einbarung mit ihnen kommen. Sie müssen
eine
Ricci ein neues großes kurz vor der Einweihung der italienischen Jugend großzügige Anlage. Mit einer großen Turnhalle, sowie Tages- und Schlaf-
sam mit Staatssekretär Balilla-Heirn, das steht. Auch dieses Haus überraschte durch seine einem Schwimmbassin, Theater- und Filmraum
den ihn nicht erhalten, wenn wir darauf bestehen, ot> andere Länder ihre Regierungsformen unserer Auffassung anpassen, bevor wir zu irgendeiner Ver
ist, die gewaltige Mehrheit aller Klassen eine Rückkehr zu den alten Parteikämpfen verabscheut.
Lloyd George ging dann zu den deutsch- englischen Beziehungen über und erklärte: „Hitler Hal eine tiefe Bewunderung für das britische Volk, die von den Deutschen aller Klassen geteilt wird. Ihr Wunsch nach Freundschaft mit uns ist unbestreitbar und wirklich. Immer wieder sagten Deutsche zu mir: „Wir haben nur einen Streit mit England gehabt. Wir dürfen keinen zweiten Streit mehr haben. Hitler wünscht unsere Freundschaft.
Er verlangt keine Gegenleistungen, es sei denn Gleichberechtigung für sein großes Land. Der englische Fragebogen an Deutschland hätte niemals abgesandt werden dürfen. Wir haben auch Frankreich und Italien keinen Fragebogen vor- gelegt, warum denn Deutschland? Die Franzosen und Italiener sind viel mehr gerüstet als die Deutschen. Es waren alles Fragen, die auf der Konferenz selbst hätten gestellt werden sollen. Wir können mit Deutschland zu Vereinbarungen kommen, die nicht unehrenhaft für uns sein werden und die nicht nur den Frieden gegen Deutschland und Frankreich, sondern den Weltfrieden Herstellen. Wir wer-
Ein neues Fundament in Europa
Ward price fordert deutsch-englische Zusammenarbeit.
Recht haben, ihre eigenen inneren Probleme auf ihre eigene Weise auszukämpfen.
Die Wahrheit öder Seulstzland.
London, 21. .Sept. (DRV.) In der „Daily Mail" veröffentlicht Ward Price einen Aufsatz über „Das neue Deutschland". Darin heißt es u. a.: „England ist noch nicht aufgewacht zu der Erkenntnis dessen, was in Deutschland vor sich ging. Dor 150 Jahren veränderte die Französische Revolution die Geschichte Europas. Heute werden sie von Hitler verändert. Er hat der Zivilisation einen neuen Weg gewiesen. Rationen, die sich an die alten Methoden festklammern, werden zurückbleiben."
Vor dem Arbeitsdienst in Nürnberg habe der Führer erklärt, der einzelne habe nur als Glied der Gemeinschaft Bedeutung. Dieser Geist der Selbstaufopferung gegenüber der Ncüiyn, so fährt Ward Price fort, sei im englischen Volke nur in Kriegszeiten vorhanden. Das Ziel des einzelnen Engländers sei persönlicher Erfolg, das der Nationalisten sei Dienst am Vaterlande und die Befolgung des Leitsatzes „Gemeinnutz geht vor Eigennutz."
Die Führung sei es, die die deutsche Seele verändert und die menschlichen Motive auf einen höheren Plan erhoben habe. Die persönliche Inspiration Hitlers habe das getan. Ihre Wirkung fei ungeheuer. Gewaltige Wacht, sowohl im militärischen wie im moralischen Sinne, werde in dieser Nation lebendig, die nach dem Programm des Führers umgewandelt sei.
Der Führer setze unbegrenztes Vertrauen in die Macht des deutschen Volkes, und niemand, der den Tatsachen mit gesundem Menschenverstand ins Gesicht sehe, könne die Richtigkeit dieser Ueberzeugung leugnen. Das moderne Deutschland sei ein neues
gegen Deutschland abwendet und sich rückhaltlos für Zusammenarbeit ausspricht.
Betriebsprüfungen erziehen zur Steuerehrlichkeit
Ein Vortrag des Staatssekretärs Reinhardt.
Deutschland hat die Emigiett gewählt. Lloyd George über seinen Besuch beim Führer.
London, 21. Sept. (DNB.) Die liberale „News Chronicle" veröffentlicht eine Unterredung mit dem rüheren englischen Ministerpräsidenten Lloyd George über dessen Eindrücke in Deutschland. Das Blatt schreibt einleitend, daß Lloyd George seinen Besuch außerordentlich genossen habe. Seine Be- prechungen mit Hitler, für den er offensichtlich eine ehrliche Bewunderung habe, hätten ihm große Freude bereitet. Lloyd George habe auf die Frage, ob er Deutschland als eine Gefahr für den Frieden Europas betrachte, geantwortet: „Das hängt davon ab, wie Deutschland behandelt wird. Wenn es angegriffen und fein Gebiet überallen wird, wie im Jahre 1923 durch PoincarS, dann wird es nicht mehr friedfertig u n - ter den Peitschen niederkauern. Wenn Sie wollen, können Sie diese neue Stellungnahme der Selbstverteidigung und der Selbstachtung eine Gefahr für den Frieden nennen. Ich bin als ein Liberaler nach Deutschland gekommen. Ich betrachte Deutschland durch liberale Augen und ich bin als Liberaler zurückgekommen. Aber Liberale, die sich weigern, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen, sind der Fluch des Liberalismus.
Wenn wir den Frieden unter den Nationen wollen, dann müssen wir es als eine unzweifelhafte Tatsache hinnehmen, daß die meisten Länder Europas von Diktatoren regiert werden. Es gibt zwei Arten von Diktatoren. Der eine ist der Herrscher, der weiß, wieseinLand ambesten regiert werden kann. Der andere ist derjenige, der sich anmaßt, einem anderen Lande zu diktieren, wie es regiert werden sollte. Das letztere ist nicht Liberalismus. Es ist einfach Frechheit."
Auf die Frage, ob Lloyd George an die G e - fahr des „deutschen Wilitarismus" glaube, antwortete dieser u. a.: „Deutschland hat nicht den Wunsch, irgendein Land in Europa anzugreifen. Hitler rüstet für die Verteidigung und nicht für den Angriff."
Ls folgte die Frage: „will Hitler nicht Sowjetruhland bekämpfen?" „Nein. Er hat einen fanatischen Haß gegen den Bolschewismus, und er hat in' jahrelanger Propaganda eine antikommunistische Front in Deutschland geschaffen, aber lächerlich ist die Behauptung, daß er nach Woskau marschieren wolle oder daß er die Ukraine begehre."
Lloyd George fuhr dann fort: „Hitler hat große Dinge für sein Land getan. Er ist ohne Zweifel ein großer Führer. Er hat eine bemerkenswerte Derbeßerung in den Arbeitsbedingungen der Männer und Frauen herbeigeführt. Darüber kann überhaupt kein Zweifel bestehen. Hitler ist eine d y - namische Persönlichkeit. Die Schwäche o* r Demokratie hat Italien zum autoritären ötaat gemacht. Die Unfähigkeit der deutschen demokratischen Parteien, ihre Möglichkeiten wirksam auszunutzen, und die Tatsache, daß sie Deutschland a u f dentiefstenPunktherabgebracht haben, machte die Revolution Hitlers oder eine andere Revolution unvermeidbar. Deutschland hat in einer Stunde großer nationaler Not zwischen der Einigkeit und der „Freiheit" entscheiden müssen. Es hat die Einigkeit gewählt und betrachtet sie immer noch als die einzige Mög- । lichkeit. Ich bin überzeugt, daß angesichts der feind- seligen Nationen, pog denen Deutschland umgeben
Reichsmimster Dr. Goebbels in Athen.
Athen, 21. Sept. (DNB.) Am Montagvormittag besichigte Reichsminister Dr. Goebbels zunächst das Athener Stadion und den Tempel des Zeus. Danach stattete er, begleitet vom deutschen Geschäftsträger Dr. Kordt, dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas einen Besuch ab. Im Verlauf der Unterhaltung gab der Reichsminister seiner herzlichen Freude Ausdruck, nun Gelegenheit zu haben, das Land kennenzulernen, in dem sich die griechische Kultur entwickelt hat. — Der griechische Ministerpräsident erklärte Vertretern der griechischen Presse, daß sein Gast sich eingehend nut dem Studium Griechenlands, seiner Geschichte und seiner Kultur befaßt habe, was in der Unterredung in mannigfacher Form zum Ausdruck gekommen sei. Nach einem kurzen ersten Gang auf die Akropolis machte Dr. Goebbels dem Presseminister N i k o l u d i s und dem Kommunalmini- fter Kotzias, der kürzlich in Deutschland weilte, seine Aufwartung und begab sich darauf auf b i e deutsche Gesandtschaft, wo ihm die Mitglieder der Gesandtschaft vorgestellt wurden. Um die Mittagszeit erfolgte eine gemeinsame Fahrt nach dem Stauwerk von Marathon. Nach dem Mittagessen wurde das Schlachtfeld besichtigt. Am Nachmittag begab sich Ministerpräsident Metaxas in das Hotel „Grande Bretagne", um den Besuch des Reichsministers zu erwidern und gab dort am Abend zu Ehren von Dr. Goebbels einen großen Empfang, an dem die Minister Nikoludis und Kotzias und Herren des Außenministeriums teil- nahmen, von deutscher Seite der Geschäftsträger, Landesgruppenleiter der NSDAP, und die Begleitung des Reichsministers. Ueberall, wo sich Reichsminister Dr. Goebbels bei seinen Gängen und Besuchen zeigte, brachte die Bevölkerung durch lebhafte Zurufe ihre Freude über die Anwesenheit des deutschen Gastes zum Ausdruck.
Deutsche Fugend in Nom.
Rom, 21. Sept. (DNB.) 452 Hitlerjungen weilen in Rom. Am Vormittag besuchten sie unter \ad)-- funbiger Führung von in Rom ansässigen reichsdeutschen Parteigenossen und Hitlerjungen das Ruinenfeld der Antike: sie weilten im Colosseum, schauten vom Palatin auf das Forum Romanum herab und wanderten durch die Basilika und die Säulenhallen der alten Kaiserpaläste. Der R e i ch s- jugendführer besuchte in der Mittagszeit mit dem Stabsführer Lauterbacher die beiden Schulen, in denen die 452 Jungen untergebracht sind. Er konnte sich davon überzeugen, daß die Ba- lilla in großzügigster Weise für das Wohl der deutschen Jungen gesorgt hat und Verpflegung, Unterkunft usw. mustergültig geregelt sind. Hierfür sprach der Reichsjugendführer den Offizieren der Balilla seinen besonderen Dank aus.
Am Nachmittag veranstaltete der Minister für nationale Erziehung d e D e c ch i einen Empfang, der im Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit der deutschen und italienischen Jugend stand. Minister de Vecchi betonte, daß das faschistische Italien außerordentlich erfreut sei, die deutsche Jugend in den Mauern Roms begrüßen zu können. Er erklärte, daß die Zukunft beider Länder auf der Freundschaft der Jugend der beiden Völker aufgebaut sein müsse. In herzlichen Worten grüßte er Adolf Hitler, den Führer des neuen Deutschlands, und Benito Mussolini, den Führer des neuen Italiens. Reichsjugendführer von S ch i r a ch dankte dem Minister im Namen seiner Kameraden für die große Ehre des Empfanges. „Die Freundschaft zwischen der deutschen und der italienischen Jugend", so sagte er u. a., „ist eine Tatsache geworden, die wir vor allem unserem Freunde Vecchi zu danken haben." Er schloß mit einem Sieg-Heil auf den König, Mussolini, das italienische Volk und den Faschismus. Im Anschluß daran besichtigte der Reichsjugendführer gemein-
ftoffc, wie z.V. Beton, durch ein schnellschwingen- des Werkzeug eine Verdichtung erfahren können, wie sie durch Stoßen und Stampfen niemals erreicht wird. Der Beton, der durch 4000 Schwingungen in der Minute gerüttelt wird, sackt ganz schnell und gründlich zusammen und erhält dadurch eine kaum zu zerstörende F e st i g k e i t. Außerdem kann er in einer Stärke von 20 Zentimeter auf die Straße gelegt, also In einem Zuge verdichtet werden, während früher Oberbeton und Unterbeton getrennt verdichtet wurden.
Mit diesen neuen Maschinen, zu denen auch Fertiger für den Bau von Teerstraßen und Radfahrwegen, riesige Betonmischer mit einem Fassungsvermögen von 2000 Liter, Teer- und Asphaltmischanlagen von größter Arbeitsfähigkeit und andere technische Wunder gehören, läßt sich eine Dauerbauweise ermöglichen, die den neuen deutschen Straßenbauwerken ein langes Leben sichert. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser neuen Maschinen erhellt schon aus der Tatsache, daß man von der früher üblichen zweischichtigen Bauweise zur einschichtigen Bauweise übergehen konnte. Daß die Maschine auch im Straßenbauwesen den Arbeiter verdrängt, ihn vielleicht wieder erwerbslos macht, braucht angesichts des noch vorhandenen ungeheuren Aroeitsvorrates und der ständig neu entstehenden Arbeitsaufgaben in Deutschland nicht befürchtet zu werden. E. V.
London, 21. Sept. (DNB.) Im „Sunday Chronicle" berichtet Beverley N i ch o l s , daß er mit seinem Artikel über Deutschland in ein Hornissennest gestochen habe. Er habe Hunderte von empörten und zahlreiche andere Briefe erhalten, die deutlich zeigten, wie überraschend für die Leser des „Sunday Chronicle" die Wahrheit über Deutschland sei. Beverley Nichols weist mit Recht darauf hin, daß die ablehnenden Briefe auf bloßer Lektüre beruhten, während die zustimmenden auf persönliche Besuche in Deutschland zurückgingen. Im übrigen überwiege die Zahl der zustimmenden Briefe. Mit Schärfe weist er sodann die vielfachen in der britischen Presse aufgestellte Behauptung zurück, daß der Führer in einer Nürnberger Rede geäußert habe, er wolle Rußland haben. Das sei eine Lüge: Hitler habe nichts derartiges gesagt. Wenn er alle Lügen totschlagen wolle, die in Großbritannien über Deutschland gedruckt würden, würde er bis an sein Lebensende zu turt haben. Er schildert dann einen Besuch in einem Arbeitslager, in dem er heroorhebt, welchen ausgezeichneten Eindruck dies auf ihn gemacht habe. Was er dort gesehen habe, iser- sei das vollkommenste Beispiel eines gesunden Sodas I zialismus, das die Welt bisher kennengelernt habe.
sälen ist hier ein geradezu ideales Jugendheim entstanden. Am Abend folgte der Reichsjugendfüh- rer mit seiner Begleitung einer persönlichen Einladung des Staatssekretärs Ricci und seiner Gattin.
2Rcid)6miniftcr Dr. Frank als Gast des italienischen Außenministers.
D i a r e g g i o , 21. Sept. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank besichtigte mit seiner Begleitung am Samstag das Haus des Meisterkomponisten Puc- c i n i in Torre del Largo. Am Abend folgte der Minister einer Einladung des italienischen Außenministers C i a n o zu einem Abendessen, an dem führende Persönlichkeiten teilnahmen. Am Sonntag waren Reichsminister Dr. Frank, Hauptstellenleiter Dr. Dresler und sein Adjutant Froboese Gäste des italienischen Außenministers Ciano in dessen Villa. Hierbei sand eine zweistündige Unterredung zwischen dem Reichsminister und dem italienischen Außenminister statt. Am Abend gab der italienische Außenminister zu Ehren des Reichsministers Dr. Frank ein Bankett. Die deutschen Gäste blieben bis Montagabend in Viareggio und begaben sich dann nach Rom.
Fundament in Europa. Die Grenzen feiner Macht und feiner Leistung seien unübersehbar. Es sei der größte Faktor, mit dem eine britische Regierung jemals habe rechnen müssen. Diesen Gesichtspunkt der nationalsozialistischen Politik zu kritisieren, sei zwecklos. Ihr Ergebnis stände in der ganzen gewaltigen Wirklichkeit vor uns.
Von dem Verhalten Englands gegenüber diesem neuen Deutschland hänge der Frieden Europas und vielleicht die eigene nationale Existenz Englands ab. Nur eine grundsätzliche Linie könne für den Kurs Englands einen sicheren Anhalt geben, und das sei: Zusammenarbeit, nicht Konflikte. Wenn England in einem guten Verhältnis zu Deutschland stehe, dann brauche es niemals neue Kriege in Europa zu geben. Wenn England jedoch gegen Deutschland Stellung nehme, dann würde es einen Krieg unvermeidlich machen.
Der Aufsatz schließt mit den Worten: „Wo ist das Risiko einer Zusammenarbeit mit Deutschland? Hitler ist nicht ein Mann, der feine Ziele verheimlicht. In Nürnberg hat er Deutschland mobil gemacht, um dem bolschewistischen A n - griff, sei es durch Aufklärung oder durch Gewalt, W i d e r st a n d z u l e i st e n. Gibt es irgendein britisches Interesse, diesen Entschluß zu entmutigen? Der Bolschewismus ist eine noch größere Gefahr für das britische Weltreich als für Deutschland. Wenn Hitler nicht existieren würde, dann würde wohl Westeuropa bald nach einem solchen Vorkämpfer rufen.
Eisenach, 21. Sept. (DNB.) In Eisenach begann am Montag eine fachwissenschaftliche T a - gung für Betriebsprüfer der Reichsfinanzverwaltung, zu der sich über 1000 Teilnehmer aus dem Reich eingesunden haben. Die Tagung wurde mit einer Rede des Staatssekretärs Reinhardt eröffnet.
Die Betriebsprüfung ist, so führte Reinhardt aus, das wirkungsvollste Mittel zur Herstellung und Wahrung der steuerlichen Gleichmäßigkeit und zur Erziehung der Steuerpflichtigen zur Steuerehrlichkeit und Steuergewissenhaftigkeit. Ein Steuerwesen ist nur dann gesund, wenn durch eine auf höchster Leistungsfähigkeit stehende Betriebsprüfung die restlose Erfassung aller dem Steuergesetz unterworfenen Gegenstände in der Besteuerung gewährleistet wird. Die Betriebsprüfung richtet sich nicht gegen verdächtige Steuerpflichtige, sondern sie ist in der Hauptsache dazu da, alle Wirtschaftsbetriebe in bestimmten Zeitabständen nach bestimmten Plänen zu prüfen. Führe die Betriebsführung zu einem Mehr an Steuern und demnach zu einer entsprechenden Nachzahlung, so sei damit nicht ohne weiteres gesagt, daß eine strafbare Steuerhinterziehung gegeben wäre. In den meisten Fällen ergebe sich lediglich eine Ergänzung ober Berichtigung der Veranlagung, die in Wahrung der steuerlichen Gleichmäßigkeit und Gerechtigkeit notwendig sei, aber keine Bestrafung zur Folge habe.
Bei Verstößen gegen die Steuerpflicht, die noch aus der Zeit vor dem 30. Januar 1933 festgestellt würden, solle von einer Bestrafung grundsätzlich abgesehen werden, wenn der Steuerpflichtige in der Zeit nach dem 30. Januar 1933 sich strafbare steuerliche Verfehlungen nicht habe zuschulden kommen lassen und er auch nicht in der Liste der säumigen Steuerzahler erschienen sei. Den Kleingewerbetreibenden und Handwerkern, die nicht von der Fü!)rung des Wareneingangsbuches befreit sind, soll Straffreiheit für Steuer- Zuwiderhandlungen gewährt werden, wenn sie vor dem 1. Oktober 1935 liegen, jedoch unter der Voraussetzung, daß diese Steuerpflichtigen das Wareneingangsbuch einwandfrei führen. Den Steuerpflichtigen kann nicht dringend genug empfohlen werden, steuerliche Verfehlungen, deren sie sich bewußt sind, dem Finanzamt unter Berufung auf § 410 der Reichsabgabenordnung s o - fort m i 13 u t e 11 e n und die hinterzogenen Steuern nachzuzahlen. Staatssekretär Reinhardt schloß mit dem Hinweis: Das Aufkommen an Steuern und Zöllen im Reich ist im Jahre 1934
um 1,2 Milliarden RM. und 1935 um 2,6 Milliarden größer gewesen als 1933, es werde im Jahre 1936 um minbeftens 4,6 Milliarden höher fein als im Jahre der Machtergreifung. Dies würde bedeuten, daß im gegenwärtigen Rechnungsjahr ein Mehr von mindestens 2 Milliarden gegenüber dem Vorjahre erzielt werde. Bereits in der ersten Hälfte des laufenden Rechnungsjahres ist ein Mehraufkommen von rund 1 Milliarde RM. festzuftellen.
Der Aufstand in Palästina.
Die englischen Truppen treffen ein.
London, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) In Palästina sind alle Vorbereitungen für die Verteilung der neuen Truppenverstärkungen aus England getroffen. Die ersten Ergänzungsbataillone werden heute in Haifa erwartet, das den Charakter eines großen Militärlagers in Kriegszeiten angenommen hat. Die Eisenbahnlinien stehen unter der Kontrolle der Militärbehörden und werden fast ausschließlich für Truppentransporte verwendet werden. Ueberall find Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, um Anschläge arabischer Aufständischer auf die Züge zu verhindern. Im Gebiet von Jerusalem werden zwei Infanterie-Brigaden untergebracht werden. Vier weitere Brigaden werden auf die Gebiete von Jaffa, Nazareth, Haifa und Nablus verteilt. Zwei Infanterie-Bataillone haben die Bewachung der Eisenbahnen zu übernehmen. Das britische Hauptquartier wird vorläufig in Jerusalem bleiben.
Der syrische Aufständischen-Führer Fauzi Bey hat sich in dem Gebiet zwischen Tulkaram und Jenin festgesetzt. Die Londoner Blätter veröffentlichen eine Erklärung Fauzi Beys, in der er die Araber Palästinas auffordert, jedes Zugeständnis an die britischen Behörden zu verweigern. Nur mit Gewalt könne England gezwungen werden, die arabischen Forderungen zu erfüllen. Hunderte von Arabern kämen täglich aus den anderen arabischen Staaten über die Grenze stach Palästina, um die Forderung nach einem vereinigten arabischen Volk mit den Waffen zu unterstützen. Die irakische Freiwilligen-Ab- teilung sei militärisch ausgebildet uno mit den modernsten Waffen, darunter Maschinengewehren, Bomben und hochexplosiven Granaten, ausgerüftei. Er hoffe, daß seine Truppen, die sämtlich als mm« tärjsche Instrukteure ausgebildet seien, bald der Kern einer arabischen Revolutions« armee jein würden.
„Zusammenarbeit- nicht Konflikte!"
In diesen Tagen haben drei englische Politiker zum Thema Deutschland erneut das Wort ergriffen. Der eine ist der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George, der andere Ward Price von der Rothermerepresse und der dritte Beverley Nichols vom liberalen Sunday Chronicle. Alle drei haben in seltener Übereinstimmung Auffassungen vertreten, die wir als ein Plus verbuchen können. Denn bei aller Betonung ihres Engländer- tums zögerten diese Männer keinen Augenblick, das auszusprechen, was im Interesse Englands und Europas aefagt werden muß. Bei mehr als einem britischen Leser dieser Meinungen dürften sich innere Widerstände bemerkbar gemacht haben. Aber Beverley Nichols hat auch gleich die Ursache dieser Ablehnung oder einer abfälligen Kritik an Deutschland herausgearbeitet: Die ablehnenden Zuschriften, die er bisher zum Thema Deutschland erhielt, beruhten auf her Lektüre, die 3 u ft immensen dagegen auf persönlichen B e - obachtungen. Diese Lektüre ist nun um einige nicht unbedeutende Steuerungen über Deutschland bereichert worden. Man darf wohl hoffen, daß sie von jenen Engländern, die noch immer an die über Deutschland verbreiteten Lügen glauben, beachtet und verarbeitet werden. Denn schließlich ist Lloyd George einer jener liberalen Politiker, von dem kein Engländer behaupten kann, daß er eine besondere Vorliebe für den Nationalsozialismus als Staatsform besäße. Er hat aber Deutschland mit offenen Augen studiert und hat die Tatsachen als Tatsachen behandelt, er hat sich auf deutschem Boden umgesehen und auf Grund seiner zahlreichen Beobachtungen und Gespräche die Ueberzeugung gewonnen, daß Deutschland nichts anderes als Ruhe für seinen inneren Aufbau wünscht und nicht im geringsten Kriegspläne schmiedet. Er hat Worte der Bewunderung für Adolf Hitler und die Leistungen des Nationalsozialismus gefunden und den Demokraten ins Stammbuch geschrieben, daß ihre Führer in Europa nur herumtappen, während die „Diktatoren" handeln. Genau so hat sich Ward Price geäußert, der untersucht, was für England dienlich sei. Er kommt dabei zu dem Schluß, daß England gut daran tue, sich mit Deutschland zu verständigen und auf jede beleidigende Haltung zu verzichten — den gleichen Standpunkt hat auch Lloyd George vertreten —. „Zusammenarbeit — nicht Konflikte!" so ruft Ward Price aus, weil er der festen Ueberzeugung ist, daß England in Europa nur dann eine vorteilhafte Stellung behalten kann, wenn es sich von dem Kurs einer Gegnerschaft
Hitler wünscht Englands Freundschaft.
Lloyd George auf Grund seiner Eindrücke von Deutschlands Friedenswillen überzeugt.


