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Aus aller Welt.

Erster Reichs-Gartenbautag.

Der erste Reichsgartenbautag wurde mit einer großen Kundgebung auf der Eichwiese im Großen Garten zu Dresden eröffnet. Reichsabteilungs­leiter II Dr. Brummenbaum sprach über die Aufgaben des Erwerbsaartenbaus innerhalb des Reichsnährstandes. Die Hauptabteilung habe sich zu­nächst an die Arbeit gemacht, durch Gütebe- st immun gen die Grundlagen für eine Güte­steigerung auch auf dem Gebiet des Saat- und Pflanzengutes zu schaffen. Am weitesten fortge­schritten seien die auf Qualitätsleistung abgestellten Arbeiten bei den Baumschulen, so daß es hier auch möglich gewesen sei, das Markenetikett einzuführen. Es werde eine Frage ganz kurzer Zeit fein, daß z. B. nur noch markenfähige Obst­bäume angepflanzt würden. Reichshauptabteilungs­leiter III Dr. Korte stellte die Marktordnung als Voraussetzung sinnvoller Erzeugungs- und Bedarfs­deckung heraus. An Stelle des Rentabilitätsgrund­satzes der früheren Wirtschaft trete nunmehr das Leistungsprinzip und an Stelle des zufäl­ligen Ausgleichs von Angebot und Nachfrage die geordnete Bedarfsdeckung. Die Organi­sation finde ihren Ausdruck in der Zusammenfas­sung sämtlicher Erzeuger, Verteiler, Bearbeiter und Verarbeiter in den Hauptoereinigungen und deren Zusammenfassung in der Hauptabteilung III. Der Reichsnährstand habe aber nicht nur den Erzeuger zu betreuen, sondern auch den Kaufmann, die In­dustrie und das Handwerk und müsse versuchen, alle Gruppen zu einer Leistungsgemeinschaft zusammen­zubringen. Diese schwierige Aufgabe werde gelingen, wenn die an der Ernährung beteiligten Gruppen immer mehr erkennen, daß die Marktordnung eine Lebensfrage des deutschen Volkes sei. Zum Schluß sprach Landeshauptabteilungsleiter I Reinhardt über das ThemaBauer und Gärtner, Brüder eines Standes."

Schach-Olympiade München 1936.

In der zehnten Runde der Schach-Olympiade, die am Sonntagvormittag gespielt wurde, stand der deutschen Mannschaft eine harte Prüfung bevor. Sie hatte gegen Ungarn, das in stärk­ster Besetzung spielte, anzutreten. Nach erbitterten Kämpfen endete die Begegnung 4^:3% für Ungarn. Nach den Ergebnissen bis zum Sonntagabend hält Polen auch weiterhin mit 56)4 Punkten knapp die Führung vor Deutschland mit 54% Punk­ten. Jugoslawien und Ungarn, die beide allerdings schon einmal spielfrei waren, folgen mit 51% bzw. 50% Punkten. Der Stand der ersten elf Länder war am Sonntagabend: 1. Polen 56% Punkte (10 Hängepartien), 2. Deutschland 54% P. (9), 3. Jugoslawien 51% (6) (war bereits spielfrei), 4. Ungarn 50% P. (6) (war bereits spielfrei), 5. Lettland 50% P. (6), 6. Tschechoslowakei 49% P. (7) (war bereits spielfrei), 7. Oesterreich 46 P. (10) (war bereits spielfrei), 8. Schweden 44% P. (9), 9. Dänemark 42 P. (10) (war bereits spielfrei), 10. Estland 38 P. (14), 11. Rumänien 32 P. (7) (war bereits spielfrei). Am Sonntagnachmittag fiel vor dem Abbruch nur eine Entscheidung, der Sieg Finnlands über Island mit 5%:2%. Deutschland stand beim Abbruch gegen Italien mit 4:1 und mindestens einer unentschiedenen Hängepartie be­reits auf Gewinn. Ergebnis der elften Runde bis zum Abbruch: Schweden Frankreich 4%:%, Bulgarien Holland 2:5, Norwegen Oesterreich 1%:4%, Estland Dänemark 3:3, Brasilien gegen Litauen 1:4, Finnland Estland 5%:2%, Italien

gegen Deutschland 1:4, Rumänien Polen 1%:4%, Tschechoslowakei Schweiz 5:1; spielfrei: Jugo­slawien.

Furchtbare Folgen einer kirmesfahrt.

In Steinweiler (Pfalz) unternahm in der Nacht zum Sonntag der 23jährige Adolf Frech mit vier jungen Burschen, nachdem anläßlich der Vor­kerwe reichlich Alkohol genossen worden war, eine Autotour durch mehrere südpfälzische Ortschaf­ten. Unterwegs wurde noch zweimal gezecht. Hinter Impflingen lenkte Frech den Kraftwagen bei rasendem Tempo in den Straßengraben. Das Fahrzeug zersplitterte nach 40 Meter an einem Birnbaum. Der 22 Jahre alte Westermann wurde auf der Stelle getötet, zwei weitere In­sassen trugen V.erletzungen davon. Der leichtsinnige Autolenker Frech floh entsetzt von der Unfallstelle, rannte nach Hause und erhängte sich in der elterlichen Scheune.

Drei Todesopfer eines Verkehrsunglücks.

Der von Stendal kommende in Rathenow um 4.29 Uhr eintreffende beschleunigte Personenzug überfuhr an dem Bahnübergang Milower Straße einen Rathenower Mietskraftwagen, dessen drei Insassen getötet wurden. Die Schranke war nicht geschlossen. Wegen des heftigen Regens und der Unübersichtlichkeit der Schranken­anlage hatte der Wärter das Herannahen des Zu­ges nicht bemerkt. Der Lenker des Kraftwagens wollte einen durch Betriebsunfall verletzten Ar­beiter ins Rathenower Krankenhaus fahren

Gülerzugzufammenfkoß bei Altdamm.

Die Reichsbahndirektion Stettin teilt mit: Am Sonntag fuhr ein K o h l e n z u g im Bahnhof Alt­damm auf eine Güterwagengruppe aus. Die Vor­spannlokomotive des Zuges entgleiste, die an­dere, der Packwagen und zwei Güterwagen stürzten um. Der Lokomotivführer, der Heizer und der Zug­führer, alle drei aus Küstrin, wurden getötet.

Von einem Kuhfuhrwerk zu Tode geschleift.

In dem Westerwaldort Neitzert führte Christian Ramseger ein Kuhfuhrwerk, als plötzlich das Tier d u r ch g i n g ; der Fuhrmann wurde eine Strecke mitgeschleift und dann zu Boden geschleu­dert. Er wurde sofort in das Krankenhaus ge­bracht, wo er aber den schweren Verletzungen er­lag.

Zwei Fifchdampfer zusammengestoßen.

In der Nähe von L e i x o e s (Portugal) stießen die beiden FischdampferLordelo" undAveiro" zusammen. Der DampferLordelo", der von dem Aveiro" gerammt wurde, sank binnen weni­gen Minuten. 11 Mann der Besatzung er­tranken. Die übrigen wurden von zu Hilfe eilenden Dampfern ausgenommen.

keine Grashalme in den Mund nehmen.

Der üblen Gewohnheit, einen Grashalm in den Mund zu nehmen, war auch ein 15 Jahre alter Junge in Erfenbach verfallen. Er nahm einen Grashalm in den Mund, auf dem er herumkaute. Nach einer Zeit stellten sich Halsschmerzen ein, wobei der Arzt den Strahlenpilz fest­stellte. Trotz sofortiger Behandlung ist der Junge nach qualvollen Schmerzen gestorben.

Jugendlicher Raubmörder verurteilt.

Das Große Jugendschöffengericht Weimar ver­urteilte den 15jährigen Raubmörder Harry Schütze aus Jena zu sechsJahren Gefäng- n i s. Schütze, ein erheblich belasteter Mensch, dessen

Vater neunmal Strafen zu verbüßen hatte, hatte seine Großmutter in ihrer Wohnung über­fallen und am Fensterkreuz erhängt und 42 Mark Spargelder der alten Frau geraubt, um, wie er aussagte, zur See gehen zu können. Am Tage nach der furchtbaren Tat hatte er sich eine Fahr­karte nach Hamburg gekauft, war aber schon in Hannover verhaftet worden.

Vom Führer begnadigt.

Der Führer und Reichskanzler hat die gegen die 27jährige Frieda G l e y vom Schwurgericht in Kös­lin erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthaus st rafe von 15 Jahren umgewandelt. Die bisher unbestrafte gut beleumundete Gley hatte ihr nicht ganz zwei Monate altes uneheliches Kind ermordet.

Landesverräter hingerichtet.

Die Justizpressestelle teilt mit: Der vom Volks­gerichtshof am 30. Februar 1936 wegen eines Unter­nehmens des Landesverrates zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 42jährige Wil­helm B l e s s i g aus Schönlanke (Netzekreis) ist Montagmorgen in Berlin h i n g e r i ch t e t worden.

Absturz in den Allgäuer Bergen.

An dem etwa 1700 Meter hohen Aelplefat- tel, der die Kaeseralpe vom Oytal mit der Dieters- bacher Alpe im Gerstrubener Tal verbindet, stürzte beim Abstieg vom Sattel ein betagter allein- gehender Touri st über die steilen Hänge und blieb mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen vor den Füßen von aufsteigenden Touristen liegen. Die Sanitätskolonne Oberstdorf fand den Abgestürz­ten nur noch als Leiche. Aus Ausweispapieren er­gab sich, daß es sich um den 70 Jahre alten Ber­liner Paul Seiffert handelt.

Meine politische Nachrichten.

Der Herr Reichsmini st er der Finan­zen genehmigte das Hessische Haushalts­gesetz, das nunmehr im Hessischen Regierungs­blatt Veröffentlichung fand. Der Haushaltsplan selbst, der mit RM. 101 090 625. in Einnahmen und Ausgaben abschließt, ist ausgeglichen.

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Seine Durchlaucht der Reichsoerweser des Königs­reichs Ungarn, Admiral Nicolaus Horthy von Nagydanya, der auf einer Jagdreise in Oesterreich begriffen ist, hat dem Führer und Reichs­kanzler einen privaten Besuch abgestattet.

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Ihre Majestäten der König und die Königin von Bulgarien, die während der Olympischen Spiele in Berlin weilten, haben Berlin verlassen. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers über­reichte der Chef des Protokolls Gesandter v. Bülow- Schwante Ihrer Majestät der Königin einen Blu­menstrauß.

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Am 22. August fand die Beisetzung des am 19. August verstorbenen Hauptmanns (E) F ü r st n e r auf dem Jnvalidenfriedhof in Berlin statt. Die Trauerparade wurde von der Wach­truppe Berlin gestellt.

Der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha kam in Begleitung von 12 hervorragen­den ägyptischen Politikern, Vertretern fast aller politischen Richtungen in Aegypten, in London an und wurde von Außenminister Eden und vom britischen Oberkommissar für Aegypten, Sir Miles Lampson, begrüßt. Der Ministerpräsi­dent ist der Führer der ägyptischen Abordnung, die am Mittwoch im Foreign Office den englisch- ägyptischen Vertrag unterzeichnen wird.

In Oesterreich hat das Unterrichts« Ministerium eine Amnestieaktion fütz diejenigen Schüler eingeleitet, die wegen politische« Vergehen gemaßregelt worden sind. Alle aus poli­tischen Gründen vom Unterricht entfernten Schüler können Anträge um Erlaß der Strafverfügungen einreichen.

Alte Meister werden hoch bezahlt.

Bei Christie in London erbrachte die Versteige­rung einer Sammlung von Zeichnungen alter Meister sehr hohe Preise. Während man für dis sämtlichen Zeichnungen der Sammlung einen er­lös von 600 000 Mark erwartet hatte, brachten be­reits die 148 Nummern des ersten Tages 375 000 Mark, wobei besonders Käufer aus dem Auslande sich lebhaft beteiligten. Das wichtigste Blatt war eine Silberstiftzeichnung eines sich bäumenden Pferdes von L i o n a r d o da Vinci, die für dis Linienführung des Meisters sehr charakteristisch ist. Das Blatt hatte bei der Versteigerung der Samm­lung des Lord Pembroke im Jahre 1917 300 Pfund gebracht; diesmal erzielte es 4305 Pfund (54 500 Mark). Eine Londoner Firma, die dieses Blatt er- worben hatte, kaufte auch eine 15:12,5 große Zeich­nung von Michelangelo, in brauner Tusche, mit roter und schwarzer Kreide, die hervorragende Studie zu der berühmten Marmorfigur Christi in der Kirche St. Maria sopra Minerva in Rom. An­dere wichtige Zeichnungen waren: eine Silberstift­zeichnung des Apollo von Perugino oder Raphael, 17 500 Mark; zwei Studien männlicher Figuren von Filippino Lippi, 16 700 Mark; Porträt eines schönen Mädchens von Luini, 13 200 Mark; die Studie eines am Galgen Hängenden von Pisanello, 22 300 Mark.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Mit dem am Samstag erfolgten Verlassen aus subpolaren Gebieten stammender Luftmassen hat sich über dem europäischen Kontinent ein kräftiger Hochdruckgebiet entwickelt, das die vom Atlantik an­kommenden Wirbel in nördlichere Bahnen verweist. Immerhin ist es einer rasch oorstoßenden Störung gelungen, in der Nacht zum Montag ein Schlecht­wettergebiet bis nach Mitteldeutschland vorzutra­gen. Eine stärkere Einflußnahme von Tiefausläu­fern auf die Witterung unseres Gebiets ist jedoch nicht zu erwarten, wenn sich auch vor allem nach Norden und Osten hin zeitweilig Bewölkung ein- stellt.

Aussichten für Dienstag: Morgens viel­fach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, im Süden meist nördliche und östliche, im Norden westliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Fortdaue« des Schönwettercharakters.

Lufttemperaturen am 23. August: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 12,9 Grad; am 24. August: morgens 10,3 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum heute nacht 7,6 (9/ab.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.VII.36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und (Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Todes-Anzeige.

Samstag, den 22. August, entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater

Herr Lok-Führer Wilhelm Franz

im Alter von 60 Jahren.

Die trauernden Angehörigen:

Ottilie Franz und Sohn KarL

Gießen, den 24. August 1936.

Die Beisetzung findet am Dienstag, dem 25. August nachmittags 2 Uhr, statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen.

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Gebunden RM. 3,60.

Die beiden Verfasser der vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschuhgeseh haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Er­gänzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich er­läutert und geben damit jedem eine gründliche Auf­klärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur über­haupt, fei es beruflich oder als Liebhaber und Na­turfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Hier» und Pflanzenfteunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsan- wälte müssen Über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und fier» barien-fiandlungen und Lehrmittelseschäfte, Präpa­ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Derkäufer, firanzbindereien und die mit der Über­wachung der Märkte beauftragten Beamten, Feld­hüter, Polizeistellen usw.

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