Generalversammlung der Gießener Imker
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sich am Tage selbst keine geeignete Zeit, so soll der Gottesdienst am Vorabend, also am 29. Januar, veranstaltet werden.
Sitzung des provinzialausschuffes.
In der öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen am Samstag kamen folgende Derwaltungsstreitsachen zur Verhandlung:
1. Die Klage des Friedrich Gerl ach in Wieseck gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 11. November 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheines wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen.
2. Die von der Schäfereigenossenschaft Heinrich Erbes und zehn andere in Bollnbach erhobene Klage gegen den Ratsbeschluß der Gemeinde Saasen vom 26. November 1934 wegen Gründung einer Gemeindeschäserei wurde unter Aufhebung des Urteils des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 19. März 1935 kostenpflichtig unter Zugrundelegung eines Streitwertes von 2000 Mark abgewiesen.
3. Auf die Berufung der Gemeinde Mainzlar gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 24. April 1935 wurde der Einspruch des Polizeidieners Heinrich Vogel VI. in Mainzlar gegen den Voranschlag der Gemeinde Mainzlar für 1934 Rj. unter Aufhebung vorgenannten Urteils und Belastung des Einsprucherhebers mit den Kosten beider Instanzen abgewiesen.
3. Der Juliane Beck in Gelnhaar wurde auf ihre Klage gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 4. Juli 1935 die nacbgesuchte Erlaub-
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Vorbildlicher „Hamlet".
Die neue Inszenierung am Berliner Gtaatstheater.
Die „H a m l e t"-Aufführung, seit Monaten
Wer ist die Braut?
Bei einer großen Hochzeitsgesellschaft in England ist kürzlich von den Hochzeitsgästen fast gleichzeitig die erstaunte Frage gestellt worden: „Wer von den Anwesenden ist denn nun eigentlich die Braut?", Brautjungfer und Braut waren nämlich Zwillinge, und sie sahen einander zum Verwechseln ähnlich; da sie überdies fast gleiche Kleider trugen, so wußte kaum jemand, welches Betty und welches ihre Schwester war. Die einzigen, die nicht mit ihrer Ansicht ins Wanken gerieten, waren der Pastor und der Bräutigam, und gerade auf diese beiden kam es entscheidend an. So wurde denn die richtige Braut glücklich vermählt und von nun an, so versichert man, soll es mit den Verwechselungen zu Ende sein; denn nun trennen sich die Lebenswege der beiden Schwestern. Zudem werden sie in Zukunft wohl auch nicht mehr gleichgekleidet sein.
Oie Nacht am Waterberg.
Von Marie Jetta.
Die Verfasserin hat ihre Kindheit und Jugend in Deutsch-Südwest-Afrika verlebt und ist noch heute dort ansässig.
Stunden ziehen wir durch grauen, dornigen, niedrigen Busch. Dor uns das Vieh, und dann wir, zwei kleine Menschen auf müden Pferden. Stunden? Nein, seit Tagen, seit einer Woche ziehen wir so, und Tage, vielleicht Wochen geht es noch weiter, fremde Wege, fremde Farmen, fremde Menschen, aber eins bleibt gleich: das Land, auf das wir treten. Es bleibt immer unser Land, in dem wir sind, jetzt und immer. Unsere Körper, unsere Seelen sind mit dieser Erde verwachsen, alles ist wie ein Ganzes; gehört zusammen, wie von Gott gewollt. Viel habe ich gesehen von diesem Land, das ich Heimat nenne, und es ist ein heiliges Wort; Steine und Wüste, Land und Berge, grausame Dürre und grüne, lebende Erde. Ich kann noch nicht satt werden, jedes Neue, jedes Alte erfüllt mich neu, wie ein ersehntes Geschenk.
Aber heute ist es noch anders als sonst. Vor uns blitzt ab und zu das Wellblechdach eines Hauses in der grellen Sonne und jedesmal, wenn ich es sehe, werde ich unaufmerksam und zerstreut, tiefes Sinnen nimmt mich gefangen, und ich weiß nicht mehr, was ich fühle: Neugierde, Angst, Schmerz, oder Andacht. Dort, wo das Haus durch die Berge sieht, liegt der erste deutsche Soldatenfriedhof, den ich sehen soll: Wo Menschen liegen, unseres Blutes und unserer Sprache, die für dieses Land starben, das ich so liebe.
Dann sind wir da, durch die wenigen Bäume kann man eine weiße Mauer sehen und irgendein dummes Gefühl schnürt mir den Hals ab. Ich will das Vieh mittreiben und mache nur Unsinn. Reite sinnlos hin und her, treibe hier an und schlage dort mit der Peitsche hin, bis es glücklich durch meine Dummheit so weit ist, daß die Rinder direkt auf dieses geweihte Stückchen Erde zulaufen und wir durch laute Rufe und Peitschenknallen die Stille der Toten stören müssen.
In der Nähe des Kraales, in dem unser Vieh schläft, brennt unser Lagerfeuer. Frierend machen wir unsere Decken zurecht und legen uns hin. Nun ist jeder mit sich ganz allein, kein Tier läuft von der Pad, kein Pferd stolpert, kein Dorn zerreißt die Haut, Ruhe, liebe, gute afrikanische Nachtruhe. Leise flackert das Feuer, dumpf und dröhnend hört sich das Hoppeln der gefesselten Pferde an. Schräg über uns steht der halbe Mond und rechts von der
überhastet gespielt. Die Einleitung — Geistererscheinung auf der Terrasse — wird langsam und nachdrücklich wie eine Ballade von nordischer Winternacht vorgetragen; ausführlich wird die Tragödie im Hause des Polonius (Ophelia, Laertes) behandelt. Wenn dann in dieser drohenden, unheilvollen Stimmung die Schauspieler erscheinen, wirkt ihr phantastisch bunter Haufen mit seinen Masken, tänzelnden Auftritten, gespreizten Pantomimen wirklich wie ein „Theater" im Theater; eine fremde Welt bricht in die nordische ein. Der berühmte Hekuba- Monolog, sonst immer nebenher gesprochen, wird eine besondere Szene auf der Szene. Sein Sprecher (Paul Bildt) steht auf erhöhter Empore und wirkt hier in seinem schleierartigen Gewand wie ein Mime des antiken Theaters. Der langsame Vortrag der Auftritte schließt gleichwohl höchste Spannungen und Erregungen nicht aus: das Schauspiel im Schauspiel und der jähe Aufbruch des Hofes sind Augenblicke, die mit Siedehitze geladen werden. Beginnt das Drama als nordische Winternachtsballade, so klingt es in heroischem Finale feierlich aus. Nachdem Fortinbras (Paul Hartmann) Hamlet den Nachruf gesprochen hat, öffnet sich ein unendliches Spalier von Gewappneten, zwischen deren gesenkten Speeren der tote Dänenprinz, auf einen Schild gebettet, hinausgetragen wird.
Gustaf Gründgens ist Hamlet, ein blonder, geschmeidiger Jüngling in Schwarz. Gründgens spielt keine „Auffassung", man möchte glauben, daß er keinen der „Hamlet-Kommentare" kennt, durch die der Dänenprinz die umstrittenste Rolle geworden ist, er bemächtigt sich seiner Aufgabe, als sei noch nie ein Hamlet gespielt worden, nur aus seinem theatralischen Instinkt, aus seiner komödiantischen Besessenheit heraus; er stellt eine Gestalt von fiebernder Elastizität, von höchster geistiger Beweglichkeit und Schwungkraft bar. Käthe Gold als Ophelia: unendlich rührend und lieblich, die Wahnsinnsszenen haben wir noch nie so gesehen, noch nie kamen sie so unmittelbar aus einem zerstörten Gemüt. Walter Franck, als König ein verbrecherisches Urbild, und die Königin Hermine Körners, der Polonius Hans L e i b e l t s, der Laertes Claus Clausens, sie fügen sich alle als werktreue Diener dem Ganzen ein.'
Der stürmische Beifall galt wohl dem Hamlet Gründgens', daneben aber auch dem vielseitigen Künstler und dem Jtendanten, der am Staatstheater — jede neue Aufführung beweist es wieder — ein großes Aufbauwerk vollbracht hat, und dem Unermüdlichen, der dieses Haus auf einer würdigen Höhe gleichbleibend erhält. G. B.
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aekündigt, ist zu einem großen Ereignis des Berliner Staatstheaters, des Theaters überhaupt, geworden. Sie war zuerst zu Weihnachten versprochen, sie ist um einen ganzen Monat verschoben worden; diese Tatsache zeigt die Mühe an, die auf das Werk Shakespeares verwandt wurde, sie erläutert auch die Lage des Hauses. Das Staatstheater ist so glücklich, sich eine solche Verlegung gestatten zu können, dank eines wirklich klassischen und erfolgreichen Spielplans, der sich aus lauter repräsentativen Aufführungen zusammensetzt. — Diese letzte, die Hamlet-Aufführung, geht den vielen Problemen, die sich im Laufe der Jahrhunderte um die Dichtung kristallisiert haben, nicht aus dem Wege, sie packt sie herzhaft an, und löst sie entschlossen.
Begnügten sich andere Darbietungen des Werks damit, Schauplatz und Menschen in ein unbestimmtes „mittelalterliches" Land zu verlegen, gefielen sie sich darin, die Dichtung zu verzerren, und modisch aufzuputzen, so rücken Spielleiter Lothar Müthel und Bühnenbildner Rochus Gliese den äußeren Rahmen der Vorgänge gebührend zurecht. Der Palast von Helsingör steht da wie ein Riesenblock zwischen zwei urzeitlichen Kulturen; neben mächtigen Türmen, zyklopischen Mauern, gewaltigen Säulen, finden sich eingebaute Holzhallen, in deren Balken Runen geritzt sind, und der Wind, der scharf und schneidend über die Schloßterrasse weht, kommt vom Meere her; das ist Dänemark, das ist eine nordisch-mythische Urwelt, deren Bilder — wenn König Claudius mit seinen Mannen auf hölzernen Bänken an einem klobigen Holztisch sitzt — an die Welt des Nibelungenliedes erinnern. Hier gehen Geister um, hier herrschen Brudermord, Blutschande, Blutrache.
Die Aufführung, die sich der Schlegelschen Ueber- setzung bedient, enthält siebzehn Bilder; sie dauerte am ersten Abend über vier Stunden, obwohl die Bühne mit den besten technischen Einrichtungen ausgestattet ist. Das ist nicht unwichtig, denn daraus erhellt, daß hier ein ungewöhnlich ausführlicher und vollständiger „Hamlet" dargeboten wird. Wenn in anderen Aufführungen die Nebenhandlungen zu Gunsten des eigentlichen „Hamlet- Dramas arg beschnitten werden, so bringt hier der Spielleiter die Gewichte der einzelnen Handlungen wieder ins Rechte. Es wird nirgends unklar und
Stelle, an der ich liege, schimmert weiß und geheimnisvoll der Friedhof. Sie lassen mich nicht schlafen, die Toten, die auch für mich starben. Wie gebannt hängen meine Augen an der Mauer. Am liebsten ginge ich jetzt dorthin, aber mein lieber, guter Padkamerad würde lachen oder mich für verrückt halten.
Ich muß mich aufsetzen. Ein Gedanke durchjagt mich — Herrgott! — ob da, wo wir liegen, ob da vielleicht vor vielen Jahren ein junger, junger Mund sein letztes: „Mutter" gerufen hat? Ist hier, gerade hier auf dieser Stelle vielleicht schon einmal deutsches Blut langsam in den glühenden Sand getropft? — Ich rauche eine Zigarette und starre in die Glut vom Feuer, aber auch daraus wachsen Gestalten in braunen Uniformen und ich erlebe in dieser Nacht das Ringen um meine Heimat, so tief und so erschütternd, als ob ich dabei gewesen wäre. Ich sehe die stolzen Schwarzen, ihren Kampf um ihr ganzes Sein, ihr Volkstum und ihr Land. Ich sehe junge und alte Weiße, ihr Ringen um neuen Boden, da die Heimat zu eng wurde, — und ihre Rache gegen die Mörder ihrer Frauen und Kinder; und über allem fühle ich, trotz kalter Nacht, die glühende heiße Sonne. Und bann durch- zieht mich ein tiefes Dankgefühl gegen bie, die sterben mußten, damit ich und all' die andern eine Heimat hattten, ich gehe in Gedanken an jedes Grab und streiche leise über harte Erde und dürres Gras.
Dqs ist die Nacht am Waterberg. Am nächsten Morgen bin ich an den Gräbern. Es ist ein kurzer stiller Gang, ich war ja in der Nacht viel länger bei ihnen gewesen, bei den Toten vom Waterberg.
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denen Fischresten erseht werden. Desgleichen lassen sich Gemüseaufläufe mit Fischeinlage billig und schmackhaft Herstellen.
Behandelt man vollends den Seefisch wie Braten, indem man ein entsprechend großes, festes, möglichst grätenfreies Mittel- oder Schwanzstück, z. B. von Kabeljau, Schellfisch oder Seelachs spickt und mit Zitronensaft beträufelt, in brauner Butter ober Fett unter fleißigem Beyießen gar brät, so erhält man auf diese Weise für jedes Gemüse die Verwendungsmöglichkeit zu einem schmackhaften, nahrhaften und gesunden Seefischgericht. „
Die Meinung, daß Seefisch und Gemüse keine schmackhafte Verbindung ergäbe, beruht, ähnlich der längst überholten Ueberlieferung, daß man in den Sommermonaten keine Fische essen solle, auf rückständiger Ansicht. Wer sich selbst durch einen Versuch von der Schmackhaftigkeit und guten Bekömmlichkeit eines kombinierten Seefisch- und Gemüsegerichtes überzeugt hat, wird mit diesem Vorurteil endgültig aufräumen.
Aornotizen.
Tageskalender für Züonfag.
NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Ost und Süd: 20 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut Licht- bilder-Dortrag „Bäuerliche und städtische Heimkultur". — NSG. „Kraft durch Freude": 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NSLB., Kreis Gießen: 15,30 Uhr Kreisoersammlung in der neuen Pestalozzischule. — Jungmädel: 20 Uhr Elternabend im Caf6 Leib. — Stadtheater (Ring Deutsche Bühn«): 20 bis 22.30 Uhr „Der Stern von Sevilla". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Unsterbliche Melodien". — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Eine Seefahrt, die ist lustig". — Goethe- Bund, Gießen: 20 Uhr liest Rudolf G. Dinding aus eigenen Werken in der Neuen Aula.
Sladllhealer Gießen.
Heute zum letzten Mal von 20 bis 22.30 Uhr als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne „Der Stern von Sevilla" von Lope de Vega. Uebersetzt und frei bearbeitet von Hans Schlegel. Spielleitung: Der Intendant. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse.
Symphoniekonzerl des Konzertvereins.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Dienstag, 28. Januar, findet im Stadttheater Gießen das 3. Symphonie-Konzert d e s Konzertvereins unter Leitung von Professor Stefan Temesvary statt. Als Solistin wurde die hier schon bekannte und geschätzte Altistin Lore Fischer (Stuttgart) verpflichtet, deren Ruf sich seit ihrem letzten Auftreten in Gießen noch weit über die Grenzen Deutschlands verbreitet hat. Lore Fischer wird bei dieser Gelegenheit die Arie „Ah Perfido" von Beethoven, sowie das Lied „An die Hoffnung" von Max Reger zum Vortrag bringen. Mit der Aufführung dieses feierlichen und bedeutenden Werkes gedenkt der Konzertverein zugleich des 20. Todestages Max Regers. Am Anfang der Dortragsfolge steht Brahms' 2. Symphonie in D-dur, den Beschluß macht Haydns 7. Symphonie in C-dur. Das Konzert ist das 5. Abonnements- Konzert des Konzertvereins und 16. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Kartenverkauf nur Musikalienhandlung Challier, Neuenweg 10. Dauer des Konzertes 20 bis 22 Uhr.
Oer 30. Januar in den Schulen.
Die Landesregierung — Abt. II — hat an sämtliche Schulen in Hessen folgende Verfügung gerichtet:
Der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat in seinem Erlaß vom 21. Januar 1936 angeordnet, daß am 30. Januar als dem Tage der Machtübernahme durch den Führer und Reichskanzler an allen Schulen der Unterricht ausfällt. An diesem Tage sind in allen Schulen würdige Feiern zu veranstalten, bei denen die Schüler und Schülerinnen durch ein Mitglied des Lehrkörpers auf die überragende Bedeutung des 30. Januar 1933 als des Gründunastages des Dritten Reiches hingewiesen werden. Dabei werden vor allem nachdrücklich die großen innen- und außenpolitischen Erfolge zu betonen sein, die seit dem 30. Januar 1933 zu verzeichnen sind. Auch des 18. Januars als des Tages
„Die Pflege der Bienenweibe und Wege zu ihrer Verbesserung."
Wenn sich, so führte der Vortragende aus, in normalen Jahren die Tracht verringert, so ist dies vor allem auf die Rasseverschlechterung der Bienen zurückzuführen. Erst muß die Bienenrasse verbessert werden, um zu höheren Erträgnissen zu gelangen. Die Landwirtschaft kann durch Entwässerung der Wiesen und reichliche Gaben an Kalk, Superphosphat und Kali den Futterwert des Grünlandes steigern und gleichzeitig der Imkerei dienen, weil durch solche Maßnahmen süße Gräser und verschiedene Kleearten herbeigezogen werden. Es gilt vor allem die Trachtlücken auszufüllen. Neben Reiz- und Entwicklungstracht muß auch für Honigtracht gesorgt werden durch Anpflanzung von Riesenhonigklee, Natterkopf, Schneebeeren und Akazien. Die durch die Reichsregierung in Gang ge- setzte Eiweiß- und Fettschlacht wird eine Verbesserung der Bienenweide im Gefolge haben. Obstund Gartenbauvereine müssen mit der Jmkerorga- nisation Hand in Hand arbeiten. Dem zum Teil auf eigner Beobachtung beruhenden Ausführungen wurde reicher Beifall gezollt und eine rege Aussprache klärte vor allem die Frage, ob die in Durchführung begriffenen planmäßigen Baumspritzungen mit Obstbaumkarbolineum und Kupferarsenmitteln der Bienenzucht zum Schaden gereichen.
Obmann Bodenbender sprach dann noch über das Thema
».Königinzucht als Wittel zur Honigvermehrung"
und führte dabei aus, daß jedes Gebiet einen bo- benftänbigen Zuchtstamm hochzuzüchten habe. Für bas Gießener Becken fei der Stamm Sklenar von der Reichsfachgruppe bestimmt. Von besonderer Wichtigkeit ist die Auswahl der Datertiere. Die Einrichtung der K ö n i g i n b e l e g st a t i o n im Krosdorser Forst gewährleistet die Reinerhal - tung des Zucht st ammes. Bei Bienen werden durch Inzucht die guten Erbanlagen noch gefördert. die Versammlung dankte mit reichem Beifall. Nachdem noch die Teilnahme an der diesjährigen Reichsnährstandsschau in Frankfurt, die Maßnahmen zur sachgemäßen Auswinterung der Völker und verschiedene innere Vereinsangelegenheiten besprochen worden waren, wurde die Tagung mit dem Gedenken an Führer, Volk und Vaterland geschlossen.
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Die Ortsfachgruppe Imker im Reichsoerband deutscher Kleintierzüchter hielt gestern nachmittag im „Hopfeld" ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab, die sich eines sv starken Besuches erfreute, daß bei Saal die erschienenen Mitglieder und Freunde des Vereins nicht zu fassen vermochte.
Der Vereinsobmann Gotth. Bodenbender erstattet nach herzlichen Worten der Begrüßung den Jahresbericht, dem u. a. folgendes entnommen sei: Die Ortsfachgruppe Gießen ist nicht nur die größte, sondern auch die rührigste der ganzen Landesfachgruppe. Das Jahr 1935 war für die Bienenzüchter ein Jahr der Enttäuschung, es war ein Jahr völliger Mißernte im Honig- und Wachsertrag. Obwohl der klingende Lohn ausblieb, bleiben die Imker bestrebt, ihr ganzes Können daranzusetzen, um das deutsche Volk aus eigener Ernte mit dem Lebens- und Arzneimittel Bienenhonig zu versorgen. Die Königinzucht wurde ein gutes Stück vorwärts getrieben. Die Zahl der Mitglieder ist auf 255 gestiegen, die 1698 Bienenvölker überwiegend im beweglichen Bau betreuen. Das bedeutet ein Mehr von nahezu 300 Stöcken gegen das Jahr 1933, aber immer noch nicht genug, um bte wertvolle Befruchtungsarbeit in Obst- und Samenbau durchführen zu können. Interessant waren die statistischen Aufstellungen über Alter und Beruf der Bienenzüchter der Fachgruppe sowie die durch,chnitt- liche Volkszahl der einzelnen. Im abgelaufenen Geschäftsjahre wurden 12 gut besuchte Versammlungen abgehalten. Außerdem fand em Bienen- seuchenkursus und ein Lehrgang für Königinzucht statt, die sich auch eines regen Besuches erfreuten. Sämtliche Stände des Vereins- gebietes wurden durch ausgebildete Seuchensachverständige nach Faulbrut untersucht. Mit der Mahnung, die Bienenzucht als Dienst am Vaterlande anzusehen, beschloß der Vorsitzende fernen Jahresrückblick.
Rechner H ö b l e r (Gießen) trug die Jahresrechnung vor, die bei 2321,37 Mark Einnahme und 1939,60 Mark in Ausgabe einen Ueberschuß von 381,77 Mark ergibt, der für das neue Rechnungsjahr vorgetragen wird. Es traten 21 neue Mitglieder bei, während durch Tod und Wegzug 7 abgingen. Rechnungsprüfer H. Dem (Gießen) hob die klare und einwandfreie Rechnungsführung lobend hervor und sprach den Dank der Versammlung aus.
Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Jmkerkamerad Maul (Heuchelheim) über
der Gründung des zweiten Deutschen Reiches soll gedacht werden, ohne daß dabei das Schwergewicht der Betrachtung vom 30. Januar 1933 verschoben wird.
Die Schulleiter und Schulleiterinnen haben auf eine möglichst würdige Ausgestaltung der Feier Bedacht zu nehmen. Den Jungvolk-, Hitlerjugend- unb BDM.-Angehörigen der Schule ist Gelegenheit zu geben, bei der Umrahmung und Programmgestaltung der Feier (Lieder, Sprechchöre usw.) mitzuwirken. Die Schulleiter und Schulleiterinnen werden sich daher zweckmäßig mit den Dertrauens- lehrern und Vertrauenslehrerinnen der Hitlerjugend bzw. des BDM. ins Benehmen setzen. Die Verantwortung für die Feier tragen die Schulleiter und Schulleiterinnen.
An den Berufsschulen sind die Schüler und Schülerinnen, die an der Feier am 30. Januar nicht teilnehmen, an dem dem 30. Januar vorausgehenden Unterrichtstage über die Bedeutung des 30. Januar eingehend aufzuklären.
Gottesdienstliche feiern des 30. Januar
in der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen.
In einem Ausschreiben an die Evangelischen Propsteien, Dekanate und Pfarrämter hat der Landeskirchenausschuß zum Gedächtnis der Geburtsstunde des Dritten Reiches Gottesdienste mit Dank und Fürbitte angeordnet. Unter Berücksichtigung der Parteiveranstaltungen des Tages soll die Gottesdienststunde so gewählt werden, daß möglichst alle Gemeindeglieder teilnehmen können. Findet
nis zum Betriebe einer Gastwirtschaft erteilt. Die Kosten des Verfahrens find von der Klägerin zu tragen.
Freiwillige für den Heeresdienst.
Die N a ch r i ch t e n - Abteil ung 9, W e tz I ar, z. Zt. Hofgeismar, stellt bis zum 3 11. 19 36 noZ Freiwillige der Geburtsjahrgange 1918-1911 ein. Die Bewerber dürfen am Emstellungstage nicht über 25 oder unter 18 Jahre fein-
1936). Bevorzugt werden eingestellt Bewerber mit technischer Vorbildung (Elektriker) Kraftfahrer und Kaufleute. Bewerbungsgesuche sind an die Nach- richtenabteilung 9, Hofgeismar, zu richten.
Hört alle einmal her!
Heute ist der Elternabend der Gieße- ner Jungmädel, an dem niemand fehlen darf. Jede Mutter und jeder Vater kommt zu uns ms Cafe Leib. Es spricht die Obergaujungmädelführerin. Wir fangen pünktlich um 8 Uhr an. Heil Hitler!
Die Jungmädel-Untergauführerin.
Gießener Meteorologen im Dienste der Landwirtschast.
Beobachtungsstellen im hessischen Ried.
Die Agrar-Meteorologische Forschungsstelle Gießen des Landwirtschaftlichen Instituts unserer Universität beabsichtigt, im hessischen Ried und zwar an verschiedenen Stellen, Beobachtungsstationen einzurichten. Die Beobachtungen sollen sich auf Bvden- temperaturen in verschiedenen Tiefen, Grundwasserstandsmessungen und Temperaturmessungen des Grundwassers, ferner auf Temperaturen der Luft in 50 Zentimeter und 2 Meter Erdnähe erstrecken. Auch Messungen des Feuchtigkeitsgehaltes der Lust werden durchgeführt. Die Beobachtungsstelle wird in Kürze ihre Arbeit innerhalb des bisher meliorierten Gebietes aufnehmen.
Weiterbildung von Baumwärtern, Baumpflegern und Obstgärtnern.
Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau veranstaltet am Samstag, 1. Februar, in Gießen, im Kath. Vereinshaus, Liebigftraße, vorm. von 11—13 Uhr, für die Vorsitzenden der örtlichen Gartenbauvereine (Fachgruppe Obstbau), die örtlichen Fachwarte der Landesbauernschast für Obstbau und für alle Baumwärter, Baumpfleger und Obstgärtner im Kreis Gießen einen Schulungslehrgang. Landwiri- schaftskammerrat Pfeiffer, Leiter der Unterabteilung Garten, wird den Lehrgang abhalten.
Nachmittags findet die Hauptversammlung des Bezirksobstbauoerbandes, des früheren Kreisobst- baunereins, mit Vortrag von Kreisobstbauinspektor Horn, Hofheim i. Ts. über „Die Erzeugungsschlacht im Obstbau" statt. Zu der Hauptversammlung sind alle Freunde des Obstbaues eingeladerj.
♦♦ Arbeitsjubiläum. Fräulein Ottilie Kreß, Schanzenstraße 16 wohnhaft, ist heute 25 Jahre in der Großwäscherei Edelweiß Gießen tätig. Während dieser Zeit konnte sich die Jubilarin, die heute eine leitende Stellung in der Firma innehat, das vollste Vertrauen der Firmeninhaber und aller Mitarbeiter erwerben.
*♦ E i n Appell der RBG. 8 Druck findet am morgigen Dienstag, 28. Januar, 18 Uhr, im Saale des Hauses der DAF. statt. Es sprechen die Pg. Pflug und Sepp Raed er.
** Ergänzung und R i ch t i g st e l l u n g. In unserem Bericht über den Vortrag des Oberbürgermeisters Ritter bei dem Kameradschaftsabend der Fachschaft „Gemeindeverwaltungen" (Gieß. Anz. Nr. 20 vom 24. Jan., 3. Blatt, Seite 2) muß es in der ersten Spalte in der 6. Zeile von unten richtig heißen: „Unter diesen Separatisten befanden sich viele katholische Geistliche", usw. wie zu lesen war.


