Helcher im Tor sehr gut hielt, blieb es trotz aller Anstrengungen der Bissenberger bei dem Halbzeit- ergeonis von 3:0.
In der zweiten Halbzeit verlief der Kampf nicht weniger anregend. In unvermindertem Tempo, soweit es die Platzverhältnisse gestatteten, wurde weilergespielt. In der 8. Minute der zweiten Halbzeit wurde einer der Stürmer der Platzbesitzer im Strafraum heftig gelegt und der Elfmeterball wurde von Szponick so kraftvoll verwandelt, daß sich der Torhüter gar nicht erst zu bemühen brauchte. In der 15. Minute verloren die Gießener den rechten Läufer Lehrmund durch Herausstellung, der mit seiner Kritik am Schiedsrichter seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies. In der 19. Minute wurde abermals ein Elfmeter fällig, den Szponick diesmal aber darüber schoß. Kurz vor Schluß hatte auch noch ein Gästespieler das Feld zu verlassen. Es blieb beim 4:0-Sieg der Grün- weißen.
In der Mannschaft der Platzbesitzer gefiel vor allem der Mittelläufer Mundt, der den Sturm immer gut mit Vorlagen bediente. Der Sturm harmonierte ausgezeichnet. Die Verteidigung war sehr sicher. Bei den Gästen ragten einige Leute durch ihre gute Ballbehandlung hervor. Im Sturm war nicht viel zu sehen. Die Gäste enttäuschten geradezu.
Schiedsrichter Krug nahm es sehr genau und war gerecht.
VfB.-R. II — 1900 Gießen II 1:1 (1:0).
Dieses Spiel blieb trotz des Lokalkampfes immer im Rahmen des Erlaubten. Die 1900er waren in den ersten 10 Minuten tonangebend, mußten aber dann den Rest der 1. Halbzeit spielerisch den Leuten vom Waldsportplatz überlassen. Der Sturm der Grünweißen verstand es aber nicht, diese Ueberle- Öit in Toren auszudrücken. Ein einziges Tor en sie nur erzielen. In der zweiten Halbzeit war zuerst verteiltes Spiel und dann waren die 1900er 20 Minuten lang groß in Fahrt, und zwar durch hervorragende Deckungsarbeit ihrer Hintermannschaft. Aber auch sie verstanden es nicht, Tore zu schießen.
Die 3. Mannschaft und die 1. Jugend kamen durch Nichtantreten ihrer Gegner kampflos zu den Punkten.
(Spielvereinigung 1900 Gießen.
Nieder-Girmes — 1900 1:1 (0:0).
In diesem Spiel merkte man, daß über Meisterschaft und Abstieg entschieden ist. Beide Mannschaften waren sich ziemlich gleichwertig. Bei Nie- der-Girmes war das größere Stehvermögen vor
handen und die Blauweißen waren in technischer Hinsicht im Vorteil. Auf Grund dessen hatte 1900 auch etwas mehr vom Spiel. Auf dem kleinen und vor allem ziemlich grundlosen Platz konnten sie sich jedoch nicht richtig zur Entfaltung bringen.
Das Geschehen der ersten Hälfte war nicht besonders anregend. 1900 hatte sich in des Gegners Hälfte festgesetzt und verschiedene klare Chancen herausgearbeitet, die aber in der Hitze des Gefechts neben oder über das Tor gingen. Die Platzbesitzer kamen verschiedentlich durch verschiedene Vorstöße ihrer Außenstürmer etwas zu Wort. Auch hier fehlte es im gegebenen Augenblick an der nötigen Uebersicht.
Nach der Pause wurde das Spiel etwas farbiger. Als die Blauweißen durch Heilmann in Führung gegangen waren, kam mehr Leben in die Elf. Nieder-Girmes versuchte mit aller Macht zum Ausgleich zu kommen, verdarb sich jedoch durch zu hartes Spiel manche Chance. Den Blauweißen ent
gingen zwei klare Chancen durch den ausgeweichten Boden. Beidemal blieb der Ball im Morast hängen. Durch einen Elfmeter kamen die Platzbesitzer zum Ausgleich. Lippert, der bei einer Abwehraktion zu Fall kam, fiel mit dem Arm auf den Ball und das war der Anlaß hierfür. Also Pech! Fischer hatte gegen den plaziert geschossenen Ball keine Abwehrmöglichkeit. Nieder-Girmes drängte nun etwas und bei einem Schuß des Halbrechten, der an den Pfosten ging, hatten die Blauweißen Glück; denn der Nachschuß aus kürzester Entfernung ging hoch darüber. Bald darauf war das Siegestor für 1900 fällig. Heilmann und Wilhelmi hatten sich durchgespielt und standen nur noch dem Tormann gegenüber, als der Schiedsrichter „abseits" pfiff.
Nieder-Girmes war äußerst eifrig, aber zu hart. Die Blauweißen dagegen zu zaghaft. Bei einigem etwas energischerem Einsetzen (Mank) wäre der Sieg sicher gewesen.
Länderkämpse im Fechten und Radfahren.
Iechtländerkampf Deutschland - Frankreich.
Der Fechtländerkampf zwichen Deutschland und Frankreich, der am Sonntag im Frankfurter Palmengarten auf Florett und Säbel ausgetragen wurde, hatte mit rund 500 Besuchern einen guten Besuch. Am Vormittag waren beide Ländermannschaften im historischen Römersaal von der Stadt Frankfurt offiziell empfangen worden. Dr. Krebs hatte die Gäste im Namen der Stadt willkommen geheißen.
Mit den Florett-Gefechten begannen kurz nach 6 Uhr abends die Kämpfe. Beide Verbände hatten ihre stärksten Fechter aufgeboten; die Franzosen besonders waren mit allen klangvollen Namen ihrer bekannt erstklassigen Schule erschienen.
Da jeder gegen jeden zu fechten hatte, mußten insgesamt 25 Gefechte durchgeführt werden. Die Franzosen gewannen diesen Teil des Länderkampfes erwartungsgemäß sicher, wenn auch ihr Sieg mit 15—10 Einzelsiegen und 87:102 erhaltenen Treffern nicht ganz so überlegen ausfiel, wie man ursprünglich annahm. Der Sieg der Franzosen allerdings ist unzweifelhaft völlig verdient.
Bei den Deutschen war Reichsfachamtsleiter Erwin C a s m i r, der erstmals seit langer Zeit wieder in Frankfurt focht, der beste Mann. Er gewann
vier von seinen fünf Gefechten und wurde nur mit 2:5 von Bougnol geschlagen.
Französischer Sieg auch im Degenfechten.
Kurz vor Mitternacht ging der Fechtländerkampf Deutschland gegen Frankreich in Frankfurt a. M. zu Ende. Wider Erwarten vermochten die Franzosen auch im Degenfechten zu einem Erfolg zu kommen; sie schlugen die deutsche Degenmannschaft mit 18:6 Siegen, 37:13 Punkten und 40:61 erhaltenen Treffern.
Deutschland schlägt Belgien im Radländerkampf.
In der von 7000 Zuschauern voll besetzten Stuttgarter Stadthalle ging am Samstagabend ein radsportliches Ereignis ersten Ranges vor sich. Die Radsportler Deutschlands und Belgiens lieferten sich einen Länderkampf, der sich aus fünf Wettbewerben zusammensetzte, und zwar aus Fliegerkampf, Punktefahren, Omnium und Steherrennen für Berufsfahrer und aus einem Fliegerkampf für Amateure. Die Belgier konnten zwar drei der fünf Rennen für sich entscheiden, aber Deutschland hatte 25 gegen 21 Punkte der Belgier aufzuweisen und wurde damit Gesamtsieger. Ausschlaggebend für den deutschen Sieg waren die vorzüglichen Leistungen von Amateur-Weltmeister Toni Merkens und den
Stehern Metze und Lohmann. Dabei wurde im Amateurtreffen noch auf zwei Punkte verzichtet, als der Belgier Collard infolge Verletzung nicht mehr antreten konnte. Beim letzten Lauf des Steherrennens stand der Kampf noch 20:20, aber Metze und Lohmann belegten dann die beiden ersten Plätze und stellten Deutschlands Gesamtsieg sicher.
Das Berliner Reitturnier.
Deutscher Sieg im Großen preis der nationalsozialistischen Erhebung.
Der Große Preis der nationalsozialistischen Erhebung, der am Sonntagabend entschieden wurde, endete mit einem großen deutschen Siege. Von 59 Startern endeten deutsche Pferde auf den ersten drei Plätzen. Erster wurde Oberleutnant Kurt Hasse auf „Thora", 2. Rittmeister v. Barne kow auf „Olaf", 3. Oberleutnant Brandt auf „Alchimist" und 4. Leutnant Bonivento (Italien) auf „Ronco".
Kranzniederlegung ausländischer Turnierreiler am Ehrenmal.
Am Sonntagmittag ehrten polnische, italienische, schwedische und dänische Reiteroffiziere, die zum Reitturnier in Berlin anwesend sind, die Toten des Weltkrieges durch eine feierliche Kranzniederlegung im Ehrenmal.
Wintervergleichsschießen der Kleinkaliberschützenvereine
Kreis Gießen-Rord.
Die Kleinkaliber - Schützenvereine des Kreises Gießen-Nord hielten ihr diesjähriges Winterschießen ab. An dem Schießen nahmen neun Mannschaften mit insgesamt 35 Schützen teil. Es wurden neun Schuß in den drei Anschlagsarten abgegeben und recht gute Durchschnitts- sowie Einzelergebnisse erzielt.
Den ersten Platz belegte der Schützenverein Steinbach (I. Mannschaft) mit 396 Ringen. Es folgten dann der Schützenverein Allendorf (Lumda) mit 377 Ringen, Schützenverein Steinbach (II. Mannschaft) mit 367 Ringen, Postsportverein Gießen mit 364 Ringen, Schützenverein Leihgestern mit 343 Ringen und Schützenverein Harbach mit 278 Ringen. Bester Einzelschütze wurde H. Ludwig Haas (Steinbach) mit 88 Ringen.
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