zwei Umstande erheblich verschärft worden. Die jetzt zur Musterung kommenden zahlenmäßig schwachen Jahrgänge haben in ihrer frühesten und frühen Kindheit unter den Entbehrungen der Kriegszeit und der Jnflations- Periode gelitten. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit ist dadurch beeinträchtigt. Deutschland hat auf den diesjährigen Olympischen Spielen sicherlich sehr gut abgeschnitten; aber vor den Olympischen Spielen hat Reichssportführer von Tschammer und Osten ausdrücklich auf die Rückwirkungen der schweren Ernährungslage in Deutschland während der Jahre 1915/1923 hingewiesen, welche auf unseren sportlichen Nachwuchs nicht ohne Einfluß geblieben sei. Dabei handelt es sich bei Sportlern, und noch dazu bei Sportlern, die zu den Auswahlmannschaften der Olympischen Spiele gehören, um junge Menschen, die mit Lust und Liebe ihren Körper besonders entwickelten und die Schäden der frühen Kindheit viel eher überwanden als die breite Masse, die ja schließlich in ihrer Gesamtheit für die Mannschaftsergänzung eines Dolksheeres in Frage kommt und daher ein verhältnismäßig größeres Kontingent von körperlich Dienstuntauglichen aufweisen wird, als frühere oder spätere Jahrgänge.
Neben diesen körperlichen Behinderungen haben aber die 15 Jahre äußerst beschränkter Wehrhaftigkeit von 1919 bis 1933/34 unleugbar auch seelisch gewirkt, und bei aller sportlichen Regsamkeit und bei allem Enthusiasmus der Jugend „eine heute merkliche Entfernung von militärischen Begriffe und Vorstellungen eintreten" lassen, wie ein bekannter Militärschriftsteller dieser Tage schrieb. Dazu tritt ein anderes psychologisches Phänomen: Wer 100 Quadratmeter Land umzugraben hat, stöhnt viel mehr, wenn er die Arbeit allein machen muß; wenn daneben ein guter Freund ebenfalls 100 Quadratmeter umzugraben hat, so „flutscht" die Arbeit ganz anders. Diese Bemerkung ist natürlich allgemein und gilt ganz besonders für das Heer. Die einjährige Dienstzeit war gewissermaßen — wie man im Lehrbetrieb sagt — eine „Quetsche", die zweijährige Dienstzeit ist im eigentlichen Sine eine soldatische Schule.
Oie Schweiz und der Nationalsozialismus.
Professor Gerlach
seines Baseler Lehramtes enthoben.
Bern, 25. Aug. (DNB.) Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hat den Baseler Hochschulprofessor für pathologische Anatomie, den deutschen Staatsangehörigen Dr. Gerlach wegen angeblicher nationalsozialistischer Betätigung entlassen.
Die „Berliner Börsenzeitung" schreibt zu der Entlassung Gerlachs u. o., daß diese ein bezeichnendes Licht auf die in der Schweiz übliche Stellungnahme gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland werfe. Trotzdem erst vor kurzem die Ermordung des Landesgruppenleiters Guftloff gezeigt habe, wohin ein derartiges Verhalten führen könne, gehe in der Schweiz die Hetze gegen Deutschland unentwegt weiter. Im Falle Professor Gerlachs handele es sich aber nicht nur um die üblichen kommunistischen und jüdischen Umtriebe. Dieser Fall sei vor allem deshalb lehrreich und interessant, weil hier eine schweizerische Behörde für die fristlose Entlassung verantwortlich sei. „Professor Gerlach", so schreibt die „Börsenzeitung", „wird vorgeworfen, daß er Nationalsozialist sei und daß diese Tatsache mit seiner Lehrtätigkeit an einer Schweizer Universität nicht in Einklang zu bringen sei. Nach Ansicht Schweizer Behörden genügt es also schon, daß ein Reichsdeutscher der in seinem Vaterlands führenden Bewegung angehört, um ihn auf die Straße zu setzen." Man macht Professor Gerlach den Vorwurf, in einem Schulungslager der Deutschen Studentenschaft in Ueberlingen einen Vortrag gehalten zu haben. Die Kantonsregierung entlasse also einen Reichsdeutschen, weil er in Deutschland vor Reichsdeutschen gesprochen habe. Weiter wird Professor Gerlach vorgeworfen, daß er seiner Tochter verboten habe, an einer Sammlung für Emigrantenkinder teilzunehmen. Er habe an die Schulleitung geschrieben, er betrachte diese Sammlung als unmoralisch, da von den Emigranten Tausende von Franken zur Finanzierung der antideutschen Hetzpresse aus- gegeben werden, anstatt mit diesem Gelde notleidende Rassegenossen zu unterstützen. Das Blatt kommt zu der Feststellung, daß jeder Reichsangehörige ohne Rücksicht darauf, ob er Parteimitglied sei oder nicht, als Nationalsozialist zu betrachten sei. Wenn man daher Deutsche als Gäste in einem fremden Land dulde, müsse man wissen, daß man damit gleichzeitig auch Nationalsozialisten in seinem Land dulde." Die Entlassung deutscher Staatsbürger aus ihren Stellungen, lediglich weil sie Nationalsozialisten sind, verstößt somit gegen grundlegende Sätze des Fremdenrechtes. Derartige Maßnahmen seien nur zulässig, wenn eine Gefahr für politische, soziale oder wirtschaftliche Interessen des Gastlandes vorliegen. Der Nationalsozialismus, der eine deutsche Angelegenheit sei, verzichte jedoch im Gegensatz zum weltrevolutionären Kommunismus auf eine Ueber- tragung seiner Idee auf andere Völker und Staaten. Das unaarlandische Deutschtum.
Erst kürzlich hat das Urteil eines ungarischen Gerichts gegen den führenden Vertreter der deutschen Minderheit in Ungarn, Dr. Basch, unliebsames Befremden erregt. Das harte und ungerechte Urteil des ungarischen Bezirksgerichts in Raab gegen einen weiteren Angehörigen der deutschen Volksgruppe, Dr. Rothen, lenkt wiederum die Aufmerksamkeit auf die Lage des ungarländischen Deutschtums. Während der ganzen Nachkriegszeit wurde die deutsche „Minderheit", die immerhin 500 000 Köpfe umfaßt, planmäßigen und fortwährenden Entnationalisierungsversuchen ausgesetzt. Durch Umwandlung der deutschen Familiennamen in ungarische, durch Unter- drückung' der deutschen kulturellen und religiösen Einrichtungen, durch Beschränkung des deutschen Schulwesens versuchte man, das Deutschtum im Magyarentum aufgehen zu lassen. Männer, die an diesen Methoden Kritik übten, wurden ins Gefängnis geworfen oder erhielten Redeverbote. Eine Aenderung trat erst vor wenigen Jahren ein.
Es muß anerkannt werden, daß die Budapester Regierung mit dem Ministerpräsidenten Gömbös an der Spitze sich bemühte, der amtlichen Duldung dieser deutsch-feindlichen Hetze und Minderheitenpolitik ein Ende zu bereiten. Im Jahre 1934 sind durch das Entgegenkommen der Regiennrg Gömbös
dem ungarländischen Deutschtum gewisse Zuge- tändnisse gemacht worden, die die Lage des Deutschtums verbessern konnten. Sie betrafen u. a. das Volks- und Fachschulwesen, den Gottesdienst, die Ausbildung deutscher Lehrkräfte und die kulturelle Oraanisationstätigkeit des Ungariändisch- Deutschen Dolksbildungsvereins. Die unteren Be Hörden freilich versuchten, wie die jüngsten Fälle bezeugen, auch weiterhin ihre deutschfeindliche Tätigkeit fortzusetzen, sei es, weil sie sich außerhalb der Reichweite der Regierung glaubten, sei es, daß ie der heimlichen Zustimmung mittlerer und höherer Amtsstellen gewiß waren.
Wir wollen uns keineswegs in die ungarische Gerichtsbarkeit einmischen, müssen aber unserem
Brutales Vorgehen roter Trupp,
Sungerrevotten auch inckaukasus
Odessa, 25. Aug. (DNB.) Die Hungerrevolten in der Ukraine haben trotz der Verhängung des Alarmzustandes für zahlreiche Truppenteile der Roten Armee in diesen Tagen weiter um sich gegriffen. Im Bezirk Pol- tawa, wo es bei der Plünderung eines Militärmagazins durch die Bevölkerung zu blutigen Kämpfen zwischen Arbeitern und Bauern einer- eits und den Soldaten der Roten Armee anderer- eits gekommen war, bei denen 23 Personen getötet wurden, haben sich erneut Unruhen ereignet, die blutig unterdrückt worden sind. Don den Demonstranten sind über 200 verhaftet und dem Gefängnis in Poltawa zugeführt worden. Ebenso sind in der Geaend von Konotop erneut Hunderte von hungernden Arbeitern und Bauern, die ihrem Unmut über die Beschlagnahme aller Lebensmittelvorräte durch die Rote Armee Luft gemacht hatten, von der Arbeit weg verhaftet und in ein S acheldrahtlager übergeführt worden. Sie sehen ihrer Aburteilung wegen Sabotage entgegen.
Inzwischen haben die Hungerrevolten auch auf das Gebiet der Nordkaukasischen Sowjetrepublik und die Bezirke Kursk und Saratow übergegriffen. So haben in Ielansk am Don Hunderte von Arbeitern und Bauern die mit der Beschlagnahme der Lebensrnittel beauftragten Kommissare der Roten Armee überfallen und gelyncht. Die daraufhin eingesetzten Truppen haben rücksichtslos die Bevölkerung ganzer Dörfer mit den Dorfsowjets an der Spitze verhaftet und 16 Personen, die Widerstand leisteten, erschossen. Auch in Kamensk wurden umfangreiche Verhaftungen von Kulaken, wie es in dem amtlichen Bericht heißt, wegen Sabotage vorgenommen.
In D j e l e n k o j e am Dnjepr spielten sich dramatische Vorgänge ab: Als eine Kompanie der Roten Armee ausrückte, um wegen der Weigerung, die Lebensmittel abzuliefern, Verhaftungen vorzunehmen, versuchten etwa 100 Personen in Booten über den Dnjepr z u flüchten. Die Truppen eröffneten auf die Boote, in denen sich auch zahlreiche Frauen und Kinder befanden, ein Schnellfeuer. Bei der darauf entstehenden Panik kenterten zwei Boote und etwa 40 Personen ertranken in den reißenden Fluten.
Heue Mffenverhaffungen in der Sowjetunion.
Leningrad, 25. Aug. (DNB.) Der Beendi- iung des Theaterprozesses gegen die — politisch seit sahren ausgeschaltete Sinowjew-Gruppe ist
ee jt t » / /
Oie marxistischen
Rom, 25. Aug. (DNB.) Die Pariser Nachrichten über die Ermordung des Erzbischofs von Tarragona, des Kardinals Vidal y Barraques, werden von unterrichteter katholischer Seite als falsch bezeichnet. Der Kardinal, der sich bei Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges in Barcelona befand, konnte mit Hilfe des italienischen Konsuls nach Italien flüchten, ist aber noch nicht in Rom eingetroffen.
♦
In Madrid wurden in einem Schnellprozeß mehrere Todes st rasen verhängt. Unter den Verurteilten befinden sich der ehemalige Minister Melquiades A l v a r e z , Führer der Liberaldemo- kratijchen Partei; der ehemalige Minister Martinez de Velasco, Führer der Agrarpartei; Miguel Primv de Rivera, der Bruder des Faschistenführers; der bekannte faschistische Fliegeroffizier Ruyz de Alda und der Nationalistenführer Albi n a n a. Die Anklage behauptet, die Genannten hätten eine führende Rolle bei dem Brand im Madrider Gefängnis vor wenigen Tagen gespielt. Die Todesstrafe ist bereits vollstreckt worden. In Barcelona wurden vier Ossiziere, in San Sebastian sechs Offiziere von Roten erschossen. In Madrid ereilte das gleiche Schicksal vier Kavallerieoffiziere.
Fast 600 Offiziere der Marine ft ation in Cartagena, die sich gegen die Marxisten aufgelehnt hätten, seien mit Steinen um den Hals ins Meer geworfen worden. Bei der Bombadierung von Cadiz durch Flugzeuge der Madrider Regierung, seien 300 Personen getötet worden. Auch Granada sei erneut durch Regierungsflugzeuge mit Bomben belegt worden. Der angerichtete Schaden sei jedoch gering gewesen. Havas meldet, daß die Roten vor der Einnahme von Azualcalla etwa 2 0 Geiseln durch Entzündung von Dynamitpatronen ermordet hätten. Einer der Gefangenen sei mit den Füßen an ein Lastauto gebunden und durch die Straßen der Stadt geschleift worden. Dann habe man ihn mit Petroleum übergossen und verbrannt.
Mehr als neuntausend Flüchtlinge von deutschen Schiffen gerettet.
Berlin, 25. Aug. (DNB.) Der Kreuzer „K ö l n" und die Torpedoboote „Albatros" und „See- adler" standen am 25. morgens auf der Hohe der Insel Wight im englischen Kanal mit Kurs auf die Heimat. Im Laufe des 26. August werden die abgelösten Schiffe der Südgruppe gemeinsam den Rückmarsch nach der Heiemat antreten. Unter dem Schutz der jetzt heimkehrenden Schiffe sind in 62 Transporten 4550 deutsche und 4750 ausländische Flüchtlinge von
Befremden über solche Urteilssprechung Ausdruck geben, zumal diese nicht geeignet ist, die bewährte deutsch-ungarische Freundschaft und Zusammen- arbeit zu stützen. Die in der Begründung des Urteils zum Vorschein kommenden Methoden der ungarischen Minderheitenpolitik sind um so unverständlicher, als das durch das Friedensdiktat von Trianon verstümmelte Ungarn selbst, ganz zu Recht, mit großer Energie und nationaler Leidenschaft für das Lebensrecht feiner abgetrennten Dolksangehorigen in den Staaten der Kleinen Entente eintritt. Kennt man in Ungarn nicht den deutschen Spruch: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg’ auch keinem andern zu?"
N gegen hungernde Bevölkerung.
eine neue Verhaftungswelle gefolgt, wie sie schon früher beobachtet werden konnte, wenn die Komintern und der Kreml Ablenkungsmanöver für notwendig hielten. Noch bevor die Nachricht über die Hinrichtung der 16 vom Moskauer Militärgericht wegen angeblicher Verschwärung zum Tode Verurteilten bekannt geworden war, war durch die kommunistischen Organisationen mit Hilfe von rasch anbefohlenen „Arbeiter-Dersammlungen" und ent« sprechenden Entschließungen die Stimmungsmache gegen die in dem Moskauer Prozeß von den An- geflagten als mitschuldig bezeichneten Per- fönen eingeleitet worden. Die Verhaftungen dehnen sich aber nicht nur auf die jetzt ebenfalls als Anhänger der Sinowjew-Gruppe Verdächtigen aus.
In Moskau und Leningrad erschienen in der Nacht in zahllosen Wohnungen Beamte der für die politischen Vergehen zuständigen GPU., um die offenbar für neue Schauprozesse Bestimmten festzunehmen und abzuholen. Wie man hört, betrug die Zahl der Verhaftungen in Moskau, Leningrad und anderen Städten insaesamt bis Dienstag bereits mehrere Tausend.
,Gme blutdürstige Tragikomödie,
Londoner Blätter zur „Terroristen".
Hinrichtung in Moskau.
London, 26. August. (DNB. Funkspruch.) „News Chronicle" und „Daily Mail" berichten, daß die Hinrichtungen vom Dienstag nur ein Vorspiel gewesen seien; auf der nächsten Totenliste ständen ein früherer Sowjetbot- s ch a f t e r in London und ein früherer Mini- sterpräsident. „Morning Post" schreibt, es sei überflüssig, die Frage zu stellen, warum Stalin ausgerechnet im jetzigen Augenblick diese „Blutdürstige Tragikomödie" in Szene gesetzt habe. Schwieriger sei schon die unglaubliche Bewunderung der englischen „humanen" Sozi a l i st e n für dieses Regime des blutigen Gangstertums. Während sie Splitter aus dem Auge des Faschismus zogen, kümmerten sie sich nicht um den Balken im Auge des Bolschewismus. In einem „Die Moskauer Wilden" überschriebenen Artikel schreibt „Daily Mail", man habe nun ein abscheuliches Bild vorn wahren Charakter der bolschewistischen Verschwörung, die die Vernichtung der westlichen Zivilisation zum Ziele habe. Das Blatt habe seinerzeit den Entschluß Baldwins, Sowjet- ruhland eine Zehn- Million - Pfund » A n - leihe zu gewähren, verurteilt und die wenig wünschenswerte Angewohnheit Edens mit Litwinow „zusammen zu kneipen", an den Pranger gestellt. Niemand solle sich einbilden, daß die bolschewistische Gefahr durch den soeben zutage getretenen Zwist geringer geworden sei.
iigen in Madrid,
ueltaten in Spanien.
40 Nationen, darunter vorwiegend Italiener, aus Spanien abbefördert worden.
Vor einer Schlacht bei San Sebastian.
Lissabon, 26. Aug. (DNB. Funkspr.) General Queipo de Llano meldete, daß die Säuberungs- maßnahmen im Bergwerksgebiet von Rio T i n t o (Estremadura), das sich völlig in der Gewalt der Kommunisten und Anarchisten befand, große Fortschritte gemacht hätten. Mit wenigen Ausnahmen befänden sich jetzt alle Bergarbeiter- dorser inden Händen der Militärgruppe. An der Guadarrama-Front beherrsche General Mola die Wasserzuleitungen nach Madrid. Er wolle jedoch mit Rücksicht auf die Zivilbevölkerung der spanischen Hauptstadt die Wasserzufuhr nicht a b s ch n e i d e n , denn 'Barbareien wolle das Nationalheer nicht begehen. Zwei Kommandanten der Guardia Civil seien mit ihren Truppen zu den Nationalisten übergegangen. An der Nordfront bei San Sebastian steht eine Schlacht unmittelbar bevor, die an Ausmaß und Erbitterung alle bisherigen übertreffen wird. Die Militärgruppe hat erhebliche Verstärkungen aus der Fremdenlegion erhalten. Reuter meldet weiter aus Madrid, daß dort die Lebens- mittelverforguna immer größere Schmierig t e i t e n mache, jedoch im allgemeinen Ruhe herrsche. Nach Meldungen der Nationalisten steht ein großer Teil von Malaga in Flammen.
Abd el Krim soll die Mauren gegen Franco aufwiegeln.
Berlin, 25. Aug. (DNB.) Während das sran- zösische Kolonialministerium bestreitet, daß Abd el Krim die ihm als Zwangsaufenthalt angewiesene Insel Reunion verlassen habe, weist die „Deutsche Allgemeine Zeitung" auf die sich hartnäckig haltenden Gerüchte, daß Abd el Krim, der oon Frankreich vor etwa 10 Jahren unterworfene und dann eingekerkerte Führer der Rifkaby- l e n zwar nicht „entflöhe n" ist, aber i m A u f- t J ° 6 f r a n 3 ö f i f d) e r Kreise auf einem französischen schiff die Insel Reunion verlassen konnte, um nach Marokko gebracht zu werden. Die Madrider Regierung und „andere Stellen" ließen durch ihre Agenten riesige Summen unter den Eingeborenen Spanisch-Marok- kos verteilen, um die Anwerbung von Re- kruten für das nationalistische Heer zum Stillstand zu bringen und die maurische Bevölkerung zum Auf st and gegen Franco aufzureizen. Das ist eine Bestätigung der Meldung des „News Chro- nicle", daß hinter dem Rücken Francos in Spa
nisch-Marokko ein Aufstand der Mauren angert. teil werden soll, um damit der Militärbeweg^ einen Dolchstoß in den Rücken zu versetzen. *
Das künftige Regime.
Das Volk soll selbst über die Staatsforrt entscheiden.
Lissabon, 26. Aua. (DNB. Funkspruch.) Dienstag traf der Präsident der Nationalregieny» in Burgos, General Miguel Cabanellas,^ Sevilla ein. Die Bevölkerung bereitete dem ®enem[ einen freudigen Empfang. General Cabanellas klärte einem Berichterstatter des Diario de Lisbig, im Gegensatz zu den Milizen, bei denen man ch gemein Kampsesmüdigkeit feststellen könne, sei blr Geist bei Öen Truppen der Nation,, I i ft e n nach wie vor ausgezeichnet. Gervise Langsamkeit, die man beim Vormarsch auf SDlab j einhalte, entspräche dem von den nationalistis^ Generälen aufgestellten Vormarschplan. Die §rah der künftigen R e g i e r u n g s f o r m Spaniens \\ zur Zeit nicht akut. Heber die Notwendigkeit eir^r Militärd i ktatur, die gründlich Dtj," nung schaffen werde, sei man sich ja wohl gemein im klaren. Dann werde das spanis^ Volk selb st entscheiden, welche zukünsbr Staatsform zu wählen sei. Er sei @ e gn e r einn Autonomie, wie sie Katalonien habe. Die roaltung müsse natürlich die Eigenheiten der vinzen berücksichtigen, ohne daß dadurch aber ht starke Z e n t r al ge w a lt beeinträchtigt wefit,
Marxistische Sympathiekundgebung in Paris.
Unterstützung der Madrider Volksfront regierung verlangt.
Paris, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Auf-« Gelände der Pariser Radrennbahn „Buffalo" (ü am Dienstagabend eine M a s s e n k u n d g e bng „F ü r die spanische Republik" statt. Bahn war in den französischen und sp-i- nischen Farben geschmückt. In der Mitte ftcib im grellen Scheinwerferlicht ein in Silberfarbe:e< strichenes Flugzeug, das der Gewer!> s ch a f t s a u s s ch u h der B l6ri o t-Werli der Madrider Linksregierung als Geschenk darbringt. Plakate verkündebn: „Für das republikanische Spanien und für ?ie Sicherheit Frankreichs." Nach dem „Oeuvre" >1! die Kundgebung von 80 000 Personen besucht gewesen fein. Der Gewerkschaftsfüh:« Iouhaux, dessen Name auf der Teilnehmerin stand, war wegen Unpäßlichkeit nicht erfdjie« nen. Dagegen saß auf der Ehrentribüne ein Vertreterin der spanischen 9 r a neu« misiz im blauen Werkanzug als Uniform, Appel umgeschnallt. Ihr Erscheinen löste bei den Qn- wesenden große Beifallskundgebungen aus. Zu ‘Sc- gina marschierten Arbeiterabordnungen auf, die M den Zuschauern mit dem Ruf „Flugzeuge für Genien" begrüßt wurden.
Nachdem ein radikalsozialistischer n e r auf die „Gefahr" eines Sieges des FaM mus in Spanien hingewiesen hatte, warnte )tt sozialistische Redner des Abends, Z y r o m s k y, « einer Dogelstvauß-Politik. „Wir müssen", so erllärlt er, „aktiv genug sein, damit unter bum Druck der Volksmassen unsere Dtegioe- rung durchsetzt, daß jede Versorgung fiter spanischen .Aufständischen' unterbleibt unb öoW Handelsfreiheit mit der gesetzmäßigen Regierung Spaniens gegeben ist und diese sich in 9randre i d) Waffen und Munition verseh och f e n kann. Der kommunistische Redner T l)on| versuchte das Schreckgespenst einer Einkreisung um) Niederwerfung Frankreichs durch Deutschland n die Wand zu malen. Auch er verlangte Handsl- freiheit zugunsten der Regierung von Madrid.
Französischer Reserveoffizier als Befehlshaber eines ausländische Freiwilligen-SeschwaderS in Madrid.
Paris, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die row listische „Action Fran^aise" behauptet, daß ein französischer Fliegeroffizier der Reserve ein schwader ausländischer Frei willig! in Madrid befehlige. Das Blatt fragt, ob k französische Luftfahrtminister dem betreffenden 'fr seroeoffizier d i e Genehmigung erteilt hak in eine fremde Armee einzutreten und umi nicht, welche Maßnahmen er zu unternehmen denke, um den französischen Reserveoffizier aus $ französischen Reserve-Offiziersliste ftreidjen « lassen.
Gchach-Olympiade München 1936
Die noch unbeendeten Partien der 12. unb 1J Runde wurden am Dienstagabend roeitefgefp!‘ Der Deutsche Heinicke gewann seine PaKie c8 der 13. Runde gegen den Tschechen Pelikan.^ Kampf Carls gegen Hromadke konnte n< zu Ende geführt werden. Doch steht Carls klar £ Gewinn. Er hat einen Turm und Springer |®$! zwei Mehrbauern gegen Turm und Läufer feM Gegners. Die übrigen Wettkämpfe der 13. W’ brachten Bulgarien — Jugoslawien 1:7, Norweal — Frankreich 7:1, Estland — Holland 51 Br asst i en — Oesterreich 1:7, Finnland — Dänem^ 1:7, Ungarn — Litauen 5:3, Italien — Qslanb Rumänien — Lettland 1:7, Tschechoslowakei ' Deutschland 3*/, :3*/s (eine Hängepartie), 64cli — Pole? 21/s:51/>; spielfrei Polen. Von den Kä^ fen der 12. Runde fiel auch die Entscheidung fchen Dänemark und Brasilien. Die Dänen W mit 5:3. Litauen — Finnland endete 3Vt:4Vt w Finnland, während Polen gegen die Tschechosl»'^ fei mit 5:3 gewann. Aus bet 11. Runde sind folgende Endergebnisse nachzutragen: Schweden' Frankreich O1/?:!1/», Rumänien — Polen 2:6, filien — Litauen 21/z:51/a.
Meine politische Nachrichten
Präsident Roosevelt gab bekannt, daß &1' amerikanische Botschafter in Pan!- Strauß, aus Gesundheitsgründen zurück -' treten ist. Zu seinem Nachfolger wurde der w herige amerikanische Botschafter in Moskau, ® 11 Ii t, ernannt
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Der Kultusminister des australischen Neusüdwales mit dem Sitz in Sydney, D rrn» m o n t, befindet sich auf einer Studienreise »in Deutschland. Er mürbe im ReichserziehungsmiM^ rium von Ministerialdirektor Prof. Dr. Dahu' empfangen und wird unter Betreuung durch M' Mentzel in Berlin höhere technische Fachsch^ die Technische Hochschule und ForschungsanstcD besichtigen.
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