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Nr. ZOO Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Mittwoch 2Z. Dezember 1936

Aus dem Reiche der Krau.

Weihnachtsgeheimniffe.

Von Christian Bock

warum die TNänner jetzt keinen hunger haben...

Es ist eine Art Verrat an den Männern, den ich hier begehe, ich weiß es. Verrat in den eigenen Reihen. Aber, wenn ihr mich nun hiernach trefft, treibt mir nicht den Hut ins Gesicht darum! Es ist halb so schlimm, was ich verrate, aber es ist so, das es ist.

Es ist so, daß in diesen Vorweihnachtstagen die Männer mittags nach Hause kommen, mit Paketen, die sie schnell in einem Schrank verschließen, und dann sitzen sie bei Tische und haben wieder keinen rechten Appetit. Sie haben schon seit drei, vier Tagen keinen rechten Appetit. Sie schnipseln nur so etwas am Gemüse, sie nehmen nur ein bißchen hier und etwas da, sie mögen nicht so recht.

Und ihre Frauen sehen sie mit Sorgen an und sagen: Was hast du nur, du ißt ja wieder nichts. Seit drei Tagen nicht."

Och", sagen die Männer,was soll ich schon haben! Nichts habe ich. Ich esse doch!" Und dann strengen sie sich gewaltig an und holen ordentlich aus mit dem Suppenlöffel und essen als ob. Aber es ist doch nichts mit ihrem Appetit. Wie kommt das nur?

Nun kommt mein Verrat, ich will es sagen. Das ist so, weil es da, wo sie die Pakete kaufen, so appetitliche Konfekt-Türme gibt, Marzipanschweine, Nüsse, Mandeln sie haben ein ganzes Jahr her­um so etwas nicht mehr gegessen, die Armen, und da überkommt es sie. Sie lassen sich ein Viertel Kognak-Bohnen einpacken und eine Marzipanwurst dazu, sie stecken es in ihre Aktentasche und gehen. Sie möchten doch mal auch, das ist es. Aber heim­lich, niemand soll es wissen.

Und dann kommt es nun so, daß sie zehn Mi­nuten, ehe sie zu Hause sind, schnell noch alles auf­essen müssen, denn man soll nichts mehr in ihren Taschen finden können. Das nicht. Also los!, sie stopfen sich die Backentaschen voll und kauen, was der Magen hält. Ehe sie den Schlüssel in die Tür stecken, haben sie aufgegessen.

So, und nun klebe ich mir einen falschen Bart an, wenn ich auf die Straße gehe, daß nicht plötzlich jemand hinter mir die Leute aufhetzt:Der war's! Der hat's verraten!"

Dresdner Stollen.

Es fängt (da, wo es ganz richtig gemacht wird: in Sachsen) sechs Wochen vor Weihnachten schon an. Da melden sich die Hausfrauen beim Bäcker für Weihnachten vor. Eigentlich fängt es schon drei Monate vor Weihnachten an, da mogeln sie schon vom Kostgeld etwas auf die hohe Kante. Es sam­melt sich an, und bann Weihnachten wird davon ein» gekauft: Zucker, Mehl, Butter, Margarine, Hefe, Eier, bittere und süße Mandeln, Rosinen, Zitronat, Staubzucker was zu einem Stollen dazugehört, der etwas auf sich hält.

All das mit allen Zutaten in einem handfesten Wäschekorb: so gehts zum Bäcker. Aber nein, das Allerwichtigfte beinah vergaß ich noch, das ist das Stückchen Holz, auf dem der Name der Hausfrau steht. Dieses Stück Holz wird nachher als Erken­nungszeichen in den Stollen gepflanzt.

So, und dann müßte nun ein Maler kommen, der sich auf Pinsel und Palette versteht, ein gemüt­voller wie Thoma vielleicht, und der müßte nun die Frauen malen, wie sie in der Backstube versam­melt sitzen, jede über ihren Stollen wachend, der in den Ofen geschoben wird.

Ein Stollen ist ja nicht ein Stollen schlechthin, es gibt gewaltige Unterschiede, und da piekt man schon besser sein Holz mit seinem Namen in den Teig und paßt argwöhnisch auf, daß es auch der eigene Stollen ist, der wieder aus dem Ofen kommt, nicht ein fremder.

Drei, vier Stunden sind die Frauen in der Back­stube und sie weichen nicht vom Fleck, ehe alles fer­tig ist. Sie haben Butterbrote und Kaffee mit und stärken sich, während ihre Stollen im Ofen backen, es gibt einen Backftuben-Kaffeeklatsch, der es in sich hat.

Und dann nach drei, vier Stunden ist der Augen­blick da, wo der Stollen aus dem Ofen kommt, da hört mit einemmal alle geruhsame Gemütlichkeit auf. Jede Hausfrau pinselt selbst ihren Stollen mit Butter ein und bestreut ihn mit Puderzucker.

Ganz langsam, behutsam wie man rohe Eier trägt, tragen sie ihre Stollen feierlich nach Hause. Und dann Weihnachten guten Appetit!

praktische Weihnachtsgeschenke.

Praktische Weihnachtsgeschenke! Läuft nicht man­chen Leserinnen eine Gänsehaut über? Sie meinen, zu Weihnachten könnte man doch auch mal etwas verschenken oder geschenkt bekommen, was nicht zum Alltäglichen gehört. Gewiß, aber daneben haben die praktischen Geschenke in unserer harten Zeit durch­aus ihre Berechtigung. Und eine Ueberlegung kommt dazu. Was macht den Wert eines Geschen­kes aus: Etwa der Geldwert oder die Tatsache, daß der geschenkte Gegenstand keinen praktischen Gebrauchswert hat, also nicht unbedingt nötig ge­braucht wird? Die Ehrlichkeit ist viel wertvoller nicht mehrscheinen" wollen, etwashermachen" wollen mit dem Geschenk. Nicht der Geldwert, sondern die Absicht, mit dem Geschenk Freude machen zu wollen, entscheidet über den Wert. Freude macht man aber, wenn man Wünsche errät, an deren Erfüllung der Empfänger gar nicht mehr denkt, wenn man Dinge schenkt, von denen der Beschenkte sagt:Eigentlich hat mir dieses Stück schon lange gefehlt". Und bann ist es einerlei, wenn bieses Stück ein ganz praktisches ist.

So viele Haushaltsbinge gibt es, bie jeber Haus­frau Freube machen. Sie lieft in ihren Fachzeitun­gen unb in ber Tagespreffe immer wieber von ber Notwendigkeit ber Vorratshaltung unb ber baraus folgenben Notwenbigkeit bes Vorratsschutzes. Vor­ratshaltung kann bie Hausfrau nur treiben, wenn sie geeignete Aufbewahrungsräume hat. Aber auch bie verlustlose Aufbewahrung ber täglichen Speise­reste unb kleinster Vorräte erforbert ihre Aufmerk­samkeit unb viele praktische Dinge gibt's, bie ihr helfen können. Für Fleischreste unb alle Speisen, die die Fliegen schätzen, gibt es jetzt die praktischen Gazeglocken. Sie sind aus mit Delfarbe gestrichener Drahtgaze mit festem Rand hergestellt. In runder und ovaler Form und in vielen Größen kann man

sie haben. Sauber sind sie und lustig sehen sie aus mit den buntgestrichenen Rändern. Ein der Größe des Haushalts entsprechender Fliegenschrank ist da, wo er noch fehlt, sicher willkommen. In Haushalts­und Küchengeschäften kann man die Fliegenschränke in oersch^ver.rn Größen haben zum Aufftellen oder Aufhänge'- an bet Wanb.

Wenn m jebem beutschen Haushalt im Monat eine Scheibe Brot oerbirbt, macht bas in 17 Mil­lionen Haushaltungen im Jahr 8 Millionen Brote ober 3 Millionen Mark Volksvermögen aus. Wirb bas Brot fachgemäß aufbewahrt? Ober kann ein neuer Brotkasten zu Weihnachten einem Uebelftanb abhelfen? Unb wenn ein Brotkasten zu teuer ist, kann man gut einen großen Steintopf zum Auf­bewahren bes Brotes nehmen. Es ist bann aller* bings nötig, daß man auf den Boden des Topfes

einen Holzrost legt, damit das Brot nicht mit der Schnittfläche fest auf dem glatten Topfboden auf3 liegt. Es würde so, von Luft abgeschlossen, leicht schimmeln.

Zur Haupteinmachzeit ist die Wirtschaftskasse immer stark in Anspruch genommen durch den Kauf des Einmachmaterials, und bie Anschaffung von zweckmäßigen Geräten wirb immer wieber zurück- gestellt. Da kann zu Weihnachten ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Vielleicht ist es ein neuer Einkochtopf ober ein Einsatz zum Dampf­entsaften für bie Süßmostherstellung.

So gibt es noch manche Dinge, bie als durchaus praktische Geschenke bie Hausfrau erfreuen, weil ihr bamit für ihre tägliche Kleinarbeit eine Hilfe ge­geben wirb. T.

as sollen wir tragen ?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

AUS BESTICKTEM FLANELL

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Für alle Wintersportzwecke geeignet sind bie Mütze, ber Schal, bie Weste unb bie Hanbschuhe aus besticktem Flanell.

Das Material ist hellgrauer, fester unb wasch­barer Wo11 f 1 ane 11, ber mit kleinen Motiven (Skizze links unten) abwechselnb rot und weiß bestickt ist. Sämtliche Bekleidungsstücke sind leicht selbst anzufertigen.

Die Weste hat als Verschluß vorne und seitlich am Gürtel einen Reißverschluß aus rotem Galalith, die beiden Brusttaschen haben kleine

Klappen. Der etroas hochstehende Kragen ist an­geschnitten.

Der Schal ist an den beiden Längsseiten rot abgefteppt, während seine Schmalseiten aus- gefranst werden.

Rot gelascht sind auch die S t u l p Hand­schuhe, die allenfalls noch mit rotem Flanell g e- füttert werden können.

Die runde Mütze hat einen schmalen Rand aus einem Schrägstreifen, ihr Kopf ist aus vier Teilen zusammengesetzt. H.

Fest der Familie.

O Tannenbaum, o Tannenbaum, Wie treu sind deine Blätter.

Wie einfach und kindlich andere Völker dieses Lied vom Tannenbaum mit seinen treuen Blättern auch anmuten mag, uns rührt es immer wieder, wenn Helle Kinberstimmen in seliger Erwartung vor ber verschlossenen Tür bes Weihnachtszimmers dieses schönste aller deutschen Weihnachtslieder singen.

Glockenrein und klar klingt es aus gläubiger Kinderseele. Nur einen kurzen Augenblick währt es, dann fallen auch wirGroßen" ein, fingen frohen Herzens mit unb kümmern uns nicht bar» um, wenn man uns kinblich nennen will. Denn in bi es em Liebe steigt unsere eigene K'inbheit auf.

Gern nennt man bas beutsche Weihnachtsfeft bas Fest ber Kinber, bas Fest ber Familie. Unb das ist es auch ganz sicherlich. Aber ist es damit ab­getan? WirGroßen", wirErfahrenen", wir Wissenden" glauben nicht mehr an das Weihnachts­märchen vom Knecht Rupprecht und von Frau Holle, aber das Weihnachtswunder ergreift auch unsere Seele immer wieder.

Wenn die Kinder, nachdem sich endlich! die Tür zum Weihnachtszimmer geöffnet hat, staunend vor dem Lichterbaum mit seinen Gaben unb Ge­schenken stehen, benfen sie noch nicht an'sPlüm bern". Kinber finb glückliche Menschen ber Gegen­wart, bie ihnen alles ist. Wir Erwachsenen wissen sofort um bie Vergänglichkeit auch bes strahlenbftei» Weihnachtsbaumes.

Bleiben wir bei biefem Gebauten von ber 93 er« gänglichkeit bes Weihnachtsbaumes stehen, bann freilich kann uns das Weihnachtswunder nicht rühren. Erst wenn wir auch in diesem Vergäng­lichen das Gleichnis sehen, erst dann feiern wir Weihnachten.

Wir brauchen uns dabei gar nicht der Weltesche, des Weltenbaumes Yggdrasil zu erinnern oder ur« altes Brauchtum der Ahnen hervorzuholen. Welten­baum und Brauchtum waren unb sind auch nut ein Gleichnis für das, was aus letzter, göttlicher Wirklichkeit in unsere Welt der Erscheinungen hin» überstrahlt. Sind Gleichnis für den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. So lange wir nicht an diesen Sieg des Lichtes glauben, solange können wir auch keine deutsche Weihnacht feiern.

Aber wir glauben ja an diesen Sieg! Wir stehen ja mit den Kindern vor dem Lichterbaum: wir singen von der Treue seines grünen Kleides zur Sommers- unb zur Winterszeit! Unb inbem wir uns zwar nicht zu erklären vermögen, was uns rührt unb ergreift, aber bennoch gerührt unb er­griffen finb, haben wir uns schon von dem ewigen Wunder der Weihnacht, von dem ewigen Wunder der stillen, der heiligen Nacht gläubig um­fangen lassen.

Karpfen zu Weihnacht und Aeuiahr.

Die vorsorgliche Hausfrau fängt beizeiten an, den Küchenzettel für die Festtage zu überlegen, damit sie in Ruhe alles Notwendige besorgen kann. Eines steht fest: An einem Tag muß es Karpfen geben. Wie soll er zubereitet werden? Es geht zwar am schnellsten, ihn blau zu kochen, aber die zum blauen Karpfen notwendige Buttertunke gibt uns zu denken. Also bringen wir ihn einmal in anderer Form auf den Tisch. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Sehr beliebt ist zum Beispiel der Karpfen in Biertunke. Als Grundlage ist dazu eine braune Mehlschwitze erforderlich, die mit Brühe und Braunbier abgelöscht und mit Pfefferkuchen, dem Karpfenblut, Zwiebel und Suppengemüse tüch­tig durchgekocht wird. Nachdem sie süßsäuerlich ab­geschmeckt, aber noch nicht gesalzen wurde und durch ein Sieb gestrichen ist, läßt man die vorbe- reiteten, mit Salz eingeriebenen Karpfenstücke darin garziehen.

Auch die folgende Vorschrift ergibt ein gutes Karpfengericht:

Wasser, Zwiebel, Pfefferkörner, Lorbeerblatt, Salz, der Saft und die Schale von einer Zitrone werden aufgesetzt und langsam zum Kochen ge­bracht. Die Karpfenstücke werden in das kochende Wasser gelegt und darin gedämpft. Sind sie gar, so hebt man sie heraus, tut sie in eine Schüssel, auf der man sie später anrichten will und setzt sie warm oder auf Dampf. Nun gießt man die Tunke durch ein Sieb, fämt sie mit einer Mehlschwitze an (keine Milch hinzutun!) und fügt vor dem Aufträgen ein Stück Butter hinzu, nachdem man die Tunke vor- her mit Gewürz und Weinessig abgeschmeckt hat. Die kochende Tunke wird über die Fischstücke ge­gossen.

Will man ein kaltes Abendessen festlich ausgeftal- ten, gibt man vielleicht einen Karpfen in Aspik Hierzu wird der Karpfen geschuppt, gewaschen, in Stucke geteilt, gebläut und gesalzen. Inzwischen kocht man reichlich Suppengemüse und einige Pfef­ferkörner in Wasser eine halbe Stunde aus. Nun legt man die Fischstücke mit der Haut nach unter m einen Topf, gießt die Gemüsebrühe durch ein Sieb darüber und macht den Fisch in 20 bis 30 Minuten gar. Die Stücke werden aus der Brühe aenommen und auf einer langen Schüssel in Fisch­arm zusammengelegt. Die Brühe wird mit Wein­essig und Zucker abgeschmeckt, mit Gelatine gesteift und vorsichtig über den Fisch gegossen. Man stellt das Gericht kalt bis zum Steifwerden. Am besten wird es am Tag zuvor bereitet.

Las interessiert die Hausfrau.

Schonen Sie daheim ihre Strümpfe! D-r Fersenschoner allein, sonst zu empfehlen, nutzt nimt, denn leicht bespritzt man die Spannfläche und be­kommt dort Flecken. Sie sind billig, aus gröberem Gewebe, daher nicht so empfindlich, leichter zu ftop* fcn und zu waschen, und das Bein sieht doch im feinen Strumpf gut aus. Will man sich schnell nach getaner Arbeit umziehen, braucht man nicht noch die Strumpfe völlig zu wechseln, sondern nur bie Socken Genau so für Gänge zum Markt uni Einkauf.

Bügeln Sie wirklich im Stehen? Das Gemüse putzen Sie sicher schon im Sitzen. Beim Bügeln furchten Sie, nicht die nötige Kraft aufzubringen. Probieren Sie es einmal. Ich kann beim besten

Wintersport-Kleidung.

Uon Margot Groß-Hübener

Die falten Tage sind die erwünschten Anzeichen für gutes Sportwetter, und die Glücklichen, die sich eine Erholungsreise in den Ferien gönnen können, bekommen Sehnsucht nach Bergen und Schnee. Ein Wunsch kann nun endlich Erfüllung werden Ruhe und Kraft in der Natur zu finden und im­mer wieder neue Wunder bei einsamen oder gemeinschaftlichen Touren in ihr zu entdecken.

Für den Mann ist die Ausrüstung der Be­kleidung kein Problem, denn sie ist wie in seinen anderen Sachen, nur auf das Praktische und Be­queme gerichtet. Und gerade die Sportmode hat sich in all den Jahren für ihn nicht wesentlich geändert. Sie hat sich hauptsächlich dem schlichten Norweger­anzug und seinen Abarten verschrieben.

Wahrend für die Frau, die das Bedürfnis hat, abwechselnd und neu auszusehen, auch hier die berühmtekleine" Ausnahme gemacht wird, wobei in erster Linie aber doch darauf geachtet wird,das Schöne mit dem Nützlichen" zu verbinden. Es wer­den also immer wieder Überraschungen erdacht, die uns teils als modisches Zubehör, teils als inter­essanter Schnitt in dieser Saison erfreuen. Die Farbenzusammenstellung kann an Leuchtkraft und Vielseitigkeit nicht übertroffen werden. Das fällt einem am meisten beim Beiwerk auf. Diese starken Tönungen sind aber keinesfalls unsympathisch, denn sie beleben luftig und gegensätzlich die weiße Land­schaft. Duvetine, Flanelle, imprägnierte Woll­stoffe und Cheviote stellen bewährtes Material dar. Als kostspieligeres sieht man mit Lamm oder ähn­lichem Pelz gefütterte Lederjacken und -Westen, die zweireihig in Dreieckform geknöpft, zweckmäßig den an sie gestellten Anforderungen genügen. Klapp­taschen oder Einschnitte, die wie das Vorderteil mit Reißverschlüssen gehalten werden, vervollständigen sie und geben der Frau Gelegenheit, in ihnen die für die Frauunentbehrlichen" Kleinigkeiten zu verstauen. Rotweiß tarierter Flanell ist ein

sescher Stoff für die Skijacke mit großen Reversen und angeschnittener Passe. Die Hose mit Bündchen ist aus imprägniertem Wollstoff. Aber auch die modische Jackenform mit doppelter Knopfpartie, hochgeschlossenem Kragen und Windschutzärmeln aus Futterstoff gehört zu den würdigen Vertrete­rinnen ihrer Art.

Sportblusen sind weiterhin beliebt und werden gern getragen, weil sie angezogen als der Pullo­ver erscheinen lassen. Sie sind meist sehr einfach ge­schnitten und der Hemdbluse angepaßt, wirken aber durch große aufgesetzte, geometrisch aufgeteilte Ta­schen amüsant und neuartig. Eine schon bekannte Erscheinung ist die kurze bis zur Taille gehende Slalombluse, die man offen und geschlossen tragen kann. Sie hat einen seitlichen breiten Gummizug und eine rechtsseitige verstellbare Schnalle. Reizend sind bunte Kappen, Schals und Handschuhe in tu­nesischer Häkelarbeit. Wer Kopftuch ober Sonnen­schutzschirm bevorzugt, muß gut auf die Befestigung durch Knöpfe oder Gummiband achten. Beinlings­bündchen können sowohl uni wie farbig getönt fein, während Gamaschen am besten aus wasserdichtem Leinen sind.

Das Eislaufkostüm zeigt den Fünfbahnen- oder kurzen geteilten Schottenrock. Will man ihm eine schmale Linie geben, so wählt man ihn mit tief eingelegten Tollfalten. Ein breiter Ledergürtel schließt ihn oben ab. Die Rollstrümpfe, die über dft anderen gezogen werden, sollen dicht und warm sein und können Maschinenstickereien in Kreuz- unb Plattstich ober eingewebte Muster haben, bie mit der übrigen Kleibung harmonieren.

Als Letztes bie Schuhe. Sie müssen berb und festanliegend geschnürt sein, so daß sie nicht die ge­ringste Feuchtigkeit durchlassen. Es spielt dabei kerne Rolle, ob sie plump wirken, denn hier hat bie Mobe bie Augen seit langem geschlossen hier fügt |ie sich nicht ber Eitelkeit ber Frau, sonbern be­steht auf ihrer richtunggebenben Grunblage, nämlich: im Sport bas Altbewährte bestehen zu lassen. So wollen wir mit bem vielen Netten, was sie uns bietet, zufrieden sein.