Ausgabe 
25.1.1936
 
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186. Jahrgang

Eichener Anzeiger

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Der Reichskirchenansschuß zum 30. Januar

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den kommenden Wahlen mit der Konkurrenz der Marxisten rechnen und wünschten daher, ihre Be­wegungsfreiheit wieder zu erlangen. Laval hat den offenen Sturz in der Kammer nicht abgewartet. Er ist zurückgetreten, als Herriot und drei wertere radikalsozialistische Minister ihm die Gefolgschaft verweigerten. Ob Sarraut oder ein anderer fern Nachfolger wird, ist eine Frage von minderer Be­deutung im Hinblick auf die Wahlen, die nur noch einem Uebergangskabinett Raum lassen. H e r r i o t, der Ministeramt und Parteioorsitz von sich geschoben hat, um von allen Bindungen ledig vor seine Wäh­ler treten zu können, hält sich für alle künftigen Möglichkeiten bereit. Aber solange die Wahlen keine Klarheit geschaffen haben, wird mit Frankreich nicht ernstlich zu rechnen sein.

antwortung vor Gott und den Menschen für alles, was sie tun, und niemand kann sie ihnen ab­nehmen."

Wenn die Partei, so wie heute, führende Persön­lichkeiten nicht nur für ihre eigene riesige Organi­sation und alle ihre vielen Gliederungen einzusetzen, sondern auch für den Staat, die Provinzen und Ge­meinden abzugeben habe, dann sei es klar, daß es

Seite zu stehen. Diese Aufgabe, sei jedem einzelnen Parteigenossen gestellt. Wenn er auch in der Ge­schichte' einst nicht einzeln mit Namen genannt werde, als die treue und zuverlässige Garde der Bewegung würden sie insgesamt in die Geschichte eingehen. In dem Ehebund, den der National­sozialismus mit dem Volke geschlossen habe, seien die Erfolge: unsere Kinder. Sie aber seien das beste Band eines solchen Bundes.Ich weiß es, und ich versichere es, in zehn Jahren werden die Nöte von heute unsere schön st en Erinnerungen sein. Denn dann werden unsere Erfolge klar vor uns stehen." Die Partei aber sei der Mittler zwischen Regierung und Volk. Sie habe jetzt die Auf-

(gez.): D. Zoellner.

In einem Begleitschreiben wird auf die Ab­haltung gottesdienstlicher Feiern aus Anlaß dieses Tages hingewiesen.

Der Reichskirchenausschuß veranstaltet gemeinsam mit dem Landeskirchenausschuß am Vorabend des Tages einen Gottesdienst im Berliner Dom, bei dem Generalsuperintendent D. Zoell - ner die Predigt halten wird.

da und dort noch an geeigneten Führerköpfen etwas fehle. Aber nirgends werde der Führernach­wuchs so systematisch herangebildet wie im natio­nalsozialistischen System. Die Partei sei aber die Gewähr dafür, daß dieses Führertum aus dem Volke heraus erwachse und nicht aus einer bevorrechtigten Schicht bestimmt werde. Daher sei der nationalsozialistische Staat nicht eine über den Wolken thronende Autokratie, sondern im Gegen­teil eine.veredelte Demokratie.

Dr. Goebbels erinnerte dann daran, wie töricht die Parteien in der Vorkriegszeit unsere innere Kraft gelähmt haben. Diese Erfahrungen seien nicht spurlos an den Männern der Regierung vorüber- gegangen, und sie seien daher auch zu unpo-

Berlin, 24. Ian. (DNB.) Zum 30. Januar gibt der Reichskirchenausschuß folgendesWort an die Gemeinden" bekannt:

Der 30. Januar ist für unser deutsches Volk zu einem bedeutsamen Markstein seiner Geschichte ge­worden. Don ihm aus bestimmt seit drei Jahren der staatsmännische Wille des Führers und der nationalsozialistischen Bewegung Leben und Ord­nung in Volk und Staat. Seitdem sind d i e Kräfte der Nation in heißem Ringen mit fast unüberwindlichen Schwierigkeiten von innen und außen zu geschlossenem Einsatz ge­bracht. Im Kampf für Arbeit und Brot aller Volksgenossen, für die Freiheit und Ehre des deut­schen Volkes gestaltet dieses sich neu zu einer ihrer großen Geschichte, ihrer Verantwortung und Würde bewußten deutschen Nation. Die Deutsche Evange­lische Kirche steht mitten in diesem neuen Werden des Volkes. Weil sie den deutschen Men­schen durch ihre Botschaft unter den Ernst der Ewigkeit, unter die Gnade und unter die Erlösung durch Christus stellt, erschließt sich ihm eben da­durch die tiefste Verantwortung und Freudigkeit, ganz Deutscher zu sein, und verpflichtet ihn zur Treue und zu hingebendem Dienst. So tragen die Glieder der Kirche als Glieder des Volkes m besonderem Maße die Verantwortung für den Erfolg des gegenwärtigen Ringens um eine gesegnete Zukunft mit.

Darum betet die Kirche zu dem allmächtigen Gott daß er alle aufbauenden Kräfte im Volk zum opfernden Einsatz für die Gemein-

pulären Maßnahmen entschlossen, wenn die Sicherheit des deutschen Volkes es erfor­dere. Wer den Mut zu unpopulären Maßnahmen habe, der werde dann später, wenn die Richtigkeit der Maßnahmen offenbar geworden sei, wahrhaft populär werden.

2Nit innerster Anteilnahme verfolgt die Ver­sammlung die Stelle der Rede, in der Dr. Goebbels darauf hinwies, wie genau ihm all die Röte des kleinen Rlannes be­kannt feien, und in der er an Beispielen zeigte, wie unwahr es ist, daß die Regierung von einer chinesischen Blauer umgeben sei. Aber, so fuhr dann Dr. Goebbels fort, die Regierung müsse es dennoch von sich weifen, durch billige populäre Maßnahmen für den Augenblick die Zukunft des deutschen Volkes zu gefährden. Dafür haben wir das deutsche Volk viel zu lieb." Durch soziale Großtaten wie das Win- terhilfswerk oderKraft durch Freude" habe der nationalsozialistische Staat gezeigt, w i e ernst es ihm um die Linderung der Rötedesvolkessei. wenn daher um der Zukunft der Ration willen auch einmal un­populäre Maßnahmen getroffen oder populäre Maßnahmen nicht getroffen würden, dann könne jeder überzeugt sein: es geht eben einfach nicht anders. Gewiß sehe das deutsche Volk ganz genau, daß noch nicht alles fertig sei, daß es hier oder da noch Mängel gebe. Aber es sehe bei den Männern der nationalsozialistischen Regierung den ehrlichen Willen und das klare zielbewußte Durchhalten. Das sei das Entscheidende. Darum sei auch die innenpolitische Lage in Deutschland hundert­prozentig in Ordnung.

Mit hinreißender Begeisterung bekannte sich Dr. Goebbels dann zu unserer Aufgabe, dem Führer bei feinen großen geschichtlichen Entscheidungen zur

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Berlin, 25. Jan. (DRV.) Reichsmlnister Dr. Goebbels erläßt zum bevorstehenden 30.Januar folgenden Aufruf:

An das deutsche Volk!

Es ist im neuen Deutschland schöne Tradition geworden, daß am Jahrestag der nationalsozialisti­schen Revolution zwar keine glänzenden und rauschenden Feste gefeiert, dafür aber in besonderen sozialen Hilfsaktionen für die vom Winterhilfswerk betreuten Volks­genossen zusätzliche Leistungen ausgeschüt- tet werden.

So werden auch an dem bevorstehenden 30. Ja­nuar 1936, entsprechend der Zahl der Betreuten, zusätzlich zur normalen Leistung durch das WHW. selbst Spenden im Werte von 2 2 Mii - ionen Reichsmark zur Verteilung gelangen.

sondere Aktion zum 30. Januar erläßt der Reichs- beauftragte für das WHW.

Im Jahre 1935 hat das deutsche Volk seine Wehrhoheit und damit seine nationale Souveränität wiedergewonnen. Die­ser historische Erfolg der zielsicheren Aufbauarbeit des Führers bestärkt jeden Deutschen in dem festen und unbeirrbaren Glauben, daß die restlose Er­füllung unserer alten Kampfparole Wirklichkeit werden wird:

Freiheit und Lrot für jeden Deutschen!

In Dankbarkeit gegen das Schicksal, das unser Werk so sichtbar segnete, und im Vertrauen darauf, daß das Glück, das aus unserer eigenen Arbeit entspringt, uns auch im kommenden Jahr des deutschen Aufbaues nicht verlassen wird, betreten wir damit das vierte Jahr der nationalsozialisti­schen Revolution.

ES lebe der Führer!

Berlin, am 25. Januar 1936.

Der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda gez.: Dr. Goebbels.

Diese Summe wird aufgewandt für:

13 Millionen W e r t g u t s ch e i n e im trage von je 1. RM. und

5,5 Millionen Kohlengutscheine Werte von je 1,50 RM.

Die Durchführungsbestimmungen für diese

gäbe, im Volke das Gefühl einer hohen Sendung großzuziehen.Wir müssen dem ganzen Volk ge­genüber ein Beispiel an Idealismus, an Begeisterung und Charakter st ärke sein".Wir leben in einer Zeit, die deshalb so wunderbar ist, weil jeder darin das werden kann, was seinen Leistungen entspricht." ,

Mit einem Appell an die Alte Garde der Partei zu kameradschaftlichem Zusammenhalt im alten Kampfgeist schloß Dr. Goebbels seine Ausführun­gen. ' Mit langanhaltendem stürmischem Beifall dankte ihm die Menge. Kreisleiter S ch a l l e r schloß dann die Kundgebung mit einem dreifachen Sieg­heil auf den Führer und das deutsche Volk, das begeistert ausgenommen wurde.

Gonderfpende DesWHWamLahrestage der nationalsozialistischen Revolution.

22 Millionen an zusätzlicher Leistung für die vom Winterhilfswerk Betreuten.

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schäft des Volkes segnen und des Führers großes und schweres Werk zum Heil un- jeres Volkes und Reiches geraten lasse. Die Kirche betet zu Gott, daß er ihre Glieder durch seinen Heiligen Geist ausrüste zu einem solchen Bekenntnis des Glaubens an Christum, das die auf­richtigen Herzen für die ewige Wahrheit des Evan­geliums gewinnt und sich in tätiger Liebe an allen Gliedern des Volkes beweist. Die Kirche betet zu Gott, daß er Führer und Volk durch alle Anfech- tung, Not und Gefahr gnädig geleite und unseren Willen erwecke zur Erfüllung seiner Gebote, frei von uns selbst, ihm und den Brüdern zu dienen im heiligen Schmuck, lieber uns allen steht auch in Zukunft für die Aufgabe in unserem Volk die Lo­sung:Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von nonzem Herzen, von ganzer Seele und aus allen deinen Kräften und deinen Nächsten als dich selbst undDer Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände; ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern!"

Der Reichskirchenausschuß.

Keine billige Populariiäishascherei soll die Zukunft unseres Volkes gefährden.

Winierhilfswerk und Kraft durch Freude zeigen den ernsten Willen des Nationalsozialismus die Nöte des Volkes zu lindern.

Aeichsminister Dr. Goebbels spricht in Köln.

Köln, 24. Jan. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach in der Kölner Rheinlandhalle, die bis unter das Dach mit rund 15 000 Menschen angefüllt war. Dr. Goebbels, von starkem Beifall empfangen, ging davon aus, daß das deutsche Volk in den vergangenen drei Jahren seit der national­sozialistischen Revolution eine innere und äußere Umwälzung durchgemacht hat, die seinen Cha­rakter vollkommen verändert habe. Heute sei uns das alles bereits zur Selbstverständ­lichkeit geworden, und daher werde manchmal die Größe dieser Umwälzung nicht mehr richtig er­kannt und gewürdigt. Es sei sehr leicht, zu kritisie­ren, wenn man keine Verantwortung trage. Die Männer des vergangenen Systems hätten sich stets hinter Mehrheitsbeschlüssen irgendeines Parlaments verstecken können.Heute", so rief Dr. Goebbels unter dem Beifall der Massen aus,heute trägt der Führer mit seinen Mitarbeitern die Ver-

Engländers erobern können.

Sein Sohn hat sich gut darauf vorbereitet, in den I Aufgaben, die die Staatsleitung ihm zumeist nicht j minder wie im Herzen seines Volkes das Erbe des I Vaters anzutreten. Die prunkvollen Zeremonien, : mit denen das traditionsfreudige England die i Thronbesteigung feines neuen Herrschers umgibt, dürfen nicht verschleiern, daß in einem überaus sorgfältig ausgewogenen Regierungssystem, dem Ergebnis einer langen geschichtlichen Entwicklung nicht minder wie einer klugen Rücksichtnahme auf so­ziale Strukturwandlungen im englischen Mutter- I lande und auf die seit dem Weltkrieg gänzlich verän­derte Stellung der britischen Dominions, mit Edu­ard VIII. ein durch und durch moderner Mensch, ein Mann der Frontgeneration, ein genauer Ken­ner der weltwirtschaftlichen Verflechtungen und po­litischen Reibungsflächen den für ihn sehr be­stimmt umriffenen Platz einnimmt. Und wenn in diesen Tagen Gebräuche wieder erweckt werden, die aus den Zeiten der Tudors stammen, und Formeln wieder aufleben, die dieglorious revoluhon Dor rund 250 Jahren geprägt bat, die aber inzwischen durch die lebendige Entwicklung des englischen Staatslebens jede Bedeutung verloren haben, so äußert sich in diesem unentwegten Festhalten am lieberfommenen die konservative Grundhaltung des englischen Volkes nicht nur, sondern auch der Wunsch, sich bei gegebenen Gelegenheiten der gro­ßen Stationen seiner Geschichte zu erinnern, der Marksteine in dem langen Kampf um das dem bri­tischen Volkscharakter und den eigenartigen Be­dürfnissen des Landes angemessenste Regime.

Wenn in England die Anpassung des Regie­rungssystems an veränderte Zeitverbaltnisse sich kaum spürbar vollzieht, ist der ähnliche Vorgang in Frankreich Anlaß zu heftigen Gefuhlsaus- brüchen und erregten Auseinandersetzungen über die Grundprinzipien der Staatsoraanisation, die jedoch bei Licht besehen nur die Oberfläche peit­schen und im Sande verlaufen, sobald sich ein irgendwie gangbarer Weg zur Ueberbrückung der allerdrückendsten Schwierigkeiten gefunden zu> baden scheint. Entspricht die Unstetheit im politischen Leben der ständige Wechsel der Regierungen, wie er für die Dritte Republik charakteristisch gewor­den ist, dem Temperament des französischen Volks­charakters, der in der Herrschaft von ein paar hundert zu Berufspolitikern gewordener Advokaten die ihm angemessene Regierungslorm gefunden bat Oder ist dieser Wirbel von einer Regierungskrise in die andere, dieses notdürftiae von der Hand in den Mund leben, das niemandem Zeit läßt, auch nur die drängendsten wirtschaftlichen und sozialen Reformpläne, von tiefgreifenden politischen Umstel­lungen ganz zu schweigen, durchzuführen ist dieser Zustand'ewiger Nervosität em Warmmgssmnal, daß das französische Volk in derrdpublique des cama- rades nicht mehr die Verwirklichung ferner sehr ausaeprägten politischen Ideale siebt? Die Frage wird' selbst in Frankreich sehr verschieden beant­wortet Der starke Individualismiis des Franzosen, der aus dem Gedanken der Gleichheit heraus fede Elite ablebnt und zur Sicherung der Herrschaft des Volkes in der parlamentarischen Republik auch nicht auf die mißtrauische Überwachung des von ibm gewählten Abgeordneten verzichtet .st neHeubt die stärkste Stütze des gegenwärtigen Regimes, Wir sehen dieses Moment, das ^ch naturgemäß bei drohenden Wahlen ungeheuer verstärkt, auch in der augenblicklichen Krisis, der d a s Kabinett La­val zum Opfer gefallen is als treibende Kraft.

Die R a d i k a l f o z i a l l st e n die ^ettaus größte Grunpe im Parlament, die Partei der nroßen Malle des französischen Kleinbürgertum^ fühlen sich seit langem durch den starken Zug nach links, den die letzten Gemeinde- und R"twnalrats- wählen offenbahrt haben, bedruckt und wünschen sich daher rechtzeitig vor den Wahlen abzusetzen von derrechten Mitte", mit der zusammen sie das Kabinett Laval gebildet haben. Lavals Innenpolitik ist von der Linken, die zwar Einsparungen bet Den

Beamtengehältern so kurz vor den Wahlen als wenig populär nicht liebt, aber schärfere Maßnah­men gegen die sog. Kampfbünde der Rechten gern gesehen hätte, als kompromißhaft und lau empfum den worden. Seine Außenpolitik behagt ihnen noch weniger. Sie verargen ihm ebenso sehr das Hm- auszögern der Ratifizierung des Beistandspaktes mit Sowjetrußland wie sein vorsichtiges Lavieren zwischen England und Italien in der Sanktions­frage. Aus gefühlsmäßiger Abneigung gegen jedes autoritäre Regime find sie Gegner des italiem- schen Faschismus, als begeisterte Verfechter einer doktrinären Völkerbundsidee wünschen sie den Gen­fer Apparat mit allen Konsequenzen gegen den Angreifer" Italien spielen zu lassen. Laval war ihnen nicht hemdsärmelig genug. Sie müssen bei

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London -Pans-Gens.

Mit König Georg V. hat England einen Herr­scher verloren, dessen Klugheit und Erfahrung bei aller persönlichen Zurückhaltung, die die Verfassung ihm auferlegte und die auch seinem bescheidenen Wesen entsprach, nicht unerheblich dazu beigetragen haben, daß das Britische Weltreich die schweren politischen und sozialen Erschütterungen der letzten beiden Jahrzehnte leidlicher überstanden hat, als die anderen großen Völker. Die große Biegsamkeit des englischen Staatsgrundgesetzes, die jede Fesse­lung in starre Verfassungsparagraphen vermeidet und jeder Persönlichkeit das Betätigungsfeld ein­räumt, das ihren Anlagen entspricht, hat in den Stürmen der Nachkriegszeit ihre großen Vorzüge bewiesen. Gerade die Krone, von deren verfassungs­rechtlicher 'Macht die Parlamentsherrschaft nicht viel übrig gelassen hat, hat während der Regierungszeit Georgs V. als einziges Bindeglied derBritish Commonwealth of nations" eine neue, für den Zu­sammenhalt des Reiches ungemein wichtige Rolle übernommen. Und wie zwischen den einzelnen Reichsteilen, so ist der König auch in der inneren Politik Englands ein wesentlicher Faktor des Aus­gleichs der Kräfte gewesen, der weder davor zurück­gescheut ist, der Arbeiterpartei eine Chance zu ge­ben, als die Wahlen sie neben die beiden traditio­nellen Parteien emporgetragen hatte, noch gezögert hat, das übliche parlamentarische Spiel zu durch­brechen, als besondere Umstände ihm die Zusammen- sassung aller Kräfte in einer Nationalregierung ge­boten schienen. So hat Georg V. vollauf die Auf­gaben erfüllt, vor die seine Zeit ihn stellte. Und mehr noch, er ist der erste Gentleman seines Landes gewesen, wie Baldwin von ihm rühmte, und hat sich, wie der Führer der Arbeiteropposition im Unterhaus von ihm bezeugte, eine feste Stellung der Liebe und Hochachtung im Herzen eines jeden

Das ist auch schon in der Völkerbunds- ratssitzung in Genf zum Ausdruck gekommen, auf der über die W e i t e r f ü h r u n g derSank- tionen gegen Italien Beschluß gefaßt wer- den sollte. Man ist aber keinen Schritt vorangekom­men, nicht allein, weil Laval wieder nach Haus- mußte, nein, auch die Engländer hatten keine Eile, die viel besprochene Oelsperre gegen Italien m Kraft zu setzen, obwohl dies der logische Schritt nach der scharfen Ablehnung des Pariser Friedensplanes durch die englische Oeffentlichkeit gewesen wäre. Aber England zieht eine sorgfältige Prüfung aller Mög­lichkeiten und etwaigen Folgen einer Oelsperre vor. Eden hat dem Rat Bericht erstattet über das Er­gebnis der Fühlungnahme mit Frankreich und den ändern Mittelmeeranliegern wegen gegenseitiger

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Nr. 2l Erster Blatt 186. Jahrgang Samstag, 25. Januar 1956

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