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Visum des französischen Auswärti­ge n A m t e s für Flugzeuglieferungen nach Madrid 3U erhalten. Die französische Luftfahrt-Gesellschaft Air France befördere beinahe täglich von Tou­louse nach Alicante sorgfältig verpackte Ma­schinengewehre. Toulouse sei mehr und mehr ein Aktivitätszentrum der spanischen Volksfront ge­worden. Jeden Tag landeten spanische Flie­ger in Uniform auf dem Flugplatz von Fran- cozal, wo ihre Flugzeuge entladen und mit Brenn­stoff versehen wurden, um bald darauf mit recht verdächtigen Gepäckstücken wieder abzufliegen.

Eine vorbildliche Tat deutscher Volksgemeinschaft.

München, 23. Sept. (DNB.) Die gesamte Belegschaft der MAN. - Werke in Nürn­berg mit über 5000 Arbeitern und Angestellten hat zugunsten der Spanien-Deutschen eine Ueberstunde geleistet und diesen Arbeitslohn an den Hilfs- ausschuß für Spanien-Deutsche über­wiesen. Deutsche Volksgenossen! Mehr als 8000 Deutsche mußten aus Spanien flüchten und leben nun völlig mittellos in Deutschland. Folgt dem Beispiel der deutschen Werktätigen, gebt Spenden an den Hilfsausschuß für die Spanien- Deutschen, Berlin W 35, Tiergartenstraße 4 A, Post­scheckkonto Berlin 160 000 (Konto Hilfsausschuß). Einzahlungen werden auch von allen Spar- und Girokassen entgegengenommen.

Neuer Zwischenfall m Schanghai.

Ernste Beurteilung in Tokio.

Schanghai, 23. Sept. (Ostasiendienst des DNB.) Im Bezirk Hongkew wurde eine Gruppe japanischer Matrosen aus der Nähe be­schossen. Ein Obermatrose war sofort tot, zwei Matrosen wurden verletzt ins Krankenhaus einge­liefert. Die Japaner behaupten, daß die Täter eine Gruppe chinesischer Gangster seien, von denen einer von einer japanischen Militärpatrouille festgenommen worden sei. Die anderen seien in der Dunkelheit entkommen. Der Bezirk Hongkew wurde sofort von japanischen Truppen um­stellt, die niemand durchließen.

Die Meldung über die Beschießung wurde in Tokio, obwohl es Mitternacht war, durch Extra­blätter auf den Straßen bekanntgegeben. Der ja­panische Marineminister hat seine Teilnahme an den Manövern abgesagt. Man beurteilt die Lage sehr e r n st. Das japanische Geschwader in den chinesischen Gewässern ist in Alarmbe­reitschaft versetzt worden, um bei weiteren Zwischenfällen sofort einsatzbereit zu sein. Die ja­panische Konzession in Schanghai wird durch japa­nische Abteilungen, die durch Freiwillige verstärkt worden sind, geschützt.

Ein grundsätzlicher Arbeitsprozeß in Mainz.

Mainz, 23. Sept. (LPD.) Bor dem Arbeits­gericht in Mainz kamen heute zwölf zu einem gemeinsamen Verfahren verbundene Klagen von Gefolgschaftsmitgliedern der O p e l w e r k e in Rüs­selsheim zur Verhandlung und Entscheidung. Die Kläger wurden im Juni 1936 fristlos e n t l a s - s e n und beantragten die gerichtliche Unwirksam­erklärung dieser Maßnahme der Betriebsführung in

vorsorglicher Verbindung mit einer Kündigungs­widerruf- und Entschädigungsklage. Eine gütliche Einigung der Streitteile war mit Rücksicht auf die besondere Natur des Prozeßgegenstandes ausge­schlossen. Auf Grund der eingehenden Beweiserhe­bungen und Parteivorschläge kam das Gericht zu dem Ergebnis, daß die fristlose Entlassung berech­tigt war. Die Klage der ehemaligen Gefolgschafts­mitglieder wurde dementsprechend a b g e w i e s en.

Die Verhandlung hat in arbeitsrechtlicher Bezie­hung im Sinne der nationalsozialistischen Betriebs­auffassung grundsätzliche Bedeutung. Es ist im Zeichen der jetzigen Arbeitsregelung und nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit nicht mehr angängig, daß Gefolgschaftsmit­glieder unter Hintansetzung ihrer Verantwortung der Volksgesamtheit und dem Betriebe gegenüber d i e Arbeitsplätze verlassen und unbe­fugt vom laufenden Band der Arbeit weglaufen. Die

bei dem hier maßgeblichen Vorgang zutage getretene Auffassung der Kläger ist weder mit dem Sinn der Betriebsgemeinschaft noch mit dem Gedanken der Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Staat zu vereinbaren, stellt vielmehr ein Perhalten dar, das in den Jahren vor der Machtübernahme e i n typisches Kennzeichen marxistischen Klassenkampfes und kommunistischer Volks- verhetzung gewesen ist. Solche Zustände einer ver­gangenen Zeit, die die völkischen und wirtschaftlichen Kräfte einer Nation zersetzen und schließlich ver­nichten müssen, sind im neuen Deutschland endgültig überwunden worden. Jedem Ar­beiter stehen im Staate Adolf Hitlers durch die Ver­trauensmänner, die Arbeitsfront und den Treu­händer der Arbeit genügend Möglichkeiten offen, um Mängel der Betriebsführung anzuzeigen und alle Fragen des Arbeitsverhältnisses befriedigend zu regeln.

Aus aller Welt.

Reichsgerichtspräsident i. R. Walter Simons 75 Jahre.

Der frühere Reichsgerichtspräsident Professor D. Dr. Walter Simons begeht am Donnerstag seinen 75. Geburtstag. Dr. Simons, einer der be­deutendsten deutschen Juristen, hat Deutschland a u f vielen großen internationalen Kon­ferenzen vertreten. Sv gehörte er auch der deutschen Abordnung in Versailles an. Er nahm seinen Abschied, als die schmachvolle Unterzeichnung des Diktats erfolgte. In den Jahren 1920/21 war Simons R e i chs a u ß e n m i n i ste r. Im Juli 1922 wurde er zum Präsidenten des Reichs­gerichtes ernannt. Auf diesem Posten hat Dr. Simons der deutschen Rechtspflege unschätzbare Dienste geleistet. Im Dezember 1928 legte er dieses höchste Richteramt als Folge einer Brüskierung durch die damalige marxistische Regierung nieder. Auch auf dem Gebiet des kirchlichen und religiösen Lebens leistete Dr. Simons stets hervorragende Mitarbeit.

Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich.

Bei Offutt, vier Kilometer von Lourdes entfernt, ereignete sich am Mittwoch um 14 Uhr ein schwe­res Eifenbahnunglück. Der Schnellzug Bor­deauxLourdes wurde von einem Personen- zug gerammt. Bisher wurden 14 Tote und 2 0 verletzte geborgen. Der Zugverkehr ist unter­brochen.

Die Fahrt derBelle 3s(e.

Der französische DampferBelle Jsle", auf dem, wie berichtet, die Besatzung gemeutert haben soll, liegt unter französischer Flagge im Ha­fen von Montevideo. An Bord ist alles ruhig, lieber den Zwischenfall erklärte der Kapitän: Die Belle Jsle" habe in Bordeaux Waffen für die argentinische Regierung geladen. In der irrigen Annahme, daß die Waffen für die spanischen Na­tionalisten bestimmt seien und in Lissabon gelöscht werden sollten, habe die Besatzung derBelle Jsle" sich geweigert auszulaufen. Nach Auf­klärung der Besatzung sei dieBelle Jsle^ jedoch

in See gegangen und habe ohne Zwischenfall Rio de Janeiro erreicht. Hier habe die Hafenbehörde aber der Mannschaft untersagt, an Land zu gehen, da sie Kommunisten seien. Zehn Matrosen seien über diese Begründung em­pört gewesen und hatten in Trunkenheit bei der Abfahrt d i e rote Flaage gehißt und Schmährufe gegen den Faschismus ausgebracht. Das Schiff sei auch unter wehender roter Flagge aus dem Hafen von Rio de Janeiro ausgefahren, auf See feien dann aber wieder geregelte Zustände eingekehrt

Reichssender Frankfurt eröffnet neue Sendestelle in Koblenz.

Koblenz wird ab 1. Oktober eine eigene S e n be­ste l l e des Reichssenders Frankfurt erhalten, so daß in Zukunft die Möglichkeit besteht, Konzerte und sonstige Veranstaltungen aus Koblenz über den Reichssender Frankfurt zu senden. Die Eröffnung der neuen Sendestelle wird am 3. Okto­ber erfolgen.

Tierwärter von einem Löwen angefallen.

Dieser Tage waren die Besucher des Münchener Tierparks Hellabrunn Zeugen eines aufregenden Vorfalles. Als die Löwen zur Fütterung in das Haus gelassen werden sollten, waren der große MähnenlöweSultan" und seine beiden Löwinnen nicht zu bewegen, die große Freianlage zu ver­lassen. Nach längeren vergeblichen Bemühungen riß dem Wärter die Geduld, und er begab sich, nur mit einer leichten Peitsche in der Hand, auf die Freiterrasse, um die Löwen ins Haus zu jagen. Ohne daß der Wärter es bemerkt hatte, war aber eine Löwin brünstig geworden, und so hielt der Löwe es für feine Pflicht, feine Löwin gegen den Wärter zu verteidigen. Sultan sprang den Wärter an, schlug ihn mit ein paar Pranken­hieben nieder und biß ihn in den Oberarm und den Rücken. Der Wärter konnte sich von dem Tier befreien und wollte zu seiner Rettung in das Wasserbassin vor der Löwenterrasse springen, brach aber vorher zusammen. Glücklicherweise rannte in diesem Augenblick die Löwin, erschreckt über den Tumult, den der Vorfall bei den Tierparkbesuchern hervorrief, in das Innere des Hauses, wohin ihr der grimmige Gebieter sofort folgte. Diesem Um­stand hat der Wärter es zu verdanken, daß er mit

verhältnismäßig leichten Hieb- und Bißwunden ba* oonfam.

Kleine politische Nachrichten.

Der deutsche Militärattache in Prag, Oberst im deutschen Generalstab Erich T s ch u n k e, ist im Sanatorium Weißer Hirsch bei Dresden, das er zu kurzer Erholung aufgesucht hatte, infolge, einer schweren Lungenentzündung im Alter von 47 Jahren verschieden. Der Verstorbene, der auch als Militärattache bei der rumänischen Re­gierung beglaubigt war, war ein hervorragender Offizier.

Am 7. Dezember 1935 wurde der Danziger Allgemeine Arbeiterverband, eine ge­tarnte Kampforganisation der Sozialdemokratischen Partei, von dem Danziger Polizeipräsidenten ver­boten. Gegen die Verfügung klagte der Verband vor dem Landgericht, wurde.aber mit der Klage abgewiesen. Auch der Senat für Verwaltungsange­legenheiten wies die Berufungsklage ab. Damit ist das Urteil rechtskräftig geworden.

*

Der König von Schweden hat den Führer der Sozialdemokratischen Partei, H a n s s o n , mit der Kabinettsbildung beauftragt. Hansson hat den Auftrag angenommen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Hochdruckwetterlage, die uns den gestrigen schönen Tag bescherte und auch am Donnerstagmor­gen noch weiter wirksam war, ist in raschem Ab­bau begriffen. Begünstigt durch lebhafte Wirbel» tätigfeit über Skandinavien ist ein neuer Atlantik­wirbel rasch ostwärts vorgekommen und hat be­reits die Verfrachtung feuchter Mittelmeerluft über Südfrankreich hinweg nach Deutschland ausgenom­men. Mit dieser Entwicklung wird der Witterungs­charakter bei uns wieder rasch unbeständiger, wenn auch voraussichtlich nicht über längeren Zeitraum hinweg ausgesprochen unfreundlich.

Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig, sonst überwiegend bewölkt mit Regenfällen teilweise gewittriger Natur, ziemlich warm und etwas schwül, südliche bis südwestliche Winde.

Aussichten für Samstag: Veränderliche Bewölkung und noch immer zu Regenfällen geneigt.

Lufttemperaturen am 23. September: mittags 19,7 Grad Celsius, abends 11,2 Grad: am 24. September: morgens 8,6 Grad. Maximum 19,7 Grad, Minimum heute nacht 7,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. September: abends 15,4 Grad; am 24. September: morgens 12 Grad. Sonnenschein- bauer 5,2 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Perlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb (Steinbruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Am 22, d. M. entschlief sanft im Ev. Schwesternhaus dahier unsere liebe Tante und Großtante

Fräulein Natalie Hoos

nach langem Leiden im 81. Lebensjahre.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Gießen, Lauterbach, Berlin, den 24. September 1936.

Die Einäscherung findet in der Stille statt. Von Blumenspenden bitten wir absehen zu wollen.

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