gen. Was zeigt man denn z. B. ausländischen Be- suchern über die durchgreifenden Umwälzungen, die in der Landwirtschaft vor sich gegangen sind? Sie bekommen nicht nur Musterbetriebe zu sehen, londern man zeigt ihnen auch gerade das Gegenteil. „Da ist eine Molkerei, wie sie nicht aus- fehen soll und wie wir sie heute beseitigen werden." Das sind Worte, die auf dem Gebiete der Molkereiwirtschaft mancher Ausländer zu hören bekommt, wenn er einen schlechten, unhygienischen Betrieb besichtigt. Nicht anders bei der Besichtigung von Höfen. Es sind Durchschnittsbetriebe, wie sie zu hunderttausenden in Deutschland vorhanden sind, und die einen Einblick geben von dem Stand der deutschen Landwirtschaft. Da braucht man keine „Giganten" und Atrappen, wie man sie in anderen Ländern, die wohl auch von einer einheitlichen Gesinnung ihren Staatsaufbau herleiten, zeigt Was noch nicht gut ist, wissen wir und geben wir zu. Aber wir können mit gutem Gewissen dabei gleichzeitig erklären, daß es in Kurze besser werden wird. Das ist die neue Gesinnung, die heute charakteristisch für die Leistungen und die Aufbauarbeit ist.
Aus dieser Gesinnung heraus brauchen wir auch keine ausgewählten Menschen den ausländischen Besuchern vorzusetzen. Jeder in Deutschland weiß heute, daß alle Maßnahmen nach den Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft getroffen werden. Dafür ein kleines Erlebnis, das neulich ein Ausländer hatte, als er sich in einem Dorf bei einem einfachen Bauern an der Straße nach der Lage feines Hofes erkundigte. Vielleicht hoffte er, etwas Anderes zu hören. „Wie die Preise sind? Wissen Sie, es gibt immer Leute, die, wenn sie das Doppelte bekommen, nach dem Dreifachen schauen". Aus dieser Antwort spricht die Bescheidung des deutschen Menschen, weil er weiß, daß dies für den Wiederaufbau des Staates nötig ist. H. D.
Äornotizen.
Tageskalender für Montag.
Stadttheater, 20 Uhr, Groß-Kundgebung zur „Woche des Deutschen Buches", Josef Weinheber und Robert Hohlbaum lesen aus eigenen Werken. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Maria, die Magd". — Lichtpielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Lied klagt an". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 17—18 Uhr, Große Kunstausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera.
Sladtlheaker Gießen.
Heute abend findet eine Großkundgebung der „Woche des deutschen Buches" statt. Die Eröffnungsworte spricht der Herr Oberbürgermeister. Die Dichter Robert H o h l b a u m und Josef Wein- heber lesen aus eigenen Werken. Ausgabe der Platzkarten in der Musikalienhandlung Challier. Beginn der Kundgebung um 20 Uhr.
Evangelische Frauenhilfe Gießen.
Kommenden Mittwochnachmittag im Cafe Leib Verbandsversammlung mit Vortrag von Gerda Lukas, Potsdam. (Siehe heutige Anzeige.)
Deutsch«» Arbeitsfront.
Gießen - Off.
Am Dienstag, 27. Oktober, 20.15 Uhr, findet im E a f 6 Leib, Walltorstraße, eine große Orts- gruppen-Mitgliederversammlung statt. Ls spricht der Gauredner
pg. Lifenlraud, Frankfurt a. IN., Kreisobmann der DAF. Kreis Groß-Gerau, hierzu haben sämtliche DAF.-Dalter und Warte von Giehen- Ost zu erscheinen. Die Mitglieder der DAF. sind hierzu eingeladen. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet.
Hitler-Jugend Dann 116 Gießen.
Vetr.: Besuche von Scharabenden.
Bannstabsrnitglieder werden am Mittwoch, 28. Oktober, die Scharen Großen-Linden, Leihgestern, Heuchelheim, Hungen, Steinheim, Trais-Horloff, Watzenborn-Steinberg; am Donnerstag, 29. Oktober, Klein-Linden und Haufen besuchen.
Vetr.: Stärkemeldungen.
Wir machen darauf aufmerksam, daß bis zum 27. d. M. von allen Gefolgschaften und Sondereinheiten die Stärkemeldungen abzuliefern sind.
23 000 Laib ätoi für das WHW.
Das Sammelergebnis im Kreis Wetterau der NSDAp.
Die große Sammelaktion des Jungvolks für das Winterhilfswerk 1936/37, die Vrotfammlung, die am Freitag und Samstag mit großem Eifer durchgeführt wurde, brachte im gesamten Kreisgebiet des Kreises Wetterau er RSDAp. das Ergebnis von rund 2 3 0 0 0 Broten. Innerhalb der Stadt Gießen wurden davon insgesamt 4500 Brote aufgebracht.
Die Brote gingen an die Kreisamtsleitung der NSV. Groh-Frankfurt. Das Sammelergebnis wurde noch am Samstagnachmittag mit Hilfe von Laftlkraft- und Lieferwagen nach Frankfurt a. M. verbracht und dort verteilt.
D enstweg einhalten!
LPD. Das Generalkommando des IX. Armeekorps in Kassel teilt mit: In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß gegen Entscheidungen der Wehrbezirkskommandos Beschwerden unmittelbar bei dem Generalkommando IX. A.-K. in Kassel vorgelegt werden. Es wird darauf hingewiesen, daß sich die Beschwerdeführer an die Kreispolizeibehörde zu wenden haben. Jeder andere Weg verzögert nur die Entscheidung.
Warenausgangs-Verordnung und Großhändler.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß am 1. Oktober 1936 die Verordnung über die Verbuchung des Warenausgangs in Kraft getreten ist. Von diesem Zeitpunkt ab müssen Großhändler für steuerliche Zwecke den Warenausgang (Liefertag, Erwerber, Warengattung, Warenpreis) verbuchen. Es ist nicht nötig, wenn auch erwünscht, daß der Warenausgang in Buchform verbucht wird. Es genügt beispielsweise, wenn Belege erteilt und die Urschriften oder Durchschriften der Belege von dem Großhändler zurübehalten und geordnet aufbewahrt werden.
Weiter ist vorgeschrieben, daß jedem Abnehmer ein Beleg (z. B. eine Rechnung, eine Quittung, ein Kassen- oder Lieferzettel) ausgehändigt werden muß. Bei Nichtbeachten der Verordnung setzen sich die betroffenen Großhändler erheblichen Nachteilen aus, da für diese Fälle Ordnungsstrafen unb Schätzungen vorgesehen sind.
Die Steuerbehörden werden sich in der nächsten Zeit davon überzeugen, ob die Vorschriften über die Warenausgangsoerordnung eingehalten werden. Das zuständige Finanzamt gibt über etwaige Zweifelsfragen bereitwillig Auskunft.
„Oie Gefolgschaft des Glaubens marschierte
Eine Feierstunde mit einer Aufführung unter dem Titel „Die Gefolgschaft des Glaubens marschiert" wird für den kommenden Sonntagvormit- tag im Gloria-Palast vorbereitet. Veranstalter und Träger dieser Morgenfeier sind die berufenen Stellen der Partei, nämlich die Kulturabteilung des Gaues und „Kraft durch Freude". Das Manuskript der Aufführung stammt von H. A. Weber. Der musikalische Teil ist von Bruno Hellberger, der auf Dem von ihm geschaffenen neuen elektro- akustischen Musikinstrument „Hellertion", das anfangs dieses Jahres fertiggestellt und Ende April dem Reichsminister Dr. Goebbels vorgeführt wurde, sodann an einer Reihe von bedeutsamen Veranstaltungen der Partei hervorragend mitgewirkt hat, die Aufführung bereichern wird. An der Gestaltung der Feierstunde wirken Politische Leiter, NSBO.-Bereitschaft,. SA., SS., HI., BDM., Werkscharen, Arbeitsdank, Jungvolk, Wehrmacht und eine Trachtengruppe mit. Heiter der Aufführung ist Pg. Rüffer, der durch seine frühere Tätigkeit in der Gießener HI. hier bekannt ist.
Am gestrigen Sonntagvormittag fand in stundenlanger Arbeit im Saale des Gloria-Palastes eine erste Gemeinschaftsprobe aller Mitwirkenden statt, in der mit viel Fleiß und mit allseitigem besten Streben die bisherige Einzelarbeit der Vorbereitung in den verschiedenen Gruppen aufeinander abgestimmt und zur Gemeinschaftsleistung verschmolzen wurde. Man konnte bei dieser Arbeit den Eindruck gewinnen, daß mit dieser Aufführung den Besuchern eine Feierstunde bevorsteht, die durch ihren tiefen, ergreifenden Gehalt die Herzen der Zuhörer gewinnen und weit über den Tag der Aufführung hinaus in Bann schlagen wird. Man erlebt bei dieser Feier im Geiste erneut das überwältigende Wunder der Neugestaltung des deutschen Volkes, den Sieg der Volksgemeinschaft über den Klassenhaß und den Einzug des strahlenden, schöpferischen und veredelnden Geistes des Nationalsozialismus und fein fegenvolles Wirken in unserem Volke. Mit einem Wort gesagt: der neue und bessere deutsche Mensch, das erneuerte und von früheren Schlacken befreite herrliche deutsche Volk kommen in dieser Ausführung in packender und begeisternder Art zur Darstellung und sprechen in einer Weise zu allen Gliedern unserer Volksgemeinschaft, die jeden angrht und auch jedem viel zu sagen hat. Die Aufführung steht unter den Symbolen des schaffenden und wehrhaften deutschen Volkes: Pflug, Hammer und Schwert. Man darf nach dem Einblick bei der gestrigen Gemeinschaftsprobe sagen, daß die Aufführung ein Erlebnis im besten Sinne des Wortes werden wird.
Kapitän a. D. Schmehl erzählt.
Einen schönen Sonntagvormittag erlebten die überaus zahlreichen Besucher des Lichtbildervortrages von Kapitän a. D. Korvettenkapitän d. R. a. D. Schmehl. Mit der ihm eigenen Art wußte der Vortragende feine Zuhörer in Bann zu ziehen und bald die Verbindung zu schaffen, die weitgereiste Menschen von sich auf eine große Menschenmenge schaffen können. Bürgermeister Prof. Dr. Hamm als Bezirksführer des Derkehrsverbandes widmete dem Inhaber der Ehrenplakette der Stadt Gießen herzliche Begrüßungsworte. Er würdigte feine Verdienste um die Vaterstadt und die bewegte und ruhmreiche Vergangenheit dieses Mannes, der achtfacher Lebensretter ist und der noch im späten Lebensalter feine außerordentlich vielseitigen Erfah- runaen dem Vaterlande zur Verfügung stellt. Die Stadt Gießen ist stolz auf ihren großen Sohn.
In humorvoller Art plauderte der Kapitän von feinen Kriegserlebnisfen auf dem Hilfskreuzer „Wolf" und führte einige Lichtbilder vor. In anschaulicher Weise und ohne jede Ueberhebung sprach er von den Anstrengungen und Gefahren, die eine kleine Schar, stets vom Tode umlauert, mutig überwand. Als echter Sohn Oberhessens würzte der Kapitän seinen Vortrag mit manchem vertrauten Ausspruch.
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** D i e Miliiärversorgungsgebühr- nisse für November werden beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) am 29. Oktober, die Sozialrenten am 31. Oktober gezahlt.
** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben Gießener: am 16. Oft.: Anna Schön, geb. Göbel, ohne Beruft 83 Jahre, Johannesstraße 9. — 17. Oft.: Joseph GeGck, Kanzlei-Oberassistent, 79 Jahre, Bleichstraße 36; Elisabeth Martin, geb. Schwan, ohne Beruf, 60 Jahre, Gr. Steinweg 23. — 18. Oft.: Wilhelm Hamel, ohne Beruf, 77 Jahre, Bleichstraße 7. — 20. DEL: Emilie Geiß, geb. Bender, ohne Berus, 58 Jahre, Hammstraße 8; Adolf Hexamer, Buchbindergeselle, 56 Jahre, Roonstr. 10. — 21. Oft.: Helene Kronenberg, geb. Sieglinger, ohne Beruf, 71 Jahre, Johannesstraße 9; Robert Jmhäuser, ohne Beruf, 72 Jahre, Ludwigsplatz 9. — 22. Oft.: Ludwig Schneider, ohne Beruf, 78 Jahre, Licher Straße 31. — Auswärtige: 19. Oft.: Heinrich Karl Johann Häuser, Reichs- bahn-Oberschaffner, 60 Jahre, Allendorf (Lahn); Elise Ulrich, geb. Bach, ohne Beruf, 64 Jahre, Ranstadt. — 22. Oft: Anna Kaspar, geb. Althaus, ohne Beruf, 40 Jahre, Niederbreidenbach; Wilhelm Fuchs, Former, 39 Jahre, Daubringen.
** Winterhilfswertzeichen. Für das diesjährige Winterhilfswerk werben neun Wertzeichen der Deutschen Reichspost, auf denen sich Abbildungen von Straßen und Bauten des Dritten Reichs befinden. Am 21. September hatte an den Postschaltern die Ausgabe der einen Hälfte dieser Wertzeichen (3, 6, 12 und 25 Pf.) begonnen. Nach einer Mitteilung der Deutschen Reichspost werden die restlichen Markenwerte bei allen Postanstalten vom 26. Oktober an ausgegeben. Es handelt sich dabei um die Wertzeichen zu 4 Pf. (Reichsluftfahrtministerium), 5 Pf. (Luitpoldhain, Ehrenmal in Nürnberg), 8 Pf. (Deutschlandhalle, Berlin), 15 Pf. (Führerhaus in München) und 40 Pf. (Haus der Deutschen Kunst in München). Zu allen Wertzeichen wird ein Zuschlag erhoben, der in kleinen Ziffern auf der Umrandung des Markenbildes steht und dem Winterhilfswerk zufließt. Der Verkauf der Freimarkenheftchen mit Winterhilfswertzeichen beginnt erst am 2. November.
** Mit dem Auto gegen einen Baum. Am Samstag zwischen 20 und 21 Uhr ereignete sich in der Marburger Straße in der Nähe des Avzweigs der Friedhofsallee ein ernster Derkehrs- unfall. Dort kam ein Kraftwaaen, der von Hanno- Der kam und nach Süddeutschland unterwegs war, infolge der regennassen und durch Laubfall schlüpfrig gewordenen Straße ins Schleudern, er fuhr erst auf der rechten und dann, da er nicht schnell ge
nug zum Stehen gebracht mert)en konnte, quer über die Straße hinüber auf die linke Seite, wo er gegen einen Baum rannte. Die beiden Insassen, ein Herr und eine Dame, trugen bei dem heftigen Anprall Quetschungen, Prellungen und Gehirnerschütterungen davon. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz brachte die Verunglückten nach der Chirurgischen Klinik. Der Wagen wurde schwer beschädigt.
Briefkasten der Redaktion.
(*Hed)tsgutad)ten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
„Wie ist die Rechtslage." Das Erbrecht des Ehegatten ist von dem Güterftand der Ehe unabhängig. Bei kinderloser Ehe erbt der überlebende Ehegatte zunächst den sog. Voraus, d. h. die zum ehelichen
Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nickt Zubehör eines Grundstückes sind, sowie die Hochzeitsgeschenke. Von der übrigen Erbschaft, gleich, ob sie zum eingebrachten Gut, ober einer anderen Gütermasse des verstorbenen Ehegatten gehörte, erbt der überlebende Ehegatte, wenn die Eltern des verstorbenen Ehegatten oder deren Abkömmlinge noch leben, die Hälfte. Die andere Hälfte fällt an die Eltern des verstorbenen Ehegatten bzw. deren Abkömmlinge.
Ein guter Leser. Da Ihr Grundbesitz rron zwan- zig Morgen eine Ackernahrung nicht darstellt, unterliegt er nicht den Bestimmungen des Reichserbhofgesetzes. Sie sind daher in der Verfügung über Ihr Eigentum nicht beschränkt und können Ihr Land an Ihre Kinder verteilen.
O-erheffen.
Hege Bautätigkeit in Wieseck.
£ Wieseck, 25. Oktober. Hatte bereits im vergangenen Jahre in unserem Orte die Bautätigkeit stark eingesetzt, so übertraf sie in diesem Jahre alle Erwartungen. Wurden doch drei im vergangenen Jahre begonnene Neubauten bezugsfertig hergestellt, weitere 15 Wohnhäuser wurden in diesem Jahre vollkommen errichtet und werden spätestens am 1. November bezogen, weitere 6 Wohnhäuser sind im Bau begonnen, davon ist eins inzwischen unter Dach gebracht. Zu den Wohnhausneubauten gesellten sich noch 2 Neubauten von Werkstätten, die bereits ihrer Bestimmung übergeben sind. Ferner wurden noch verschiedene An- und Umbauten durchgeführt. Eine Anzahl Häuser erhielt ein neues Kleid. Durch die überaus starke Belebung des Baumarktes waren in diesem Jahre alle heimischen Handwerker sehr gut beschäftigt. Wenn auch der Ausbau der Straßen mit den Neubauten nicht Schritt hielt, so wurden doch von der Gemeinde alle Anstrengungen gemacht, um das Straßennetz in Ordnung zu bringen. Im Frühjahr wurde die Niederfeldstraße neu her gerichtet, während jetzt die Horst-Wefsel-Straße ausgebaut wird und demnächst eine der schönsten Straßen des Ortes sein wird. Durch die rege Bautätigkeit wird es nicht mehr allzulange dauern, bis Wieseck vollkommen bis zur Gemarkungsgrenze Gießen aus geb aut ist, wo bereits an der Marburger Straße durch die Firma H. W. Rinn und ein älteres Wohnhaus die Verbindung mit der großen Nachbarin hergestellt ist. Durch weitere Wohnhausneubauten im Stadtgebiet an der Marburger Straße rückt auch die Stadt Gießen immer näher an Wieseck heran, und es wird nicht mehr allzufern fein, wo die beiden Gemeinden, die bereits durch Wasser, Gas, Beleuchtung und Straßenbahn miteinander verbunden sind, vollkommen aneinander gebaut sind.
Landkreis Gießen
§ Alten-Buseck,25. Okt. Nachdem am Donnerstagnachmittag unser Jungvolk durch Sprechchöre für die Vrotfammlung aufgerufen hatte, fuhren die Jungen am Freitag singend mit geschmückten Handwagen durchs Dors, um die Brote zu sammeln. In der Ortsgruppe Alten-Buseck wurden insgesamt 195 Brote gespendet; davon entfallen 76 auf Alten-Buseck, 29 auf Trohe und 90 auf Rödgen.
# Daubringen, 24. Okt. Die in unserem Orte durchgeführte Verdunkelungsübung hat in allen Teilen ein sehr befriedigendes Ergebnis gebracht. Am 29. Oktober beginnt hier ein auf sieben Abende festgesetzter Kursus für Luftschutzhauswarte.
= Steinbach, 24. Okt. Die Nachtfröste, die diesen Herbst besonders früh und sehr hart auftraten, haben der Maisernte ein vorzeitiges Ende bereitet. Der Mais wird hier als Grünfutter angepflanzt und kann keinen Frost vertragen. Aber auch den W e i n ft ö ck e n , die hier im Orte an Süd- und Westwänden in ziemlicher Anzahl zu finden sind, haben diese frühen Nachtftöste geschadet. Der Blattfall trat vorzeitig ein, und die Weintrauben waren noch nicht reif. Da der sehr ungünstige Sommer nicht nur die Reifezeit verzögert hatte, sondern auch zum ersten Male seit Jahren das Auftreten der Perenospora brachte, so sah und sieht man, nachdem die Blätter abgefallen sind, da und dort noch die Trauben hängen. Nächstes Jahr muß eine energische Bekämpfung jener Krankheit einsetzen, um die Verseuchung der Weinstöcke zu beseitigen, außerdem ist die Lehre aus der diesjährigen Ernte dahin zu ziehen, daß bei Neuanpflanzungen nur allerfrühste Sorten in Frage kommen.
= Steinbach, 26. Okt. Der 900 Zentner schwere L ö f f e l b a g g e r, der — wie von uns berichtet — am Freitagnachmittag neben dem künftigen Reichsautobahnhof in den moorigen Wie-
fen eingesunken war, widerstand allen Bemühungen, ihn heraus zu bekommen, bis zum Sonntagnachmittag. Von nah und fern waren schon Samstag und besonders Sonntag Neugierige herbeigeströmt, um das Riesengerät zu besehen. Am Sonntag wurde der andere Löffelbagger, der viel leichter ist als der eingesunkene, zum Herausziehen herangebracht. Natürlich mußte erst, um ein Einbrechen dieses Baggers an der kritischen Stelle zu verhindern, der Weg dahin hergerichtet werden. Diese Stelle war übrigens allen Steinbachern wohl bekannt, denn auch in trockenen Jahren sind dort früher schon Heuwagen eingesunken. Die Steinbacher befuhren deshalb diesen Wiesenweg niemals. Der herangeschaffte zweite Bagger, ebenfalls auf Raupenschleppern sich fortbewegend, brachte das fertig, was sonst unmöglich schien: er zog das Ungeheuer aus dem Loche, in dem es mit dem schweren Teile steckte. Nun steht er auf dem Knüppeldamm, fortberoegen kann er sich jedoch nicht, vor der Abfahrt sind noch einige Reparaturen an der Maschine erforderlich.
(t) ©rüningen, 24. Okt. Bei der Brot- s a m m l u n g für das WHW., die durch das Jungvolk Dorgenommen wurde, konnten 70 Laib Brot an die örtliche Sammelstelle abgeliefert werden.
Eberstadt, 24. Ott. Bei der Reichsstra - ßensammlung für das WHW., die hier von den Handwerkern durchgeführt wurde, gingen in unserem Orte 36,70 Mark ein. Die Brots amm- lung des Jungvolks erbrachte hier 55 große Bauernbrote für das WHW. Bei der Hon i g • f a m m I u n g für die Winterhilfe konnten fünf große Eimer Honig zusammengebracht werden.
I) Lich, 25. Okt. Eine weitere Vermittlungsstätte deutschen Kultur- und Kunstschaffens hat unsere Stadt durch das von dem Besitzer der Licher Lichtspiele neuerrichtete Lichtspielhaus erhalten, dessen Eröffnung gestern abend ftattfanb. Zu der Eröffnungsfeier hatten sich die Freunde der Lichtspielkunst so zahlreich eingefunden, daß der über 300 Sitzplätze aufweisende Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach einer Ansprache des Besitzers der Licher Lichtspiele, Pg. August H i s g e n, übermittelten Ortsgruppenleiter Kuhn im Namen der Ortsgruppe Lich der NSDAP., Bürgermeister Geil als Vertreter der Stadt Lich und ein Vertreter der Gauabteilung Frankfurt a. M. der Reichsfilmkammer ihre besten Wünsche zur Eröffnung der neuen Kulturpflegestätte. Nach verschiedenen Musikvorträgen der Kapelle Schmidt gelangte der Film „Standschütze Bruggler" zur Vorführung.
§ Quecfborn, 24. Okt. Die Sammlungen für das Winterhilfswerk 1936/37 brachten bis jetzt in unserer Gemeinde guten Erfolg. Die Eintopf- spende ergab 32,85 Mark, die R e i ch s st r a - fcenfammlunq für das Webobzeichen 25,60 Mark. Heute sammelten unsere Jüngsten Brot. Gestern machten sie durch einen Sprechchor die Einwohner auf ihre wichtige Arbeit aufmerksam. Der Erfolg war gut, heute Morgen konnten 106 Laib Brot nach Ettingshausen an die Ortsgruppe der NSV. abgeliefert werden. Don dort aus treten sie den Weg zur Sammelstelle Gießen an und werden in unseren Nachbarstädten den bedürftigen Volksgenossen zugeteilt. Auch die Frauenschaft durfte ein schönes Ergebnis ihrer Sammeltätigkeit buchen. Wurden doch von den Frauen 240 Pfund Honig gesammelt, der noch einmal aufgekocht wurde, um dann der NSV. zugeführt zu werden.
Kreis Schotten.
# Groß-Eichen, 24. Oft. Die Reichs- straßensammlung der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk ergab hier die erfreuliche Summe von 25,20 Mark. Ebenso war die Brotsammlung des Jungvolkes ein guter Erfolg. Die Pimpfe sammelten im Laufe der Woche in unserer Zelle 45 Laib Brot.
Aus Den preußischen Nachbargebreien.
Güterzug gegen Milchfuhrwerk.
<£ Wißmar (Kreis Wetzlar), 26. Okt. Das Milchfuhrwerk der hiesigen Milchabsatz - genossenschaft, das an jedem Morgen die Milch von hier nach Gießen zur Molkerei bringt,, wurde am Samstagmorgen gegen 9 Uhr an dem schrankenlosen Bahnübergang vor unserem Orte von dem aus Lollar kommenden Güterzuq angefahren. Bei dem starken Klappern der Milchkannen und der ungünstigen Windrichtung, sowie durch die schlechte Sicht über die Strecke hatte der Lenker des Fuhrwerks die Warnsignale des Zuges nicht gehört und ihn auch nicht gesehen. Der auf dem rückwärtigen Teile des Wagens sitzende Beifahrer konnte noch rechtzeitig vor dem Zusammenstoß a b - springen, dagegen wurden der F u h r rn a n n und zwei aus Offenbach a. M. stammende Mädchen, die gegenwärtig hier weilen und mit dem Fuhrwerk unterwegs waren, um von Gießen aus eine Besuchsfahrt nach Offenbach anzutreten, von dem Wagen herabgeschleudert Alle drei "am n i ©'•"• •* m't leichten Verletzungen ; davon. Das Milchfuhrwerk mitsamt den Kannen muri)? zur S'ite geschleudert, wobei sich eine Anzahl Kannen öffneten und bie Milch auf die Strotze fto6.
Ins Messer gestürzt.
LPD. Gladenbach, 24. Okt. Einem schrecklichen Unfall fiel ein Knabe aus Rüchenbach zum Opfer. Mehrere Jungen aus diesem Orte hatten in Gladenbach Brote für das Winterhilfswerk abgeliefert. Auf dem Heimweg aßen sie einige Aepfel. Einer von ihnen wollte sich im Gehen eine Frucht schälen, dabei stolperte er und stürzte in das offene Messer, das ihm in die Brust
drang. Durch den Stich war das Herz verletzt worden, so daß der Tod eintrat.
Kreis Wetzlar
<D Krofdorf-Gleiberg, 24. Ott. Für eine Reihe von Tagen weilt zur Zeit die Bibliothekarin Frl. Frick von der ßanbesftelle für Volksbüchereiwesen Wiesbaden hier, um die Gemeinde- Volksbücherei nach neuzeitlichen, mustergültigen Richtlinien zu ordnen. Eine ganze Anzahl von -erlesenen und unzeitgemäßen Büchern wird ausgeschieden. Sämtliche weiter verwendbaren und neu eingereihten Bände erhalten eine saubere, praf- tische Einheitshülle mit Beschriftung. Der Bücherbestand wird laufend durch Neuanschaffung guter Werke vergrößert, wobei der Vielseitigkeit des Geschmackes der Leser und Leserinnen Rechnung getragen wird. Frl. Frick arbeitet in zahlreichen Orten unseres Kreises, in denen sich bereits größere Büchereien befinden. Im Dolksbüchereiwesen marschiert der Kreis Wetzlar mit an erster Stelle des Regierungsbezirkes Wiesbaden. Der Grund hierfür liegt wohl darin, daß schon jahrzehntelang sog. Wanderbüchereien bestanden, die von Ort zu Ort im Austauschverfahren wanderten, und die man dann vor einigen Jahren auf die einzelnen Orte verteilte, wodurch em guter Grundstock zum Ausbau entstand. Erfreulicherweise vergrößert sich die Leserschar immer mehr. Möge auch hier die „Woche des deutschen Buches" förderlich sein.
<£ Wißmar, 24. Oft. Bei der Reichs st ra- ßensammlung für das WHW. tarnen in unserem Ort» insgesamt 86.49 Mark ein. — Die im vorigen Jahre in den Wiesen am Steinborn gefaßte und ausgebaute Wasserquelle wird gegenwärtig an die D r t s ro a ff e r I e i t u n g an- geschlossen. Die Arbeiten werden von dem Bauunternehmer Wagner-Krofdorf ausgeführt.


