frierfleisch! Gefrierfleisch! Auch du wirst bald sein wie wir — Gefrierfleisch."
In einem Wutanfall stürzte er sich gegen die Tür, stieß mit den Füßen dagegen, schrie bis er heiser wurde und ließ sich halb erschöpft auf den Boden fallen. Aber schon in der nächsten Minute stand er wieder auf den Beinen, hakte das Fleisch Stück für Stück ab, hängte es erneut auf. Stunde um Stunde. Wieviel Uhr roar es eigentlich? Er hatte keine Uhr bei sich. Sicher waren schon tausend Stunden oeraangen.
Langsam begannen seine Kräfte zu erlahmen. Wie eine Folge von Traumbildern huschte ihm die Vergangenheit durch den Sinn. Dieses eine Bild, wie er es totsächlich mal in einem Kühlraum gesehen hatte — die vollkommen starr gefrorene Leiche eines blinden Passagiers! Und dann sah er wieder die Menschen um sich, wie sie sicher und bequem am Tisch saßen und ihre Zigarren rauchten, sah er die Mannschaft in den Hängematten liegen. Der Sturm war vorüber. Niemand dachte an ihn?
Das Atmen wurde ihm schwer. Die Gedanken beruhigten sich. Einmal versuchte er, auf die Beine zu kommen. Aber — doch, es gelang ihm, nicht
lange, dann setzte er sich wieder nieder. Mochte kommen, was da wollte. Es war ja jetzt alles schon so weit weg, nur ausruhen — müde, dachte er, sehr müde bin ich, hab viel gearbeitet heute, und acht Stunden sind es noch bis zum Frühstück.
Er war beinahe starr vor Kälte und in jenem Zustand der Gleichgültigkeit, der dem Tode durch Erfrieren vorangeht, als sich langsam die Tür öffnete. Entsetzt blickte Campbell den Steward an. War der Eintretende Wirklichkeit oder... Er versuchte noch einmal zu sprechen, aber er konnte nur noch heiser krächzen.--
Der Steward sah sofort, um was es ging. Er beugte sich nieder, schwang sich den halberfrorenen Koch über die Schulter und brachte ihn zur Kran- kenftation. Tagelang lag Campbell zwischen Leben und Tod. Als er die Umgebung wiedererkannte, erzählte man ihm, daß er drei volle Stunden im Kühlraum verbracht hatte. Als W. R. Hall, der Kapitän des „Pacific Shipper“, vom Verschwinden des Chefkoches hörte, ließ er jede Ecke des Schiffes absuchen. Ein Steward nahm den Ersatzschlüssel, ging in den Kühlraum und konnte so den Der-
Wirtschaft.
Starke Auflockerung der Bankbilanzen.
Was der Geldmarkt in den letzten Wochen bereits erkennen ließ, nämlich eine neue Verflüssigung der Wirtschaft, das wird durch das Bild der soeben erschienenen Oktoberbilanzen der Banken bestätigt. Stärkerer Auftrieb der Einlagenentwicklung, weitere Schuldentilgung auf der Anlagenseite: das ist in kurzen Worten die Grundtendenz der Entwicklung, wie sie vor allem bei den Berliner Großbanken in die Erscheinung tritt und dort die Gesamtgläubiger um über 100 Mill. RM. erhöhte, die Gesamtdebitoren um etwa 59 Mill. RM. verminderte. Das Ergebnis ist, da den Großbanken überdies aus der Einlösung fälliger Hins- und Dividendenscheine weitere Bettäge zufloffen (+ 31 Mill. RM.), eine beträchtliche Steigerung der rediskontfähigen Wechselbestände (+218 Mill. RM.) und damit der bankmäßigen Liquidität, die sich im Gesamtdurchschnitt der Berliner Großbanken gegenüber dem Vormonat von rund 37 v. H. auf 40 v. H. erhöhte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese günstige Entwicklung des Status der Banken für den Entschluß, im gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue Konsolidierungsanleihe aufzulegen, von bestimmendem Einfluß war. Der erfreuliche Eindruck, den die Oktoberbilanzen der Banken machen, wird verstärkt durch die Tatsache, daß erstmalig seit vielen Monaten im Rahmen einer Zunahme der Warenvorschüsse um 7 Mill. RM. auch die der Finanzierung des Außenhandels dienenden Rembourskredite eine Erhöhung verzeichnen, die von den Bemühungen der Banken um eine Förderung unseres Außenhandels zeugt.
Fwd. Fruchteimer nach Norm vom Reichsnährstand vorgeschrieben. Der deutsche Normenausschuß hat soeben das in Gemeinschaft mit der Fachgruppe Blechwaren und der Hauptoereinigung der Deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft entwickelte Normblatt DIN. 2041 über zylindrische Fruchteimer der Oeffentlichkeit übergeben. Die Abmessungen der genormten Fruchteimer wurden so festgelegt, daß sie eine wirtschaftliche Blechausnutzung ergeben, was namentlich im Hinblick auf die Rohstoffbewirtschaftung wichtig ist. Der Reichsnährstand wird künftig die genormten Fruchteimer nach DIN. 2041 in feinen Verordnungen vorschreiben, so daß an Stelle der unzähligen Ausführungen in den verschiedensten Gewichts- abftufungen nur nach fünf Größen für die Verpackung van Marmelade benutzt werden.
* Rund 300 Millionen Mark Auszahlung der privaten Lebensversicherungen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die 58 privaten Lebensoersicherungsunternehmungen, die dem Verbände Deutscher Lebensversicherungsgesellschaften angehören, Auszahlungen an Versicherte ober deren Hinterbliebenen in Höhe von 299,5 Millionen Mark vorgenommen. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres, in der 306,0 Millionen Mark ausgezahlt wurden, ist ein gewisser Rückgang festzustellen, der vermutlich auf einen besseren Sterblichkeitsverlauf zurück- zufübren ist. Die Vergleichsziffern des Jahres 1934 (291,8 Millionen Mark) wurden übertroffen.
* Die gesamte hessische Tabakernte ab gesetzt. Einen schönen Erfolg haben in diesem Jahre die hessischen Tabakpflanzer zu verzeichnen. Sie haben für ihre große Mühe und ihre aufmerksame Behandlung des gepflanzten und geernteten Tabakgutes in diesem Jahr zufriedenstellende Preise erzielt und zudem die ganze Ernte an den Mann gebracht. Nach der letzten lebhaften Einschreibesitzung in Speyer wurde das gesamte Hauptgut des
Landesverbandes der Hessischen Tabakpflanzer- Fachschaften verkauft — ein Erfolg, der unsere Tabakpflanzer zu weiteren Anstrengungen aneifern wird.
Rhein-Mainische Börse.
M.llagsbörfe still und schwächer.
Frankfurt a. M., 23. Nov. Die Börse hatte wieder nur sehr geringe Umsätze und am Aktienmarkt eine vorwiegend etwas nachgebende Tendenz. Es lagen kleine Verkäufe vor, die auf eine schwache Aufnahmeneigung stießen, so daß Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Auch nach den ersten Kursen setzten sich die Abbröckelungen infolge der Geschäftsstille fort. IG. Farben gingen auf 166,65 bis 166,25 (167,25), Scheide- anftalt auf 265 (266) zurück. Von Elektroaktien verloren Lahmeyer 1,25 v. H., RWE. 1 v. H., AEG. und Siemens lagen knapp behauptet. Am Montanmarkt notierten Verein. Stahl 122 bis 121,50 (122), Mannesmann 117 bis 116,25 (117,50), Hoefch 117,40 (118), Rhein. Braunkohlen 223 (225,25) und Klöckner unverändert 124,25. Don Maschinenaktien verloren Muag 1 v. H., Rheinmetall 0,25 v. H., Daimler 1,25 v. H. Im einzelnen setzten Reichsbank 1,75 v. H., AG. für Verkehr 0,65 v. H., Holzmann 1,40 v. H., Zellstoff Aschaffenburg und Zement Heidelberg je 0,25 v. H. niedriger ein. Nordd. Lloyd (14,50) und Westdeutsche Kaufhof (57,50) lagen unverändert.
Der Rentenmarkt lag ebenfalls ruhig, aber besser behauptet. Altbesitz etwa 118,50, Kommunal- Umschuldunq 89,80, Zinsoergütungsscheine 94. Zertifizierte Dollar-Bonds neigten zur Schwäche, 6 v. H. Preußen 71,25 (72), 6,50 o. H. do. 71,75 (7+50).
Im Verlaufe war das Geschäft am Aktienmarkt womöglich noch ruhiger und die Kurse bröckelten überwiegend weiter etwas ab. Verein. Stahl 121 nach 121,50, Mannesmann 116 nach 117, IG. Farben 166 nach 166,25, Daimler 119,25 nach 120, Westdeutsche Kaufhof 57 nach 57,50. Von den erst später notierten Werten verloren Rheinstahl 2,75 o.H. auf 148,25, Zellstoff Waldhof 2,50 o. H. auf 158, Schuckert 1,75 o. H. auf 155, Deutsche Erdöl 1,25 o. H. auf 140,25 und Mansfelder nach Pause 4 o. H. auf 151. Etwas höher lagen Moenus Maschinen mit 96,50 (95,50).
Am variablen Rentenmarkt bröckelten Kom- munal-Umschuldung auf 89,75 und zertifizierte Dollar-Bonds weitere 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich etwas Nachfrage, Frankfurter Hyp.- und Frankfurter Pfandbrief-Bank Gold und K O zogen je 0,25 v. H. an auf 97,25 bzw. 95. Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen blieben gut behauptet, fester lagen 4,50 v. H. Hanau mit 92,75 (92,25).
Auslandswerte waren angeboten und kamen überwiegend schwächer zur Notiz. I. und II. Anatolier 28,25 (29,75).
Im Freiverkehr gingen Ufa auf 61,25 (63) zurück, sonst nannte man Ädlerwerke 103 bis 105, Wayß & Freytag 125 bis 127, Growag 92 bis 94. — Tagesgeld unverändert 2,50 v. H.
Abendbörse still.
Bei ruhigem Geschäft wiesen die Kurse an der Abendbörse nur wenig Veränderung auf. Die Stimmung war nicht unfreundlich, verschiedentlich bestand etwas Kaufinteresse. Einer Anzahl von leichten Erhöhungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. gegen den Berliner Schluß standen von Abschwächungen Zellstoff Aschaffenburg mit 137,50 bis 136,50 (137,50), RWE. mit 137,25 (138), Scheideanstalt mit 264 (265), Hoesch mit 116,75 (117,50) und Deutsche Erd
öl mit 140,50 (141,40) gegenüber. Don Ausland- werten notierten Aku mit 54,50 (55), 4proz. Schweizer Bundesbahn mit unverändert 114, 4proz. Ungarn Gold mit uno. 7,70, 5proz. äußere Mexikaner mit uno. 8,40. Der deutsche Rentenmarkt lag still und unverändert.
U. a. notierten: 6proz. IG.-Farben 135, 4proz. Schutzgebietsanleihe, Zertifikate von 1909, 10,80, 4,5proz. Ungarn von 1914 7, 4proz. Ungarn von 1914 Goldrente 7,70, 5proz. Rumänen 6,90, 3,5proz. Schweiz. Bundesbahn 109, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 114, 5proz. äußere Mexikaner 8,40, Commerzbank 108,25, Harpener 149,50, Mannesmann 116,50, Hoefch 116,75, Rheinstahl 148,75, Verein. Stahl 122,25, Aku 54,50, Aschaffenburger Zellstoff 137 bis 136,50, BMW. 138,50, Bemberg 111,25, Gement Heidelberg 167,75, JG.-Chemie Basel volle 145,50, dieselben leere 132, Daimler 120,50, Deutsche Erdöl 140,50, Scheideanstalt 264, Licht & Kraft 155, JG.- Farben 166 bis 166,25, Gesfürel 143,50, Goldschmidt 127, Junghans 110 B, Lahmeyer 133,25, RWE. 137,25, Schuckert 155, Westdeutsche Kaufhof 57,25, Zellstoff Waldhof 156,50, Südd. Zucker 203, AG. für Verkehr 119,50.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 23. Nov. Auftrieb: Rinder 807 (gegen 789 am letzten Montagsmarkt), darunter 128 (108) Ochsen, 94 (94) Bullen, 502 (483) Kühe, 83 (114) Färsen. Kälber 469 (460), Hämmel und Schafe 187 (127), Schweine 3620 (3493). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (am 16. November 45), b) 39 bis 41 (39 bis 41). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 37 bis 39 (39), c) 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 26 bis 33 (26 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (41 bis 44), b) 38 bis 40 (40), c) 35 (—), d) 28 (—). Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 45 bis 55 (45 bis 55) c) 40 (40), d) 30 bis 39 (40). Hämmel b2) 41 bis 44 (45 bis 48), c) 35 bis 40 (40 bis 44). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), bl) 56 (56), b2) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51). Sauen gl) 56 (56). Marktoerlauf: Rinder, Kälber und Schweine
wurden Zugeteilt. Hämmel und Scherfe sehr fang* sam. Ueberftanb: 67 Kühe, 28 Schafe.
Großmarkt für Fleisch und Fett« waren. Beschickung: 382 Viertel Rindfleisch, 576 halbe Schweine, 101 ganze Kälber, 15 ganze Hämmel, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Kalbfleisch a) 107, b) 96, c) 82. Hammelfleisch b) 90 bis 100, Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktoerlauf: Lebhaft.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 23. Nov. Die Weizenlie« ferungen lassen, wie stets gegen Monatsende, nach. In Roggen ist die Versorgungslage besser. Durch die Andienungspflicht ist es möglich, auch den schlechter versorgten Mühlen Mahlgut zuzuweisen. Das Mehl- geschäft ist unverändert. In Braugerste haben sich die Anlieferungen nicht wesentlich gebessert; Indu- striegerste ist wenig am Markt, well auch die geringeren Qualitäten noch als Braugerste gekauft werden. Futtergerste bleibt knapp. Futterhafer wurde etwas besser an geliefert, aber hauptsächlich von den Heeresverpflegungsämtern in Anspruch genommen. Die zweite Oelkuchenzuteilung wird allmählich abgewickelt. Im übrigen ist der Futtermll- telmarkt im wesentlichen unverändert.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 203, w 16 206, W 19 210, W 20 212, Roggen R 12 166, R 15 169, R18 173, R19 175 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Braugerste 232, Weizenmehl Type 790 W 13 28,10, W 16 28,20, W19 28,20, W 20 28,55, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber 16,75, Heu 5,60, do. draht- gepreßt 6,60, Weizen- und Roggenstroh drahtge- preßt 2,60 bis 2,80, do. gebündelt 2,40 bis 2,50.
Kartoffeln: gelb fleischige hiesiger Gegend 2,70 Mark, weißfleischige hiesiger Gegend 2,40 per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz ruhig.
Aus dm preußischen Nachbargebieten.
Patenkinder des Führers im Kreise Limburg.
Lpd. Limburg, 23. Nov. Bis Ende 1936 hat der Führer im Kreise Limburg fünf Ehrenpatenschaften übernommen. Da die Ehrenpatenschaft nur übernommen wird, wenn nicht mindestens neun lebende Kinder, ober sieben lebende eheliche Söhne vorhanden sind und die Familie erbgefunb ist, beweist das eine erfreuliche Häufigkeit kinderreicher Familien im Kreise Limburg. Diese Tatsache wird noch dadurch unterstrichen, daß auch der verstorbene Reichspräsident von Hindenburg bis zu seinem Tode fünf Ehrenpatenschaften im Kreise übernommen hatte.
Schloß Dehrn im Diente der NSÄ.
LPD. Simburg, 23. Nov. Schloß Dehm bei Limburg, das zum Teil schon vom BDM. benutzt wurde, ist jetzt auch in den Dienst der NSV. unseres Gaues gestellt worden. Die NSV. wird hier erholungsbedürftige Kinder unterbringen. Der erste, aus 60 Buben bestehende Transport ist bereits eingetroffen. Die Kinder kommen aus Montabaur, dem Kreis St. Goarshausen, aus Bensheim, dem Odenwald und der Gießener Gegend. Ihr Aufenthalt ist auf rund vier Wochen bemessen.
Der letzte Biedenkopfer Veteran von 1870/71 gestorben.
LPD. Biedenkopf, 23. Nov. Der Kriegs- Deteran Johannes Derfch ist hier im Alter von 91 Jahren geworben. Mit ihm ist der letzte Teilnehmer am Kriege 1870/71 aus der Stadt Biedenkopf dahingeschieden. Johannes Dersch diente von 1868 bis 1871 aktiv beim Hessischen Trainbataillon Nr. 11 in Kassel und machte den Krieg bei einer Arttllerie-Munitionskolonne mit. Auch an der Belagerung von Paris nahm er teil.
200 000 Mark ins Ausland verschoben.
LPD. Frankfurt a. M., 23. Nov. Gegen den 45jährigen, zuletzt in Frankfurt wohnhaften, jetzt vermutlich in Budapest befindlichen Juden Max Werblowsky wurde vom Amtsgericht die Einziehung eines Ersatzwertes in Höhe von 200 000 Mark gemäß §45 des Devisengesetzes ungeordnet. Werblowsky hat mindestens 200 000 Mark ohne Genehmigung nach dem Ausland gebracht, was schon in einem gegen ihn erlassenen Schöffengerichtsurteil festgestellt wurde. In diesem Urteil wurde das gesamte inländische Vermögen als Ersatzwert für die ins Ausland ver
brachten Werte eingezogen. Die von dem Urteil erfaßten Werte erreichten jedoch nicht den Betrag von 200 000 Mark.
3n der Berufungsinstanz erhöhte Strafe.
LPD. Frankfurt a. M., 23. Nov. Der 41jäh- rige jüdische Juwelenhändler Marcus Marcus kaufte einem Italiener einen Diamantring für 1750 Mark ab und verkaufte ihn einen Tag später für 2000 Mark. Wie seinerzeit berichtet, wurde M. deshalb wegen Deoisenvergehens vom Schöffengericht zu einer Gefängnis st rafe von 1 Jahr und 2000 Mark GeIdstrafe verurteilt, da nach den Feststellungen des Gerichts es dem Angeklagten nicht unbekannt war, daß er den Ring von einem Ausländer erwarb. Auf die Berufung des Angeklagten erhöhte die Zweite Strafkammer die Strafe auf 15 Monate Gefängnis und 40 000 Mark Geldstrafe.
Unverschämte Schweinediebe.
LPD. Frankfurt a. M., 23. Nov. Aus einem Hofgut bei Sprendlingen wurden durch Einbruch zwei Schweine im Gewicht von 2 7 0 und 275 Pfund g e st o h l e n. Die Tiere wurden an Ort und Stelle geschlachtet und wahrscheinlich mit einem Drückkarren fortgeschafft.
Oie eigene Werkstatt in Brand gesteckt.
Der Brandstifter verhaftet.
LPD. Rüsselsheim a. M., 23. Nov. In der Nacht zum 11. November wurde von Straßenpassanten in einer Schreinerei in Rüsselsheim Feuer bemerkt. Als die sofort benachrichtigte Feuerwenhr an der Brandstelle eintraf, standen die Schreinerwerk st att und ein neben dieser befindlicher Lagerraum, in dem größere Holzvorräte lagerten, in Hellen Flammen. Die Gefahr, daß das Feuer noch auf ein benachbartes Landwirtschaftliches Gebäude Übergriff, war sehr groß. In angestrengter Arbeit konnte die Feuerwehr diese Gefahr bannen und das Feuer schließlich löschen. Als die Polizei die Brandursache feststellen wollte, ergab sich ein starker Verdacht gegen den Besitzer der Werkstätte, der sofort f e ft ■ genommen wurde. Nach längeren Vernehmungen hat er jetzt eingestanden, den Brand vorsätzlich angelegt zu haben, wahrscheinlich in der Absicht, die Versicherungssumme zu erschwindeln. Gegen den Festgenommenen wurde Haftbefehl eriaffen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Franktun a. M.
Berttn
Schluß« kurS
Schluß!. Abend- börse
Schluß« kurS
Schluß?. Mittag, börse
Datum
21 11-
23-11
21 -11-
23 11 -
5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
101,4
101,4
101,25
101,4
4% Deutsche Netchsanl. von 1934
97,9
97,9
97,9
97,9
6%% Doung-Anleihe von 1930 .
102,9
103
102,75
102,75
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auölos.-Rechten ............
118,5
118,75
118,5
118,9
<y*% Deutsche RetchSpostschatzan Weisungen von 193-1, l.......
99,9
99,9
100
99,9
4Vi% ehem. 8% Hessischer Volks staat 1929 trückzahlb. 102%) ..
98,75
98,75
4%% ehem. 8% Hessische Landes oanl Darmstadt Gold R. 12...
97
97
6%% ehem. 4)4% Hess. Landes .Hypothekenbank DarmstadlLtau.
4y.% ehem. 8% Darmst. Komm
Landesb.Boldschuldverschr. R.6
100,5
100,5
93
93
Oberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten ............
130
130,5
Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
122,4
122,4
122,4
122,5
4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1985
97
97,25
97
97, 25
6%% ehem. 4Vt% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriese......
100,65
100,75
6%% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse. ...
101
100,75
101
108
4%% ehem. 8% Pr. Lanbespfand>
briesanstalt, Pfandbriefe R. 19
97,5
97,5
97,5
97,5
V/i% ehem. 7% Pr. Landespfand
briefanst., Gold Komm. Obl. 20
95
95
95
95
Eteuergutlch.Berrechnungsk. 84-35
109,8
109,8
109,9
109,9
4% Oesterreichische Goldrente...
_
21,4
23,5
21,65
4,20% Oesterreichische Silberrente
—
—
1,90
1,75
4% Ungarische Goldrente.......
7,5
7,7
7,95
7,75
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
6,5 7
6,4 7
4ya% desgl. von 1913..........
—
5% abgest. Goldmexikaner von 99
9
8,4
9,1
8,4
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l.....................
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß» kurs
Schluß«. Abend, bürfn
Schluß« kurS
Schlußk. Mittag« börie
Datum
21-11-
23-11
21-11
23-11.
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
_
6,9
7/T
6,8
4'/r°/nRumän.vereinh.Rentev.l919
10
9,75
10,13
9,7
4% Rumänische vereinh. Rente
5,65
5,475
5,55
5,5
iy4% Anatolier .............
29,75
28,25
29,5
28,25
Hamburg-Amerika-Paket .....
0
14,25
14,13
14,25
14,4
Hamburg-Südam. Dampfschiff.
0
—
41
40,75
Norddeutscher Lloyd .........
0
14,5
14,5
14,25
14,4
A.G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
120,9
119,5
120,13
119,75
Berliner Handelsgesellschaft ...
6
125,5
126
125,65
Commerz, und Privat-Bank ...
4
108,75
108,25
108,75
108,25
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................
4
109
108,25
109
108,25
Dresdner Bank..............
4
106,25
105,5
106,25
105,5
Reichsbank ................
12
187,75
186
187,75
186,5
A.E.G.............
Bekula.....................
8
168
167,75
168,5
168,5
Elektr. Lieferungsgelellschast ...
6
134
134
134,75
134
Licht und Kraft .............
7
156,75
155
156,75
154,5
Felten & Guilleaume.........
4
136,5
136
136,25
136,13
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung
6
143
143,5
143,65
143
Rheinische Elektrizität ........
6
129,75
129,25
129,5
129,75
Rhein. Wests. Elektr..........
6
138,75
137,25
139
138
Schuckert LCo...............
6
156,75
155
155,5
Liemenö & Halske............
8
198,25
198
199
198,75
Lahmeyer LCo..............
7
134,5
133,25
134
133
Buderus ...................
4
122
120
122
120,5
Deutsche Erdöl ..............
4
141,5
140,5
142,4
141,13
Harvener................. iya
151
149,5
150
150
Hoeick, Ersen—Köln-Neuessen ..
8
118
116,75
117,9
117,5
Ilse Bergbau ...............
6
—
—
190,25
Ilse Bergbau Genüsse........
6
144,25
145
144,75
143,5
Klocknerwrrke ...............
3
124,25
124
124,5
124,75
Mannes mann-Röhrea........
8
117,5
116,5
117
116,5
Frankfurt a. M.
Berlin
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L
Schluß« kurS
Schlußk. Abend« börse
Schluß« lurö
etpiupr.
Mittag.
börse
21 .November
23-November
Amtliche Notierung
Geld | Brie''
Datum
21-11
23-11
21 -11
23.11.
Geld
"Hf
ManSselver Bergbau....... 6 yt
KokSwerke .................. 6
Rheinische Braunkohlen ..... 12
Rheinstahl.................. 4
Bereinigte Stahlwerke......8%
Otavi Minen ............... O
Kaliwerke Aschersleben........5
Kaliwerke Westeregeln........6
Kaliwerke Salzdetfurth..... 7%
I. G. Farben-Jndustrte.......7
Scheideanstalt...............9
Goldschmidt ................ 6
Rütgerswerke ............. 6
Melallgekellschaft............. 6
Philipp Holz mann........... 4
Zementwerk Heidelberg ...... 7
Cementwerk Karlstadt.........6
Schultheis Patzenhoser .......4
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O
Bemberg...................6
Zellstoff Waldhof ............6
Zellstoff Aschaffenburg .......O
Dessauer GaS ............... 7
Daimler Motoren............O
Deutsche Linoleum...........8
Lrenstein & Koppel ..........0
Westdeutsche Kaufhof.........O
Ehade...................... 9
Accumulatoren-Fabrik....... 12
Conti-Gummi.............. 11
Gritzner....................O
Mainkrafttverke Höchst 4
Süddeutscher Zucker ........10
225,25
151
122
23,75
134,5
167,25
266
127
136,5
150,75
132,5
167,75
55
114
160,5
139,13
121,25
164,5
57,5 231
167,5
95,5 203
151
223 148,75 122 25
23,13 134,75
166,25
264
127
134
151,75
131,13
167,75
54,5 111,25
156,5 136,5
120,5
163
57,25
227
166,5
34
95,5
203
153,5 137,25
225
150
122,4
135
187
167,9
127 136,25 151,4
132,25
100,4
55
114
160
139,5 108,75 120,75
164
91,5
57,9
233
168,5
34^
203
150,5 136,13
224 149,25
122
134 130,5
166
127,4 135,5
151,75
131,65
100,13
55 111,25 157,25 137,5 108,65
120 162,5 90,65 57,25
227
165
34
Buenos VUn Brüssel ....
'Kto de Jan.
Sofia.....
Kopenhagen Danzig ....
London....
HelsingforS.
Paris .....
Holland ... Italien....
Japan .....
Jugoslawien Oslo..... :
Wien......
Lissabon...
Stockholm..
Schweiz ...
Spanien...
'Lrag.......
Budapest ..
Reuyork ...
0,691 42,07 0,146 3,047 54,33 47,04 12,17
5,37 11,575 134,63
13,09 0,710 5,654 61,15
48,95 11,05 62,73 57,18 21,98 8,771
2,488
0,695
42,15
0,148
3,053
54,43
47,14
12,20
5,38
11,595
134,89
13,11
0,712
5,666
61,27
49,05
11,07
62,85
57,30
22,02
8,789
2,492
Bantnoten
0,691
42,07 0,147
3,047 54,33
47,04
12,17
5,37
11,575
134,66
13,09 0,710
5,654
61,15 48,95
11,05
62,73
57,17 21,98
8,771
2,488
0,695
42,15 0,149
3,053 54,43
47,14
12,20
5,38
11,595
134,92 13,11 0,712
5,666 61,27 49,05
11,07 62,85 57,29 22,02
8,789
2,492
Berlin,23 November j Geld
Amerikanische ‘Jtoten..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten.................
Ungarische Noten ................
2,45
41,92
54,17
12,145
11,525
134,32
60,99
62,56
57,02
2,47 42,08 54,39
12,185 11,565 134^86
61,21
62,82 57,24


