Die Ausgabe der europäischen Völkergemeinschaft.
Unterredung des Führers mit einer französischen Journalistin.
Paris, 25. Jan. (DNB.) Der Führer gewährte der Vertreterin des „Paris Soir" Madame T i t a y n a eine Unterredung, über die sie ihrem Blatt folgendes berichtet:
„Gleichgültig, welche politische Meinung wir auch vertreten, immer wird die Persönlichkeit der Männer, die in die Geschichte ihres Volkes und damit in die Welt eintreten, wie in diesem Falle Adolf Hitler, unsere Anteilnahme erwecken. Keiner wird ihr entgehen können. Sobald ich wußte, daß der deutsche Reichskanzler mich empfangen und mir ein Interview für die Leser des Paris Soir geben würde, wurde meine Freude darüber, die ich schon rein beruflich empfand, sofort von dem Gefühl beherrscht, daß ich nun endlich wissen würde, wie „Er" ist, wie „Er" spricht. Vielleicht würde ich dann auch die Ursache seiner außergewöhnlichen Macht über die Massen verstehen und auch genau die Gedankengänge kennen lernen, die den Führer in den Fragen bewegen, die für uns Franzosen und für Europa überhaupt von vitalem Interesse sind.
Das Palais in der Wilhelm st raße, in dem der Führer arbeitet und wohnt, ist von einer Einfachheit der Linie in der Architektur und der Ausstattung, die mit der völkischen Gradheit des neuen Deutschland übereinstimmt: Eine breite, Helle Treppe, eine Galerie, schlichte Räume und dann das Arbeitszimmer des Führers. Ich brauchte nicht lange zu warten. Fünf Minuten vor 11 Uhr kam ich an. Ich war für 11 Uhr angefagt. Staatssekretär Funk holte mich aus dem Vorzimmer, das mit modernen bequemen Sesseln ausgestattet ist. In dem Augenblick, als ich mich in einem von ihnen hineingesetzt hatte, mußte ich an den Empfang denken, den ich einige Monate früher bei Mussolini gehabt hatte. Damals hatte ich den Duce in einem Zimmer erwarten müssen, das reich ausgeftattet war mit harten gotischen Holz
stühlen. Als ich bei dem Diktator Italiens eintrat, stand er etwa 30 Meter vor mir entfernt und durch ein endloses Parkett von mir getrennt zwischen einem Fenster und seinem Schreibtisch.
heule ist der haupleindruck des Empfanges durch Hiller der einer großen Einfachheit. Der Führer kommt mir mit ausgestreckter Hand entgegen. Ich bin erstaunt und überrascht von dem Blau seiner Augen, die auf den Photographien so aussehen, als ob sie braun wären. Ich bemerke, daß er überhaupt ganz anders aussieht als auf den Bildern, und ich ziehe die Wirklichkeit vor, dieses Gesicht, das gefüllt ist von Intelligenz und Energie und das aufleuchlet, wenn er spricht. Ich begreife in diesem Augenblick den magischen Einfluß, den dieser Wenfchenführer ausübt und seine Wacht über die Waffen.
Als ich telegraphisch nach Berlin gerufen wurde, machte ich mir nachts im Zuge etwa ein Dutzend Fragen zurecht, die ich entschlossen war, unter allen Umständen zu stellen. Uebrigens könnten nur die Antworten indiskret sein. Aber schon bei den ersten Worten sehe ich, daß der Führer sich nicht hinter diplomatischen Formeln verschanzt, sondern m i t völliger Offenheit zum französischen Volk spricht.
In dem Zimmer ohne Nachhall scheint mir meine Stimme, die deutsche Worte spricht, unsicher. Ich versuche mich und damit uns zu erklären: „Der Franzose fürchtet mehr als alles andere den Krieg, und weil er ihn fürchtet und haßt, glaubt er leicht an feine Möglichkeit. Ich möchte gern aus Ihrem Munde hören, daß Deutschland seine äußere Politik auf pazifistischer Grundlage aufbaut."
sterben lassen, um den Export zu sichern. Der Kommunismus hält sich in Rußland, weil er sich über einer bedürfnislosen Bevölkerung und auf einem ungeheuren und unaufgeschlossenen Gebiet eingerichtet hat.
Aber wenn der Kommunismus nach Deutschland gekommen wäre, dann hätte es eine Katastrophe gegeben, die gar nicht abzufehen gewesen wäre, weil in Deutschland nur 25 v. h. auf die Landbevölkerung und 75 v. h. auf die Stadtbevölkerung entfallen, während in Rußland 92 v. h. auf dem Lande und 8 v. h. in den Städten leben und weil ein viel komplizierterer und größerer Apparat der Zerstörung anheimgefallen wäre."
Da wir über politische Dinge gesprochen haben, wage ich noch eine delikate Frage:
„Was denken Sie über den Anschluß?" „Das ist eine Frage, über die sich hier niemand aufregt. Dieses Schreckgespenst benötigt man in Wien aus innerpolitischen Gründen. Die Anschlußfrage ist in Berlin nicht akut."
Auf meiner Uhr sehe ich die Zeit oorrücken, und ich fürchte, nicht mehr alle Fragen stellen und alle Antworten hören zu können. Ich frage rasch:
„Und die Rolle der Frauen? Glauben Sie, daß sie wirklich nur dazu da find, um von den Männern Kinder zu bekommen?"
Diesmal lacht der Führer.
„Wer hat Ihnen das gesagt?"
„Die Presse!"
„Ich gebe den Frauen das gleiche Recht wie den Männern, aber ich glaube nicht, daß sie
ihnen ähnlich sind. Die Frau ist die Lebensgefährtin des Mannes. Man soll ihr nicht eine Arbeit aufbürden, für die der Mann geschaffen ift. Ich stelle mir keine Frauenbataillone vor; ich glaube, daß sie besser auf die soziale Arbeit eingestellt sind. Aber in jedem Falle hat eine Frau, die nicht heiratet, und wir haben viele in Deutschland, da wir nicht genug Männer haben, das Recht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen wie der Mann. Ich erinnere Sie übrigens daran, daß es eine Frau war, die den großen Parteitagfilm gemacht hat, und daß eine Frau den Olympiafilm drehen wird.
Ein Wort noch zu den Olympia-Spielen. Wir find glücklich, wir freuen uns, hier Franzosen und möglichst viele begrüßen zu können. Wir werden alles tun, um Ihnen zu zeigen, daß sie willkommen sind, und daß das deutsche Volk ihnen mit voller Herzlichkeit gegenübersteht. Ich wünsche sehr, daß Ihre Reisenden nicht nur zu den sportlichen Ereignissen kommen, sondern daß sie auch uns er Land besuchen werden, das ganze Land. Sie werden hier keine Propagandareisen hergerichtet finden, die ihnen die Wahrheit verbergen. Wir werden ihnen nicht sagen, daß Deutschland das Paradies ist, denn so etwas gibt es auf dieser Erde nicht. Aber sie können in voller Freiheit hier herumgehen und selbst sehen, daß Deutschland in Ruhe und Ordnung in der Arbeit lebt. Sie werden unseren Aufschwung, unsere Anstrengungen, unseren Friedenswillen sehen."
Der Führer erhebt sich. Ich habe feststellen können, daß er bei bester Gesundheit ist und daß alle Gerüchte über seine Krankheit falsch sind. Ich ziehe mich zurück, glücklich, seine Gedanken dem französischen Volk vermitteln zu können. Die Unterhaltung hat 50 Minuten gedauert."
Or.Goebbels in seiner Vaterstadt Rheydt
Das Lebensrecht der deutschen Ration
Oer Friede kann nur ans dem Gleichgewicht geboren werden.
Der Mann, der mir gebenüberfitzt und den ich eindringlich anfehe, denkt einen einzigen Augenblick nach, mcht länger,
dann spricht der Führer:
„Das Wort Pazifismus hat zwei Bedeutungen und hat in Frankreich nicht dieselbe Bedeutung wie bei uns. Mr können einen Pazifismus nicht anerkennen, der den Verzicht auf eigene Lebensrechte bedeutet." Er hält einen Augenblick inne, um feine Worte noch besser zu formulieren: „Für uns kann sich der Pazifismus nur verwirklichen, wenn er a u f der allgemein menschlichen Grundlage aufgebaut ist, daß ein jedes Volk das Recht hat zu leben. Ich sage zu leben und nicht zu vegetieren. Wer den Frieden aufrichten will, muß z u e r ft dieses Recht der Völker anerkennen. Mit anderen Worten: „Es gibt keinen einzigen Deutschen, der den Krieg wünscht. Der letzte hat uns 2 000 000 Tote und 7,5 Millionen Verwundete gekostet. Selbst wenn wir Sieger gewesen wären, so wäre doch kein Sieg es wert gewesen, diesen Preis dafür zu bezahlen." Hitler schweigt und ich denke an ein Wort, das ich in Berlin gehört habe: Unsere Politik wird nicht von Gefühlen, sondern vom logischen Verstände gemacht.
Da spricht der Kanzler schon weiter: „Welcher europäische Staatsmann könnte denn heute durch einen Krieg eine gebietsmäßige Eroberung erreichen. Muß man denn zwei Millionen Menschen töten, um ein Gebiet von zwei Millionen Einwohnern zu erobern. Das würde im übrigen für uns heißen zwei Millionen bester Deutscher opfern, zwei Millionen in ihrer besten Kraft, die Elite der Nation, um dafür eine gemischte Bevölkerung zu bekommen, die nicht im vollen Umfange deutsch ist und deutsch fühlt. Die menschliche Logik ist gegen einen territorialen Krie g."
„Ich weiß, wie sich der deutsche Geist gegen den Vertrag von Versailles aufgelehnt hat. Aber selbst zugegeben, daß jeder Mensch sich einig ist in der Notwendigkeit, daß dieser Vertrag revidiert werden muß — wie könnte das geschehen, ohne die Interessen anderer Völker zu verletzen."
„Der Vertrag von Versailles Hal zwei Folgen gehabk. Lr bekräftigt einen territorialen Sieg und er stellt einen moralischen Sieg her. Jede territoriale Lösung hat ihre Schwächen. Bei Gebietsfragen sollte
allein b i e Stimme des Volkes entscheiden und seine wirtschaftlichen Bedürfnisse. Aber unter dem Gesichtswinkel der W o r a l ist es unmöglich und unzulässig, ein Volk zu diskriminieren und es zu demütigen. 1870 hat der Friedensvertrag sich mit einem materiellen und territorialen Siege begnügt, ohne die Ehre Frankreichs anzutasten. Jeder Beschluß, der die Versöhnlichkeit eines Volkes herabmindert, schafft nur Bitterkeit und haß bei den Unterdrückten und Wißtrauen bei den anderen. Der Wensch hat das Recht zu leben, fei es als Ration, fei es als einzelner!"
„Was also soll man nun im Falle des Versailler Vertrages tun?"
„Das menschliche Gewissen sollte die Gerechtigkeit über Interessen und Parteien stellen. Jedes Volk hat das Recht, auf feinem Boden zu leben, mit feinem Glauben, feiner Geschichte, seinen Gewohnheiten und seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Die einen zum Schaden der anderen zu bevorzugen, ist absurd, weil das das Gleichgewicht der menschlichen Gesellschaft z e r st ö r t. Ich will Ihnen einen Vergleich geben: Ein Gesetz, das die Arbeiter auf Kosten der Bauern bevorzugt, ist ebenso falsch wie eines, das die Bauern auf Kosten der Arbeiter bevorzugt. Man darf weder Stellung nehmen zugunsten der Verbraucher, noch zugunsten der Händler, weder für die Arbeiter, noch für die Unternehmer, fanden man muß das Gleichgewicht aufrechterhalten zwischen den widerstrebenden Interessen aller. Wir haben eine einzige Doktrin, nämlich die, daß es in der Wirtschaft keine Doktrin gibt. Wenn die Privatindustrie versagt, muß sie durch die Staatsinitiative ersetzt werden. Soziale Spannungen werden bei uns nicht durch Streiks und Aussperrungen ausgeglichen. Eine höhere Staatsführung, die das Wohl aller im Auge hat, muß andere Wege finden, den sozialen Frieden zu sichern.
Auch der Friede kann nur aus dem Gleichgewicht geboren werden, also aus der Gerechtigkeit. Was die einzelnen Waßnahmen angeht, um diesen Frieden aufzurichten, so sind sie leicht zu finden, wenn jeder mit menschlichem Gefühl, Verständnis und Klugheit an sie herangeht."
Zusammenarbeit ohne Hintergedanken.
Hitler wartet einen Augenblick, um mir Zeit zu lassen, mir meine Notizen zu machen. Als ich wieder aufblicke, trifft mich die Stärke seines Blickes, die keine Legende ist.
Er lächelt:
„Wir haben in Deutschland 68 Millionen Einwohner, 68 Millionen Wesen, die essen, sich kleiden, wohnen und leben wollen. Kein Vertrag der Welt kann daran etwas ändern. Das Kind, das zur Welt kommt, weint, um Milch zu bekommen. Und es hat ein Recht auf Milch. Auch ein Staatsmann muß feinem Volk das geben, was es braucht."
„Sicherlich. Wir berühren eine sehr ernste Frage. Die, Bevölkerungspolitik, die in Deutschland propagiert wird, schafft notwendigerweise einen E x p a n s i o n s d r a n g aus dem Bevölkerungszuwachs, also Krieg. Sie beklagen sich, nicht genug Brot zu haben und wollen doch noch mehr Menschen!"
»Es gibt talentierte und nichttalentierte 23öl- ker auf der Welt. Die ersteren haben vorwiegend einen Wangel an Lebensraum, während den anderen eine große und vielfach unausgenützte Lebensftäche zur Verfügung steht. Die europäischen Staaten gehören zur ersteren Kategorie. Wan muß sich bewußt werden, daß sie in dieser Hinsicht eine Völkergemeinschaft darstellen, wenn sie auch manchmal eine streitsüchtige Familie sind.
Ich schweige einen Augenblick, weil ich genau so denke, und weil mich meine Reisen die Ungleichheit der Rasse und den Sinn des Wortes Europäer gelehrt
haben. Unglücklicherweise ist das Wort Europäer noch ein Begriff der Zukunft. Eingespannt in unsere Nationalismen, muß man an heute denken. Ich fahre also fort:
„Sie brauchen also wegen der wachsenden Volkskraft Deutschlands Kolonien?"
„Meinen Sie das nicht auch?"
„Wie wollen Sie dieses Ziel in der Praxis erreichen?"
„Wenn das Gewissen der übrigen Völker den Gedanken des Ausgleiches und der Gerechtigkeit zuließe, dann würden die materiellen Einzelheiten leicht zu regeln fein. Was mich augenblicklich am meisten beschäftigt, ift das E r - wachen der Einsicht der Welt, daß der gute Wille der Völker eine Zusammen- arbeit ohne Hintergedanken schaffen muß, um jedem einzelnen Volk ein besseres Leben zu gestalten. Im übrigen, ich wiederhole es, ist es für das Leben Deutschlands und Frankreichs und für das Wohl der Wenschheit notwendig, daß der WohlstandEuropas gesichert wird."
„Ich reise in den nächsten Tagen gerade nach China, weil der Ferne Osten ..."
„Was für ein Glück", unterbricht mich Hitler, „ich. kann leider keine Reisen machen. — Sie werden Japan sehen, wo man zu ganz anderen Arbeitsbedingungen die Waren herstellt, die den Weltmarkt überfluten. Das wird eines Tages auch auf Rußland zutreffen. Die Machthaber Moskaus werden notfalls einen Teil der Bevölkerung
München-Gladbach, 25. Jan. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels weilte am Samstag in seiner Heimatstadt Reydt im Kreise seiner Angehörigen. Es ist für die kleine Industriestadt immer ein besonderer Tag, wenn der Minister in ihren Mauern weilt. Eine beschwingte Stimmung liegt in den Straßen, und wo sich eine Gelegenheit bietet, den Minister aus nächster Nähe zu sehen, ihm ein Grußwort zuzurufen und einen frohen Geaengruß von ihm zu erhalten, ballen sich immer aufs neue Menschenmassen zusammen.
In der Volksgartenhalle in München-Gladbach sprach Dr. Goebbels am Abend vor den Partei- und Volksgenossen feiner Heimatstadt. Schon lange vor Beginn herrschte hier beängstigender Hochbetrieb. Im ganzen dürften rund 12—15 000 Menschen zusammengekommen sein. Bald nach 20 Uhr erschien der Minister mit seiner Begleitung. Seine Ankunft kündigten laute Heilrufe an, die von draußen in den Saal drangen und von der dicht gestauten Masse spontan ausgenommen wurden. Die Freude und die Zurufe steigerten sich, als der Minister langsam durch den Saal schritt und freundlich nach allen Seiten grüßte und besonders herzliche Worte für alte Bekannte fand. Ein Kind überreicht dem Minister, als er sich durch die Menge einen Weg nach vorn bahnt, einen Blumenstrauß.
Dann spricht Dr. Goebbels. Ruhig, gelassen beginnt er, und man merkt, daß es ihm eine tiefe innere Befriedigung ist, zu Menschen seiner Vaterstadt zu sprechen, den Kontakt zu ihnen herzustel- len, die aus einer Landschaft hinausgewachsen sind, die ein und demselben Volksektor mit all den Eigentümlichkeiten in Lebensart und Sprache angehören, mit denen er von Jugend an verbunden ist, die den Raum seiner Jugenderinnerungen ausfüllen. Eine Vertrautheit öder gar Vertraulichkeit bricht hier und da in seiner Rede hervor, die eben nur in diesem, man möchte fast sagen, freundnachbarlichen Kreise denkbar ist, Oftmals macht sich diese unsichtbare Beziehung zwischen Redner und Zuhörerschaft durch stürmischen Beifall oder Heiterkeit bemerkbar. Aufmerksam folgen die Tausende den bildhaften Vergleichen, die der Redner findet,
den messerscharfen, beweiskräftigen Satzkonstruktionen und den anfeuernden und mitreißenden Appells Dr. Goebbels, die immer wieder den Applaus der Zuhörer herausfordern.
Nach jedem Satz, den der Redner in die Massen schleuderte, ob er nun mit beißender Ironie den ewiggestrigen Spießer der Lächerlichkeit preisgibt —", in hundert Jahren wird man nicht mehr davon reden, ob der Spießer immer genug Sutter auf dem Tisch hatte, aber vielleicht wird man einmal davon reden, ob Deutschland in der Lage war, seine Grenzen zu verteidigen" — oder ob er mit dem Völkerbund ins Gericht geht, ob er die frühere Systemgrößen charakterisiert oder ob er die Emigranten der allgemeinen Verachtung preisgibt, — „in Amerika müssen die großen Männer ihr Land verlassen, weil sie vor den Gangsters nicht mehr sicher sind, was bei uns über die Grenzen geht, das ist Ausschuß" — wie die Wogen eines. Aehrenfeldes, über das der Wind geht, so gehen die Wogen der Begeisterung geradezu sichtbar über die Versammlung hin, wenn sie mit besonders zündenden Worten entflammt wird.
Da sitzt in einer der ersten Reihen eine alte abgearbeitete Arbeiterfrau. Wie leuchtet es in ihrem Gesicht auf, als der Minister erklärt: „Wir sind nicht durch Protektion groß geworden, unsere Wiege stand nicht in Palästen, sondern meistens in Hütten". Neben ihr sitzt ein älterer Mann mit straffer Haltung und scharf geschnittenem Gesicht, Typ des früheren Offiziers. Wie leuchten feine Augen auf, wenn Dr. Goebbels von der Wiedererringung der Wehrfreiheit spricht oder Worte findet wie folche: „Friedrich der Große ist nicht am größten gewesen bei Roßbach oder Leuthen, sondern wahrhaft groß ist er gewesen bei Kunersdorf, als alles verloren schien und er dennoch den Mut nicht verlor". Daneben sitzt vielleicht ein Handwerker, eine Mutter oder ein Bauer aus der Umgegend oder ein Beamter. Und sie alle werden Zusammengeführt von der großen Begeisterung, von jener wahren Volksgemeinschaft, um die das ganze Ringen des Redners geht, und dem er Ausdruck gibt, als er zum Schluß in ergreifenden Worten alle aufs neue zum Dienst an dieser Volksgemeinschaft aufruft.
Zahlreiche Ehrungen
zum 50. Geburtslage von Wilhelm Furtwängler.
Der Führer und Reichskanzler hat Dr. Wilhelm Furtwängler zu seinem 50. Geburtstage fein in Silber gerahmtes Bild mit folgender Widmung zum Geschenk gemacht: „Herrn Wilhelm Furtwängler, dem großen deutschen Meister zum 50. Geburtstag in aufrichtiger Bewunderung. Adolf Hitler."
Ministerpräsident Göring hat Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler durch seinen Adjutanten Major Conrath mit seinen persönlichen Glückwünschen ein künstlerisches Etui zu seinem 50. Geburtstag überreichen lassen und an den verdienstvollen Jubilar das nachstehende Telegramm gerichtet: „Dem großen deutschen Meister übermittle ich in dankbarer Anerkennung herzliche Glückwünsche. Möge auch in den kommenden Jahren Ihr hohes künstlerisches Können dem deutschen Volk erhalten bleiben. In aufrichtiger Verbundenheit Ihr Hermann G ö r i n g."
Reichsminister Dr. Goebbels hat an Dr. Furtwängler zum 50. Geburtstag folgendes Schreiben gerichtet:
„Sehr verehrter Herr Dr. Furtwängler!
Zu Ihrem heutigen 50. Geburtstag übermittle ich Ihnen in meinem eigenen Namen sowohl wie im Namen aller deutschen Künstler und kunstbegeisterten Menschen meine herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche. Ich verbinde damit meinen tiefen und ehrlichen Dank für die großen Verdienste, die Sie sich um die Entwicklung der deutschen Musik sowie um die höchste Verlebendigung und Vollendung der deutschen Dirigentenkunst in den vielen Jahren Ihrer musikalischen Tätigkeit erworben haben. Ich bitte Sie, dabei auch meinen persönlichen Dank entgegennehmen zu wollen für die vielen Stunden reinsten und edelsten Kunstgenusses, die Sie mir durch die unvergleichliche Wiedergabe der Meisterwerke der Tonkunst vermittelt haben. Ich bringe damit den Wunsch zum Ausdruck, daß Ihre geniale Begabung allen musikliebenden Menschen in Deutschland und weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus in der ganzen Welt noch viele Jahre erhalten bleiben möge.
Mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler!
Ihr ergebener gez. Dr. Goebbel s."
Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels Herrn Wilhelm Furtwängler einen künstlerisch ausgestatteten Dirigenten st a b aus Elfenbein und Gold mit Widmung überreichen lassen.
Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers sowie des Reichsminifters für Volksaufklärung und Propaganda überbrachte Staatssekretär Funk Herrn Dr. Furtwängler in seinem Potsdamer Heim diese Geschenke und Schreiben und übermittelte ihm zum 50. Geburtstag die Glückwünsche des Führers, des Reichsministers Dr. Goebbels sowie der gesamten Reichsregierung in einer kurzen Ansprache, die den Gefühlen der Verehrung für den großen Meister und des Dankes für feine unvergleichlichen Leistungen für das deutsche Musikschaffen und die deutsche Kulturarbeit im In- und Auslande Ausdruck verlieh. Staatssekretär Funk sprach ferner in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verwaltungsrats des Berliner Philharmonischen Orchesters Herr Dr. Furtwängler noch besonderen Dank für die'langjährige herooragende Leistung dieses anerkannt führenden deutschen Kon- zertorchesters aus, die jahrelang mit den größten äußeren Schwierigkeiten verknüpft gewesen ist. Die nationalsozialistische Regierung habe dieses Orchester zum Ersten Reichsorchester erhoben und seine Existenz absolut sichergestellt.
Das Philharmonische Orchester hat seinem Dirigenten und langjährigen Führer zum 50. Geburtstag das Faksimie der 5. Symphonie von Beethoven zum Geschenk gemacht und durch den Ersten Geschäftsführer Herrn
Irren Ist menschlich ffiÄ ganz stolz, daß er feine Zähne jeden Morgen mit Chlorodont pflege. Als ich ihn fragte, ob er diesen löblichen Dienst an seiner Gesundheit auch jeden Abend verrichte, meinte er, das wäre des Guten wohl doch zu viel. Er war ganz erstaunt, als ich ihm klar machte, wie wichtig gerade die abendliche Zahnpflege mit Chlorodont fei um der Zersetzung der gefährlichen Speisereste in der Nacht zu begegnen. Hoffentlich handell er jetzt auch danach. -SS-


