Ausgabe 
23.10.1936
 
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sie im Einklang mit der gesamten politischen Linie aller ihrer Verbündeten und unter deren Beteiligung erfolgen würde.

Der tschechoslowakischen Außenpolitik sei nicht ent­gangen, daß der praktische Wert ihrer hauptsäch- lichen Bündnisverträge mit Frank­reich und der Kleinen Entente durch die fortschreitende Aufrüstung Deutschlands Ziemlich gesunken wäre, wenn sie nicht durch ge­nauere B e st i mm ung der wechselseitig gen Verpflichtungen oder durch Ver­träge übergegenseitigeHilfeleistung mit anderen Staaten gehörig ergänzt worden

wären. Daher habe die Tschechoslowakei auch den Abschluß des sog. Ost - und Donauvaktes an- gestrebt, und nach dem Scheitern dieser Verhand­lungen den Hilfeleistungsvertrag mit den Sowjets abgeschlossen. Und in weiterer Folge sei die Ergänzung der Bündnisverpflichtun- gen innerhalb der Kleinen Entente für den Fall eines Angriffes auf irgendeinen der Staa­ten der Kleinen Entente begonnen worden. Diese Befestigung der Bündnis-bande sei gegen keinen Staat gerichtet. Im Gegenteil, die Tschecho­slowakei wünsche die besten Beziehungen zu allen ihren Nachbarn. Das gelte vor allem auch für das Verhältnis zu Deutschland, Polen und Italien.

Italiens und Deutschlands Antworten an den Nichteinmischungsausschuß.

Die englische presse durchschaut die Methode Moskaus.

. C°"i,on' 23- vkt. (DNB. Funkspruch.) Der auf heme. Nachmittag einberufenen Sitzung des Nicht­einmischungsausschusses sieht man mit großer Span­nung entgegen. Nach wie vor wird es für sehr gut möglich gehalten, daß Sowjetrußland heute s e l n e n Austritt aus dem Ausschuß erklärt. Dem Ausschuß werden die deutsche und ita-

Antwort auf die Beschuldigungen Moskaus und Madrids vorliegen. Die italienische Antwort wurde dem Vorsitzenden des Ausschusses Lord Plymouth am Donnerstag übergeben Sie lehnt alle gegen Italien erhobene Beschuldigungen voll und ganz ab und legt die Tatsachen über die Verletzung des N t ch t e i n m i s ch u n g s a b- kommens durch die Sowjetunion dar

Times" stellt fest, daß Sowjetrußland jetzt nicht mehr den Ausschuß mit einem Heiligen- Idjetn der Unschuld verlassen könnte. Die Beweise für die sowjetrussischen Eingriffe in Spanien hätten sich lN den letzten Wochen rasch gehäuft. Es lagen Berichte vor, daß s o w j e t r u s s i s ch e Schiffe unter ihrer Getreideladung Waffen verborgen hatten. Mehrere Monate vor dem Beginn des spanischen Bürgerkrieges sei in sowjetrussischen Kreisen der genaue Zeitpunkt an dem die Unruhen begannen, vorausgesagt wor­den. Das Ergebnis, zu dem der Nichteinmischungs­ausschuß kommen werde, werde daher für Sowjet­rußland wahrscheinlich nicht sehr befriedigend fein. Wenn die Sowjetunion die Verantwortung auf sich nehme, den Nichteinmischungsausschuß zu spren­gen, bann werde sie nur den Eindruck b e - kräftigen, daß der Kommunismus die Me­thode der Zerstörung verfolge. Aus einem solchen Vorgehen Moskaus werde man schließen müssen, daß es wahrscheinlich mehr als den Londoner Ausschuß zerstören wolle.

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Die deutsche Antwortnote an den Nicht- einmischungsauss ch u ß in London ist die Antwort auf Moskaus Vorstoß in der Nichtein­mischungsfrage und nach der scharfen Zurückweisung der gegen Italien gerichteten Anschuldigungen durch Grandi die zweite Ohrfeige für die Ueoerheblichkeit, mit der Moskau die Tatsachen zur Vertuschung feiner ständigen eigenen Einmischung in Spanien auf den Kops zu stellen versuchte. Nach der amt­lichen Mitteilung über das deutsche Dokument hat es die Reichsregierung so wenig wie Italien an der notwendigen Energie und Schärfe fehlen lassen. Außerdem aber ist sie genau wie Italien ihrerseits zum Angriff übergegangen und hat aus dem reich­lich verfügbaren Material eine vermutlich lückenlose Liste der verbrecherischen russischen Eingriffe in Spanien ihrem Dokument beigefügt.

Es mag freilich dem politischen Rowdytum in Moskau wenig in den Kram gepaßt haben, daß

Deutschland sich mit seinen unter dem Zeichen des Hakenkreuzes neugeschaffenen politischen Macht­mitteln in Spanien für feine Landeskinder und deren Abtransport pflichtgemäß einsetzte. Noch weniger dürften den Moskauer Herren die schönen Erfolge der deutschen Schutztätigkeit und der wieder­holte warme Dank der Staaten gefallen haben, von denen die Reichsregierung ebenfalls um den Schutz ihrer Staatsangehörigen gebeten worden war. Aber es gehört schon die ganze verkommene Mentalität eines gewissenlosen politischen Verbrechertums dazu, unbeteiligte Staaten der Einmischung zu zeihen, wenn nicht nur die Presse dieser Staaten, sondern die Blätter der ganzen Welt von der Unterstützung der spanischen Roten durch bol­schewistische Revolutionsfachleute, durch bolschewi­stisches Rüstungsmaterial, das neuerdings vielfach unter der BezeichnungLebensrnittel und Kleidung in ostspanischen Häfen ausgeladen wird, und durch die bolschewistisch-jüdische Diplomatie vom Schlage der Rosenberg und Genossen voll sind. Gerade jetzt wird bekannt, daß Moskau auch für Barcelona, das ein zweites rotes Madrid werden soll, einenGene­ralkonsul" ernannt hat, der als Revolutionshetzer in genau gleichem Ruf steht wie die Rosenberg, Heinz Neumann, Bela Kun u. a. m.

Nach den Moskauer Drohungen dürfte Sowjet­rußland nun, nachdem seine Forderungen beim Nichteinmischungsausschuß unerfüllt geblieben sind, zum offenen Kampfeinsatz für die spani­schen Roten übergehen. Dadurch ändert sich genau besehen an der bisherigen Praxis gar nichts. Es ist völlig einerlei, ob die russische Unterstützung für die spanischen Massenmörder offen ober halb ge­heim erfolgt. Die einzige Frage, die an dieser Affäre noch interessiert, wäre die, ob die Mächte, die im Nichteinmischungsausschuß die absichtlich so tark betonte führende Rolle spielen, aus dem rus- ischen Vorgehen nun endlich einmal die selbstver- tändlichen Folgerungen ziehen werden. Da aber gerade die eine dieser führenden Mächte, Frankreich, durch die unehrliche Politik seiner Regierung sowohl nach der Madrider als nach der Moskauer Seite aufs stärkste belastet ist, dürsten diese Mächte trotz ihres bedenklichen Aufwandes an Zweckentrüstung alles beim alten lassen. Daß diese Mächte dadurch die Außenpolitik des zukünf­tigen Spanien noch stärker als bisher in eine Rich­tung drängen, die ihnen selbst als unerwünscht er­scheinen dürste, liegt auf der Hand. England hat wiederholt seine Sorge um Auswirkungen eines natjonalspanischen Einflusses auf die westlichen Mittelmeerhälfte im Sinne eines Zusammengehens mit Italien merken lassen. Frankreich hat ähnliches im Hinblick auf etwaige Truppentransporte aus feinen nordafrikanischen Kolonien nach dem Mut­terlande geäußert.

Wie sieht es in der Wirtschaft ans?

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Verbrauchers hinzukommen, 5 c3? V<rninffiaen Verluste an Nahrungsgütern, bantit ^e gew fl jährlich durch Schwund und ULÄL'L Zukunft vermieden werden."

Die Ernennung des Ministerpräsibenten General­oberst Göring zum verantwortlichen Leiter ber Arbeiten, bie auf bem Nürnberger Parteitag der Führer für die nächsten vier Jahre umriß, hat auch im Auslande großes Aufsehen erregt Deutschland ist in einer etwas absonderlichen Lage. Wir haben weder eigene Rohstoffquellen, noch Kolonien im Auslande, wir müssen lebenswichtige Rohstoffe ent­weder mit einer Auslandsverschuldung bezahlen, die wir als ehrliches Volk nicht zu machen gedenken, ober können diese Rohstoffe nur im Austausch ge­gen deutsche Fertigwaren erlangen. Da aber dieser Austausch auf Hindernisse stößt, werden alle Kräfte der Intelligenz mobil gemacht, um einen erheblichen Teil unserer Rohstoffeinfuhr zu ersparen durch Selbscherstellung von Stoffen, die den gleichen Zweck erfüllen. Das ist sehr wohl möglich. Man denke nur an den Ersatz bes Kupfers burch Lelchtmetalle, an bie Zellwolle, bie nicht nur in Deutschland m immer steigenderem Maße die Tierwolle verdrängt, an den synthetischen Kautschuk, eme deutsche Erfin­dung, der besser ist als der natürliche Kautschuk Auf allen diesen Gebieten arbeitet die Chemie und die Technik ununterbrochen. Die Betrauung des Mi­nisterpräsidenten Göring mit der Durchführung bes Vierjahresplanes hat einmal den Zweck, bürokra­tische Hemmnisse zu überwinden, zum anderen den, das Wirtschaftsleben bes Deutschen Reichs in ben nächsten vier Jahren grunblegenO ausaurtchten unb

umzuwanbeln. Nicht nur bie -

Rohstoffbeschaffung ober ber Ersatz ber Rohstoffe durch anbere ift %ie Aufgabe Hermann Garings, fonbern bas Lebenbigmachen a^r Telle °er deut schen Intelligenz für bie große Aufgabe ber Unab- hängigmachung vom Ausland.

Fingerzeige für Resteverwertung unb der Hinweis auf bie Sammlung von Altmaterial finb bekannt. Weitere Einzelgebiete werden jetzt nach und nach unter die Lupe genommen. In diesen Tagen bei­spielsweise setzte sich der Reichsnährstand mit all seinen Unterabteilungen dafür ein, daß die reiche diesjährige K o h l e r n t e genügend genutzt werde. Zur selben Zeit wurde der Bauer durch ent­sprechende Aufrufe seiner Landesstellen darauf auf­merksam gemacht, daß auch er immer noch Devisen verschwendet, nicht direkt, versteht sich, aber indirekt vergeudet auch er noch Devisen, indem er beispiels­weise bie Säcke, zu beren Anfertigung Jute aus bem Auslande mit Devisen jährlich für 12,5 Mil­lionen Mark gekauft werden muß, vielfach unge­nügend nutzt und vor der Zeit auf den Müllhaufen wirft. Im Sinne der Erhaltungsschlacht aber muß in Zukunft auch auf diesem Gebiet auf einen sorg­sameren Umgang mit deutschem Volksgut gedrun­gen werden.

UnterErhaltung" kann man auch die neuer­dings in Angriff genommene WerbungSchutz der Arbeitskraft" stellen. Mit der Beendi­gung der Massenarbeitslosigkeit, mit der Zunahme bes Mangels an Fachkräften verstärkt sich bie Be- beutung ber pfleglichen Behandlung jeder einzelnen Arbeitskraft. Dieser Auffassung wurde auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz in Frankfurt a. M. wiederholt Ausdruck gegeben. Reichsärzteführer Dr. Wagner untersuchte die Frage der Stärkung der Arbeits­kraft durch sachgemäße Ernährung unb bie Deutsche Arbeitsfront brachte ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bei ber Durchführung aller Arbeitsschutzmaßnahmen zum Ausdruck. Namentlich burch stärkere Unfall­verhütung soll die Arbeitskraft geschont und erhalten werden. Den Beginn zu einer ersten intensiven Aufklärungsaktion der DAF. mit der Unfallverhütung wird die Reichsbetriebsgemeinschaft Eisen und Metall" mit einem Unfallver­hütungsfeldzug machen, der am 4. November an« fängt und bis zum 31. Dezember d. I. geht. Durch Betriebs- und Reichswettbewerbe für die besten Vorschläge zur Unfallverhütung, durch Tagesparolen zur Üeberprüfung der Betriebe auf ihre Unfall­sicherheit, durch besondere Unfallschutzwerbetage so­wie bie Ausgabe von Werbevlättern soll bie Not­wendigkeit und die Möglichkeit der Unfallverhütung untersucht und gezeigt werden.

Ethaltungsschlacht ist bis zu einem gewissen Grade auch heute das Ringen um Erhaltung der deutschen Ausfuhr. Auf dem Parteitag der Ehre wies der Führer darauf hin, daß wir uns in Bezug auf die Möglichkeiten einer baldigen Steigerung un­serer Ausfuhr kaum Illusionen hingeben können. Der Stellvertreter des Führers legte diesen Gedan- ken noch einmal in Hof dar. Diese Gedankengange haben durch bia in ber Zwischenzeit eingetretene

In Sowjetrußland hungert das Volk.

Ein ergreifendes Bild aus Sowjetrußland. Hunderte von Menschen, die tagelang keinen Pissen zu sich nehmen konnten, warten hier mit ihren Kindern bei einer Brotverteilung auf ein Stück Brot. Wie furchtbar muß es diesen Müttern zumute sein, die ihren Kindern und Säuglingen noch mcht einmal die tägliche Nahrung geben können. (Scherl-Bilderdienst-M.)

neue Abwertungswelle doppelt an Ge­wicht gewonnen, denn wir wissen, daß gerade die Abwertung unseren deutschen Ausfuhrkampf auf den Weltmärkten erschwert. Es gilt daher, wenigstens augenblickliche Ausfuhrvolumen unter allen Um­ständen zu erhalten, wenn schon in nächster Zeit eine Ausfuhrsteigerung kaum möglich ist. Der Außen­handel im September schloß mit einem Ausfuhrüberschuß von 75,2 Millionen Mark ab. Er wurde hauptsächlich dadurch erreicht, daß die Einfuhr im September weiter zurückging. Ge­genüber bem Vormonat oerminberte sie sich um 9 Millionen Mark, b. h. nicht ganz um brei Pro­zent. Die Ausfuhr lag zwar mit 411,6 Millionen Mark um annähernb brei Millionen Mark über bem Ergebnis bes Vormonats. Diese Zunahme beruht jeboch ausschließlich auf einer Erhöhung bes Ausfuhrburchschnitts wertes. Die Menge ber Aus­fuhr hat entgegen ber saisonüblichen Tenbenz leicht abgenommen. Gestiegen ist gegenüber bem Vormo­nat bie Ausfuhr von Rohstoffen (Kohlen) unb Halb­waren (Düngemittel). Daß bie Ausfuhr von Fertig­waren sowohl mengen-, wie wertmäßig abgenom­men hat, ist um so bebauerlicher, als bas Schwer­gewicht unseres Ausfuhrinteresses bei den Fertig­waren liegt und eben erst Anzeichen einer Preis­besserung für Fertigwarenerzeugnisse auf dem Welt­markt zu erkennen waren. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwicklung im September eine Sonder­erscheinung war, vielleicht ausgelöst durch die am 25. September einsetzende plötzliche Abwertungs­welle.

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Der Besuch deutscher Industrieller in Italien hat gerade in der Zeit, da die politische Verständigung zwischen den beiden Staaten durch den Besuch des italienischen Außenministers Graf (T i a n o in Berlin illustriert wird, eine besondere Bedeutung. Italien hat sich bei aller Freiheit, die wie in Deutschland den Leitern der Produktion gegeben wird, doch vollkommen vom liberalistisch- individualistischen Wirtschaftsprinzip gelöst, sich ständig organisiert unb vor allem nach dem Miß­erfolg ber über Italien verhängten Sanktionen ber Völkerbundsstaaten ben Außenhandel noch mehr als bisher unter staatliche Kontrolle gestellt. Es ist be­merkenswert, daß trotz der Rohstoffarmut dieses Landes das industrielle Leben unter dieser Wirt­schaftsgleichung einen Auftrieb erfuhr. Die Folgen ber Abwertung ber Lira sind burch diktatorische Ge­setze nirgendwo in den anderen Abwertungslän- bern so oermieben worben. Dem Stubium ber ge­samten Probleme burch beutsche Industrielle ist also ein weites Felb gegeben. Die italienischen Lei­ter ber einzelnen Korporationen haben in jenem freundschaftlichen Geist, ber bie Beziehungen ber beiden Völker auszeichnet, weitgehende Auskunft erteilt und die bevorstehenden deutsch-italienischen Wirtschastsverhanblungen werben auch weiterhin non Lesern Geist getragen werben. Italien hat, wie Deutschlanb, nur ein Interesse baran, bort zu ver­kaufen, wo man seine Waren abnimmt, unb für Italien, bas ein lanbwirtschaftliches Überschußge­biet ist, ist Deutschlanb ein guter Kunbe, zumal italienische Erzeugnisse bie ber deutschen Landwirt­schaft ergänzen, aber nicht ihnen Konkurrenz machen.

Nach einer Berechnung vonWirtschaft und Sta­tistik" belief sich bas beutsche Volkseinkom­men im Vorjahre auf 57.3 Milliarben Reichsmark, bas finb 4,7 Milliarben Reichsmark ober 9 v. H. mehr als im Vorjahre. Im Jahre 1913, bem letzten Friebensjahr vor bem Weltkriege, betrug, in ber Kaufkraft von 1928 berechnet, bas Volkseinkom­men 69.326 Milliarben, auf ben Kopf ber Vollper­son also 1505 Reichsmark. Im Jahre 1932 war das Einkommen auf 56,828 Milliarden oder auf 1065 RM. je Dollperfon gefallen. Im Jahre 1935 aber betrug, wieder die Kaufkraft non 1928 angenom­men, das Einkommen 70,620 Milliarden RM. ober 1278 RM. pro Vollperson. Wenn wir auch noch nicht ganz bas Einkommen bes Konjunkturjahres von 1929 mit 1431 RM. pro Kops erreicht haben, so ist boch infolge ber nationalsozialistischen Wirt­schaftsbelebung mit einem weiteren beträchtlichen Einkommenszuwachs zu rechnen, zumal immer mehr Arbeitslose in ben Probuktionsprozeh eingeschaltet werben.

Der Hafen Wesermünde feiert zugleich mit ber Einrichtung ber deutschen Hochseefischerei fein 50jähriges Jubiläum. Vom Fischkutter ist man im Laufe ber Entwicklung zum Fischbampfer ge­langt. Der Aktionsrabius ber beutfchen Hochsee­fischerei griff immer weiter, unb heute werben in ben Auktionshallen Seefische deutschen Fanges ver­steigert, bie in der gewaltigen Zone von Spitzbergen bis zu ben Kanarischen Inseln gefangen rourben. Der zähe Hanseatengeist hat alle Wiberstände, bie 3um Teil in ber unbegrünbeten Vorliebe der Deut­schen für holländische ober englische Fänge lagen, siegreich übermunben. Während im Jahre 1913 bie Produktion der deutschen Dampfhochseefischerei einen Wert von 21 206 000 Mark hatte und 85 500 000 Kilogramm Fischs gefangen wurden, waren ss

1934 rund 44 Millionen Mark und 268 Millionen Kilogramm und im Vorjahre schon 54,2 Millionen Mark und 345 Millionen Kilogramm. Das sind aber nur die Rohprodukte. Die Weiterverarbeitung von Seefischen, das Räuchern, Marineren usw. hat gerade in ben letzten Jahren stark zugenommen und bie Verbraucherpreise finb bemgemöß gestiegen. Vor allem bie beutsche Heringsfischerei ist in starker Entwicklung begriffen, wenn sie auch ben Bebarf des deutschen Volkes noch nicht zu decken vermag. *

Während die Westbörsen eigentlich nicht auf die politischen Ereignisse reagierten, haben sie eine Kupferhausse erlebt, die seit 1932 nicht mehr erreicht wurde. Die Kupferminen kalkulierten bis jetzt durchweg mit einem Durchschnittspreis von 36 Pfund Sterling. Aber in wenigen Tagen wurden die Minenwerte um 2 unb 15 v. H. gesteigert und gewaltige Spekulationsgewinne rourben in ßonbon unb Sübafrika unb in Frankreich gemacht. In Neu- york lag zwar bie Börse etwas ruhiger, aber ßon- bon hat seit Montag sein ruhiges Blut verloren und es gab gerabezu einen Boom. Zu Beginn ber Woche stiegen z. B. Roan Antelope Copper von 45 auf 52 Schillings 6d, also um rund 16 v. H., Riotinto um 17 v. H., unb auch in Paris wurden die Kupferwerte ähnlich in die Hohe getrieben. Die Bewegung setzte sich auf der Amsterdamer sowie auf der Brüsseler Börse fort. An und für sich ist in diesem wichtigen Rohstoff keine Veränderung der Produktionsmenge zu beobachten. Die Produktion steigt mit der zuneh­menden Nachfrage vor allem der Rüstungsindustrie, so daß also für diese jähe Kupferhausse eigentlich keine ersichtbaren Gründe vorliegen.

Die Wahlkampagne in LlGA.

Roosevelt in den Neu-England-Staaten.

N e u y o r k, 22. Okt. (DNB.) Auf seiner letzten größeren Wahlreise wurde Präsident Roosevelt, ber Kandidat der Demokraten, in den republi­kanischen Hochburgen der Industriezentren von Rhode Island und Massachusetts von riesigen Mengen stürmisch gefeiert. Das Gedränge war häufig so stark, daß der Autozug Roosevelts kaum vorwärtskam. Auf ber historischen Gemeinbewiese in Boston sprach Roosevelt vor etwa 175 000 Menschen. In Fall River burchbrach bie Menschen­menge bie Absperrung. Zahlreiche Personen wür­ben niebergetreten. Ein Teil ber Zuschauertribüne stürzte ein: auch hier gab es mehrere Verletzte.

Die Zeitschriftßiterary Digest" veröffentlicht eine neue Gesamtzählung ihrer in allen Teilen ber Vereinigten Staaten burchgesührten Probeab - st i m m u n g zur Präsidentschaftswahl. Danach er­gibt sich für ß a n b o n (Republ.) in 32 Bunbes- floaten eine Mehrheit, währenb Roosevelt lDemokr.) in 16 Staaten führt. In einzelnen erhielt ßanbon 1182 307 unb Roosevelt 878 526 Stimmen.

kleine politische Nachrichte,»

Der Führer und Reichskanzler hat dem Staatssekretär im Reichsjustizministerium Dr. Schleaeloerger, der am Donnerstag seinen 60. Geburtstag begeht, telegraphisch Glückwünsche ausgesprochen. Der Staatssekretär ist Honorar­professor an ber Universität Berlin, Ehrenboktor ber Universität Königsberg unb Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, in der er den Ausschuß für freiwillige Gerichtsbarkeit leitet. An der Erneue­rung des deutschen Rechts hat er starken Anteil. Aus neuerer Zeit sei das neue Patentgesetz er­wähnt. Dank seiner ausgezeichneten Verwaltungs­erfahrungen hat Dr. Schlegelberger an ber Ver­einheitlichung der deutschen Justiz tatkräftig mit­wirken können. Aus Anlaß seines Geburtstages haben namhafte Persönlichkeiten aus Partei und Staat alsFestschrift für Franz Schlegelberger zum 60. Geburtstag"Beiträge zum Recht des neuen Deutschland" erscheinen lassen.

Im Rahmen des dritten Kreistages des Kreises Rhön der NSDAP, wird in der großen Kund­gebung am 1. November der Frankenführer Gau­leiter Streicher in F uj b a sprechen.

Der italienische Justizminister S o l m i traf zur Teilnahme an der Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht in München ein. Er wurde vom Prä­sidenten der Akademie, Reichsminister Dr. Frank, am Bahnhof herzlich willkommen geheißen.

Dom 22. September bis zum 6. Oktober fand in Neuyork eine Tagung bes Exekutivkomitees bes Lutherischen Weltkonvents statt. Lanbesbischof D. Marahrens als Präsibent, Londesbischof D. Meise r als Schriftführer und Dr. L i l j e als Generalsekretär des Weltkonvents wurden im Beisein des deutschen Botschafters Dr. Luther von Präsident Roosevelt emp­fangen, der seiner Hochschätzung für die Arbeit ber lutherischen Kirchen in Amerika Ausbruck ga& ' Botschafter Dr. Luther gab den beutjchen Vectra«