Einzelbild herunterladen

186. Jahrgang

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Hr. 251 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, 26. Oktober 1936

G annalime oon Jlnjetgen

®S:FamLL' M A44 A <6 444^ A < A A<4

Heimat lm Bild Die Scholl' HHWk B A W X g W B B B B BW Jr W jM "W pf Grundpreise für 1 mm höhe

Monatr Bezugspreis: 8M RA W tfflLX Kw B B B B B B WiJr B B B H für Anzeigen oon 22 mm

Mit 4 Beilagen RM.1.95 B V Ws W BT W BW B B BT B B B B Bf BI B BF B Breite 7 Rpf., für Text-

Ohne Illustrierte , 1.80 Te&F jy M W läa W B B lHL_, Hl Ak >BSL B B MB ö!L B B M anzeigen von70rnrn Breite

Zustellgebühr .. . -.25 W V B H V< B W V ^SF Bt R W W 50Rpf.,Platzvorschriftnach

Auch bei Nichterscheinen v ^F vorh.Bereinbg.25"/ mehr.

IvF V -rmäh.g,- ffirunöprcife:

HZM General-Anzeiger für Oberhesfen WW

Srantfurt am Main liess druck unö Verlag: Srühl'sche Unloerfitätsvllch- und Steindruckerei «.Lange in Gießen. Schristleilung und Geschästzftelle: Schulftrahe 7 M°n^-n°bschlüg-staW8

Die Feder muß dem Volke dienen wie Schwert und Pflug!

Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet dieWoche des Deutschen Buches" mit einer programmatischen Ansprache in Weimar.

Das Such im Volke.

In der klassischen Stadt des deutschen Geistes, in Weimar, ist gleichsam vor den Augen der ge­samten Nation die Woche des deutschen Buches feierlich eröffnet worden. Was an dieser Buchwoche besonders wichtig und für das kulturelle Leben des Volkes von ausschlaggebender Bedeutung erscheint, ist in erster Linie der Umstand, daß heute das Buch als geistiges Erzeugnis nicht mehr als eine Sache von Privatleuten, als Angelegen­heit einzelner Erwerbsgruppen betrachtet wird, son­dern, wie Reichsminister Dr. Goebbels in seiner programmatischen Rede entwickelte, als eine Angelegenheit, um die der heutige Staat sich offi­ziell und ganz bewußt kümmert. Das begründet sich zunächst im Totalitätsanspruch des ^National­sozialismus, der grundsätzlich kein irgendwie ge­artetes Lebensgebiet des Volkes übersehen oder auslassen kann. Und es kann einer verantwor­tungsbewußten Staatsführung auch nicht gleich­gültig fein, in welchen Formen, unter welchen Be­dingungen und Voraussetzungen sich das geistige Leben der Staatsbürger vollzieht. Der National­sozialismus hat es sich von Anfang an zur Auf­gabe gemacht, das gesamte kulturelle Leben der Nation in einem festen und übersichtlich gegliederten ständischen Aufbau einzuordnen, der heute im we­sentlichen vollendet vor uns steht.

Dr. Goebbels hat ferner in seiner Rede Ge­legenheit gefunden, die Stellung des Schriftstel­lers und des Dichters im heutigen Staate abzugren­zen und innerhalb der Volksgesamtheit zu kenn­zeichnen. Der Minister wandte sich dann mit Nach­druck gegen gewisse, immer wieder gegen die na­tionalsozialistische Staatsführung, besonders gegen die oon ihr vertretene Kulturpolitik, vorgebrachte, unsachliche und ungerechtfertigte Angriffe. Wie tö­richt die vom Ausland noch zu vernehmenden Ver­gleiche mit dem Bolschewismus sind, wurde mit dem Hinweis auf die fundamentalen und unüberbrück­baren Unterschiede zweier Weltanschauungen wohl unmißverständlich genug gekennzeichnet. Unsere heu­tige deutsche Kulturpolitik dient dem inneren Auf­bau, der geistigen und seelischen Festigung des Menschen im Staate, dient also im letzten und tiefsten Grunde dem deutschen Volke in seiner Ge­samtheit.

Die Eröffnung der Buchwoche legt es jedes Jahr aufs neue nahe, einen Blick auf den Stand der gei­stigen und künstlerischen Produktion zu werfen und daraus einen Schluß zu ziehen auf die Gesundheit und innere Beständigkeit unseres kulturellen Le­bensstandards. Die Ziffern der Buchproduktion geben hierfür stets einen empfindlichen Gradmesser ab; jedermann wird mit Genugtuung vernommen haben, daß die Zahlen der deutschen Buchproduk­tion eine verheißungsvolle Aufwärtsentwicklung an­zeigen. Dr. Goebbels hat aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, daß die beste Werbung für das Buch im Volke vergeblich sein muß, wenn das Buch für die breiten Massen im Durchschnitt noch immer zu teuer ist. Gerade auf die breiten Massen aber kommt es, wie immer wieder nach­drücklich unterstrichen würde, in erster Linie an. Das Buch soll nicht einer einzelnen bevorrechteten Schicht der Nation, sondern der Gesamtheit des Volkes gehören und innerer Besitz werden. Das setzt voraus, daß das Buch vom Volke als ein nicht zu entbehrendes Gut, als eine Notwendigkeit des Lebens empfunden werde. Und deshalb ist er­forderlich, daß nicht nur einzelne sich zum Buche bekennen, sondern daß Staat und Partei sich offi­ziell darum kümmern und innerlich daran betei­ligt sind. In solchen Gedankengängen dürfen wir den Sinn der alljährlich wiederkehrenden Woche des deutschen Buches erblicken. hth.

Der Festatt in Weimar.

Weimar, 25. Okt. (DNB.) Mit einem großen Festakt in der Weimarhalle wurde am Sonntag die diesjährige Woche des deutsche nBuches von Reichsminister Dr. Goebbels feierlich er­öffnet. Schriftsteller, Verleger und Buchhändler hatten sich mit vielen bekannten Männern oon Partei und Staat, Kunst und Wissenschaft hier zu­sammengefunden. Reichsminister Dr. Goebbels hatte am Vorabend die Erstaufführung von Schil­lersFi es ko" im Deutschen Nationaltheater be­sucht und am Sonntagvormittag an den Särgen Goethes und Schillers in der Furstengruft einen Kranz niedergelegt.

Den

Festakt in der Weimardalle leitete die Staatskapelle des Deutschen National­theaters mit LisztsPreludes ein. Relchsstatthalter Sauckel dankte Reichsminister Dr Goebbels und Staatsrat I o h st dafür, daß sie die Hauptstadt des Gaues Thüringen auserkoren haben, daß tn ihren Mauern alljährlich die Woche des deutschen Buches eröffnet werden solle.

Präsident derReichsschristturnskarnrner, Staatsrat Iahst,

leitete seine Ansprache mit einem Wort des Füh­rers vom Parteitag der Ehre em:Ein christ­liches Zeitalter konnte nur eine christliche Kunst be­

sitzen, ein nationalsozialistisches Zeitalter nur eine nationalsozialistische." Der Totalitätsanspruch unse­res jungen völkischen und staatlichen Selbstbewußt­seins wurde damit endgültig und unwiderruflich auch für das Gebiet der Kultur festge­stellt. Die Grundelemente unseres geistigen Lebens wurden durch diese Worte geschieden und wer nicht für uns ist, ist wider uns.

Noch gibt es deutsche Schriftsteller, die da sagen: Was heißt Partei, Bewegung, Staatsform; wir trei­ben keine Tagespolitik, wir sind die unsterblichen Dichter, denn unsere Kunst ist Ewigkeit an sich. Ich sage diesen Vergreisten, ewig Vorgestrigen: Wir kommen ohne euch wunderbar aus! Wir pfeifen auf den Hochmut von sogenannten Dichtern, die da glau­ben, auf dem Umweg von Innerlichkeit und den Phrasen von Ewigkeitswerten dem schlichten, ein­deutigen Bekenntnis zum Nationalsozialismus und der Tatsache des Dritten Reiches ihre Wege gehen zu können. Dieser herrliche und herrschende Staat plant seinen kulturellen Willen auf ein tausend­jähriges Reich! Er baut er baut zunächst aus der neuen Ordnung der Massen heraus, die er von der bolschewisierten Straße riß und zum Volke adelte, die steinernen Manifeste seiner Disziplin, seiner gradlinigen Gesetzmäßigkeit, seiner völkischen Natur.

Für diese neuerbauten Räume einer zauberischen Technik, eines veredelten Handwerks fordert er nun: Musik, Bild Plastik, Buch. Entweicht, Dichter, nicht in kalte Bedenken; stellt feurige Gedanken mitten hinein in die neuummauerten Kräfte eures Gestaltenvolkes! Es gibt keine geistige Volksgemeinschaft ohne das Buch.

Schafft, deutsche Dichter und Seher, deutsche Aus­sage und Sage! Der Dank dieses Volkes über die Erhebung eines einzigen Augenblickes währt ewig, ist eure Unsterblichkeit. Die Entscheidung im Raum des deutschen Schrifttums über Vergangenheit und Gegenwart trifft die Reichsschrifttumskammer. Sie ist damit die Herzkammer des national­sozialistischen Gewissens und Verant­wortungsgefühls. Unter ihren Mitarbeitern find die Verleger und die Buchhändler. Wir können in die­ser Stunde, in der wir über das Reich hin und in den europäischen Raum hinaus das deutsche Buch proklamieren, nicht hart genug und aufrüttelnd aggressiv genug von der Aufgabe dieses Berufes und Standes sprechen. Der Buchhändler ist der Treuhänder des Geisteslebens. Er darf den Gabentisch seines Umsatzes nie zum bloßen Warenmittler seines privaten Einkommens be­nutzen. Heber dem Umsatz muß ihm bei jedem Ver­kauf der Einsatz für die Zukunft des Dritten Reiches stehen. Zum Buchhändler gehört, wie zum künstlerischen Schaffen, ein tiefer Glaube. Es geht um einen Ruf, einen Beruf. Das Buch gehört in das Volk. Deutschland ist national­sozialistisch, d. h.das nationalsozialistische Buch allein gehört in das deutsche Volk. Mit Ladenhütern von vergangenen Epochen ist kein Staat mehr zu machen. Unser Staat be­nötigt die Offenbarungen unseres Geistes, und un­ser Geist ist ein einziges Gelöbnis: für das Kom­mende, Werdende, Wachsende werbende Liebe zu sein! Dem Ueberlebten, dem Getarnten, dem Wider­stand aber Dynamit!

dekemitms zum deutschen Buchim deutschen Volke.

Dann betrat unter dem Jubel der Festversammlung Reichsminister Dr. Goebbels das Podium. Seine programmatische Ansprache wurde immer wieder vom Beifall der Zuhörer unterbrochen.

Dr. Goebbels begann seine Ausführungen mit einer Würdigung der geistigen und seeli­schen Werte des Buches.Von ihm gehen", so erklärte er,ungeahnte und nie gekannte Wir­kungen nach allen Nichtungen aus, und zwar kön­nen diese Wirkungen sich im Guten wie im Bösen einstellen. Im Bösen dann, wenn ein Buch aus einseitig individualistischen Triebe entsteht und des­halb auch zur einseitig individualistischen Abwande­rung seines Lesers führt, im Guten dann, wenn es dem Geiste des Volkes entstammt; denn so wie es aus dem Volke kommt, richtet es sich wieder an das Volk, i;uft es die Nation an und spricht des Volkes Sprache zu den Menschen selbst.

Man habe dem Nationalsozialismus oft den Vor­wurf gemacht, daß er den frei forschenden Geist knebele, ihm Fesseln anleg-e und damit seine un­gehemmten Entwicklungsmöglichkeiten unterbinde. Dieser Vorwurf aber sei durch die Tatsachen zu eindeutig und frappierend widerlegt worden, als daß er überhaupt noch einer Beachtung wert wäre. Der Nationalsozialismus habe zum ersten Male den Versuch unternommen, die Politik, die in parlamentarischen Demokratien zum bloßen ma­teriellen Geschäft entartete, in die Bezirke des Geistigen zu heben. Selbstverständlich habe er da­bei der geistigen Betätigung gewisse Grenzen setzen müssen, die da verliefen, wo Wohl und Interesse des nationalen Bestandes an­fingen. Diese Tendenzen seien aber nicht gegen den Schrift st eller gerichtet, sie wirkten sich vielmehr zu seinem eigenen Vorteil aus, das indi­viduelle geistige Leben des Einzelnen gehe im Geistesleben der Nation auf.

Die Feder müsse dem Volke ebenso dienen, wie Schwerk und Pflug.Wie es dem Soldaten nicht erlaubt sein kann zu schla­gen und zu schießen, wann und wie er will", so erklärte Dr. Goebbels,wie man es dem Dauern nicht gestatten darf, zu säen und zu ernten, was und wo er will, so hat auch der schreibende Mensch nicht das Recht, die Grenzen des Volkswohles zu sprengen, um sein individuelles Eigenleben auszuleben. Diesen Grundsatz, der für die weitere Existenz des geistigen Schassens im autoritären Staate von entscheidender Bedeutung ist, hat der National­sozialismus zum ersten Wale wieder erkannt, ausgesprochen und gesetzlich fixiert, und wie wir heute rückschauend feststellen können, zum Segen von Volk und Buch."

Man werfe im Ausland dem Nationalsozialismus vielfach vor, daß er sich in dieser Beziehung in nichts vom Bolschewismus unterscheide. Der Denkfehler, der hier begangen werde, liege im Grundsätzlichen. Unsere Maßnahmen", so trat der Minister diesen Behauptungen entgegen,richten sich immer auf die Nation in ihrer Gesamtheit, die Maßnahmen des Bolschewismus betreffen den Vorteil einer Clique, bestenfalls einer Kaste. Das Volk hat davon keinen Vorteil, wenn das Denken im bolschewistischen Staate in die Enge einer verworrenen und zerfressenen

Parteidoktrin gepreßt wird. Hier ist der Schrift­steller nicht mehr Diener der Nation, sondern Kuli eines verworfenen, kulturfeindlichen Dogmas. Unsere Maßnahmen beziehen sich dagegen auf das Volk selbst. Der deutsche Schriftsteller wird in das große Werk des nationalen Aufbaues eingefügt, er hat wieder ein Ziel, dem er an feinem Platz mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften dienen kann."

Dr. Goebbels wandte sich dann den Proble­men des ständischen Aufbaues zu. Die Organisa­tion des deutschen Schrifttumes in der Reichskulturkammer sei nun endgültig zum A b - schluß gekommen. Der Bund reichsdeutscher Buchhändler sei aufgelöst und die buchhändle­rische Organisation als Fachgruppe einge­gliedert worden. Damit sei in der Reichsschrifttums- kammer der letzte und endgültige Schritt zur or­ganisatorischen Vereinfachung und Vereinheitlichung getan. Die Wahrnehmung des Einzelinteresfes, die früher Sie Hauptaufgabe zu fein schien, sei als Pflicht dem Gesamtstand übertragen worden, der durch seine enge personale Bindung mit den zustän­digen Stellen des Staates jedem Schaffenden die Gewähr dafür biete, daß berechtigte Forde­rungen nicht überhört, daß sie vielmehr Zug um Zug erfüllt werden, wenn das große, ge­meinsame Interesse es zulasse oder verlange.

Was den Erfolg dieser Arbeit anbetrifft", so führte der Minister weiter aus,so ist dazu folgendes zu sagen: Wir stehen mitten im Jahre. Abschließende statistische Ziffern lassen sich daher im Augenblick nicht geben. Das statistische Material, das über die letzten Monate vorliegt, läßt jedoch deutlich erkennen, daß die wirtschaftliche Belebung des Buchhandels anhält. Die verlegerische Pro­duktion des Vorjahres lag mit 11,3 v. H. über der des Jahres 1934. Die Monatsstatiftiken dieses Jahres wiesen aus, daß die Produktionsziffern noch über denjenigen des Jahres 1935 liegen. Die Mehrpro­duktion beträgt zwischen 200 und 600 Büchern pro Monat. Da Produktionssteigerungen noch immer das Thermometer waren, an dem sich der Entwicklungs­stand genauer als an irgendwelchen anderen Maß­stäben messen läßt, dürfen aus diesen Ziffern durch­aus erfreuliche Rückschlüsse gezogen werden. Ich weiß sehr wohl, daß zu irgendeinem übertriebenen Opti­mismus fein Anlaß besteht, daß auch heute noch der Buchhandel mit schweren Sorgen zu ringen hat. Ich weiß aber auch, daß die einzige Chance, die dem mit Sorgen Kämpfenden gegeben ist, in dem Ver­trauen auf d i e eigene Kraft und auf die Kraft des Volkes und feiner Führung liegt. Aus den Produktionsfteigerungen der letzten beiden Jahren schließe ich, daß der Buchhandel dieses Vertrauen besitzt, und ich bin daher sicher, daß es ihm mit Hilfe seiner Standesführung gelingen wird, auch mit den noch bestehenden Schwierigkeiten fertig zu werden.

Im weiteren kam Dr. Goebbels auf die Werbung für das deutsche Schrifttum zu sprechen, die in derWoche des deutschen Buches" wieder mit voller Kraft an die Oeffentlichkeit ge­treten sei.

Es fei aber nötig, immer wieder daraus hin­zuweifen, daß die Wirkung der Werbemah­nahmen durch unbedingt erforderliche preis­politische Maßnahmen ergänzt werden mühten.Wie die Wonatsstatistiken dieses Jah­res ausweisen", so stellte der Minister fest, Hegt der Durchschnittspreis des deutschen

Buches noch immer über 4 Mark. Dieser Durch­schnittspreis ist, das muh offen ausgesprochen werden, zu hoch, um den breiten Massen des Volkes den Ankauf von Büchern zu ermöglichen.

Wir Nationalsozialisten haben von jeher den Stand­punkt vertreten, daß das Schrifttum nicht Ange­legenheit einer belesenen und besitzenden Oberschicht des Volkes bleiben darf. Dieser Grundsatz ist oon zu entscheidender Bedeutung, als daß auf ihn über alle Schwierigkeiten hinweg nicht die letzten not­wendigen Konsequenzen gezogen werden sollten. Eine dieser Konsequenzen ist aber die Schaffung oon Büchern, deren Preis jedem Volks­genossen erschwinglich ist.

Aber es genügt nicht, daß das Volk auf diese Weise mit Einzelwerken und Novellen, Erzählungen, Skizzen und Romanen namhafter Autoren bekannt- gemacht wird. Es muß vielmehr erreicht werden, daß zu derselben Zeit, in der sich jene Oberschicht des Volkes mit bestimmten wichtigen Neuerscheinun­gen auseinandersetzt, daß zur selben Zeit oder wenig später auch breiten Schichten des Volkes Gelegen­heit zu dieser Auseinandersetzung gegeben wird. Denn nur unter dieser Voraussetzung ist für das schaffende Schrifttum ein einheitlicher gei­stiger Raum gegeben, in dem sich die Schaffens­kräfte voll entfalten und in der Entfaltung zur Bildung der Volksgemeinschaft beitragen können."

Dr. Goebbels legte dann ein Bekenntnis oon Staat und Partei zum Buche ab, dem jedoch das Bekenntnis des Buches zum Nationalsozialismus als dem Schutze jeder Kultur gegenüberstehen müsse. Mit einem Appell an die Nation, zum Buch zu halten, damit das Buch bei ihr bleibe, schloß der Minister.

Nach der Rede von Dr. Goebbels spielte die Staatskapelle die von Kapellmeister Sixt kompo­nierte Festhymne. Mit den beiden Nationalliedern klang die eindrucksvolle Kundgebung aus.

Reichsminister Dr. Goebbels erweitert die Schillerstistung.

Im Anschluß an die große Kundgebung zur Eröffnung der Woche des Deutschen Buches ver­anlaßte Reichsminister Dr. Goebbels, daß der seitherige Fonds der Deutschen Schiller­stiftung von heute ab verdreifacht wird. Die Erhöhung erfolgt aus Mitteln, die dem Reichs­minister selbst zur Verfügung stehen, sowie aus Beiträgen der Reichsschrifttumskammer und des Buchhandels. Reichsminister Dr. Goebbels um- riß grundsätzlich bie' Aufgaben der Stiftung und veranlaßte eine dementsprechende Ueberarbeitung ihrer Satzungen. Ihr Verwaltungssitz bleibt wie bisher das Schillerhaus in Weimars Gleichzeitig verfügte der Minister, daß die gesamte soziale Betreuung der deutschen Dichter in Weimar zentralisiert, d. h. also in die Hände der Deutschen Schillerstiftung in der Reichsschrifttums­kammer gelegt wird. Auf diese Art ist die Deutsche Schillerstiftung, Weimar, in die Lage versetzt, den Kreis der zu betreuenden Dichter wesentlich zu er­weitern. Zu diesem Kreis gehören wie bisher die Dichter, die unverschuldet in Not geraten sind, aber der Nation durch ihr Werk hohe Werte gegeben haben.

Diese Verfügung ist wieder ein Beweis für das hohe Verantwortungsgefühl der Führung des neuen Staates gegenüber den schöpferischen Menschen der Nation. Es ist darüber hinaus vorgesehen, die be­stehenden buchhändlerischen Unterstützungsverbände unter der BezeichnungPalm-Stiftung in der Reichsschrifttumskammer zufam- menzufaffen.

Ehrengabe des deutschen Buchhandels an Dr. Goebbels.

Aus Anlaß der Woche des deutschen Buches überreichte der Präsident der Reichsschrifttums­kammer, Staatsrat Hanns Iahst, vor der Fest- aufführung im Deutschen Nationaltheater Reichs­minister Dr. Goebbels eine Ehrengabe der Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung in Gestalt eines von der Weimarer kunstgewerb­lichen Werkstätte für Buchbinderei Professor O. D o r f n e r gefertigten kostbaren Buches, in dem 67 deutsche Autoren eigenhändige Eintragungen ge­macht haben.

Der Präsident der Reichssibrifftums- fAmmer Staatsrat Hanns Iohst zur Woche des Deutschen Buches 19361'.

3n derWoche des Deutschen Buches" ergeht an jeden einzelnen in unserem Volk der Ruf, im Schrifttum unsere Zeit, ihre Gaben, ihre Aufgaben und ihre großartige Schönheit zu begreifen. Für uns Deutsche waren seit jeher Werktage und Festtage auch Tage mit Büchern! Unsere neue Gemeinschaft hat uns gelehrt, die Liebe zum deutschen Buch gemeinsam zu be­kennen; was nur noch Sache des einzelnen schien, wieder zum Erlebnis des ganzen Volkes zu machen!

So ist unser Bekenntnis zum Buch zugleich ein Programm: Alle zum Buch Berufenen und alle vom Buch Gerufenen erneut zusammen­zuführen!