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sichtlich einer Dezentralisation der Industrie, der Vergrößerung der Ausfuhr und der Verminderung der Einfuhr, aber auch hinsichtlich der prioatwirt- ichaftlichen Vorteile nun umfassend und klar er­nennen kann. Damit ist die sichere Grundlage ge­wonnen, die für den Wirtschaftsplaner, den Wirt- schaftssührer, den einzelnen Unternehmer und nicht zuletzt auch für die maßgebenden Regierungsstellen bei der Entscheidung über das Projekt der Lahn- kanalisierung zwingende Voraussetzung ist. Die schriftliche Mederlegung der Untersuchungsergebnisse In sorgsam durchgearbeiteten Abhandlungen hat eine gute Ergänzung gefunden durch die Anferti­gung von graphischen Uebersichten, Karten, Be­rechnungsmaßstäben usw., die den Heb erb lief er­leichtern helfen.

Diese bedeutsame und aufschlußreiche Arbeit, unter Leitung von Professor Bechtel für die Wirt­schaftsplanung im Lahntal und die Lahnkanaksie- rung im besonderen geschaffen, ist in ihrem Ver­laufe zu einer immer breiter werdenden Grund- tsftachenforschung für die Wirtschaftsplanung des gesamten Lahngebiets geworden. Nachdem die Raumforschung unter Leitung einer Reichsarbeits- gemeinfchaft beim Reichserziehungsministerium, die in enger Verbindung mit der amtlichen Reichsstelle für Raumordnung unter Reichsrnimster Kerrl steht, an allen Universitäten begründet ist, besteht die Möglichkeit, daß die bisher geleistete Forschung nicht Einzelarbeit bleibt, sondern in Verbindung nach den benachbarten wirtschaftlichen Landschaften durch die dafür in Frage kommenden Universitäten, z B. am Oberlauf der Lahn durch die Universität Marburg, aufgenommen und fortgeführt wird. Da­durch wurde aber auch durch die bisherigen For­schungen im Lahntal ein gewichtiges Stück Vor­arbeit zu der gesamtdeutschen Raumforschung ge­leistet, die ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit zur Erfüllung des Vierjahresplans des Führers ist.

Von der Wissenschaft ist nunmehr die Grundlage für eine zuverlässige und umfassende Beurteilung der Auswirkungsmöglichkeiten der Lahnkanalisie­rung geschaffen worden. Das Werk selbst aus dem Stadium des Projektierens zur gestaltenden Tat zu führen und damit der Wirtschaft im Lahngebiet rote auch dem gesamten deutschen Volke einen wert­vollen Dienst zu leisten, ist Aufgabe der Praktiker der Wirtschaft unter der Führung der berufenen Stellen des Reiches. b.

Aus öer provinzialhauptstadt

Abschied vom Schrebergarten.

Mein Gartennachbar riet mir im Oktober, ich solle meinen Garten nicht umgraben. Dann würde ich im Frühjahr nicht so viel Unkraut haben. Er hätte darin Erfahrung. Einige Zeit schwankte ich. Dann ging ich aber doch an die Arbeit. Der Regen machte zunächst einen Strich durch die Rech­nung. Aber in diesen Tagen kam leichter Frost, und ich vollendete nun meine Arbeiten. Scharfe Luft wehte, aber die Sonne kam durch den Nebel und vergoldete die Gärten ringsum. Es war ein präch­tiger Novembernachmittag. Ich hätte gern noch einige Zeit gearbeitet, aber nun war der Garten wirklich leer. Nur noch einige Winterastern standen hier und das Wintergemüse. So nahm ich Abschied von unserm lieben Garten, der uns im Sommer so viel Schönes gespendet hatte.

Aber eine große Freude hatte ich noch beim Um- graben der letzten Beete. Es war mir im Herbst schon aufgefallen, daß meine Haselnüsse ich habe zwei Büsche in der Gartenecke sitzen klang- und sanglos verschwanden. Ich dachte an die Buben, die ja überall nach solchen verbotenen Früchten suchen.

Als ich nun den Boden umwarf, da leuchtete mir daraus eine wunderschöne, große Haselnuß ent­gegen. Und dann sah ich auch einen Mäusegang. Ich grub weiter. Da knirschte auf einmal die Erde, ich warf sie um, und was sehe ich? Meine Hasel­nüsse! Da hatten also die kleinen Nager die schd- nen, dicken Früchte hingeschleppt. Ich fing nun an und las sie sorgfältig aus der Erde. Zu Hause habe ich gewogen. Es waren beinahe 1000 Gramm!

Ich bin ein großer Tierfreund, aber wenn mir Mäuse meine Haselnüsse stehlen und ich sie dabei erwische, soll ich dann tatenlos zusehen, oder sie gar in der Erde lassen? Soweit darf wohl doch die Liebe nicht gehen. Meine Buben freuen sich schon auf Weihnachten, denn diese Nüsse werden beson­ders gut schmecken, haben sie doch nahezu sieben Wochen in der Erde gelegen. Nun werden wir sie zunächst einmal trocknen.__________________________

Wege im Nebel.

Vornan von Käthe Meimer.

(Copyright by Aufwarts-Derlag, Berlin SW 68.)

17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Hätte Ralf Rammelt Olga Willnoff in diesem Augenblick freilich sehen können, seine Bewunderung für sie wäre ihm wohl vergangen.

Denn während er noch mit besonderer Sorgfalt die Arbeit des Umüehens beendete, entfaltete Olga unten in seinem Arbeitszimmer eine fieberhafte Tätigkeit...

Soeben öffnete sie fast geräuschlos mit Hilfe eines kleinen, blitzenden Dietrichs, den sie aus ihrer Handtasche gezogen hatte, wieder eine andere der Schubladen an Rammelts riesigem Diplomaten- chreibtisch! Vorsichtig hob sie einige der darin be- indlichen Papiere in die Höhe, ließ sie wieder allen, um sich der nächsten Schublade zuzuwenden.

Sekundenlang hielt sie inne.

Ob Rammelt das Gutachten am Ende gar nicht hier hatte?

Aber noch waren nicht alle Fächer durchsucht!

Schon arbeiteten ihre geschickten Hände aufs neue. Wieder öffnete sich unter ihrem Griff ein seitlich in einem kleinen Schrank angebrachtes Ge­fach.

Doch auch jetzt kein Anzeichen von dem Gut­achten! Wieder nichts!

Aber was war das?

Ihr Blick fiel auf ein in Leder gebundenes Buch, das gleich zuoberst in der fönst mit leerem Papier angefüllten Lade ruht.Geheimkonto" stand darauf.

Ein Geheimkonto?!

Ohne Zögern, mit vor Erregung bebenden Fin­gern nahm Olga das Buch heraus, blätterte dann darin, las, schien fast den eigentlichen Zweck ihres Suchens vergessen zu haben ...

Ein seltsamer Ausdruck trat auf ihr Gesicht. Dann kurz entschlossen, drückte sie die Lade wieder zu und schob das nicht sehr umfangreiche Buch in ihre geräumige Handtasche.

Da ein Geräusch--------

Es war keinen Augenblick zu früh, als sie Se- tunh»« fuater. noch hastig atmend, aber sonst un-

Ä'S«' SfcS» rfieiS -

me:

LPD.

und der

Mn berichtet uns:

dr.Detker's SackpoloerBalin!

Die Winterfliege

Wenn der Winter mit aller Macht herrscht

Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP., 20.30 Uhr, Schulungsabend im U C., Plockstraße. Hitler- Jugend, Bann 116, Spielschar I, 20 Uhr, Antreten an der BannÜienststelle, Wartweg 19. Arbeits­dank, Maidengruppe, 20.15 Uhr, Schulungsabend

Weihnachtszuwendungen nicht mehr sozialversicherungspflichiig,

sich ja im nächsten Frühjahr zeigen!

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Zedem Volksgenossen ein Weihnachispaket!

Das WSW. des Gaues Hessen-Nassau verteilt 125000 Weihnachtsgeschenke.

Seid gut zum Tier!

Oer Winter naht - schützt die Tiere vor Nässe und Kälte'

NSG. Auch in diesem Jahre wieder fuhrt das Winterhilfswerk eine große Weihnachtspaketaktion durch. Es ist dafür Sorge getragen, daß die m den letzten Jahren festgestellten Mängel nach Möglichkeit abgestellt werden.

Es gelangen drei Sorten Wunschzettel zur Aus­gabe: Wunschzettel für Lebensmittel, für Kleider und Wäsche, fiir Schuhe.

Insgesamt wird der Gau Hessen-Nassau 175 000 Wunschzettel zur Ausgabe bringen. Da die augen­blickliche Zahl der Betreuten 145 000 beträgt, ergibt ich die Möglichkeit, daß jeder Betreute zu Weihnachten ein Paket erhält. Die Mehrausgabe von Wunschzetteln soll kinderreichen Familien zugute kommen. Die Ortsgruppenbeauf­tragten und ihre Sachbearbeiter werden darüber wachen, daß die Betreuten nur solche Wünsche äußern, die angemessen erscheinen.

Schatz!

Ich aber habe diesmal einen sichtbaren urw schmeckbaren! Schatz gefunden.

Und ob das mit dem Unkraut stimmt, das wird

n.

[ü in der Kapelle d A große Gemeind! Wnis der Bergprc Mr der bisherig! iiiilte, so oft geho .:5i5 unmittelbar i .Äschen umtreiben, fe uns quälen, die i;mmen und oft so

Dom sozialen Verständnis aller Volksgenossen wird erwartet, daß sie gerne und freudig dazu bei­tragen, bedürftigen Volksgenossen durch ein Weih- nachtspaket Freude zu machen. Gerade in dieser Aktion kann sich die Volksgemeinschaft besonders bewähren. Wer von den Volksgenossen aus eigener Kraft nicht in der Lage ist, den Wunsch eines Be­dürftigen zu erfiUIen, wird Gelegenheit haben, sich mit dem Nachbar zusammen zu tun.

Es ist weiterhin die Möglichkeit gegeben, durch eine Geldspende, über die der Blockwalter der NSV. eine Quittung ausstellt, die Aktion der Weih­nachtspakete zu unterstützen.

Auf jeden Fall darf erwartet werden, daß jeder Volksgenosse, der die Große der Zeit und ihre Er­fordernisse versteht, durch fein Opfer am großen j Werk des Führers mithilft.

fei

ja fein Menschengese rijiln, an die sich j halten kann; nein, ühiisius begegnen, Licht, Wahrheit unk geht in die Advent Herrn. Wie sollen jein Kommen bereit, jein Wort hören! 1 Ww fcbe von W M Mir!

* Gießen,?' markt kosteten'. I . Molkereibutter 1,55 bis 1,60 M

4 bis 10,!

4,50 bis 5 HJlt., 2 3 bis 3,50 mit.,! Wen 8 bis 12, b>s 25, Unterkohl Rosenkohl 20 bis i bis 8, Meerretti bis 30, Kartoffeln, 3 bis 3,50 Mk, A- 15 bis 25 Mk., T Mg 25 bis 30 2 W 45 bis 60 I ^"Hühner 80 bis ?len 90 Pf. bis 1 ^menkohl, das ( ? l0, Lauch 5 bi 30 Pf.

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zu füttern und auch sonst dafür zu sorgen, daß sie keine Not leiden. DasAussetzen von Haus- tiereni st strafbar.

Das Tierschutzgesetz des neuen Reiches verlangt von allen Menschen Rücksichtnahme auf die Lebens­bedürfnisse der Tiere. Eine strafbare Tierquälerei wird nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen nicht allein in einer Handlung erblickt, die einem Tier Schmerzen bereitet, sondern Tierquälerei ist auch die Vernachlässigung eines Tieres in Haltung, Pflege oder Unterbringung. Es ist Pflicht eines jeden, für die Tiere einzutreten, die als treue Helfer des Menschen auf dessen Gegenleistungen angewiesen sind.

Wer Tiere vor Schädigungen be­wahrt, erfüllt damit nicht nur eine bestehende gesetzliche Pflicht, sondern er hilft auch, dem Volksvermögen er­be b I i d) e Werte zu erhalten. Deshalb fei jeder darauf bedacht, anderen Volksgenossen bei dem Schutz von Tieren vor Kälte und Nässe behilf­lich zu fein. Wenn aber trotz dieser erneuten Auf­forderung durch den Reichs-Tierschutzbund einzelne Volksgenossen Tiere in strafbarer Weise vernach­lässigen ober sonstwie mißhandeln, so erstatte man unnachsichtlich bei der zuständigen Polizeibehörde ober bei bem nächsten Tierschutzverein Anzeige. Hierzu ist jebermann berechtigt.

bewegt, wieder in ihrem weit vom Schreibtisch ent­fernten Sessel saß. Denn schon öffnete sich die Tür und Rammelt erschien, um Olga Willnosf zu be­grüßen.

Und was verschafft mir die Überraschung Ihres Besuches?" fragte er, Olgas Erscheinung mit Be- munberuna in sich ausnehmend.

Eigentlich dürfte Ihnen mein Kommen so über­raschend nicht sein!" gab Olga lächelnd zurück. Oder hat Ihnen Pauline von meinem Anruf gar nichts gesagt?!"

Doch, doch! Nur,--wenn Sie etwa Ianna

bei mir vermuten ..."

Mit unmerklich koketter Bewegung der Augen­lider sah Olga auf:

Nein, Herr Doktor! Diesmal gilt mein Kommen nur Ihnen und nicht Ianna! Ich komme nämlich gewissermaßen in Geschäften zu Ihnen

In Geschäften? Da bin ich allerdings neugierig! Eigentlich sollte sich eine so schone Frau zwar gar nicht mit Geschäften besoffen! ..."

Vielleicht haben aoer gerade diese Geschäfte einen besonderen Reiz!"

Wieder empfand Rammelt das eigentümlich Rät­selhafte, bas Olgas Wesen umgab. Seine Neugier war erregt, ber prickelnde Gedanke, Olga Willnoff für diesen Abend festzuhalten, gewann Raum in ihm. während er Olga bereits antwortete:

Ich bin wirklich sehr gespannt! Trotzdem, was meinen Sie? Vielleicht könnten auch diese reizvollen Geschäfte noch eine halbe Stunde warten? Ich habe noch gar nichts gegessen, und zu gern würde ich mir erlauben, Sie in irgendein Restaurant einzu­laden' Mein Wagen bringt uns in kurzem hin ... Es wäre mir ein besonderes Vergnügen ..."

Warum nicht, Herr Doktor? Wenn die Geschäfte dadurch nicht zu kurz kommen ..."

Aber selbstverständlich nicht! Später stehe ich Ihnen so lange zur Verfügung, wie Sie wünschen!"

Wieder hatte Olga sich vollkommen in der (Be­malt, verriet mit keinem Aufblitzen ihrer Augen den Triumph, den sie innerlich empfand. Sie lä­chelte nur, eigenartig und vielversprechend, ein Lächeln, das alle Deutungen offen ließ ...

In schellem Tempo steuerte Rammelt das leicht zu handhabende Kabriolett durch die Straßen, ver­fehlte nicht, seiner Begleiterin unterwegs von dem Autounfall zu erzählen, dessen dramatische Schil­derung seine volle Wirkung zu haben schien. Denn

Die Tiere in Ställen müssen vor Zugluft, Kälte und Feuchtigkeit des Winters geschützt werden. Dies geschieht zweckmäßig durch Abdichtung vorhandener Ritzen an den Türen, Löcher und Deffnungen in ber Stallwanb, soweit biese nicht zur vorsichtigen Lüftung notwendig sind. P f erbe, bie draußen warten müssen, sollen sorgfältig zugebeckt werben, bamit sie nicht unter ber Kälte unb Nässe Schmer­zen unb gesunbheitliche Schäbigungen erleiben. Wachhunbe müssen für ben Winter eine beson- bers feste, dick mit Stroh ausgelegte unb vor Regen, Schnee unb Kälte sicher bewahrenbe Hütte erhalten, sofern es wirklich unumgänglich notwenbig ist, biese Hunbe außerhalb bes Hauses zu lassen. Ketten­hunde müssen jetzt besonders reichlich gefüttert und auch mehrmals täglich von der Kette losgemacht werden, damit sie sich die not­wendige Bewegung verschaffen, hierdurch ben Kör­per erwärmen unb bie ©lieber gelenkig erhalten können. Tiere in Laubenkolonien müssen in bie Stabt gebracht werben, ba bie unbeaufsich­tigte Haltung von Tieren durch Personen, die wäh­rend bes Winters in ber Stabt wohnen unb nur hin und wieder ihren Kleingarten besuchen, häufig zu Tierquälereien führt. Wer aus zwingenden Gründen seine Tiere in der Laubenkolonie zurück- lassen muß, ist gesetzlich verpflichtet, sich mehrmals täglich um die Tiere zu kümmern, sie regelmäßig

Wie DNB. hort, kann noch für das diesjährige Weihnachtsfest mit einer Neuregelung gerechnet werden, wonach Weihnachtszuwendungen bei ber Berechnung ber Beiträge zur Reichsversicherung im allgemeinen unberücksichtigt bleiben. Künftig werden solche Zuwendungen als Entgelt nur bann noch anzusehen sein, wenn sie schriftlich, ober in einer Tarif-, Betriebs- ober Dienstorbnung feftftgelegt finb. Soweit sie ein Monatsgehalt übersteigen, sind sie stets Entgelt. Im übrigen finb alle einmaligen Zuwendungen, soweit sie zum Entgelt gehören, bei ber Berechnung der Beiträge nicht mehr auf bas Jahr zu verteilen, fonbem nur noch in dem Zeit­abschnitt zu berücksichtigen, in dem sie gewährt

Ist diese Bergung von einem Kilogramm Hasel­nüssen nicht auch Kampf bem Verberb?

Nur eine Frage kann ich nicht beantworten. Mein jüngster Bub fragte mich, als ich beim Abens- effen bie Geschichte erzählte:Wie haben denn die Mäuse die dicken Nüsse in die Erde getragen?"

Ja, wie? Mit den Füßen? Dann konnten sie ja nicht laufen. Mit dem Maul? So groß ist das Ja gar nicht. Wahrscheinlich haben sie die Nüsse zwi­schen Kopf und Brust geklemmt, sagte ich. Ob es stimmt, weiß ich freilich nicht.

Meinem Nachbarn aber werde ich sagen: Es ift doch besser, wenn man seinen Garten im Herbst umgräbt. Es wäre mir beinahe so ergangen wie ben Söhnen jenes Weinbauern, der aus seinem Totenbette sagte:Es liegt ein Schatz im Wein­berg, grabt danach!" Unb bie Söhne gruben und gruben unb schafften bamit gute Erde, daß die Weinstöcke besser gedeihen konnten. Das war ber

wie in tiefster Besorgnis legte Olga mehrmals ihre elegant behanbschubte Hand auf seinen Arm. Dabei entging es ihr nicht, baß Rammelt jebesmal leicht zusammenzuckte. Das sollte ein großartiges Spiel werben, dachte sie frohlockend. Schon jetzt schien sie alle Trümpfe in ber Hanb zu haben, unb in ber Tat, sie würbe sie ausspielen bis zum letzten Ge­winn!

Der Wagen hielt mit leisem Knirschen ber Brem­sen. Vor ben erleuchteten Fenstern berExcelsior- Bar" spielte in Riesenlettern eine rote Lichtreklame.

Wieder lächelte Olga Willnoff unmerklich. Das war also dasRestaurant", in das Rammelt sie führen wollte!

Beide saßen sich in einer ber mit exotischem Geschmack dekorierten Nischen gegenüber, in ber sie vor lauschenben Augen unb Ohren gänzlich ver­borgen waren. In hohen Gläsern, perlte ber Sekt.

Nicht wahr, hier sitzt man doch gemütlicher!" äußerte Rammelt leicht hinwerfend, während er Olga zutrank unb sie mit begehrlichen Augen be­trachtete. Immer mehr ergriff der Reiz ihrer Ge­genwart Besitz von ihm.

Ja, hübsch ist es hier, wirklich sehr hübsch!"

Weit ließ sich Olga in die schwellenden Polster zurückfallen, während sie langsam hinzufügte:Fin­den Sie nicht auch, Herr Doktor, daß die Stadt so viel, viel anregender ist als irgendein langweiliger Kurort? Zum Beispiel Oberhof! Gestern, als ich dort war ..."

Sie waren in Oberhof?"

In höchstem Erstaunen rief Rammelt die Frage aus.

Olga nickte mit gespielter Gleichgültigkeit:

Ja gewiß! Ich bin nur noch gar nicht dazu gekommen, es Ihnen zu erzählend

Aber dann müssen Sie doch Ianna getroffen haben! Oder waren Sie nur so kurze Zeit dort? Erzählen Sie doch!"

Natürlich habe ich Ianna gesehen, Herr Dok­tor! Allerbmgs nur ganz flüchtig! Sie war ge- rabe mit einem Herrn zusammen, biesem Doktor Gerharb Branb, von ber Brand A.-G., wenn Sie ihn kennen sollten! Er war lange Zeit in Sübamerika vermißt ..."

Mit Doktor Brand! Doktor--Gerhard--

Brand!"

Keuchend stieß Rammelt die Worte heraus.

Doch ein schneller Blick auf sein verzerrtes Ge­sicht verriet ihr, was seine Worte zu verschweigen suchten. Natürlich wußte er nichts, konnte nichts wissen!

Trotzdem bewunderte sie Rammelt beinahe, als er jetzt mit gefaßter, fast kühler Stimme das Ge­spräch umlenkte:

Wäre es Ihnen angenehm, Fräulein Willnoff, wenn wir jetzt zu unfern Geschäften kämen? Wur­den Sie mir sagen, worum es sich handelt?"

Genau genommen, um einen Auftrag meines Dators, Herr Doktor!" erwiderte Olga schnell, auf Rammelts veränderten Ton eingehend.

Unb was ist das für ein Auftrag?"

Ein nicht ganz unwichtiger, Herr Doktor!" ging Olga vorsichtig in ihrem Bericht weiter.Mein Vater fühlte sich nur im Augenblick nicht ganz wohl, und..." , . v _

Schon gut, Fräulein Willnoff! Ich weiß ja, baß Sie mit den juristischen Angelegenheiten Ihres Vaters vertraut find und des öfteren für ihn ver­handeln!" t m .

Also mein Vater als Rechtswalter ber Brand AG. ist an dem Prozeß der »Vereinigten Zucker» werke' gegen bie Gebrüder Brand interessiert, uni--..." _

Rammelt unterdrückte einen Ausruf des Er­staunens: . . ,

Also um die Sache handelt es sich?! Und bart ich erfahren, wie ich da Ihrem Vater dienlich fern soll?"

(Fortsetzung folgtH

im Haus ber DAF. Stadttheater: 20.15 bis 23 UhrDrei Zachinis" mit Groß-Varietö. Gloria-Palast, Selterswea:Das Mädchen Irene". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Donner, Blitz unb Sonnenschein". Oberhessischer Geschichts­verein, 20.15 Uhr, Prälat Dr. Diehl spricht in der Aula bes Gymnasiums überOberhessische Friedhofkapellen". Biblische Woche der Lucher- gemeinbe: 20 Uhr, Pfarrer Schäfer (Bad Nauheim) spricht überSorget nicht" in ber Kapelle des Alten Friedhofs.

Stadttheater Gießen.

Aus bem Stabtthectterbüro wird uns geschrieben: Heute abenb finbet bas Wieberholungs-Gastspiel berDrei Zachinis" statt. DieDrei Zachinis" ge­stalten ein interessantes unb abwechslungsreiches Programm. Der zweite Teil des Abends fetzt sich aus acht Nummern bes internationalen Groß» Varietes zusammen, u. a. ein Kraftakt ber Brüder Harrison; Kopfbalancen am schwebenden Trapez; Kunstradfahrakt; die Musik- und Tanznummer der Wunderkinder Quintino unb Diana Zachini; eine Öneue Nummer: Die vier Metropolis. Die tellung beginnt um 20.15 Uhr und dauert bis 23 Uhr.

H(5£8., Kreis Gießen.

Mädchenerziehung, technische Fächer.

Samstag, 28. November, 15 Uhr, in ber Mädchen- berufssschule in Gießen. Frl. Kellner (Gießen) und Frl. Brüning (Grünberg):Der Lehrgang in volkstümlichen Handarbeiten im Juni 1936."

Gespannt beobachtete Olga Willnoff ihr Gegen­über. Sie hatte sich nicht getäuscht! Ihre Berner- hing hatte gezündet! Aus Rammelts Gesicht war alle Farbe gewichen. Wie von einem unsichtbaren Schlage getroffen, starrte er einen Augenblick regungslos vor sich hin. Gerhard Brand war zurück­gekommen! Gerhard Brand unb Ianna waren roieber zusammen! Zusammen in Oberhof! Heimlich, ohne daß er etwas gewußt hätte!...

Aber auch Dr. Ralf Rammelt war an Selbst­beherrschung gewohnt. Mit fast unmenschlicher An­strengung riß er sich hoch. Nein, Olga Willnoff brauchte von seinen Gefühlen nichts zu wissen! Vor ihr wollte er keine Blöße zeigen, vor ihr nicht!

Ja, ich weiß davon, Ianna schrieb es mir!" sagte er hastig, Olga für Sekunden stutzig machend.

füttert!

Unb wie bankt bann bieharmlose" Winterfliege dem Menschen diese sinnlose Pflege? Im Frühjahr^ wenn der Aufenthalt im Freien für dies Geschmeiß wieder erträglich wird, legt es seine 80 bis 100 Eier überall in Kot, Aas und sonstige ekelhafte Abfälle. Hier kriechen bald die Maden aus, wachsen schnell heran und schleppen dann, flugfähig geworden, die Bakterien gefährlicher und langwieriger Krankheiten, wie Ruhr, Typhus, Tuberkulose usw., in die Woh­nung ihrerPfleger". Viermal schreitet jedes Flie- genweibchen im Jahr zur Eiablage, so daß aus einem überwinterten Exemplar gut zwei Millionen Nachkommen entstehen können. Wo sich Schmutz, Auswurf, Fäkalien und andere widerliche Stoffe vor­finden, ba stellen sich auch halb Fliegen ein. Don hier werben bie Krankheitserreger durch bie Saug- organe unb fiebrigen Fußballen dieser Plagegeister auf bie Nahrungsmittel ber Menschen übertragen. Und solche Schädlinge sind im Winter ba unb bort sogar in unüberlegter Weise gehätschelt unb gepflegt worden! Ausgerechnet diese Winterfliegen betrachtet man abergläubischerweise in manchen Gegenden als Glücksbringer und gibt ihnen sogar einen Kosen- namen, der alle Jahre wechselt.

Damit muß energisch Schluß gemacht werden! Niemals ist die Gelegenheit günstiger, der Entwick­lung dieser sommerlichen Fliegengefahr so erfolgreich Einhalt zu h.n, als in ben Wintermonaten. Im Oktober werben die meisten der Fliegen von einem wuchernden Pilzgeflecht überzogen, dessen Opfer sie bald werden. Man sieht sie bann, mit einem weiß- liehen Gespinst umhüllt, tot an Wanb unb Decke hängen. Die kräftigsten Exemplare entgehen jeboch biefer Fliegenpest unb überwintern bann gern in geheizten Räumen. Darum, töten wir bie über- lebenben Winterfliegen wir vernichten bamit ungezählte Fliegenscharen bes fommenben Sommers unb erweisen bamit uns, unfern Kinbern, ber ganzen Familie, ja, der allgemeinen Volksgesundheit einen wertvollen Dienst. (AusKampf ber Gefahr".)

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_______Mensch sich seines behaglich durchwärmten Zimmers erfreut, bann ift er leicht geneigt, ben tie­rischen Schädlingen Schonung zuteil werden zu lassen, die er sonst im Sommer scharf bekämpft. So hat sich auch die Sitte ober viel richtiger bie Unsitte erhalten, ber Fliege, bis sich tm Winter im Zimmer zeigt, nicht etwa mit Fliegenleim und Klatsche ben wohlverdienten Garaus zu machen, son- bern in wirklich unüberlegter Weise wird ganz das Gegenteil getan: bie Fliege wird gepflegt und ge-

füns Backent

Nehmen Sie -um Rührteig

MMMMFx nur Del Flüssigkeit, öafi

öer Teig schwer vom Löffel

1 fallt! Oft öer Teig zu weich

H i bereitet, so kann öle Flüssig» 1 feit nicht genügenö vom

Mehl aufgesogen wer» s .....E- Öen oöer beim Lacke»

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BZ wäre öann ein Gebäck tnlf

Wasserstreifen. Das Ist un» möglich bei richtiger Leach» tung der RejepttotWjcifteu und Derwcnöung von