Ausgabe 
26.10.1936
 
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Gras L ano in der Hauptstadt der Bewegung

deutschen __ , , , , ,

bezug auf Aethiopien geregelt, und die oerj , schwebenden Fragen werden zur gegenseitigen Zu­friedenheit der beiden Länder gelöst werden. Alle diese Punkte wurden in einem Protokoll festgelegt, das beim Abschluß unserer Besprechungen abgefaßt

sehen habe, macht auf mich einen lebhaften und unmittelbaren Eindruck, und die Fühlungnahme mit Ihren Staatsmännern, die Institutionen, die ich besuchte, die Kundgebungen, denen ich bei­wohnte, vervollständigten in meinem (Seift das große Bild des nationalsozialistischen Deutschlands, dem ich meine tiefsten und aufrichtigsten Glück­wünsche ausspreche. Die herzliche Fühlung-

alten Parteisaal und anschließend das neue Verwal­tungsgebäude besichtigte.

Inzwischen leuchtet um den Konrgsplatz ein flammendes Band von Fackeln auf. Auf den mäch­tigen Toren der Propyläen lodert das Feuer aus Opferschalen und eindrucksvoll hebt sich der matt- gelbe Schein der schwelenden Feuer ab, die in der Ewigen Wache aus den Pylonen lodern. Nach dem Verlassen des Verwaltungsgebäudes begibt sich Graf Ciano in die Mitte der Ehrentempel und nimmt den Vorbeimarsch von vier Kompanien der SS.-Derfügungstruppe ab. Die Fahrt geht dann durch ein Spalier brennender Fackeln durch die Briennerstraße zum Odeonsplatz. Der Wagen hält vor der Feldherrnhalle, in deren Mitte aus einer weißen Opferschale eine mächtige Flamme zum Himmel loht, während das Innere der Feldherrn­halle durch Tiefstrahler wirkungsvoll beleuchtet ist. Der Minister begibt sich in Begleitung des Gau­leiters -um Mahnmal, vor dem er den ersten Blut»

nähme zwischen unseren beiden Regierungen wir d fortgesetzt, und unsere Mitarbeit am allge­meinen Friedens- und Wiederaufbauwerk Europas wird in Rom wie in Berlin w e i t e r g e f u h r t werden in demselben Geist und mit derselben Ent­schlossenheit, wie wir sie in diesen Tagen begonnen haben."

Graf Ciano ist am Sonntag kurz nach 13 Uhr wieder in Rom eingetroffen. In seiner Be­gleitung befand sich auch Botschafter v. H a s s e l l.

Bastianini an der Spitze, ferner Botschaftsrat von Plessen mit Mitgliedern der Botschaft erschienen.

Die Anerkennung des iialienischen Kaiserreichs Aeihiopien

Berlin, 24. OH. (DBB.) Der königlich lta- lienische Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, Graf Ciano, wurde (wie schon am Samstag in einem Teil der Auflage gemeldet) vom Füh­rer und Reichskanzler empfangen. In der Unterredung hat der Führer und Reichskanzler dem Vertreter der faschistischen Regierung mitge­teilt, daß die Reichsregierung sich zur förm­lichen Anerkennung des italienischen Kaiserreiches Aethiopien entschlossen Hal. Der italienische Außenminister brachte zum Ausdruck, daß die faschistische Regierung von dieser Mitteilung in voller Würdigung ihrer Bedeutung mit Genugtuung Kenntnis nehme.

Das Ergebnis des italienischen Ministerbesuchs

Gemeinsame Förderung des allgemeinen Friedens und Wiederaufbaus.

Das Echo iu Italien.

Aufrichtige Genugtuung über die Zusammenarbeit beider Böller.

Mailand, 25. Oft. (DNB.) Die italienische Presse steht im Zeichen des Zusammentreffens zwi- scheu dem Führer und Graf Ciano und der Frie- densrede Mussolinis in Bologna. Die lauge Aus­sprache zwischen dem Führer und Ciano, so schreibt der MailänderCorriere della Se­ra", sei der Gipfelpunkt der Deutschlandreise des italienischen Außenministers gewesen. Die Au- erkennung des Imperiums durch Deutsch­land sei ein erstes konkretes Ergebnis der Be- sprechungen. Die Entscheidung des Führers sei em beredtes Zeichen für die Klarheit der Veen und

wurde.

Ich kehre each Italien zurück mit dem Gefühl der aufrichtigen Bewunderung für alles, was ich in Deutschland habe sehen können. Diese Gefühle gel­ten in erster Linie dem Führer, dem ich den Gruß des Duce und des faschistischen Italiens übermittelt habe. Ich kannte Deutschland noch nicht, obgleich ich, wie Sie es sich wohl denken können, in diesen Fahren fast täglich der nationalsozialisti­schen Bewegung und ihrem glänzenden nationalen Wiederaufleben unter der genialen und schöpferi­schen Führung des Führers gefolgt bin. Was ich ge-

Auch das künftige Schicksal des Völkerbun- des wurde in den deutsch-italienischen Besprechun­gen behandelt und es wurde als ein durchaus ; offenes Problem angesehen, dessen Lösung noch : keinerlei feste Umrisse erkennen läßt. Deutschland < und Italien sind sich aber in der grundsätzlichen : Forderung einig, daß ein wahrhafter Völkerbund, ; der ein echtes Friedenswerkzeug darstellen soll, nicht den Interessen irgendwelcher Sondergruppen dienen und auch nicht in irgendwelche Verbindung mit dem Versailler Diktat stehen darf. Die spa­nischen Ereignisse, die ja in gewisser Weise auch mit der Genfer Krise Zusammenhängen, wur­den ebenfalls berührt. Es ist dabei von beiden Seiten der Hoffnung Ausdruck gegeben worden, daß die fortschreitende Besitz- und Machtergreifung der Nationalisten bald dazu führen möge, ge- regelte Z u st ä n d e auf der Iberischen Halb- insel wieder herzustellen. Graf Ciano hat darüber hinaus gewisse ausländische Gerüchtemacher an den Pranger gestellt, indem er in München öffentlich erklärte, daß man beiderseits die Aufrichtung Spa­niensin seiner absoluten sowohl nationalen wie kolonialen Integrität" wünsche. Es braucht kaum hinzugefügt zu werden, daß beide Staaten, Deutschland und Italien, bei der Behandlung der spanischen Frage nach wie vor auf dem Prinzip der Nichteinmischung beharren, weil sie nicht wünschen, nach dem Willen Moskaus aus einem lokalen Brandherd das fressende Feuer eines Welt­krieges sich entwickeln zu lassen.

Wie im Westen, so wurde auch im Osten Europas die Gemeinsamkeit der Anschauungen in Berlin und Rom als ein festes Element des all­gemeinen Friedens bestätigt. Mit Befriedigung konnte man feststellen, daß Oesterreich, das so­lange als Zankapfel der beiden autoritären Staa­ten und als europäischer Konfliktsherd überhaupt gegolten hatte, auf Grund des Abkommens vom 11. Juli bereits eine Reihe von Vorteilen erzielen konnte, die dieser deutsche Staat unter den frühe­ren Verhältnissen nicht hätte erhoffen können. Die Normalisierung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen im Donauraum soll sich jedoch nicht nur auf Oesterreich erstrecken, sondern auch auf alle anderen Staaten, die in diesem mächtigen Strom­gebiet die Schlagader ihres nationalen Lebens sehen. Die überragende Bedeutung, die Italien und Deutschland als große Absatzmärkte für die kleineren Donaustaaten haben, führte zu der Erkenntnis, daß eine enge Zusammenarbeit und Übereinstimmung in allen Wirtschaftsfragen des Donauraumes künftig für Deutschland und Italien notwendig sind. So rundeten sich die Gespräche, die in Berlin und Berchtesgaden geführt wurden, zu einem Bilde der europäischen Zukunft, in dem alle Völker gleichberechtigt ihren Platz einnehmen und ihre Friedensarbeit ungestört ver­richten können. Ev.

VegeisterierEmp'anginMnchen

München, 24. Oft. (DNB.) Der italienische Minister des Aeußern, Gr a f C i a n o , der am Samstagvormittag dem Führer auf dem Obersalz­berg einen Besuch abgestattet hatte, traf um 16.50 Uhr mit dem Sonderzug aus Berchtesgaden im Münchener Hauptbahnhof ein.

Nach kurzer Begrüßung durch den Gauleiter Wagner begab sich Graf Ciano auf den Bahn- hofsplatz, wo eine Triumphpforte aus dunklem Tannengrün errichtet war, von der die italienische Nationalflagge mit dem Rutenbündel wehte. Eine Kompanie der SS.-Verfügungstruppe präsentierte, der bayerische Präsentiermarsch erklang. Graf Ciano schritt unter den Klängen der italienischen Königs­hymne und der Giovinezza, begleitet von Gauleiter Wagner, die Front der Ehrenkompanie und des Fascio ab. Dann trat Graf Ciano eine förm­liche Triumphfahrt durch die Stadt an, wobei ihm die Bevölkerung äußerst herzliche Ovationen bereitete. Nach allen Seiten dankend, nimmt Graf Ciano freundlich lächelnd die Sym­pathiekundgebungen entgegen. Vor den Propyläen halten die Wagen. Graf Ciano schreitet über den Königsplatz den Ehrentempeln zu.

Ein SS. - Mann folgt mit . einem mäch-

zeugen der Bewegung ein minutenlanges, stummes Gedenken widmet. Nun geht es zum HotelVier Jahreszeiten". In den Straßen hatte hinter den fackeltragenden SA.-Männern die nationalsozia- listische Jugend Aufstellung genommen, die den Gast stürmisch begrüßten. Vor dem Hotel standen Ehrenposten der SS.-Derfügungstruppe. Fünf schmucke BDM.-Mädels überreichten dem Außen­minister einen Blumenstrauß.

Am Samstagabend fand im Residenztheater eine Festaufführung der OperDon Gio­vanni" statt. Im Feuerschein der Fackeln leuchtete der Brunnenhof der Residenz und der Aufgang zum Residenztheater, wo Graf Ciano von Gauleiter Adolf Wagner begrüßt wurde. Auf der großen Freitreppe zur Führerloge bildeten k erzen- tragende Pagen und Ehrenjungfrauen Spalier. Als Graf Ciano die Führerloge betrat, wurde er mit begeistertem Händeklatschen begrüßt. Nachdem der Gast mit dem faschistischen Gruß ge- dankt. hatte, spielte die Kapelle die italienische Königshymne und die Giovinezza und anschließend das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Nach Beendigung der Festaufführung fuhr Graf Ciano durch ein Fackelspalier der SS. in das HotelVier Jahreszeiten" zurück, wo im kleineren Kreise ein Abendessen stattfand. Nach einem Presseempfang begab sich Graf Ciano zum Flughafen Oberwiesen- feld. Graf Ciano wechselte mit Gauleiter Wagner herzliche Abschiedsworte. Nachdem sich der Minister auch von den anderen Herren verabschiedet hatte, bestieg er das Flugzeug.

Die Schlußverlautbarung.

Uebereinstirnrnung der Auffassungen."

Berlin, 25. OFL (DBB.) 3m Verlauf des Be- suches des italienischen Außenministers Graf Ciano in Deutschland sind in seiner Unterhaltung mit dem Führer und Reichskanzler so­wie in verschiedenen Unterhaltungen zwischen ihm und den leitenden deutschen Persönlichkeiten die schwebenden politischen, wirtschaft­lichen und sozialen Fragen von grö­ßerer Bedeutung erörtert worden, nament­lich diejenigen, welche beide Länder unmittelbar be­treffen. Die Unterhaltungen haben in einer Atmosphäre freundschaftlicher Herz­lichkeit slattgefunden. Zur beiderseitigen Genug­tuung ist die Uebereinstimmung der Auf­fas s u n g e n und die Absicht der beiden Regierun­gen festgeslellt worden, ihre gemeinsame Tätigkeit auf die Förderung des allgemeinen Friedens und Wiederaufbaues zu rich­ten. Die beiden Regierungen haben beschlossen, zur Durchführung dieser Bestrebungen in Fühlung zu bleiben.

Graf Elano empfangt die presse.

Die Fühlungnahme wird fortgesetzt werden."

Sonntagvormittag empfing Graf Ciano die in Mün­chen versammelte Presse und gab ihr folgende Erklärungen ab:In diesen Tagen habe ich in Berchtesgaden mit dem Führer und in Berlin mit Freiherrn von Neurath einen gründlichen G e - dankenaustausch über d i e allgemeine politische Lage gehabt. Dieser Meinungsaus­tausch hat die feste Absicht unserer beiden Regie- rungen noch klarer hervortreten lassen, unsere ge­meinsamen Bestrebungen auf das allgemeine Werk des Friedens und des Wieder­aufbaues zu richten. Diese gemeinsamen Bestre- bungen haben ihre festen Grundpfeiler nicht nur in den Interessen beider Länder, sondern auch in der hohen Aufgabe, die Deutschland und Ita­lien bei der Verteidigung der großen zivilisatorischen Einrichtungen Eu­ropas erfüllen. In diesen Rahmen fällt die durch uns vollzogene Ueberprüfung der jetzt schwebenden Verh-andlungen für die Ersetzung des Lo­carno-Vertrages. Wie Sie wissen, antwor­tete die deutsche Regierung ebenso wie die italie­nische bereits auf das britische Memorandum, und beide Regierungen betonten den klaren Willen, an einer Festigung der Grundlagen der Sicherheit mitzuarbeiten, wie sie aus einem Garantiepakt für Westeuropa sich ergeben können. Wir überprüften auch mit Freiherrn von Neurath verschiedene Seiten des Dölkerbundpro- b l e m s. Unsere beiden Regierungen werden, wie in der Vergangenheit, fortfahren, in einer engen und freundschaftlichen Fühlungnahme zu bleiben.

Was die Lage im Donauraum betrifft, so kann ich sagen, daß die von uns vorgenommene Prüfung der Lage, die wir im Lichte der Rö­mischen Protokolle und des deutsch-österreichischen Abkommens vom 11. Juli vorgenommen haben, uns erlaubt hat, zu unserer gegenseitigen Befriedi­gung die praktischen und positiven Vorteile zugun­sten Oesterreichs festzustellen, die die Politik der beiden Länder schon gezeitigt hat. Die beiden , Regierungen werden die den Donauraum betref­fenden Probleme in einem Geiste der freundschaftlichen Zusammenarbeit

Grundlagen des neuen Europa.

Graf C i a n o , der in seiner Heimat als das Sinn­bild der italienischenGiovinezza" eine der populär­sten Persönlichkeiten ist, hat sich auch wegen seiner jugendlichen Frische und Aufrichtigkeit sehr rasch die wärmsten Sympathien des deutschen Volkes erobert. Wir sehen in ihm einen Mann scheiden, der als Außenminister Mussolinis und zugleich als jüngster Staatsmann Europas eine der großen Hoffnungen unseres alten Erdteils ist. Wie stark gerade die per­sönlichen Wirkungen waren, die von dem Grafen Ciano trotz seines kurzen Aufenthaltes im Dritten , Reich ausgingen, das zeigten die herzlichen Kund­gebungen, die vor allem während des Wochenendes die Bevölkerung Münchens, aber auch die Einwoh­nerschaft Berlins dem italienischen Gast bereitete. Und so wie die äußeren Formen dieser Besuchsreise von einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Zuneigung umgeben waren, fo rourbe auch die politische Aufgabe dieser Tage im Geiste freundschastlicherZusammenarbeit er­ledigt.

Wie sehr unterscheidet sich doch diese Art inter­nationaler Politik von den vielen Diplomatentreffen und Massenkonferenzen, die vordem im Nachknegs- europa Mode geworden waren. Hier die freie, vor­behaltlose Aussprache von Mann zu Mann, dort das intrigante Spiel des ewigen Mißtrauens. Hier die Feststellung der großen Gemeinsamkeiten ohne Beeinträchtigung fremder Interessen, dort das ge­heime Bündnisgeschäft gegen dritte Machte. Hier die kluge, realpolitische Abwägung der verschieden­sten aktuellen Probleme ohne doktrinäre Einseitig­keit, dort das starre, unfruchtbare Festhalten an wesenlosen, längst vermoderten Ideologien. Wirk­lich, in Berchtesgaden und Berlin wurden m der vergangenen Woche die Grundlagen eines neuen lebenskräftigen, eines jugendlichen und vorwärts­drängenden Europa wenn nicht gelegt, fo doch mit den starken Klammern gemeinsamen Wollens be­festigt. .

Es wurde kein Pakt, kein Vertrag, fern Bünd­nis abgeschlossen, wie gewisse andere Mächte es vielleicht erwartet haben, weil sie selber nicht anders gehandelr hätten. Schon aus diesem völli­gen Fehlen eines neuen machtpolitischen Instru­ments als einer möglichen Folge der deutsch-italie­nischen Annäherung geht zur Genüge hervor, daß die europäische Politik, wie sie vom Führer und vom Duce gestaltet wird, nicht auf die Verschär­fung der Gegensätze zwischen den Volkern, sondern auf den Zusammenschluß aller zivili­sierten Nationen abzielt. Es ist dabei auch zum Ausdruck gebracht worden, daß Sowjetrußland nicht unter die Kulturstaaten gerechnet werden kann, und die deutschen und italienischen Regie­rungsvertreter sind sich darüber einig geworden, daß u. a. auch der Abwehrkampf gegen den Bolschewismus eine gemeinsame europäische Aufgabe im Dienste des Frie­dens ist.

Darüber hinaus ist eine Verständigung in vielen anderen Punkten erzielt worden, eine Verständi­gung, die, wie Graf Ciano in München erklärte, immer darauf ausging, das allgemeine Werk des Friedens und des Wiederaufbaues zu stützen. So gelang es, den Standpunkt der beiden Regierun­gen in allen aktuellen Problemen zu klären. Es ist bezeichnend für die weitgreifende, nicht nur auf die italienischen oder deutschen Interessen beschränkte Politik des Faschismus und Nattonalsozialismus, daß mit Bezug auf den künftigen W e st p a f t fest- gestellt wurde, daß dieser in erster Linie der Be­friedung der deutsch-französischen Beziehungen ols dem Kernpunkt der ganzen europäischen Ausein­andersetzung dienen soll, und zwar so, daß dieser künftige Kriegsverzichtspakt paritätisch durch Italien und England zu garantieren ist. Das bedeutet selbstver­ständlich feinen Ausschluß Belgiens aus dieser Frie­densgarantie. Es wird nun von den übrigen Part­nern des geplanten Fünf-Mächte-Dertrages mit abhängen, wie schnell die in Berlin bekundeten Ab­sichten einer endgültigen Befriedung Westeuropas Wirklichkeit werden können.

Der Begriff Abessinien, der noch vor einem Jahre das große Schlagwort der europäischen Politik, der Drehpunkt aller Geschehnisse war, ist eit der Ausrufung des römischen Imperiums durch Mussolini mehr und mehr aus dem Vokabular der Leitartikler und Militärschriftsteller verschwunden. Nur zuweilen tauchten die Gestalten und Ereignisse dieses Kolonialkrieges wieder in der Erinnerung auf, wenn etwa in Genf die Bolschewisten den Ras Tafari aus der Versenkung hervorholten, wenn einige Großmächte diese klägliche Figur noch auf dem Schachbrett ihrer Politik hin und her schoben. Deutschland hat sick an diesen unnützen Schat­tenspielen nie beteiligt, es hat seine neutrale Haltung in einer Angelegenheit, die unser Lebens- interefje nicht berührte, stets gewahrt. Wenn nun die Reichsregierung ihrer unverrückbaren Einftel- ung dahin Ausdruck gegeben hat, daß sie die ärmliche Anerkennung des italienischen Kaiserreiches Äthiopien ausspricht, dann ist das nur eine neue Bekundung unseres realpolitischen Den­kens und unseres Willens zur gegenseitigen Zusam­menarbeit der europäischen Völker, eine Anerken­nung schließlich auch der Pionierarbeit, die das fa­schistische Italien im fernen Ostafrika für die Sache der Zivilisation, für die Bedürfnisse des eigenen Volkes wie für das Wohlergehen ber eingeborenen Völker schon geleistet hat und noch leistet.

Erschließung und Aufbau Aethiopiens durch die Italiener nach dem Kriege sind wahrlich wichtiger zu nehmen und höher zu schätzen als die negativen Versuche gewisser Politiker, die juristische Erledi­gung des abessinischen Konfliktes immer weiter hinauszuzögern und damit einen Konfliktstoff künst­lich zu erhalten, der doch nur den egoistischen und keineswegs friedlichen Zielen der roten und rosa­roten Internationale dienen soll. Die Erschließung und Kultivierung eines so ungeheuren Landes wie Aethiopien, das den sechsfachen Umfang der Apen­nin-Halbinsel besitzt, erfordert natürlich eine Arbeit von vielen Jahrzehnten, erfordert riesige Mittel an

Menschen und materiellen Werten, die eine Ratton, die sich einst die Proletarierin unter den europäi­schen Völkern nannte, nicht in unerschöpflicher Menge aufbringen kann.

Was trotzdem in Abessinien in diesem Jahre schon geleistet wurde, ist aller Anerkennung wert. Der vom Duce als Dizekönig in Aethiopien ein­gesetzte Marschall B a d o g l i o hat die Grund­lagen der Verwaltung bereits geschaffen, er hat für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung gesorgt und die Räuberbanden, die den Krieg auf eigene Faust glaubten weiterführen zu können, zum Teufel gejagt. Es wurde aber auch mit dem positiven Aufbau der neuen Kolonie begonnen. Es wurden neue Straßen gebaut, es wurden Flug­plätze angelegt und Krankenhäuser errichtet. Die Hauptstadt Addis Abeba erhielt ein neues Aus- sehen, wissenschaftliche Kommissionen reiften durch das Land, um die Möglichkeiten einer kolonialen Industrie und Landwirtschaft zu untersuchen.

Bei allen diesen Unternehmungen aber hat der Fa- schismus darauf gesehen, daß den Eingeborenen ihre Lebensmöglichfeiten, Sitten und Gebräuche, ihre reli­giösen Feiern und Kulte nicht beschnitten werden. Andererseits verlangt die römische Regierung von ihren Kolonisatoren, ihren Bauern und Soldaten, die drüben eine neue Heimat finden sollen, daß sie sich mit der farbigen Bevölkerung nicht vermischen. Der Dumce selbst hat erklärt:Der Staat widersetzt sich energisch jeder Form sentimentaler Beziehungen zwischen weißen Italienern und farbigen eingebore­nen Frauen". Die Reinheit der italienischen Raste in Abessinien aufrechzuerhalten, ist für den Faschis­mus eine Voraussetzung erfolgreicher Tätigkeit im neuen Kolonialland.

Die Kultivierung Aethiopiens steckt naturgemäß noch in den Anfängen, aber wenn die geistigen und seelischen Grundlagen dieses Werkes gesund sind, so darf man erwarten, daß das ehemalige Negus-Reich kein unverdauter Brocken in der italienischen Suppe bleiben wird. Und wenn man von den groß angelegten Plänen hört, die Abessinien zu einem politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt ganz Ost- afrifas machen sollen, wenn man hört, daß hier zwei Millionen Weiße als Bauern angesiedelt wer­den sollen, daß hier eine große Industrie für die Verarbeitung von Mineralerzen und Baumwolle entstehen soll, die eines Tages der fernöstlichen Massenproduktion den Rang streitig machen wird, wenn man von allen diesen weitgreifenden Absichten hört, dann bürgt auch die erwiesene Tatkraft des faschistischen Italiens zu einem Teil dafür, daß aus solchen Plänen einmal Wirklichkeit wird. Der Heber- gang vom Kriegshandwerk zur Friedensarbeit ist erfolgreich begonnen worden. Wir glauben, daß Italien auch die Früchte seines Schaffens einst ernten wird. E. v.

behandeln.

Wir haben auch die Lage Spaniens er­örtert, und es bestand Einverständnis in der Er­kenntnis, daß die nationale Regierung des Generals Franco von dem festen Wil­len des spanischen Volkes in dem größten Teil des Staatsgebietes getragen ist, wo es ihr gelungen ist, Ordnung und bürgerliche Disziplin wiederherzustel­len im Gegensatz zu den anarchistischen Zuständen, die dort geherrscht hatten. Gleichzeitig haben wir das Prainzip der Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten von neuem bestä­tigt sowie die Aufrechterhaltung der in diesem Sinne eingegangenen internationalen Verpflichtun­gen erneut bekräftigt. Es ist überflüssig, hinzuzufü­gen, daß wir einer Meinung waren darüber, da Deutschland und Italien feinen anderen Wunsch haben, als daß Spanien in seiner absoluten so­wohl nationalen wie kolonialen Integrität bal­digst seine ihm im Leben der Nationen gebührende große Rolle wieder einnimmt.

Gegenüber den ernsten die soziale Struktur Europas bedrohenden Gefahren haben der Führer, Freiherr von Neurath und ich andererseits den festen Entschluß des italienischen und des deutschen Volkes erneuert, mit allen Kräften das heilige Erbgut der europäischen Zivilisation in ihren großen, auf der Familie und der Nation aufgebauten Einrichtungen z u verteidigen, auf die sie gegründet ist. In diesem Geiste haben wir auch mit Freiherrn von Neurath beschlossen, die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien intensiver zu g e ft a 11 e n , und gleich nach meiner Rückkehr nach Rom werden wir die Besprechungen für den Abschluß eines Abkommens über den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern beginnen.

Wie gestern angekündigt wurde, hat der Führer beschlossen, das italienische Imperium von Aethiopien anzuerkennen. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, mit welcher Be­friedigung ich diesen Entschluß ausgenommen habe. Bei dieser Gelegenheit haben wir die italienisch-

Wirtschaftsbeziehungen in

* stcyiedenen

tigen Lorbeerkranz mit einer Schleife in den italie­nischen Landesfarben und der Aufschrift:Den ge- faUenen Nationalsozialisten Der Minister des Aeußer.en." Ehrfurchtsvoll grüßt Graf Ciano die Blutzeugen des Nationalsozialismus. Dann begibt sich der italienische Außenminister in das Braune Haus. Reicbsschatzmeister Schwarz geleitet ihn in den Senatorensaal. Dann wurde das Ar­beitszimmer des Führers besichtigt. Die yicuuny «1«»« dort ausgestellte und von einer deutschen Künstlerin I Zur Begrüßung des Außenministers waren auf geschaffene B ü st e des Duce erregte die beson- ! dem Flugplatz zahlreiche Beamte des Außen- und dere Aufmerksamkeit des Gastes, der weiter den j des Propagandaministenums mit ©taatsferretar