bis Saargemünd zur sofortigen Ueberschwemmung vorbereitet worden. Die vierte Zone schließlich besteht aus der rückwärtigen, modern ausgebauten Festungslinie Belfort—Epinal—Nancy—Toul.
Unmittelbar an der Grenze gegen die Pfalz, vas Saarland und Luxemburg ist die erste Zone ähnlich wie an der Rheingrenze ausgebaut. Die zweite Zone in der Linie St. Avold — Dieden- hofen — Longwy, die nordwestlich an das Saar- überschwemmu'ngsgebiet anschließt, hält mit den unterirdischen Festungen St. Avold und Buschborn und zahlreichen Flankierungsanlagen für Geschütze und MG. das ganze Gelände bis zur Nied unter Feuer, während die Riesenfeste des Hacken berg östlich von Diedenhofen, seine große unterirdische Stadt mit weitverzweigtem Straßen- und Balmnetz, mit allem Komfort und allen modernsten maschinellen Verteidigungseinrichtungen das Gebiet zwischen Nied und Mosel beherrscht. Starke Befestigungen zwischen Diedenhofen und Longwy mit zahlreichen Zwischenbatterien, unterirdischen Munitionsräumen und Bahnen, bilden schließlich den starken linken Flügel dieser zweiten, der Hauptverteidigungszone der französischen Nordostfront. Hinter dieser Linie liegt dann die dritte Zone mit den hochmodernen Festungen Metz — Verdun — Maasabfchnitt, ba- hinter als vierte Zone die Argonnen. Die Verlängerung der Befestigungszonen entlang der franzö
sisch-belgischen Grenze ist ebenfalls annähernd fertiggestellt.
Nach französischem Muster sind auch an der belgisch-deutschen Grenze vier Befestigungszonen von ähnlicher Stärke entstanden. Die erste Zone umfaßt Sperrbefestigungen wie an der französisch-deutschen Grenze. Die zweite Zone in der Linie Arlon (anschließend an Longwy) — Ba- stogne — Stavelot — Hohes Venn — Plateau von Heros hat starke Befestigungsgruppen bei Arlon und im Hohen Denn, und ganz im Norden — an der Grenze gegen Deutschland und Holland — eine unterirdische Großfeste auf dem Plateau von Hervs, die das Grenzgebiet gegen Deutschland und Holland weithin beherrscht. Zwischen diesen Befestigungenwerken und Stützpunkten sind schwere Batterien in großer Tiefe verteilt, die das gesamte Grenzgelände unter Feuer nehmen können. Die dritte Zone bildet die Maasstellung mit den aufs modernste ausgebauten Festungen Namur und Lüttich, die vierte Zone das vorbereitete Sperrgebiet zwischen Maas und Schelde, gestützt auf die starke Festung Antwerpen.
Im Bereich der französischen Grenzbefestigungen liegen außer den ständigen Besatzungstruppen neun Divisionen mit starken Verbänden schwerer und schwerster Artillerie und Panzertruppen, zwei Kavalleriedivisionen und eine Luftdivi
sion, im belgischen Grenzgebiet drei gleichfalls mit allen schweren Waffen reichlich ausgerüstete Divisionen. Das ganze gewaltige Befestigungssystem ist nicht nur für die Serteibigung, sondern genau f o für den 21 n griff geeignet. Es sichert die Mobilmachung und den Aufmarsch des französisch-belgischen Heeres in unübertrefflicher Weise; sofort bei Eintritt eines Kriegszustandes können französische und belgische schwere Geschütze aus ihren Friedensstellungen bis zu 60 Kilometer weit deutsches Gebiet, darunter die Stäbte Karlsruhe, Mannheim, Saarbrücken, Aachen unter ihr vernichtenbes Feuer nehmen. Unb nach weiteren acht Tagen ber Mobilmachung kann Frankreich eine A n g r i f f s a r m e e von r u n b 45 D i - Visionen an ben Rhein werfen. Im ganzen stehen minbestens sechs Millionen ausgebilbete Sol- baten zur Verteidigung Frankreichs unb Belgiens bereit, mit etwa 2000 schweren Geschützen, 4700 Kampfwagen unb rund 6500 Flugzeugen! Einer solchen überwältigend starken Heeresmacht gegenüber, gestützt auf ein unüberwindliches Festungssyftem, kann selbstverständlich die schwache deutsche Grenzbe- jatzung niemals eine Bedrohung bedeuten, sondern nur symbolisch Deutschlands moralisches Recht zur Verteidigung seines Rheingebietes mit 15 Millionen Einwohnern unb einer hochentwickelten Jn- buftrie bartun.
Warnende Stimmen in der englischen Oeffentlichkeit
esse mit dem Frankreichs verbunden sei. ,. r ,
„Petit Journal" klagt, daß die englische Oeffentlichkeit in ihrer großen Mehrheit den Sinn der ins Auge gefaßten Abkommen nicht begreife. Es habe Mißtrauen gegen jede Art von Politik, die der Rückkehr zum alten System der Bündnisse ähnele. Die Konservativen seien Feinde Sowjetrußlands, die Liberalen seien Freunde einer schnellen Aufnahme von Verhandlungen mit Deutschland. Die Arbeiterpartei mache als Anhängerin einer strengen Völkerbunds- Politik Einwendungen. Es sei daher vorauszusehen, daß die nächste Sitzung des Unterhauses einer der bewegte st en dieses Jahres fein werde. Auch der „Petit Parisien" stellt im Tone des Bedauerns in London ein Gefühl der instinktiven Abneigung gegen jede engere Verpflichtung am Rhein fest.
„Unsere Spaten sind Waffen des Friedens."
Der Reichsarbeitsführer spricht zu 200000 Arbeitsmännern.
Berlin, 22. März. (DNB.) Der Reichsarbeits- führer empfing am Sonntag im Rahmen einer Morgenfeier im großen Sendesaal des Funkhauses, der auch das Führerkorps des Reichsarbeitsdienstes beiwohnte, die ausscheidenden Arbeitsmänner. Mehr als 200 000 Arbeitsmänner standen
London, 22. März. (DNB.) Auf einem Kameradschaftsabend eines Hochländer-Negimentes in London bezeichnete ber greife schottische General Sir John Hamilton bie Behauptung, daß Frankreich ober Belgien in miltärischer Gefahr seien, als „völlig p h a n t a st i s ch". Er richtete an bie> Anwesenden bie rhetorische Frage, ob sie einen neuen Krieg wünschten unb erklärte, daß sie verneinendenfalls scharf auf die Locarnomächte a ch t en müßten. Die Nachricht, baß die Generalstäbe Englands unb Frankreichs gemeinsame Besprechungen abhalten mürben, sei eine Herausforberung. Auch 1914 habe Englanb völlig unter dem Einfluß ber Franzosen gehandelt. Zuerst hätten die Franzosen ihre Pläne mitgeteilt, bann habe bie Ehre der Armee unb schließlich auch ber gesamten Nation auf bem Spiele gestanden. Es könne jedenfalls heute keine Rede von irgendwie gearteter militärischer Gefährdung Frankreichs ober Belgiens fein.
In einer Rede auf einer Tagung ber Völkerbundsvereinigung in Silsden (Grafschaft Porkshire) empfahl der führende arbeiterparteiliche Unterhaus- abgeordnete Lee-Smith eine Aenderung der englischen Außenpolitik gegenüber Frankreich, dessen
Dr. Goebbels heute tu Frankfurt.
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Reichspropagandaminister Dr. Goebbels spricht heute abend, 20 Uhr, in der Frankfurter Festhalle über das Ziel des 29. März.
Versailler Frieden zum Ausdruck komme, könne nur zum Unfrieden führen. Der Friede könne nicht auf einer Grundlage der Ungleichheit errungen werden. General Smuts fuhr fort, daß man bei der Beurteilung des deutschen Vorgehens im Rheinlande nicht vergessen dürfe, daß die deutsche Regierung gleichzeitig weitreichende Vorschläge für ben Weltfrieden gemacht habe. Wenn es gelinge, in Westeuropa einen Luftpakt zustande zu bringen, dann werde die größte Kriegsgefahr ber Neuzeit, nämlich Luftangriffe auf Großstäbte unb Hinschlachten von Zivilisten, b e - Zeitigt sein. Darüber hinaus habe Hitler für Westeuropa einen 25jährigen Frieben angeboten.
Niemals zuvor sei ein solches Angebot gemacht worben, unb er hoffe, baß bie Nationen Europas Hitler beim Wort nehmen unb einen fo- liben und dauerhaften Frieden ausarbeiten würden.
Oliver Baldwin, der Sohn des englischen Ministerpräsidenten, wendet sich in einem Artikel in der „Daily Mail" entschieden gegen das Wiederaufleben des Versailler Vertrage s. Er tritt dafür ein, Versailles durch einen Friedensvertrag gleichberechtigter Nationen zu ersetzen. Großbritannien habe dabei die entscheidende Rolle. Der Artikel ist überschrieben: „Schluß mit dem Unsinn!". Oliver Baldwin ist bekanntlich Sozialist.
Die britischen Faschisten fordern Frieden mit Deutschland.
Eine große Rede Sir Oswald Mosleys.
London, 23. März. (DNB.) Die britische F a - schisten-Union veranstaltete Sonntagabend in der Albert-Hall eine Massenkundgebung, auf ber der Führer der Schwarzhemden, Sir Oswald Mosley, eine außenpolitische Rede hielt. Der große Raum war mit Spruchbändern behängt, u. a. mit ber Aufschrift „Frieden mit Deutschland !". Obwohl der Zutritt nur mit Karten möglich war, hatten sich unter den 2000 Zuhörern zahlreiche Kommunisten eingefunden, die während ber Rebe Zurufe machten, aber vom Saalschutz schnell zur Ruhe gebracht würben.
Mosley erklärte, ber Faschismus sei entschlossen, ben Frieben zu bewahren. Er kritisierte unter großem Beifall bie auswärtige Politik der Regierung, die nach Gelegenheiten zum Eingreifen in bie Welthänbel suche unb das Leben englischer Bürger aufs Spiel setze, anstatt sich um die inneren Angelegenheiten des Landes zu kümmern.
Die Aufgabe unb das Schicksal des Faschismus in England gründeten sich auf den Wunsch des englischen Volkes, mit der Welt in Frieden zu leben. Jlur der Wille des englischen Volkes habe dem Lande im letzten Herbst einen verhängnisvollen Krieg erspart, heute, so rief Wosley unter Beifall aus, appelliere ich an den gleichen Friedenswillen, damit der Frieden mit Deutschland erhalten werde. Ich erkläre, daß die besten Friedenshoffnungen in Europa und der Welt in einem möglichst engen Verhältnis zwi
schen England und Deutschland liegen.
Dieser Satz wurde mit lautem Beifall aufgenommen. Mosley kritisierte dann den Völkerbund als das Gegenteil dessen, was er nach der Ansicht seiner Urheber sein sollte und meinte, wenn ber Völkerbund während der Entstehung des britischen Reiches vorhanden gewesen wäre, so hätte England etwa 150 Jahre lang unter Sanktionen gestanden. Der französisch-russische Pakt hätte das Vorgehen Deutschlands unvermeidlich gemacht, da er eine Bedrohung für Deutschland sei.
Mosley wandte sich gegen bie Juben, bie er als die einzige Macht der Welt bezeichnete, die sich des internationalen Kommunismus und der internationalen Finanz bediene. Wenn ber Faschismus an die Macht käme, so würde er die Macht der Juden in Großbritannien für immer brechen. Sollte Großbritannien eine Allianz mit Frankreich und Rußland gegen Deutschland schließen, so würde der Faschismus ein solches Bündnis später wieder ungültig machen. Der Faschismus sei das neue erlösende System für ben Frieden, nachdem das alte System fehlgeschlagen sei. Aus eine Anfrage erklärte Mosley, die Juden, die den Interessen des Judentums den Vorrang vor denen Großbritanniens zu geben hätten, würden auf einmal ausgespien werden. Die Juden, gegen die nichts vorliege, würden als Ausländer unb Fremde behan- belt werben, bie sie ja in Wirklichkeit seien. Diese Erklärung würbe mit allgemeinem stürmischem Beifall ausgenommen.
Gemeinsame Politik des neutralen Blocks
London, 21. März. (DNB.) Die Völkerbundsvertreter ber skanbinavischen Länber sowie Italiens, Spaniens unb ber Schweiz
Versprechens geforbert hätten. Anfcheinenb wolle man auch in Zukunft Deutschlands Sonderstellung aufrechterhalten, die so schicksalsschwere Folgen ge»
Spuren England seit bem Weltkriege ununterbrochen gefolgt sei. Englanb müsse in ber heutigen Zeit di e Führung unb Mittlerrolle übernehmen. Denn Frankreichs Rachsucht unb Ängstlichkeit in seinen Beziehungen zu Deutschland schlössen alle Erfolgsaussichten für etwaige Verhandlungen aus.
Beträchtliches Aufsehen erregte eine Aeuheruug des Geistlichen der Kathedrale von Liverpool, der am Sonntag beim Abendgottesdienst erklärte, baß das Kapitel der Kirche nicht in der Lage fei, die Vorschläge ber Regierung, wie es in anderen Fällen üblich fei, dem Segen Gottes zu empfehlen. Es würde schamlos fein, fo sagte der Geistliche Kanonicus Davey, für das, was in dieser Woche in unserem Namen unternommen wurde, um angeblich der Wahrheit und dem Frieden zu dienen, den Segen Gottes zu erbitten. Die Vorschläge, die eine Auf zwingungdesGeiftesderUngleichheit gegenüber Deutschland bedeuteten, feien England nicht würdig. Eine erneute Besetzung deutschen Gebietes durch ausländische Truppen sei ein ungeheuerlicher und nicht zu rechtfertigender Vorschlag, der auf eine unnötige Erniedrigung eines großen Volkes hinauslaufen würde.
Auch der bekannte südafrikanische Politiker General Smuts befaßte sich in einer Rede in Groote Schnur, dem Amtssitz des Ministerpräsidenten der Südafrikanischen Union, mit der internationalen Lage und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß das gefährlichste Kapitel überwunden fei. Die Entmilitarisierung der Rheinlanbe sei das letzte U e b e r b l e i b s e l mangelnder Gleichberechtigung in einem Friedensvertrag gewesen, der nicht den Frieden, sondern das Chaos gebracht habe. Südafrika hoffe, daß die zur Zeit im Gange befindlichen Verhandlungen endlich zu einem wirklich vollkommenen Frieden führen möchten. Der Geist verweigerter Gleichberechtigung, Unterwerfung unb Knechtschaft, ber im
hielten am Samstag eine Sitzung ab, um eine g e- rneinesame Richtlinie gegenüber ben Vorschlägen ber Locarnomächte festzulegen. Der biplo- matische Mitarbeiter ber „Times" berichtet über diese Sitzung der Vertreter der sogen, neutralen Staaten, es habe sich um einen Meinungsaustausch unter Vorsitz und auf Einladung des dänischen Außenministers Munch gehandelt. Da die anwesenden Vertreter nicht die notwendigen Vollmachten gehabt hätten, sei eine Entscheidung nicht herbeigeführt worden. Anscheinend sei die übereinstimmende Ansicht dahin gegangen, daß sich der Dölkerbundsrat und der Völkerbund selbst strengstens an ihre Satzungen halten sollten. Jede Verstrickung in die Locarnostreitigkeiten solle vermieden werden, es sei denn, daß es sich um die Erfüllung unanfechtbarer Verpflichtungen handele. Bei der Sitzung sei darauf hingewiesen worden, daß die kleineren Mächte Gefahr liefen, durch den Entschließungsentwurf für die Belange der größeren Mächte ausgenutzt zu werden. Man habe auch der Besorgnis Ausdruck gegeben, daß die kleineren Mächte im Falle ihrer Hineinziehung in Verpflichtungen und dadurch sich ergebende Verwicklungen in einen Konflikt ihre traditionelle Neutralität a u f g e b e n würden.
Das Kopenhagener Blatt „Dagens Nyheder" weiß zu berichten, daß am heutigen Montag neue Besprechungen stattfinden sollen. Man glaubt zu wissen, daß die kleinen Staaten besonders darauf bedacht seien, daß die private Politik der Locarnomächte nicht allzu sehr mit den Aufgaben des Völkerbundsrates vermischt werde. Der Einfluß des neutralen Blocks werde ohne Zweifel in der Nachmittags- Sitzung des Völkerbundsrates zu spüren sein. In ■m r öcm dänischen Außenminister nahestehenden "Politiken" heißt es u. a., es sei nicht zu leugnen, daß die logische und moralische Stärke Deutschlands "Orin liege, daß die übrigen Mächte trotz ihrer grundsätzlichen Zusage hinsichtlich der Einräumung der Gleichberechtigung an Deutschland niemals b e n ent scheibenden Schritt in dieser Rich- tung batten tun wollen, stets Bedingungen gestellt unb stets Hinausschiebung ber Erfüllung bes
habt habe. Eine Neuorbnung ber europäischen Politik sei nur auf ber ©runblage völliger Gleichberechtigung möglich. Erst bann werde man dem Wettrüsten Einhalt gebieten und ben Frieben festigen können. Die Vorschläge ber Locarnomächte stellten aber nicht bie völlige Gleichberechtigung her. Man scheine in Paris Englanb zwingen zu wollen, an bem Vorschlag ber Locarnomächte festzuhalten. Die französische Presse sei nicht einmal bavon zurückgewichen, Englanb der Zweideutigkeit zu beschuldigen.
Das „unverstandene" Frankreich
Klagen der Pariser Presse.
Paris, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Die Breslauer Rede des Führers wird von fast allen Morgenblättern in einem ausführlichen Auszug wiedergegeben, auf eine redaktionelle Stellungnahme wird jedoch verzichtet. Aus der Rede wird in besonderer Aufmachung hervorgehoben: „W i r kapitulieren n i ch t", „wir machen keine Konzessionen". Aber es wird auch zum Ausdruck gebracht, daß die Brücken nicht abgebrochen seien. Der Berliner Berichterstatter des „Matin" weist seine Leser daraufhin, daß der 29. März das deutsche Volk einmütig hinter seinem Führer sehen werde.
Das äußerlich sehr ruhige politische Wochenende, das sich vor allem im Ausbleiben von Informationen aus London äußert, läßt den Morgenblättern Zeit, sich in ihren Betrachtungen zwei Themen zuzuwenden: Der englischen öffentlichen Meinung und der Haltung Italiens als Locarnogarant. Die radikalsozia- listische „Republique", ebenso „Ere Nouvelle" bemühen sich, Italien von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich dem französischen Standpunkt restlos anzuschließen. Frankreich sehe sehr klar, sagt „Ere Nouvelle", daß man bie Stresaer Front wieder aufricbten unb festigen müsse, um mit Deutschland verhanbeln zu können. Im selben Sinne erklärt „L'Ordre", alle Franzosen wünschten mit ihrem Außenminister, Italien möge enblich erkennen, baß sein politisches Inter-
3 Jahre Nationalsozialismus:
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Arbeitsdienst schafft für Deutschlanö Deine Stimme dem §ührer!
dazu gemeinsam mit der Stadtgemeinde ihrer Lager- Heimat versammelt, um bie Abschiedsworte zu hören. Reichsarbeitsführer Konstantin Hier! sprach bann z u den scheibenden Arbei t s m ännern: „In wenigen Tagen werdet Ihr Abschied nehmen von Eueren Arbeitsstätten. Ihr könnt mit Stolz auf Euere Arbeit zurückblicken, die Ihr im Ehrendienst des deutschen Volkes und für seine Ernährungsfreiheit geleistet habt. Ihr seid in soldatisch strenger Zucht gehalten worden. Ihr habt einsehen lernen, daß der Gehorsam für eine Gemeinschaft eine Wohltat für alle ist. Ihr habt im Reichsarbeitsdienst aber auch erlebt, daß unsere Gemeinschaft ebenso auch durch die Kameradschaft zusammengehalten wird. Gehorsam und Charakter zusammen gibt den rechten Sozialismus. Haltet auch nach Euerem Ausscheiden an diesem Gemeinschaftsgeist fest unb übertragt ihn auf unser ganzes deutsche Volk. Bekennt Euch auch in Zukunft zum Lebensgesetz der Treue, des Gehorsams und ber Kameradschaft, bann werbet Ihr wertvolle Söhne Eueres Volkes sein!"
Der Sonntag im Wahlkampf.
Berlin, 23. März. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Sonntag in Nürnberg, ber Stabt ber Reichsparteitage. Die Kund- gebung, bie bisher größte biefes Wahlkampfes in Franken, fanb in der Kongreßhalle statt, die mit 30 000 Volksgenossen bis zum allerletzten Platz besetzt war, während weitere 20 000 die durch Lautsprecher übertragene Rede draußen mitanhörten. Dr. Goebbels erklärte u. a.: „Man hat bas beutsche Volk früher ein unpolitisches Volk genannt. Wir selbst nannten uns bas Volk ber Dichter unb Denker. Wir haben es immer schlecht verstanden, anderen Völkern gegenüber unsere Interessen zu vertreten. Es ist das erste große historische Verdienst des Führers und der von ihm gegründeten Bewegung, eine neue politische W i l l e n s b i l d u n g ermöglicht zu haben, aus der die deutsche Einigung und Befreiung vollzogen werden konnte. Die Kundgebung klang aus in ein gewaltiges Bekenntnis zum Führer.
In Elmshorn bei Hamburg sprach der Reichsbauernführer Darrs zu mehr als 10 000 Bauern unb ßanbarbeitern. Das Lanbvolk ber Nordmark wirb ber Mahnung bes Reichsbauernführers eingedenk fein und sich am 29. März einmütig zum Führer bekennen.
Auf dem Marktplatz von Bonn sprach am Sonntagmittag Stabschef Lutze vor 20 000 Menschen. „Wir wollen", so erklärte der Stabschef u. a., „dafür sorgen, daß der Führer den Rücken frei hat, um nach vorn zu marschieren. Wir wollen dafür sorgen, daß das Ausland nach dem 29. März weiß, daß ein einiges Volk hinter dem Führer steht, und daß die Stimme des Volkes auch die Stimme des Führers ist." Der Stabschef wandte sich in seiner Rede besonders an die SA. Ihr stellte er besondere Aufgaben und Verpflichtungen. Ein Treuegelöbnis für den Führer schloß die Kundgebung ab.
Halberstadt, die alte Stadt am Harz, erlebte am Sonntag eine große Rede des Reichsjugendführers Baldur von Schirach, der unter dem Beifall der Zuschauermassen feststellen konnte, daß der HI. gelungen sei, woran die marxistische Jugendbewegung scheiterte. Die Jugend könne nicht mitentscheiden am 29. März, aber sie trage am Wahltage .ihr junges Herz dem Führer zu, und der Führer werde wissen: Die Jugend wird zu ihm halten in aller Zukunft. Der


