warum nicht so!
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Deutsch-französisches Stuüentenlager auf Usedom 1935
Deine Stimme dem Führer!
für Wahlbezirk 7 Geschäftsstelle, Frankfurter Straße 29 Hths., Telephon 3716. Leitung: Zellenleiter Beimborn; _
für Wahlbezirks im Gasthaus „Zum Tann- Häuser", Frankfurter Straße 83, Telephon 2554. Leitung: Organisationsleiter Martin;
für Wahlbezirk 9 im Hotel Kobel, Liebig- straße 9, Telephon 2338. Leitung: Zellenleiter Grahlmann;
für Wahlbezirk 10 im Gaschaus „Zeppelin", Wilhelmstr. 49, Telephon 2112. Leitung: Zellen- (eiter Hof.
Volksgenossen, die nicht gehfähig sind und bis jetzt noch nicht durch die Blockleiter erfaßt wurden, können sich bis Samstag, 28. März 1936, 16 Uhr, telephonisch oder schriftlich an die Geschäftsstelle, Frankfurter Straße 29, Hths., zwecks Abholung mit einem Auto wenden.
Sämtliche Politischen Leiter, sowie die von denselben bestimmten Parteigenossen melden sich am Sonntag — soweit sie die Berechtigung zum Uniformtragen haben — vormittags 8 Uhr pünktlich in der Geschäftsstelle.
Gießen-Mtte
Wahlbezirk 18 umfaßt die Straßen: Alicen- straße, An der Johanneskirche, Hindenburgwall, Fohannesstraße, Kaplansgasse, Katharinengasse, Neuenweg, Plockstraße.
Amtliches Wahlbüro: Stadthaus, Garten- strahe 2 (Alte Bürgermeisterei), Zimmer Nr. 7. Parteiwahlbüro: Gasthof „Zum Löwen", Neuenweg, Tel.-Anruf: Amt Gießen 3414; Leiter: Pg. Wolf.
Wahlbezirk 5 umfaßt die Straßen: Am Pfarrgarten, Gabelsbergerstraße, Hammstraße, Kornblumengasse, Lahnstraße, In Löbershof, Mühlstraße, Kleine Mühlgasse, Neustadt, Sandgasse, Schan- zenstraße, Tiefenweg.
Amtliches Wahlbüro: Alte Pestalozzischule Wernerwall 18, Lehrerzimmer Erdgeschoß.
Parteiwahlbüro: Grieb, Neustadt 32, Tel.- Anruf: 3204; Leiter: Pg. H. Sonntag.
Wahlbezirk 6 umfaßt die Straßen: An den Bahnhöfen, An der Kläranlage, An der Mar- garetenhütte, Bahnhofstraße, Grabenstraße, Hin- ter der Westanlage, Horst-Wessel-Wall.
Amtliches.Wahlbüro: Goetheschule, Horst- Wessel-Wall 43, Turnhalle.
Parteiwahlbüro: Ortsgruppen-Geschaftsstelle Kaplansgasse 18, Telefon-Anruf: 3454; Letter Pg. K. Noll.
Wahlbezirk 17 umfaßt die Straßen: Kreuz- platz, Löwengasse, Maigasse, Mäusburg, Rittergasse, Seltersweg, Teufelslustgärtchen, Wettergasse, Wolkengasse.
Amtliches Wahlbüro: Stadthaus, Garten- straße 2 (Alte Bürgermeisterei), 1. Stock, Zimmer 16.
Parteiwahlbüro: Univ.-Restaur. „11. C. , Plockstraße 5, Tel.-Anruf: 2398; Leiter: Pg. K. Beck.
Wahlbezirk 12 umfaßt die Straßen: Bleich- straße, Gnauthstraße, Goethestraße, Henselstraße, Lessingstraße, Lonystraße.
Amtliches Wahlbüro: Turnhalle des Gym- nasiums, Bismarckstraße.
Parteiwahlbüro: Caf6 Sommer, Bismarckstraße 26, Tel.-Anruf: 2939; Leiter: Pg. E. Breit- wieser.
Volksgenossen der Wahlbezirke 5, 6, 12, 17 und 18, die wegen irgendeines Gebrechens oder roegen ihres hohen Alters nicht zur Wahlurne gehen können, werden auf Anruf bei der Geschäftsstelle der NSDAP., Tel.-Anruf Nr. 3454 abgeholt, falls Meldung bei den einzelnen Blockleitern noch nicht erstattet ist. Personenkraftwagen stehen dortselbst zur Verfügung.
Die Wahlbüros der Partei in Gießen
5,
10.
16,
16,
ßen-Süd betreut die Wahlbezirke 7, 8, 9 und Die amtlichen Wahllokale befinden sich für Wahlbezirk 7 im Liebigsbau, Liebigstraße
1. Stock, Eingang Hauptportal, t^aal 20.
Wahlbezirk 8 im Liebigsbau, Liebigstraße linker Flügel, Eingang Hauptportal, Saal 6, Erdgeschoß.
Wahlbezirk 9 im Liebigsbau, Liebigstraße 18, linker Flügel, Eingang Hauptportal, Saal 8, Erdgeschoß.
mungsraum: Schulhaus Kirchstraße 16, Saal Erdgeschoß. — Parteiwahllokal: Wirtschaft Pulvermühle, Rodheimer Straße, Tel. 3027. Leiter: Pg.
Wahlbezirk 10 im Realgymnasium, Ludwig- straße 11, Turnhalle.
Die Gesamtwahlleitung der Ortsgruppe befindet sich in der G e s ch ä f t s st e l l e d e r O r t s- gruppe, Frankfurter Straße 29 Hths., Telephon 3716. Leitung: OG.»Leiter Schwarz.
Für die einzelnen Wahlbezirke find parteiamtliche Stellen wie folgt eingerichtet:
P. I ö ck e l.
Abstimmungsbezirk IV: Am Rodtberg, Am Wingert, Böcklinstraße, Bückingstraße, Cranachstraße, Dürerstraße, Feuerbachstraße, Friedhofsallee, Hol- veinstraße, In der Schwarzlach, Marburger Straße, Menzelftraße, Spitzwegstraße, Steinstraße, Thomas- straße, Wiesecker Wea, Wißmarer Weg. — Abstimmungsraum: Schillerschule, Schillerstrahe 8, Turnhalle. — Parieiwahllokal: Wirtschaft „Stadt Marburg", Marburger Straße 23, Tel. 3811. Leiter: Pg. L. Pitzer.
Absiimmungsbezirk XVI: Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Diezstraße, Dreihäusergasse, Erlengasse, Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Landgrafenstraße, Land- araf-Philivp-Platz, Marktlaubenstraße, Neuen Bäue, Schloßgasse, Schulstrahe, Senckenbergstraße, Sonnenstraße, Trillergasse, Wagengasse, Weidengasse.— Abstimmungsraum: Regierungsgebäude Landgraf- Philipp-Platz 3, Sitzungssaal. — Partei wahllokal: Wirtschaft Soldan, Kanzleiberg 5, Tel. 3786. Leiter: Pa. Gg. Schuchmann.
Alle Volksgenossen in obigen Wahlbezirken, die infolge irgendeines Gebrechens nicht zur Wahlurne gehen können, melden dies, soweit es noch nicht bei den Blockleitern geschehen ist, telephonisch unter 3514, Geschäftsstelle, Walltorstraße 16. Für Abholung mit Auto wird Sorge getragen.
Thomas, Ortsgruppenleiter.
Gießen-Suo
Am Wahltag werden von der Ortsgruppe Gie-
Gießen-Ofl
Zentralwahlbüro: BDM. - Dienststelle, Ludwig- straße 12, Fernruf 3733. Leiter: Pg. Ernst Kreu- der, Vertreter: Pg. Adolf T r e s e r.
Dahlbüro für den Wahlbezirk XI: Restauration „Rheingold", Ludwigstrahe 6, Fernruf 3329. Leiter: Pg. Fritz Friedrich, Vertreter: Pg. Karl Pfeil.
Wahlbüro für den Wahlbezirk XII: „Zum Augustiner , Ludwigsplatz 14, Eingang Löberstraße, Fernruf 2971. Leiter: Pg. Wilhelm Peppler, Vertreter: Pg. Heinrich Müller.
Wahlbüro für den Wahlbezirk XIII: BDM.-Dienst- stelle, Ludwiastraße 12, Kernruf 3733. Leiter: Pg. August Wagner, Vertreter: Pg. Heinrich Friedrich.
Wahlbüro für den Wahlbezirk XIV: „Stadt Lich". Licher Straße 59, Fernruf 3279. Leiter: Pg. Hch. Ruhl, Vertreter: Pg. Fritz Möller.
Wahlbüro für den Wahlbezirk XV: Gastwirtschaft Böß, Kaiserallee 21, Fernruf 2901. Leiter: Pg. August Hauser, Vertreter: Pg. Raimund Hoog.
Die Wahlbüros stehen jedem Volksgenossen zur Auskunft frei. Gehunfähige bitten wir um Meldung beim zuständigen Blockleiter oder dem entsprechenden Wahlbüro, damit der Transport durch ein Auto vorgenommen werden kann.
Gießen-Aord
Zentralstelle: Geschäftsstelle, Walltorstr. 16, Tel. 3514. Leiter: Pg. Hermann Thomas, Stellvertreter: Pa. Willi Wenzel.
Abstlmmungsbezirk I: Auf der Bach, Burggraben, Hundsgasse, Kirchenplatz, Kirchstraße, Lindengasse, Lindenplatz, Marktplatz, Marktstraße, Walltorstraße, Wetzsteingasse, Wetzsteinstraße, Zozelsgasse. — Ab- stimmungsraum: Schulhaus Kirchftrahe 16, Saal 9, Erdgeschoß. — parleiwahllokal: Caf«6 Leib, Wall- torstrahe 38, Tel. 3792. Leiter: Pg. H. S ch o m b e r.
Abstimmungsbezirk II: Asterweg, Dammstraße, Ederstraße, 5m Gartfeld, Schillerstraße, Weserstraße. — Abstimmungsraum: Schillerschule, Schillerstraße 8, Säal 6, Haupteingang links. — parleiwahllokal: Wirtschaft Nohl, Ederstraße 6, Tel. 3737. Leiter: Pg. H. Bommersheim.
Abstimmungsbezirk III: An der Hardt, Bootshausstraße, Gleiberger Weg, Hinter den Schießaärten, Krofdorfer Straße, Leimenkauterweg, Rodheimer Straße, Schlachthofstraße, Schottstraße, Schützen- straße, Wernerwall, Zu den Mühlen. — Abstim-
Der Führer spricht heute zur deutschen Ration!
Achtung! Betriebe!
Die Deutsche Arbeitsfront und die Reichsaruppe Industrie haben für die Kundgebung in der Waffenschmiede des deutschen Reiches, der Firma Ärupp- Essen, am 27. März einen Gemeinschaftsempfang in allen Betrieben angeordnet. Das Rundschreiben sah als Beginn der Kundgebung die Zeit von 15.50 Uhr vor.
Damit ein sachgemäßer Empfang gewährleistet wird, muß der Beginn der Kundgebung um 5 Minuten vorverlegt werden, also auf 15.45 Uhr. Die Uebertragungsfolge sieht vor:
Um 15.45 Uhr wird die Arbeit eingestellt und sämtliche Betriebe hissen die Flaggen.
Um 15.50 Uhr ertönt im Rundfunk die Sirene des Krupp-Werkes. Sämtliche Fabriken, Hupen und Glocken nehmen diesen Ruf auf.
Dann meldet der Gauleiter, Pg. Terboven, dem Führer die Belegschaft. Anschließend spricht der Führer.
Aufruf der Gießener Handelskammer zum Gemeinschastsempfang.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist alle ihr angeschlossenen Firmen nochmals darauf hin, daß der Gemeinschastsempfang der Führerrede aus den Krupp-Hallen am Freitag, 27. März, bereits um 15.45 Uhr beginnt. Um diese Zeit wird das Kommando „Heißt Flagge" gegeben. Dos Sirenensignal wird um 16 Uhr veranlaßt.
Gleichzeitig werden die Firmen gebeten, sich an der Schlußkündgebung am Samstag, 28. März, zu beteiligen.
Für alle Firmen der Industrie, des Handels, des Verkehrs, der Banken, der Versicherungen usw. ist es schlechthin Pflicht, dem Führer in seinem Freiheitskampf zur Seite zu stehen!
An die Filmtheater.
Die Reichsfilmkammer, Fachgruppe Filmtheater, teilt folgendes mit:
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler spricht am Freitag, 27. März, um 16 Uhr von Essen aus zur deutschen Nation.
Die Führerrede wird in allen Betrieben und Kasernen in Gemeinschaftsempfang ausgenommen. Auch die deutschen Filmtheater werden in der Zeit von 16 bis etwa 17 Uhr ihrer Gefolgschaft und, soweit möglich, auch dem Publikum Gelegenheit geben, die Rede des Führers zu hören.
Die Vorstellungen haben demgemäß entsprechend später zu beginnen, oder sie sind rechtzeitig zu unterbrechen. Es bleibt dies der Entscheidung des Theaterbesitzers überlasten.
NSDAPOrtsgruppe Gießen-Ost.
Samstag, 20 Uhr, Gemeinschaftsempfang der Führerrede im Großen Hörsaal
Jeder Stimmzettel am Sonntag trägt einen kreis. Du gibst dem Führer dadurch deine . Stimme, daß du in den kreis ein kreuz zeichnest.
der Universität, in der Restauration „Stadt Lich", in der Restauration „Germania" und im Schützenhaus. Alle Volksgenossen sind hierzu herzlich eingeladen.
Kundgebung desNeichSlustschuhbunbeS
Der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, teilt mit:
Es ist der Wunsch des Präsidiums, daß jeder Amts- träger und jedes Mitglied des Reichsluftschutzbundes die Gelegenheit hat, die Rede des Führers am Samstag, 28. März, aus Köln um 20 Uhr zu hören.
Im Einvernehmen mit dem Kreispropagandaleiter der NSDAP, werden die Amtsträger und Mitglieder, die über kein eigenes Empfangsgerät verfügen, gebeten, an dem Gemeinschaftsempfang der einzelnen Gliederungen der Partei teilzunehmen. Die Ortsgruppe verweist auf die diesbezüglichen Zeitungshinweise der Partei-Dienststellen.
Nie Einteilung der Stimmbezirke in Gießen.
Die Bürgermeisterei Gießen veröffentlicht in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Einteilung der Abstimmungsbezirke in der Stadt Gießen und in den d-azu gehörigen Gemarkungen. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen.
Schleusst
Oie Tippgräfin.
Roman von Klothilde v Gtegmann
Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68.
23 Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Innerlich lachend, fuhr sie selbst mit den vier umständlich verpackten Sendungen auf das Zollamt nach Dresden. Ob sie wohl je eine Antwort auf das bemalte Ei erhalten würde? Oder ob es vielleicht gar einem Schwarzen in die Hände fiel? Wie komisch, wenn sie plötzlich einen Heiratsantrag von einem Schwarzen aus dem wilden Urwald erhalten würde.
„Du bist ein Kindskopf, Lore!" schalt sie sich gleich darauf selbst. «Hast nichts wie Flausen im Kopfe, während die arme Mariella so im Unglück ist."
Aber man muhte einmal wieder fröhlich sein, einmal wieder aufatmen können. Man würde seine Fröhlichkeit für Mariella noch sehr brauchen.
Lore hatte mehrere Briefe an die Kriminalrätin Elsbeth Hagenbruch geschrieben mit der Bitte, sie Mariella zu geben. Gerade jetzt, als einer dieser Briefe einlief, saß Elsbeth Hagenbruch in ernster Beratung mit Renate.
„In einer ärgeren Patsche hätte er das arme kleine Mädchen gar nicht sitzen lassen können", sagte sie. „Wenn das gebrochene junge Ding nun von uns entlassen wird und nicht, wie ich annehme, ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert wird — was soll bann aus ihr werden? Frau von Gellern hat sich geweigert, sie wieder aufzunehmen."
„Diese furchtbare Frau! Etwas anderes habe ich nach Lores Schilderungen auch gar nicht erwartet.
„Aber was soll werden?" sagte Renate.
„Aber ich glaube, wir haben einen Ausweg, Frau Kriminalrätin!"
Und sie berichtete von den Plänen, die man für Mariella nach ihrer Freilassung hatte.
„Wie mich das freut!" Ein mütterlicher Zug flog über das ernste, fast männlich anmutende Gesicht der Beamtin. „Sie hat also noch treue Freunde, die unvernünftige kleine Prinzessin, die sich um
einen notorischen Lumpen ruinierte! Denn wir wissen jetzt ganz genau, daß Graf von Hagen derjenige war, der das arme Ding unglücklich gemacht hat .. /
Mariella lag inzwischen, von Weinkrämpfen geschüttelt, in ihrer Zelle. Doktor Hartwig und Die Aufseherin bemühten sich vergebens, sie zu beruhigen. Sie hatte vor einer halben Stunde von dem Tode ihres Verlobten erfahren.
Zum ersten Male war da die Starrheit von ihr gewichen. Es war, als hätten sich die Tränen von Jahren in ihr aufgespeichert, so haltlos weinte sie. Dabei war ihr Schicksal äußerlich schon in ein wenig glücklichere Bahnen gelenkt worden. Ihre Entlassung aus dem Gefängnis war nur noch eine Frage von Stunden An Untersuchungshaft war nicht zu denken. Denn der Fall lag klar. Ihr Schicksal hatte die gesamte Oeffentlichkeit erregt wie selten etwas. Telephonisch häuften sich die Angebote warmherziger Menschen, Mariella ein Heim zu bieten, nachdem bekannt geworden, daß Frau von Gellern sie nicht wieder aufzunehmen gedachte. Doch Mariella wollte von alledem nichts wissen.
„Mein Leben ist vernichtet, um mich braucht sich niemand mehr zu sorgen. Laßt mich irgendwo unterkriechen und sterben. Ach, Erhard, Erhard — wie verkennt die Welt dich und deine Handlungs- weise! Du hast dich doch nur entschlossen, um mich zu retten. Doch du sollst nicht allzu lange allein in der kühlen Erde ruhen, mein Liebster, deine Mariella folgt dir bald nach ..."
Schließlich waren, einem Einfall der Kriminal- rahn Hagenbruch folgend, alle außer Renate Trotha gegangen. Die Beamtin ließ die resolute Presse- Photographin kurz entschlossen zu Mariella führen und der Aufseherin Anweisung geben, sie dort allein zu lasten.
Renate hatte sich ihren Feldzugsplan im Kampfe gegen Mariellas Verzweiflung schon zurechtgelegt.
großes Mitleid durfte sie der Gebrochenen nicht zeigen Damit half sie Mariella nicht weiter. Sie mußte sie ruhig und klar baju zwingen, ihren ®ram zu unterbrücken und ihre Lebensenergie wie- ä 5U s^n. So reichte sie Mariella nur fest die : Hand und behielt sie auch in der ihren, als Mariella ihre Finger scheu zurückziehen wollte. Ohne Umschweife begann sie zu sprechen:
„In „Villa Liliput" wartet ein Zimmer auf dich, Mariella Ich brauche schleunigst eine Helferin. Arbeit war noch immer das beste Mittel, um jede Art von Herzeleid zu vergessen."
Mariella sah Renate fassungslos mit einem fast irren Ausdruck an:
„Wollen Sie mich verspotten, Fräulein Trotha? Oder ist es plötzliches Mitleid, das Sie treibt? Täuschen Sie sich nicht! Sie werden dieses Mitleid nicht lange aufrechterhalten können. Das gibt es gar nicht in der Welt, daß jemand mit mir, der Diebin, noch etwas zu tun haben will."
„Aber Mariella, wie kannst du so sprechen?! Glaubst du nicht mehr an Freundschaft?"
Mariella lachte bitter auf. Ihr sanftes, schönes Gesichtchen war verzerrt:
„Ich soll an Freundschaft glauben? Nun, wo ist denn meine gute Freundin Lore geblieben? Sie weiß, was mir alles geschehen ist — daß mir der Mann, den ich so innig geliebt, gestorben ist, ja, noch schlimmer als gestorben. Denn man hat ihn ja nach seinem Tode noch in den Schmutz gezogen gebrandmarkt. Man hat ihn einer schlimmen Tat verdächtigt, nachdem er sich nicht mehr verteidigen kann. Aber Lore hat nichts von sich hören lassen: sie wäre doch die Nächste, mir wenigstens ein Wort der Teilnahme zu sagen. Aber vielleicht hat sie Furcht, daß ich jetzt von meinem Wohnrecht auf der Geyerburg Gebrauch mache und ihr zur Last falle."
Wieder lachte sie schneidend auf. Doch dies Lachen ^tn ein krampfhaftes Schluchzen über. Da zog
ate das verzweifelte Menschenkind fest in ihre Arme.
„Kind, Kind, was für wahnsinnige Beschuldi- R gegen Lore — was für ein Mißtrauen!
re soll dich vergessen haben? Oh, du Dummes! Die Lore wartet ja nur daraus, dich mit auf die Geyerburg zu nehmen. Aber ich möchte dich lieber hierbehalten, um dir eine Tätigkeit zu bieten, die deinen Geist ablenken und Dir gut tun wird! Niemand denkt daran, dich zu verhöhnen — ja, du glaubt gar nicht, wie viele gute Freunde du dir plötzlich gewonnen hast."
y-3ft das wirklich wahr, Reni?" Schutzsuchend, wie ein verflogenes Vöglein, barg die kleine Prin- cipessa ihr schmales Antlitz an Renates Schulter,
„Ich will dein Anerbieten annehmen und dich begleiten", sagte sie dann leise. „Denn wenn ich mich vor der Verhandlung aus dem Leben stehle, dann hält man mich nicht nur für eine Diebin, sondern auch noch für einen feigen Menschen. Ich will Erhards Andenken verteidigen können."
Renate sagte nichts mehr. Sie konnte Mariellas fanatischen Glauben an Erhard von Hagen jetzt nicht erschüttern. Der Glaube an feine Unschuld war offenbar das einzige, was Mariella jetzt aufrechterhielt. Dadurch allein hatte sie noch einen Funken von Lebenskraft. Wer konnte voraussehen, was sie sonst tun würde? Die Hauptsache war, ihren Lebensmut jetzt aufrechtzuerhalten. So war sie schon glücklich, als sie am Abend dieses ereignisreichen Tages Mariella in ihr Heim nach „Villa Liliput" bringen konnte.
17. Kapitel.
Das Geheimnis des Urwaldes.
Annina von Gellern saß in ihrem Salon. Sie trug tiefes Schwarz, denn es war der Tag von Erhards Beisetzung, den Mariella, das verantwortungslose, bösartige Geschöpf, bis zum Selbstmord getrieben hatte.
Immer wieder versicherte sie das den wenigen Bekannten, die sich noch um sie kümmerten. Die meisten freilich hatten sich von Annina zurückgezogen. Denn allgemein nahm man für Mariella Partei. Jetzt saß Annina Bankier Kammacher gegenüber. Auch Kammacher hatte sich innerlich auf die Seite der armen Mariella gestellt. Aber er hielt sich als Anninas Bankier für verpflichtet, am Tage nach Mariellas Verhaftung bei ihr anzurufen und Annina feine Dienste anzubieten.
Annina wußte, die Trauerpose stand ihr gut Das tiefe Schwarz war zu ihrem goldblonden Haar ein wunderbarer Kontrast. Aus der schwarzen Trauerrüsche des hochgeschlossenen Kleides hob sich das marmorweiße Antlitz wie das einer schönen Statue. Die schlanke Gestalt sah in dem schwarzen, mit Krepp besetzten Kleide noch ebenmäßiger aus.
„Nun, meine Gnädigste, womit kann ich Ihnen dienen?" fragte Kammacher höflich, nachdem Annina ihn liebenswürdig gebeten, Platz zu nehmen.
(Fortsetzung folgt!)


