Ausgabe 
27.3.1936
 
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Oie soziale Mission des Staates.

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1935 gültig. , j

Don Dr. Johannes Krohn, Staatssekretär fesMichS'UndpreußischenÄrbeitsministermms.

NSK. Nicht viele Einrichtungen unseres öffent- lchen Lebens gründen sich so deutlich auf alte deutsche Rechtsüberzeugungen wie die deutsche Sozialversicherung. Es ist daher auch kein Zufall, daß Adolf Hitler mit seiner Regierung sich ju ihr bekennt und zu erkennen gegeben hat, daß er ntschlossen ist, dieses hohe soziale Gut zu erhalten mb zu mehren.

Damit ist die Gewähr gegeben, daß die große tzdee der deutschen Sozialversicherung wieder von c.len deutschen Volksgenossen lebendiaer erfaßt rird. Denn es ist leider immer wieder festzustellen, hiß die Sozialversicherung oft noch in ihrem wah- t?n Werte verkannt und daher unterschätzt wird. 6ie ist Selbsthilfe, durchgeführt in einer (Gemeinschaft. Sie verlangt von jedem 23er» scherten Leistung an d i e Gemeinschaft, xbt ihm dafür aber auch Ansprüche. Sie ist be-

Jungwähler denke daran!"

Wahlberechtigt ist, wer am 29. März sein 20. Lebensjahr vollendet hat, d. h. wer am 29. März zwanzig Jahre alt geworden ist.

Denke daran, junger Deutscher! Denke daran, deutsches Mädel!

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^Iahre.m lienenu.etro, löarb.gesuchi, teSebanblu. rbienlt. Cor ellen Montag Cali Schwart Bahnhof B, 1-J/.13 Uhr.

Kultur und Kunst im neuen Deutschland.

Von Dr. Erwin Kroll.

Drei Jahre nationalsozialistischer Regierung haben Wssen und Antlitz des deutschen Staates so von Z und aus verändert, daß zwischen Einst und Jetzt urs bereits Welten zu liegen scheinen. Nicht nur, log das gesamte Staatsgefüge in einheitlichem Bau nu errichtet wurde, auch das geistige Leben he» deutschen Menschen ist so fest mit dem Leben Nfes neuen Staates verankert worden, daß für oLes, was man Kultur nennt, neue Lebens- ifl r m e n entstanden. So beginnt auch die Kunst im .3 itten Reich ein neues Gesicht zu zeigen. Sie ist ois ihrem Sonderdasein, das allzuoft nur Schmuck, 3rftreuung oder Künstelei bedeutete, herausgetreten ) hat sich wieder ganz in den Dien st des Boltes gestellt. Die vergangenen drei Jahre haben

ö! rden.

Jnter den Künstlern ist es vor allem die Musik, Je- der neue Staat als der einfachsten und mensch- ir.sten Kunst seine Aufmerksamkeit geschenkt hat. 2)t rch die Schöpfung der Reichsmusikkammer d. rbe ein jahrhundertealter Wunschtraum der deut­le Musiker erfüllt. Diese Kammer lst mcht nur it Standesorganisation der deutschen Berufsmusiker- loft, sondern überwacht auch das große Gebiet der ^Äenmusikpflege, besonders das Chorwesen und die 3 Iksmusikpflege. Durch die neugeschaffenen großen irrgememben ist zum erstenmal nach Jahrhunderten irsder die Möglichkeit gegeben, daß Musik wirklich im e volkstümliche Kunst wird. Auch da- urd), daß das musikalische Erziehungswesen in den shulen sich immer eifriger auf die großen Ziele der liichsmusikkammer einzustellen beginnt, wird die I Näherung von Volk und Musik begünstigt. Beim hmgoolt und bei der Hitler-Jugend erlebt das

ins gezeigt, daß damit keinerlei Wertminderung ver­knüpft war. Im Gegenteil, es ist mehr als Klarheit, I Reinheit, Stilsicherheit in die deutsche Kunst gekom- m. n. Der Dank dafür gebührt zunächst der neu­

er ichteten Reichskulturkammer und ihren Einzelkammern. Sie haben dem Durch- und Gegen- dr ander des deutschen Kulturlebens kurz entschlossen tir Ende gemacht, indem sie zunächst klare Verhält­nisse zwischenErzeugern" undVerbrauchern" Men. Sie sind bemüht, überall den Letstungs- drrchschnitt zu heben, sie rücken der Arbetts- c s i q k e i t unter den Künstlern ernstlich zu Selbe. ® er auch das Publikum ist vor allem durch die ÜlS -Kulturgemeinde und die NS. - Ge- ni inschaftKraft durch Freude" geschlossen wie ni zuvor an die deutschen Kulturgüter herangefuhrt

rußte Abkehr vom Individualismus. Ihr Wesen cs Gemeinschaft bestimmt ihren Charakter. Darin, tiß sie Selbsthilfe verlangt und Rechtsansprüche x: währt, liegt ihre sittliche Stärke. Durch beides Nterscheidet sie sich zu ihrem Vorteil von jeder Srt der öffentlichen Fürsorge oder Versorgung.

Keine andere Form der Fürsorge gibt solche Sicherheit der Leistung, verbunden mit bm Gefühl, das Krankengeld, die Invaliden- oder Ltersrente sich selbst verdient zu haben, kkaher kann nur der freie, aufrechte und starke Mensch den hohen sittlichen Gedanken der Sozial- virsicherung voll erfassen. Diese will den Dersicher- ki nicht verweichlichen und ihm alles Wagnis ab? nchmen. lvie läßt darum den Versicherten einen T>il des Schadens selb st tragen und fordert D.m jedem einzelnen, daß er, soweit es in seinen Säften liegt, für sich s e l b st einsteht.

Das Dritte Reich, das die Verbundenheit aller fc affenden Volksgenossen betont, muß aber auch vlmi Betriebsführer fordern, daß er seinem E»folgschaftsmitglied die Vorsorge gegen Krankheit ur. b für das Alter erleichtert und ihm dabei hilft, ^shalb leistet auch der Unternehmer Beiträge zur Sozialversicherung. Auch der Staat fümtnert sich um die Gefahren, die die Gesundheit j ir b das Wohlergehen des schaffenden deutschen Vi?nschen bedrohen. Er tritt da ein, wo die Kräfte bis einzelnen ober die Kräfte einer kleineren Ge- ir-inschaft gegenüber Schicksalsschlägen nicht aus- n chen. So steht in der Sozialversicherung einer \. r alle ein und alle, d. h. die Gemeinschaft, garantieren d i e Existenz des einzel­ne n. Nur in Verwirklichung dieser Grundsätze kann bir Volksgenosse zu einer starken und selbstbewußten P-rsönlichkeit, die im Kampfe des Lebens sich be­rühren kann, erzogen werden.

Menn so die Sozialversicherung an den einzelnen h(3)e Anforderungen stellen muß, so läßt sie ande- tk-seits dem Versicherten aber auch die wohltätigen

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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Herzliche Begrüßung des Führers.

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Ein glücklicher Schnappschuß von den-Wahlreifen des Führers durch Deutschland. Auf der Durchfahrt nach Ludwigshafen und Mannheim wurde ihm auf dem Bahnhof in Halle von der begeisterten Menschenmenge ein jubelnder Empfang bereitet Freundlich antwortete der Führer auf die Jubelrufe. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

Folgen seiner Einordnung in eine Gemeinschaft spüren. Sie erspart ihm, zur öffentlichen Fürsorge zu gehen, sie demütig nicht durch Almosen, sondern gibt dem Versicherten einen Rechtsanspruch a u f Hilfe, den er sich selbst durch seine Beiträge verdient hat. Für die Durchsetzung des Rechtsan­spruches wird ihm ein vom Staate garantiertes Rechtsverfahren zur Verfügung gestellt. Der Arbei­ter und Angestellte braucht also nicht zu betteln oder zu bitten, sondern kann seine im Gesetz 'festgelegten und umgrenzten Ansprüche geltend machen.

In welchem Umfange die Sozialversicherung solche Ansprüche erfüllt, mögen einzelne Zahlen berichten. Die Ausgaben des deutschen Volkes für die Sozialversicherung in Form von Beiträgen und Steuermitteln betrugen im Jahre 1934 fast 3,5 Milliarden RM. Hiervon wurden in Form von Beiträgen 1,5 Milliarden RM. von den Versicherten, 1,3 Milliarden RM. von den Betriebsführern und 540 Millionen RM. vom Reich aufgebracht. Diesem Versicherungsauf­wand standen an Versicherungs l e 1 st u n g e n für Krankenhilfe, Wochenhilfe, Gesundheitsfürsorge aus der Krankenversicherung, Unfallrenten, Unfallfür­sorge, Invaliden-, Witwen- und Waisenrenten, Heil­fürsorge, Ruhegelder, Hinterbliebenenrenten, Heil­verfahren und Knappschastspensionen 3,1 Milliar­den gegenüber. Der Jahresumsatz der deut­schen Sozialversicherung (Einnahmen plus Aus­gaben) beträgt rund 7,1 Milliarden RM. Da­mit ist es um etwa 400 Millionen höher als die ge­samten Einnahmen und Ausgaben der Deutschen Reichsbahn. Wie sorgfältig und sparsam mit den Beiträgen umgegangen wird, beweist, datz trotz die­ses Riesenumsatzes für die Verwaltung nur etwa 257 Millionen RM. jährlich das sind nur 6,9 v. H. der Einnahmen ausgegeben wurden. Wohl bei keinem öffentlichen oder priva­ten Unternehmen dürfte der Unkostensatz so niedrig sein.

Ich muß es mir versagen, im einzelnen darzu­legen, was diese nüchternen Zahlen an Leistungen für die Gesundheit des Volkes und die Erhaltung

deutsche Lied und das G em einschaftsmusi- zieren einen neuen Frühling. Es wäre unbillig, zu verlangen, daß die angebahnte innere Erneue­rung des deutschen Musikers sich nun auch schon in einem völlig neuen, bis in den Grund hinein volks­verbundenen deutschen Musikschaffen offenbare. Trotzdem zeigen sich auch hier bereits so viele neue, verheißungsvolle Ansätze, daß uns um die Zukunft nicht bange zu sein braucht. Die Gefahren einer überkünstelten, volksfremden Atonalität sind über­wunden. Ueberall ist man zu neuen Bindungen der Aorm gekommen und hat dabei nicht nur an frühere Stile, sondern auch an die vielverlästerte Romantik wieder angeknüpft. Wie das neue Deutschland uns die Volkslieder geschenkt hat, so hat es auch der Kunstmusik neue Antriebe gegeben. Selbst auf dem Gebiete der Oper kündigt sich, wie Werner E g k s Z a u b e r g e i g e" und einige Bühnenschöpfungen anderer Komponisten beweisen, ein volksnahes Wollen an.

An der Erneuerung der deutschen Musik hat auch der R u n d f u n k seinen wohlbemessenen Anteil. Denn er steigerte das Bedürfnis nach guter Musik und hob das Verständnis für sie. Er bemüht sich erfolgreich umdieVeredelungderUnterhaltungs- musik und ist daneben bestrebt, die Schätze unserer großen musikalischen Vergangenheit wie die musika­lischen Meisterwerke der Gegenwart unserem Volke zu erschließen. Aber er erschöpft sich nicht im Musi­kalischen und in sonstiger Unterhaltung, Erbauung und Belehrung. In nie geahnter Weise ist er O h r und Mund ber ganzen Nation geworden. Dabei stieg die Zahl der Rundfunkhörer über die siebente Million, und während die Hörer-Zu­gänge sich früher höchstens auf 400 000 jährlich beliefen, betrugen sie in den letzten beiden Jahren jedesmal über eine Million. Diese gewaltigen Zahlen erhöhen sich aber noch um ein Beträchtliches, wenn man an die vielfachen Formen des Gemein­schaftsempfanges denkt, der heute überall in Deutschland eingerichtet ist. Rundfunk und Staat sie sind bei uns enger verbunden denn je, sie sind an­einander gewachsen. Durch den Rundfunk spricht der Staat zum Volke, der Rundfunk ist das vorzüglichste Werbemittel, die Ideen des Dolksstaates zu verwirk­lichen und zu verallgemeinern. Er sorgt für das Unterhaltungsbedürfnis feiner Hörer im reichen Maße, daneben aber vermittelt er ihnen alles, was geeignet ist, zum Erlebnis der Volks­gemeinschaft zu führen.

Man hat bisweilen auf die Gefahren hingewiesen, die durch die stärker anwachsende Verbreitung des Rundfunks für den Kunstgenuß, insbesondere für das tätige Musizieren und den Konzert- und Theater­betrieb entstanden find. Aber ganz abgesehen davon, daß im Rundfunk immer wieher auch Gelegenheiten

der Arbeitskraft und für unsere Wirtschaft an sich einschließen. Sie sollen nur auf die Tatsache Hin­weisen, daß ohne die Hilfe der Sozialversicherung der einzelne gegenüber den Schicksalsschlägen, die ihn bedrohen, machtlos wäre. Diese Tatsache wird noch deutlicher, wenn man feststellt, daß rund e i n Drittel des deutschen Volkes oder zwei Drittel aller Erwerbstätigen von der Sozialverfiche- runa unmittelbar a 15 Versicherte betreut roeroen. Wir zählen 20,5 Millionen Versicherte in der Krankenversicherung, 24 Millionen Unfallver­sicherte, 17,5 Millionen Jnvalidenversicherte, 4 Mil­lionen Angestelltenversicherte und über eine halbe Million knappschaftlich Versicherte. Jeder dritte Deutsche und mit seinen Angehörigen jeder zweite Deutsche ist gesetzlich gegen Krank­heit versichert. Don den im Jahre 1934 ge­zählten 1,2 Millionen Lebendgeborenen standen 720 000 das sind v on dreiNeugeborenen f a ft d m e i im Schutze der Krankenversicherung, die dafür rund 90 Millionen RM. an Wochenhilfe leistete.

Gerade bei der Krankenversicherung wird es be­sonders deutlich, daß die Sozialversicherung den Versicherten nicht nur als Einzelperson, als Einzel­schicksal sieht, sondern ihm in seiner gesamten so­zialen Stellung, insbesondere auch entsprechend sei­ner Stellung in der Familie, der Zelle der Nation, gerecht zu werden versucht. Die Sozialversicherung begnügt sich nicht damit, erst zu helfen, wenn der Versicherte bereits erkrankt oder schon arbeitsunfähig ist, sondern ihr gilt als oberster Grundsatz: Scha­den verhüten ist besser, als Schaden vergüten! Deshalb betreibt sie in großem Um­fange eine vorbeugende Gefundheits- f ü rf 0 r g e, die großzügig auch die häusliche Um­gebung des Versicherten in die Maßnahmen mitein­bezieht. Dadurch hat sie eine ausschlaggebende Be­deutung für die Erhaltung und Höherentwicklung der Volkskraft und Volksgesundheit. Daraus erhellt ohne weiteres ihr ungeheurer Wert für die E r - Haltung der Wehrkraft unseres Volkes. Wehrmacht und Sozialversicherung dienen beide der

für ein Gemeinschaftsmusizieren gegeben ist, scheint eine ernste Gefahr für das deutsche Musikleben eben­sowenig zu bestehen wie für das Theater, das ja durch den Film auch nicht so stark bedroht scheint, wie man es zunächst annahm. Es sprechen sogar mancherlei Anzeichen dafür, daß wir dank der Tätig­keit der Reichstheaterkammer auf eine neueBlüte des deutschen Theaterlebens hoffen dürfen. Auch hier hat sich die Reinigung und Ordnung gut bewährt. Die Zahl der an reichsdeutfchen Bühnen eingestellten Personen hat sich gegen das Jahr 1932/33 um 4000 vermehrt. Eine ganze Anzahl von Bühnen, die da­mals geschlossen waren, haben inzwischen ihre Pfor­ten wieder geöffnet. Gewiß fehlt es uns noch immer an Stücken von wirklich zeitnaher Dramatik, aber dafür sind wir von der Pest schlüpfriger Possen und Operetten befreit worden. Die Klassiker haben in den Spielplänen wieder den ihnen gebührenden Platz erhalten. Die Schreckensherrschaft größenwahn­sinniger Regisseure hat aufgehört. Dor allem aber: das Theater ist wieder eine Angelegenheit des ganzen Volkes, nicht nur einiger bevor­zugter Klassen geworden. Der Angst, in schlecht be­suchten Häusern zu spielen, sind Künstler wie Inten­danten längst enthoben.

Werfen wir zum Schluß einen Blick auf die Ent­wicklung der bildenden K ü n st e, so können wir auch hier wie überall neues Keimen und rüstigen Anstieg beobachten. Der stolze Wille des neuen Staates hat in einer Reihe gewaltiger Bau - t e n feinen Ausdruck gewonnen, die mit ihrer maß­vollen, schönen Sachlichkeit eine beredte Sprache füh­ren. Ob bildende, ob redende Künste jede Kultur­äußerung steht heute im Zeichen des neuen Deutsch­land. Uns aber, die wir dieser Kultur teilhaftig sind, erwächst in einem Augenblicke, wo für dieses Reich ein neuer Abschnitt außen- und innenpolitischen Lebens beginnt, die Pflicht, Treue mit Treue zu vergelten.

Mädchenjahre einer Königin."

Wenn man sich erinnert, Jenny Iugv erst kürzlich in ShawsPygmalion" gesehen und sie als Blumenmädchen Eliza Doolittle reizend ge­sunden zu haben, so mag man etwas überrascht und auch besorgt sein, wenn man lieft, daß sie nun die Königin Viktoria von England zu spielen unter­nimmt: in einem historischen Film der Rota, für den Ernst Marischka das Drehbuch geschrieben hat. Man sieht zunächst keinerlei Verbindungs­linien, die von der Doolittle zur Queen führen, aber es ist zu bedenken, daß es sich nicht um die alte, sondern um die junge Queen handelt, daß es sich um ein Lustspiel handelt, und daß der Akzent im ganzen viel weniger auf dem Historischen als

5reitag, 27. März M6

Aufgabe der Erziehung, Förderung und Erhaltung eines gesunden und damit wehrhaften freien deut­schen Geschlechts.

Bei der Machtübernahme hatte der Führer die Sozialversicherung in einer trostlosen finanziellen Lage vorgefunden. Die Ausgaben überstiegen bei weitem die Einnahmen. Man lebte bereits vom Vermögen. Die ungeheure Gefahr des Zusam­menbruchs rückte immer näher. Es war daher eine soziale Großtat der Reichsregierung, daß sie so schnell nach der Machtübernahme mit einem entschei­denden Werke der Arbeiterschaft die Sicherung ihrer Invaliden-, Alters - und Hinter- bliebenenoerforgung roieöergab. Die Ar­beiterschaft hat dies auch dankbar anerkannt. In­zwischen ist das große Reformwerk begonnen worden und steht vor seiner Vollendung. Die So­zialversicherung des nationalsozialistschen Staates wird so organisiert sein, daß der Einsatz der Mit­tel den größtmöglichen Erfolg gewährleistet, damit vor allem das vorbeugende Wirken der Sozialver­sicherung erheblich verbessert werden kann.

Alles dies beweist, daß es der Reichsregierung ernst ist mit ihrem Bekenntniszur sozialen Mission des Staates. Deshalb ist die Re­gierung unermüdlich bestrebt, all das zu tun, was dem Wohl des schaffenden Volksgenossen dient. Für die Richtung ihrer Sozialpolitik ist der Wille maß­gebend, die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter­schaft zu heben und stets den sozialen Gedanken zu wahren.

Göring gibt Autogramme.

Der preußische Ministerpräsident und Oberbefehls­haber der Luftwaffe Hermann Göring besuchte Stuttgart, wo ihm eine zahllose Menschenmenge begeisterte Ovationen darbrachte. Die Fahrt des Ministerpräsidenten zur Stadthalle, wo er seine Wahlrede hielt, war ein wahrer Triumphzug. Unser Bild zeigt den Ministerpräsidenten auf dem Weißenhof in Stuttgart, wo er bereitwillig Autogramme verteilte. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

auf dem Menschlichen liegt. Wir vermögen im Augenblick nicht zu sagen, wie weit die Fabel, die sich da vor unseren Augen abrollt, Anspruch auf geschichtliche Treue erheben kann; es ist sogar zu bezweifeln, daß dies alles gewissermaßen staats­aktenmäßig belegt werden konnte, aber darauf kommt es ja wohl auch nicht so sehr an. Es sollte geschildert werden, wie die blutjunge, ja noch kind­liche Prinzessin von Kent nach dem Tode des Königs sich höchst überraschend vor die bestürzende Ausgabe gestellt sieht, den englischen Thron au be­steigen und zu regieren; der kleine Zeitabschnitt, den die Fabel umspannt, reicht eben von diesem Augenblick bis zur Verlobung Viktorias mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Koburg-Gotha. Und es sind merkwürdigerweise ziemlich genau die gleichen Wesenszüge, welche zwei grundverschiedene Rollen in der leichten Hand einer Schauspielerin sv liebenswert und anziehend machen: ihre Ein­fachheit und unverbildete Natürlichkeit, ihre Heiter­keit und ihr warmes Herz, ihre Willenskraft und ihr gesunder Sinn für die Beurteilung von Men­schen und Verhältnissen. Viktoria nimmt die Auf­gabe auf sich, die ihr gestellt ist, und sie wird da­mit fertig: sie läßt sich nicht mehrberaten" und bevormunden, sondern sie entwickelt sich über- raschend zu einer Persönlichkeit, welche nicht nur das Schicksal ihres Landes, sondern auch ihr eigenes Geschick nach ihrem Willen und Herzen zu lenken bemüht und befähigt erscheint. Im Mittelpunkt steht die durchaus lustspielhafte Verlobungsgeschichte; die ist so hübsch und natürlich gespielt, immer innerhalb einer unsichtbaren, aber empfindlich spür- baren Grenze (deren Ueberschreitung in ein plattes Possenspiel führen würde) daß man sich an der naiven Anmut und Drolerie der jungen Viktoria, wie die I u g 0 sie gibt, ungetrübt freuen kann. Es wird unter der großzügigen und psychologisch ge- schickten Leitung von Erich Engel überhaupt sehr apart gespielt. Otto Treßler (man entsinnt sich seiner wohl aus derInsel") ist ein scharmanter und gescheiter Ministerpräsident; auch Olga Lim- bürg (Herzogin von Kent) und Paul Henckels (Leopold von Belgien) werden höchst anerkennens­wert mit recht undankbaren Aufgaben fertig. Fried­rich Genfer, bisher unbekannt, macht den Koburger durchaus überzeugend (man begreift Viktorias Wahl sofort). Waldau, als sein Be­gleiter, gibt eine köstliche Charge, und im großen Ensemble sollten von allem Ren6e S t 0 b r a tu a (Baronin Lehzen) und Heinz S a l f n c r als Lakai George nicht übersehen werden.

Der Film läuft im G l 0 r i a - P a 1 a st. Vom Beiprogramm ist die Bühnenschau zu nennen: 2 Ricardos mit akrobatischen Tänzen; eine ge- fällige und sauber durchgearbeitete Nummer.r