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lang-, bis man in Prag begreift, daß man mit dieser Politik die Tschechoslowakei zum Sappenkops des weltrevolutionären Bolschewismus in Mittel­europa macht. Erinnerungen an den Panslawis­mus der Vorkriegszeit, die hier und da noch in &en Köpfen tschechischer Politiker spuken mögen, sind höchst unangebracht angesichts der revolutto- nären, auf Zerstörung der abendländischen Kultur gerichteten Mentalität der Machthaber im roten Kreml.

Als ein Zeichen der Entspannung im Südosten sehen wir es auch, daß zwischen Südsla- w i e n und I t a l i e n ein Handelsvertrag ge­schlossen werden konnte. Wir wissen, das südslawische Mißtrauen gegenüber Italien ist groß; wir meinen aber auch, daß gerade die Besprechungen, die jetzt Außenminister Graf Ciano in Berlin führt, dazu angetan sind, auch auf südslawischer Seite gewisse Bedenken zu zerstreuen.

Es war natürlich, daß der Besuch des Gra­fen Ciano im Ausland Aufsehen erregen mußte. Wir erblicken in ihm in erster Linie ein Glied in der Kette diplomatischer, politischer und psycho­logischer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien, d. h. zwischen dem NcttionalsoMlismus und dem Faschismus. Es dürfte gerade die Außenwelt, die jetzt den Besuch des italienischen Außenministers entweder mit mißtrauischen Kommentaren oder mit ebenso plumpen wie naiven Mahnungen an die italienische Adresse begleitet hat, nicht verwundern, daß sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien verstärkt hat, gerade angesichts der offenkundigen Bemühungen, auf der Gegenseite so etwas wie eine internationaleVolksfront" aufzu­bauen. Wir möchten in diesem Zusammenhang die Tatsache unterstreichen, daß die soviel beklagte Auf­spaltung Europas in zwei Fronten eine Erfindung entweder der Moskauer Journalisten oder ihrer demokratischen Helfershelfer in Paris und London ist. Als, um nur ein Beispiel zu nennen, Italien die Lira ebenfalls abwertete, da sprach man davon, daß sich der faschistische Staat wirtschaftspolitisch jedenfalls in die Front der alten Demokratien ein­gegliedert habe. Man wollte einfach nicht sehen, daß die Lira-Abwertung nichts weiter war, als eine Maßregel in der Reihe anderer, die durch die Li­quidation des abessinischen Krieges bedingt waren. Es nimmt allerdings nicht Wunder, daß ein Teil der Auslandpresse für die deutsch-italienische Zu­sammenarbeit weniger Verständnis aufbringt. Wie sollte sie auch das angesichts ihres Unverständnisses für den Nationalsozialismus und für den Faschis­mus überhaupt! Hinter weltanschaulichen Gemein­samkeiten wird eine finstere politische Absicht ver­mutet und dabei geflissentlich übersehen, daß sowohl der Führer und Reichskanzler wie der Duce wieder­holt ihre offene und ehrliche Bereitschaft zur Schaffung eines neuen europäischen Friedenssystems bekundet haben. In der Auslandpresse ist auch davon die Rede, daß eine ganze Reihe von sachlichen Punkten zwischen dem italienischen Außenminister und den Mitarbeitern Adolf Hitlers geklärt würden. Man verweist auf Oesterreich, den Donauraum, die geplante Fünf- Mächte-Konferenz, die belgische Neutralitätserklä­rung und schließlich auf Spanien. Es ist selbstver­ständlich, daß man in Berlin und Berchtesgaden sich nicht nur über das Wetter unterhalten wird, aber der politische Akzent liegt doch in erster Linie nicht bei den einzelnen Diskussionspunkten, sondern bei der Gemeinsamkeit der politischen Auffassungen.

tbg.

Nervosität in Biarritz.

Radikalsozialisten und Volksfront.

Paris, 22. Dh. (DNB.) Auf dem Radikalsozia- listischen Parteitag in Biarritz erklärte der Vor­sitzende der Partei, D a l a d i e r, die meisten Bezirks­verbände der Partei hätten die Vo lksfrontpoli- tik gutgeheißen, aber vor der öffentlichen Mei­nung werde nichtsdestoweniger auf einmal die Frage nach der Zukunft der Volksfrontmehrheit angeschnit­ten. Er begreife nicht, weshalb man von der Mög­lichkeit eines Bruches mit Kammerauflösung und Neuwahlen spreche, während doch erst sechs Monate seit dem Wahlsieg der Volksfront vergangen seien. Daladier wurde von Hochrufen empfangen. Aus der Mitte der Versammlung ertönte die Marseil­laise, die von der Mehrheit der Kongreßteilneh­mer mitgesungen wurde. Als Antwort hierauf grüß­ten einige Versammlungsteilnehmer mit dem kommuni st ischen Gruß, der vom rechts stehenden Flügel der Partei mit dem f a s ch i st i - s ch e n Gruß erwidert wurde. Zugleich wurden Rufe laut: wieE s lebe de la Rocque!" Die RufeHeil Volksfront!" wurden übertönt von dem Gesang der Marseillaise, deren Refrain sechs­mal hintereinander gesungen wurde. Die radikal­sozialistischen Senatoren haben sich trotz aller Bemühungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Chautemps mit großer Mehrheit aufs schärfste g e - §en die Regierung Blum ausgesprochen.

n der Sitzung der radikalsozialistischen Jugend verließ der Verband des Seine-Departements den Sitzungssaal, nachdem es zwischen den rechts- und linksgerichteten Gruvpen zu einer regelrechten S a a l s ch l a ch t gekommen war. Die Nervosität ist groß. Vermutlich wird man den Parteitag über sämtliche aeplanten Entschließungen obstimmen lassen, die miteinander in größtem Gegensatz stehen, da die eine Entschließung die Tendenzen der Volksfront verneint, die zweite den Abbruch der Beziehungen zur Volksfront verlangt, während die dritte Bedingungen aufzustellen sucht, unter denen eine weitere Zusammenarbeit mit der Volksfront möglich sei. Diese letzte Entschließung hat die meiste Aussicht, angenommen zu werden.

Französische Frontkämpfer gründen Kampfgemeinschaft gegen den Marxismus.

Paris, 23. Dtt. (DNB. Funkspruch.) Zwischen dem Nationalverband ehemaliger fran- zösischer Frontkämpfer, der von Jean Goy geführt wird, und der sozialen fran­zösischen Partei des Obersten de la Rocque ist ein Abkommen getroffen worden, um in Zu­kunft gemeinsam gegen Marxismus und Kommu­nismus zu kämpfen. Eine Verlautbarung erklärt, die einzige Gefahr, die die Unabhängigkeit Frank­reichs bedrohe, fei im Kommunismus zu suchen. Ein Zusammenarbeiten aller Gruppen und Parteien, die sich dieser Gefahren bewußt seien, sei deshalb notwendig. Ueberall sollen die Umtriebe Moskaus angeprangert und die Schrittmacher des Bürger­krieges in Frankreich entwaffnet werden.

Ehestandsdarlehen auch in Oesterreich.

Wien, 23. Okt. (DNB.) Die Bundesbeamtenkam­mer hat beschlossen, zum Zwecke der Förderung von Eheschließungen 100 000 Schilling zur Verfügung zu stellen. Aus diesen Mitteln sollen an öffentliche

Probleme der deutschen Innenpolitik.

Eine Unterredung mit Reichsminister Or. Frick: Aufgaben der GG. und der Polizei. Gibt es noch Konzentrationslager? Was vergangen ist, kommt nicht wieder. Spanien, eine Warnung an die gesittete Welt.

Reichsminister Dr. Frick empfing den englischen Schriftsteller N. P. Macdonald, Verfasser der viel besprochenen BücherWhat is Palriotism" undBritains Future". N. P. Macdonald, der schon im Sommer längere Zeit in Deuffchland geweilt und anschließend Oesterreich und die Tschechoslowakei be­sucht hatte, war gerade vor einigen Tagen von Wien kommend wieder in Berlin eingetroffen. Er schilderte dem Minister seine Eindrücke, besonders in den su­detendeutschen Gebieten der Tschechoslowakei. Es sei erschütternd, in welch tiefer Not die Su­detendeutschen leben und wie wenig be­kannt es in der Welt sei, daß ein Millionenvolk in­mitten Europas nahezu verhungere und restlos verelende. Macdonald teilte dem Minister mit, daß er an einem Buch arbeite, das die Darstellungen der führenden Männer des Reiches über den national­sozialistischen Aufbau enthalten solle. Er bat ihn, über die Neuorganisation der Polizei Aufschluß zu geben.

Reichsminister Dr. Frick verwies darauf, daß vor der Machtergreifung des Führers im Deutschen Reiche 17 Staatsgewalten bestanden, und daß es die Aufgabe der nationalsozialistischen Regierung gewe­sen sei, eine einheitliche Reichsgewalt zu begründen. Diese Aufgabe sei in ruhiger und steter Arbeit gelöst worden. Die Polizeiorganisation ist noch immer in der Hauptsache landesrechtlich ge­regelt und erscheint in den einzelnen Länder-Etats. Dennoch ist die Deutsche Polizei im ganzen Reichs­gebiet nunmehr einheitlich zusammen- gefaßt in der Spitze des zum Reichs- und Preu­ßischen Ministerium des Innern gehörenden Chefs der Deutschen Polizei, der kraft der ausschließlichen Hoheit des Reichs im ganzen Reichsgebiet unmit­telbar eingreifen kann. Die Verschmelzung der Deutschen Polizei drückt sich äußerlich in der nunmehr durchgeführten einheitlichen Uni­formierung der gesamten Ordnungspolizei aus. Neben dieser uniformierten Polizei ist auch die Si­cherheitspolizei (Kriminalpolizei) mit der politischen Polizei (Geheime Staatspolizei) dem Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei unterstellt.

Auf die Frage, ob die S S. eine eigene P o - l i z e i t r u p p e ist, erklärte Reichsminister Dr. Frick, daß die SS. in erster Linie eine Partei­

organisation sei, die nur zum Teil mit Polizeiaufgaben betraut sei. Der größte Teil der SS. ist nicht hauptberuflich, sondern ehrenamtlich tätig und versieht den SS-Dienst neben dem privaten Beruf. Nur die Leib stan­darte des Führers, die SS. - Verfü­gungstruppe und die Wachmannschaften der Konzentrationslager find kaserniert und üben öffentliche Gewalt aus. Sie unterstehen dem Reichsführer SS. Himmler, der in ihnen eine (Elite- und Ordnungstruppe ersten Ranges geschaffen hat. Ein großer Teil der seinerzeit eingerichteten Kon­zentrationslager ist bereits aufgelöst, weil die Häft­linge in Freiheit gesetzt werden konnten. Die Kon­zentrationslager unterstehen dem Reichsführer SS. Die Aufficht über den Strafvollzug und die Ge­fängnisse übt der Reichsjustizminister aus. Ledig­lich die Polizeigefängnisse sind der Aufsicht des Reichsministers des Innern unterstellt. Sowohl die Lager, als auch die Polizei- und Gerichtsgefängnisse sind wiederholt von ausländischen Journalisten be­sichtigt worden und brauchen das Licht der Oesfent- lichkeit nicht zu scheuen.

Zum Schluß richtete Macdonald die Frage an den Minister, ob das Reich noch mit irgendwelchen inneren separati st ischen Widerstän - d e n zu kämpfen habe, und ob monarchistische Re- staurattonspläne, wie er sie in einem übrigens sehr kleinen Teil der österreichischen Bevölkerung fest- gestellt habe, im Deutschen Reiche noch zu verzeich­nen seien. Reichsminister Dr. Frick sagte:Was vergangen ist, kommt nicht wieder. Der Separatis­mus ober der Länderegoismus ist im Deutschen Reich re ft los und endgültig überwun­den dank dem dreizehnjährigen Ringen Adolf Hitlers vor der Machtergreifung und dank der rast­losen Aufklärungsarbeit der nationalsozialistischen Bewegung in allen Teilen des Deutschen Reiches. Der 30. Januar 1933 wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht eine überwältigende Mehrheit des deut­schen Volkes den Willen zur Ueberwindung des Länderseparatismus und zur Aufrichtung einer neuen starken Reichsgewalt gehabt hätte. Der Füh­rer hat zwischen Berliner Zentralismus und baye­rischem Partikularismus die Ideallösung gefunden, indem er München zur Hauptstadt der Bewegung erhob mit allen zentralen Ein­

richtungen der NSDAP, und ihrer Gliederungen. Da im Dritten Reich die Partei der politische Wil­lensträger des deutschen Volkes ist, hat München damit auch eine ungeheure politische Bedeutung gewonnen. Berlin aber, d i e H a u p t st a d t des Reiches, ist auf Grund der geschichtlichen Entwicklung die große Zentrale des gesamten Regierungs- und Be­hördenapparates geblieben. So sind der Norden und der Süden des Reiches in der gegen­seitigen Durchdringung von Staat und Partei zu einer völligen Einheit zusammengeschweißt."

Auf eine Frage Macdonalds über den Kampf desReiches gegen denWeltbolfchewis» mus sagte Reichsminister Dr. Frick:Ich habe das Gefühl, daß man außerhalb des Deutschen Reiches, ganz besonders auch in England, d i e Gröhe der Gefahr des Bolschewismus nicht klar genug erkennt. Wir mengen uns nicht in die inneren Verhältnisse anderer Staaten ein, und es wäre uns an sich auch gleichgültig, welches Regime in Rußland an der Macht ist, aber man darf doch nicht übersehen, daß die Moskauer Staatsgewalt und die 3. Internationale ein und dasselbe sind? Die kommunistische Internationale will die ganze Welt revolutionieren und die Bürger an­derer Staaten gegen ihre Regierungen zu Revo­lutionen treiben. Der sowjetrussische Soldat schwört in seinem Eid, d i e internati onale Revo­lution mit Waffengewalt z u verbrei­ten. Wir haben ja auch in Spanien die Dinge verfolgen können. Ich gestehe offen, daß unsere Sympathien durchaus auf der Seite der spanischen Nationalisten stehen. Wer die viehischen Grausamkeiten der roten Mordbanden und ihre Zerstörungswut, die vor keinem Kunst­werk und keinem Kulturgut halt machten, verfolgt, der muß diese Ereignisse als eine Warnung an d i e ganze gefittete 2BeIt betrachten. Es wäre an der Zett, daß in allen Staaten diese Gefahr richtig erkannt und mit richtigen Mitteln bekämpft würde. Dies wäre, so schloß der Reichs­minister sicherlich ein bedeutender Schritt zur H e r- ft e II u n a eines allgemeinen Friedens, den das deutsche Volk, wie kein anderes, aufrecht erhalten und mit allen Mitteln verteidigen will."

Innenpolitische Spannungen in Belgien.

Die Sonntagskundgebung der Rex-Bewegung. Der Ministerpräsident kündigt allgemeines Versammlungsverbot an.

Angestellte unverzinsliche Darlehen gegeben werden, deren Rückzahlung in fünf Jahren erfolgen soll. Auch die Arbeiter sind in diese Vergünsti­gung eingeschlossen. Bei der Rückzahlung soll auf das Einkommen Bedacht genommen werden, so daß die Raten in der ersten Zeit geringer sind und bei steigendem Einkommen zunehmen. Diese Bewilli­gung fall, wenn die Finanzlage der Bundesbeamten­kammer es gestattet, jährlich wiederholt werden. Zur Begründung dieser Maßnahme wird der katastrophale Geburtenrückgang in den letzten Jahren angeführt. In Wien sind bei­spielsweise 34 v. H. der Ehen kinderlos. Nur 14 v. H. aller Ehen haben drei oder mehr Kinder. In Linz und in Graz sind 32 v. H. aller Ehen kinderlos. Nur 12 v. H. haben drei ober mehr Kin- ber. In Gemeinden über 10 000 Einwohner sind im ganzen 28 v. H. aller Ehen kinderlos, 21 v. H. haben drei ober mehr Kinder.

Keine Bewerbungen an Ministerpräsident Söring.

Berlin, 22. Oft (DVB.) Seif ber Herausgabe der Verordnung des Führers über die Durch­führung des Vierjahresplanes läuft im Slabsantt des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring eine Fülle von Gesuchen um Ver­wendung ein, die den Geschäftsbetrieb außer­ordentlich hemmt, hierzu teilt die Pressestelle des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring mit: Ministerpräsident Generaloberst Göring hat für die Durchführung des Vierjahresplanes seine Mitarbeiter bereits bestimmt. Es wird keine besondere Behörde oder Dienst­stelle gebildet. Weitere Gesuche um Einstellung sind zwecklos."

Tagung des Reichsfremdenverkehrsverbandes.

In Baden-Baben begann die Hauptversammlung bes Reichsfrembenverkehrsoerbanbes. Der Geschäfts­führer Major a. D. Ritter von Helling- brunner erstattete ben Jahresbericht. Präsident Esser betonte, daß die Aufgabe, die er sich im vergangenen Jahre gestellt hatte, auch erreicht wor­den sei durch die Schaffung einer eigenen Presse und einer eigenen Reichsorgani­sation. Neue Zielsetzung für das kommende Ar­beitsjahr fei die vom Führer gebilligte Errichtung eines Hauses des deutschen Fremden­verkehrs in Berlin, dessen Grund st ein» legung in den nächsten Wochen durch Reichs- Minister Dr. Goebbels erfolgen werde. Unter ber Bauleitung von Architekt Speer, bem Schöp­fer ber Münchener unb Nürnberger Monumental­bauten, solle im Zentrum der Reichshauptstadt Unter den Linden" ein großzügiger Dau errichtet werden, der bas Stein geworbene Symbol beutscher Gastlichkeit barstellen soll. Der Bau bebeute den Auftakt für weitere Monumental­bauten in der Reichshauptstadt. Die Fassade werbe 120 Meter breit sein, man könne mit der Ein­weihung im März 1938 rechnen.

Der Rebner gab bie Parole: Reist inDeutsch- land, alle Deutschen müßten es sich wohl überlegen, ob sie ben Mut dazu aufbringen könnten, in jene Länder zu reifen, in denen Deutschland und das Werk des Führers mißachtet würden. An Stelle der bisherigen Hauptversammlung trete der einmal jährlich zu Beginn der Fremdenfaison ftattfinbenbe Große deutsche Fremdenverkehrs- t a g", an dem die Vertreter der 10 000 Fremden­verkehrsgemeinden des Reiches von Reichsminister Dr. Goebbels die Parole für das Arbeitsjahr ent* gegenehmen würden.

Brüssel, 22. Okt. (DNB.) Die innenpolitische Lage steht im Zeichen einer wachsenden Spannung zwischen ber Regierung unb ber Rex-Be­wegung. Die Erklärung D e g r e 11 e s, bie für Sonntag angesetzte Massenkunbgebung in Brüssel trotz bes Regierungsverbotes abzuhalten, hat zu einer gefährlichen Zu­spitzung ber Lage geführt.

Die Regierung hat sich zunächst barauf verlegt, bie Vorbereitungen für bie Versammlung am Sonntag zu erschweren. Die beantragten Son- b e r 3 ü g e, mit benen bie Rex-Leitung ihre An­hänger nach Brüssel führen wollte, finb von ber Eisenbahnverwaltung nicht genehmigt wor­ben. Rex hat baraufhin Anweisungen an seine Unterglieberungen gegeben, ben Transport m i t anbern Mitteln burchzuführen, um ben er­schwerten Umftänben zum Trotz bie Versammlung doch noch möglichst einbrucksvoll zu gestalten. Ob es Degrelle allerbings unter biefen Umftänben noch möglich fein wirb, mit 250 000 Anhängern, wie bies ursprünglich geplant war, aufzumarschie­ren, erscheint fraglich. Die Regierung wirb ver­mutlich ihr Augenmerk hauptsächlich barauf richten, Zusammen st äße ber Rexisten mit ihren marxistischen Gegnern zu verhin- bern. Eine von ber Sozialistischen Partei unb ben sozialistischen Gewerkschaften für nächsten Sonntag eigens gebilbeter Aktionsausschuß hat, ohne baß bie Regierung übrigens hiergegen etwas unter­nommen hat, in einem Aufruf an bie marxistisch verhetzten Massen aufgefor- bert, sich mit allen Mitteln bem Zustanbekommen ber Rex-Versammlung zu wibersetzen. In ber belgi­schen Öffentlichkeit wirb bie Haltung ber Regie­rung vielfach starker Kritik unterzogen. Der weit­aus größte Teil ber Bevölkerung hat kein 23er- ftänbnis bafür, daß bie Regierung unter bem

Prag, 22. Okt. (DNB.) In den Außenausschüs­sen ber beiben Kammern erstattete ber Minister bes Aeußeren Dr. Krofta Bericht über bie außen­politische Lage. Der Minister verheimlichte nicht, baß bie letzten Ereignisse vielen Freunben bes Völker- b unb es eine Enttäuschung gebracht hätten. Zum Artikel 19 bes Paktes (Revision) erklärte Dr. Krosta:Wir können nicht zulassen, daß sich die Völkerbundsverfammlung auf (Bruno Oes Artikels 19 das Recht a n m a ß t, auch nur durch theoretische Erörterungen die Unversehrtheit unserer Staaten anzutasten. Wir können ebenso nicht als richtig anerkennen, baß die Völkerbundsver- fammlung es sich zur Aufgabe fetze, die Unzu­friedenen zufrieden zu stellen. Wir be­fürchten im Gegenteil, baß burch eine bemonftratioe Aussprache über bie vermeintlichen Ungerechtigkeiten bem Trieben nicht gebient würbe."

In ben Derhanblungen um einen neuen W e st- p a k t sei eine neue Unsicherheit hinzugetreten, burch bie Erklärung des belgischen Kö­nigs, bie Tschechoslowakei könne bem Beispiel Belgiens nicht folgen.Unsere geographische Lage ist ganz anbers als bie Belgiens. Wir haben weder die Sicherheit, noch irgendeine besondere Hoffnung, daß irgendein europäischer Staat sich unser ernst­lich gegen irgendeinen Angreifer militärisch anneh-

Druck der Marxisten die in ber belgischen Verfassung garantierte Versammlungs­freiheit ben Rexisten gegenüber aufhebt, wäh. renb ben Sozialisten unb Kommunisten nicht bie geringsten Hinbernisse bei ihrer volksverhetzenben Bersammlungstätigkeit in ben Weg gelegt werben.

Ministerpräsident van Zeeland hielt am Don­nerstagabend im Rundfunk eine Rede, in ber er sich sehr scharf gegen d ie Bex-Bewegung wandte. Er kündigte an, daß künftig, solange die inneren Spannungen noch andauerten, alle öffentlichen Versammlungen, ohne Unterschied der politischen Richtung, verboten würden, wenn bie Veranstaltung einen derartigen Umfang habe, daß ihre Kontrolle und die Aufrechterhaltung der Ordnung in Frage gestellt sei. Diejenigen, die aus der Legalität heraustreten füllten, würben die Strenge ber Gesetze, zu spüren bekommen. Die Regierung habe das Verbot der Kundgebung erlassen, weil sie für die Aufrechter­haltung ber Drbnung verantwortlich fei. Die Re­gierung werde auch in Zukunft sorgen, baß bie Drbnung nicht gestört werde. Die Rexisten hätten gegen bie Regierung eine haßerfüllte, negative und destruktive Kampagne entfaltet. Niemals werde bie Regierung Massen, daß ber Führer ber Rex-Ve- roegung seine Drohungen wahrmache. Es werde in Belgien nicht gebulbet werben, baß bie Straße herrsche. Die Regierung sei gewillt unb imstande, bie Ordnung gegen jedermann zu sichern. Der Mi- nisterpräsib-nt richtete einen Appell an den Pa­triotismus feiner Mitbürger. Viele lebten in Sorge wegen ber kommunistischen Gefahr. Sie seien entsetzt über die Verwüstungen, bie bie kom­munistische Propaganda in anderen Ländern an- gerichtet habe. Die Regierung sei gegen jeden Versuch einer kommunistischen Re­volte gewappnet.

men würde, wenn wir uns seine Hilfe nicht im vor­hinein durch unsere Gegenverpflichtung ficherstellen. Daher müssen wir nicht nur auf un­teren bisherigen Bündnisverträgen beharren, sondern müssen darüber hinaus deren Festigung unb Erweiterung anstreben."

Das deutsch - österreichische Abkom­men könne wenigstens für eine Zeit in Mittel­europa eine gewisse Beruhigung bringen. Sie sei für die Tschechoslowakei ein Gewinn. Der Minister wies bas Bestehen angeblicher Angriffsabsichten aus bie Tschechoslowakei oder auf einen ber mit ihr befreundeten Staaten zu­rück, ebenso bie Gerüchte, die von einer Block­bildung in Europa sprächen. 3m Gegenteil könne die zwischen Deutschland und Italien elngetretene Annäherung den Aus­bau der Wirtschaftsorganisation Mitteleuropas erleichtern. Die Tschechoslowakei, die niemals ernste Konflikte, weder mit Deutschland noch mit Italien noch mit Oesterreich gehabt habe, werde jedenernstenundaufrichtigen versuch nach wirtschaftlicher Zu- fammenarbeH in Mitteleuropa mH Befriedigung begrüßen, soweit

Keine Aenderung der tschechoslowakischen Außenpolitik. Die deutsch-italienische Annäherung und das Abkommen mit Oesterreich werden in Prag begrüßt.