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Das Olympia-Banner in Deutschland.

Berlin 1936ein wahres Olympia des Friedens".

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Die Rosselenker- neben dem Marathontor der Deutschen Kampfbahn.

Die letzten künstlerischen Arbeiten auf dem Reichssportfeld gehen der Vollendung entgegen. Die Monumentalskulpturen wurden von Professor Josef Wackerle (München) geschaffen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

griechische Volk bei jeder Gelegenheit für Deutsch­land bekundet habe.

Oer olympische Fackellauf.

Larissa, 23. Juli. (Vom Sonderberichterstatter des DRV.) Die Feiern in Larissa fanden ihren Höhepunkt in den Ansprachen, die Bürgermeister Asteriades und Prof. Karapteas auf dem großen Platz der Stadt hielten Die Redner spra­chen von der Bedeutung des Fackellaufes und wür­digten mit Begeisterung die Leistungen des neuen Deutschland. Um 9.30 Uhr wurde die Fackel wieder aus der Stadt getragen. Frohe Zurufe und Glück­wünsche der Menge begleiteten den Läufer, der den Weg nach Tyrnavos einschlug.

Am Donnerstag um 21.40 Uhr griechischer Zeit traf der Läufer in Koziani (Mazedonien) ein, wo er von einer riesigen Menschenmenge empfangen wurde. Die Kapelle der 11. Division spielte die

Znlerview über lOOOO Kilometer

Der IKeichssportführer telephoniert mit Tokio.

Aus Anlaß der XL Olympischen Spiele führte ein Vertreter der japanischen Nachrichten­agentur Domei von Tokio aus ein Telephon- Interview mit demReichssportführer von T s ch a m m e r und O st e n , der sich im Hause des Deutschen Sports in Berlin befand. Die Verständigung über die 10 000 Kilometer weite Ent­fernung war auf beiden ©eilten sehr gut. Der kühne technische Fortschritt, dem diese Fernunter­haltung zu verdanken war, hat sich bei dieser Ge­legenheit in schönstem Sinne in den Dienst der Völkerverbundenheit gestellt. Der Reichssportführer wies darauf hin, daß die XI. Olympischen Spiele mit einer Beteiligung von 53 Nationen und mehr als 6000 Olympiakämpfern das größte Sport­ereignis aller Zeiten geworden sind. Der olympische Gedanke hat einen triumphalen Sieg daoongetragen. Die Spiele sollen, wie im alten Griechenland, eine Synthese von Kraft. Schönheit und Geist werden.

Der Reichssportführer schilderte dann die gigan­tische Größe der Olympiastätten. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn wir bei den sportlichen und künst­lerischen Wettbewerben mit omer H n s cki a u -

Das Ergebnis der Dreimächte-Konferenz

Ort und Zeit der Fünfmächtekonferenz noch unbestimmt.

In Bremerhaven lief, von einer nach Tausenden zählenden Zuschaermenge empfangen der Schnell­dampferBremen" ein, der mehrere Tausend Olympiagäste aus den Vereinigten Staaten mit­gebracht hat. An Bord befand sich auch Oberst Wil­liam May Gar land, der mit der Aufgabe be­traut wurde, das O l y m p i a b a n n e r zu über­bringen, das während der Olympischen Spiele am Olympiamast der Hauptkampfbahn des Reichssport­feldes wehen wird.

Zugleich mit Oberst G a r l a n d traf auch das japanische Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, Professor Jigoro Kano ein. Professor Kano wird auf der Sitzung des IOC. am 29. Juli in Berlin den Antrag der Stadt Tokio auf Ver­gebung der XII. Olympischen Spiele nach Tokio ver­treten und den Nationen Vorschläge Japans unter­breiten.

Im Namen des Deutschen Olympischen Komitees wurden die Mitglieder des IOC. Oberst G-a r - land und Professor Kano, sowie die anderen Olympiagäste durch Senator Bernhard herzlich willkommen geheißen. Oberst Garland erklärte, er habe Deutschland ganz und gar in sein Herz geschlossen und bezeichne sich mit Stolz als sein Freund. Oberst Garland fügte hinzu, daß er schon im Jahre 1930 vom Reichspräsidenten von Hin­denburg empfangen wurde, der ihn gebeten habe, für die Vergebung der Spiele nach Berlin zu stimmen, was er auch getan habe. Er wisse, daß die Olympischen Spiele 1936 in Berlin alles bis­her Dagewesene i n d e n Schatten st e l - l e n würden, denn das" Organisationstalent der Deutschen sei bekannt und eine Garantie dafür, daß Berlin 1936 ein wahres Olympia des Friedens werde.

Das Olympiabanner ist am Donnerstag­nachmittag in der Reichshauptstadt angekommen. Der Präsident des Organisationskomitees der letz­ten Olympischen Spiele, Oberst William G a r - land, der zugleich auch das älteste Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, über­brachte das in einem von dem Sternenbanner ein- qehüllten Zinkkasten aufbewahrte Banner persön­lich aus Los Angeles. Zum Empfang hatten sich auf dem Bahnhof eine Reihe von amerikanischen und deutschen Freunden des greisen Vorkämpfers der Olympischen Spiele eingefunden. Im Auftrage des Generalsekretärs des Orqanisationskomitees der XI. Olympischen Spiele hieß ihn Adjutant Näl ke willkommen. Oberst Gar land war sichtlich er­freut über die überaus herzliche Begrüßung. Er erklärte, er sei sehr glücklich, nach Berlin gekom­men zu sein, er freue sich darauf, das Olympische Banner, das von der Stadtverwaltung in Los Angeles sorgsam gehütet worden sei, dem Staats­kommissar von Berlin zur weiteren Aufbewahrung für die nächsten vier Jahre übergeben zu können. Er habe in Amerika schon so viel über die wun­derbaren und gigantischen Vorbereitungen gehört, die in Berlin für die Olympischen Sviele getrof­fen worden seien, daß er mit den größten und an­genehmsten Hyffnungen nach Deutschland gekom­men sei.

Leni Niefenstahl aus Griechenland zurück.

Am Donnerstagabend traf Leni Riefenstahl, die mit der Herstellung des Olympia-Filmes beauftragt ist, nach siebentägigem Aufenthalt in Griechenland auf dem Flughafen Tempelhof mit dem Olympia-Sonderflugzeug ein. Sie lobte das außerordentliche Entgegenkommen der griechischen Behörden und schilderte anschaulich die ^^eiste- rung, mit der der Gedanke des olympischen Faaei- laufs in ganz Griechenland aufgenommen worden fei. Als die gewaltigsten Eindrücke bezeichnete sie die echte und ursprüngliche Sympathie, die das^

London, 23.Juli. (DNB.) Die Dreimächte- Konferenz begann ihre Beratungen unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Baldwin am Vormittag und setzte sich am Nachmittag um 15.45 Uhr fort Nach knapp 2^ftünbiger Beratung wurde die Konferenz um 18.10 Uhr abgeschlos - Jen. Die amtliche Verlautbarung hat folgenden Wortlaut:

Die Vertreter Frankreichs, Belgiens und des Ver­einigten Königreichs, die in London am 23. Juli zu- fammengetreten waren, find, indem sie sich der Ueber- einkommen vom 19. März, der Vorschläge des Deut­schen Reichskanzlers vom 31. März und derjenigen der französischen Regierung vom 8. April erinnern, zu folgenden Schlußfolgerungen gelangt:

1. Das Hauptziel, auf das die Anstrengungen aller europäischen Völker gerichtet sein müssen, ist die Konsolidierung des Friedens durch eine allge­meine Regelung.

2. Eine solche Regelung kann nur durch die freie

griechische Nationalhymne. Danach hielt der Bür­germeister von Koziani eine Rede. Nationaltänze, von mehr als 100 Mädchen ausgeführt, beschlossen die Feier. Auf dem Wege von Larissa nach Ko­ziani wurde die Fackel abermals durch wilde Ge­birgslandschaften getragen. Bei Elassona, wo die Griechen im Jahre 1912 den ersten Sieg im Bal­kan-Krieg über die Türken erfochten, wurde die makedonische Grenze überschritten.

Der Empfang beim Führer am 1. August

Im Programm für den Eröffnungstag der Olympischen Spiele ist eine Berichti­gung vorzunehmen. Bisher hieß es, daß sich die Ehrengäste um 13 Uhr zum Palais des Reichs­präsidenten begeben, wo sie vom Führer emp­fangen werden. Dieser Empfang findet aber nicht im Palais des Reichspräsidenten, sondern in der Reichskanzlei statt

zahl von 200000 bis 300000 täglich rechnen. Der Reichssportführer berichtete weiter über die einzigartige Unterbringung der Kämpfer im Olympischen Dorf, in dem sie sich in einer prächtigen Landschaft und abgeschiedener Ruhe ungestört auf die schweren Kämpfe vorberei­ten können. Die japanische Mannschaft hat in diesem Dorf zwei große Häuser bezogen, die ganz nach den Wünschen der japanischen Teilnehmer ein­gerichtet wurden. Auf eine Frage erklärte von Tschammer und Osten, daß die japanische Mannschaft durch ihr vorbildliches sportliches Ver­halten, durch ihre musterhafte Disziplin und den beispiellosen Eifer, mit dem sie sich auf die Wett­kämpfe vorbereitet, allseitige Bewunderung erregt. Mit einem solchen Geiste und mit den Leistungen, die sie beim Training gezeigt hat, können ihr die Erfolge nicht versagt bleiben. Der Reichssportführer schloß die telephonische Unterhaltung mit einem Gruß der deutschen Sportler und des deutschen Volkes an das japanische Volk. Die deutsche Sport­welt versichert die japanischen Sportler ihrer Ver­ehrung, Hochachtung und aufrichtigen Kameradschaft.

Zusammenarbeit aller betroffenen Mächte erreicht werden, und nichts würde verhängnisvoller für die Hoffnungen auf eine solche Regelung fein als die scheinbare oder tatsächliche Teilung Europas in gegnerische Blocks.

3. Die drei Regierungen sind infolgedessen der Ansicht, daß Schritte unternommen werden sollen, um eine Zusammenkunft der fünf £ o - carnomächte zu erzielen, sobald eine solche Zu­sammenkunft passenderweise abgehalten werden kann. Die erste Ausgabe, die in Angriff genommen werden sollte, ist ihrer Ansicht nach die Verhand­lung über ein neues Uebereintommen, das an Stelle des Rheinpaktes von Locarno treten soll, um durch die Zusammenarbeit aller Betroffenen die tage zu lösen, die durch die deutsche Initiative vom 7. März geschaffen worden ist.

4. Die drei Regierungen schlagen infolgedessen

vor, daß sie mit der deutschen und der i t a - lienischen Regierung in Verbindung treten in der Absicht, deren Beteiligung an der so vorge­schlagenen Zusammenkunft zu erreichen.

5. Wenn auf dieser Sitzung ein Fortschritt erzielt werden kann, werden andere Fragen, die den europäischen Frieden berühren, notwendigerweise zur Aussprache kommen. Unter solchen Umständen würde es natürlich fein, zu erwarten, daß das Gebiet der Aussprache erweitert wird in der Weise, daß unter der Mitarbeit der ande­ren interessierten Mächte die Regelung derjenigen Fragen erleichtert wird, deren Lösung wesentlich für den Frieden Europas ist."

Wie der diplomatische Mitarbeiter der Preß-Asso- ciation berichtet, werden O r t und Zeit der Fünfmächtekonferenz aus diplomatischem Wege zwischen den fünf Mächten festgelegt werden, ebenso auch die Form des Verfahrens, das einzu­schlagen sei. Den französischen und belgischen Ver­tretern gegenüber sei britischerseits einwandfrei klar- aestellt worden, daß Großbritannien bis zum Abschluß eines neuen Locarno zu den Ga­rantien stehen werde, die es nach Aufhören des ursprünglichen Vertrages übernommen habe.

Der Abschluß eines neuen Locarno sei jedoch nach britischer Ansicht nicht das ausschließliche Ziel. Er werde als erster Schritt für eine all­gemeine Regelung angesehen.

Ein Punkt des noch zu bestimmenden Verfahrens bestehe darin, ob die fünf Mächte nur unter­einander einen Vertrag abschliehen ober einen umfassenderen Vertrag in Aussicht neh­men wollten, der alle europäischen Mächte umfasse. Gegenwärtig bestehe jedoch nicht die Ab­sicht, die Erorterungsgrundlage zu erweitern. In britischen Kreisen hoffe man aber, daß sich aus den Besprechungen etwas Größeres als Lo­carno ergeben werde.

Ein Reuter-Kommentar.

London, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zum Abschluß der Dreirnächte-Besprechungen berichtet der diplomatische Reuter-Korrespondent, die gemein­same Verlautbarung der drei Mächte sei britischer- feite mitoffener Freude" und auf französischer Seite mit voller Befriedigung ausgenommen war- den. Der interessanteste Teil der Verlautbarung sei Teil V. Hier sei ein großer Teil offen gekäs­ten, insbesondere zu welchem Zeitpunkt die Fünf- mächte-Konserenz wohl in eine größere Konferenz einmünden werde. Der Satz:Wenn auf dieser Sitzung ein Fortschritt erzielt werden kann, werden andere Fragen, die den Frieden Europas berühren, notwendigerweise zur Aussprache kommen", lasse es offen, ob dies auf der Fünfmächte-Konferenz ge­schehen werde, oder auf einer auf sie folgenden Kon­ferenz. Es sei bekannt, daß die französische Regierung eine sehr enge Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten, Sowjetrußland und der Kleinen Entente, als von größter Bedeu­tung ansehe.

Konflikt in Brüssel.

B r ü s s e l, 23. Juli. (DNB.) Die Rede des b e l - gischen Außenmini st ers über die Grund­linien der belgischen Außenpolitik hat am Donnerstag zu einem schweren Konflikt zwi­schen S p a a k und seiner Partei geführt.

Auf einen Antrag des Generalrates der belgischen Arbeiterpartei richtete der Abgeordnete Wou­ters, der selbst verschiedentlich Kandidat für den Außenministerposten gewesen ist, in einer Rede die denkbar schärfsten Angriffe gegen den Außenminister. Er erklärte, daß

die außenpolitischen Erklärungen Spaaks im Gegensatz zu der Politik der belgischen Ar­beiterpartei und der III. Internationale

ständen und kündigte an, daß die sozialistische Kam­merfraktion die sofortige Einberufung des Auswärtigen Ausschusses der Kammer beantragen werde, um zu den außen­politischen Erklärungen Spaaks Stellung zu neh­men.

In der anschließenden Aussprache erklärten die in der Sitzung anwesenden sozialistischen Minister van der Velde, Bouchery und Merlot, daß die Rede Spaaks dem Kabinett vorher nicht vorgelegt worden fei und daß die drei sozialistischen Minister auch in ihrer Eigenschaft als Parteifreunde Spaaks mit der Rede vorher nicht befaßt worden feien. Die Aussprache war sehr lebhaft. Ein Redner forderte den sofortigen Rücktritt des Außenministers. Schließlich wurde die Ab­sendung eines Telegramms an den in London wei­lenden Außenminister beschlossen, worin Spaak die außenpolitischen Grundlinien der belgischen Arbeiterpartei und der Zweiten In­ternationale in die Erinnerung gerufen werden.

Es wird in dem Telegramm betont, daß die belgische Arbeiterpartei an der Politik der Ver­stärkung der kollektiven Sicherheit und des gegenseitigen Beistandes festhält.

Gleichlautende Telegramme wurden an den franzö­sischen Ministerpräsidenten Blum und den franzö­sischen Außenminister D e l b o s abgesandt.

Die innerpolitischen Auswirkungen dieses Konflikts sind im Augenblick noch nicht zu über­setzen. Von der Stellungnahme Spaaks wird es abhängen, ob der Bestand des Kabinetts van Ze e land durch diesen schweren Konflikt gefährdet ist. Es verlautet, daß Ministerpräsident van Zee- land die außenpolitischen Ansichten Spaaks teilt.

Essolub

STANDARD

MOTOI