Ausgabe 
27.6.1936
 
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Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen

. hinüber lick der fion auf dem Thi°mf°°, das Klaster Wal. der blaue Geträumter Äelseplan.

ist wunderbar.

tritt ein!

die südbayerischen

Wanderfahrten

Wetzlar Magdalenenhäuser Hof Braunfels.

Am

Die Straßen waren glatt wie

Vom Bahnhof Wetzlar (Sonntagskarte) durch­schreiten wir die alte Reichsstadt in südwestlicher Richtung und schlagen vom Silhöfertor aus zunächst. den Weg nach Laufdorf ein, den wir jedoch spater wieder verlassen, hier gesellen sich schwarze Dreiecke zu uns, die uns bis Braunfels das Geleit geben. Ein Besuch des Kcttsmurtts, über den die Zeichen führen, erübrigt sich eben, da die Besteigung wegen der damit verbundenen Gefahr seit kurzem untersagt ist Rach einer knappen Stunde gelangen wir hinaus zum Maqdalenenhäuser Hof. hier geht das Lerchen um das Anwesen herum, führt auf einem aussichts­reichen Feldweg, hierauf größtenteils durch Wald zur Oberndorfer Hütte im Solmsbachtal. Beim Austritt aus dem Wald bietet sich ein prachtvoller Blick auf Schloß Braunfels. Jenseits des Tales steigt der Weg in Windungen zur höhe und fuhrt uns nach dem hochgelegenen Braunfels, das wir, nebst seinem das Städtchen überragenden herrlichen Schlosse einer Be­sichtigung unterziehen- auch ein Besuch des nahe­gelegenen Tiergartens ist sehr lohnend. Den Weg zur Bahnstation nehmen wir durch den reizvollen Muh­lengrund. Gesamtwegdauer etwa 3lA Stunden.

.ug- e e,

Die südbayerischen Jahreszeiten beginnen im Ge- schründ der Berge mit einem blaulodernden und ost überhitzten Frühling, schöner als der oberita­lienische Frühling. Unter dem Schnee blühen die Scharen der Blumen, die weiße Christblume und die gaukelnden, hochbeinigen Narzissen. Der heiße Goldpfeil, der vom Föhnwind umtobten Sonne sticht grell und blank auf das weihe Metall der Schneefelder. Brüllend geht im Mittag die Lawine herum. Je weiter der Sommer vorschreitet, desto tiefblauer wird sein Auge über den Bergstöcken. Um die weißen Kalksäulen der Gipfel dröhnt die Orgel der Gewitter. Dann kann der Regen viele Nächte durchweinen. Im hohen Bergherbst fliegen die Biene und die kleine Hummel um die Bergakelei,

Collar Staufenberg Ebsdorf Nordeck Allendorf.

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Cannes" sagten wir damals undNizza", als fei das nichts, und als wir merkten, daß die Gäste im Caf6 sich nach uns umdrehten, um zu sehen, wer da so prahlerisch von großen Reisen sprach, da freuten wir uns und sagten, den Finger auf der Karte laut, als wären wir allein: bann hier die Reviera entlang ...", damit die Gäste sich besser ärgerten Nur, weil wir damals so sehr einverstanden waren miteinander, meine ich, du könntest einmal schreiben, wo du steckst.

Zu Quedlinburg im Dome

Zum 1OOO. Todestage Heinrichs des Voglers.

Don Dr. Wolfgang Mejer.

Inzwischen ist soviel geschehen, und alles kam ganz anders, als wir ausgerechnet hatten. An irgend etwas scheiterte die Reise ich weiß nicht mehr, woran. Wahrscheinlich war's das Geld, das nicht zusammenkam du, wo bist du jetzt? Was tust du? Und warum schreibst du nicht einmal?

Aus dieser Reise wird nichts mehr, ich weiß, aber trotzdem könntest du ja einmal schreiben, finde ich. Nur, wie es dir ergangen ist seitdem, und was du tust und ob du manchmal noch an die geträumte Reise denkst.

Durch die Hohe Rhön

13on Karl Ioerster.

Marburg a.d.Lahn

10 Jahre Marburger Festspiele

20. Juni bis 12. Juli 3015d

Der SturmKäthchen von Heil­bronnDie Hammelkomödie.

Täglich außer Montag und 24.6. und 3.7 Spielplan durch Verkehrsamt Marburg.

Diele Balladen rauschen die südbayerischen Flüsse und Gewässer. Ungestüme Bergbal­laden brüllen der Stoß des Inn, die Raschheit der Salzach und die Frische der Sallach, Bauernballaden die Rott, die Günz, die Alz, die Iller, Jager-, Flößer- und Wildererballaden die Isar, die Loisach und der Lech, Schnee-, Eis-, See- und Moorballadcn die Manqfall, die Ammer oder Amper und die Wer- tach. Die südbayerischen Gewässer sind rasche Wasserrädern, oft eisklar und kühl bis auf die Kie­selsteine hinunter, toben als wilde und unbändige Burschen aus den Bergtälern ins stundenweite ebene Bauernland hinein. Die Farben sind hell, sauber, blau und grün, eisgrün, moosgrün, wiesengrün, waldgrün. Manche Flüsse sind weiß und schaumreich, nur der Inn und die Salzach sind kalkschmutzig. Die Zuflucht der meisten ist die Donau. In ihrem brei­ten Bett verlieren sie Bergmut und Bergwildheit.

VuniersüdbaynscherVilderbogen

Von Anton Schnack.

Südbayern fängt südlich der Donau an. Da malt Gott über das grüne Bauernland einen blauen saftigen Bauernhimmel, und die Pinselstriche werden dunkler, satter und schwerer, je weiter die Land­schaft in den Süden vorstößt. Wer einen sudbaye­rischen Ausflug bei Passau beginnt, fangt mit der steingewordenen heiterheit an. Eine unheimlich schöne Stadt, wo nachts die finsteren Nibelungen ostwärts reiten und tagsüber heilige aus den Ni­schen lächeln.

in drei Schiffe. Die Reste der Wandfresken, die man vor zwanzig Jahren unter der Tünche fand, lassen die frühere Pracht des Bildschmuckes nur noch ahnen.

In dieser stimmungsvollen Gruftkirche, die trotz ihrer mächtigen Mauern durchaus nicht düster und unheimlich wirkt, sondern fast an ein Schloßgemach erinnert, liegen die Grabstätten Heinrichs I. und seiner Gemahlin, der Königin Mathilde. Die Reste einer Marmorplatte bezeichnen die Stelle, an der einst der große König bestattet war. Die Ge­beine des Toten wurden später, da der Sarg zer­fiel, in den Steinsarkophag der Königin Mathilde gelegt, der durch ein Gitter sichtbar ist. hinter den Königsgräbern befindet sich ein halbkreisförmiger, vertiefter Raum, dessen Ornamentschmuck die älteste bekannte Stuckarbeit in Deutschland ist. In dieser Betgruft" betete die Königin Mathilde am Sarge ihres Gemahls.

hinter dem Sarkophag der Königin ruht in einem Bleisarge die Tochter Kaiser Ottos, Mathilde, die erste Aebtissin des Stiftes Quedlinburg. Otto, der Sohn Heinrichs I., hatte das Stift nach dem Willen seines Vaters schon in dessen Todesjahr errichtet.

ins österreichische Bauernland hinüber, wo |iuj Dreschflegel regt. Zu Südbayern gehören die Berg­bahnen auf den Predigtstuhl, auf die Zugspitze, auf den Wank, auf das Nebelhorn. Vieles, was eigen­tümlich und schön ist, liegt abseits: die Laubenstraße von Mühldorf, die bunten Kulissenhauser von Titt­moning, die verschollenen ehemaligen Klöster von Raitenhaßlach und högelwörth (mitten im Wasser), es gehören dazu das Kloster Andechs uberm Am­mersee und sein von Mönchen gebrautes schwarzes Bier, es gehören dazu die Angeljagd nach dem Hu­chen und der Fang des deutschen Urfisches, genannt der Waller, der moorschwarz und langbartig in Den Eggstätter Seen herumwühlt. Zu Südbayern ge­hört der Almabtrieb im Frühherbst, das Weihnachts- schießen in Berchtesgaden, die Fronleichnamsprozes-

sion auf dem Chiemsee, bas Kloster Ettal, der blaue Enzian, der warme Leberkas, der nachmittags> u vier oder fünf zum Ausschnitt kommt es gehört dazu der Gamsbart auf den hüten der Burschen, Die3 um Mitternacht zu essende Weißwurst der M z geruch, die kurze Wichs, der Schuhplattler, dle Kla rinette der Nierenbraten, der Knodl, die laute stampfende Bauernhochzeit die DierkellnerlN,. der einzelne Bauernhof, der haferltarock, dle Kuhglocken die Trachten, die Schafwolle das Kegelschieben u das Eisstockschießen. Ein abwechslungsvolles um­gängliches, lebenslustiges Land Aus der Tafel von Südbayern stehen noch hundert andere Leckerblssen schaubare, hörbare, eßbare, trinkbare. Gruß Gott,

Canöaufenthalt Im herrl. DleMizloi 400mü.d.M.inmitt.Laub- u.Nadel- wäld.,gr.Strand-u.Schwimmbad, Gute,reicht.Vervfl.i.Gast- o.Priv - Haus.4Mahlzeit.,v.Tag3-3.50>r k.Nebenkost.Ausk. kosten!. d.Verk - u.Verschön.-Ver.Strahebersback, Dlllkr.Babn- u.Ornnibusstr.Dillen- I burg-Straßebersbach. Prosv. ans

den alpinen Eisenhut, die goldene Arnika und um das rote Herz der Alpenrose. Unten in den Tälern steht das Heu auf Manndln (Heustöcker), aber oben im Grat lauert schon der Winter. Heber Nacht kön­nen alle Blumen im Schnee begraben sein. Sehn­süchtig schaut der Skifahrer zu den weißen Kuppen und Nasen auf, immer tiefer werden die Schnee- mönteL Südbayern ist weiß, weiß bis zur Donau.

Zu, Südbayern gehört der Föhn, ein Windtier mit warmem Atem. Er streicht oft bis München und macht schwermütig, hinterhältig, heimtückisch, über luftig. Zu Südbayern gehört der weißgescheuerte Wirtstisch und der überschäumende Maßkrug. Zu Südbayern gehören nicht nur München, Garmisch- Partenkirchen, Mittenwald, Berchtesgaden, Reichen­ball, Oberstdorf, Bad Tölz, Bayrischzell, Reit im Winkl, Füllen, Jmmenstadt, Starnberg, man muß auch das Blumeneiland der F r a u e n i n f e I be­suchen. Eine Insel der Träume, der Schmetterlinge, der Nonnen. Zu Südbayern gehört eine Floßsahrt auf der Isar, eine Schlittenfahrt über den zugefrore- non Königssee bei goldener Dollmondnachl. In Augsburg'vor dem Fuagerhause stehen und spüren wir Weltgerüche durch Türen und Toren hinaus- und hereinziehen. Zu Südbayern gehören die köstlichen Städte Wasserburg am Inn, Landshut, Lindau im Bodensee. Man muß die Lichter- Prozession von tausend Nonnen und tausend Mön- chen in Altötting gesehen haben. Ungeheuerer Em- druck: im Märzabend am Hintersee die Hirsche röhren zu hören und an einem Föhnmittag des Aprilbeginns die Lawinen von der Watzmann-Ost- wand stürzen zu sehen. Burghausen an der Salzach gehört zu Südbayern: man steht auf der Burgbrücke der größten deutschen Burg und schaut

aber fast totenstill war die Welt und einsam: nur sparsam vom Geschmeide der Dörfer durchperlt, nur wenig vom Landvolk des Sonntags belebt. Lady« rinthe wechselvoller Täler und höhen, blaue Weiten und Räume, groß genug für Millionen Bewohner, wurden durchbraust.

Wie Sternenburgen lagen die phantastischen Fel- senkuppen,.im großen Sonnenlicht und blauem Schat­ten. Blaßgoldenes Gewittergewölk stand regungslos wartend und ruhevoll. Aus manchem Waldgipfel ragte lichter noch älterer Hochwald und beherrschte die Landschaft fernhin.

Dörfersrieden war in verklärten Nachmittagsglanz getaucht. Sonntag war hier alter, feierlicher Volks­kult mit belebten Friedhöfen und Ruhe der Alten in Feiertracht, vor den Türen der Straßen und Plätze.

Begnadeter Wettergeist umwob die Reisewelt des- fliegenden Wandertages mit ätherischem Lichte. Ueber Menschen und Erdendingen lag eine alt­deutsche Verzauberung; alles hatte teil an ihr; in ihrem Bann blühten Feuerlilien an hölzernen Fried­hofskreuzen, schmiegten sich weiße Zentifolien an Gitter und Male der Gewesenen und Lauben der Atmenden; flimmerten Lichter und Schatten der Landstraßenzweige über bunten, herankommenden Dorfmädchen, sangen Rotkehlchen und Hauben­lerchen im Korn, das warme Brotgerüche duftete. Kühler Wald hauchte frische durchdringende Feuchte, während die Kleider noch sonnenheiß brannten. Alle Wege begleitete zur Seite hin das Rauschen schäu- . mender Bäche.

Auge und Herz waren längst überfüllt, schon riß mieöer neue, plötzlich sich öffnende Riesentalweite eine schlafende Welt auf mit weiß von diesen blauen unbewohnten Traumweiten. In die Gefilde gebettet lagen Dörfer mit blauem Eisenhut und rotem Bauernphlox; und der deutsche Mensch blickte treu­herzig und sorgenvoll aus Blumenfenstern, stand auf Friedhöfen, lachte aus Mädchengesichtern, die schöner waren als in ganz Frankreich.

Dann brannten nach solchem Tag Mond und Sterne über dem Garten des uralten Gasthauses -Zum Kurfürsten" in Fulda, hier also war die Statte jenes schönen Bundes voll unerfaßter Schick­salslockung. Der. Wirt zeigte mir die alte Rechnung non 750 Thalern aus dem Jahre 1853, in dem sich die Prinzessin Viktoria von England hier mit dem (Loburger Prinzen Albert traf und verlobte ...

Unter Der südlichen Seitenkapelle Der Unterkirche führt eine Treppe in die Grabgewölbe der Abtissin­nen und Stiftsdamen, Deren Grabmäler Die Wände der Krypta zieren. Diese unterirdischen Räume haben ähnlich dem Bremer Bleikeller Die Eigenschaft, die Leichname unoerwest zu erhalten. In dieser Gruft ist auch die aus Der Hofgeschichte Augusts des Starken bekannte Gräfin Aurora von Königsmarck, die Mutter desmardchal de Saxe, in schlichtem Sarge bestattet.

Die Oberkirche, Der eigentliche Dom, hat im Laufe der Jahrhunderte mannigfache Umänderungen und Umbauten durchgemacht. Jetzt hat sie wieder, nach­dem die Einbauten späterer Zeit entfernt wurden, ihre ursprüngliche Gestalt: eine romanische Basilika mit flacher Balkendecke. An Das romanische Lang­haus das aus dem 12. Jahrhundert stammt schließt sich im Osten, erhöht über Der Krypta, ein Chor aus gotischer Zeit an. Treppen führen rechts und links zum Chor empor, zwischen diesen läßt ein Tor den Durchblick in Die Unterkirche frei. Der ganze Bau ist ein Mu st er beispiel deutscher romanischer Baukunst: starke Glieder, wehr­hafte Mauern, ganz aus Der Gefühlswelt eines ur- gesunden, kampffrohen und seelisch unbeschwerten Rittertums gestaltet. Auch äußerlich wirkt Das Got­teshaus wie eine Burg unD mahnt Daran, daß Diefes Land zu König Heinrichs Zeit Deutsche Grenz- roarte gegen Den Osten war.

Dom und Stift Quebimburg, Die nch von An­fang an Der besonderen Gunst Der deutschen Könige erfreuten, verfügten über reiche Schätze an Klein­odien, Kultgeräten, Büchern und anderen wertvollen Gegenständen, von denen her Domschatz auch heute noch vieles birgt. U. a. finden wir ein Bruchstück einer Jtala-Handschrift mit Miniaturmalereien aus dem 4. und 5. christlichen Jahrhundert, deren Wert um so höher einzuschätzen ist, als die Bilder dieser Handschrift die einzigen Beispiele abendländischer Buchmalerei jener Zeit sind. Evangelienbücher zeigen auf den Einbanddeckeln ausgezeichnete (Elfenbein- und Silberarbeiten mittelalterlicher Künstler. Reli- quienschreine König Heinrichs I. und Kaiser Ottos entzücken durch heiligengestalten und Ornamente von bezauberndem Adel und zarter Anmut der Darstellung. Das kostbare Material ist mit einer Vollkommenheit behandelt, die Zusammenstellung von Edelsteinen, Jmbelen und Elfenbein mit so er­staunlicher Geschmackssicherheit getroffen, daß wir die Reife Des Damaligen Kunsthandwerks immer wieder bewundern müssen.

Endlich hütet her Quedlinburger Domschatz ein Erzeugnis mittelalterlichen Kunstgewerbes, das zu den wertvollsten Stücken aller Sammlungen der Welt gehört: den vor mehr als 7 0 0 Jahren von kunstfertigen Stiftsfrauen in Wolle geknüpften Teppich. Figuren von seltener Schönheit und einer Lebendigkeit her Bewegungen, hie für diese frühe Zeit überrascht, beleben bas prächtige Gewebe. Die Bilder stellen Gestalten der antiken Mythologie dar Merkurs Vermählung mit der Philologie. Vor mehreren Jahrhundenen wurde leider der Teppich durch Unverstand beschädigt: In fünf Teile wurde er zerschnitten und als Fußbodenbelag für die Priochen" die im Dome eingebauten Logen Der Stiftshamen verwendet. Erst vor etwa hun-

kesseln.

Gepriesen seien die Berge! An Tagen, wo Die Luft mit Feuchtigkeit getränkt ist, erscheinen sie, eine schwarzblaue Kette. Wer von der Donau herunterkommt, die bayerische hochebene noch um sich, siebt im Süden einen von Osten nach Westen ziehenden Strich. Voran die Waldberge, Die nieDeren, Darüber und dahinter Die Steinberge, Die höheren, Schneemäntel um, weiße Häupter im Wolkenspiel. Im BerchtesgaDener Winkel lodern, Steinzungen gleich, der fiebengipfelige Watzmann empor, drum herum der sagenreiche Kasten des Unters- berges, der zermürbte h o ch k a 11 e r , der einen kleinen Gletscher, das Blaueis, an dich trägt, die weißen Kalkmauern von Göll und Brett. Bei Rei­chenball sticht das Lattengebirge auf, der n (h ft a u f e n zackt und zinkt, der Zwiesel schließt sich an. Ruhpolding ist vom Hochfellen be­treut, im Chiemsee spiegelt sich die Kampenwand, bei Bayrischzell wächst der Wendelstein ins Blaue, am Kochelsee wacht der her zogst and, bei Mit­tenwald droht die Faust des Karwendelgebir- g e s empor, bei Garmisch-Partenkirchen wächst die kolossale Brust der Zugspitze über alle hinweg. Schattenhaft verlieren sie sich ins Blau, verschwin­den im Dunst der westlichen Dämmerung, wo Säu« ling, höfats und Mädelegabel nicht mehr zu sehen sind. Oh Bergschnur, jederzeit bereit Glück zu schen­ken, Stolz, das Gefühl der Freiheit, die Gnade der vollkommenen Einsamkeit, die Stille, aber auch Niederlagen, Wunden, Schneestürme und Stein­schläge! Bergland, bas wiberballt vom Schrei her trunkenen Freube unb vorn Schrei bes Abstürzen- ben, der im Abgrund zerbricht.

Bas mar damals in einer «einen deutschen Stabt die Stadt ist nicht sehr «roh, man weih wer A Leute sind, die man auf der Straße trifft rote fie beißen was sie tun und wieviel Geld sie Haden L in dieser Stadt mahnten mir. Sie und ich und mit hr verhielt es sich nun 1°. daß sie em netter Kerl war, em Mädchen mißt ch? °van der Sorte, mit der man Pferde ftCffnb da"roar es dann, daß mir an einem Nach, mittag in einem «einen ffaf« beschlossen, un Sommer einfach zu verreisen.

Ich weiß, Du hast bas alles nicht vergessen, ich rief bie Kellnerin unb ließ mir ewen Zettel geben von ihrem Kassenblock unb einen Bleistift auch, wir rechneten und waren mächtig aufgeregt, es war sehr schön. .

Dann hatte ich am nächsten Tag eine Dünn ge- zeichnete Landkarte mit, und eine rote Zickzacklinie war hineingemalt. Die Linie hatte Dicke Punkte, und Diese Punkte waren Städte, durch die wir kom­men sollten, hier wollten wir acht Tage bleiben und da vierzehn. Die Striche Zwischen Den Punkten hatten Anmerkungen:D-Zug" stand Da unbZu Fuß" unb rechts am Ranbe waren alle Daten zu- sammengezählt, vier Monate kamen unge ahr her­aus bazwischen ftanb aus Uehermut geschrieben: Wir haben ja soviel Zeit!"

Wir hatten wirklich Zett. Mehr als gut war es sind vier, fünf Jahre her. Zeit hatten wir, aber Geld hatten wir nicht. Zu 2 Tassen Kaffee langte es nicht, unb woher wir eigentlich Gelb zum Retten nehmen wollten, weiß ich heute nicht mehr. Aber irgenbroie hatten wir uns Das ausgerechnet und unb glaubten Daran.

Wir sahen uns schon im sommerlichen Süden, über eine Mauer gelehnt und Segelbooten zu­sehend, die langsam über das Wasser fuhren, es war ganz wunderbar. Nie waren wir so einverstanden wie ba.

Südbayern ist ein von Seen überfplittertes Land. Lauter Edelsteine in Grün, Blau, Schwarz und Weiß. Die großen Seen liegen zu Füßen der Berge, die kleinen, einsamen und schwermütigen, zwischen den Armen der Bergstöcke. Ich liebe sie alle: den blaublitzenden bayerischen Zipfel vom Bodensee, die kleinen Seeaugen um Füssen herum und im Allgäu, der ländlich umblühte A m m e r s e e, der von einer düsteren Königssage umwitterte Starnberger- ober Würmsee, her moorige Staffe 1 see, her im Schatten her Z spitze ruhende E i b \ e e, der dunkle Walchens der fröhliche Tegernsee, der heitere Schlier­see, Der stille, selten besuchte S i m s s e e, Die mächtige Fläche Des Chiemsees, Der prächtige Alpenfjord Des Königssees, ftauptnamen aus vielen, von Sagen und Märchen geweiht, Spiegel von Berggipfeln, schwarzfunkelnde Metalle in Wäl­dern, träumerisch machende in einsamen Berg-

Son Christian Vock.

XS s?

unbQI$lei Reisepläne machen. Ach, man.fahrt.so^mtt dem Meistist Über h°.b^ur°P° und E die Kst°. manrechne? denkt und plant zusammen, und es

Der 1000. Todestag König Heinrichs I. Des Voglers, der als erster Vertreter des natio- naldeutschen Reichsgedankens dem Empfin­den unserer Zeit besonders nahesteht, wird, wie bereits gemeldet, vom 2. bis 5. Juli mit einer Gedenkfeier in Quedlinburg begangen. Neben demAlten Barbarossa" lebt die Gestalt bes deutschen Volkskönigs Heinrich burch bie Jahrhunberte im Liebe fort. Kein Wunber benn kein anberer Herrscher bes mittelalterlichen Deutschlcmb ftanb bem Fühlen unb Denken fernes Volkes so nahe wie Heinrich I. In ben Walbbergen bes Sachsenlanbes trifft ihn bie Kunbe seiner Wahl zum beutschen Könige. Er rettet bas Reich aus innerer und äußerer Gefahr, Die es schon zu zer­reißen Drohte. Die römischen Kaiserträume seiner Vorgänger unb Nachfolger liegen ihm fern; fein Wirken gilt Deutschlcmb allein. Er lebt unter ben Deutschen, er schafft ihnen neues Sieblungslanb, er grünbet Städte unb Klöster, Burgen unb Dome, er förbert ben Wohlstand und bie Künste. Es ist kein Zufall, baß gerade in Der Gegenwart sich Die Tausendjahrfeiern Deutscher Städte und Land­schaften häufen: Seit bem Wirken Heinrichs I. ist jetzt ein Jahrtausend vergangen.

Quedlinburg und seine waldreiche Um­gebung wählte König Heinrich mit Vorliebe zum Aufenthalt. Hier sollen ihn Die Edelleute, die ihm die Königskrone überbrachten, am Vogelherde über­rascht haben, hier erbaute er die Burg, bie seinen Grenzfesten als Vorbild Diente, hier bereitete er den Befreiungsfeldzug gegen Die Ungarn vor und hier ließ er sich die Grabkapelle erbauen, in Der er im Juli 936 beigesetzt wurde.

Die Gruftkapelle Heinrichs Des Voglers wurde später erweitert und umgebaut. Sie bildet heute die Krypta des Quedlinburger Domes, in der von bem alten Heinrichsbau nur noch wenige Teile erhalten sinb. Zwei Reihen romanischer Säulen mit entzückenben Kapitellen, beren Schmuck- motioe sich nie wiederholen, teilen bie Unterkirche

schönen stillen Sommernachmittag flog Der Wunberwagen sechs Stunben lang burch einsame Basaltstraßen her Hohen Rhön. Es ging in großer Fahrt burch Kernräume bes heiligen Deutschland. Die Straßen waren glatt wie Großstadtstraßen,

restlicher Nachdem wir vom Bahnhof Lollar den ansehn zunächst lichen Ort durchschritten haben, wandern wir auf 3 ' aussichtsreicher Straße hinauf zur Burgruine Stau­fenberg, um vom Turm der oberen '

liehen Rundblick zu genießen. Blaue Punkte fuhren uns zunächst burch freie Gegend, hierauf Durch Den schönen Walbdistrikt Kuhmark unb spater über das hohe Feld mit prächtigen Ausblicken nach Huchbor mit empfehlenswerten Gasthäusern. Hier sowohl al auch im Ebsborfer Grunb haben sich erfreulicherweise noch bie altüberlieferten Trachten erhalten. Von Hachbörn führt unser Weg burch em liebliches W^- sentälchen nach Ebsdorf im Tal der Zwester Ohm, Dem fruchtbaren EbsDorfer Grund. Von hier fuhren uns blaue Striche über LeiDenhofen, am Leibenhofer Kopf her nach Dem malerisch am Berghang gelegenen Norbeck mit schöner Burgruine von deren Schloß­terrasse man einen feinen Blick hat. Von Rordeck leiten uns die Zeichen weiter, während man unter­wegs hübsche Ausblicke in das Lumbcttal und auf Die umliegenDen Höhen hat, hinab nach unserem Endziel Allendorf. Wanderzeit 5 Stunden.

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