.

Im Zusammenhang mit dem Ueberfall hat der Geschäftsträger energischen P r o t e st bei der spanischen Regierung eingelegt. Dem Warschauer Außenministerium ist es gelungen, am gestrigen Samstag mit der Gesandtschaft in Madrid in tele­phonische Verbindung zu treten, die über die Einzel­heiten des Ueberfalles berichtete. Daraufhin hat oer Unterstaatssekretär im Außenministerium Graf S z e m b e k den Warschauer spanischen Gesandten empfangen, bei dem er wegen des Uebersalls auf die diplomatische Vertretung Polens in Madrid feierlich protestierte.

Der Berichterstatter fragt, ob sich seit dem 21. Juli mehrere plombierte Eisenbahnwagen, die den Ver­merk trugen:Nicht stoßen!", was für Ein­geweihte bedeute, daß sie mit Sprengstoff be­laden sind, vom Arsenal in Bourges nach den Hafen­städten Nantes und N a z a i r e abgegangen seien, wohin das Arsenal seine Erzeugnisse sonst nicht zu liefern pflege. Seien nicht auch Eisenbahnwagen mit2"-Geschossen (also Gasgranaten) dieser Tage von Bourges nach einer west fran­zösischen Stadt versandt worden?

Bezeichnend!

P a r i s, 27. Juli (DNB, Funkspruch.)Oeuvre" verteidigt den Standpunkt, daß die franzö­sische Regierung nicht auf eine schlechte Karte gesetzt hätte, wenn sie der spanischen Regierung in Madrid ihre

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Hilfe hätte an gedeihen lassen. Das Blatt wendet sich gegen die französische Rechtspresse, der es nicht genüge, wenn das Kabinett Leon Blum den spanischen Republikanern seine Hilfe versagt, und die noch wünsche, daß es jedem französischen Staatsangehörigen verboten werden solle, den spa­nischen Republikanern zu helfen.

Gil Nobles verläßt Frankreich.

Paris, 26. Juli. (DNB.) Der frühere spanische Ministerpräsident Gil Nobles, der von den französischen Behörden aufgefor. dert wurde, Biarritz zu verlassen, hat sich am Samstag in Boulogne-sur-Mer an Bord eines nach Südamerika auslaufenden Dampfers eingeschifft. Da der Dampfer vorher auch Lis ja. bon anläuft, rechnet man mit der Möglichkeit, daß Gil Nobles vielleicht an Land geht.

Links ein hoher Offizier der Armee des Generals M o l a, der Journalisten eine Unterredung gewahrt. Rechts ein Straßenbild aus Barcelona. Die katalanische Bolschewikenführerin Coridad M er c aber streift mit männlichen unb weiblichen Bolschewiken, bas Gewehr unterm Arm, burch die Straßen. (Scherl-Bilberbienst-M.)

panzerkreilrerDeuWand"vorSanSebastian.

Berlin, 26. Juli. (DRV.) Das Panzerschiff Deutschland- ist am 26. Juli, morgens 6 Uhr, vor San Sebastian eingetroffen.

Unter deutschem Schuh.

Berlin, 25. Juli. (DNB.) Der österreichische Gesandte in Berlin hat die Reichsregierung ge­beten, die in Spanien ansässigen ö st e r r e i ch i - schen Bundesangehörigen vorübergehend unter den Schutz des Deutschen Reiches zu stellen. Die deutschen diplomatischen und konsularischen Ver­tretungen in Spanien, die deutsche Kriegsmarine und die deutschen Handelsreedereien sind sofort telegraphisch dementsprechend angewiesen worden.

Die schweizerische Gesandtschaft in Berlin hat im Auftrage der Schweizer Regierung die deutsche Reichsregierung gebeten, den in Barcelona und anderen spanischen Häfen befindlichen Schweizer Staatsangehörigen die Möglichkeit zu ge­ben, auf deutschen Schiffen Spanien zu verlassen. Die zuständigen deutschen Stellen sind sofort dem­entsprechend angewiesen worden.

Nachdem die Gesandten Oesterreichs und der Schweiz in Berlin die Reichsregierung gebeten hatten, den Schutz ihrer Staatsangehörigen in Spanien zu übernehmen, hat sich auch der schwe­dische Gesandte in Berlin mit der gleichen Bitte an die Reichsregierung gewandt. Die zuständigen deutschen Stellen in Spanien sind daraufhin sofort angewiesen worden, auch die schwedischen Staatsangehörigen unter den Schutz des Deutschen Reiches zu nehmen.

700 Deutsche

aus Spanien abbefördett.

Berlin, 26. Juli. (DNB.) Wie aus San Se­bastian und Bilbao gemeldet wird, befinden sich an Bord derDeutschland" 700 deutsche Flüchtlinge, die am 27. und 28. Juli in St. Jean de Lux ausgeschifft werden.

Feige kommunistische Bluttat an deutscher Familie in Spanien.

Ein Kind erschossen.

Berlin, 26. Juli. (NDB.) Wie der deutsche Konsul in Santander über den Kapitän eines eng­lischen Dampfers durch Funkspruch mitteilt, wurde in Reinosa bei einem Ueberfall durch kommunistische Banditen der deutsche Staatsangehörige I m mh o f schwer verletzt. Seine siebenjährige Tochter Johanna wurde getötet. Jmmhof wurde mit schweren Schrot­schußverletzungen in das Krankenhaus Valdecilla eingeliefert.

Die Familie Jmmhof ist feit vielen Jahren im Bezirk Santander ansässig. Jmmhof und seine An­gehörigen haben sich niemals politisch be­tätigt. Der feige Ueberfall hat überall die größte Empörung hervorgerufen. Der deutsche Konsul ist sofort bei dem spanischen Gouverneur vorstellig ge­worden und hat umfassende Schutzmaßnahmen für die Deutschen des Bezirks gefordert.

Seine Waffenlieferungen Frankreichs?

Eden rät Frankreich zur Neutralität. Geheimnisvolle Sendungen.

London, 27. Juli. (DRV. Funkspruch.)Daily Telegraph" behauptet, wenn vom französischen Kabinett am Sonntag beschlossen worden sei, dem spanischen Bürgerkrieg gegenüber n en t r a l zu bleiben, so sei das nach einem Bericht aus Paris auf den RatdesAußenminifters Eden an Mnisterprasident Blum zurückzufüh- ren.

Lustfahrtminister Lot wollte liefern.

Kein Benzin.

Paris, 26. Juli. (DNB.) Die von der Madrider Regierung in Frankreich erstrebte Flugzeug- und Waffenlieferung, von der man in Paris anscheinend abgerückt ist, steht neben den Ereignissen in Spanien im Mittelpunkt des Inter­esses. Die Verhandlungen um den Waffentransport werden ausführlich besprochen. Die meisten Zeitun­gen atmen jedoch erleichtert auf, weil die fran­zösische Regierung von einer Unterstützung der spanischen Linksregierung durch Kriegsmate­rial-Lieferungen anscheinend a b s i e h t.

Der Ruf, eine solche Rüstungsausfuhr befür­wortet zu haben, bleibt nach der Rechtspresse auf dem linksradikal eingestellten RUnisler

Lot lasten.

Er habe, wie derAmi du Peuple" erklärt, den Ministerpräsidenten zu einerso unsinnigen Hand­lung" bestimmen wollen, die außenpolitische Rück­wirkungen gehabt hätte und die nun, Gott sei Dank, infolge der Erregung der öffentlichen Meinung in Frankreich verhütet worden sei.

DasI o u r n a l" bemerkt, die Vorgänge in Spanien häkten nichts mit der normalen Verteidi­gung einer regelrechten Regierung gegen einen Aufstand zu tun.

Die Madrider Regierung lenke nicht, sondern werde geführt. Sie habe keine Streitkräfte zu- sammengeslellt, sondern dem Pöbel Waffen ausgehändigt, der selbst schon vor seiner Be­waffnung sich die wahre Leitung der Regie­rungsmacht anmaßte.

In dem französischen Hafen Port-de-Bouc bei Marseille sind am Sonntag ein aus Bar­celona kommender Frachtdampfer und ein spanisches Küstenwachtboot eingetroffen. Sie sollten 300 Tonnen Benzin für die R e - aierungsluftflotte holen. Die franzö­sischen Behörden haben jedoch jede Liefe­rung untersagt. Nur zwei Offiziere der spa­nischen Schiffe durften unter Bedeckung an Land und dem spanischen Konsulat in Marseille einen Be­such abstatten.

Die Geheimnisse auf einem Abstellgleis.

Nicht stoßen."

Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.)Figaro" veröffentlicht eine Meldung aus Bourges, die besagt, daß sein dortiger Berichterstatter die Num­mern von fünf auf einem A b st e l l g l e i s befind­lichen Eisenbahnwagen notieren konnte, die am 25. Juli dringend nach Bordeaux abgehen unb bort an bie Schiffs verlaberampe gelie- fernt werben sollten. Die 5 Wagen trugen folgenbe Labungsangaben:

1. vier 75er-Geschütze,

2. acht Munitionskisten,

3. zehn Munitionskisten,

4. acht Munitionskisten,

5. vier 75er-Geschütze.

Frankreichs Flugzeuggeschüße für die Sowjets.

Ein neuer Vorstoß gegen den Luftfahrtminister Eot.

Paris, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Ab- georbnete be Kerillis kommt imE ch o b e Paris" auf bie Angelegenheit ber vom franzö­sischen Luftfahrtminister C o t angeblich an bie Sowjet ausgelieferten Konstruktionspläne bes Flugzeuggeschützes 23 zurück.

Er bringt ein als geheim gekennzeichnetes Schreiben des Stabes des französi­schen Luftheeres vom 2. April 1936 zum Abdruck, in dem unter Bezugnahme auf ein vorausgegangenes Schreiben des Luftattaches der französischen Botschaft in Moskau mitge­teilt wird, daß der Wunsch der Sowjet­militärflugzeugleitung, mit der Fa­brik hispano zwecks Ankauf der Lizenz für den Bau der 20 und 23 Milimeter Ge­schütze mit Verriegelung des Laufes in Ver­bindung zu treten,zur Zeit leider nicht erfüllt

werden könne", da die Materialprüfung noch nicht abgeschlossen und die erste Ausführung noch nicht vollkommen einwandfrei sei. Eine Abtretung der Lizenz wäre also verfrüht.

De Kerillis fragt: Wie hatte bie Sowjet» regierung überhaupt von dem Vorhandensein des Flugzeuggeschützes 23 Kenntnis erhalten, daß man noch nicht über das Stadion ber Labo- ratoriumsoersuche hinausgelangt war? Bei seiner ersten parlamentarischen Anfrage in biefer Ange­legenheit hatte der Luftfahrtminister C o t geant­wortet, daß es sich um die Erfindung eines Schwei­zer Ingenieurs handele, die an sich frei fei. Diese Auskunft fei nicht stichhaltig, denn bie Firma Hispano, bie, wie sich aus bem angezogenen Schreiben ergebe, bie Erbauerin bes Geschützes ist, ist dem französischen Staat gegenüber gebunben unb hatte nie bas Recht gehabt, bas Geschütz den Rus­sen auszuliefern.

Deutsche Gesandtschaft in Addis Abeba wird Generalkonsulat.

Rom, 25. Juli. (DNB.) Der italienische Außen- Minister Graf E i a n o hat nach einer Mitteilung der Agenzia Stefani den deutschen Botschafter von Hassel empfangen, der ihm den von der Reichs- regierung gefaßten Beschluß mitgeteilt hat, die deutsche Gesandtschaft in Addis Abeba aufzuheben und sie durch ein General­konsulat zu ersehen. Gras E i a n o hat, wie die Stesani-Meldung hinzufügt, von dieser Mitteilung mit Genugtuung Kenntnis genommen und hat Botschafter von Hassel für die Mitteilung ge­dankt.

Ein Beispiel einsichtiger Politik/'

Rom, 25. Juli. (DNB.) Die Nachricht von ber Umwandlung der deutschen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat wird in Italien aufs lebhafte ft e begrüßt. Sämtliche römi­schen Abendblätter kommentieren die entsprechende Meldung unter riesigen Schlagzeilen.

Nach demG i o r n a l e d ' Ita 1 ia" bedeutet ber Beschluß zugleich einen Akt ber Freunb- schäft gegenüber Italien unb für Europa ein Beispiel einsichtiger Politik. Deutsch- lanb bestätige mit seinem Beschluß bie aufrichtige Herzlichkeit seiner Beziehungen mit Italien und seine realistische, auf Klarheit bedachte Politik, die zu den Gepflogenheiten des neuen Reiches gehöre.

Tribun a" schreibt, der Beschluß ehre die Reichsregierung, die damit einen Beweis ihrer Freundschaft zu Italien erbracht habe.

L a d o r o Fascista" führt aus, ber Beschluß der Reichsregierung wird von allen Italienern mit Sympathie ausgenommen. Im übrigen erkennt das Blatt ausdrücklich die kolonisatorische Tüchtigkeit des deutschen Volkes an.

M essagero" betont, daß Deutschland bie erste Großmacht sei, bie bie burch Italien in Abbis Abeba vollzogene Tatsache anerkenne. Die beutsche Regierung habe es vorgezogen, bie italienische Eroberung ohne Verzögerung in weit- gehenbster, regulärer unb feierlicher unb vom biplo- matischen Gesichtspunkt aus in ber korrektesten Form anzuerkennen. Unb es gelte babei: Doppelt gibt, wer schnell gibt. Es sei vorauszusehen, baß bas Vorgehen Deutschlanbs seinen Einfluß auf an­dere Staaten ausüben werde. Wenn die anderen Staaten die aktive Mitarbeit Italiens an den inter­nationalen Fragen wünschten, so müßten sie ftüher

ober später sich entschließen, ebenso wie Deutsch- lanb zu hanbeln.

Voce b'Italia" erklärt, biefer Beschluß der deutschen Regierung stelle einen neuen Beweis für die verständnisvolle, kluge Realpoli­tik der Reichsregierung dar und werde als Beweis der Freundschaft für Italien von der italienischen Nation gewürdigt unb gewertet.

Autounfall des Stabschefs Lutze.

Berlin, 25. Juli. (DNB.) Am Freitagnach­mittag erlitt Stabschef Lutze auf ber Fahrt zum Nürburgring zwischen Berlin unb Magbeburg bei Genthin einen Auto up f all, ber burch grobe Unvorsichtigkeit eines oollbelabenen Erntewagens verursacht würbe. Die erlittenen Verletzungen finb leichterer Natur, so daß Stabschef Lutze nach Anlegen eines Notverbandes sich ins Hotel begeben konnte unb Samstagmorgen nach Berlin zurückkehrte.

29 Emigranten ausgebürgert.

Berlin, 25. Juli. (DNB.) In ber Samstag» ausgabe bes Reichsanzeigers für bas Deutsche Reich sind burch Bekanntmachung bes Reichs- unb preu­ßischen Ministers bes Innern vom 22. Juli 1936 im Einvernehmen lyit bem Auswärtigen Amt die Namen von weiteren 2 9 beutschen Reichs­angehörigen veröffentlicht worden, die gemäß § 2 des Gesetzes vom 14. Juli 1933 der deut­schen Staatsangehörigkeit für ver­lustig erklärt worden sind, weil sie gegen ihre Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstoßen und bie beutschen Belange geschübigt haben. Bei allen hanbelt es sich um Emigranten, bie das Reichsgebiet verlassen haben unb ihren Aufenthalt im Auslanbe bazu mißbrauchen, ihr früheres Hei- matlanb in würdeloser Weise zu verunglimpfen, sowie das Ansehen des Reiches und feiner führenden Männer in Wort und Schrift herabzufetzen.

Kommunistenverhastungen in Warschau

Warschau, 26. Juli. (DNB.) Die Warschauer Polizei verhaftete 55 Kommunisten, die einen der Warschauer Parks zum Betätigungsfeld für ihre rote Agitation auserfehen hatten. Der Park wirb hauptsächlich von der jüdischen Bevölkerung ber Hauptstabt besucht.