wird in Abrechnung gebracht, was die Bank an liquiden Forderungen hat, also a) an Kassenbestand, Guthaben bei der Reichsbank und Postscheckamt und b) an binnen 90 Tagen fälligen Handelswechseln und an Wertpapieren, die die Reichsbank jederzeit beleiht. Nehmen wir an, diese beiden Liquiditätsreserven betrügen 350 000.— RM., die von den erwähnten 1 Mill. RM. Gesamtverpflichtungen abzuziehen sind. Es bleibt dann eine Summe von 650 000.— RM. und diese Summe soll
in ein festes Verhältnis zum Eigenkapital gebracht werden.
Noch ist, wie gesagt, die Entwicklung im Fluß. Das Ziel dieser Reform wird in einer Steigerung der Krisenfestigkeit der Banken bestehen, in einer Stärkung ihrer Kreditbasis, die die Kreditversorgung der Wirtschaft von nicht zu vermeidenden kleinen Rückschlägen im Geschäftsalltag der Banken und der Gesamtwirtschaft unabhängig macht.
Wirtschaft.
Langsame Belebung an den deutschen Getreidemärkten.
Mit der fortschreitenden Einbringung der Ernte verstärkten sich im Laufe der letzten Woche die Brotgetreideanlieferungen zu den Großmärkten, so daß die Bestände der Reichsstelle für Getreide nicht mehr im bisherigen Umfange zur Sicherstellung des Vermahlungsbedarfes in Anspruch genommen werden mußten. Auch die Beschaffenheit des angelieferten Getreides hatte sich dank der zuletzt trockenen Witterung vielfach gebessert. In erster Linie wurde allerdings Roggen innerhalb der Provinz umgesetzt.
Am Weizenmarkt kamen nach dem Inkrafttrten der Anfangspreise des neuen Wirtschaftsjahres am 15. August zur sofortigen Lieferung vorerst keine größeren Abschlüsse zustande, während sich für spätere Zeitpunkte eine lebhaftere Umsatztätigkeit entwickelte, wobei sich das Augenmerk der Mühlen vor allem auf hochwertige Weizensorten richtet. Kontingentsreier Roggen und Weizen waren im allgemeinen noch nicht zu erhalten. ,
Die Belieferung der Futtergerstenmärkte blieb bei anhaltendem Bedarf klein. Futterhafer alter Ernte ist nahezu vergriffen, während Anlieferungen aus der neuen Ernte vorerst in beschränkten Mengen erfolgten.
Am Jndustriegerstenmarkt fanden einwandfreie Sorten ziemlich lebhafte Beachtung. Braugerste begegnete im allgemeinen nur in bester Beschaffenheit einigem Interesse. Auch Industriehafer wurde von den Verarbeitern nur ausgenommen, soweit die Beschaffenheit ihren Wünschen entsprach.
Die Mehlmärkte nahmen, besonders in Weizenmehl alter Ernte, einen recht lebhaften Verlauf. Die Vermahlungsquote für den laufenden Monat wurde um 1 v. H. auf 8 v. H. des Roggen- und ebenfalls um 1 v. H. auf 9 v. H. des Weizengrundkontingents erhöht.
Konversion
der 6°/°igen Krupp-Anleihe von 1927.
Fwd. Die Fried. Krupp AG., Essen, kündigt die noch umlaufenden Teilschuldverschreibungen der 6proz. hypothekarisch gesicherten Anleihe von 1927 im Betrage von noch nom. 53,8 Mill. RM. (ursprünglich nom. 60 Mill. RM.) zur Rückzahlung zu 102 v. H. zum 1. 2. 1937. Den Inhabern der Teilschuldverschreibungen wird der Umtausch ihrer Stücke in eine neue 4,5proz. Anleihe von 1936 angeboten mit Zinskupon vom 1. 2. und 1. 8. jeden Jahres. Die Umtauschenden erhalten gegen Einreichung ihrer Teilschuldverschreibungen den gleichen Nennbetrag in Stücken der neuen Anleihe, sowie eine Umtauschvergütung von 6,5 v. H. in bar, die angeforderten neuen Teilschuldverschreibungen werden voll zugeteilt. Die neue 4,5proz. Anleihe wird, soweit sie für den Umtausch nicht benötigt wird, zur Barzeichnung aufgelegt.
Im Zeichnungsprospekt werden neue Produktions- ziftern der Friedr. Krupp AG. veröffentlicht. Die Produktion sämtlicher Hüttenwerke ist in den ab= gelaufenen 10 Monaten des Geschäftsjahres 1935/36 bei Roheisen mit 1,33 Mill. Tonnen, bei Rohstahl mit 1,48 Mill. Tonnen und bei den Walzwerkserzeugnissen mit 1,10 Mill. Tonnen weiter gestiegen. Die Produktion der Kohlenzechen stellte sich für Kohle in den verflossenen 10 Monaten 1935/36 auf 5,89 Mill. Tonnen gegenüber 6,85 Mill. Tonnen im Geschäftsjahr 1934/35 und für Koks auf 1,81 bzw. 2,02 Mill. Tonnen. Die Fried. Krupp AG. beschäftigt zur Zeit einschl. der ihr lOOproz. gehörenden Unternehmungen rund 13 900 Angestellte und rund 72 500 Arbeiter.
*
* Aktien-Zuckerfabrik „W etterau", Friedberg. Diese einzige Bauernzuckerfabrik Süddeutschlands erzielte 1935/36 (30.6.) einen Betriebsertrag von 0,798 (0,692) Millionen Reichsmark. Nach 106 601 (109 014) RM. Anlageabschreibungen verbleiben 44 805 (44 412) RM. Reingewinn, woraus wieder 8 v. H. Dividende verteilt werden. Die Hauptversammlung genehmigte den Abschluß und wählte neu in den Aufsichtsrat Kreisbauernführer Wilhelm Ott (Riedelbach, Kreis Usingen).
Nhein-Mainische Börse.
Willagsbörse fest.
Frankfurt a. M., 25. Aug. Bei etwas lebhafteren Umsätzen als an den Vortagen verkehrte die Börse am Aktienmarkt in ausgesprochen fester Haltung. Von der Bankkundschaft lagen zahlreiche Kaufaufträge vor, auch die Kulisse schloß sich mit Käufen an. Don wirtschaftlichen Momenten boten der Quartalsbericht der IG. Farbenindustrie und der Lagebericht der Maschinenindustrie Anregung. Die durchschnittlichen Erhöhungen betrugen 1—2 v. H. Stark in den Vordergrund rückten Montan- werte, die zumeist 2—3 v. H. anzogen. Buderus 114,50 (112,50), Hoesch 111 (108,50), Mannesmann 109,50 (107), Verein. Stahlwerke 108,75 (106,25), Klöckner 114,50 (111,50), ferner Harpener 132 (129,25), Kali Westeregeln 119,50 (117) und Otavi Minen 33,25 (32). IG. Farben erhöhten sich auf 162,50 (159,75), Deutsche Erdöl gewannen 3 v. H. und Metallgesellschaft 2,25 v. H. Don Elektroaktien lagen besonders Gesfürel fest mit 137 (134,25), auch RWE. 2,50 v. H., Schuckert und Siemens je 1,50 o. H. höher. Maschinenaktien stiegen um 0,50—1,50 v. H. Zellstoffwerte weiter fest und 2 v. H. höher, außerdem zogen AG. für Verkehr 2 v. H. Daimler Motoren 1,75 v. H., Feinmech. Ietter 0,50 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H. an. Schifffahrtsaktien lagen unverändert. Deutsch-Atlanten- Telegraf nach Pause 118,25 (119). Nach den Anfangskursen erfolgten kleine Gewinnmitnahmen, so daß die Kurse etwa 0,25—0,50 v. H. abbröckelten.
Der Rentenmarkt lag freundlich, war aber anfangs noch ohne nennenswertes Geschäft. Altbesitzanleihe unv. 112,75. Von Auslandswerten I. Anatolier 43,80 (44,25), 1910er Ungarn 8,20 (8,30), 5proz. äußere Gold-Mexikaner 13,65 (13,50).
Im Verlaufe blieb die Börse fest, das Geschäft wurde aber am Aktienmarkt kleiner und die Kurse unterlagen einigen Schwankungen, und zwar meist leicht nach unten. IG. Farben 161,75 nach 162,50, Metallgesellschaft 133,25 nach 133,75, Gesfürel 136,75 nach 137, Daimler 125,75 nach 126,50, Verein. Stahl 108,25 nach 108,75, Hoesch 110,75 nach 111. Etwas höher Rheinstahl mit 138—138,50 (136,50), Westdeutsche Kaufhof 54,40 nach 54 und Aku 60,75—61,25 (60,40). Die erst später notierten Papiere lagen überwiegend 1—2 v. H. über gestern. Am Kassamarkt notierten Gebr. Adi 50 (47), Schramm Lack 98 (95,75), Konserven Braun 89,65 (88), Hartmann & Braun T 92 (89).
Renten blieben still. Späte Schuldbuchforderungen 98 (97,75), Zinsvergütungsscheine 93,10 (93), Kommunal-Umschuldung unv. 88, zertif. Dollar-Bonds 0,40 v. H. höher, Preußen und Spargiro je 68,25. Pfandbriefe lagen unverändert, Stadtanleihen etwas uneinheitlich. Heidelberger 91,90 (91,50), Wiesbaden 93 (92,50), 4,5proz. Darmstadt v. 26 93,25 (93,50). Don Auslandsrenten stiegen 4proz. Steg-Prior v. 1883 auf 11,20 (9,60), Ungarn lagen 0,13—0,25 v. H. höher, dagegen bröckelten Silber-Mexikaner etwa 0,25 v. H. ab. Tagesgeld mit unv. 2,50 v. H. weiter leicht.
Abendbörse fest.
Die- Abendbörse war bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen wieder fest, so daß die im Mittags- schlußoerkehr eingetretenen leichten Abschwächungen zumeist wieder ausgeglichen wurden. Gegen die Berliner Schlußkurse betrugen die Besserungen etwa 0,50 bis 1 v. H., Siemens erhöhten sich um 1,50 v. H. auf 185 75. Lebhafteres Geschäft hatten hauptsächlich Montanwerte. Am Kassamarkt zogen D.-Banken je 0,25 v. H. auf 100,25 an. Der Rentenmarkt lag still, 6 v. H. zertif. Preußen wurden mit 68,13 gehandelt. Don Industrie-Obligationen erhöhten sich 4,50 v. H. Harpener auf 118 (gestern 116), Farben-Bonds mit 127 (127,40) etwas leichter. Don Auslandsrenten stiegen 4 v. H. Steg von 1883 bei lebhaften Umsätzen auf 11,60 (11,20), im Freiverkehr 1895er Steg 4,15 (3,95).
U. a. notierten: 6 o. H. IG. Farben 127, 4,50 v. H. Harpener 118, 4 v. H. Ungarn Gold E 8,90, 5 v. H. äußere Gold-Mexikaner 13,75, Commerzbank 101, DD.-Bank 100,25, Dresdner Bank 100,25, Reichsbank 186, Buderus 114,50 bis 114,75, Harpener 130,75, Hoesch 110, Klöckner 113,75, Mannesmann 109,50, Rheinftahl 139 bis 139,25, Verein. Stahl 107,75 bis 108,50, AKU. 60,50, Zement Heidelberg 144, Daimler 125,75, Dt. Erdöl 129,50,
Scheideanstalt 272,50, IG. Farben 161,25 bis 161,50, Felten 133, Gritzner 34, Holzmann 127,50, Iunghans 101 bis 100,50, Muag 119,75, Metallgesellschaft E 133,50, Moenus 94,50, Schuckert 153, Siemens 185,75, Kaufhof 54,13 bis 54, Südd. Zucker 211, AG. für Verkehr 116, Nordd. Lloyd 14,50.
Srantfurter Obst- und Gemüsemactt.
Frankfurt a.M., 25. Aug. Der Gemüsemarkt hatte weiterhin sehr starkes Angebot. Geschäft sehr schleppend. Für Blumenkohl, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Rotkraut und Zwiebeln nachgebend, sonst unverändert. Es verblieben allgemein erhebliche Ueberftänbe. U. a. notierten: Blumenkohl I 28 bis 35, II 18 bis 25, III 10 bis 15, Bohnen: Busch 5 bis 6, Stangen 10 bis 12, Wachs 10 bis 12, Erbsen 22 bis 25, Eskarol 3 bis 6, Salat-Gurken 8 bis 10, Einmach-Gurken: Essig 0,50 bis 0,80, Salz 0,90 bis 1,10 je 100 Stück, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe, rund 3,25 bis 3,40, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 8 bis 10, Pfifferlinge 22 bis 25, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 3 bis 10, Ro- mifchkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 6, Rotkraut 3 bis 4, Sellerie 5 bis 25, Spinat 10 bis 12, Tomaten 10 bis 12, ital. 10 bis 12, Weißkraut 2l/s bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln 5 bis 5V2.
Am Dbftmarft blieb das Angebot von Birnen und Aepfeln gut, in Zwetschen war es etwas knapper; Nachfrage ungenügend. Preise fast unverändert. U. a. notierten: Aepfel 12 bis 20, Aepfel: Alexander 13 bis 16, Charlemowfki 15 bis 20, Falläpfel 4 bis 5, Kochäpfel 8 bis 9, Bananen, 12V-- Kcr-Kiste netto, Kam., 6 50, Weftind. 6,50 bis 7, Braf. 5, Birnen: I 20 bis 24, II 12 bis 18, III 8 bis 10, Klaps I 20 bis 23, II 15 bis 18, Dr. Gouyoth I 20 bis 24, II 15 bis 18, Brombeeren 23 bis 25, Mirabellen 20 bis 25, Pfirsiche 20 bis 40, ital. 35 bis 42, Pflaumen 12 bis 15, Preißelbeeren 25 bis
30, Reineclauden 12 bis 15, Trauben brutto 26 bis 32, Zwetschen 15 bis 18.
Ziegenbockversteigerung in Wetzlar.
Q Wetzlar, 25. Aug. Die Landesfachgruppe der Ziegenzüchter der Landesbauernschaft Hessen- Nassau hielt gestern hier eine Ziegenbockver. ft e i g e r u n g ab, die mit einer Prämiierung ver- bunben war. Es waren 65 Ziegenböcke und 10 Ziegen- und Mutterlämmer ausgestellt. Als Preisrichter waren tätig: die Herren Tierzuchtdirektor Dr. Herr (Westerburg) und Balthasar Philipp (Watzenborn-Steinberg). Bei den Ziegenbocken handelte es sich um vorwiegend gutes Tiermaterial. Folgende Besitzer erhielten Preise: Hch. Mäßer und Hch. Müller (beide Hörnsheim, je einen 1. Preis; Karl Jung (Hochelheim), Ferd. Engel, Hch. Schuhmann (beide Hörnsheim), Johs. Martin (Hochelheim), Wilh. Kuhl, Wilh. Ludwig (beide Hörnsheim), Jak. Müller (Endbach), Friedr. Henz (Burgsolms), Alb. Bepler (Hörnsheim), je einen 2. Preis; Wilh. Ludwig, Rich. Schmidt (beide Hörnsheim), Frdr. Hofman (Ehringshausen), Wilh. Gad (Burg- solms), Anton Weber, Alb. Ohly, derselbe (sämtliche Hörnsheim), Frdr. Hofmann (Ehringshausen), Karl Franz (Hochelheim), Wilhelm Gad (Burgsolms), je einen 3. Preis. 1. und 2. Leistungspreise erhielten die Züchter Johs. Martin (Hochelheim), Wilh. Ludwig, Alb. Bepler (beide Hörnsheim), Frdr. Hofmann (Ehringshausen), Wilh. Gad (Burgsolms), Richard Schmidt (Hörnsheim), Karl Franz (Hochelheim).
Bei einer anschließenden Versteigerung wurde der größte Teil der Böcke verkauft. Die Preise bewegten sich zwischen 50 bis 165 RM. Den höchsten Verkaufserlös (165 RM.) erzielte der Züchter Hch. Müller (Hörnsheim). Für Mutterlämmer wurden 27 bis 42 RM. gelöst.
Die VeschWglmg der Industrie im 3oli.
Fwd. Der Auftrieb der industriellen Tätigkeit hat sich auch im Juli fortgesetzt. Nach der Jndustne- berichterstattung des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter ebenso stark wie im Juli vorigen Jahres g e - ft i e g e n , von 70,4 v. H. der Arbeiterplatzkapazität im Juni auf 71,1 v. H. Das A r b e i t s v o l u m e n oder die Summe der geleisteten Arbeiterstunden hat, obwohl auch im Juli große Teile der Industriegefolgschaften in Urlaub waren, nicht weiter abgenommen. Sie beträgt im Juli 65,8 v. H. der Arbeiterstundenkapazität gegenüber 65,7 v. H. im Juni. Die tägliche Arbeitszeit ist noch etwas zurückgegangen, von 7,54 Stunden im Juni auf 7,48 Stunden.
Der Auftrieb wird, wie bisher, von den Produktionsgüte rindu st rien getragen. In der Bauindustrie hat sich die Zahl der Arbeiter weiter erhöht, wenn auch der Jahreszeit entsprechend schwächer, als in den Vormonaten. In den Baustoffindustrien hat das Arbeitsvolumen im Juli stärker als im Juni zugenommen. Dies gilt z. B. für die Pflasterstein- und Schotterindustrie, die Mauerziegelindustrie und die Herstellung von Betonwaren. Von den übrigen mit der Bauwirtschaft verflochtenen Industriezweigen haben sich die Holzbau- und Bauzubehörindustrie weiter belebt. In der Sägeindustrie hat dagegen der Rückgang wie alljährlich um diese Zeit eingesetzt. In der Fahrzeugindustrie hat das Arbeitsvolumen erneut zugenommen, so in der Kraftwagen- und Kraftrab- industrie, im Bau von Feldbahnen und in der Herstellung von Autozubehörteilen. Im Karosserie- und Wagenbau hat sich die Belebung verstärkt. In der Fahrradindustrie und besonders in der Kinderwagenindustrie hat der saisonmäßige Rückgang angehalten. »
Neben diesen vorwiegend saisonabhängigen Produktionsgüterindustrien vermochten sich auch die Investitionsgüterindustrien im ganzen weiter zu entfalten. So hat die Zahl der Arbeiterstunden in der Großeisenindustrie, im Maschinenbau und besonders im Dampfkesselbau weiter zugenommen. Darüber hinaus erhöhte sich das Ar- beitsDoIumen wieder im Waggonbau, im Schiftbau, in der Kabelinduftrie und in der Herstellung elektrischer Maschinen. Im Bau von Starkstrom- apparaten ist die Tätigkeit etwas eingeschränkt worden. Ebenso ist die Beschäftigung in großen Teilen der Eisen- und Stahlwarenindustrie zurückgegangen, wie in der Herstellung von Zahnrädern, landwirtschaftlichen Geräten und Nägeln. Das gleiche gilt von der papiererzeugenden und der ledererzeugenden Industrie sowie vom Vervielfältigungsgewerbe.
In den Verbrauchsgüterindustrien macht sich die ©ommerflaute stets deutlicher bemerkbar, als in den Produktionsnüterindustrien. Wie alljährlich ist auch im Juli das Arbeitsvolumen noch zurückgegangen, allerdings erheblich schwächer als im Vormonat. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat indessen auch in den Verbrauchsgüterindustrien weiter zugenommen. In vielen Zweigen der Textilindustrie hat sich der sommerliche Rück
gang verlangsamt, so in den Baumwollspinnereien und -Webereien, in der Trikotagenherstellung, in der Gardinenindustrie und in den Leinenwebereien. In den Vigogne-, Kammgarn- und Leinenspinnereien, in den Woll- und Möbelstoffwebereien und in der Herstellung von Wirkwaren ist die Beschäftigung nach kurzem Rückgang bereits wieder gestiegen. In der Bekleidungsindustrie ist die Beschäftigung, wie bereits' im Juni, auch im Juki weniger zurückge- gangen, als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Ein. zelne Zweige, wie die Hutindustrie und die Herstellung künstlicher Blumen, haben sich sogar wieder belebt. In einer Reihe von Nahrungs- und Genuß, mitteünbuftrien ist das Arbeitsvolumen noch saison- mäßig zurückgegangen. Die Fleischwarenindustrie, die Oelmühlen und die Brennereien konnten allerdings die Beschäftigung im Gegensatz zum gleichen Monat des Vorjahres erhöhen. In der Fischindustrie und in der Obst- und Gemüseoerwertungsindustrie ist die Beschäftigung der Jahreszeit entsprechend gestiegen. In den Hausratindustrien hat sich die Tätigkeit größtenteils weiter gehoben. Die Rund- funkindustrie ist durch die Vorbereitungen zur Funk- ausftellung angeregt.
Kunst und Wissenschaft.
Frankfurter Reichssachkagung der Dentisten.
NSG. Aus Anlaß der vom Reichsverband Deutscher Dentisten in Frankfurt veranstalteten MusfteHung „Unsere Zähne" bat der Reichsdentistenführer Schaeffer ungeordnet, daß in der Gauhauptstadt sich die deutschen Dentisten zu einer großen Reichsfachtagung treffen. Am Freitag findet im Gesellschaftsbaus des Tiergarten ein von dem Reichsdentistenführer geleiteter Appell aller Verbandsamtswalter statt. Am gleichen Tage, 18 Uhr, wird eine Begrüßung durch die Stadt Frankfurt im Römer erfolgen. Am Sams- tag und Sonntag folgt dann der fachwissenschaftliche Teil der Reichsfachtagung. Den Abschluß der Fachtagung bildet der Vortrag „Rasse und Valk- werdung", um die weltanschauliche Einstellung der deutschen Dentisten nach nationalsozialistischen Grundsätzen zu vertiefen. Ein Kameradschaftsabend wird am Samstag im Hippodrom abgehalten. Am Montag versammeln sich die Teilnehmer zu einer Fahrt zum Rhein.
Professor von Weizsäcker erhielt die „Erb"-INedaille.
Am dritten Kongreßtag der Gesellschaft deutscher Neurologen und Psychiater in Frankfurt wurde Prof. Frhr. v. Weizsäcker (Heidelberg) die höchste Auszeichnung der Gesellschaft, die „E r b" - M e d a i l l e, überreicht. Bei diesem feierlichen Akt würdigte der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Plette, die großen Verdienste, die sich Prof. v. Weizsäcker durch seine wissenschaftlichen Forschungen erworben hat. Die nächste Jahresversammlung der Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater findet vom 20. bis 22. September in München statt.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. M. |
Lerlm
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mitlagbörse
Datum
24.8.
25.8.
24.8
25-8.
5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
101,4
101,4
101,4
101,3
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
97,9
97,9
97,9
97,9
5y2% Poung-Anleihe von 1930 ..
102,4
102,13
102
102
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
Auslos.-Rechten .............
112,75
112,75
112,75
112,8
4y2% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1.......
100,1
100,05
100
100,13
*y2% ehem. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ...
98,75
98,75
98,75
98,75
4y2% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold N. 12....
97
97
—
97
5y2% ehem. 4y2% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau.
101
101
__
—
4y2% ehem. 8% Darmst. Komm
LandeSb.Goldschuldverichr. R.6
93,5
93,5
_
_
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechten ............
125,25
125,25
—
—
Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
120
120
120,25
120,25
*y2% ehern.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
97
97
—
&y2% ehern. 4yt% Franks. Hyp.
Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......
101
101
—
6%% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ...
101
101
101,1
101,1
4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
97,5
97,5
97,5
97,5
4’/2% ehem. 7% Pr. Landespfand
briesanst., Gold Komm. Obl. 20
95
95
95
95
Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38
109,6
109,6
109,65
109,65
4% Oesterreichiscbe Goldrente.... 4,20% Österreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913..........
5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ......................
—
—
29
29
2,75
2,8
2,7
2,9
8,75
8,9
9
9
8,3
8,2
8,3
8,35
8,4
——
8,5
8,7
13,5
13,75
13,5
13,75
—
—
—
—
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Miitag« börse
Datum
24-8.
25-8-
24.8.
25-8-
4% vesgl. Sene n ...........
—
—
8,9
8,8
5% Rumän. veretnh. Rente v. 190E
6,5
_
—
6,65
4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913
9,75
—
9,75
4% Rumänische vereint). Rente
5,25
5,4
5,4
5,4
2’4% Anatolier .............
44 5
44
Hamburg-Amerika-Paket .....
0
14,13
14,13
14,13
14
Hamburg-Südam. Dampfschiff .
0
40
41
Norddeutscher Lloyd .......
0
14,65
14,5
14,4
14,4
A.G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
112,5
116
112,5
115,75
Berliner Handelsgesellschaft ...
6
123
123,5
124
Commerz, und Prioat-Bank ...
4
100
101
100
101
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................
4
99
100,25
98,5
100
Dresdner Bank..............
4
99
100,25
98,5
100
Retchsbank ................
12
183
186
184
185,9
A.E.G......................
37,4
37 25
Bekula.....................
159
Elcktr. Lieferungsgesellschaft...
6
123,5
127
151124
152128
Licht und Kraft .............
7
146
148,5
145,5
147,25
Felten & Guilleaume.........
4
128
133
131,75
132,75
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung
6
134,25
136,5
134,4
136,5
Rheinische Elektrizität ........
6
127
129,25
127
129
Rhein. Wests. Elektr..........
6
132
133,5
132,75
132,25
Schuckert LCo...............
6
152,4
153
151,5
152,5
Siemens L Halske............
8
185,5
185,75
185,5
184,25
Lahmeyer LCo.............
7
—
140,5
138,5
141,5
112,5
114,75
112
114
Deutsche Erdöl .............
4
127,5
129,5
128
129,13
Harpener................. 2%
129,25
130,75
129,5
131
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .
3
108,5
110
108,25
110
Ilse Bergbau ..............
6
—
——
161,5
162
Ilse Bergbau Genüsse.......
6
134
135
135
135,5
Klöcknerwerke ..............
3
112
113,75
111,5
113,5
Mannesmann-Röhren........
3
107
109,5
106,5
1 108,9
Frankfurt a. M.
Äerlin
Schlußkurs
Schlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag« börse
Datum
24.8.
25.8.
24.8.
25.8.
Mansselder Bergbau.......
ey2
149
150
149
150
Kokswerke ................
. 6
——
—
128,25
131,25
Rheinische Braunkohlen ....
12
219,5
227,5
220
227,5
Rheinstahl................
. 4
136,5
139,25
135,75
138,75
Bereinigte Stahlwerke......
»'/-
106,25
108,5
105,75
108,13
Otavi Minen .............
. ü
32
33,25
31,9
33
Kaliwerke Aschersleben......
. 5
117,5
119
118,5
119
Kaliwerke Westeregeln......
. 5
117
119,5
118,25
119
Kaliwerke Salzdetfurth.....
?y,
171
—
170,5
172
I. G. Farben-Industrie.....
. 7
159,75
161,5
159,25
161
Scheideanstalt.............
. 9
271
272,5
——
——
Goldschmidt ..............
. 5
112,25
114
112
114,5
Rütgerswerke .............
. 6
125
130
127,5
129,65
Metallgesellschaft...........
.. 5
131,5
133,5
131,75
133,75
Philipp Holzmann.........
.. 4
125,25
127,5
125,5
127,5
Zementwerk Heidelberg ....
.. 7
144,5
144
-
Cementwerk Karlstadt.......
.. 6
155
156
-
Schultheis Patzenhofer .....
.. 4
_
_
104,5
106,4
Aku (Allgemeine Kunstseide)
.. 0
60,4
60,5
60,25
60,9
Bemberg.................
.. 6
82
84
82,5
83,75
Zellstoff Waldhof ..........
.. 6
146,5
148,5
147
147
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. 0
119,25
121
119,25
120,5
Dessauer Gas .............
.. 7
—
——
107,13
108
Daimler Motoren..........
.. 0
124,5
125,75
123,75
125
Deutsche Linoleum.........
.. 8
166
169,5
168
170,5
Lrenstein & Koppel ........
.. 0
—
—
82,5
85
Westdeutsche Kaufhof.......
.. 0
53,65
54
53,5
54,13
Chade....................
.. r
381
389
378
390
Accumulatoren-Fabrll......
. 12
——
200
197
199
Conti-Gummi.............
. 11
174
176,5
173,5
176,25
Gritzner..................
.. 0
34
32,5
34
Mainkraftwerke Höchst a.M..
.. 4
94
94,5
-
Süddeutscher Zucker.......
. 10
I 210
I 211
1 210
212
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211.
24-August
25.August
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Briet _
Buenos Atre
0,694
0,698
0,695
0,699
Brüssel ....
42,01
42,09
42,02
42,10
Rio de Jan.
0,146
0,148
0,146
0,148
Sofia .....
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen
55,88
56,00
55,88
56,00
Danzig ....
46,80
46,90
46,80
46,90
London....
12,515
12,545
12,515
12,545
HelsingforS..
5,519
5,531
5,519
5,531
Paris ......
16,38
16,42
16,38
16,42
Holland ...
168,91
169,25
168,90
169,24
Italien.....
19,57
19,61
19,57
19,61
Japan......
0,732
0,734
0,732
0,734
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
Oslo..... :
62,90
63,02
62,90
63,02
Wien.......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon....
11,37
11,39
11,37
11,39
Stockholm...
64,53
64,65
64,53
64,65
Schweiz ...
81,07
81,23
81,07
81,23
Spanien...
31,17
31,23
31,17
31,23
Prag.......
10,27
10,29
10,27
10,29
Budapest ...
—
—-
Neuyork ...
2,488
2,492
2,488
2,492
Banknoten.
Äerlin, 25-Auaust
(Selb
ML—
Amertkanyche Noten..............
2,44
2,46
Belgische Noten..................
41,88
42,04
Dänische Noten .................
55,68
55,90
Englische Noten .................
12,48
12,52
Französische Noten...............
16,33
16,39
Holländische Noten...............
168,48
169,16
Italienische Noten................
—
Norwegische Noten ..............
62,68
62,94
Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling
—
—
Rumänische Noten...............
—
Schwedische Noten...............
64,31
64,57
Schweizer Noten.................
80,89
81,21
30,84
30,96
Ungarische Note»................


