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Lust ist, ihn zu sehen und zu hören: tschuhuit
sich beide stocksteif gegenüber, dann, mit halber»
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Frühlingstages.
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Arbeiter!" Spricht so ein--Diktator?
Das dritte Mal, als ich dicht bei ihm war, tii-a er einen Frack. Es war am Silvesteraberid 19 3 3! Bevor das Jahr in die Vergangen^ it
Im vorher kramte ckg bezeichnet hatt i!» Ausweis. Es se 'n Gegend Fremde i; mit ins Auto zu n umhin doch, trotz »cr, einmal um ien handeln könnte.
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schiebe den Lauf durch die Schießlücke, und schaks \ im ff1 wie Peitschenknall zerreißt der Schuß die Sm 1 ote .^Ülriu. Un
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nichts froher stimmt, als strahlende Kinderoutzen.
Als ich ihn zum zweiten Mal sah und nur wenige Schritte von ihm entfernt war, da war er bereits „Diktator"! Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin war es. chakenkreuzfahnen knatterten im Wind. Eine unübersehbare Menschenmenge, die eine Million überschritt, stand vor ihm. Zum ersten Mal im Dritten Reich begingen wir Deutsche den Tag der nationalen Arbeit. Harte, durchfurchte Gesichter waren es, die gläubig zu ihm ausblickten. Sehnige Arme, die gewohnt waren, zuzu- packen, reckten sich zu ihm empor. Er aber stand hochaufgerichtet mit einem glücklichen Leuchten in seinen Augen vor diesem, seinem Volk, dem er selbst entwachsen ist. Und was er sagte, trug diesen Sinn: „Ehret die Arbeit! Achtet den
silberglänzend am dunklen Himmel — hocke ich im Schirm, ein paar starken, im Halbrund in die Erde gesteckten Kiefernästen, die gute Deckung geben. Ein altes trockenes Torsloch dahinter, dessen Rand ich mit dem Wettermantel polstere, gibt den Füßen die nötige Stütze. Doch schlagarttg ist es von neuem finster geworden, eine hohe Wolkenbank hat sich vor die Sonne geschoben, bleiernes Grau liegt über der weiten Heioe, die Vogelwelt ist wieder verstummt. Der naßkalte Wind jagt mir einen Schauder nach dem andern über den Rücken. Denn wie alles im Leben hat auch der Ansitz auf den balzenden Birkhahn seine Licht- und Schattenseiten: hohe Weidmannsfreude, aber auch Schnupfen und Ungemach — es ist nicht jedermanns Sache, im eisigen Wind einer Aprilnacht im engen Torfloch zu kauern.
Eine Viertelstunde vergeht, es will noch nicht heller werden. Zur Erwärmung und Kurzweil brenne ich die Pfeife an und halte Umschau, so weit das Auge dringt; denn nichts ist verführerischer als im „Hahnenfieber" des düsteren Morgens jeden niedrigen Besenkrautbusch, jede Binselbülte oder Kiefernkussel als Spielhahn anzusprechen und vielleicht gar Dampf darauf zu machen. Im Heidedorf schlägt es fünf; verschwommen ziehen die Glockenschläge mit dem Wind über mich weg. Mooreulen heulen am Waldrand, Bekassinen werden laut, die Kiebitze fangen wieder an zu rufen, schon sind eine Anzahl Hähne in der Runde zu hören; weitweg fällt ein Schuß. Dann ducke ich mich tief und ehrfurchtsvoll — der alte Platzhahn ist seitlich über mich weggestrichen und mit dumpfem Anschlag in die Heide eingefallen. Wie ein schwarzer Klumpen hockt er reglos im Kraut und äugt gegen den Schirm...
Aber er hat wohl keinen Verdacht; sonst ließe er nicht das leise Blasen hören, das den Balztanz eröffnet. Jetzt macht er den ersten mannshohen Sprung, und nun noch einen. Mit schwirrendem Geflatter streichen von allen Seiten Hennen herzu und treten leise gockend und die ersten grünen Triebe äsend, zwischen den Jungbirken und Ginsterbüschen umher. Cs ist ein wenig lichter geworden, im Dämmer kann ich erkennen: es ist ein kapitaler Kerl, der da vierzig Schritt vor mir bei verdunkelter Bühne seine Gastrolle beginnt.
Denn nun wird er lebendig. Er fächert den Stoß, schiebt ihn wieder zusammen, entfaltet ihn feder- knisternd von neuem und trippelt über das nasse kurze Gras hin und her. Er senkt den Kopf, sträubt die Kehlfedern, dreht sich im Wirbel, kollert und gurgelt, faucht und zischt, rodelt und bläst und schnellt sich meterhoch steil in die Luft, daß es eine
des Morgens ...
Inzwischen ist es heller Tag geworden. ,t„ _
Frührot überhaucht die fernen Föhrenhügel B 1» ^*">eg leuchtender Glut, ein Sonnenstrahl flutet breit übe 3m. die Heide und im Bruch erwacht das Leben de
an seine Zukunft wieder gegeben, auch uns, die wir alle drei sehr lange das bittere Brot der Arbeitslosen essen mußten, er hat aus dem Reich ein von allen Schlacken der Nachkriegszeit befreites Staatswesen gemacht, er hat die deutsche Sozial. Politik tatkräftig gefördert, er hat die Wirt, schäft auf gebaut, er hat durch die Schaffung einer modernen Wehrmacht die Mauer aufgerichtet, in deren Schutz wir alle unserer friedlichen Arbeit nachgehen können. Wer von der Arbeitslosigkeit einmal gründlich hin- und hergeschüttelt worden ist, wer dazu mit offenen Augen durch das Deutschland der Nachkriegszeit ging und mit ebenso offenen Augen die Arbeit des Führers beobachtete, für Den kann es am Wahltag kein Zögern geben. Der wird wie wir mit unseren Frauen dem Führer seine Stimme geben!"
Oer Diktator.
Zum ersten Mal begegnete ich ihm in der Stille eines mecklenburgischen Guts«
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den Föhrenbusch zu.
Betäubt kauert der Sieger am Boden, Dani rüttelt er sich auf, schüttelt das Gefieder, schlvgi mit den Schwingen, daß ein paar Federn davon [Z"
wirbeln, und beginnt den Minnereigen von neuem- sy^er
„Es ist für mich und meine Söhne", sagte der Arbeiter einer großen Autofabrik, „eine Selbstverständlichkeit, am 29. März für den Führer zu stimmen. Wir, ich und meine beiden Söhne, gehören zu dem Wirtschaftszweig, dem der Führer seine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat, weil dieser Wirtschaftszweig bet voller Entwicklung Millionen Volksgenossen lohnende Beschäftigung zu geben vermag. Wir sehen in Adolf Hitler den Mann, ohne dessen verantwortungsvolle Regierungsarbeit heute Volk und Staat und Wirtschaft wahrscheinlich schon zerbrochen wären. Er hat dem deutschen Volke den Glauben
Hochschulnachnchten.
Der Dozent für klassische Philologie Dr. phl habil. Hans Altheim in Frankfurt wird Sommersemester 1936 an der Universität H all«" Wittenberg die Vertretung des erkrank!^ ordentlichen Professors für klassische PhilolM Dr. Diehl übernehmen und gleichzeitig das biet der alten Geschichte vertreten.
„Wir geben unsere Stimme dem Führer!"
Unbekannte Volksgenossen melden sich zum Wort.
tschuhuit. Ein liebestoller Tänzer und Sänger tan|l
den Hochzeitsreigen im erwachenden Licht des J)er'fWren m" V ,,tuei1 ben Vorfrühlingsmorgens und lockt und balzt. Drl jj(r legte i Frühling rollt durch die Föhrenwälder, ein lanz» nlich - gedehnter Pfiff kommt herübergezogen, einen 2Iugeny blick verhofft der Troubadour, dann aber setzt drl
Gpielhahnbalz
Von Franz Hohen.
Die Nacht kämpfte noch mit der Dämmerung; ein schmaler blaßgoldener Streif stand über dem östlichen Horizont, doch von Minute zu Minute färbte er sich dunkler und glomm zu feuriger Röte auf. Ueber den HimmelsranÜ zucken kurze goldene Speere, und zwischen den Stämmen der schwarzen Föhrenwälder regt sich matter Dämmer, die gelben Kätzchen der Bandweiden fangen an zu leuchten, die ersten Dogelstirnrnen werden wach, und im Bruch beginnt es zu trillern und zu schmettern. Regenpfeifer flöten, der Heidepieper ruft. Kiebitze gaukeln über die Krüppelkiefern, Rumpfschnepfen meckern im Luch, und in den Föhren läuten und locken die Meisen.
Im Osten wird es ein wenig lichter, das matte Silber der zarten weißglänzenden Federwölkchen wird warmes Gold. Grauer Dunst bedeckt leicht den Boden, die Porstbüschel färben sich goldbraun, und nun schiebt sich der Sonnenball blutrot über den Himmelsrand. Das junge, aufschießende Rohr an den Wassergräben wogt im Wind, Binsen flüstern, das Gras an den Moortümpeln blitzt von Tropfen, die Heide ist nah von Reif.
Seit einer Stunde — die Mondsichel stand noch
Ein Bauarbeiter stellte fest: „Jahre hindurch war ich arbeitslos. Ich lief von Pontius zu Pilatus, um wieder eine Beschäftigung zu finden. Aber die Bautätigkeit war viel zu gering, um allen Bauhandwerkern Arbeit geben zu können. Infolgedessen blieb mir nichts anderes übrig, als mich an die Wohlfahrt zu wenden, um mit Frau und Kindern nicht gänzlich zu verhungern. Meine Frau war damals schon keine Frau mehr, so lastete das Fehlen meines Verdienstes auf ihr. Hinzu kam die Sorge um die Gesundheit unserer Kinder, die gerade damals im Wachstum begriffen waren und an Unterernährung litten. Ein Jammer war es, die Kinder zu betrachten. Der umsichtigen Wirtschaftspolitik des Führers habe ich es zu verdanken, daß ich schon 1933 wieder eine Beschäftigung in meinem Berufe fand. Ich bin seither nicht mehr arbeitslos gewesen. Frau und Kindern geht es wieder besser, wir haben für die Kinder wieder gute Nahrung kaufen können, wir haben uns seither auch wieder manches Stück Kleidung angeschafft, nachdem wir schon vollends abgerissen waren. Es ist ganz selbstverständlich, daß ich dem Mann am 29. März meine Stimme gebe, der mich und Millionen deutscher Volksgenossen aus dem qualvollen Zu st and der Erwerbslosigkeit herausgeführt und in viele hunderttausend Familien wieder Frohsinn und Zufriedenheit hineingebracht hat."
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„Ich war vor dem Kriege eingefleischter Sozialdemokrat, ich schwenkte nach dem Kriege noch weiter nach links. Schließlich landete ich bei den Äo mm uni ft en. Als Adolf Hitler in das politische Leben trat, habe ich genau wie meine Parteifreunde über ihn gelacht. Aber ich war kein Her- denvieh, ich wollte auch meinen Gegner kennenlernen, wollte wissen, was er beabsichtigt und wieweit er sich von uns unterscheidet. Dieser Versuch, der meinen Parteifreunden sehr bald bekannt wurde, ist mir nicht gut bekommen. Man brandmarkte mich als Verräter. Ich ließ mich aber nicht irre machen und studierte Adolf Hitlers Programm, an dem mir vieles gefiel. Es hat jedoch Jahre gedauert, bis ich erkannte, daß der Marxismus unser Volk doch niemals aus seiner sozialen, wirtschaftlichen, finanziellen und nationalen Notlage herausführen werde. Ick ging zu Hitler. Ich stehe zu ihm, da mir die drei Jahre seit seiner Machtübernahme gezeigt haben, daß er nicht der Mann der Verheißungen und Versprechungen, sondern der verkörperte Wille und die Tat selbst ist. Er hat gehalten, was er ver- sprach, in seiner Brust schlägt wirklich em Herz für feine Volksgenossen."*
„Vor dem Kriege lebte ich im Auslande", erklärte ein weitgereister Mann, „ich habe nach Kriegsende wieder meinen Wanderstab ergriffen. Mein Beruf hat mich durch viele Länder geführt. Vor dem Krieg sprach man überall voller Achtung von Deutschland, 1919, als ich als einer der ersten Deutschen wieder hinausging, ebenfalls noch. Aber damals machte sich bereits eine st arte Enttäu-
Ein Bauer sagte uns: „Wir Bauern waren bis zur Machtübernahme durch Adolf Hitler in den Augen weiter Kreise unseres Volkes ,Bauern, also Trampel, Dummköpfe, Idioten und ähnliches. Wagten wir an unsere Sorgen und Nöte zu erinnern, dann schlug uns aus der marxifttsch-liberaliftischen “ " regelmäßig ein Wutgeheul entgegen. Man
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scheute sich nicht, uns für die Preise verantwortlich zu machen, die von der jüdischen Spekulation festgesetzt wurden und das Leben der minderbemittelten Volksschichten verbitterte. Der Sieg Adolf Hitlers hat uns endlich in die Volksgemeinschaft e i n b e z o g e n. Ohne den Führer wurde man noch heute auf den deutschen Landwirt schimpfen, würde man ihn noch weiter ruinieren und wie einst, als wir die schwarze Fahne aufzogen, von Haus und Hof vertreiben. Adolf Hitlers vorbildliche Bauernpolitik hat den Nährst and vor dem Verfall gerettet und damit dem deutschen Volke das Fundament seiner Ernährung erhalten. Adolf Hitler hat S t a d t u n d L a n d w l e- der zufammengeführt, er hat damit ein Werk vollbracht, wie es in der Welt einzig dasteht. Ihm geben wir Bauern und Landwirte unsere Stimme, damit er seine gewaltigen Aufgaben zum Nutzen Deutschlands erfüllen kann."
Ungezählte Gespräche über die große Politik und über die kleinen Lebensschicksale haben wir in diesen Tagen gehört und geführt. Einige Stimmen zeichneten wir auf, weil sie die Meinung des unbekannten Volksgenossen über das Zeitgeschehen besonders treffend wiedergeben. „Ich stamme aus dem Ruhrgebiet", sagte uns ein Angestellter, „ich habe die Schrecken des Ruhrkampfes kennengelernt. Sie wären uns erspart geblieben, wenn wir bereits damals wieder ein starkes Heer gehabt hätten. Dem Führer ist es zu danken, daß er durch die Verkündung der Wehrfreiheit den anderen Staaten die Möglichkeit genommen hat, Deutschland noch einmal zu mißhandeln. Wer sein Vaterland liebt, wer niemals wieder fremde Soldateska auf deutschem Boden sehen will, für den kann es am Wahltag nichts anderes als „ eine Stimmabgabe für den Führer, dem Hüter deutscher Freiheit und dem Bürgen deutscyer Sicherheit geben."
Gesang mit voller Kraft wieder ein, um von neuem jäh zu verschweigen — ein anderer Hahn ist herzu» gestrichen und auf dem Balzplatz gelandet.
Steil und bös richtet Herr Urian sich auf, ganz lang und schlank ist er geroorben; immer höher reckt er den Hals, das ©e fieber wirb glatt uni blank, doch nur auf Augenolicke, bann sträubt ei es von neuem in Zorn unb Eifersucht, denn nui hat er ben Nebenbuhler entdeckt. Kurze Zeit Hockei
s ch u n g bemerkbar, niemand verstand, daß wir auch die letzte entehrende Bedingung, die man uns vorsetzte, annahmen. Aus der Enttäuschung bei denen, die uns gut gesinnt waren, wurde allmählich eine V e r a ch t u n g, die in mir immer wieder eine bis zur Siedehitze gesteigerte Wut aufkommen ließ. Aber was konnte ich schon machen, solange mein Volk daheim hinter Demagogen marxistischer und bolschewistischer Abkunft hinterherlief, solange gewisse Kreise den Vaterlandsverrat offen unb ungestraft betreiben bürsten, so lange etwas fehlte, was dem Ausland wieder imponierte. Ich habe die Machtübernahme Abolf Hitlers draußen erlebt, ich merkte sofort, daß man im Auslände bie Zeitenwenbe witterte. Heute, nach bret Jahren, barf ich feststellen, baß man wieder Respekt o o r uns h a t unb uns achtet. Das Ausland beachtet Deutschland heute mit ganz anderen Blicken als zuvor. Es sieht in Deutschland wieder einen Faktor, mit dem man rechnen muß.
Schweigende Begegnung.
Von Hans Friedrich Blunck.
Sie saßen im Zuge einander gegenüber, schon eine Stunde lang, hatten beide den Wunsch, ein höfliches Wort zu sagen ober auch nur in bieser ewigen Wieberholung ber oorüberjagenben Lanb- schaft sich mitzuteilen, eigene Worte zu hören.
Im Fluh, ber neben ber Bahnstrecke hochgeschwollen vom Regen vorüberzog, schwamm plötzlich beut- lich erkennbar und nahe am Ufer ein bunter Kin- berball. Die Frau bachte lächelnb an ihr Heim, hörte kleine Stimmen, bie nach ihr riefen unb hätte gewünscht, bavon zu erzählen. Der Mann stellte sich vor, wie rasch ber Ball mit dem Fluß talab triebe, berechnete, wie weit er fahren könnte, bei welchen Häfen er vorbei käme unb welche Gefahren, Sanbe unb Dickichte am Weg ihn auffangen könnten, ehe er bas Meer erreichte.
Eine Stabt nahte. Der Zug hielt in ber schmutzig- arauen Bahnhofshalle; Verkäufer, Zeitungshänb- ler rannten bie Abteile entlang. In ber halben Dämmerung bes Himmels, ber den Tag regnerisch überhing, streckten sich die Schienen schwarzblank und düster unter den Gewölben entlang. Die Blicke ber Reisenben folgten ben Strängen; sie sahen, burch bas Fenster schauenb, beibe zugleich eine blauschwarze Taube, bie sich unter bie Halle gewagt hatte unb ruefenb unb pickenb, mitunter unruhig aufschauenb, nach Brotkrumen zwischen ben leeren Geleisen suchte.
Der Mann unb bie Frau lächelten; jeber von ihnen sah, bah auch ber anbere hinüberschaute; so nickten sie einanber zu und fühlten sich im Blick verbunden. Der Mann muhte dabei an ben Walb benken, ber jenseits seines Hauses lag, jeben Morgen hörte er bas Ruckuh ber Hohltauben brühen in ben Buchen.
Er versuchte ein Wort bavon hinzuwerfen, aber es gelang nicht, er empfanb, bie Frau bachte schon wieder ferner.
Die hatte ihre Kinber noch im Sinn gehabt, bie auf sie warteten; ba war bies Tier wie aus einem Bild mitten in ihre Gedanken gekommen. Und weil bie Taube ein Symbol der Religion war, bie ihr Leben beherrschte, sank ihr Blick, von ihren Kinbern abschweifend nach innen. Sie fand nicht Wald, nicht Jagd, nicht Strom, nicht Meer, sie sah ein altes Gemälde, auf dem sie selbst als kleines Mädchen dargestellt war. Von einem frommen Maler war darüber schwebend eine Taube gezeichnet, bie sich auf einem Zweig niederließ. „Hat er recht
getan?" bachte sie, prüfte kopffchüttelnb ihr Leben nach unb seufzte lächelnb.
Unb bann kam roieber Frühlinaslanb, bas ber Zua jagenb burchfuhr. Die Sonne brach durch; bas Helle Grün ber Birken, bie bräunlichen Spitzen bes fnofpenben Ahorn färbten bie Höhen; bunte! lagen bie Föhren bazwifchen. Die Frau dachte, baß es ein Land gleich biefem gewesen war, burch bas sie einst auf ihrer Brautreise gefahren war. Frühling war ihr nie anbers als Erfüllung langen Wartens, als feimenbe Mütterlichkeit erschienen. Der Mann ihr gegenüber war auch beschwingt von ber Lanbschaft. Der Himmel zerteilte sich, er hob ben Kopf unb hätte von einer großen Reise über See, non fremden Völkern erzählen mögen. Aber es gelang ihm nicht; ber Blick ber Frau lag lächelnb, traumvoll, auf einem Haus mit spielenben Kindern. Er wagte nicht, sie zu stören.
„Herrlich ist der Tag," dachte sie und sah die sprießenden Blumen, Wiesenschaumkraut und Löwenzahn in den schwingenden Mulden des Tals. „Schön endet der Tag," dachte der Mann und blickte zu einem Flieger empor, der unhörbar unter ben wehenben Wolken über ben Himmel zog.
iepr uno icy giaiwe, • Gefängnis i nicht: wer in „biefem :( yäler s; , Hb ha5-<br„nt! * “Ät r es mar, oen |ie im ’ b unbraud,! nennen, und den Mff Bti( er |o
hobenen Schwingen, auf beren schwarzem Grml egin ’wi. die weißen Bänder leuchten, prallen bie Kämpei e p (eiber q; zusammen. Im wilden Wirbel ber Schnabelhiedt ^'to^lere 5 unb Flügelschläge balgen sie sich bald am Boden, frto'9 smV halb in ber Luft, toll vor Eifersucht unb Rauflust Nrhni In ber Leidenschaft bes Kampfes überspringen ft einanber, noch im Sprung sich drehend, um fogleit (U- iryD„ mit neuer Front voll Gift und Galle aufeinander 6, ,
loszufahren. Federn stieben. Doch der Einbringlin p,Q. M io 1 ist der schwächere; zerzaust und abgekämpft rauni uif er bas Felb unb streicht fchwankenb einem schützen» ! ?
Hauses. Am Nachmittag bieses Tages erwartete ihn ber greife Reichspräfibent von Hindenburg in Berlin, weil tagszuvor die Regierung Brüning zurückgetreten war. Wenige Stunden verblieben also nur noch bis zur Abfahrt nach Berlin. In diesen wenigen Stunden saß ich ihm gegenübertiiiP ober war ganz in seiner Nähe.
Was ist mir von diesen Stunden in (£rinneruM|unqb.• geblieben? Welches Bild hat sich mir am meiftenMrbe Ier »un eingeprägt? Ich will gern davon berichten, doch»BW" ? emr muß ich vorher noch einflechten, daß der Gutsherr,Ü; jFrJ famen \\ dessen Gäste wir waren, ein reizendes, kleines,M' eMS blondes Töchterchen hatte. Er, in dessen Hände an st. Moe diesem Tage das Schicksal eines Volkes gegeben nie|Qm war, saß neben diesem blonden Kindchen und sah mit ihm zugleich voll Erwartung in eine große Schachtel voll Süßigkeiten, die er ihm geschenkt hatte. O, es war ein bedeutender Augenblick! Denn nichts mehr und nichts weniger stand zur Frage, welcher von den goldenen oder silbernen ober tun« »k terbunt gezuckerten Pralinen zuerst ins Lecker-W mäulchen spazieren sollte. Diese Beratung — so 1 schien es mir — war an biefem Tage eine ber I allerwichtigsten! Endlich war mit einem kleinen, I erlösenden Seufzer die Wahl getroffen. Wenn ich »I mich recht entsinne, war es ein in Goldpapier ein* I gewickeltes Schokolabenplätzchen, bas zuerst, bran I glauben mußte. f
Das alles habe ich noch genau in Erinnerung. Nur eins weiß ich nicht mehr, unb ich glaube,
Hinablank, erklangen im Deutschen Opernhaus, bns damals noch „Städtische Oper" genannt wurde, h unvergänglichen Weisen ber „Fledermaus"- Musik auf. Bis auf den letzten Platz war Mn Lemellmc Haus ausverkauft. Niemand aber hatte gerauft, f' (om"len ®efpi daß er kommen würde. Doch nun faß er mitten T y51 uunf Mn unter uns. Welch seltsames Gefühl überkam unsJJV_’?-~ii:‘» yi alle! Welch Abfchiednehmen von diesem Jahr, Dn; W ben % uns das Dritte Reich geschenkt hatte! Welche Otinv « W- Daß mung rings in allen Rängen und unten im Par 5 7,15 hastet, i kett! Unb wie klatschte er — mit uns - V™« gefiel freudig Beifall! Wie heißt es doch in be| „Fledermaus"? „Das ist bei uns so Sitte!" Ja - bas ist bei uns Deutschen so Sitte! Bei uns sitzt M Diktator immer mitten im Volk! F. B.
Hier Dein Kreuz


