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die Niederlage der sogenannten bürgerlichen oder anlisozialistischen Front. Der Grund liegt ebenso sehr in dem Mangel an Verständnis für die Auf­gaben der neuen Zeit wie an der unheilvollen Zersplitterung der jungen nationalen Kräfte. Es ist eine gemeinsame Erscheinung, daß die kleinen Gruppen in Finnland, Schweden und Dänemark nicht nur keine Erfolge errungen, sondern zum Teil sogar den bisherigen Besitzstand in den Parlamenten eingebüßt haben. Abgesehen davon, daß die Zu­kunft für den alten Gegensatz zwischen Bürgern und Arbeitern oder auch Bauern kein Verständnis mehr haben wird, hat auf der Seite der Bürger­lichen in Schweden und Dänemark jeder tragende, aufbauende und im Ziel das gesamte Volk um­fassende Gedanke gefehlt. Die Träger einer solchen Idee haben sich entweder als unfähig oder als noch zu schwach erwiesen. In Norwegen allein sind Ansätze zu einer überparteilichen Ent­wicklung zu spüren, die einmal die Geschicke des Landes, in dem noch um Probleme gerungen wird, neu bestimmen kann.

Viel von dem Erfolg der sozialdemokratischen Parteien in Schweden und Dänemark ist der über­ragenden Stellung ihrer Staatsminister Stau­nt n g und Per Albin Hansson zuzuschreiben. Ihnen fehlten gleichwertige Gegner; darum folgten die Wähler ihnen. Es kam hinzu, daß die breiten Massen wirtschaftlich weder Grund noch Veran­lassung sahen, einen Wechsel im Parteienspiel zu erzwingen. Dazu tritt ein weiteres. Das Ratio- 'n a l e ist im skandinavischen Norden, ausgenommen allein den Kommunismus, etwas Selbstver­ständliches. Die Fahne seines Landes ist für jeden Einzelnen ein heiliges Symbol. Schließlich bilden in allen Ländern des Nordens auch die Bauern, ob innerhalb oder außerhalb der Re­gierung ein natürliches Gegengewicht gegen den Marxismus. Sie stützen' in Norwegen und Schweden die sozialistischen Regierungen, die ihnen Preise und Absatz sichern. Für eine bewußte Abkehr vom Geiste des zersetzenden Marxismus sind im Norden Ansätze vorhanden, wenn nicht zu­gleich die Rolle der Gewerkschaften eine immer verhängnisvollere Bedeutung zu gewinnen drohte. Sie versuchen in Schweden eine eigene Außenpolitik zu treiben, pfuschen in Norwegen der Regierung in den schwierigsten Fragen mit dem Ausland ins Handwerk und werden in Dänemark dem Staatsminister nach der Eroberung des Landstings noch mehr als einen Knüppel zwischen die Beine werfen. Die Gewerkschaften sind es auch, auf die die Kommunisten ihren Hauptan­sturm richten. Von hier aus versuchen sie die Poli­tik der Regierung nach den Anweisungen Moskaus zu unterhöhlen. Diese Regierungen aber und das ist ein Hoffnungsschimmer beim Ueberblicken der Wahlergebnisse dieser Wochen haben einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich und dem Kommunismus gezogen. Die Zeichen der Zeit find so deutlich, daß sie das Gespenst roter Diktaturen, das sich in Zahlen als Schemen auf­richtet, in der Wirklichkeit zertrümmern.

Französische Flußschiffahrt durch Streik lahmgelegt.

Paris, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der auf Veranlassung des marxistischen Gewerkschaftsver- bandes proklamierte Streik der Flußschiffer, durch den die gesamte Schiffahrt im Hafen v o n P a r i s , des großen Binnenhafens Frank­reichs, mit jährlichem Umschlag von zwölf Mil­lionen Tonnen, stillgelegt ist, droht die Le­bensmittelversorgung von Paris zu gefährden. Da nämlich die meisten Pariser Bäckereien auf Oelfeuerung eingerichtet sind, würde bei längerem Anhalten des Streiks und den damit verbundenen Aussetzen der Heizölzufuhr das Backen erschwert werden. Die Flußschiffer er­klären, die schon seit 14 Tagen wegen einer Her­aufsetzung der Löhne geführten Verhandlungen seien plötzlich von den Arbeitgebern abgebrochen worden. Die Schiffahrts-Gesellschaften erklären, daß sie schon im Juni bei der ersten Streikwelle d i e Löhne heraufgesetzt hätten. Vom Ministe­rium für Oeffentliche Arbeiten sei damals als Gegenleistung die wirtschaftliche Besser­stellung der Reedereien zugesagt worden. Da die zugesagten Steuerermäßigungen und die Erlaubnis zur Erhöhung der Frachten nicht er­folgt seien, können weitere Opfer nicht mehr gebracht werden.

Umfangreiche Unierschleife in Moskau.

Orgien auf Staatskosten.

Moskau, 24. Sept. (DNB.) Der bei der Sowjetregierung bestehende Kontrollausschuß hat bei Revisionen der Moskauer Lebensmit­tel-, Konditorwaren- und Tabakge- schäfte umfangreiche Unterschleife und Beispiele ungeheurer Mißwirtschaft festgestellt. Bei der Aufbewahrung der Lebensmittel- und der Konditorwaren wurden Mängel aufgedeckt, die den Verlust großer Warenmengen zur Folge hatten. Die staatlichen Lager sind nicht zur Aufbe­wahrung der leicht verderblichen Waren eingerich­tet. Dazu kommt, daß die Waren wahllos und ohne jede Sorgfalt aufeinandergetürmt, oft auch gewis­senlos Wind und Wetter ausgesetzt wer­den. Meistenteils wurde eine Bestandskontrolle über die vorhandenen Waren und eine Buchführung über die Ein- und Ausgänge überhaupt nicht oder nur ganz willkürlich geführt. Es sei deshalbein beträcht­liches Abweichen der Angaben der Lieferungstrusts und der Handelsorganisationen" festgestellt worden. Trotz dieser harmlosen Bezeichnung der Unter­schleife, die hier aufgedeckt wurden, sind eine Reihe führender Angestellter gemaßregelt worden.

Ein ähnlicher Vorgang, der ein bezeichnendes Licht auf die Moral der Sowjetbeamtenschaft wirft, spielt sich gegenwärtig vor einem Moskauer Ge­richt ab. Dort wird ein Fall verhandelt, der die Unterschlagung von über 1 Million Rubel des Volksvermögens zum Gegen­stand hat. Es handelt sich beinahe um die ganze Beamtenschaft eines der Moskauer Kühlhäu- f e r, die auf der Anklagebank sitzt. Sie ist ange- klagt, hemmungslos mit den Staatsgeldern gewirtschaftet, Bestechungen angenommen, a u f Staatskosten Orgien veranstaltet und sich gewissenlos bereichert zu haben. Gegenüber 30 Angeklagten hat das Gericht zu befinden.

Strafvollzug im Dienst der Volksgemeinschaft. Die Jahresversammlung des Deutschen Reichsverbandes für Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlaffenenfürforge.

Dresden, 24. Sept. (DNB.) Die Aufgabe des Deutschen Reichsoerbandes für G e r i ch t s h i l f e, Gefangenen- und Entla f f enen-Für­sorge besteht darin, die einmal Gestrauchelten nach ihrer Entlassung aus der Strafanstalt w i e - der in die Volksgemeinschaft zurück zu­führen, damit sie ihren guten Willen unter Be­weis stellen können. Der Nationalsozialismus ver­tritt den Standpunkt, daß die Strafe hart sein muß, daß aber nach Verbüßung der Strafe diese tatsächlich zu Ende sein soll. Dabei sind selbst­verständlich rückfällige und asoziale Elemente von jeder Fürsorge ausgeschlossen. Heute sind alle Ver­einigungen für Gefangenen- und Entlassenenfürsorge im Reichsverband für Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlasfenen-Fürsorge zusammengefaßt, der wie­derum als Fachgruppe in die NSV. eingegliedert ist. Auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes erklärte Hauptamtsleiter Hilgenfeldt: Die politische Not und Zersplitterung in den Jahren vor der Machtübernahme habe es mit sich gebracht, daß deutsche Männer und Frauen das Opfer fal­scher Theorien wurden und zum gegenseitigen Haß und politischen Verbrechen verführt wurden. Die Opfer dieser gewissenlosen Klassenverhetzung hätten ihre verdiente Strafe erhalten, nun müsse ihnen aber der Weg in die Volksgemeinschaft offen stehen. Die bisher geübte Praxis, politische Gefangene und Strafentlassene nicht einzustellen, widerspreche den nationalsozialistischen Anschauungen.

Staatssekretär Dr. Freißler

wies darauf hin, daß der Systemstaat infolge des Fehlens aller sittlichen Begriffe den Be­griff der sittlichen Schuld gar nicht habe kennen können, sodaß er eigentlich gar nicht das Recht auf Strafen gehabt habe. Man habe damals das deutsche Strafrecht tatsächlich in größtem Um­fange außer Kraft gesetzt und den Strafvollzug zu einer Farce gemacht. Heute bekenne sich das deutsche Volk wieder zu einer allgemein gültigen sittlichen Grundhaltung. Es habe damit die Be­rechtigung, diejenigen, die gegen diese Grundhal­tung verstoßen, zu strafen. Die Strafrechtspflege habe dem tiefinnerlich empfundenen Bedürfnis nach Sühne für jede Schuld Rechnung zu tra­gen. Sie habe die Sicherung des Volkes und feiner Lebenskraft zu gewährleisten. Darüber hin­aus aber habe der Strafvollzug den Gutgesinnten zum Bewußtsein zu bringen, daß er im Kampf für das Gute nicht allein stehe, der Staat vielmehr ihn in feinem Streben unterstütze. Der oberste Grundsatz des Strafvollzugs müsse der der ge­rechten Strenge sein, denn nur dann sei die Strafe geeignet, Sühne für eine Schuld zu fein.

Außerordentlich wichtig sei, daß der Gefangene arbeite. Die Möglichkeiten dazu seien bei aller Wahrung der Interessen der freien Wirtschaft heute, wo die Erwerbslosigkeit fast überwunden sei, durchaus gegeben. Der Besserungszweck könne aber ohne Arbeit nicht erreicht werden. Wenn man einen Gefangenen Monate und Jahre hindurch ohne Arbeit lasse, so schwäche man ihn für seinen künftigen Kampf mit dem Leben. Um jeden ein­zelnen Jugendlichen müsse mit ganzer Kraft und heißem Herzen gerungen werden. Schon während des Strafvollzugs müßten die Beziehungen ange­knüpft werden, um ihm die spätere Rückkehr in die Gemeinschaft aller Schaffenden zu ermöglichen. Auch unter den älteren Gefangenen befindet sich nur ein gewisser Bruchteil, der als asozial ange­sprochen werden müsse. Der andere Teil dürfe auch nicht als solcher behandelt werden. Auch ihm müsse die Rückkehr in die Volksgemeinschaft ermöglicht werden. Der Typ des politischen Gefangenen könne für sich keine Sonderbehandlung erwarten, denn er wisse, daß er schwerstes Unrecht tue, wenn er gegen die Gemeinschaft des deutschen Volkes handele. Der Hoch- und Landesverräter sei sogar wegen der in seiner Handlung liegenden Treulosigkeit durch Ver­rat gewissermaßen als Urtyp des Verbrechers an­zusprechen. Der Strafvollzug habe dafür Sorge zu tragen, daß der politische Verbrecher auf die ande­ren Gefangenen nicht zersetzend einwirken könne. Aber auch nicht jeder politische Verbrecher sei unabwendbar für die Volksgemeinschaft verloren. Man müsse ihm daher den Blick öffnen für das, was in Deutschland um ihn geschehe. Für die Un­verbesserlichen, d. h. die Entarteten sei Siche­rungsverwahrung am Platze.

Oer Präsident des Volksgerichtshofes, Or. Thierack,

sprach überDer Strafvollzug im Dienste der Volksgemeinschaft".

Um im Dritten Reich den Sinn und Zweck der Strafe und damit auch des Strafvollzugs zu ver­stehen, müssen wir uns über die heutige Staats­auffassung und die Stellung des Täters und des von der Tat Betroffenen zu diesem Staate klar werden. Der Staat ist die lebendige Ausdrucks­form der Volksgemeinschaft, getragen und geleitet von der Partei. Wenn demnach der Apparat des Staates in irgend einer Richtung tätig wird, so kann diese Tätigkeit nur nach der Idee von der Gemeinschaft des Volkes, wie sie die Partei lehrt und versteht und auch vorlebt, ausgerichtet sein. Sinn und Zweck der Strafe kann demnach nur aus dem Begriff der Volksgemeinschaft heraus verstanden werden. Jeder auf Störung der Volks­

gemeinschaft gerichtete und betätigte Wille verdient Strafe. Auch wir setzen eine Schuld voraus. Sinn und Zweck der Strafe ist heute, den An­griff auf die Volksgemeinscha ft, den eine jede Strafe bedeutet, zu sühnen. Das für eine Straftat in der Volksgemeinschaft vorhandene Sühnebedürfnis ist der Sinn und Zweck der Strafe. Nicht der Schaden, den der Täter ange­richtet hat, die Verletzung eines Rechtsgutes, die Person des Täters, sein verbrecherischer Wille, die Größe seines Leichtsinns oder seiner Gleichgültig­keit erklären den Sinn und Zweck der Strafe, sie allein sind Maßstäbe für die Strafbemessung.

Aus dem Gemeinschaftsgefühl hat der Richter die Strafe nach dem Sühnebedürfnis des Volkes und nach dem Schutzbedürfnis des Volkes nach Sühne zu fordern und nach ihm richtet sich der Vollzug aus.

Für den Strafvollzug ergibt sich daraus:

1. Er muß dem Bestraften klarmachen, daß er sich durch die Tat an der Volksgemein­schaft vergangen hat und daß er ihr gegen­über zu sühnen hat.

2. Während des gefänglichen Strafvollzugs muß der Täter zur Einsicht gebracht werden, daß es für ihn erstrebenswerter ist, anständig inner­halb der Gemeinschaft frei zu leben, als von ihr durch Gefangenhaltung getrennt zu fein.

3. Während des gefänglichen Strafvollzugs ist nach Möglichkeit die Rückkehr des Gefan­genen in die Gemeinschaft vorzubereiten. Denn die Gemeinschaft will ihn wieder aufnehmen, wenn dem Sühnebedürfnis und dem Schutzbedürf­nis des Volkes Genüge geschehen ist.

Menschen, die in die Volksgemeinschaft zurück- sollen und auch wollen und die vielleicht den besten Willen haben, anständige Volksgenossen zu werden, muß zur Seite gestanden werden. Wir wollen diesen Volksgenossen helfen, aber nur dann, wenn sie ernsten Willens sind, sich s e l b st zu hel­fen. d. h. wenn sie sich in die Volksgemeinschaft einzugliedern Mühe geben und ihr nach Kräften dienen wollen. Arbeitswillen und Ge­meinschaftswillen müssen sie zunächst auf­bringen. Dann aber haben wir anderen draußen aus unserem Gemeinschaftsgefühl heraus die Pflicht, sich ihrer anzunehmen, sie zu beraten, in Arbeit z u bringen, sie mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen und sie fest hinzustellen für das Leben. Nichts lag näher, als daß die nationalsozia­listische Volkswohlfahrt, die so viel wahrhaft sozia­listische Ausgaben durchgeführt hat, auch diese Auf­gabe möglichst zusammen mit den Vollzugsbehörden Dorbereiten und durchführen würde. Der National­sozialismus wird auch hier beispielgebend den ande­ren Völkern vorangehen.

Oer vierte Kampftag der Großen Herbstübung.

Hot weicht aus.

LPD. Die lebhafte Kampftätigkeit, die das sonst so friedliche Land um den Vogelsberg mit Schlachten­lärm erfüllt, und die das Kennzeichen des Mittwoch war, fetzte auch in der Nacht nicht aus. Bis Mitt­wochabend kam das IX. (blaue) Armeekorps durch massierte Vorstöße unter Einsatz aller zur Ver­fügung stehenden Waffengattungen in der Mitte seiner Front und auch auf dem linken Flügel so gut vorwärts, daß der Gegner trotz tapferen Wider­standes zurückgedrängt wurde. Sc, mußte er nach der Gesamtlage den durch den Panzerwagen­angriff auf dem rechten Flügel der blauen Partei erreichten Geländegewinn wieder aufgeben. Die von ihm zäh verteidigten Höhen wurden unter schwerstes Artilleriefeuer genommen, und einige Gegenvorstöße durch das hervorragende Zusammen­arbeiten der blauen Regimenter und der Artillerie abgewiesen. Dem Druck der durch die herangebrach­ten rückwärtigen Kräfte nun auch zahlenmäßig über­legenen blauen Partei wich das V. (rote) A r - meekorps im Laufe der Nacht zunächst in der Mitte feiner Front aus. Von den hier kämpfenden Regimentern der 15. Division blieben nur ein bis zwei Kompanien am Feinde, um das Loslösen der Hauptkräfte zu sichern. Auf dem rechten Flügel waren bereits am Abend Teile der 10. Division herausge- zogen worden, während die Hauptkräfte sich gegen 3 Uhr früh in eine vorbereitete Stellung zurück­zogen, die in einer Linie südlich des Vogelsberges nach Südosten auf Schlüchtern an der Straße Ha­nauFulda zu verlief.

Fliegerangriffe.

Auch hie ßuftftreitträfte beider Parteien entfalteten in der Nacht lebhafte Tätigkeit. Während es Blau gelang, einen Flughafen des Gegners zu zerstören, griffen die Kampfflieger der roten Par­tei die Aufmarsch st raßen, die vermuteten Sammelpunkte der rückwärtigen blauen Kräfte in kleineren Verbänden an. Dabei trat in den Ort­schaften und Städten, die sämtlich verdunkelt waren, erstmalig auch der zivile Luftschutz in Tätig­keit.

Bis zum Abend hatten die in vorderster Linie kämpfenden Teile der 10. und 15. Division des V. Armeekorps erbitterte Gegenwehr geleistet. Das erleichterte ihnen zusammen mit dem unübersicht­lichen Waldgelände ihre Ausweichbewegungen un­gemein, zumal die Nachtruppen durch heftiges Feuer den Gegner über die wirkliche Besetzung ihrer Linie zu täuschen verstanden. Immer wieder machten die zurückgehenden Truppenteile Front, um den nachfolgenden Feind zum Nachziehen seiner schweren Infanteriewaffen und feiner Artillerie und dadurch zur Verzögerung seines Vorgehens zu zwin­gen. Geschickt angelegte Sperren und die Zer­störung der Straßen und Brücken taten ein übriges, um die Absetzung vom Feinde zu erleichtern. Die Aufklärungsflieger der blauen Armee hatten schon am Mittwoch Schanzarbeien in einer weiter zu­rückliegenden Stellung etwa an der Linie Ober- SeemenBür st einSoden festgestellt, die zu der Annahme führten, daß Rot hier seine Haupt­kampflinie auszubauen beabsichtige.

Das schöne und klare Wetter des vierten Kampf­tages brachte schon in aller Frühe eine außerordent­lich rege Tätigkeit der Aufklärungs-, Jagd- und Kampfflieger. Blau griff mit den Regimentern der 19. und 6. Division in der Frühe des Donnerstag energisch an, aber die Pioniere der roten 15. Divi-

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Eine Feldhaubitze in Feuerstellung, die mit Hilfe eines netzartigen Ueberwurfs, der mit Schirmstützen gespannt wird, gegen Fliegersicht getarnt wurde. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

fion hatten gründliche Arbeit geleistet, die Brücken gesprengt und die Waldwege mit Sperren geradezu besät, die alle unter starkem Feuer leichter und schwerer Infanteriewaffen lagen. Das zwang den Angreifer auch seinerseis, die schweren Waffen und die Artillerie vorzuziehen. In der Nähe von Ulm­bach trafen wir das vorgehende westfälische Regi­ment (J.-R. 60), das am Vortage von seinem Kom­mandeur Oberst von Basse in Gewaltmärschen herangeführt worden war. Wir erfuhren, daß die Marschverluste dabei nur etwa 5 bis 6 Mann bei der Kompanie betrugen, ein für die hervor­ragende Leistung äußerst geringer Hun­de r t s a tz , zumal der größte Teil derFuß­kranken" bereits wieder bei der Truppe ist.

Moniere beim VrückenWaa.

Eine gesprengte Brücke hat den Vormarsch nicht aufhalten können. Die Schützen haben das Flüßchen durchwatet, während 100 Meter abwärts ein Zug Pioniere bereits mit dem Bau einer Holz- brücke beschäftigt ist. Motorsägen haben in kür­zester Zeit das erforderliche Bauholz geliefert, das, von den Aesten befreit, nun zu Tragebalken ver­arbeitet wird. Nur mit Badehose und Gasmaske ausgerüstet, treiben die Pioniere die Grundpfähle in das Flußbett, während andere damit beschäftigt sind, die Bohlen aufzulegen. Die kurze Pause für die bespannten und motorisierten Fahrzeuge nutzen die Soldaten zu einer kurzen Ruhepause in dem umliegenden Walde aus, während die Nach­richtentrupps im Begriff sind, die Leitungen vorzuverlegen und Beobachtungsabteilungen der schweren Infanteriewaffen und der Artillerie mit dem Aussuchen neuer Beobachtungsstellen beschäftigt sind. Je mehr wir uns der Widerstandslinie der Roten Partei nähern, um so heftiger wird das Feuer, das die blauen Angreifer empfängt, und oft genug bedarf es des Einsatzes der Artillerie, um die gut versteckten Widerstandsnester auszuheben.

Auf dem Wege in die rückwärtigen roten Stel­lungen passieren wir ein kriegsmäßig ein­gerichtetes Feldlazarett, das allerdings

nur schwach belegt ist. Die von den Schiedsrichtern außer Gefecht gesetzten Krieger, durch die gelben Helmstreifen kenntlich gemacht, werden gesammelt und nach einer gewissen Zeit wieder ihren Truppen­teilen zugesührt.

Sperren und Fallen.

Die rote Hauptkampflinie ist außerordentlich günfttig gewählt. Unmittelbar vor dieser Stellung sind die Straßen aufgerissen und mit raffiniert angelegten Sperren durchsetzt. Eine Brücke ist mit spanischen Reitern und mächtigen Baumstämmen, die sich meterhoch auftürmen, ver­barrikadiert und außerdem unterminiert. In der Vorstellung sind Stacheldrahtfelder gezogen, Kampfwagenfallen gebaut und M G. - Nester angelegt. Hinter der Vorstellung zieht sich ein dicht bestandenes Waldgelände hin, das eine vorzügliche Deckung für die schweren Infanterie- massen und die Artilleriestellungen bietet, die so ausgewählt sind, daß sie das gesamte Vorgelände beherrschen. Die gesamte befestigte Linie ist inner­halb weniger Stunden buchstäblich aus der Erde gewachsen und es unterliegt keinem Zweifel, daß der Angreifer, hier vor einer außerordentlich schwe­ren Aufgabe steht. Die Anteilnahme der Bevölkerung ist unvermindert geblieben. Auch öie Zurückverlegung der Kampflinien hat die Schlachtenbummler nicht abhalten können, dem fesselnden Schauspiel beizuwohnen. Mit Fahrzeu­gen aller Art, Krafträdern und Fahrrädern, oder auch zu Fuß haben sie ansehnliche Strecken zurück­gelegt, um der bevorstehenden Entscheidung bei­wohnen zu können.

Kein Zugang der Bevölkerung zur Schlußbesprechung.

LPD. Die Uebungsteitung hat bereits in der Presse bekanntgegeben, daß eine Schlußkritik £et Beendigung der Großen Herbstübungen nicht ft a t t f i n b e t, sondern nur eine Besprechung öer höheren T r u p p e n f ü h re r in kleinem