Die Türkei will ir
Äon unserem H. H
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ist a n b ul, 20. April.
Als nach dem Weltkrieg die Staatsmänner der Siegermächte zusammentraten, um ihren Fuß auf den Nacken der ehrenvoll Unterlegenen zu stellen, als man glaubte, Deutschland auf ewig in die Ketten des Versailler Vertrages schmieden können, als man Oesterreich in St. Germain zerstückelte und Ungarn und Bulgarien in Trianon und Neuilly unter dem Druck der Bajonette um ihren Lebensraum betrog, sollte nach dem Vertragsentwurf von Sevres auch die Türkei sich einen Schandfrieden aufzwingen lassen. Das Friedens- diktat, das man sich zu Sevres ausdachte, war unter all diesen Verträgen das Härteste und Unmenschlichste: Nicht nur die unorganisch zur alten Türkei gehörigen arabischen Landesteile sollten von ihr abgetrennt, sondern auch Anatolien, das eigentlich Stammland der Türken, zum größten und besten Teile unter die Siegerstaaten aufgeteilt werden, während der türkischen Souveränität im Inneren um die große Salzsteppe nur eine Art Indianerreservation verblieb. Als die Türken die Absicht erkannten, sie völlig von der Landkarte auszuradieren, als sie begriffen, daß- es um Sein oder Nichtsein der Nation ging, griffen sie noch einmal mit dem Todesmut der Verzweiflung zu den Waffen und konnten unter der Führerschaft Kemal Atatürks und Ismet Jnänüs, die heute noch an der Spitze des Volkes stehen, den Freiheitskampf zum glücklichen Ende führen: Die griechische Jn- vasionsarmee, die in Anatolien für England die Exekutive übernahm, wurde nach blutigen Schlachten in das Meer geworfen, die Franzosen aus Kilikien, die Engländer aus den Schwarzmeerhäfen und die Armenier nach Russisch-Armenien vertrieben.
Nach diesen Ruhmestaten eines Volkes, das sein Letztes an seine Freiheit gesetzt hatte, sprach niemand mehr von Sevres, sondern man kam erneut und diesmal in Lausanne zu Beratungen zusammen, an denen die Türkei aber nicht mehr als ein um Gnade bettelnder Besiegter, sondern als gleichberechtigter Verhandlungspartner teilnahm. So wurde der Lausanner Vertrau zum einzigen Verständigungsfrieden nach dem Weltkriege und zu der einzigen Abmachung zwischen ehemaligen Gegnern, gegen die in späteren Fahren niemals von einem Teil territoriale Revisionsansprüche erhoben wurden, denn alle von Türken bewohnten Gebiete blieben unter türkischer Oberhoheit. Gewiß stellte auch der Vertrag von Lausanne wie alles von Menschen Erdachte keine unbedingte Ideallösung dar. Einer der Schönheirsfehler dieses Abkommens war das sogenannte Meerengen st atut, das die türkische Souveränität an Dardanellen und Bosporus bis zu einem gewissen Grade einschränkte. So wurde vor allem bestimmt, daß die Türkei die Meerengen in Friedenszeiten nicht befestigen dürfe, indem an beiden Ufern ein fünfzeyn Kilometer breiter Streifen als entmilitarisierte Zone erklärt wurde. Aber auch für den Fall, daß die Türkei in einen Krieg verwickelt werde, ist ihre Handlungsfreiheit insofern eingeengt, als sie ihre Verteidigungsmaßnahmen so einzurichten gehalten ist, daß diese die Durchfahrt neutraler Kriegs- und Handelsschiffe nicht beeinträchtigen.
Es erhebt sich die Frage, warum die Türkei glaubte, sich auf diese Bestimmungen einlassen zu dürfen. Dabei ist zu bedenken, daß die politische Welt 1923 eine völlig andere war als heute. Die Aussicht auf Abrüstung schien damals allen Gutgläubigen greifbar nahe. Außerdem schien nach dem damaligen Stande der Rüstung ein derart überraschender Angriff, dem nicht innerhalb kürzester Zeit durch Heranschaffung von Verteidigungsmitteln aus der nicht neutralisierten Zone hätte wirksam begegnet werden können, höchst unwahrscheinlich. Noch dazu hatten die am Vertrage beteiligten Großmächte England, Frankreich, Italien und Japan die Bürgschaft übernommen, im Falle einer Bedrohung gemeinsam den Schutz der Meerengen nach den Richtlinien des Völkerbundes zu gewährleisten. Schließlich darf auch nicht Übersehen werden, daß es der Türkei zwar gelungen war, Kleinasien vsm Feinde zu säubern, daß aber die Dardanellen und I n st a n b u l von starken alliierten Truppenteilen besetzt waren und ein Nachgeben in diesem Punkte ratsam erschien, wenn neue, ungerechtfertigt schwere Opfer an Gut und Blut vermieden und eine möglichst schnelle Räu- muntz erreicht werden sollte.
Wie sehr sich die gesamte Lage im Orient seit der Vorkriegszeit verschoben hatte, bewies am deutlichsten die Tatsache, daß gerade Großbritannien sich nunmehr mit seinem ganzen Schwergewicht für die Freiheit der Meerengen einsetzte, woran die Sowjetunion kein vitales Interesse mehr nahm, ganz im Gegensatz zum zaristischen Rußland, das vor dem Kriege eine Entfestigung der Meerengen zu einem der Hauptpunkte seiner Politik im Nahen Orient erhob. Während England in früheren Zeiten an der Türkei nur soweit Interesse nahm, als es sich um ihre arabischen Besitzungen handelte, die England zwecks Sicherung des Landweges nach Indien unter feine Kontrolle zu bringen trachtete, war Rußland mit seinen Absichten auf Konstantinopel und die Meerengen, die das Schwarze Meer zu einem Binnensee machten, und seinem Ausdehnungsdrang nach dem Osten der Türkei der eigentliche Erbfeind des Osmanischen Reiches. Nach der kommunistischen Revolution erfuhr jedoch die russische Außenpolitik bezüglich des Orients eine entscheidende Schwenkung. Sowjetrußland wünschte mit Hilfe der islamischen Völker die englischen Machtstellungen in Asien zu untergraben und nahm deshalb gegenüber dem Freiheitskampf Mustafa Kemals eine höchst wohlwollende Neutralität ein, die nicht unwesentlich zu seinem siegreichen Ende beitrug. In der Folgezeit wurde das neue türkisch-russische Verhältnis, allerdings ohne daß die Türkei ihre Grenzen kommunistischen Gedankengängen auch nur im mindesten öffnete, durch Freundschaftsverträge immer solider untermauert, so daß der Sowjetstaat schließlich sogar ein Interesse daran hatte, daß eine militärisch starke Türkei für das ihr befreundete Rußland die Torwartspflichten an den Meerengen übernehme. Dagegen entsprach es durchaus nicht mehr Englands Belangen, daß sein großer Gegenspieler in Asien im guten Einvernehmen mit der Türkei nach Belieben die Pforte zum Schwarzen Meere schließen könne, wo Rußland im Ernstfälle unweit der großen Oelvorkommen im Kaukasus höchst verwundbar wäre.
In diesen Tagen ist nun das Problem der Meerengen wieder in den Brennpunkt des allgemeinen Interesses gerückt worden, nachdem die türkische Regierung allen Mächten, die seinerzeit das Meer- engenabkommen unterzeichneten, eine Note über
i Sicherheit leben.
. A.-Berichterstattei
reichte, in der sie ihren Wunsch ausdrückt, sie von den oben erwähnten Einschränkungen ihrer Hoheits- rechte im Meerengengebiet zu befreien. Mit anderen Worten: Die Entmilitarisierung aufzuheben und der Türkei das Recht der B e f e st i g u n g z u z u g e st e h e n. Schon seit über einem Jahr hat die türkische Presse immer wieder darauf hingewiesen und auch von amtlichen Stellen ist in Genf deutlich zu verstehen gegeben worden, daß sich seit 1923 die Verhältnisse grundlegend verändert hätten und angesichts der heutigen Lage die türkische Sicherheit durch das alte Meer- engenstatut durchaus nicht mehr gewahrt erscheint. Auf dem Schwarzen Meer — gedacht ist an den russischen Freund und Nachbar — fei die Entwick- lung zwar friedlich gewesen, dagegen habe im Mittelmeer eine wachsende Unbeständigkeit Platz gegriffen. An Stelle positiver Resultate der See- abrüstungskonferenzen habe die maritime Aufrüstung ständig zugenommen, die Vermehrung der Luftstreitkräfte der meisten Mittelmeerstaaten sei ins Unvorstellbare gestiegen, und die der Türkei naheliegenden Inseln — hier hat man den italienischen Dodekanes im Auge — seien immer stärker befestigt und als Stützpunkt ausgebaut worden. Noch dazu habe die durch den Völkerbund gegebene Kollektivsicherheit sich als ein sehr schwerfälliger Mechanismus erwiesen, der Bürge Japan sei inzwischen überhaupt ausgetreten und Italiens Verbleiben in Genf noch durchaus nicht sicher, so daß wahrscheinlich im Ernstfall ein positiver Entschluß des Völkerbundes zur Sicherung der Meerengen erst zur Ausführung komme, wenn es längst zu spät sei, um so mehr, als heute bewaffnete Konflikte ohne die herkömmlichen Formalitäten des Kriegszustandes und der Kriegserklärung im Bereich des Möglichen lägen und eine verantwortungsbewußte Regierung bestrebt fein müsse, ihr Volk vor jeder Ueberraschungsgefahr zu schützen.
Bei einer eingehenden Betrachtung und unparteiischen Prüfung ergibt sich, daß die Ueber- legung, die schließlich zur Absendung der türkischen Note führte, durchaus stichhaltig ist. Ganz abgesehen davon, daß jedes freiheitsliebende Volk eine in fein Gebiet eingesprengte entmilitarisierte Zone als eine schmachvolle Schmälerung seines Hausherrnrechtes ansehen muß und daß man der Türkei nicht verdenken kann, daß sie von dem heutigen Zerrbild eines Völkerbundes sich im Notfall Papier anstatt Eisen verspricht, erscheinen besonders die praktisch-militärischen Befürchtungen berechtigt. Erschien es noch vor zehn Jahren möglich, durch schnelle Heranschaffung schwerer Geschütze im Kriegsfälle eine vorerst ausreichende provisorische Befestigung der Engen in der kurzen Zeit von etwa 24 Stunden zu bewerkstelligen, so sind heute angesichts der ungeahnten Entwicklung, die allenthalben die Luftwaffe erfuhr, die Anlage bomben- und gassicherer Unterstände, der Einbau aetarnter Flugabwehrkanonen und dergleichen erforderlich. Schließlich würde eine Konvention über die Abschaffung beweglicher schwerer Geschütze, wie sie auf der Abrüstungskonferenz vorgesehen wurde, felbst eine nur provisorische Verteidigung wirksamer Art illusorisch machen. Die Dardanellen st el- lung ist aber erst in zweiter Linie das Eingangstor zum Schwarzen Meer, vielmehr in erster Linie der bequeme Zugang nach Kleinasien, also zur Türkei, zu ihrer größten Stadt I st a n b u I, zu der wichtigsten Bahnlinie nach der Hauptstadt Ankara, dem Kriegshafen von I z m 11 und den reichen Kohlenvorkommen im Pontusgebiet. Ein Blick auf eine Geschichtstafel verdeutlicht den strategischen Wert der Meerengen. Hier lag Troja, um das Götter und Menschen kämpften, hier zogen des Terxes Heere nach Griechenland und hier, wo Kemal Atatürk zum ersten Male seine Feldherrn- begabung unter Beweis stellte, haben im Weltkriege über eine halbe Million Toter und Verwundeter in unvergleichlichem Heldenmut den Boden mit ihrem Blute genetzt, weil die Angreifer und die siegreichen Verteidiger sich gleicherweise der überragenden strategischen Bedeutung dieser Schlüsselstellung bewußt waren, an der sich Europa und Asien die Hand reichen. Es ist deshalb besonders begreiflich, daß ein türkisches Blatt der Ansicht Ausdruck gab, solange in der heutigen Zeit der gefährlichsten Spannungen im östlichen Mittelmeerbecken die Türkei durch Wehrlosigkeit an den Meerengen jedem überraschend geführten Ueberfall schutzlos preisgegeben sei, gleiche sie einem Manne, der bei offener Türe schlafe, ohne daß ein Polizist über seine Sicherheit wache. Erst nach Wiederherstellung der türkischen Wehrhoheit an Bosporus und Dardanellen könne das Volk wieder ruhig schlafen.
Für Deutschland gilt heute noch das Bismarcksche Wort, daß es „keinen Giebel zum Mittelmeer" habe, deshalb werden wir, die uns mit der Türkei eine enge und herzliche Geschäftsfreundschaft sowie ein lebhafter Austausch kultureller Güter verbindet, von einer Aenderung des Meerengenstatuts nicht unmittelbar betroffen. Trotzdem wird gerade Deutschland, das am eigenen Leibe lange genug das Niederdrückende empfand, das eine eingeschränkte Wehrhoheit für ein stolzes Volk bedeutet, dem aufstrebenden Staate an der Schwelle Europas und Asiens von Herzen wünschen, daß der diplomatische Schritt der Türkei von schnellem Erfolg begleitet sei. Auf alle Fälle ist aber auch dieser türkische Vorstoß ein neues Symptom für die Tatsache, daß die Zeit anbrach, in der die den Völkern einseitig aufgezwungenen Verträge — nicht zuletzt durch die Schuld der einstigen Diktatoren selbst — ihre Lebensberechtigung verlieren.
Griechenland will die Türkei unterstützen.
Athen, 23. April. (DNB.) Die Athener Zeitung „Kathimerini" nimmt in einem Aufsatz Stellung zur türkischen Meerengennote. Das Blatt schreibt, daß die griechische Regierung in Genf den Antrag der Türkei unterstützen werde, da Griechenland auch vom Standpunkte seiner eigenen Sicherheit das türkische Vorgehen nur wohlwollend betrachten könne. Durch die Annahme des türkischen Antrages erhalte Griechenland das Recht, die Inseln Samothrake und L e m • n o s zu b e f e ft i g e n. Dagegen werde die am Sonntag von amtlicher Seite abgegebene Erklärung über einen vielleicht bevorstehenden griechischen Antrag auf Aushebung des Artikels 13 des Lausanner Vertrages, der die Befestigung der Inseln Mytilene, Samos, Chios und Jkaria verbietet, zurückaenom- men. Man sei der Ansicht, daß eine Befestigung dieser Inseln im Hinblick auf die Aufrichtigkeit der griechisch-türkischen Freundschaft durchaus überflüssig märe. Aber abgesehen davon
sei Griechenland antirevisionistisch eingestellt, und deshalb wolle es keine Revision des Lausanner Vertrages beantragen. Andernfalls würden nämlich andere Staaten, die revisionslustig seien, auch ihrerseits Antrag auf Revision stellen, was den Friedensbau zum mindesten auf dem Balkan gefährden könnte. Ministerpräsident Metaxas roeroe, vorausaefetzt, daß er am Freitag das Vertrauen der Kammer erhalte, diesen Standpunkt auf der Tagung der Balkanstaaten in Belgrad erläutern und die Haltung darlegen, die Griechenland in Gens einnehmen werde.
Man einverstanden.
Tokio, 22. April. (Ostasiendienst des DNB.) Die japanische Regierung wird am Freitag durch ihren Botschafter in Ankara offiziell mitteilen lassen, daß sie gegen die Aufhebung der Entmilitarisierung der Dardanellen nichts einzuwenden habe. Japan erwarte jedoch, daß durch die demnächst einzuleitenden Verhandlungen zwischen den beteiligten Mächten eine alle Teile befriedigende Lösung gefunden werde. Die Agentur
Deutsche ir
Beobachtungen eines itali
Don unserem Or. Ho.-Kriegsber
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Asmara, Mitte April.
Der italienische Hauptmann Vecchi, ein alter Kolonialmann, hat im Verlag „Bietti-Mailand" ein Buch mit dem Titel „Equatore-Romanze" veröffentlicht, das nicht nur als Bekenntnis zu Afrika lesenswert ist, sondern auch wegen der folgenden Stellen, die mir der Verfasser freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
„Ich fahre von M o m b a s s a mit der ,Ufam6ara< ab (die Vorgänge spielen sich 1933 ab). Eine Menae von Deutschen, reich und arm, Handwerker, Landleute, Offiziere, Künstler mit ihren Frauen, Kindern und Bediensteten befinden sich an Bord. Deutsche, die voller Erwartung und Hoffnung auf das einstige Deutsch-Ostafrika sich eingeschifft haben.
Sansibar: ein Traum aus Grün, Blumen und Duft gewoben! Das Paradies auf Erden kann man sich kaum anders vorstellen. Sansibar: Insel der Träume! Die bevorstehende Ankunft in einem Land, das für sie immer noch deutsch ist und wo viele von ihnen nach Jahren beschlagnahmten Besitz, Freunde und Erinnerungen an bessere Zeiten suchen, hat die Svannung unter meinen deutschen Reisegefährten aufs höchste gesteigert. Mit besonderem Vergnügen beobachte ich durch das Fenster meiner Kabine, wie hübsche, blonde Frauen im Walzerschritt sich den Bewegungen des Schiffes hingeben. Eine Gruppe junger Mädchen, die mich durch's Bullauge beobachtet, bestürmt mich: „Sie sind Italiener, also Deutschenfreund; warum machen Sie nicht mit? Hätten wir früher gewußt, dann wären Sie nicht allein geblieben! Wir hielten Sie aber für einen Engländer!" Erst spät konnte ich mich von der freundlichen Gesellschaft, die von unverbrüchlich vaterländischem Glauben beseelt war verabschieden. —
Am nächsten Morgen liegen wir auf der Rede von Daressalam. Der Name bedeutet „Stätte des Heils". Daressalam liegt in einer Bucht, umgeben von Mangi-, Tamarinden- und Baobabbäumen. Die die Stadt überragende ausgesprochen deutsche Kirche beherrscht die Gegend. Sie rufen, chreien, von links nach rechts, sind auf Rand und Band. Die alten Kolonialleute zeigen sich mit be»
Aus all
Gesandter von Stohrer gefunden.
Der vermißte deutsche Gesandte von Stohrer ist aufgefunden worden. Er ist im Flugzeug nach Kairo unterwegs, wo er heute, Donnerstag, gegen Mittag erwartet wird. — Der Landesgruppenleiter für Aegypten und Vertreter des DNB. von Homeyer, der hervorragend an der Suche des Gesandten beteiligt war, ist bereits in der Nacht in Kairo eingetroffen.
Durch einen schweren Sandsturm war am Mittwoch die Suche ins Stocken geraten. Seit Tagesanbruch waren rund 60 Flieger, 60 Lastkraftwagen, 30 Privatkraftwagen und etwa 100 Kamelreiter unterwegs. Da die nähere Umgebung Kairos im Norden und die Baharijas im Süden eingehend abgesucht worden sind, konzentrierte man sich auf das riesige Mittelgebiet mit seinen großen Dünen. Der ungarische Graf A l m a s s i ging dabei einer Einzelspur nach, die er etwa 180 Kilometer seitwärts der gewöhnlichen Strecke verfolgte. Die gleiche Fahrt hat Almassi zu Ostern mit Stohrer unternommen.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.
Im Prozeß um das Berliner Bauunglück wurden die Schwierigkeiten erörtert, die Bauleiter Noth mit dem Holzeinkäufer feiner Firma gehabt hat. Es feien zu schmale Bohlenhölzer eingekauft worden; der Holzeinkäufer habe sich darauf berufen, daß es fein anderes Material gebe und das von ihm bestellte Holz zudem je Kubikmeter 3 bis 5 Mark billiger fei. Noth will aber aus den vorhandenen Vorräten Bohlen von der erforderlichen Stärke ausgesucht und nur einwandfreie Stücke eingebaut haben. Hoffmann gibt zu, daß er Noth zur Berechnung der erforderlichen Bohlenstärke nicht hinzugezogen habe.
Der Vorsitzende ging dann auf die Fragen der U-Eisen ein, die nach den Bauvorschriften an den Rammträgern als Widerlager für die Holzsteifen angebracht werden müssen. Hat Noth nicht gesagt, so fragte der Vorsitzende den Angeklagten Hoffmann, er brauche O-Eisen? Sie kamen aber erst am 20. August, dem Einsturztage, in Wagenladun- gen an.
Hoffmann: Das waren Lieferungen, die erst für einen späteren Zweck gebraucht wurden.
Vors.: Ist Ihnen bekannt, daß man auch Rückfragen wegen der Profilierung angestellt hat, daß man weiter erörterte, ab man sie beim Althändler beziehen kann und wo man sie am billigsten ein» kauft?
Hoffmann: Der zuständige Ingenieur unserer Firma hat selbstverständlich immer versucht, wirtschaftlich einzukaufen. Ich habe aber Anweisung gegeben, daß Noth mit seinen Forderungen bevorzugt behandelt wurde.
Die Verhandlung wird fortgesetzt.
Domei erläutert diese Einschränkung dahin, daß Japan alle diesbezüglichen Verhandlungen über den Völkerbund ablehne, weil es nur die Lausanner Dertragsmächte für zuständig halt«.
Dank an England.
Berlin, 22. Avril. (DNB.) Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr v. Neurath, hat in einem Schreiben an den britischen Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Herrn Anthony Eden, zum Ausdruck gebracht, daß die ehrenden und eindrucksvollen Veranstaltungen, die bei der Ueberführung der sterblichen Hülle des deutschen Botschafters in London, Dr. Leopold v. H o e s ch , von London bis nach Wilhelmshaven von der britischen Regierung durchgeführt worden sind, in Deutschland einen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Freiherr von Neurath hat Herrn Eden gebeten, auch den Dienststellen der britischen Wehrmacht, der Armee, sowohl wie der Marine, den herzlichen Dank der Reichsregierung für die ehrende Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten und für ihre Durchführung zu übermitteln.
i Ofiasrika.
mischen Kolonialpioniers.
chterstatter auf italienischer Seite.
wegter Stimme die ihnen feit Jahren bekannten Punkte. Keiner von ihnen sieht die über den Regierungsgebäuden wehende englische Flagge. Nach und nach steigt ein Sang auf: „Deutschland,' Deutschland über alles" klingt es über Bord und die weite Bucht. Die englischen Reisegefährten bleiben regungslos, mich aber packt die Erregung!" — — Folgt eine Schilderung der Zollformalitäten--
„Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn!" ruft man mir von allen Seiten zu.--
Daressalam ist eine herrliche Stadt von etwa 30 000 Einwohnern. Sie hat überall unverkennbar Spuren einstiger deutscher Herrschaft bewahrt. Angefangen von der Sauberkeit der Straßen bis zu den Uniformen der Polizisten und der in sämtlichen Läden herrschenden peinlichen Ordnung, ja bis zur Architektur der europäischen Bauten! Einfach wunderbar! Von der Mentalität der Eingeborenen gar nicht zu reden! Sie erklären sich heute noch den „G e r m a n" ergeben und betrachten die Engländer als „Usurpatoren". Auch mein Gastgeber — ein Italiener mit einer griechischen Frau — sprach mit mir mit Bewegung von den vergangenen deutschen Zeiten.
Diel zu dieser allgemeinen Stimmung hat beigetragen der sagenhafte Kvlvnialfeldzug ßettoro- Vordecks. Diese geniale und zähe Verteidigung Tanganjikas ist in Ostafrika zu einem Epos geworden, das bei den Eingeborenen wie ein übernatürlicher Heldensang fortlebt. Auf dem Grunde der Bucht von Daressalam ruhen drei große deutsche Dampfer, die lieber versinken als in die Hand der Engländer fallen wollten. Drei unzerstörbare Denkmäler der Widerstandskraft und des Opfergeistes des teutonischen Volkes, das heute noch, trotz allem, diese herrliche Gegend von Aequatorialafrika beherrscht!"
Oer abessinische Kronprinz in Addis Abeba.
Addis Abeba, 22. April. (DNB.) Der abes. sinische Kronprinz traf in der vergangenen Nacht in Addis Abeba ein. Er wird während der Abwesenheit des Kaisers die Leitung der Re» gierungsgeschäste übernehmen.
?r Wett.
..Graf Zeppelin" über Sevilla.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat am Donnerstag um 2.45 Uhr MEZ. die südspanische Küste erreicht. Um 8.05 fuhr es nach der letzten bei der deutschen Seewarte eingegangenen Meldung gerade zur Landung in Sevilla ein.
Segelflug mit Fahrgast.
Am Todestage R i ch t h o f e n s , den die deutsche Luftwaffe als ihren Ehrentag würdevoll beging, Ührte der Segelflug-Hauptlehrer Piet van H o u • e n von der Reichssegelflugschule (Brunau in Schleien einen Segelflug von (Brunau nach Breslau aus. Van Hausen benutzte ein zweisitziges Segelflugzeug vom Typ (Brunau VIII und flog m i t einem Passagier während IVz Stunden zunächst bis zur Oder nordwestlich Breslau und dann stromaufwärts zur schlesischen Hauptstadt in durch- schnittlich 700 Meter Flughöhe unter Ausnutzung einer Schlechtwetterfront. Die Luftlinie (Brunau— Breslau beträgt 82 Kilometer, der tatsächlich zurückgelegte Flugweg war bedeutend länger.
Mit dem neuen Slreckenslugzeug nach Madrid.
Auf dem Madrider Flugplatz Barajas trafen neun deutsche Journalisten mit dem neuen fahrplanmäßigen Streckenflugzeug der Deutschen Lufthansa Berlin — Madrid ein. Die Teilnehmer, w deren Empfang sich außer Vertretern der deutschen Botschaft und der deutschen Kolonie auch einige spanische Pressevertreter ein» gefunden hatten, sprachen voller Begeisterung über ihre Eindrücke während des Fluges. Zu Ehren der deutschen Gäste sind mehrere Veranstaltungen vorgesehen.
Spanische Pressevertreter besuchen Deutschland.
Als Gäste der Deutschen Lufthansa sind anläßlich der neueingerichteten Luststrecke Madrid—Berlin in Madrid acht spanische Pressevertreter zu einem kurzen Besuch Deutschlands gestartet. Die spanischen Journalisten, die die spanische Nachrichtenagentur Fabra und die Madrider Zeitungen „Epoca", „Ahora", „El Debate", „In-
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nicht an. jjeöen Morgen eine Oetker-Puddingsuppe — gibt mumm. Sind nacht» lchläst Zritz wie ein Murmel- — tier, so prächtig bekommt ihm
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