Nr. M Erster Blatt
186. Jahrgang
Zreitag, 24. Juli 1936
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Bündnispolitik und Dardanellen.
Von Konteradmiral a. D. Gadow.
Will man das jetzt vorliegende Ergebnis der Verhandlungen von Montreux richtig einord- men, so muß man es von den drei Gesichtspunkten ider Geographie, der Geschichte und der »Gegenwartspolitik aus betrachten. Meerengen find immer umstrittene Gebiete der Erdober- ffläche, denn an ihnen findet die Seemacht entweder eine Grenze oder einen mächtig beherrschenden »Stützpunkt. Vor Singapore endet z. B. die japa- mische Macht, von dort aus vermag die englische Lagegen auszustrahlen. Kopenhagen wurde von »England zerstört, als es den nordischen Seemächten Mutzen versprach, Gibraltar weggenommen und gehalten. Um die Sperrung der Dardanellen gegen idas Auftreten einer russischen Flotte im freien Meer wurde viel Diplomatie und der Krimkrieg 1853—56 aufgeSoten, die russische Flotte bis aus 'Null entwaffnet, jedoch schüttelte sie die Fesseln 1870 wieder ab. Der türkische Torhüter war danach England stets ein Dorn im Auge, die englische Politik verfolgte lange die Zerschlagung der Türkei (Salisbury vor 1900) und die freie Einfahrt ins Schwarze Meer, d. h. die Erweiterung ihres Machtbereichs bis an die Oelquellen des Kaukasus und die russischen und rumänischen Häfen. Im Weltkriege versprach man zwar notgedrungen Rußland Konstantinopel, sicherte sich aber vor seiner Macht durch Besetzung der Inseln vor den Dardanellen. Die Zerschlagung der Türkei mißlang, als Kemal Pascha das Diktat von Seores zerriß, die griechische Invasion ins Meer warf und auf die von England besetzte alte Hauptstadt vorrückte. Die Verbündeten waren kriegsmüde, neue Blutopfer konnten sie ihren Völkern nicht zumuten. So beließen sie die Türkei im Waffenstillstand von Mudania 1923 im Besitz beider Ufer der Engen und schränkten nur ihr Hausrecht im Friedensvertrag von Lausanne durch Errichtung der entwaffneten Zonen beiderseits, Einsetzung einer internationalen Kommission und Begrenzung der Garnison von Konstantinopel ein. Zn Wirklichkeit hatte die Türkei damit viel zurückerlangt, denn auch ohne ortsfeste Werke konnten die Dardanellen durch mobile Artillerie und Minen gesperrt werden.
Mit der Erstarkung des türkischen Staatswesens unter Atatürk steigerte sich jedoch sein Unabhängigkeitsdrang und fand eine starke Stütze im Bündnis mit der Sowjetunion, das für eme Revision des Meerengenstatuts leicht zu gewinnen war. Nebenbei ün Bündnis, das niemals durch die Tätigkeit der Komintern getrübt wurde; kommunistische Agitatoren endigten am türkischen Galgen. Die gemeinsame Revisi ons front, deren Andeutungen und Forderungen in Genf von England noch im Vorjahre schroff abgelehnt wurden, erhielt dann eine mächtige Stärkung durch die italienische Drohung im Mittelmeer und das f o w - jetrussisch-französische Bündnis, genannt „Beistandsversprechen". England mit seinen durch Abbau und Flottenverträge stark herabgesetzten Machtmitteln fühlte sich nicht stark genug, die italienische Ausdehnung zu bekämpfen, und es zog sich aus Völkerbund, Sanktionen und Hilfsversprechen der Mittelmeermächte, von Frankreich über Griechenland bis Jugoslawien, zurück. Aus diesen Versprechen sollte ein Mittelmeerpakt entstehen, zur Einkreisung oder doch Majorisierung Italiens. Aber Frankreich blieb dabei schwankend und die Balkanmächte im Ganzen begannen das Schwergewicht der sowjetrussisch - türklsch- französischen Verbindung zu empfinden, insbesondere Rumänien legte Wert darauf, diesem Block nicht fernzubleiben, dessen Wirksamkeit jedoch mit einer neuen Lösung des Durchfahrtsrechtes von Kriegsschiffen usw. durch die Meerengen verbunden war. So fand der Revisionsantrag eine Mehrheit in Montreux, und die Türkei konnte die Wiederbewaffnung der Dardanellen wie des Bosporus; die Aufhebung der Kommission, die Beschränkung des Durchfahrtsrechts fremder Flotten auf kleine Abteilungen, ihrer Gesamtstarke nn Schwarzen Meer auf 28 000 Tonnen, ihres Aufenthalts dort auf 15 Tage, Verbot des Ueberfliegens und des U-Bootsverkehrs mit Ruhe einbringen. England bekam Bedenken und suchte das Zulassungsrecht zahlenmäßig zu steigern und vor allem einen Zuschlag für „humanitäre und Völkerbundsaktio- nen" zu erlangen. Aber an diesem Punkte fd)Iug die Gegenpartei zurück und verlangte und erhielt, gegen kleine Konzessionen in den zugelassenen Flottenstärken, das Durchfahrtsrecht für Kriegsschiffe, T r u p p e n t r a n Sport e, Kriegsbedarf usw. im Dienste des Volk e rkunde s und des s o w j e tr u ss l fch - fr an 3o 5 fischen Bündnisses „als Teil der ^lker- bundsoerpflichtungen". Die Türkei soll „das Recht haben, solchen Verkehr durchzulassen, allen anderen Kriegführenden aber den Weg zu ^sperren. England ließ seinen Widerstand fallen. Was ist hiermit geschehen?
Zunächst haben die Sowjetunion und Frankreich ihr Ziel erreicht: ihre militärische Verbindung ist gesichert, die „Schranke von Danzig bis zur Adria" ist umgangen, die Versperrung des deutschen Rheinlandes ist wenigstens in etwas ^ausgeglichen, vorausgesetzt, daß die Türkei willig ist. Ob diese Verbindung für alle französischen Verbündeten im Osten, für Rumänien und die Tschechoslowakei, von gleicher Bedeutung wird, mag bezweifelt werden, jedoch kommt ihnen mindestens der Transport von Kriegsgerät zugute. Die Türkei wird in ihrer Souveränität über die Engen voll bestätigt. Festungswerke werden entstehen, die Korn-
Französische Waffenlieferung an die Linksregierung in Madrid?
Lieferung auf Weisung Blums? — Geschlossene Abwehr der französischen Rechten. Anfrage in der französischen Kammer.
Paris, 24. Juli (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Blätter der Rechten wenden sich am Freitag scharf gegen ein französisches Eingreifen in irgendeiner Form in die spanischen Ereignisse. Das „Echo de Paris" erklärt u. a., falls Frankreich für den spanischen Kommunismus Partei ergreifen sollte, treibe es die faschistischen Länder dazu, für die Nationalisten einzutreten.
Der Londoner Bericherslaller des Blattes meldet, daß Ministerpräsident Leon Blum selbst, gleich nach der Ankunft in der englischen Hauptstadt, die Anweisung zu den Waffenlieferungen an Spanien gegeben habe. Es heiße zwar, daß Blum erklärt habe, ein offenes Entgegenkommen im Hinblick auf die Dünsche der sozialistisch-kommunistischen spanischen Regierung sei nicht zu wagen, daß aber unter der Hand einige Flugzeug- und W affenfa- briken die Lieferungsaufträge erhalten hätten. Jedenfalls werde der spanischen Regierung der nachgesuchte Brennstoff zur Verfügung gestellt werden. Man könne sich nicht wundern, wenn man in England eines Tages gegenüber Frankreich, das der kommunistischen Anarchie und der Dritten Internationale hin- gegeben sei, eisige Zurückhaltung zeige.
Der „I o u r" will im Besitze näherer Einzelheiten über die Unterstützung sein, die die französische Regierung der spanischen Volksfront-Regierung gewähren wolle.
lieber 20 000 Bomben feien bereits nach Marseille unterwegs. 20 Bombenflugzeuge und acht 7,5-Mitlimeter-Gefchühe sowie 12 Millionen Schuh Munition sollen ebenfalls so schnell wie möglich nach Spanien verfrachtet werden. Der Dampfer „Ville de laragona“ werde mit dem ersten Teil der Ladung demnächst auslaufen.
Auf Befehl des Präsidenten der katalanischen Regierung sei der spanische Vertreter in Genf Fernando de Los Rios, der sozialistischer Parteiangehöriger sei und der als neuer spanischer Botschafter fein Beglaubigungsschreiben in Paris noch nicht überreicht habe, mit der Ausführung dieser Aufträge beauftragt. Seit 36 Stunden halte sich Los Rios in Paris auf und habe, wie das Blatt behauptet, sofort mit dem Staatssekretär i m Ministerpräsidium die Verbindung ausgenommen, außerdem stehe er mit Kriegsminister Daladier und Luftfahrtminister Pierre C o t in Fühlung.
Der Militärattache der spanischen Botschaft, der in seinem Lande das Blut nicht mit französischen Waffen habe vergießen wollen, habe diese Aufträge nicht weitergeleitet und seinen Abschied eingereicht.
Am 20. Juli sei von der Madrider Regierung zum erstenmal der Wunsch nach französischen Waffenlieferungen ausgesmochen worden. Diese Aufträge der fpanischen Regierung hätten nichts mit den Bestellungen der spanischen Heeresverwaltung auf Artillerie-Material zu tun.
Der rechtsgerichtete Abgeordnete Dommange wird in der Kammer eine Anfrage einbringen, in der er die Regierung Blum um Auskunft ersucht, ob und unter welchen Bedingungen sie der spanischen Regierung K r i e g s m a t e r a l geliefert hat.
„Ordre" beschäftigt sich mit dem Besuch der beiden spanischen Fliegeroffiziere, die wegen Waffenlieferungen nach Paris gekommen sind. Wie das Blatt wissen will, habe die französische Regierung auf den Antrag, die fran = zösischen Lufthäfen von Marokko und Algier zur Brennstoffversorgung und als Landeplätze zur Verfügung zu stellen, ablehnend geantwortet, da dies dem internationalen Recht widersprechen würde. Dagegen habe die französische Regierung der Madrider Linksregierung zugesichert, ihren Schiffen die Möglichkeit zu geben, in den
algerischen Häfen und in Tanger Brennstoff a u f z u n e h m e n. Außerdem habe die französische Regierung die Erlaubnis zur beschleunigten Ausfuhr von 25 Bombenflugzeugen und 15 Geschützen erteilt.
Marxistische Solidarität.
Paris, 24. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der sozialistische „P o p u l a i r e" veröffentlicht auf der ersten Seite eine Solidaritätserklärung des Vorstandes der Sozialistischen Partei Frankreichs mit den im Kampfe für die „Republik der Freiheit" stehenden spanischen M a r x i st e n. Die Sozialistische Partei Frankreichs gibt darin ihrer Bewunderung und ihrem Vertrauen auf den Sieg der spanischen Linken Ausdruck.
Die Mitglieder der sog. Abordnung der Linken, o. h. die Vertreter der in der französischen Volksfront vereinigten linksgerichteten Parteien, die ein Sympathietelegramm an die spanische Regierung gesandt hatten, haben beschlossen, im Einvernehmen mit der französischen Regierung eine Delegation nach Dran in Algerien zu entsenden. Dort wollen sie
Maßnahmen prüfen, die geeignet seien, die „von den antirepublikanischen und faschistischen Elementen gestörte Ordnung wiederherzustellen".
Britische Zerstörer von spanischen Fliegerbomben bedroht.
London, 23. Juli. (DNB.) In Gibraltar wird amtlich mitgeteilt, daß spanischeFlug- zeuge auf der Höhe von T a r i f a eine Reihe von Bomben über den britischen Z e r st ö - rer „W ildswan" abgeworfen haben. Obwohl die Bomben in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges explodierten, wurde das britische Kriegsschiff nicht getroffen. Der Zerstörer gab einige Warnungs- schüsse ab und kehrte hierauf nach Gibraltar zurück.
Bier britische Zerstörer
auf dem Wege nach Barcelona.
London, 23. Juli. (DNB.) Die britische Admiralität hat vier Zerstörer nach Barcelona beordert, wo der Kreuzer „London" bereits eingetroffen ist. In Barcelona befinden sich zur Zeit mehrere Hundert britische Staatsangehörige.
General Mola über die Erhebung
Oie politischen Ziele der Marxistengegner.
Paris, 24. "Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „M a t i n", der am Donnerstag bis nach Burgos ins Hauptquartier des Generals Mola vorgedrungen war, hatte dort Gelegenheit, mit General Mola, dem Führer der Militärgruppe im Norden, zu sprechen.
Der Plan der Erhebung, so erklärte General Mola u. a., fei von verschiedenen Generalen bereits seit langem ausgearbeitet gewesen. Die Erregung, die ganz Spanien nach der Ermordung Calvo Sotelos erschüttert, habe den letzten Anlaß zum Losschlagen gegeben.
Die Erhebung habe heule bereits im ganzen fpanischen Volk Wurzeln gefaßt, und die Militärstreitkräfte verliehen ihr lediglich einen strategischen Rückhalt. Der Aufstand könne nicht mehr niedergeschlagen werden. Spanien wolle sich befreien. Das Vertrauen, das das Volk dem Militär entgegenbringe, verbürge den Erfolg. Im Kampfe gegen die Verräter, die Geld von Moskau genommen hätten, versuche die Aufstandsbewegung unter allen Umständen unnützes Blutvergießen zu vermeiden.
Madrid hätte schon längst umzingelt werden können; doch fei man vorsichtig. Die Truppen blieben stets so lange in ihren Stellungen, bis die Materialversorgung gesichert sei, es käme nur auf die Sicherung des Munitions- und Waffennachschubs an. Durch das Abwarten verstärkten die Truppen ihre Stellungen im Norden. Vornehmlich in San Sebastian, Jrun und besonders in Bilbao müsse die Autorität des Heeres noch hergestellt werden. Aber auch hier arbeite die Zeit für die antimarxiftifche Bewegung.
Was Madrid betreffe, so sei es besser, die spanische Hauptstadt durch hunger, als durch Ka
nonen zu nehmen. Die Hauptstadt sei durch das um sie gelegte Reh bereits vollkommen isoliert. Eine Million Menschen werde demnächst weder Fleisch noch Gemüse, noch Benzin, noch irgend eine Zufuhr erhalten. Seit gestern fehle in Madrid das Wasser. Man brauche also nur noch ein wenig Geduld zu haben. Das Herz befehle, das Blut in Spanien zu schonen. Abschließend betonte General Mola, daß die Ziele der Aufständischen republikanische seien. Er und General Franco kämpften lediglich
gegen die Verräter an Spanien.
Der Vertreter des „I o u r" meldet, daß er im Laufe des Freitag aller Wahrscheinlichkeit nach dem Einzug der nationalen Truppen in die spanische Hauptstadt beiwohnen werde. Am Donnerstag sei er mit dem Führer der carlistischen Milizen, Luiz Arrelano, zusammengetroffen.
Heber die endgültige politische Entwicklung habe ihm dieser gesagt, daß sich im Augenblick alle nationalen Kräfte Spaniens gegen die Moskauer Verräter zusammengetan hätten. Die Ordnung werde unter allen Umständen über die Unordnung und der nationale Gedanke über den internationalen siegreich bleiben.
Die politischen Strömungen innerhalb der Erhebung seien verschieden. Die Carlisten erstrebten die Einsetzung der Monarchie unter Alfonso Carlos von Navarra, die Faschisten die Aufrechterhaltung der Republik unter dem Sohne Primo de Cal- oeras als Präsident und die Generäle jedenfalls für die nächste Zukunft eine Militärdiktatur unter Franco oder Mola. Aber die Zeit werde darüber noch zu entscheiden haben.
von der französisch-spanischen Grenze.
Deutscher Zeucht über die Lage
DNB. gibt ein Stimmungsbild
H e n d a y e, 24. Juli. (Vorn Sonderberichterstatter des DNB.) Der erste Eindruck, den man beim Erreichen der spanischen Grenze gewinnt und der sich nach kurzen Gesprächen mit ernst zu nehmenden Spaniern verstärkt, ist der, daß wohl kaum jemals soviel in der Berichterstattung der europäischen Presse erfunden und entstellt worden ist, wie bei der über die augenblicklichen Ereignisse in Spanien. Abgesehen von der Tatsache, daß die demokratisch-freimaurerisch und marxistisch eingestellten Blätter benachbarter Länder ihre Volksfront- Sympathien hemmungslos und auf Kosten der Wahrheit sich austoben lassen, trägt die ungleiche
Verteilung der Nachrichtenmittel bei den beiden sich bekämpfenden Parteien in Spanien mit die Hauptschuld an diesem Uebelstand; außerdem tut die völlige Absperrung des Landes das Uebrige. Der Besitz der Madrider Sender und der Sender von Barcelona, der einzigen, die mit Sicherheit über die Pyrenäen reichen, gibt der Madrider Linksregierung die Möglichkeit, ihre eigene Propaganda und Lagedarstellung ins Ausland monopolartig wirken zu lassen, während sich die antimarxistische Militärgruppe im Süden auf den schwachen Sender von Sevilla beschränken muß
mission verschwindet, die Sicherheit von Istanbul ist gewährleistet. Für England ergibt sich wenig Gewinn: es hat das Välkerbundsprinzip des Bündnisgrundsatz geopfert, ein ernster politischer Rückzug zugunsten des sowjetrussisch-französischen Allianzsystems. Es sieht die sowjetrussische Flotte wieder im freien Meer erscheinen, ohne die Möglichkeit zu haben, im Schwarzen Meer einen Gegendruck auszuüben. Die Seemacht der Sowjetunion hat sich einen namhaften Ausbau zum Ziel gesetzt, und sie wird in der Lage fein, ihre Streitkräfte zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Wladiwostok zu verschieben. Japan erkennt diese Möglichkeit und wird den Vertrag kaum ratifizieren. Für die Ostseeländer ergeben sich ähnliche Bedenken, besonders wenn Moskau aufrüstet bis zur „Parität mit Deutschland", die es in den Flottenverhandlungen beansprucht. Italien widerspricht dem gan
zen Vertragswert, dessen Spitzen es empfindet. England mag hoffen, bei solchen Gewichtsveränderungen vorläufig das Zünglein an der Waage zu bleiben, aber es hat mit einer Macht paktiert, deren Zukunftsmöglichkeiten es selber mit großen Maßstäben mißt. Der Bolschewismus, der soeben über die Bukowina und die slowakischen Flugplätze feinen strategischen Einbruch i n O st - e u r o p a vollzieht, hat nun auch b i e See - flanke erobert. Das sind Dinge von großer und verhängnisvoller Tragweite.
Oie Kriegsmarine gedenkt der „Fitis".
Berlin, 23. Juli. (DNB.) Der Oberbefehls- Haber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c.
Raeder, hat folgenden Tagesbefehl an die Kriegsmarine erlassen:
„Am 23.Z24. Juli gedenkt die Kriegsmarine in Stolz und Treue der tapferen Besatzung des Kanonenbootes „Iltis", die vor 40 Jahren bet seinem Untergang im schweren Orkan durch treueste Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzuge Vorbild wurde für jeden deutschen Seeman und Soldaten. Wie das Flaggenlied, das die „Jltis"-Besatzung nach Vorgang des Oberfeuerwerksmaaten Raehm im Angesicht des Seemannstodes anftimmte, zum Weihelied der Marine geworden ist, so wird der Geist der heldenhaften „Iltis"- Besatzung wie in der Vergangenheit so auch heute und für alle Zeiten in den Besatzungen der Kriegsmarine lebendig bleiben."


