Ausgabe 
26.8.1936
 
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wird in Abrechnung gebracht, was die Bank an liquiden Forderungen hat, also a) an Kassenbestand, Guthaben bei der Reichsbank und Postscheckamt und b) an binnen 90 Tagen fälligen Handelswechseln und an Wertpapieren, die die Reichsbank jederzeit beleiht. Nehmen wir an, diese beiden Liquiditätsreserven betrügen 350 000. RM., die von den erwähnten 1 Mill. RM. Gesamtver­pflichtungen abzuziehen sind. Es bleibt dann eine Summe von 650 000. RM. und diese Summe soll

in ein festes Verhältnis zum Eigenkapital gebracht werden.

Noch ist, wie gesagt, die Entwicklung im Fluß. Das Ziel dieser Reform wird in einer Steigerung der Krisenfestigkeit der Banken bestehen, in einer Stärkung ihrer Kreditbasis, die die Kreditversor­gung der Wirtschaft von nicht zu vermeidenden kleinen Rückschlägen im Geschäftsalltag der Ban­ken und der Gesamtwirtschaft unabhängig macht.

Wirtschaft.

Langsame Belebung an den deutschen Getreidemärkten.

Mit der fortschreitenden Einbringung der Ernte verstärkten sich im Laufe der letzten Woche die Brotgetreideanlieferungen zu den Großmärkten, so daß die Bestände der Reichsstelle für Getreide nicht mehr im bisherigen Umfange zur Sicherstellung des Vermahlungsbedarfes in Anspruch genommen werden mußten. Auch die Beschaffenheit des ange­lieferten Getreides hatte sich dank der zuletzt trocke­nen Witterung vielfach gebessert. In erster Linie wurde allerdings Roggen innerhalb der Provinz umgesetzt.

Am Weizenmarkt kamen nach dem Inkrafttrten der Anfangspreise des neuen Wirtschaftsjahres am 15. August zur sofortigen Lieferung vorerst keine größeren Abschlüsse zustande, während sich für spätere Zeitpunkte eine lebhaftere Umsatztätigkeit entwickelte, wobei sich das Augenmerk der Mühlen vor allem auf hochwertige Weizensorten richtet. Kontingentsreier Roggen und Weizen waren im allgemeinen noch nicht zu erhalten. ,

Die Belieferung der Futtergerstenmärkte blieb bei anhaltendem Bedarf klein. Futterhafer alter Ernte ist nahezu vergriffen, während Anlieferungen aus der neuen Ernte vorerst in beschränkten Men­gen erfolgten.

Am Jndustriegerstenmarkt fanden einwandfreie Sorten ziemlich lebhafte Beachtung. Braugerste be­gegnete im allgemeinen nur in bester Beschaffen­heit einigem Interesse. Auch Industriehafer wurde von den Verarbeitern nur ausgenommen, soweit die Beschaffenheit ihren Wünschen entsprach.

Die Mehlmärkte nahmen, besonders in Weizen­mehl alter Ernte, einen recht lebhaften Verlauf. Die Vermahlungsquote für den laufenden Monat wurde um 1 v. H. auf 8 v. H. des Roggen- und ebenfalls um 1 v. H. auf 9 v. H. des Weizengrundkontingents erhöht.

Konversion

der 6°/°igen Krupp-Anleihe von 1927.

Fwd. Die Fried. Krupp AG., Essen, kündigt die noch umlaufenden Teilschuldverschreibungen der 6proz. hypothekarisch gesicherten Anleihe von 1927 im Betrage von noch nom. 53,8 Mill. RM. (ur­sprünglich nom. 60 Mill. RM.) zur Rückzahlung zu 102 v. H. zum 1. 2. 1937. Den Inhabern der Teilschuldverschreibungen wird der Umtausch ihrer Stücke in eine neue 4,5proz. Anleihe von 1936 an­geboten mit Zinskupon vom 1. 2. und 1. 8. jeden Jahres. Die Umtauschenden erhalten gegen Ein­reichung ihrer Teilschuldverschreibungen den gleichen Nennbetrag in Stücken der neuen Anleihe, sowie eine Umtauschvergütung von 6,5 v. H. in bar, die angeforderten neuen Teilschuldverschreibungen wer­den voll zugeteilt. Die neue 4,5proz. Anleihe wird, soweit sie für den Umtausch nicht benötigt wird, zur Barzeichnung aufgelegt.

Im Zeichnungsprospekt werden neue Produktions- ziftern der Friedr. Krupp AG. veröffentlicht. Die Produktion sämtlicher Hüttenwerke ist in den ab= gelaufenen 10 Monaten des Geschäftsjahres 1935/36 bei Roheisen mit 1,33 Mill. Tonnen, bei Rohstahl mit 1,48 Mill. Tonnen und bei den Walzwerks­erzeugnissen mit 1,10 Mill. Tonnen weiter gestiegen. Die Produktion der Kohlenzechen stellte sich für Kohle in den verflossenen 10 Monaten 1935/36 auf 5,89 Mill. Tonnen gegenüber 6,85 Mill. Ton­nen im Geschäftsjahr 1934/35 und für Koks auf 1,81 bzw. 2,02 Mill. Tonnen. Die Fried. Krupp AG. beschäftigt zur Zeit einschl. der ihr lOOproz. gehörenden Unternehmungen rund 13 900 Ange­stellte und rund 72 500 Arbeiter.

*

* Aktien-ZuckerfabrikW etterau", Friedberg. Diese einzige Bauernzuckerfabrik Süddeutschlands erzielte 1935/36 (30.6.) einen Be­triebsertrag von 0,798 (0,692) Millionen Reichsmark. Nach 106 601 (109 014) RM. Anlageabschreibungen verbleiben 44 805 (44 412) RM. Reingewinn, woraus wieder 8 v. H. Dividende verteilt werden. Die Haupt­versammlung genehmigte den Abschluß und wählte neu in den Aufsichtsrat Kreisbauernführer Wilhelm Ott (Riedelbach, Kreis Usingen).

Nhein-Mainische Börse.

Willagsbörse fest.

Frankfurt a. M., 25. Aug. Bei etwas lebhaf­teren Umsätzen als an den Vortagen verkehrte die Börse am Aktienmarkt in ausgesprochen fester Haltung. Von der Bankkundschaft lagen zahlreiche Kaufaufträge vor, auch die Kulisse schloß sich mit Käufen an. Don wirtschaftlichen Momenten boten der Quartalsbericht der IG. Farbenindustrie und der Lagebericht der Maschinenindustrie Anregung. Die durchschnittlichen Erhöhungen betrugen 12 v. H. Stark in den Vordergrund rückten Montan- werte, die zumeist 23 v. H. anzogen. Buderus 114,50 (112,50), Hoesch 111 (108,50), Mannesmann 109,50 (107), Verein. Stahlwerke 108,75 (106,25), Klöckner 114,50 (111,50), ferner Harpener 132 (129,25), Kali Westeregeln 119,50 (117) und Otavi Minen 33,25 (32). IG. Farben erhöhten sich auf 162,50 (159,75), Deutsche Erdöl gewannen 3 v. H. und Metallgesellschaft 2,25 v. H. Don Elektroaktien lagen besonders Gesfürel fest mit 137 (134,25), auch RWE. 2,50 v. H., Schuckert und Siemens je 1,50 o. H. höher. Maschinenaktien stiegen um 0,501,50 v. H. Zellstoffwerte weiter fest und 2 v. H. höher, außerdem zogen AG. für Verkehr 2 v. H. Daimler Motoren 1,75 v. H., Feinmech. Ietter 0,50 v. H. und Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H. an. Schiff­fahrtsaktien lagen unverändert. Deutsch-Atlanten- Telegraf nach Pause 118,25 (119). Nach den An­fangskursen erfolgten kleine Gewinnmitnahmen, so daß die Kurse etwa 0,250,50 v. H. abbröckel­ten.

Der Rentenmarkt lag freundlich, war aber anfangs noch ohne nennenswertes Geschäft. Alt­besitzanleihe unv. 112,75. Von Auslandswerten I. Anatolier 43,80 (44,25), 1910er Ungarn 8,20 (8,30), 5proz. äußere Gold-Mexikaner 13,65 (13,50).

Im Verlaufe blieb die Börse fest, das Geschäft wurde aber am Aktienmarkt kleiner und die Kurse unterlagen einigen Schwankungen, und zwar meist leicht nach unten. IG. Farben 161,75 nach 162,50, Metallgesellschaft 133,25 nach 133,75, Ges­fürel 136,75 nach 137, Daimler 125,75 nach 126,50, Verein. Stahl 108,25 nach 108,75, Hoesch 110,75 nach 111. Etwas höher Rheinstahl mit 138138,50 (136,50), Westdeutsche Kaufhof 54,40 nach 54 und Aku 60,7561,25 (60,40). Die erst später notierten Papiere lagen überwiegend 12 v. H. über gestern. Am Kassamarkt notierten Gebr. Adi 50 (47), Schramm Lack 98 (95,75), Konserven Braun 89,65 (88), Hartmann & Braun T 92 (89).

Renten blieben still. Späte Schuldbuchforde­rungen 98 (97,75), Zinsvergütungsscheine 93,10 (93), Kommunal-Umschuldung unv. 88, zertif. Dol­lar-Bonds 0,40 v. H. höher, Preußen und Spar­giro je 68,25. Pfandbriefe lagen unverändert, Stadtanleihen etwas uneinheitlich. Heidelberger 91,90 (91,50), Wiesbaden 93 (92,50), 4,5proz. Darm­stadt v. 26 93,25 (93,50). Don Auslandsrenten stie­gen 4proz. Steg-Prior v. 1883 auf 11,20 (9,60), Ungarn lagen 0,130,25 v. H. höher, dagegen bröckelten Silber-Mexikaner etwa 0,25 v. H. ab. Tagesgeld mit unv. 2,50 v. H. weiter leicht.

Abendbörse fest.

Die- Abendbörse war bei verhältnismäßig leb­haften Umsätzen wieder fest, so daß die im Mittags- schlußoerkehr eingetretenen leichten Abschwächungen zumeist wieder ausgeglichen wurden. Gegen die Berliner Schlußkurse betrugen die Besserungen etwa 0,50 bis 1 v. H., Siemens erhöhten sich um 1,50 v. H. auf 185 75. Lebhafteres Geschäft hatten hauptsächlich Montanwerte. Am Kassamarkt zogen D.-Banken je 0,25 v. H. auf 100,25 an. Der Renten­markt lag still, 6 v. H. zertif. Preußen wurden mit 68,13 gehandelt. Don Industrie-Obligationen er­höhten sich 4,50 v. H. Harpener auf 118 (gestern 116), Farben-Bonds mit 127 (127,40) etwas leich­ter. Don Auslandsrenten stiegen 4 v. H. Steg von 1883 bei lebhaften Umsätzen auf 11,60 (11,20), im Freiverkehr 1895er Steg 4,15 (3,95).

U. a. notierten: 6 o. H. IG. Farben 127, 4,50 v. H. Harpener 118, 4 v. H. Ungarn Gold E 8,90, 5 v. H. äußere Gold-Mexikaner 13,75, Commerz­bank 101, DD.-Bank 100,25, Dresdner Bank 100,25, Reichsbank 186, Buderus 114,50 bis 114,75, Har­pener 130,75, Hoesch 110, Klöckner 113,75, Mannes­mann 109,50, Rheinftahl 139 bis 139,25, Verein. Stahl 107,75 bis 108,50, AKU. 60,50, Zement Heidelberg 144, Daimler 125,75, Dt. Erdöl 129,50,

Scheideanstalt 272,50, IG. Farben 161,25 bis 161,50, Felten 133, Gritzner 34, Holzmann 127,50, Iunghans 101 bis 100,50, Muag 119,75, Metall­gesellschaft E 133,50, Moenus 94,50, Schuckert 153, Siemens 185,75, Kaufhof 54,13 bis 54, Südd. Zucker 211, AG. für Verkehr 116, Nordd. Lloyd 14,50.

Srantfurter Obst- und Gemüsemactt.

Frankfurt a.M., 25. Aug. Der Gemüse­markt hatte weiterhin sehr starkes Angebot. Ge­schäft sehr schleppend. Für Blumenkohl, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Rotkraut und Zwiebeln nach­gebend, sonst unverändert. Es verblieben allgemein erhebliche Ueberftänbe. U. a. notierten: Blumen­kohl I 28 bis 35, II 18 bis 25, III 10 bis 15, Boh­nen: Busch 5 bis 6, Stangen 10 bis 12, Wachs 10 bis 12, Erbsen 22 bis 25, Eskarol 3 bis 6, Sa­lat-Gurken 8 bis 10, Einmach-Gurken: Essig 0,50 bis 0,80, Salz 0,90 bis 1,10 je 100 Stück, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe, rund 3,25 bis 3,40, Kohl­rabi 3 bis 4, Kopfsalat 8 bis 10, Pfifferlinge 22 bis 25, Rettich Bdl. 8 bis 10, St. 3 bis 10, Ro- mifchkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 6, Rotkraut 3 bis 4, Sellerie 5 bis 25, Spinat 10 bis 12, To­maten 10 bis 12, ital. 10 bis 12, Weißkraut 2l/s bis 3, Wirsing 3 bis 4, Zwiebeln 5 bis 5V2.

Am Dbftmarft blieb das Angebot von Bir­nen und Aepfeln gut, in Zwetschen war es etwas knapper; Nachfrage ungenügend. Preise fast un­verändert. U. a. notierten: Aepfel 12 bis 20, Aepfel: Alexander 13 bis 16, Charlemowfki 15 bis 20, Fall­äpfel 4 bis 5, Kochäpfel 8 bis 9, Bananen, 12V-- Kcr-Kiste netto, Kam., 6 50, Weftind. 6,50 bis 7, Braf. 5, Birnen: I 20 bis 24, II 12 bis 18, III 8 bis 10, Klaps I 20 bis 23, II 15 bis 18, Dr. Gouyoth I 20 bis 24, II 15 bis 18, Brombeeren 23 bis 25, Mirabellen 20 bis 25, Pfirsiche 20 bis 40, ital. 35 bis 42, Pflaumen 12 bis 15, Preißelbeeren 25 bis

30, Reineclauden 12 bis 15, Trauben brutto 26 bis 32, Zwetschen 15 bis 18.

Ziegenbockversteigerung in Wetzlar.

Q Wetzlar, 25. Aug. Die Landesfachgruppe der Ziegenzüchter der Landesbauernschaft Hessen- Nassau hielt gestern hier eine Ziegenbockver. ft e i g e r u n g ab, die mit einer Prämiierung ver- bunben war. Es waren 65 Ziegenböcke und 10 Ziegen- und Mutterlämmer ausgestellt. Als Preis­richter waren tätig: die Herren Tierzuchtdirektor Dr. Herr (Westerburg) und Balthasar Philipp (Watzenborn-Steinberg). Bei den Ziegenbocken han­delte es sich um vorwiegend gutes Tiermaterial. Fol­gende Besitzer erhielten Preise: Hch. Mäßer und Hch. Müller (beide Hörnsheim, je einen 1. Preis; Karl Jung (Hochelheim), Ferd. Engel, Hch. Schuh­mann (beide Hörnsheim), Johs. Martin (Hochel­heim), Wilh. Kuhl, Wilh. Ludwig (beide Hörns­heim), Jak. Müller (Endbach), Friedr. Henz (Burg­solms), Alb. Bepler (Hörnsheim), je einen 2. Preis; Wilh. Ludwig, Rich. Schmidt (beide Hörnsheim), Frdr. Hofman (Ehringshausen), Wilh. Gad (Burg- solms), Anton Weber, Alb. Ohly, derselbe (sämtliche Hörnsheim), Frdr. Hofmann (Ehringshausen), Karl Franz (Hochelheim), Wilhelm Gad (Burgsolms), je einen 3. Preis. 1. und 2. Leistungspreise erhielten die Züchter Johs. Martin (Hochelheim), Wilh. Lud­wig, Alb. Bepler (beide Hörnsheim), Frdr. Hofmann (Ehringshausen), Wilh. Gad (Burgsolms), Richard Schmidt (Hörnsheim), Karl Franz (Hochelheim).

Bei einer anschließenden Versteigerung wurde der größte Teil der Böcke verkauft. Die Preise be­wegten sich zwischen 50 bis 165 RM. Den höchsten Verkaufserlös (165 RM.) erzielte der Züchter Hch. Müller (Hörnsheim). Für Mutterlämmer wurden 27 bis 42 RM. gelöst.

Die VeschWglmg der Industrie im 3oli.

Fwd. Der Auftrieb der industriellen Tätigkeit hat sich auch im Juli fortgesetzt. Nach der Jndustne- berichterstattung des Statistischen Reichsamts ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter ebenso stark wie im Juli vorigen Jahres g e - ft i e g e n , von 70,4 v. H. der Arbeiterplatzkapazität im Juni auf 71,1 v. H. Das A r b e i t s v o l u m e n oder die Summe der geleisteten Arbeiterstunden hat, obwohl auch im Juli große Teile der In­dustriegefolgschaften in Urlaub waren, nicht weiter abgenommen. Sie beträgt im Juli 65,8 v. H. der Arbeiterstundenkapazität gegenüber 65,7 v. H. im Juni. Die tägliche Arbeitszeit ist noch etwas zu­rückgegangen, von 7,54 Stunden im Juni auf 7,48 Stunden.

Der Auftrieb wird, wie bisher, von den Pro­duktionsgüte rindu st rien getragen. In der Bauindustrie hat sich die Zahl der Arbeiter weiter erhöht, wenn auch der Jahreszeit entsprechend schwächer, als in den Vormonaten. In den Bau­stoffindustrien hat das Arbeitsvolumen im Juli stärker als im Juni zugenommen. Dies gilt z. B. für die Pflasterstein- und Schotterindustrie, die Mauerziegelindustrie und die Herstellung von Beton­waren. Von den übrigen mit der Bauwirtschaft verflochtenen Industriezweigen haben sich die Holz­bau- und Bauzubehörindustrie weiter belebt. In der Sägeindustrie hat dagegen der Rückgang wie alljährlich um diese Zeit eingesetzt. In der Fahr­zeugindustrie hat das Arbeitsvolumen erneut zu­genommen, so in der Kraftwagen- und Kraftrab- industrie, im Bau von Feldbahnen und in der Herstellung von Autozubehörteilen. Im Karosserie- und Wagenbau hat sich die Belebung verstärkt. In der Fahrradindustrie und besonders in der Kinder­wagenindustrie hat der saisonmäßige Rückgang an­gehalten. »

Neben diesen vorwiegend saisonabhängigen Pro­duktionsgüterindustrien vermochten sich auch die Investitionsgüterindustrien im ganzen weiter zu entfalten. So hat die Zahl der Arbeiter­stunden in der Großeisenindustrie, im Maschinen­bau und besonders im Dampfkesselbau weiter zu­genommen. Darüber hinaus erhöhte sich das Ar- beitsDoIumen wieder im Waggonbau, im Schift­bau, in der Kabelinduftrie und in der Herstellung elektrischer Maschinen. Im Bau von Starkstrom- apparaten ist die Tätigkeit etwas eingeschränkt wor­den. Ebenso ist die Beschäftigung in großen Teilen der Eisen- und Stahlwarenindustrie zurückgegangen, wie in der Herstellung von Zahnrädern, landwirt­schaftlichen Geräten und Nägeln. Das gleiche gilt von der papiererzeugenden und der ledererzeugen­den Industrie sowie vom Vervielfältigungsgewerbe.

In den Verbrauchsgüterindustrien macht sich die ©ommerflaute stets deutlicher be­merkbar, als in den Produktionsnüterindustrien. Wie alljährlich ist auch im Juli das Arbeitsvolumen noch zurückgegangen, allerdings erheblich schwächer als im Vormonat. Die Zahl der beschäftigten Ar­beiter hat indessen auch in den Verbrauchsgüter­industrien weiter zugenommen. In vielen Zweigen der Textilindustrie hat sich der sommerliche Rück­

gang verlangsamt, so in den Baumwollspinnereien und -Webereien, in der Trikotagenherstellung, in der Gardinenindustrie und in den Leinenwebereien. In den Vigogne-, Kammgarn- und Leinenspinnereien, in den Woll- und Möbelstoffwebereien und in der Herstellung von Wirkwaren ist die Beschäftigung nach kurzem Rückgang bereits wieder gestiegen. In der Bekleidungsindustrie ist die Beschäftigung, wie bereits' im Juni, auch im Juki weniger zurückge- gangen, als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Ein. zelne Zweige, wie die Hutindustrie und die Her­stellung künstlicher Blumen, haben sich sogar wieder belebt. In einer Reihe von Nahrungs- und Genuß, mitteünbuftrien ist das Arbeitsvolumen noch saison- mäßig zurückgegangen. Die Fleischwarenindustrie, die Oelmühlen und die Brennereien konnten aller­dings die Beschäftigung im Gegensatz zum gleichen Monat des Vorjahres erhöhen. In der Fischindustrie und in der Obst- und Gemüseoerwertungsindustrie ist die Beschäftigung der Jahreszeit entsprechend gestiegen. In den Hausratindustrien hat sich die Tätigkeit größtenteils weiter gehoben. Die Rund- funkindustrie ist durch die Vorbereitungen zur Funk- ausftellung angeregt.

Kunst und Wissenschaft.

Frankfurter Reichssachkagung der Dentisten.

NSG. Aus Anlaß der vom Reichsverband Deut­scher Dentisten in Frankfurt veranstalteten MusfteHungUnsere Zähne" bat der Reichsdentistenführer Schaeffer ungeordnet, daß in der Gauhauptstadt sich die deutschen Dentisten zu einer großen Reichsfachtagung treffen. Am Freitag findet im Gesellschaftsbaus des Tier­garten ein von dem Reichsdentistenführer geleiteter Appell aller Verbandsamtswalter statt. Am glei­chen Tage, 18 Uhr, wird eine Begrüßung durch die Stadt Frankfurt im Römer erfolgen. Am Sams- tag und Sonntag folgt dann der fachwissenschaft­liche Teil der Reichsfachtagung. Den Abschluß der Fachtagung bildet der VortragRasse und Valk- werdung", um die weltanschauliche Einstellung der deutschen Dentisten nach nationalsozialistischen Grundsätzen zu vertiefen. Ein Kameradschafts­abend wird am Samstag im Hippodrom abgehal­ten. Am Montag versammeln sich die Teilnehmer zu einer Fahrt zum Rhein.

Professor von Weizsäcker erhielt dieErb"-INedaille.

Am dritten Kongreßtag der Gesellschaft deutscher Neurologen und Psychiater in Frankfurt wurde Prof. Frhr. v. Weizsäcker (Heidelberg) die höchste Auszeichnung der Gesell­schaft, dieE r b" - M e d a i l l e, überreicht. Bei diesem feierlichen Akt würdigte der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Plette, die großen Verdienste, die sich Prof. v. Weizsäcker durch seine wissenschaftlichen Forschungen erworben hat. Die nächste Jahresversammlung der Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater findet vom 20. bis 22. September in München statt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a. M. |

Lerlm

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mitlag­börse

Datum

24.8.

25.8.

24.8

25-8.

5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

101,4

101,4

101,4

101,3

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

97,9

97,9

97,9

97,9

5y2% Poung-Anleihe von 1930 ..

102,4

102,13

102

102

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

112,75

112,75

112,75

112,8

4y2% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, 1.......

100,1

100,05

100

100,13

*y2% ehem. 8% Hessischer Volks- staat 1929 (rückzahlb. 102%) ...

98,75

98,75

98,75

98,75

4y2% ehem. 8% Hessische Landes bank Darmstadt Gold N. 12....

97

97

97

5y2% ehem. 4y2% Hess. Landes Hypothekenbank DarmstadtLiau.

101

101

__

4y2% ehem. 8% Darmst. Komm

LandeSb.Goldschuldverichr. R.6

93,5

93,5

_

_

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten ............

125,25

125,25

Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

120

120

120,25

120,25

*y2% ehern.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

97

97

&y2% ehern. 4yt% Franks. Hyp.

Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......

101

101

6%% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ...

101

101

101,1

101,1

4y2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

97,5

97,5

97,5

97,5

4/2% ehem. 7% Pr. Landespfand

briesanst., Gold Komm. Obl. 20

95

95

95

95

Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38

109,6

109,6

109,65

109,65

4% Oesterreichiscbe Goldrente.... 4,20% Österreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913..........

5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie ......................

29

29

2,75

2,8

2,7

2,9

8,75

8,9

9

9

8,3

8,2

8,3

8,35

8,4

8,5

8,7

13,5

13,75

13,5

13,75

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Miitag« börse

Datum

24-8.

25-8-

24.8.

25-8-

4% vesgl. Sene n ...........

8,9

8,8

5% Rumän. veretnh. Rente v. 190E

6,5

_

6,65

4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913

9,75

9,75

4% Rumänische vereint). Rente

5,25

5,4

5,4

5,4

24% Anatolier .............

44 5

44

Hamburg-Amerika-Paket .....

0

14,13

14,13

14,13

14

Hamburg-Südam. Dampfschiff .

0

40

41

Norddeutscher Lloyd .......

0

14,65

14,5

14,4

14,4

A.G. für Verkehrswesen Akt. ..

0

112,5

116

112,5

115,75

Berliner Handelsgesellschaft ...

6

123

123,5

124

Commerz, und Prioat-Bank ...

4

100

101

100

101

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................

4

99

100,25

98,5

100

Dresdner Bank..............

4

99

100,25

98,5

100

Retchsbank ................

12

183

186

184

185,9

A.E.G......................

37,4

37 25

Bekula.....................

159

Elcktr. Lieferungsgesellschaft...

6

123,5

127

151124

152128

Licht und Kraft .............

7

146

148,5

145,5

147,25

Felten & Guilleaume.........

4

128

133

131,75

132,75

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung

6

134,25

136,5

134,4

136,5

Rheinische Elektrizität ........

6

127

129,25

127

129

Rhein. Wests. Elektr..........

6

132

133,5

132,75

132,25

Schuckert LCo...............

6

152,4

153

151,5

152,5

Siemens L Halske............

8

185,5

185,75

185,5

184,25

Lahmeyer LCo.............

7

140,5

138,5

141,5

112,5

114,75

112

114

Deutsche Erdöl .............

4

127,5

129,5

128

129,13

Harpener................. 2%

129,25

130,75

129,5

131

Hoesch EisenKöln-Neuessen .

3

108,5

110

108,25

110

Ilse Bergbau ..............

6

161,5

162

Ilse Bergbau Genüsse.......

6

134

135

135

135,5

Klöcknerwerke ..............

3

112

113,75

111,5

113,5

Mannesmann-Röhren........

3

107

109,5

106,5

1 108,9

Frankfurt a. M.

Äerlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag« börse

Datum

24.8.

25.8.

24.8.

25.8.

Mansselder Bergbau.......

ey2

149

150

149

150

Kokswerke ................

. 6

128,25

131,25

Rheinische Braunkohlen ....

12

219,5

227,5

220

227,5

Rheinstahl................

. 4

136,5

139,25

135,75

138,75

Bereinigte Stahlwerke......

»'/-

106,25

108,5

105,75

108,13

Otavi Minen .............

. ü

32

33,25

31,9

33

Kaliwerke Aschersleben......

. 5

117,5

119

118,5

119

Kaliwerke Westeregeln......

. 5

117

119,5

118,25

119

Kaliwerke Salzdetfurth.....

?y,

171

170,5

172

I. G. Farben-Industrie.....

. 7

159,75

161,5

159,25

161

Scheideanstalt.............

. 9

271

272,5

Goldschmidt ..............

. 5

112,25

114

112

114,5

Rütgerswerke .............

. 6

125

130

127,5

129,65

Metallgesellschaft...........

.. 5

131,5

133,5

131,75

133,75

Philipp Holzmann.........

.. 4

125,25

127,5

125,5

127,5

Zementwerk Heidelberg ....

.. 7

144,5

144

-

Cementwerk Karlstadt.......

.. 6

155

156

-

Schultheis Patzenhofer .....

.. 4

_

_

104,5

106,4

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

60,4

60,5

60,25

60,9

Bemberg.................

.. 6

82

84

82,5

83,75

Zellstoff Waldhof ..........

.. 6

146,5

148,5

147

147

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

119,25

121

119,25

120,5

Dessauer Gas .............

.. 7

107,13

108

Daimler Motoren..........

.. 0

124,5

125,75

123,75

125

Deutsche Linoleum.........

.. 8

166

169,5

168

170,5

Lrenstein & Koppel ........

.. 0

82,5

85

Westdeutsche Kaufhof.......

.. 0

53,65

54

53,5

54,13

Chade....................

.. r

381

389

378

390

Accumulatoren-Fabrll......

. 12

200

197

199

Conti-Gummi.............

. 11

174

176,5

173,5

176,25

Gritzner..................

.. 0

34

32,5

34

Mainkraftwerke Höchst a.M..

.. 4

94

94,5

-

Süddeutscher Zucker.......

. 10

I 210

I 211

1 210

212

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 211.

24-August

25.August

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Briet _

Buenos Atre

0,694

0,698

0,695

0,699

Brüssel ....

42,01

42,09

42,02

42,10

Rio de Jan.

0,146

0,148

0,146

0,148

Sofia .....

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen

55,88

56,00

55,88

56,00

Danzig ....

46,80

46,90

46,80

46,90

London....

12,515

12,545

12,515

12,545

HelsingforS..

5,519

5,531

5,519

5,531

Paris ......

16,38

16,42

16,38

16,42

Holland ...

168,91

169,25

168,90

169,24

Italien.....

19,57

19,61

19,57

19,61

Japan......

0,732

0,734

0,732

0,734

Jugoslawien

5,654

5,666

5,654

5,666

Oslo..... :

62,90

63,02

62,90

63,02

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,37

11,39

11,37

11,39

Stockholm...

64,53

64,65

64,53

64,65

Schweiz ...

81,07

81,23

81,07

81,23

Spanien...

31,17

31,23

31,17

31,23

Prag.......

10,27

10,29

10,27

10,29

Budapest ...

-

Neuyork ...

2,488

2,492

2,488

2,492

Banknoten.

Äerlin, 25-Auaust

(Selb

ML

Amertkanyche Noten..............

2,44

2,46

Belgische Noten..................

41,88

42,04

Dänische Noten .................

55,68

55,90

Englische Noten .................

12,48

12,52

Französische Noten...............

16,33

16,39

Holländische Noten...............

168,48

169,16

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

62,68

62,94

Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

64,31

64,57

Schweizer Noten.................

80,89

81,21

30,84

30,96

Ungarische Note»................