fallen laut Vereinbarungen an
beschicken sein möi
hörigen und zum
von
Nachdruck verboten!
83. Fortsetzung.
Entbehrungen auch geistige Sch können. Sie sagte: „Du itzt doch nDtUrt a QJvrthO" $)f 11 /-i a m 11 Pa n
Noll, Betriebes
„Ich glaube gar, du willst für mich Mundraub begehen, du Ungeratene!" Er mußte lachen, obgleich
heil Hitler!
Der Führer des Vannes 116 Heim. Bannführer.
nie geredet. Sie hatte ein Buch gelesen, daß große Schäden Hervorrufen
.. _ ) immer richtig zu
Mittag, Fred?" Ihre Augen überprüften sein Ge
sicht. Es schien ihr nicht sonderlich abgemagert; ein bißchen blaß war er schon immer gewesen. Sie liebte diese Farbe an ihm. Gesunde, rotgebrannte Gesichter hatte sie immer um sich gehabt. Eine mütterliche Zärtlichkeit mit diesem so wenig abgehärteten Stadtkind machte ihr das Herz warm. „Ich werde mich mehr um dich kümmern", verhieß sie dem Verblüfften. „Wenn dort gut und reichlich gekocht wird, bringe ich etwas für dich auf die Seite.
eihe von 12 Sturmfahnen
-er SA.-Reiterstan-arte 147
NesehlandieSldeSSanne-N«.
Am kommenden Sonntag. 30. August, findet In Gießen das Sportfest des Bannes und Jungbannes 116 statt. Die Sportveranstaltung ist verbunden mit einem Aufmarsch der gesamten HJ„ sowie einer Feierstunde auf dem Brandplah. t
Unser Führer des Gebietes. Oberbannführer Brandt, sowie Krelsleiter Dr. Hildebrandt
Das Arbeitsbuch.
Zu unserem gestrigen Artikel über das Arbeitsbuch sei heute noch folgendes nachgetragen:
Bis zum 1. September 1936 werden rund 21,6 Millionen Arbeiter und Angestellte mit dem Arbeitsbuch ausgestattet sein. Damit ist die Emsuh- rungszeit des Arbeitsbuches beendet. Von diesem Tage ab darf kein Arbeiter oder Angestellter beschäftigt werden, der nicht im Besitz des Arbeitsbuches ist. Für jeden Arbeiter oder Angestellten, der in Arbeit steht, muß dann also ein Arbeitsbuch vom Betriebsführer aufbewahrt und geführt werden. Wer eine neue Arbeitsstelle antritt, muß schon am er st en Arbeitstage das Arbeits- buch dem Betriebsführer oder Haushaltungsvorstand aushändigen. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird streng überwacht. Es treten aber immer in geringer Zahl Fälle ein, wo das Arbeitsbuch bei Arbeitsantritt noch nicht vorgelegt werden kann. Dazu sei folgendes bemerkt:
Das Arbeitsbuch stellt keine Arbeitserlaubnis dar. Die Einrichtung des Arbeitsbuches darf die Wirtschaftstätigkeit nicht hemmen, sondern soll rm Gegenteil zu einer allgemeinen Leistungssteigerung beitragen. Daraus ergibt sich, daß in der Einführungszeit keinesfalls Entlassungen herbeigeführt oder Einstellungen von Arbeitskräften deshalb verzögert werden dürfen, weil das Arbeitsbuch noch nicht ausgestellt ist. Wem sich Arbeitsgelegenheit bietet, soll sie so schnell wie möglich wahrnehmen. Das ist selbstverständliches Gebot für jedermann und notwendig zur weiteren Gesundung unserer Volkswirtschaft. Das Arbeitsbuch muß aber, wenn der Arbeitsbuchantrag ausnahmsweise noch nicht gestellt ist, sofort beantragt werden. Das Arbeitsamt kann erforderlichenfalls eine Ersatzkarte ausstellen, die vorläufig an die Stelle des Arbeitsbuches tritt. Derjenige, der sich nicht rechtzeitig um die Erlangung des Arbeitsbuches bemüht hat, wird bestraft.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 25. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, Yi kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse B 12, ungezeichnete 10, ausländische 12, Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 7 bis 12, gelbe Ruben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15. bis 20, Römischkohl 8, Bohnen, grün 10 bis 20, gelb 10 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln, neue, % kg 5 Pf-, 5 kg 45 Pf-,
Zärtlichkeit mit diesem so wenig Stadtkind machte ihr das Herz warm.
zu seinen Arbeitern sprechen. Den Schaffenden können in ihren Pausen und oft nach Feierabend Unterhaltung und Kultur geboten werden
Die technischen Voraussetzungen sind für den Gemeinschaftsempfang durch den DAF.-Empfänger 1011 gelöst, der mit seinem Lautsprecher oder dem Rundstrahler AFR 354 ein Standardwerk deutscher Wertarbeit darstellt. Jetzt muß die Parole restlos Wirklichkeit werden: In jedem Betrieb ein DAF. -Empfänger!
50 kg 3,80 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 10 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 15 bis 20, Mirabellen 20 bis 30, Renekloden 20 bis 25, Pfirsiche 55 bis 65, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 40 Pf., junge Hahne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 Pf.
werden zu uns sprechen.
Zu diesem Tag Hal jeder Jugendgenosse zu er- cheinen. Sämtliche Sportveranstaltungen der Ium- uni) Sportvereine diesem Tage aus.
Unbekannte Fracht
Roman von Zrani Z.vraun.
besitzt drei Schuhläden in Moabit. Er und seine Frau sind tags in den Geschäften. Ich glaube, du hast es ganz gut in dem haushalt. Jedenfalls wird dir nicht viel dareingeredet werden."
Sie schwieg. Ihr war nicht gut zumute. Man hatte sie auf die Straße gesetzt. Das hebt nicht gerade das Selbstgefühl.
Fred Lorenzen blieb jetzt gleichfalls still. Er war noch bei der Zweizimmerwohnung und seiner festen Anstellung. Er sah sich mit Antje einziehen. Er hörte sich reden: Dies ist die Speisekammer, Antje; ich habe gleich etliche Konserven heraufschaffen lassen; man hat dann etwas im Hause.
Sie sah ihn lächelnd nicken und den Kopf zu ihr neigen. „Was ist?" fragte sie, in der Meinung, einen Gesprächsteil überhört zu haben.
Er fand sich in die Wirklichkeit zurück. „Sonderbar ..."
„Was denn, Fred?" Sie sah ihn prüfend an.
„Ach nichts. Weißt du. Antje, ich habe sehr oft ein Gefühl des Außenstehens und Betrachtens zu meinen Taten und Worten. Ja, sogar meine, Gedanken kommen mir bisweilen vor, als ob sie in mir gedacht würden, verstehst du, wie wenn das Gehirn selbständig geworden wäre." Er lachte sie jungenhaft an. „Das ist unter Umständen noch nachzuempfinden, nicht wahr? Sogar vorstellbar. Aber die beklemmende Frage erhebt sich: wer oder was in mir, welcher Jchteil hört diesem Gehirn und seinem Denken zu?"
Antje erschrak. Was war mit Fred? So hatte er
schäft erwächst.
Der Seniorchef, Kommerzienrat Adolf und seine Mitarbeiter von der Spitze des B^ bis zum letzten Glied der Gefolgschaft können bei der Feier des 125jährigen Bestehens mit Genugtuung die Tatsache feststellen, daß das Wirken ihrer Vorgänger im Betriebe und ihre eigene Arbeit einem Unternehmen galt und fortlaufend gewidmet isi, das nicht nur für Hunderte von Familien in der engeren Heimat zur ausschließlichen oder doch sehr wesentlichen Grundlage ihrer Existenz wurde, sondern das auch durch seine Auswirkungen in den Bereich der öffentlichen Interessen ein starker Faktor für die Allgemeinheit der Stadt Gießen und ihrer Umgebung geworden ist. Alle schaffenden Menschen dieses Betriebes und mit ihnen die Gesamtheit unserer Volksgenossen im Arbeitsbereich des Unternehmens werden sich bei dieser Betriebsfeier in dem Wunsche vereinigen, daß den Zigarrenfabriken Joh. Balth. Noll auch für die Zukunft eine glückliche Weiterentwicklung ..... ' ' >ge zum Besten ihrer Betriebsange- Wohle der Allgemeinheit.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Inkognito". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Gräfin Monte Cristo."
Gerneinschastsempfang und DAF.-Empfänger.
Rücksicht genommen wird auf die aus der landwirtschaftlichen Arbeit sich ergebenden Notwendigkeiten, so daß die Bevölkerung auch nach dieser Richtung hin ihre versorgungswirtschaftlichen Jnter- e sen gewahrt sieht und sich auch dadurch wiederum rein menschlich mit dem industriellen Betrieb verbunden weiß. Auf dieser Grundlage ist denn auch bei Joh. Balth. Noll eine Gemeinschaft zwischen dem Unternehmen und seiner Gefolgschaft entstanden, die in zahlreichen Fällen soweit reicht, daß viele Fann- lien schon von Vaters Zeiten her zum Teil alle Glieder in der Zigarrenfabrik arbeiten sehen und ebenso die neuerstehende Generation auf den gleichen Weg des Erwerbs neben der landwirtschaftlichen Betätigung hingewiesen wird. Die Gemeinden als solche sind über diese Derdienstmoglichkeiten erfreut, weil daraus ein erheblicher Beitrag auch für das wirtschaftliche Gedeihen der Dorfgemein
er den Uebergang ihres Denkens — zum Glück — nicht erfaßte.
Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin kein starker Esser", sagte sie.
„Dann willst du also für mich hungern!"
Ihre Hände drückten sich zärtlicher. „Wir werden sehen", meinte sie. Der Wagen hielt. „Sie hatten doch Alt-Moabit gesagt, Frollein?" — „Ja, gewiß, es ist richtig." Sie stiegen aus. Fred Lorenzen bezahlte, er war rascher beim Geld als Antje und drängte sie leicht zurück. „Ein bißchen spät erkundigen Sie sich, alter Freund." — „Na, mir war schon, als ob es richtig wäre."
Dann trug er Antje den Schließkorb in das Haus, setzte ihn vor die Tür, die das Schild P. Billing trug, und verabschiedete sich rasch. Antje drückte den Klingelknopf.
Es war Vormittag. Frau Grete Billing war im Hause geblieben, um das neue Mädchen zu empfangen. Sie öffnete und ließ Antje ein. „Nun, da sind Sie ja." Aus einem Hinterzimmer krähte eine dünne, aber um so lautere Kinderstimme: „Wann kommt denn nun die neue Lotti, Mama?" Frau Grete lachte Antje an. „Mein Sohn", sagte sie. „Unser voriges Mädchen hieß Lotti." Das Lächeln machte sie hübsch. Vielleicht war es auch der Mutterstolz. Ihr einaekniffener Mund entfaltete sich ein wenig. Ihre Augen bekamen einen lichteren Schein. „Wenn Sie sich in Ihrem Zimmer eingerichtet haben, kommen Sie in die Küche, nicht wahr?" Sie ging davon. Der Sohn wünschte sie.
Frau Grete Billing war im siebenten Jahr verheiratet. Mit einem guten Mann, wie sie gern erklärte. Seit fünf Jahren war der Junge Hellmuth da. Seit drei Jahren leider auch der Großvater Leopold, ihres Mannes Vater, von Wien gekommen aus undurchsichtigen Gründen mit nichts als dem Titel Hofrat.
Die Wohnung hatte solcherart allein vier Schlafzimmer. Der Hofrat, der Junge Hellmuth, das Ehepaar und das Mädchen. Dazu kam ein Speisezimmer und eine Art Bibliothek- oder Herrenzimmer, in dem man sich abends gemeinsam aufhielt. Den Schreibtisch in diesem Raum benutzte Paul Billing nie; er erledigte feine Arbeiten im Büro. Der Hofrat — er war nun bald an die siebzig Jahre, aber äußerst munter und rüstig — schrieb seine
tritt des Musikzuges der SA.-Reiterstandarte 49 die Sturmabordnungen zu einem M a r s ch d u r ch Gießen durch folgende Straßen ab: Trieb, Kai- serallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Hindenburg- wall, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstratze, Kanzleiberg, Brandplatz. Hier finbet der V o rbei- marsch vor Obergruppenführer Litzmann statt. Der Rückmarsch nach dem Vorbeimarsch erfolgt durch: Landgraf-Philipp-Platz, Landgrafenstraße, Hitlerwall, Moltkestraße, Schlageterftrabe, Wolfstraße, Fröbelstraße, Georg-Philipp-Gail- Straße, Kaiserallee zum Trieb.
Hier angekommen, schlagen die Sturme F e i o - stall, worauf Reiter und Mrd unter den Klängen des Musikzuges der SA.-Relterstandarte 147 verpflegt werden. Um 15.30 Uhr wird der Feldstall abgebrochen, um 16 Uhr rücken die Sturme in ihre Heimatorte ab. , .. __ ,,,
Am Vorabend findet im Caf6 ßeib um 20 Uqr ein Konzert der vereinigten Mufikzüge der ö21.» Reiterstanoarten 49 und 147 statt.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Oer schwarze Mann.
Wenn man ihn sieht, soll man sich beglückwünschen. Ob es fahrlässig ist, das nicht zu tun, läßt sich mit Sicherheit nicht sagen. Auf alle Fälle schadet es ja nichts, wenn man es tut, und außerdem ist es entschieden besser, man hat es mit dem Schornsteinfeger, als mit einer schwarzen Katze zu tun. Denn schwarze Katzen auf dem Wege sind keineswegs beliebt. Obwohl sie es hinsichtlich der Schwärze mit einem Schornsteinfeger schon aufnehmen und auch fouft ganz possierlich wirken. Aber der Volks- braucy hat es nun mal mit dem schwarzen Mann, womit die Sache ohne weiteres entschieden ist.
Sehr häufig kriegt man ihn allerdings nicht zu Gesicht. Man muß eben Glück haben, und wenn das der Fall ist, erweist es sich, daß der Schvrn- steinfeger zwar sehr munter, aber auch sehr eilig seines Weges zieht. Im Getriebe der lärmerfüllten Stadt haben wir es ja alle eilig, und die Romantik, die sich Jim den Beruf des schwarzen Mannes rankt, entbindet ihn nicht von der Notwendigkeit, feine Tätigkeit und fein Arbeitstempo dem allgemein gültigen Zeitmaß anzupafsen.
Vom Straßenbord aus gesehen, nimmt es sich ganz lustig aus, wenn der Schornsteinfeger auf der Dachkante eines hohen Hauses entlangläuft und seine „Sonne", den runden Besen mit Strick und Kugel, handhabt. Oben ist die Sache allerdings weniger vergnüglich. Schwindelgefühle darf der schwarze Mann keineswegs haben und außerdem muß seine Gesundheit sv beschaffen fein, daß sie den Einwirkungen der Witterung und den Gefahren der Zugluft trotzt. Dabei muß er die Kunst des Balanc^rens beherrschen und überhaupt ein Mann sein, den nicht so leicht etwas aus der Fassung bringt.
Die Arbeitsgebiete des Schornsteinfegers sind streng geregelt, und wenn sich schon ein Beruf feine ständische Eigenart und seine Uebertieferungen bewahrt hat, bann ist es hier der Fall. Es herrscht eine Ordnung bei dem schwarzen Mann und seinen Kameraden, wie sie selten anzutreffen ist. Allerdings hat das auch seinen Grund, denn der Schornsteinfeger ist in hohem Maße Diener der Allgemeinheit und seine Aufgabe spielt' in der Sorge um die öffentliche Sicherheit keine geringe Rolle. Paßt der Schornsteinfeger nicht auf, so muß es der Feuerwehrmann tun, und besser ist es zweisellos, wenn der Feuerwehrmann nicht erst auf der Bildfläche zu erscheinen braucht.
Jedenfalls verdient der Schornsteinfeger die ihm allgemein entgegengebrachte Sympathie. Wenn er
NSG. Der Rundfunk war es nickt zuletzt, der dazu beitrug, aus dem zersplitterten deutschen Volk durch das Wort des Führers über den Aether wieder eine Nation zu formen, die, wenn der Führer ruft, geschloffen antritt.
Durch diese Erkenntnis angeregt, entstand die Parole:
Rundfunk in jedes Haus!
Der Volksempfänger kam. Die Hörerzahl wuchs um Millionen.
Jetzt heißt die Parole:
Rundfunk in jedem Betrieb!
Diese Parole ist nicht jung. Schon nach den denkwürdigen Wahlen am 10. November 1933 wurde diese Frage akut. Als der Führer am 10. November 1933 zu seinen Arbeitern sprach, aus einem Werk zu allen Werkmännern in den Werken, erkannte man mit einem Schlage das große Problem. Damals rollte der ganze Vorgang unter schwierigen Verhältnissen und technischen Unvollkommenheiten ab. Der deutsche Rundfunk war zunächst auf solche Ereignisse technisch nicht vorbereitet. Aus einer Einrichtung, die mehr der Unterhaltung und Bildung diente, war ein Staatsinstrument geworden, war die Verbindung zwischen Führer und Volk entstanden. Das bezeugte schon der 1. Mai 1933 und vor dem der 30. Januar.
Mit deutscher Gründlichkeit und Hingabe ging man daran, die technischen Mittel für den Gemeinschaftsempfang zu schaffen. Und der deutschen Industrie gelang es, auf Anregung und in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront ein Gerät zu schaffen, das den Anforderungen des Gemeinschaftsempfanges gerecht wurde. Dabei wurde die Störungsanfälligkeit in den Betrieben besonders berücksichtigt und einwandfrei gelöst.
Auf der großen Rundfunkausstellung 1935 in Berlin begann der D A F. -Empfänger 1011 feinen Weg in die Betriebe und in die Öffentlichkeit überhaupt. Viele Betriebe hatten sich inzwischen gute Empfangsanlagen geschaffen, doch wurde das neue Gerät fast überall bevorzugt und manche alte Anlage mußte der neuen des DAF.-Empfängers 1011 weichen. Mit dem DAF.-Empfänger ist es nun möglich, den Gemeinschaftsempfang einwandfrei durchzuführen.
Das Sprachrohr in den Betrieben ist damit geschaffen. Der Führer kann jetzt jederzeit dadurch
** Die Planierung des Triebs. Seit etwa drei Monaten sind auf dem Trieb, auf dem Platz unmittelbar an der Volkshalle, Planierungs- arbeiten im Gange, die in der Hauptsache nahezu abgeschlossen sind. Der große Platz, dem später auch einmal der Sportplatz der SpielvereinAung 1900 eingefügt werden soll, hat, was seine Höhen- läge betrifft, eine einheitliche Gestaltung erfahren und wird in Zukunft geschlossener wirken, als es bisher der Fall war. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, an der Längsseite der Dolkshalle eine efte Straße zu bauen, die unmittelbar vor der Liebigshöhe vorbei bis zum Waldende des Philo- ophenwaldes fortgesetzt werden soll. Das umfangreiche Erdreich, das durch die Tieferlegung des Platzes an der Volkshalle gewonnen wurde, fand in erster Linie Verwendung für die Aufschüttung der Schlageterstraße.
** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der 63 Jahre alte Landwirt Ludwig Ernst Kaiser aus Burkhards (Kreis Schotten), der vor einigen Tagen in seinem Heimatorte von einem Erntewagen gestürzt war und mit schweren inneren Verletzungen nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte, ist gestern hier an den Folgen der Verletzungen gestorben.
Eportamt „Kraft durch Freude^.
Heute folgende Kurse:
Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.
Schwimmen, Anfänger und Fortgeschrittene. Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer, Volksbad. Von 21 bis 22 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. (Neuanmeldungen werden angenommen.)
Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Univerfitäts-A-Ü- institut, Brandplatz.
kindergymnastlk!
Für den in der nächsten Woche wieder beginnenden Kursus für Kindergymnastik werden noch N e u- anmeldungen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, angenommen. Aller Poraussicht nach läuft der Kursus Dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr. Die Kosten betragen 20 Pfennig für die Uebungsftunde.
Familientag
des Lucius'schen Familienverbandes.
Arn 15./16. August fand in Jugenheim (Rheinhessen) der 18. F a m i l i e n t a g des im Jahre 1896 gegründeten Luciusschen Familienverbandes unter Teilnahme von nahezu 70 Mitgliedern aus fast allen Zweigen dieser großen Familie hessischen Ursprungs statt. Der , Verband umfaßt alle Nachkommen des Pfarrers
Am kommenden Sonntag, 30. August, finbet in Gießen auf dem Trieb vormittags 10 Uhr die Weihe der Fahnen der 12 Stürme der S A.-Re it er stand arte 14 7 statt.
Der Tag wird eingeleitet mit einem Weck e n durch den berittenen Musikzug der SA.-Reiter- standarte 49. Um 10 Uhr nehmen die zum großen Teil berittenen Abordnungen der SA.-Reiter- türme Paradeaufstellung auf dem -trieb
Zu dem Weiheakt stellt die Standarte 116 einen Ehrenfturm mit Standarte und Fahnenabordnung. An der Feier nehmen u. a. teil; der Reichsinspekteur für das Reit- und Fahrwesen, Obergruppenführer Litzmann-Berlin, der Führer der SA.-Gruppe Hessen, Gruppenführer Beckerle, Brigadeführer Schmidt und Gruppenreiterfuhrer Standartenführer Wehner. Die Fahnenweihe wid durch Gruppenführer Beckerle vorge- nommen. ... , m
Nach Beendigung der Feier rucken unter Doran-
mit seinem Schultereisen und dem Rußsack durch die Straßen wandert, stößt er überall auf vergnügliche Blicke, und die bekannte Frage: „Wer ürchtet sich norm schwarzen Mann?" hat wirklich nur für die ganz Kleinen ihren fatalen Klang. Vom Zehnjährigen an aufwärts gibt es nur noch eine einzige Meinung: Er ist ein Glücksbringer, der Schornsteinfeger! H. W. Sch.
Dornotizen.
An der Ecke wartete Fred Lorenzen. Er trug ihr den Koffer, dies mäßig schwere Weidengeflecht, zum nächsten Autostand.
„Ich sollte besser nicht im Auto bei der neuen Herrschaft vorfahren, Fred!" Sie hatte Bedenken, ihr eigenes Geld auszugeben.
„Alle anderen Fuhren sind teurer, Antje", loa er. „Steige ein. Wir fahren kaum zehn Minuten.
Fred Lorenzen hielt ihre Hand in der feinen, er liebte dieses Mädchen. Es hatte sich gezeigt, daß es sich nicht um eine vorübergehende Neigung gehandelt hatte. Er war ein bißchen ratlos, was werden sollte. Er besaß nichts, konnte kaum genug verdienen, um selber existieren zu können. Antje mußte in Stellung gehen. Er war nicht der Meinung, daß Arbeit einen Menschen herabsetze; aber er hatte den natürlichen Wunsch, Antje nickt auf die Dauer für fremde Leute Arbeit tun lassen zu müssen. Er gedachte sie zu heiraten. Eine Frau gehörte in ein eigenes Heim. Sie würde wohl einwilligen. Aber noch fehlte es an vielem. Deshalb hatte er ihr von feinem Plan bisher kaum gesprochen. Aber die Graphischen Werke AG., der Direktor Möller und der Prokurist hatten ihm Hoffnungen auf eine feste Anstellung gemacht. Es war nichts mit sogenanntem freien Beruf. Man hing in der Lust.
Er hielt ihre Hand. Wie rauh diese Finger waren. Er träumte von einer kleinen weißen Küche, gerade für die Bedürfnisse von zwei Menschen reichend. Dort sollte Antje sich erholen. Zwei Zimmer und die Küche. Er hatte ein zartes Lächeln um den Mund. Da würden die geliebten Hände wieder weich und schön werden. Er war ein Künstler. Er liebte Antje. Wie schade, daß er die Unschönheit ihrer Hände überhaupt bemerken mußte.
„Dieser Paul Billing", hob er an und sprach etwas anderes, als er eben noch gedacht hatte, „ist zumindest wohlhabend. Ich habe mich erkundigt. Er
immer noch beträchtliche Privatkorrespondenz an diesem Tisch; ebenso hielt es Frau Grete. Den Bücherschrank, vollgestopft mit Gedrucktem aller nur denkbaren Art, öffnete keiner. Die Romane kannten sie alle. Eher schon fand einmal abends das Grammophon Anklang, und es wurden ein paar Tanzplatten aufgelegt. Aber da nie eine Auffrischung des Repertoirs erfolgte, fiel auch dieser musikalische Teil meist aus. Radio hielten sie nicht. Es machte Herrn Billing angeblich nervös. So blieben die Zeitungen. Abends lasen sie — alle drei Erwachsenen — Zeitungen. Jeder sein Leibblatt.
Eine Unterbrechung erfuhren diese gemütlichen Abende Mittwochs vierzehntägig, wo Herr und Frau Billing in der Staatsoper abonniert waren. Sie konnten beide kaum als musikalisch gelten, aber eine Loge in der Oper hatte Frau Grete aewünscht, und Paul Billing war aus Prestigegründen nicht ungern einverstanden gewesen.
Bereits am zweiten Tage hatte Frau Grete begriffen, daß sie in dieser Antje Oelkens ein tüchtiges, verläßliches Mädchen bekommen hatte. Sie verzichtete daher auf ein weiteres Anlernen, ein dumpfes Gefühl flüsterte ihr zu, daß von ihr sowieso nicht viel zu lernen sei, was den Haushalt anbetraf. Sie war eigentlich stets im Geschäft gewesen, vor der Ehe, während der Ehe. Antje würde ja merken, wie der Haushalt lief. Frau Grete erklärte ihrem Gatten, morgen könne sie wieder mit ins Geschäft fahren.
„Das ist schön", sagte Paul Billing. Er lag rt einem Sessel des Herrenzimmers. Seit er an Die Vierzig kam, setzte er Fett an und liebte es, nach Dem Essen eine Stunde zu ruhen. Dies war Dt* Stunde nach dem Essen. Frau Grete und Antje hatten gemeinsam gekocht. Kalbskoteletten mit Leipzigs Allerlei; hinterher einen Grießpuddig mit Himbeersaft, in den Großvater Hofrat und Hellmuth ganz besonders Bresche geschlagen hatten. Morgen wurD Antje allein kochen. Der Junge kam für ein paar Vormittagsstunden in einen Kindergarten. Anil würde Zeit haben, sich der Wohnung und dann dem Essen zu widmen. , „ „ ,
„Vergiß nicht, ihr Geld dazulassen", nahm Herr Billing seinen Gedankengang wieder auf, „aoer laß dir die Rechnungen zeigen. Zumindest in Der ersten Zeit. , ,
(Fortsetzung folgt!)


