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Dien5taa,25.August 1936
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Nr. 198 Zweites Blatt
Ein Hindenburg-Denkmal in Forst
Das ÄeiOsebrenmal derFeldartillene in Köln
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Am kommenden Sonntag feierlich enthüllt. Unser Bi
Im Jahre 1826 war die griechische Stadt M i s s o »
„Berlin, den 4. Oktober 1835.
Gustav Wilhelm Hufeland. — (Scherl-M.)
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sundheit. Hufeland geht auf alle Schädigungen em, die unser Körper durch ungesunde Lebensweise, Narkotika und Gifte ufro., erfährt. Der Ehestand wirkt lebensverlängernd, klimatische Betrachtungen werden angestellt, großen Wert legt er auf die seelischen Faktoren wie innere Harmonie, ausgeglichenes Tempera
stellen, werden als minderwertige Gäste behandelt und von den Geschäftsführern und Kellnern ekelhaft und verächtlich bedient. In einer anderen, für die Zustände in den staatlichen Restaurationen charakteristischen Zuschrift heißt es: „In dem Restaurant des Stalinsker Trusts der Speisehäuser im Jsmajloswker Park für „Kultur und Erholung" werden die Speisen in schmutzigem Geschirr aufgetragen. Auch die Tischtücher auf den Tischen sind verschmutzt. Die Speisesäle sowie die Küche und Vorratskammer sind voller Fliegen, die überhaupt nicht bekämpft werden. Die Speisen werden schlampig zu- be reitet. Die Köche und Kelllner laufen in
gesundheit zu seinem hundertsten Todestage zu ehren, ihn zu lesen und von ihm zu lernen.
H. Hartmann.
Der König hat genehmigt, daß ich meinen Sohn mit nach Weimar nehmen darf. Er ist vollkommen gesund und kräftig, so daß die Reise ohne alle Besorgnisse stattfinden kann. Wir wollen ihn morgen bis Halle und übermorgen bis Weimar gehen lassen, so daß wir zusammen ankommen.
ment, geringe Reizbarkeit.
So ist es unsere Pflicht, diesen großen Deutschen, warmen Menschensreund und Förderer der Volks-
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Mein Bruder Carl hat vor fünf Jahren seinen Sohn eineinhalb Tagereisen machen lassen so daß : j. ___i_____ „ u Cf« niHnnrftnrihon finh hott Ilm PT
Am kommenden Sonntag wird in Köln das Reichsehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Artilleristen feierlich enthüllt. Unser Bild zeigt das Modell dieses Denkmals nach einem Entwurf von Pros. D a n n e- mann (Berlin). — (Scherl-Bilderdienst-M.)
E.n hebeneroerter Arzt.
3um 100. Todestage von (Ehr. W. Hufeland am 25 uciufl 1936
NSG Die „Wetschernjaja Moskwa" vom 3. 8. 1936 (Nr 177) veröffentlicht einige der, wie sie selbst zugibt, bei ihr zahlreich einaelaufenen Z u - s ch r i f t e n aus der Moskauer Bevölkerung, in denen über die „sanitätswidrigen Zu- stände" und die „unerschwinglichen Preise" in den staatlichen Restaurationen geklagt wird. In einem dieser Briefe wird von einem Moskauer Arbeiter mit Entrüstung darauf hingewiesen, daß in den Restaurationen der sogenannten „Kulturparks" der Mindestpreis eines Mittagessens 7 bis 8 Rubel (!) betrage und für einfache Bürger nicht erschwinglich sei. Diejenigen Gäste, die ein sogenanntes „Standardmittagessen" für 3 Rubel be-
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Kleiner e j i ) ©Uhelm" und zur natürlichen Denkweise, nach der wir heute
ihrp m>is. so sehr suchen, gerade auch für die Erkenntnis,e der hin en ft d e s Krankheiten und die vorbeugende Erhaltung der Ge-
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brottisch. Ich habe nie geglaubt, daß ich so viel essen könnte. v _ . s
Abends gehen wir ins naheliegende Dors unö fingen. Hanne, die Führerin, hat ihre Ziehharmonika mitgenommen. Die Männer und Frauen des Dorfes hören uns zu. Sie fitzen nahe bet uns. Ihre Kinder haben sich zu uns gesetzt und versuchen mitzusingen. — Wir gehen heim. Um 9.30 Uhr müssen wir alle im Bett liegen. Als ich mich gerade ausziehen will, ruft mich Hanne. „Wir wollen noch ein wenig nach draußen gehen", sagt sie.
Hanne geht'mit mir an den Kornfeldern vorbei. Es duftet überall nach reifem Korn und Heu. Dann spricht sie zu mir. Sie erzählt von der Kameradschaft, die jedes Mädel im Landdienstheim und bei der Arbeit halten muß, fie erzählt, daß der Land- dienst den ganzen Einsatz des Mädels fordere und daß die Arbeit keine Spielerei wäre. „Wir Helsen nicht nur dem einzelnen Bauern mit unserer Arbeit, sondern dem ganzen Volk. Und — Hilde , sagt Hanne zum Schluß, „wenn du etwas hast, dann kommst du zu mir, und wir beide werden bas schon erledigen." Sie reicht mir die Hand. Ich drücke sie kräftig. „Los, jetzt wollen wir aber ms Bett gehen!" Hanne lacht fröhlich. Wir laufen zum Heim zurück. Leise gehen wir in den Schlafraum. Ich werfe mich müde ins Bett und schlafe tief und fest bis zum nächsten Morgen. H. K—i.
Ein mittelalterlicher Bauvertrag.
Die Frage: was verdiente ein mittelalterlicher Handwerksmeister, der Gesellen unterhielt, also selbständiger Unternehmer war, gehört zu dem Bilde mittelalterlicher Stadtkultur. Da wir von die- sen Dingen verhältnismäßig wenig wissen, ist ein Bauvertrag, der in der Zeitschrift „Deutsche Kunst und Denkmalspflege" besprochen wird, mit einem zünftigen Handwerksmeister aus dem Jahre 1495, von Interesse. Der Erfurter Steinmetzmeister Claus Bone baute im Auftrage des Erzbischofs von Mainz in den Jahren 1495 bis 1496 die Kapelle des Mainzerhofs in Erfurt, und zwar nach Angabe Dr. A. Schmidts, der die Bourechni^ngen herausgegeben hat, nicht als „Hüttenmeister", der vereidigter Beamter des Bauherrn mar; sondern eben als Zunftmeister, also selbständiger Handwerker im „Taglohn". Es liegt nun freilich kein Vertrag im eigentlichen Sinne vor, sondern nur die Wochenrechnungen, aus denen die vertragliche Grundlage mit ziemlich viel Mühe herausgezogen werden muß. Noch schwieriger gestaltet sich die Rechnung dadurch, daß nicht immer die gleiche Anzahl von Gesellen gearbeitet hat und nicht immer gleich viel Tage in der Woche, und daß der Rechnungsführer mit dem Meister nicht abstrakt nach Arbeitstagen und Prozenten abrechnete, sondern primitiv anschaulich nach der von den und bcn Gesellen tatsächlich geleisteten Arbeit, wonach dem Meister so und so viel an Lohn zusteht. Und zwar mar der Schlüssel folgender pin Steinmetzgeielle bekam für den Tag sechs Groschen und die Kost. Hatte nun der Meister vier Gesellen an der Arbeit, so bekam er am Wochenende den Lohn für die vier Gesellen und außerdem je Arbeitstag für sich als Unternehmer einen Gesellenlohn dazu. In unsere Sprache übertragen bedeutet das: der Meister bekam auf die ausgezahlten Taglöhne einen Zuschlag von 25 v. H. für Unkosten und Gewinn. Selbst mitgearbeitet hat der Meister in diesem Fall nicht. Sonst hätte sein eigener Tagelohn na» türlich entsprechend höher sein müssen als die der Gesellen. Der Vertrag entspricht grundsätzlich den heute üblichen Bauverträgen, doch schnitt der mittelalterliche Handwerksmeister in Bezug auf die Höhe des Gewinnes besser ab. Der mittelalterliche Handwerksmeister und Unternehmer verdiente, nach diesen Rechnungen des Jahres 1495 zu schließen, rund das Doppelte.
Teuer und dreckig!
bolschewistische Zustände in Moskauer Vestauranis.
waren, getrocknet. Wir fetzen uns an den Rand des Feldes und essen. Nach einer halben Stunde aeht's wieder an die Arbeit. Wir arbeiten bis 11 Uhr durch und dann marschieren wir ins Heim. Schnell gewaschen — und nun zum Mittagessen. Es gibt heute Gemüsesuppe. Das schmeckt: und einen Apetit haben wir! Feldarbeit macht hungrig und müde. Bis 1 Uhr können wir schlafen.
Ein schriller Pfiff weckt mich. Antreten! „Wohin gehen wir jetzt?" frage ich. „Da hinten zum Feld. Wir raufein Erbsen." Ich kann mir zwar nichts darunter vorstellen, aber ich werde ja sehen.
Wieder werden wir eingeteilt. Drei Mädel — ein Arbeiter. Wir stehen an der Längsseite eines großen Erbsenfeldes. Jetzt kommt eine Maschine am gerattert, reißt die Erbsenpflanzen los, und wir müssen sie sofort mit der Harke zusammenholen und ie an den Rand des Feldes zum Trocknen legen. Diese Arbeit macht Spaß. Man fühlt so richtig seine Kraft, wenn man den vollen Haufen Erbsenpflanzen auf die Harke nimmt und ihn zur Seite bringt. Aber bald merkt man seine Arme, und als wir um 18 Uhr zum Heim gehen, sind wir sehr müde. Alles stürzt an die Waschschüsseln. Da wird geschrubbt und gebürstet. Wie das erfrischt! Die Wäsche und die Kleider gewechselt. Jetzt ist die Müdigkeit beinahe verschwunden. Das kalte Brunnenwasser hat viel dazu getan. Dann sitzen wir blitzsauber in unseren Dolkstanzkleidern am Abend-
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packt.
Das ist denn auch das Gepräge seiner Schrift von der Kunst, das menschliche Leben zu verlängern. Wir sind erstaunt über die ausgesprochen biologische Denkweise Hufelands. Er spricht viel von den Pflan-
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Wim Lange, tur die Bilder .l-V. Dr. Fr.K -nist Llumschm twortlich für b» Ml. D.A.VN.ZK !che Universität- K.-T., sämtliche 2,05 einschlieW Werten 15 . und Samstac! 5 Ps. mehr.
.Juni 1935 gültig
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Hufeland, Freund Goethes und Leibarzt des Königspaares Friedrich Wilhelm HL und Kommn Luise hat es zu den höchsten Ehren gebracht, die einem Arzt beschieden sein können. Er war m Berlin non 1800 an Direktor des Medizinischen Kollegiums Vorstand der „Oberexaminationskommlssion und er st er Arzt der Charit ä. Als die Berliner Universität gegründet wurde, bekam er lelbstverstand- lich die Professur für innere Medizin, und 1810 kam er als Staatsrat in die Abteilung des Kultusmimste- riums für Medizinalangelegenhelten Dazu darf man noch berichten, daß er d. e P oNNlnit der Charite für innere Medizin gründete, also ein hohes soziales Werk für die breiten Schichten der Unbemittelten tat, und daß er die Medizin sch- ch i r u r g i s ch e G e s e l l s ch a f t i n B e r l i n grün bete. Bei seinem goldenen Doktorjubilaum 1833 das in der ganzen Welt mitgefeiert wurde wurde d e Medizinische Gesellschaft in /^u eland-Gesellschaf umgetauft. Sein Name und sein Ansehen waren Berlin, in Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus so groß wie selten bei einem 2lrz e.
Der Ehren waren es also genug, die Hufeland dargebracht wurden. Er hatte he aber nicht nur verdient wegen seiner wissenschaftlichen Lelstunden er hat sie auch verdient, weil er e>n so warmherziger und liebenswerter M e n s ch war. Nicht leder bahnbrechende Forscher ist von dieser inneren Lauterkeit und mitreißenden Kraft der Seele, wie sie Hufeland eigen war. Der Beweis dafür, daß m Hufeland das Idealbild bcs hippokratischen »Ml*c® S“?1,9 DQcn’,
wirf liebt war, könnte man zahllose Beispiele führen Schon, daß er der großen unö tapferen König inL ü i i-zehn Jahre nahestand nn sie auf ihrem Leidenswege ZU ihrem frufan loöe begleitete ift Beweis genug. „Begleiten nicht nur im Sinne seelischer und medizinischer Betreuung ver- and N sondern im wörtlichen Sinne; denn als te noch der unglücklichen Schlacht von Jena glaubte, noi den aus Lerlin marschierenden Franzosen fliehen ZN müssen qing er mit ihr nach Ostpreußen, zog NU ihr als sie schweren Typhus bekam und noch nicht wi°d»-h-rgestellt war, und war ihr ,n schwerster polnischer und persönlicher Natzeit stets ein zuverlässiger Berater. Ohne zu schwanken, hatte er mit ihr Berlin und seine Familie verlassen. W,e großes Vertrauen die Familie des Preußenkonigs zu chuse- land hatte, geht auch aus einem Briefe hervor, den
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Ich komme mit zwei anderen Mädeln zu einem Landarbeiter, der uns diese „Kunst" erst beibringen soll. ,
Das sieht eigentlich ganz leicht aus — die Garben zu binden und sie aufzustellen. Ich greife ein Kornbündel vom Boden auf. „Brr — das ist aber kalt! Ich umbinde die Aehren sorgsam und will die Garbe aufstellen. Da — das Bündel löst sich und fällt auseinander. Schnell noch einmal dieselbe Arbeit! Jetzt hält es. Nun die Garben aufgestellt! Wir drei Mädel mühen uns redlich ab. Aber die Bündel wollen nicht recht stehenbleiben. Unser Haufe sieht sehr schief aus. Der Landarbeiter kommt und stößt ihn um. „Taugt nichts", meint er, „noch mal anfangen!" Wir schauen ihn etwas verblüfft an. Warum ist er so unfreundlich! So — jetzt steht der Haufe aber. Fein sieht er aus. Wir arbeiten tüchtig weiter. Der Arbeiter hilft uns dann und wann. Er spricht kaum mit uns. Ich frage ihn nach dem Grund feines Schweigens. „Ja", sagt er, „da kommen die Mädchens von die Stadt und wollen aufs Land helfen." „Na — und — arbeiten wir vielleicht nicht?!" sagen die Mädel. „Ich dacht bloß sie können alle nicht — aber nu is ja gut." Ach so, er meinte wohl wir vom Landdienst kommen nur auf das Land, um dann und wann mal mitzuhelfen. Nun beginnen wir erst einmal ihn über den Sinn und Zweck des Landdienstes aufzuklären. Er sagt zwar am Ende unserer Rede nichts — aber an den anderen Tagen ist er viel freundlicher und hilft uns wo er nur kann.
Drüben fingen die Mädel. Wir stimmen auch ein Lied an. Die Männer und Frauen hören uns zu. Wenn sie eins kennen, dann fingen sie sogar mit. Jetzt ein Pfiff über das Feld. „Frühstück!" — Es ist 8 Uhr.
Die Sonne hat das Korn und auch unsere Klei- I der, die mittlerweile vollkommen naß geworden
„Aufstehen — aust'tehen!" — Jetzt noch ein wenig schlafen können! Ich schaue nach der Uhr. Es ist 4.30 Uhr. Die Sonne scheint schon ins Fenster. Vorsichtig luge ich unter der rotkarierten Bettdecke hervor. Vielleicht sind die anderen noch nicht auf- gestanden? Aber — die Mädel waschen sich schon — nur ich liege noch im Bett. Mit einem Satz bin ich aus den Federn. Das will ich mir nicht nachsagen lassen, daß die „Neue" ein Langschläfer ist. Die Führerin — Hanne heißt sie — lacht: „Wenn du noch länger im Bett geblieben wärst, bann hätten mir dich alle miteinander geholt. Los, in zehn Minuten mußt du mit Waschen, Bettenmachen und Anziehen fertig sein." Waschen und Anziehen — das geht schnell. Aber das Bettenmachen! Nach vieler Mühe habe ich das Bett mit Hilfe der anderen Mädel endlich schön glatt. „Du wirst das schon bald lernen", trösten sie mich. Die Führerin geht durch die Reihen und schaut sich alles an.
Wir stehen um den Fahnenmast. Hanne sagt den Tagesspruch, und langsam wird die Fahne hoch- gezogen Nun hinauf zum Morgenkaffee. Große Berge Brot liegen aufgeschichtet. Jeder kann essen, so viel er nur will. Währendessen erzählen mir die Mädel von der Landarbeit. Dann beschauen sie mich ousmerksam. „Hast du denn kein Kopftuch? Da* mußt du unbedingt umnehmen!" „Sag mal, was für Schuhe hast du denn an?" Ich zeige meine fast neuen Schuhe. „Du, die sind viel zu gut. Da, sieh mal, was ich anhabe." Ich sehe alte Ueberzieh- schuhe, sauber geputzt, an ihren braungebrannten
In" Reihe zu drei Gliedern angetreten!" Mit einem Lied geht es zur Feldarbeit. Ich bin gespannt — Wir sollen heute Garben zu großen Hausen aufstellen. Am Vortag hat es geregnet. Ich schaue etwas beklommen am die nassen Garben, die am Boden liegen. Der Aufseher teilt uns ein
türkischen Belaaerer immer wieder erfolgreich gewehrt hatte, gefallen und, wie Hufeland in seinem Berichte sagt, waren „tausende von Hülfelosen in Gefahr, zu verhungern, verlassen von aller Welt, selbst von ihren Brüdern, den Christen, der Wut der Barbaren preisgegeben. Die Strenge der Politik verbot, in den öffentlichen Blättern etwas zu ihrem Besten (als Rebellen) zu sagen. Da ergriff mich eines Morgens das Menschlichkeitsgefühl so heftig, daß ich, alle Rücksichten überwindend, einem edlen, dafür Sinn habenden König es aussprach und ihn bat zu erlauben, daß ich eine Subskription zur Unterstützung der notleidenden Griechen eröffnen durfte. Er erlaubte es. Ich hatte des Königs Wort, und so überwand ich alle Einwendungen der Minister. Ich ließ vereint mit Strauß, Ritschi und Streckfuß einen Aufrufin die Zeitungen setzen, und er wirkte wie ein elektrischer Schlag auf ganz Deutschland, er gab dem lange unterdrückten Mitleidsgefühl Freiheit zur Tat — es tarnen nach und nach soviel Beiträge zusammen, daß wir eine halbe Million Franken nach Griechenland senden konnten — und so wurden durch Gottes Beistand, durch ein so schwaches Werkzeug und durch einen glücklichen Augenblick — ich möchte es lieber höhere Eingebung und Rührung nennen nicht allein Tausende von Unglücklichen vom Hungertode gerettet, sondern auch durch die nun sich allgemein laut aussprechende öffentliche Meinung mächtig auf die Politik der Kabinette gewirkt und wesentlich zu der günstigen Wendung der griechischen Sache beigetragen." — Es zeigt sich auch hier sein großer weltoffener Geist, der alles andere ist als lebensfremd, sondern die Fragen mit Mut und Umsicht an-
Hufeland gehörte zu jenen L senschaft stets unmittelbar in Den Dienst Des Volkes stellen, die sich so ausdrücken, daß der Mann von der Straße sie verstehen kann, die natürlich reden, weil sie natürlich denken. So hat er eine ganze Reihe populärer medizinischer Bucher geschrieben, von denen die „Makrobiotik" und der „Gute Rat an Mütter" die berühmtesten sind. Die „Makrobiotik" oder die Kunst, das menschliche Leben m uus tun...« —_______, —zu verlängern, wurde in fast alle europäischen Sprö
der nachmalige Kaiser Wil- * chen, sogar ins Chinesische übersetzt.
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In der alten Tuchmacherstadt Forst (Lausitz) wurde durch den Bundessuhrer des Kyffhauserbundes, Oberst a. D. R e i n h a r d t, ein Denkmal des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg enthüllt. Das drei Meter hohe Standbild ist ein Werk des Münchner Bildhauers Professor Mattes. (Scherl-M.)
„Wir Helsen dem ganzen Volk."
Der erste Tag im Landdienst.
Helm I., an Hufeland schrieb, und den wir hier aus -----
dem Familienbesitz der Urenkelin Hufelands (Frau lunghi, nachdem sie sich fünf Jahre gegen die
Prym-von Becherer) wiedergeben: - """""


