wenn die Braut ihren künftigen Schwiegereltern oder ihrem Bräutigam Dienste ohne das übliche Entgelt leistete.
Ersatzpflichtig ist der Verlobte, der vom Verlöb- nis zurücktritt, ohne einen wichtigen Grund dazu zu haben. Ersatzpflichtig ist aber auch der Verlobte, der dem anderen schuldhaft einen wichtigen Grund zum Rücktritt gibt. Was ist nun ein wichtiger Grund? Das kann im allgemeinen nur von Fall zu Fall entschieden werden. In erster Linie ist da natürlich Untreue zu nennen, weiter aber auch schwere, insbesondere ansteckende Erkrankung (z. B. Lungentuberkulose), Täuschung über persönliche
Verhältnisse, die für den anderen Verlobten wesentlich waren, so über Dermögensverhältnisse usw.
Hat eine unbescholtene Verlobte ihrem Bräutigam in Erwartung späterer Ehe den Beischlaf gestattet, so kann sie eine angemessene Entschädigung in Geld fordern, wenn später der Bräutigam ohne wichtigen Grund zurücktritt, oder ihr einen wichtigen Grund zum Rücktritt gibt. Das gilt auch, wenn die Braut den Geschlechtsverkehr schon vor der Verlobung gestattet hatte. Die Höhe dieser Entschädigung richtet sich völlig nach den Umständen des Einzelfalles. So wird vom Richter im Streitfälle nach freiem Ermessen geschätzt.
Oberhessen.
JieLB.z Bezirk Lollar.
I Ruttershausen, 22. Sept. Am Samstag hielt der Bezirk Lollar des R S L B. in der Wirtschaft Schön seine Monatsversammlung ab. Nach den einleitenden Worten von Bezirksobmann E m m e l, Staufenberg, über das Weltgeschehen der Gegenwart ergriff in der anschließenden Arbeitstagung Lehrer Brasch, Lollar, das Wort zu einem Vortrag über „Das Deutschtum in Chile". Als Lehrer an deutschen Schulen hat der Vortragende selbst 8 Jahre in Chile gelebt und wußte aus seinen eigenen Erlebnissen eine Menge lehrreicher Dinge zu berichten.
Seuer durch Blitzschlag.
* Alsfeld, 22. Sept. In dem Dorfe B i l - lertshausen schlug am Montagnachmittag während eines schweren Gewitters der Blitz in die Scheune des Landwirts und Gemeinderechners Heinrich R i ch t b e r g ein und zündete. Im Nu stand die Scheune in hellen Flammen. Der Brand nahm rasch an Ausdehnung zu, so daß die Feuerwehren und die zur Hilfeleistung herbeigeeilten Arbeitsdienstmänner von Zell viel zu' tun hatten, um die anstoßenden Gebäude zu retten. Der eifrigen Arbeit aller Helfer gelang es, das Wohnhaus zu retten, das allerdings von den Flammen und den Wassermassen stark beschädigt wurde. Ebenso konnte das Vieh rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Dagegen wurde die Scheune mit der Heu - und Strohernte und einer Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen von den Flammen voll st ändigver- nichtet. Die im Augenblick des Blitzschlages in der Scheune weilenden drei Angehörigen der Familie Richtberg und ein weiterer Mann aus dem Dorfe kamen wie durch ein Wunder unversehrt davon. Die von den Flammen ebenfalls stark bedrohte Hofreite des Nachbarn konnte von den Feuerwehren wirksam geschützt werden. Der Brandschaden ist groß. Der Blitz schlug außerdem noch in das Transformatorhaus ein und verursachte dort erheblichen Schaden, so daß das Dorf während der Nacht völlig im Dunkel lag.
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- Steinbach, 23. Sept. Am Dienstag fand die Versteigerung des Gemeindeobstes statt. Während bei der Versteigerung des Frühobstes nur geringe Preise erlöst wurden und sogar ein Teil des Obstes unverkäuflich war, wurden bei der gestrigen Versteigerung sehr gute Preise erzielt. Das liegt andergeringenAepfelernte. Die Gemeindekasse hat eine gute Einnahme in Aussicht. Anschließend an die Versteigerung des Gemeindeobstes wurde das Obst der Pfarrei versteigert. Hier war die Ernte gering, trotzdem wurden auch hier gute Preise bezahlt. Der Ertrag belief sich auf zirka 260 Mark.
+ Grünberg, 22. Sept. Dieser Tage hielt die Kriegerkameradschaft im „Hessischen Hof" eine außerordentliche Hauptversammlung ab, die zugleich Abschiedsfeier für den seitherigen Kameradschaftsführer, Veterinärrat Dr. Fuchs, war. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten richtete Bezirksführer Lehrer Roth herzliche
Abschiedsworte an den Scheidenden, während für die hiesige Kameradschaft der stellvertretende Führer Gg. Schütz den Dank für die geleisteten Dienste aussprach. Veterinärrat Dr. Fuchs dankte den beiden Rednern und versprach, die Kriegerkameradschaft Grünberg, an deren Spitze er während seines achtjährigen Hierseins stand, in gutem Andenken zu behalten. Ein gemütliches Beisammensein, in dem noch manches alte Soldaten- und Abschiedslied erklang, schloß sich an. Den scheidenden Kameradschaftsführer begleiten die besten Wünsche nach seinem neuen Wirkungsorte Worms.
(D Lauter, 22. Sept. Wenn man durch unseren Ort geht, kann man jetzt überall die Leute mit dem H o n i g k o ch e n beschäftigt sehen. Diese Arbeit wird noch vor dem Kartoffelausmachen erledigt. Auch die bei der Gemeindezwetschenversteigerung übriggelassenen Zwetschenbäume sind von den Schulkindern gepflückt worden. Die N S. - F r a u e n s ch a f t hat sie zu Honig verkocht, der ifn kommenden Winter durch das WHW. bedürftigen Volksgenossen zugeteilt werden kann.
* H u n g e n, 22. Sept. Die auf Grund der Alters- grenze aus dem Dienst ausscheidenden Untererheber Berk in Steinheim und Ruppel in Obbornhofen wurden von dem Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt für ihre treuen Dienste mit Ehrenurkunden ausgezeichnet. Die Ehren- urkunden wurden den beiden Männern von dem Vorsteher des Finanzamts Hungen überreicht.
Kreis Friedberg.
= Butzbach, 22. Sept. Gegenwärtig wird die Flachsernte aus allen Nachbardörfern auf dem hiesigen Bahnhofe verladen und zur Flachsrosterei nach Stockheim versandt. Im allgemeinen war der Ertrag gut; der Preis beträgt 3,00 bis 5,50 Mark pro Zentner. Zumeist wurde der Flachs mit Samen abgeliefert. Einzelne Dörfer konnten zwei und mehr Waggonladungen abliefern. — In den letzten Sitzungen der Ratsherren wurde u. a. zur Steu e- rung der Wohnungsnot beschlossen, im Rechnungsjahre 1937 etwa 18 b i s 2 0 Kleinwohnungen zu errichten. Sie sollen in die bereits begonnene Peter-Gemeinder^Siedlung zu liegen kommen. Alsbald sollen bei der Landesregierung die von dem Reiche zu gewährenden Darlehen in Höhe von 1000 Mark je Einzelwohnung beantragt werden. Die Vorarbeiten zu der Siedlungserweiterung sollen im Laufe des Winters gefördert werden, so daß die eigentlichen Bauarbeiten im Frühjahr begonnen werden können.
+ Butzbach, 22. Sept. Im großen Saale des „Hessischen Hof" fand gestern abend die Monats- versammlung der Partei statt. Zunächst sprach Dr. Rupp (Friedberg) über die gegenwärtige außenpolitische Lage. Anschließend berichtete Medizinalrat Dr. Z i n ß e r über die Eindrücke auf dem diesjährigen Reichsparteitag. Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel sprach sodann in eindrucksvollen Worten über „Unsere Aufgabe". — Der hiesige Zweigverein des VHC. unternahm am Sonntag eine Wanderfahrt in das herrliche Lahntal. Der Weg führte zunächst mit der Eisenbahn über Wetzlar nach Stockhausen. Von dort aus ging es über Biskirchen, durch das schöne Wiesental des
Ulmbaches, nach dem Kreuzberg und damit tn den Vorwesterwald bis zur Burg Greifenstein.
Kreis Schotten.
O Schotten, 20. Sept. Innerhalb ber_ Rot - kreuz-Organisationen des Kreises Schotten finden zur Zeit die Vereidigungen auf den Führer, den Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes, statt. Bis jetzt wurden die Kolonnenmitglieder in Gedern und in Schotten durch den Kreiskolonnenführer Medizinalrat Dr. I o ck e l (Schotten) vereidigt, während die Vereidigung der weiblichen Hilfskräfte (Helferinnen und Samariterinnen) durch die Kreisgruppenleiterin Schwester Ella Puth (Schotten) genommen wurde.
H-Groß-Eichen, 23. Sept. Am Sonntagnachmittag fand hier in der Turnhalle das Fest der deutschen Schule statt. Zahlreich hatten sich Eltern und Jugend eingefunden. Die Oberklasse zeigte zunächst Freiübungen. Sodann wechselten in bunter Zusammenstellung Gedichte, Volkstänze und Lieder miteinander ab, wobei sich die Musik der Kleinen unter Leitung von Lehrer Oppenheimer immer wieder den Beifall der Anwesenden erwarb. Der Gesangverein stellte sich ebenfalls in den Dienst der deutschen Volkstumsarbeit. Als Höhepunkt der Veranstaltung galt der Vortrag von Lehrer Robert Becker über die Deutsche Dolkstums- arbeit. Er wußte vielerlei zu berichten über den Kampf und das Leid der deutschen Brüder jenseits der Landesgrenzen. Um diesen Deutschen helfend beizustchen, forderte Lehrer Becker den Beitritt zum Volksbund für das Deutschtum im Ausland, der hier im Orte bereits 13 Mitglieder zählt. Das Deutsch- landlied und das Horst-Wefsel-Lied gaben der Kundgebung den würdigen Abschluß.
> Ruppertsburg^ 22. Sept. Zu einem wahren Schulfest gestaltete sich die Feier des „Tags des deutschen Volkstums" in unserer Gemeinde. Wie im vorigen Jahre, so feierten auch diesmal die Schulen von Gonterskirchen, Wetterfeld und Ruppertsburg gemeinsam auf dem schön gelegenen Ruppertsburger Turnplatz. Trotzdem anfangs leichter Regen niederging, hatten sich außer den etwa 170 Schulkindern auch ungefähr 200 Erwachsene eingefunden. Nach dem gemeinsam gesungenen Liede „Ich hab mich ergeben" begrüßte der Leiter und wies auf die große Bedeutung des Tages hin. Sodann sprach Pfarrer Wirtz von hier über das Deutschtum im Ausland und auslandsdeutsche Not. Umrahmt waren die Ansprachen von passenden Gedichten, vorgetragen von Wetterfelder und hiesigen Kindern, sowie entsprechenden Liedern beider Schulen, von denen besonders die von Lehrer Deubel, Wetterfeld, mit seiner Klasse gut ausgearbeiteten 3stimmigen Chöre große Bewunderung heroorriefen. Der 2. Teil begann mit der Deklamation von recht gut unter Lehrer (Süden mit seinen Kleinen eingeübten heiteren Gedichten. Den Glanzpunkt in der Reihe der weiteren Darbietungen bildete dann die Aufführung des Märchenspiels „Rumpelstilzchen", gespielt von Schülern aus Gonterskirchen, eingeübt unter Leitung von Lehrer Demmer. Die Anerkennung blieb nicht versagt. Nun wechselten in bunter Reihenfolge Reigen, turnerische Uebungen, Gesänge und Deklamationen heiterer mundartlicher Gedichte miteinander ab. Erst gegen 18 Uhr wurde die Veranstaltung mit Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk geschlossen.
> Eichelsdorf, 22. Sept. Trotz der für Kartoffeln zu nassen Witterung dieses Sommers sind die Erträge der Kartoffelernte sehr hoch. Neben „Ackersegen" ist „Edeltraut" die Sorte, diq am wenigsten unter der Nässe gelitten hat.
Kreis Alsfeld.
’g? Alsfeld, 21. Sept. Ein ungewohntes 'Schauspiel bietet sich gegenwärtig in der hiesigen Gemarkung. Bei den Erdarbeiten zur Ausschachtung der Fahrbahn der Reichsautobahn im Raume von Alsfeld in dem Gelände am Hegenrod stieß man auf starke Felsdlöcke, hauptsächlich Sandstein, die gesprengt werden müssen. Tagsüber und noch bis spät in die Nacht hinein hört man
Gießener Herbst-Pferdemarki.
Heute morgen wurde auf den Marktanlagen att der Rodheimer Straße der Gießener Herbst. Pferde markt abgehalten. Der Markt war nicht so gut beschickt, wie der Frühjahrspferdemarkt. Es waren 68 Pferde und 21 Fohlen aufgetrieben. Auch der Auftrieb für die Prämiierung war etwas geringer, das vorgeführte Material gehörte jedoch zu dem Besten, das in den Ställen unserer Heimat steht. Besonders fielen die guten Oldenburger Stuten auf, die sich mehr und mehr den von der Landes- bauernschast geforderten Zuchtzielen nähern.
Der Handel vollzog sich in den ersten Stunden sehr schleppend. Nur wenige Tiere wechselten bis dahin den Besitzer. Für Saugfohlen wurden bis zu 400 Mark gefordert, ältere, geringere Tiere wurden mit 200 bis 400 Mark gehandelt, jüngere Pferde, mittlerer Qualität, und gute Gebrauchspferde wurden mit 800 bis 1000 Mark genannt, für beste Tiere wurden 1000 bis 1500 Mark gefordert.
Auf den Marktanlagen bot sich auch heute wieder das übliche Bild. Die bäuerliche Bevölkerung nahm wieder regen Anteil. Die Vorführungen in den Prämiierungsringen wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Eine Musikkapelle unterhielt mit guten Darbietungen.
den Donner der Sprengschüsse, die in dem hügeligen an den Wald angrenzenden Gelände ein vielfaches Echo erwecken. Einen ungewohnten Anblick bietet dabei auch die Beleuchtung der Baustelle mit den zahlreichen Scheinwerfern, deren Lichterglanz bereits in großer Entfernung wahrzunehmen ist. Die an dieser Stelle entstehenden großen Bauwerke erregen allgemeines Interesse und locken insbesondere Sonntags viele Neugierige an, welche die Baustelle besichtigen.
—.— Homberg, 21. Sept. Im Saale des Rathauses sand die Vereidigung des Sanitätshalbzuges vom Roten Kreuz durch den Kreiskolonnenführer Bellinger (Alsfeld) statt. Der Feier wohnten der Kolonnenarzt Dr. Luft, der Ehrenvorsitzende und Gründer Allen- Dörfer und der frühere Kolonnenführer Heinrich Strauch I. sowie die Sameriterinnen bei. Kreiskolonnenführer Bellinger gab zunächst die entsprechenden Verfügungen bekannt und nahm dann die Vereidigung der Sanitätsmänner auf den Führer vor. Anschließend wurden einige praktische Uebungen gezeigt, die die volle Anerkennung des Kreiskolonnenführers fanden, der sich auch über die tadellose Unterbringung des Inventars lobend aussprach. — Am Samstagabend fand hier eine Veranstaltung von „Kraft durch Freude" statt, in deren Verlauf die Spielschar durch mancherlei Darbietungen erfreute. Im übrigen stand der Abend im Zeichen der Werbung für den deutschen Wein.
Kreis Büdingen.
th. Mittleres Niddatal, 22. Sept. Wie im Vorjahr, so wurde auch diesmal von den Kreis- obstbau-Jnspektionen der früheste Erntetermin für Aepfel in den klimatisch günstig gelegenen Orten auf den 25. September, in den klimatisch ungünstig gelegenen Orten auf den 1. Oktober festgesetzt. Infolge Anregung der Kreisämter führen die Gemeinden die Versteigerungen auch nicht vor diesem Termin durch. Von den Privat-Obst- züchtern erwartet man auch diesmal die Befolgung dieser Anordnung, um dadurch reifes und gesundes Obst zur Verfügung zu stellen. Mengenmäßig kann mit einer geringen Mittelernte gerechnet werden. In auffälliger Weise haben Wirtschaftsäpfel, wie Schafsnase, Rheinischer Bohnapfel, Trierscher Weinapfel und Lokalsorten mit wenig Ausnahmen einen starken Behang, während die Tafelsorten, wie Goldparmäne, Goldrenette von Blenheim, Kaiser Wilhelm, Rheinischer Winter-Rambour überhaupt keinen, oder einen nur sehr dürftigen Behang aufweisen. Der in großem Ausmaß aufgepfropfte Schöner von Boskop versagt fast völlig, so daß man solche Bäume schon vielfach wieder zu ertragsreicheren Sorten umgepfropft hat.
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