Ur. 250 Dritter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 24. Oktober 1956
Gruß an Gießen.
Die Ausstellung „Das Buch".
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Ku alle Brettener!
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Der Kommandeur der I. Abteilung Artillerie-Regi- ment36, Major Welte, der mit seinen Artilleristen bei der Gießener Bevölkerung in bester Erinnerung steht, hat uns den vorstehenden Gruß an die Gießener Bevölkerung zur Veröffentlichung und zur Weiterleitung des Dokuments an die Stadtverwaltung übermittelt. Das Original ist ein künstlerisch angefertigtes Dokument, das mit schwarzweißroter Umrandung versehen ist, handgeschriebene Schrift mit roten Initialen trägt, den selbstgeschriebenen Namenszug des Kommandeurs enthält und das Siegel der Abteilung an schwarzweißroter Siegelschnur aufweist. Wir haben das schöne Dokument, das ein beredter Ausdruck der engen Verbundenheit unserer früheren Gießener Artilleristen mit der Gießener Bevölkerung ist, heute Vormittag dem Herrn Oberbürgermeister zugestellt, um es dem Besitz der Stadt einzuverleiben. Major Welte und seine Soldaten dürfen die Gewißheit haben, daß ihre herzliche Verbundenheit mit Gießen und ihre Grüße an die Gießener Volksgenossen von hier aus in gleicher Weise erwidert werden.
Oie Vertretung der Wehrmacht bei Veranstaltungen.
Vom Standortältesten der Garnison Gießen wird uns mitgeteilt:
Die Regelung der Vertretung der Wehrmacht im Standort Gießett bei allen Groß-Veranstaltungen, wie nationalen Feiertagen, Aufmärschen, Sportfesten, Feiern, Festen und gesellschaftlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen u. a. m. obliegt ausschließlich dem Standortältesten, Generalleutnant O ß w a l d.
Alle Behörden, Dienststellen der Partei und alle ihre Gliederungen, sowie alle sonstigen Verbände werden gebeten, Einladungen oder Aufforderungen zur Teilnahme des Standorts an solchen Veranstaltungen ausschließlich zu übersenden:
„An den Standortältesten, Gießen, Zeughauskaserne."
Die Truppenteile des Standortes haben Anweisung erhalten, Aufforderungen und Einladungen dieser Art, die ihnen unmittelbar zugehen, unbeantwortet dem Standortältesten vorzulegen.
Am kommenden Montag, 20 Uhr, findet im Gießener Stadttheater zur Eröffnung der „Woche des deutschen Buches 193 6" eine Kundgebung statt, zu welcher der Oberbürgermeister, der Goeche-Bund und Kaufmännische Verein, sowie der örtliche Arbeitsausschuß für die Buchwoche einladen. Nach einem Musikvortrag und der Eröffnungsansprache des Oberbürgermeisters werden die beiden auslandsdeutschen Dichter Robert H o h l b a u m und Josef Weinheber aus ihren Werken lesen.
Zwischen den Lesungen ist den Besuchern Gelegenheit geboten, eine A u s st e ll u n g „Das B u ch", die im Foyer des Stadttheaters hergerichtet wird, zu besichtigen. Sodann steht die Ausstellung bis zum Sonntag, 1. November, täglich zum Besuch offen.
In dieser Buch-Schau hat man es mit Erzeugnissen der Gießener Buchherstellung und der hiesigen Buchhandlungen zu tun, so daß also die Ausstellung einen durchaus eigenen, lokalen Charakter trägt. Die Ausstellung ist in drei Gruppen eingeteilt.
Die erste Gruppe, betitelt „Vom Manuskript zum Buch", ist den verschiedenen Arbeitsvorgängen des Satzes und Druckes gewidmet. Hier wird man Anhaltspunkte für die Herstellung des Papiers und der Druckfarben sehen können, ferner wird die Entstehung des Satzes gezeigt werden, sodann erhält man einen Einblick in den Seitenumbruch und die Korrektur. Als weiteres interessantes Kapitel wird der Werdegang einer Bildseite auf dem Wege vom Photo über das Rasternegativ, die Zinkkopie und die Aetzuna bis zum fertigen Druckstock zu sehen sein. Den Arbeitsvorgang des Druckes zeigt eine interessante Gruppe, in der man sehen kann, wie die Druckseiten in dem Schließrahmen behandelt werden, die verschiedensten Arbeitsleistungen beim Zurichten der Druckzylinder in den Druckmaschinen zwecks einwandfreien Druckes sich abwickeln, bis schließlich der fertige Druckbogen vorliegt.
Als nächste Etappe auf dem Werdegang des Buches sieht man Ausschnitte aus der Werkstatt der Buchbinderei unter dem Geleitwort „B u ch b i n • Öen, ein Kunsthandwer k". Die Arbeit eines maschinellen Buchbinderbetriebs wird dabei an einer Reihe von Einzelheiten dargestellt, z. B. durch Vorarbeiten mit den Druckbogen, die Falzarbeit, das Zusammentragen der gefalzten Bogen zu ganzen Buchblocks, die Zubereitung der Buchdecken, die Herrichtung der Schutzumschläge und schließlich die weitere Behandlung bis zum fertigen Buch. Neben diesem Einblick in eine mit Maschinen arbeitende Großbuchbinderei hat man durch die Buchbinderinnung Gelegenheit, auch den Werdegang des handwerklich gebundenen Buches zu sehen, sowie eine Anzahl schöner, z. T. künstlerisch und materialecht gearbeiteter Einbände in Augenschein zu nehmen, bei denen als Werkstoff Pappe, Leinen, Leder, Pergament usw. verarbeitet werden. Man sieht aber nicht nur die Herstellung des künstlerischen Bandes, sondern auch die Anfertigung des Gebrauchsbandes und des Einbandes für Bibliotheken.
In der dritten Gruppe unter dem Motto „D a s Volk lebt im Buch" zeigen die Gießener Buchhandlungen den Weg des Buches in das Volk. In dieser Abteilung sind drei Untergruppen vorgesehen, und zwar eine für Bücher über „Politik und Weltanschauung", eine andere für Werke über „Dichtung und Erzählung" und eine dritte für Bücher über „Kultur und Natur". Die ganze Abteilung ist gedacht als Leistungsschau des Buchhändlers, welche die wichtigsten Bücher des Jahres 1936/37 zeigen soll und die Neuerscheinungen des Herbstes 1936 auch bereits in Ausnahmestücken berücksichtigt.
„Wieder geht es um das eine große, sich immer gleichbleibende Ziel" — so lautet der Aufruf des Reichsministers Dr. Goebbels — „das Volk dem Buche und das das Buch dem Volke zuzuführen, damit das aus der Gemeinschaft geschöpfte dichterische Werk in der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft seine seelischen und geistigen Kräfte entfalten kann. Möge jeder, der es vermag, auch in diesem Jahre Helfer am Werk sein!"
Jungvolk sammelt Vrot! -Jungvolk lindert Aot!
Die Jüngsten unseres Volkes, das Jungvolk, stellten sich gestern wieder mit der ihnen eigenen Begeisterung der großen Sache des Winterhilfswerkes zur Verfügung. Sie traten an zu ehrenvollstem Dienst, dessen vorbildliche Erfüllung vollste Anerkennung verdient. Mit Landsknechtstrommel und Fanfaren zogen sie durch die Stadt und sangen ihre Lieder, sie lösten sich auf und waren, je zwei Mann stark, bald in den Häusern verschwunden, um an allen Türen anzuklopfen. Die Brotsammlung des Jungvolks wurde diesmal in einer etwas anderenForm und sichtlich zweckmäßiger durchgeführt, als während der Jahre vorher. Die Be-
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völkerung in der Stadt
hatte diesmal nicht den Laib Brot an sich bereitzuhalten, sondern war vom Bäcker mit Gutscheinen versehen worden, die von den Jungen des Jungvolks eingesammelt wurden. Durch diese Erleichterung kam es denn auch, daß das Jungvolk sehr bald die Brotgutscheine in allen Häusern gesammelt hatte
und heute Morgen nur noch dort gesammelt werden soll, wo Hausbewohner gestern nicht angetroffen wurden. Zum Abschluß der gestrigen Sammelarbeit zog das Jungvolk am Abend durch die Stadt und erinnerte durch Sprechchor und Fanfarenruf auch die letzten Volksgenossen an das Opferwerk.
Gießener Gtadtiheaier.
Mozart: „Figaros Hochzeit".
Mozart hatte mit seiner „Entführung aus dem Serail" der Entwicklung der deutschen Oper neue bedeutungsvolle Wege Vorgezeichnet. Da wird es uns verwunderlich erscheinen, daß er sich in seinen späteren Jahren wieder der italienischen Opernrichtung zuwandte, obwohl er es bekannt hatte, daß er es mit der „teutschen Oper" halte. Das Interesse der Gesellschaft des kaiserlichen Hofes für die deutsche Singspielproduktion war aurüdgegangen, um so mehr war die italienische Oper in den Vordergrund getreten. Entweder hätte Mozart ganz und gar dem Opernschaffen entsagen müssen (das wäre ihm nach seiner dramatischen Veranlagung schlechthin unmöglich gewesen) oder er mußte sich der italienischen Oper zuwenden.
Zwei Opernpläne, „L’oca del Cairo“ und „Lo sposo deluso“, hatten ihn wohl zur Arbeit angeregt, waren aber nicht zur Vollendung gelangt wegen der Schwächen des Textes. Die darauf verwandte Arbeit ist im Hinblick auf die Entwicklung Mozarts nicht zu unterschätzen als ein reiches Feld zur Uebunq im Gebrauch seiner Ausdrucksmittel.
Schon bevor Mozart die kleine Gelegenheitsarbeit „Der Schauspieldirektor" vollendet hatte, war er mit Lorenzo da P o n t e in Verbindung getreten, der schon verschiedentlich Texte für die Wiener Opernbühne geschrieben hatte. Mozart selbst schlug als Stoff Beaumarchais' „Le manage de Figaro ou la tolle journee“ vor. Die Komödie von Beaumarchais geißelte in ihrem Intngenspiel mlt äußerster Schärfe die gesellschaftlichen Zustande Frankreichs in den Jahren vor dem Ausbruch der Revolution. Die politischen Pointen mutzten bei der Bearbeitung einmal aus Zensurruckfichten, zum andern aber, weil sie mit dem Wesen der Musik schlecht in Einklang zu bringen waren, fallen. Die szenisch reichlich verzwickte Handlung wurde im Interesse der Klarheit und Verständlichkeit: des Aufbaues vereinfacht, und so entstand durch die „Nac^ ahmuna" des sranzasischen Vorbildes, nicht durch bloße U-b-rsetzung, jenes geloste heitere Spiel für Mozarts Oper, das bis heute I-men Reiz für den Hörer noch nicht eingebüßt hat und das eine „fast neue Art des Schauspiels", wie da Ponte m der Vorrede betont, darstellt. Wie wert Mozart selber an der Durchbildung des Textes beteiligt war, läßt sich nicht mehr feststellen. Die Annahme erscheint aber berechtigt, daß Mozart ebenso wie er beim Texte der „Entführung" etwas „unzugeben wußte", auch hier für die endliche Gestaltung des Librettos bestimmenden Einfluß geltend gemacht hat.
Wenn man den Eindruck, den man beim bloßen Lesen des Textes von da Ponte bekommt, mit dem der Gesamtoper vergleicht, so tritt aufs schärfste hervor, wie Mozart durch seine Musik erst die Handlung und die Entwicklung der Charaktere bis in den letzten Winkel hin erschließt. Das, was Richard Wagner vom musikalischen Drama ausgesprochen hat, das kennzeichnet auch Mozarts Arbeitsweise in dieser Oper. Nicht der Text allein ist ihm Anreger, fpnöern er erlebt die Handlung bis zu ihren letzten Beweggründen, und aus dieser Wurzel sprießt seine Musik hervor, schlaglichtartig jeder Situation folgend und sie mit sorgsamer Zeichnung betonend. So erhebt sich seine „Figaro"-Musik weit über die in der Opera buffa übliche. Für ihn sind die einzelnen Gestalten nicht bloße Theaterfiguren, sondern mit starkem Einfühlungsvermögen erlebt er jede Person als seinesgleichen, und auf der Basis dieser innerlichen Gleichstellung muß der in der Opera buffa betonte Kontrast zwischen der Wirklichkeit und der theaterhaft gefärbten Abbildung für Mozart fallen. Darum finden wir weder ausgeprägte parodistische Züge, noch solche überspitzter Uebertreibung, noch das gewollt Komische. Er erfaßt und wertet eben jeden als Menschen, der in feinem Denken und Handeln ernst genommen sein will, und in diesem menschlichen Durchfühlen bringt er bis zu der gemeinsamen Wurzel für das Tragische und das Komische vor. Dadurch aber erreicht seine Musik eine innere Einheitlichkeit und Wahrhaftigkeit und schwankt nicht wie die vieler seiner Zeitgenossen zwischen den grundverschiedenen Stilformen der Opera buffa und der Opera seria hin und her. Dieser organisch durchgebildete neue Stil gab seiner Oper eine Geltung, die bisher alle Zeiten überdauert hat und die „Figaros Hochzeit" auch in heutiger Zeit als die am meisten aufgeführte Oper Mozarts erweist.
Zu einem solchen eindringenden Stil hatte sich Mozart auch die praktischen Fähigkeiten erworben. Nicht der Sänger allein ist ihm führender Träger in der Oper, sondern das Orchester erhält mit einer bis ins Feinste abgestimmten Charakterisierungskunst ebenso bedeutsamen Anteil. Und gerade wir, deren Ohren durch Richard Wagners symbolge- sättigte Orchestersprache geschult sind, werden immer wieder aufs neue die geniale Ausdrucksfähigkeit in Mozarts Musik bewundern.
Wenn sich beispielsweise die Gestalt der Gräfin in ihrer Reinheit der Liebe durch die beiden Arien bis zum Innersten aufschließt, so vermag Mozart eben gleichfalls schlagfertig und klar die einzelnen Charaktere in ihrem Gegenspiel durch das Ensemble zu beleuchten. Wir sind ebenso über die Denkungs-
weife des Grafen, der in seiner Liebesleidenschaft zwischen Standespflicht und Menschlichkeit hin und her geworfen wird, orientiert wie über die anmutige, herzhafte, tatbereite, ja, schelmische Susanne, ehe diese beiden in einer Arie Aufschluß über ihr Inneres gewähren; denn Mozart hat zumal diese beiden Gestalten zunächst nur im Ensemble gezeichnet.
Besondere Höhepunkte Mozartscher Ensemblekunst sind das Terzett im ersten Akt und die beiden großen Finale, die in ihrer Bewegtheit ihrer Handlungen schärfste dramatische Gestrafftheit erweisen durch die Schlagfertigkeit und eindeutige Treffsicherheit von Mozarts Inspiration.
Den in allen Sätteln gerechten, jeder Situation gewachsenen Figaro stellt Mozart in den Eingangsduetten der Susanne gegenüber. Hier das temperamentvolle weibliche Wesen, dort der von Liebespessimismus, der sich zur Eifersucht steigert, getragene Figaro.
Eine Gestalt von besonderem Ausdruck für die Geistesentwicklung seiner Zeit ist der Cherubin. Kaum dem Knabenalter entwachsen, wird er zum Träger schwärmerischen Natur- und Liebeserlebens; in quellender Empfindsamkeit überfließend in der impulsiven Arie des ersten Aktes, galant in der Kanzone des zweiten Aktes, die zu der Streicherbegleitung den Bläsern einen individuell ausgeprägten Anteil gibt.
Der weitere Kreis der Personen folgt mehr oder minder den gebräuchlichen Typen der Opera buffa, ohne dabei die Einheit des Stiles zu gefährden und nicht ohne Einblicke in ihr inneres Wesen.
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Wie sehr der Spielleitung der entscheidende Anteil bei der Inszenierung der Oper zufällt, bewies die gestrige Aufführung, die Intendant Schultze- Griesheim in Szene gesetzt hatte. Die Handlung wurde mit sprühendem Leben durchpulst, mit feinem Takt und mit weisem Mahhalten menschlich durchlebt und nahegebracht, ohne Uebeririebenheit in ungekünstelter und dadurch so unmittelbarer Natürlichkeit. Die Seccorezitative, vom Cembalo gestützt, waren scharf pointiert der Situation folgend. Bis zum einzelsten waren die Ensembles durchgearbeitet und charakteristisch selbst im kleinsten Zuge. Dieses Lebensvolle der Handlung fand in den sehr gewählt ausgestatteten Bühnenbildern (Karl Löffler) den Hintergrund, die musikalisch gut durchgearbeiteten Chöre (Ernst Bräuer) waren bewegt in sich; die erscheinende Volksmenge ohne Gezwungenheit gelockert. Die Einstudierung des Fandango im 3. Att mar Irmgard Zenner zu danken.
Im Vordergrund des Interesses stand Wilhelm Greif als Figaro, bei weitem die am stärksten wiegende Leistung des Abends. Wie er die inneren Kämpfe des Figaro bis zum letzten Zuge ausdeutete und sichtbar erleben ließ, wie er der Situation gemäß folgte und ihr nichts schuldig blieb, das unterstreicht die Eindringlichkeit des Gesamteindrucks. Sänger und Gestalter waren untrennbare Einheit und bestätigten hohes Können und starkes Wollen.
In Beweglichkeit, sich im Handeln von sicherem weiblichen Instinkt leiten lassend, ein klein wenig kokett und doch natürlich, gesund, zugreifend — so war Friedel For null az als Susanne; durch äußerste Lebendigkeit und ein abgestimmtes musikalisches Mitgehen unterstützt.
Maria Perry gab der Gräfin Gestaltung und Haltung durch verhaltene Vornehmheit und vermochte damit ein leichtes Flackern des Stimmklanges und die Behinderung in der dynamischen Auswertung auszugleichen.
Voll Würde, als selbstbewußte Standesperson, zeichnete Gustav Bley den Grafen Almaviva, mit feinem, schon oft bewährten Stilempfinden feine musikalischen und darstellerischen Aufgaben meisternd. — Der weitere Kreis der Mitspieler stellte sein Können erstmalig vor das Publikum; jeder zu seinem Teile, mit voll bereitem Einsatz das Werk fördernd: Ilse Laskus als schwärmender Cherubin mit feiner Vortragsnuancierung; Hildegard Iachnow mit leuchtend aufquellenden Tönen der Mütterlichkeit; Irene D u i 11 in aufblübenbem Jungmädchentum; Paulus Kuen als Bafilio läßt nach dem, was man heute von ihm hörte, für feine weitere Tätigkeit Bedeutsames erwarten; Alfons Forstner als Bartolo konnte durch feine Rachearie für sich gewinnen; Ernst August Waltz als Don Curzio und Max Schneider-Oe st als Antonio fügten sich dem Ensemble mit individueller Note ein.
Das Orchester, unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter, führte mit der überaus schwunghaften und temperamentvollen Ouvertüre in bas Werk ein unb beseelt burchsühlter Klanglichkeit. In sorgsamer Abtönung schmolzen Orchesterklanq und bie Stimmen auf ber Bühne zur bramatisch ge- bunbenen Klangeinheit.
Die Erwartungen, bie man nach ben sich stei- gernben Erfolgen ber vergangenen Spielzeit haben konnte, würben bei weitem übertroffen. Berechtigte Hoffnungen begleiten ben weiteren Verlauf bes Gießener Opernwinters. Das gut besetzte Haus brach bei offener Szene unb besonders zum Schluß in begeisterten Beifall aus. D&&&


