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Eden erläutert das Locarno-Memorandum

Kritik der Parteien

ein-

Schatzkanzler Mille Chamberlain

Sicherheit n o

schenzeit müsse der wie den Locarno-J

Das Echo der Preise

1.

2.

3.

Verhandlungen,

Verpflichtungen, die einen englichen Bei­trag für ein allgemeines Ueberein- kommen darstellten, und

Verpflichtungen, die sich auf den Fall bezö- g e n , daß die Verhandlungen zusammen-

nen hat, eine Gedenktafel eingeweiht wurde. Nachdem General Göring im Rathaus aus der Hand des Oberbürgermeisters Jäger den Ehren­bürgerbrief der Stadt Karlsruhe emp­fangen hatte, sprach er am Abend vor weit über 15 000 Volksgenossen im Riesenraum der Markt-

lei Art seien:

Verpflichtungen während der lieber» gangszeit bis zum Beginn der eigentlichen

Halle.

Der Minister wies darauf hin, daß der starken und entschlossenen Führung Adolf Hitlers ein tapfe­res, entschlossenes und gutes Volk zur Verfügung stehe. Die Einheit des Reiches sei das _ schönste Geschenk, das uns Adolf Hitler gegeben habe. Da man aber ohne Sicherheit nicht arbeiten könne, habe der Führer die neue deutsche Wehrmacht geschaffen, niemand zu Leide und uns allen zur eigenen Sicherheit. An die Spitze seiner Außenpolitik habe der Führer Frieden und Versöhnung gestellt, aber nicht einen Frieden um jeden Preis, nicht um Preisgabe der Ehre, der Freiheit und Gleichberechtigung. Daß wir ihm am 29. März die Stimme geben, sei selbstverständliche Verpflichtung. Nicht endenwollenden Jubel lösten die Schlußworte aus:Deutschland ist ein Hort des Friedens und der Ordnung. Aber dieses Deutsch­land will der Welt am 29. März zeigen: Es gibt nur einen Führer, nur ein Volk und einen

zigen Willen."

Är. Goebbels in Koblenz

Der deutsche Kanzler habe erklärt, daß er gegenwärtig keine anderen als fried­liche Absichten hege. Er (Chamberlain) glaube, daß, wenn dies zutreffe, Deutschland nichts von Besprechungen zwischen den General­stäben Englands, Frankreichs und Belgiens zu befürchten habe. Der in dem Locarno-Weihbuch enthaltene Brief an Frankreich und Belgien be­ziehe sich auf die Lage, die entstehe, wenn die Verhandlungen vollkommen scheitern. Wan hoffe, dah die Umstände, unter denen der Brief in Kraft treten würde, niemals Zustandekommen mögen. Auf die Frage, ob die Fühlung zwischen den englischen und französischen Generalstäben irgendwelche Verpflichtungen für England mit sich bringe, zusammen mit Frankreich die Vertreibung der deutschen Trup­pen aus dem Rheinlands" vorzuneh­men, antwortete Ehamberlain:Sicherlich nicht. Ganz bestimmt nicht!" (Beifall.) Es handle sich um eine Sicherheitsgarantie gegen einen nicht herausgeforderten Angriff. Sie könne von niemanden dahin umgebogen werden, dah England unter irgendwelchen Um- ständen verpflichtet wäre, zusammen mit Frank­reich in irgendein Land einzumarschieren.

Abschließend erklärte Chamberlain:Wir müssen erkennen, daß der Völkerbund, wenn er als Wahrer des Weltfriedens wirken soll, viel klarere Ideen und viel bestimmtere Abmachungen unter seinen Mitgliedern haben muß." Hierauf wurde die Aus­sprache ohne Vornahme einer Abstimmung abge­schlossen.

Oie Reichsauiobahn Gleiwih-Breslau wird gebaut

Berlin, 26. März. (DNB.) Der General­inspektor für das deutsche Straßenwesen hat in die­sen Tagen die Strecke Gleiwi tzB reslau der Reichsautobahnen zum Bau freigegeben. Es wird sofort mit den Vorarbeiten, d. h. der Ver­messung und Planung begonnen werden. Die Bau­arbeiten selbst sollen bereits im Sommer in An­griff genommen werden.

Die arbeitsmarktpolitische Bedeutung dieser Bau­arbeiten für Schlesien erhellt schon daraus, daß eine durchschnittliche Anzahl van über 1 1 000 deutschen Volksgenossen für d i e Dauer von rund zwei Jahren am Bau dieser Strecke Arbeit finden kann. Es werden insgesamt rund 6V2 Millionen Tage­werke geleistet werden müssen, um die notwendi­gen Bauarbeiten zu bewältigen. Es ist ferner not­wendig, auf dieser Strecke rund 100 Brücken, darunter 8 größere Fluß- und Talübergänge, zu errichten. Die zu bewegenden Erdmassen erreichen eine Menge von rund 2,5 Millionen Kubikmeter. Die freigegebene Strecke hat eine Länge von 150 Kilometer.

Die Linienführung der Autobahnen Oberschlefiens folgt dem Zuge der alten Handelsstraße Breslau- Krakau. Der Gefamtoerkehr von Westdeutschland, von den Nordseehäfen, von Sachsen und von der Reichshauptstadt her wird in Richtung Krakau, Lemberg, Odessa diese Bahn beoonugen. Auch dient diese Strecke bis zur Oder dem Ver­kehr zwischen Berlin und Budapest.

haften Wunsch, das Letzte aus ihnen herauszuholen, um eine dauerhafte Befriedung Europas zu.erzielen.

Eine ruhigere A t m 0 fphäre fei für die Prüfung der neuen Vorschläge erforderlich. Er habe nicht die Absicht, so führte Eden zum Schluß aus, an die Fragen der Zukunft mit der Vorstellung heranzugehen, daß er entweder an Frankreich oder an Deutschland gebunden sei. F r a n k r e ich wünsche er zu sagen, daß England den Frieden nicht sichern könne, wenn die französische Regierung nicht bereit sei, unvoreingenommen an die Fragen her-

London, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter bringen die Unterhaus-Aussprache mit der Rede Edens in einem selbst für englische Verhältnisse ungewöhnlichem Ausmaß und Umfang. Time s" schreibt, Eden habe der britischen Oeffentlichkeit die beruhigende Versiche­rung gegeben, d i e sie verlangt habe. Gegenüber Frankreich habe er klargestellt, daß das englische Volk für Obstruktionspolitik kein Verständnis habe. Deutschland habe an- geboten, wieder in das internationale System ein­zutreten. England wolle sich dieses Angebotes im Interesse des Friedens bedienen. Das sei das Ziel der Nation. Die englische Regierung sehe aber auch die Tatsache, daß die Tür, die sie zu öffnen wünsche, verschlossen sei, und daß der Schlüssel sich nicht völlig in ihrem Besitz befinde. Die britische Politik sei an dem Wortlaut eines sittsamen Rechts gebunden. Sie müsse sich an das Gesetz hal­ten, bis es durch ein bessere ersetzt werde. Deutsch­land müsse die Tatsachen erkennen. England ver­lange von Deutschland die Einsicht, daß irgend eine deutsche Handlung nötig sei, um die Trümmer des alten Vertrages zu beseitigen, der einem neuen Vertrag Platz mache, und daß Deutsch­land nicht die einzige Macht sein könne, die sich weigere. Die ganze öffentliche Meinung Englands stehe hinter Eden. Jede Gruppe im Hause habe ihn mit Beifall unterstützt, als er irgend einenpo­sitiven Beitrag" von Berlin erbeten habe.

AuchDaily Telegraph" stellt es so hin, als ob alles von deutschen Zugeständnissen abhänge und kritisiert, daß nichts derartiges angeboten wor­den sei. Das Blatt betont dann, daß England nicht ein Militärbündnis wünsche, sondern eine Erweite­rung der Friedensbürgschaften. Die gestrige Aus­sprache habe die Atmosphäre geklärt.News Chronicle" entnimmt aus Edens Rede u. a., daß die deutsche Regierung sich geweigert haben soll, auf Befestigungen in der Rheinlandzone zu ver­zichten. Ziemlich ausfallend bemerkt bas Blatt da­zu, dies beweise einenGeisteszustand, der die Möglichkeit einer vernünftigen Regelung in weiter

In der Aussprache erklärte der arbeiterparteiliche Abgeordnete C a l t 0 n, der Vorschlag, ausschließ­lich auf deutschem Boden eine gemischte britisch-italie­nische Streitkraft unterzubringen, fei so phantastisch und ungesund, daß man nur sein Erstaunen hier­über äußern könne. Es sei der Eindruck erweckt worden, daß die britische Regierung sich vom Völ­kerbund hinweg in em englisch-französi­sches Bündnis zu manövrieren versuche.

Lloyd George (unabhängiger Liberaler) er­klärte, die Franzosen seien im Gegensatz zu den Engländern der Ansicht, daß sie zum erstenmal eine Militärkonvention erlangt hätten, die die britische Regierung verpflichte, falls die Verhand­lungen scheiterten, Frankreich Hilfe zu leisten. Zur Regierungbank gewendet, erklärte der greise Staats­mann mit erhobener Stimme:I ch warne das Unterhaus und das Land vor der Ge­fahr eines Militärpaktes, der im Jahre 1914 Verhandlungen durchkreuzte und einen Krieg heraufbefchwor, und der es wieder­um tun wird, falls Sie ihn abschließen. Eden sagte: Es ist nur Locarno. Das i ft nicht der Fall. Es ist dieselbe Konvention, die mit aum Weltkriege beigetragen hat. Lloyd George sagte, daß er Hitlers Vorgehen nicht verteidige, aber Deutschland sei herausgefordert gewesen. Lloyd George erinnerte an das nicht eingehaltene Abrüstungsversprechen der anderen Mächte, und schloß mit der Bemerkung, daß die Zeit der R e v i - s i 0 n vertraglicher Abmachungen gekommen sei.

Der Konservative Sir Austen Chamberlain trug die von ihm erwartete scharfe Kritik an dem

brechen.

Die Verpflichtungen für die Übergangsperiode seien dazu bestimmt, Frankreich und Bel­gien für den 93 e r l u ft an Sicherheit zu entschädigen, der durch die Wiederbesetzung der ent­militarisierten Zone entstanden sei. Die Verpflich­tung sei streng begrenzt und klar Um­rissen. Die Generalstabsbesprechungen bezögen sich nur auf die Zwecke, die sich aus diesen Ver­pflichtungen oder aus dem ßocarnooertrag ergeben. Es handele sich um rein technische Besprechungen. Diese Fühlungnahme schließe keinerlei politische Verpflichtungen in sich. Man müsse klar unter­scheiden zwischen Generalstabsbesprechungen für einen besonderen und begrenzten Zweck, wie im vorliegenden Fall, und den Be­sprechungen, die in den Jahren vor 1914 stattgefunden hätten. Es liege im ßebensintereffe Englands, daß Frankreich und Belgien unversehrt blieben und daß keine feindliche Streitmacht ihre Grenzen überschreite. Es sei klar, daß die englischen Verpflichtungen sich nur auf den Fall eines un­provozierten Angriffes bezögen. England werde auch nicht ein Iota diesen Verpflichtungen hinzu- fügen.

Von allen Vorschlägen lege er denen die größte Bedeutung bei, die neue Verhandlungen ins Auge faßten. Wenn dies erreicht werden solle, müsse man einen Beitrag der deutschen Regierung erhalten.Wir wissen", so erklärte Eden,daß der Reichskanzler, der, wie ich glaube, die Anstrengun­gen zu schätzen weiß, welche die britische Regierung gemacht hat, es verstehen wird, mit wie großer Sorge Europa diese Vorschläge erwartet. Er kann sicher sein, daß wir diese Vorschläge unvoreinge­nommen aufnehmen werden sowie mit dem leb»

London, 26. März. <DNB.) Das Unterhaus trat zu der außenpolitischen Aussprache zusam­men. Das Unterhaus war bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Außenminister Eden wurde von der Regierungspartei mit lautem Beifall begrüßt. Wenn er, so führte Eden aus, Rechenschaft für die Regierung ablege über das, was sie in der letzten internationalen Krise getan hätte, so wolle er hier­bei die Zurückhaltung ablegen, die bei Reden über internationale Angelegenheiten üblich sei, weil das, was er zu sagen habe, sich in der Hauptsache a n das eigene Volk richte. Viele ßeute in England agten sich, daß Frankreich und Deutschland unter genau den gleichen B e d ingungen behau- bett werden müßten. Es möge sein, daß man öer Ansicht sei, daß diese gleichen Bedingungen im Ver­trag von ßocarno nicht gegeben seien, den Eng­land garantiert habe und der in den letzten zeyn Jahren das Hauptelement der Sicherheit Westt europas gewesen fei. Wenn Deutschland den Wunsch gehabt haben sollte und dazu wäre es berech­tigt gewesen, irgendeinen Teil dieses Vertrages abzuändern, so hätte ihm d e r V e r h a n d l u n g s- w e g offengestanden. Deutschland habe behauptet, daß der Franko-Sowjetpakt mit dem ßo-

deutschen Schritt vor. Seine Ausführungen zeich- neten sich durch keinen neuen Gedanken aus. Dem deutschen Angebot eines 25jährigen Friedens stellte Chamberlain den K e 11 0 g g-P a k t gegenüber. Mög­licherweise, so erklärte er, werde Deutschland sein Versprechen 25 Jahre lang einhalten,aber gewiß nicht viel länger". Der Konservative General S p e a r 5 erklärte u. a., das englische Volk miß­billige die Methode des deutschen Vorgehens, be­grüße aber die Wiederbesetzung der Rheinlande als eine Richtigstellung des Versailler Vertrages. Man solle Deutsch­land gerecht behandeln, müsse gleichzeitig aber berechtigte" (?!) Befürchtungen seiner Nachbarn berücksichtigen. Der einzige Beweis (!), den Deutsch­land für seine Ehrlichkeit geben könne, wäre der Abschluß von Nichtangriffspakten mit allen Nachbar­staaten, einschließlich Sowjetrußland.

Winston Churchill (konservativ) dankte dem Außenminister für feinegroßartige Rede". Er er­klärte dann, das nationalsozialistische Re­gime habe einen ungeheuren Triumph erlebt. Der Führer sei in der ßage gewesen, erneut einen großen Sieg zu erfechten. Churchill politisierte dann gegen die letzten deutschen Maßnahmen, die er alsunge­heuren Schlag (!!) gegen den Völkerbund und den Grundsatz Des Rechts" bezeichnen zu können glaube. Die deutsche Wiederaufrüstung sei diewirkliche Ursache der Furcht in Europa^ (!!) Man dürfe aber Deutschland keine Abmachungen auferlegen,die wir Engländer uns nicht selb st aufzuerlegen bereit wären."

Koblenz, 27. März. (DNB.) Reichsminister Dr Goebbels begab sich von Düsseldorf über Koin und Bonn nach Koblenz, um gegen Gnbe des Wahlkampfes auch hier noch in emer Riesen­kundgebung zum Wahlappell zu rufen. Von der Grenze des Gaues bis hin in die alte Stadt am Deutschen Eck entbot das rheinische Volk in allen seinen Schichten dem Minister ein Willkommen, wie es in seiner Herzenswärme und Natürlichkeit nicht schöner sein konnte. Städte wie Dörfer prang­ten über und über im Schmuck der Fahnen, die m manchen alten Rheinuferstädten in den engen Straßen und Gassen ungewollt zu einer Art Triumphbogen im Zeichen des Hakenkreuzes gewor­den waren. Nicht selten waren am Eingang der Ortschaften Ehrenpforten errichtet. Kem Städtchen und kein Dorf, in denen nicht die gesamte Jugend zusammen mit dem Großteil der Bevölkerung und den Belegschaften ganzer Betriebe in dichten Mauern ein geschloffenes Spalier bildeten, das sich unter brausenden Heilrufen mehr als einmal gefahrbrin« aenb vor dem Wagen des Ministers zu schließen drohte. Einzelne Bauern hatten sogar in ihrer Be­geisterung Böller auf ihre Felder aufgebaut und kündeten so mit den Schüssen weithin über den Rhein die Vorbeifahrt des Ministers an. Zu Ber­gen häuften sich die Frühlingsblumen, die in den Wagen gereicht wurden als Zeichen einer spontanen Begeisterung. Den Insassen einesKraft-durch- Freube"-Theaterzuges wurde die Ueberraschung zu­teil, daß Dr. Goebbels halten ließ, um gerade denen eine Freude zu bereiten, die selber dauernd bemüht sind, anderen Freude zu bringen. Immer dichter wurde das Spalier, immer stärker schwoll der Jubel an, um schließlich in Koblenz mit Zehn­tausenden von begeisterten Formationsangehöngen und Volksgenossen seinen Höhepunkt zu erreichen.

Fackelträger der SA. weisen in kilometerlangen Reihen den Weg zu dem auf der RheinhalbiiM Oberwerth errichteten Riesenzelt, in das sich über 50 000 Menschen zusammendrängten, also mehr als Dreiviertel der gesamten Einwohnerschaft von Koblenz. Nach Begrüßungsworten des Gauleiters Simon nahm Dr. Goebbels, von taufendfachen Heil­rufen begrüßt, das Wort.

Die Nation ist aufgerufen", so erklärte er,das Deutschland vom Jahre 1933 in Vergleich zu setzen mit dem Deutschland von 1936 und damit ein Ur= teil darüber abzugeben, ob dieses Deutschland sich zum Schlechten ober Besseren gewandt hat, ob es ohnmächtiger ober kräftiger, unglücklicher ober glück­licher, hoffnungsärmer ober hoffnungsvoller gewor­ben ist." Ein einstimmiger Jubel ber Bestätigung ging burch bas Riefenzelt, als er, baran anknüp- fenb, bie Ueberzeugung ausfprach:Die Nation wirb barauf nur eine einzige Antwort wissen!" Am 29. März wirb bas beutsche Volk wie ein Mann aufstehen unb mit bem Stimmzettel bekun­den: Du, unser Führer, hast in diesen drei Jahren unsere Ehre und unser ßeben, unsere Arbeit und unser täglich Brot verteidigt und gesichert, soweit das überhaupt in menschlicher Kraft lag. Hier stellen wir dir nun für die nächsten Jahre die Voll­macht aus, die da heißt:Verteidige bu genau so tapfer, genau so mutig unb genau so uneigennützig auch künftig unsere Arbeit unb Ehre, unseren Frieden und unser tägliches Brot!"

Am Abend spielte die SS.-Verfügungstruppe am Ufer des Rheins bem Minister zu Ehren ben Gro­ßen Zapfenstreich, ber mit bem Nieberlän- bifchen Dankgebet enbete. Eine unübersehbare Menge wohnte diesem herrlichen Schauspiel bei. Während dann zum Abschluß die ßieber der Nation aufklangen, flammte auf dem gewaltigen Stein- massiv am anderen Ufer des Stromes bengalisches ßicht auf und tauchte die Feste Ehrenbreitstein in lohende ©lut.

Ferne liegen lasse".News Chronicle" verlangt bann noch, daß Sowjetrußland als Völker­bundsmitglied ebenfalls in den politischen Kreis einbezogen werbe. Ebens Erklärung über feine all­gemeine Politik fei klar und aut gewesen. Enaland sei roeber auf Frankreich noch auf Deutschland, es sei auf den Völkerbund festgelegt.

Höchst unzufrieden ist derDaily Hera! d". Für alle Völkerbundsanhänger bedeute die Rede Edens eine tiefe Enttäuschung. Die Ansichten Edens seien nicht die ber Arbeiterpartei. Derartiges habe man Eben nicht zugetraut. Mit einiaen Bemerkun­gen sei er zu ber alten Tory-Ausfassung zurück­gekehrt, zu ben Auffassungen ber Vor-Völkerbunbs- Zeit. Eben habe sich Balbwins Schlagwort zu eigen gemacht, baß Englands Grenzen am Rhein liegen. Er habe vor den Elementen im Foreign Office kapituliert, die dieses üble Pro­blem erfunden hätten. Die Sorge der Regierung gelte nicht der Verteidigung des wahren Friedens, sondern der Verteidigung Belgiens und Frank­reichs.

Geteilte Aufnahme in Paris.

Paris, 27. März. (DNB. Funkspruch.) Die Unterhaus-Rede Edens findet in ber Pariser Mor­genpresse eine burdjaus geteilte Auf­nahme von bebingungslofer Anerkennung bis zur scharfen Kritik.Oeuvre" finbet die Rede ausge­zeichnet. Die Franzosen hätten eine so mutige Rede nicht zu erhoffen gewagt. Am meisten habe ber Satz befriebigt, baß Deutschland), wenn ihm die Vorschläge des Weißbuches über sie in der Rhein­zone zu treffenden Maßnahmen nicht gefielen, an­dere ähnliche Vorschläge liefern solle. DerMatin" schreibt, das alte England mache seinem Worte Ehre, daß es Frankreich und Belgien gegeben habe. Die radikalsozialistischeRepublique" bezeich­net Eden als mutig und loyal. Seine Rede sei die eines Staatsmannes gewesen, der Verantwor­tung zu übernehmen wisse. An anderer Stelle meint das gleiche Blatt jedoch, daß Eden gern den

anzugehen, die sie von Deutschland trenne. Deutschland wünsche er zu sagen wie könne man hoffen, mit irgend einer Aussicht auf Erfolg in Verhandlungen einzutreten, wenn es nicht be­reit sei, etwas zu tun, um bie Besorgnisse Europas zu besänftigen, die es hervorgerufen habe. (Beifall.) Ein verstärkter Völkerbund, ein geordnetes Europa, ein größeres Vertrauen, so daß sich Volker we­niger auf Waffen und mehr auf Gesetz unb Drä­nung verließen, bas seien bie Ziele, die er zu er­reichen wünsche.

führte zum Schluß der Aussprache aus, die Völ­kerbundssatzung sei nach wie vor der Eck - st ein der englischen Politik. Das' Ziel dieser Politik sei immer noch eine Welt, in der der Frieden durch kollektives Vor­gehen erzielt werde. Wenn diese Welt zustande komme, dann seien keine ßocarno-Verträge oder andere örtliche und regibnale Pakte mehr erforderlich. Jedermann müsse jedoch erkennen, daß die kollektive

' licht erreicht sei. In der Zwi- r Völkerbund durch Abmachungen ________________-Vertrag gestützt werden. Der ßo- carno-Vertrag sehe vor, daß England nicht in Ver­pflichtungen hineingezogen werden könne, die eine Folge der Abmachungen zwischen Frankreich unb Sowjetrußlanb barstellen würben. Englanb wolle nicht zusätzliche Verpflichtungen zu ßocarno eingehen.Das bebeute aber nicht, baß es nicht ben Abschluß ähnlicher Abmachungen burch solche ßänber wünsche, bie an ber Unversehrtheit ber osteuropäischen Grenzen interessiert seien.

Der Schatzkanzler wieberholte bann die Aeuße- rung Edens, daß Englands Ziel eine dauernde Re­gelung sei, dah aber, bevor Frankreich, Deutsch­lang, Belgien und England sich an einen Verhand­lungstisch setzen könnten, etwas getan wer­den müsse, um das Vertrauen wieder herzustellen, das durch dasgewaltsame Vorgehen Deutschlands" vollständig erschüttert worden sei. (!!) Er behauptete, daß Deutschland bisher keinerlei Beitrag für die Schaffuna einer solchen ßage geleistet habe. Deutschland Fabe Vorschläge gemacht, aber es seien Vorschläge, die zu erörtern seien,wenn wir uns um einen Tisch setzen. Das ist nicht ein Beitrag. Der Beitrag, den wir wünschen, ist einer, der die anderen ßänber überzeugen wirb, baß Deutschlanb mit bem wirklichen Wunsch kommt, eine befriebigenbe Regelung zu erzielen."

3 Jahre Nationalsozialismus: Jfcbeiter und Arbeiterführer von heute

Deine Stimme öem §ührer!

carnooertrag nicht zu vereinbaren sei. Deutschlanb sei verpflichtet gewesen, diese Frage gemäß den Be- ftimmungen des Vertrages zu regeln und zwar mit Hilfe der Methoden, die der Vertrag vorsehe. Die deutsche Regierung habe den Artikel 3 des Vertrages ignoriert und selbst entschieden, daß der Pakt unvereinbar mit ßocarno sei, und darüber hinaus, daß diese Unvereinbarkeit Deutsch­land dazu berechtige, den ßocarnooertrag insge­samt als nichtexistierend anzusehen.

Man betrachte England in dieser Krise als Schiedsrichter. Aber es sei fein Schiedsrichter, son­dern eine G a r a n t i e m a ch t, und zwar eine Garantiemacht, die genau festgelegte Verpflichtun­gen habe. Das Ziel Großbritanniens habe darin bestanden, eine friedliche, auf dem Wege der Ver­einbarung erzielbare ßöfung herbeizuführen. Die französische Regierung habe bei den Besprechungen in Paris erklärt, dah Deutschland seine Truppen aus der Rheinlandzone zurückziehen müsse. Wir fragten uns, wie das erreicht werden solle, falls Deutschland dies ablehne. Daraus sei geantwortet worden, dah eine Zurückziehung nötigenfalls durch progressiven Druck herbeigeführt werden müsse, der mit finanziellen unb wirtschaft­lichen Sanktionen zu beginnen habe. Englanb habe bieserAnsickt nicht zugestimmt (Beifall), es habe es für feine Pflicht gehalten, burch 53er« hanblungen bas Vertrauen roieber herzustellen.

Das Weißbuch habe b r e i V 0 r s ck l ä g e vorge­sehen: bie Behanblung bes französisch-sowjetrussischen Paktes burch bas Haager Gericht, Die Unterlassung von Befestigungen in ber Rheinlanbzone unb bie Zustimmung Deutschlanbs zu einer internationalen Streitkraft währenb ber Übergangszeit. Diese Vor­schläge stellten kein Ultimatum bar. Falls eine internationale Streitmacht Schwierigkeiten be­reite unb falls bie deutsche Regierung stattdessen irgendeinen anderen konstruktiven Vor­schlag machen wolle, so sei Großbritannien bereit, mit den anderen interessierten Mächten eine Re­gelung hierüber herbeizuführen. Ohne einen kon­struktiven Beitrag Deutschlands sei es unmöglich, Verhandlungen zu beginnen.

Eden wies darauf hin, daß die britischen Verpflichtungen nach dem Weißbuch dreier-