Ausgabe 
22.7.1936
 
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Kenntnis die Aufständischen die Provinzen Saragossa, Navarra, 3aca, Guypuzcoa mit Ausnahme von 3rum und einige andere Städte an der Grenze, ferner noch die Provinzen DU- toria, Burgos und Dalladolid in ihrer Gewalt hätten.

Wie derMatin" meldet, soll der auf französi­schen Boden geflüchtete sozialistische Abgeordnete Bordoraz erklärt haben, daß er den f a s ch i - stischen Schlag vorausgeahnt habe. Er habe den Gouverneur und selbst den Ministerpräsidenten gewarnt, doch habe man mit einem so schnellen und heftigen Ausbruch nicht gerechnet. In I a c a sei alles so schnell gegangen, daß man kaum Zeit ge­habt habe, 100 Mann zur Gegenwehr zu bewaff­nen. Alle strategisch wichtigen Plätze der Stadt seien inzwischen von Militär besetzt gewesen.

3n Bordeaux sind, wie havas meldet, zahl­reiche Politiker und Anhänger der spanischen Linksparteien eingetroffen, die Aragonien ver­lassen und auf französischem Gebiet Zuflucht gesucht haben. Sie haben sofort mit dortigen Linksorganisationen und dem spanischen Kon­sul Verbindung ausgenommen und die Absicht bekundet, über Port-Bou nach Spanien zurück­zukehren, um an den weiteren Kämpfen gegen die Aufrührer teilzunehmen.

Nach einer Meldung desEcho de Paris" aus Hendaye soll die Flugstaffel von Leon

zu den Aufständischen übergegangen sein. Die Flugzeuge führten bereits Erkundungs- flüge bis in die Umgebung von Madrid aus. Die Streitkräfte der Aufständischen hätten sich der kom­munistischen Hochburg O d i e g o bemächtigt.

Aus Pamplona verlaute, daß am Dienstag­abend die Provinzen Navarra, Asturien, Gali­zien, Saragossa, huesca, Andalusien und Alt- Kastilien in Besitz der Aufständischen gewesen seien. 3n den baskischen Provinzen erhielten die Aufständischen stündlich Zuzug auf ihrem Marsche nach dem Süden. 14 000 Bauern hät­ten sich den Aufständischen in Navarra, rund 8000 in Lerida und 3000 in Saragossa ange­schlossen. 30 Lastkraftwagen mit bewaffneten Kommunisten, die Madrid zu erreichen versucht hätten, seien am Dienstagabend von den Auf­ständischen gefangengenommen und entwaffnet worden.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Ra- dio aus Madrid sollen sich etwa 150 000 Mann der fünf Kolonnen regierungstreuer Truppen, Zivil­garde und Miliz, verstärkt durch die sozialistischen und kommunistischen Jugendbünde, von Madrid aus gegen Norden bewegen. Flugzeuge begleiteten diese Kolonnen. In einem Eisenbahntunnel zwischen Madrid und Burgos erwarte eine Abteilung von Aufständischen die Ankunft der Regierungstreuen, um sich ihnen zum Kampf zu stellen und ihren Vor­marsch zu verhindern.

M.

Das erste Bild von der Aufstandsbewegung in Spanien.

Man sieht den Führer der Aufständischen und Befehlshaber der Kanarischen Inseln, General Franco, bei einer Ansprache an die 3. aufständische Fremdenlegion in Melilla, das das Zentrum der Rebellen war.

(Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

Vormarsch in Richtung Madrid."

Neuer wichtiger Sender in der Hand der Aufständischen.

Lissabon, 22.Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Sender von Pontevedra in Nordspanien teilt mit, daß die Aufständischen die Stadt i n Besitz genommen und die dortige rote Miliz z e r st r e u t haben. In der Mitteilung des Senders heißt es noch, in der Provinz feiere die Bevölkerung die Erfolge der aufständischen Truppen. Mit der Besetzung der Stadt Pontevedra ist den Aufstän­dischen einzweiterwichtigerSenderindie Hände gefallen.

Der Sender Sevilla hat eine Anordnung des Hauptquartiers der Aufständischen verkündet, wo­nach alle Zivilisten, die Mitglieder vaterlän­discher Bünde oder im Besitz von Waffen sind, sich zur Verfügung des Militärkom-

General Sanjurjo im Flugzeug abgeslürzt.

Ein tragisches Ende fand der berühmte spanische General Sanjurjo, der Besieger Abd el Krims. Er wollte sich von Lissabon, wo er im Exil lebte, im Flugzeug nach Sevilla begeben, um sich den Auf­ständischen zur Verfügung zu stellen. Das Flugzeug stürzte unterwegs ab, und General Sanjurjo kam ums Leben. (Scherl-Bilderdienst-M.)

mandos halten wollen. Der Sender teilte ferner mit, daß der Vormarsch der Aufständi- schen in Richtung Madrid weitergehe. Der Rundfunksender Sevilla hat ferner scharfe Anord­nungen des Hauptquartiers der Aufständischen zur Wiederher st ellung der Ordnung in dem besetzten Gebiet bekanntgegeben. Danach unterstehen die Arbeiter in den militärwichtigen Be­trieben der Militärgerichtsbarkeit. Sämtliche Arbeiter haben sich bis Mittwoch früh an den Arbeitsstellen einzufinden, andernfalls sie strengstens bestraft werden. Die Arbeiterfyn- dlkate wurden aufgelöst. Die Bildung von Arbeitervereinigungen jeglicher Art wurde bei schwerer Strafe verboten.

Der RegierungssenderVarcelona hat einen dringenden Aufruf an die Mitglieder der Volksfront gerichtet, den Vormarsch derFa­

schisten" auf Barcelona zu verhindern.

Nach den Berichten der verschiedenen spanischen Sender scheint es, daß sich nur noch Madrid und Barcelona mit den angrenzenden Ge­bieten in der Gewalt der Regierung be­finden. An der portugiesischen Grenze sind in den heutigen Morgenstunden lange Automobil­kolonnen mit Flüchtlingen aus Ma­drid eingetroffen.

Um Mitternacht sprach General Queipo d e l Llano, der Führer der Aufständischen in Anda­lusien, über die Sendestation in Sevilla. Er wandte sich gegen die tendenziöse Berichterstattung und die Hetzreden, die der Sender in Madrid verbreite. Der General teilte dabei mit, daß sich der Flugplatz Leon in der Hand der Aufständischen befinde und daß sich größere Truppen spanischer Faschisten der Aufstandsbewegung angeschlossen hätten.

Kampfe aus dem PanzerkreuzerZaimel".

London, 21. Juli. (DNB.) Nach einer Mel­dung aus Gibraltar ist es an Bord des spani­schen KreuzersJaime I" zu Kämpfen gekommen. Der Käpitän, ein weiterer Of­fizier und sieben Matrosen wurden dabei getötet und ins Meer geworfen. Das Fahrzeug befinde sich auf dem Wege nach Tanger. (Jaime I" ist ein Kreuzer von 15 000 Tonnen, der acht zwölfzöllige und zwanzig vierzöllige Geschütze führt.)

In einer Rundfunkmitteilung der Regierung wird zu den Vorgängen auf dem Panzerkreu­zer ..Jaime I" erklärt, der Kreuzer befand sich auf der Fahrt von Galicien nach Tanger. Als die Offiziere sich weigerten, den Anordnungen der Regierung zu folgen, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen an Bord, bei den ein Kor­vettenkapitän und ein Leutnant getötet, acht Unter­offiziere schwer und mehrer andere Angehörige der Besatzung leicht verwundet wurden.

Fremde Kriegsschiffe nach Spanien.

London, 21. Juli. (DNB.) Die A d m i r a l i - t ä t teilt mit, daß das erste Kreuzergeschwader im Mittelmeer angewiesen worden ist, einen Kreu­zer naclst B a r c e l o n a und einen weiteren nach Palma de Mallorca zu entsenden. Die bri­tische Admiralität hat ferner den Kreuzer Arnphitryon" nach Teneriffa entsandt.

Nach einer weiteren Mitteilung der britischen Admiralität werden auf dem SchlachtschiffRepulse" in Alexandrien die Gordon-Hochländer nach Gibraltar eingeschifft.

Ein französisches Torpedoboot ist von Casablanca nach Tanger ausgelaufen, wo es vorläufig bleiben soll, um im Falle weiterer Un­ruhen in Spanisch-Marokko die dortigen franzö­sischen Staatsangehörigen zu schützen.

Washington, 21. Juli. (DNB.) Wie das Staatsdepartement bekanntgab, sind zwei Kriegs- schiffe nach Spanien beordert worden, ob­wohl den letzten Meldungen der Konsulate zufolge alle 1528 in Spanien befindlichen Staatsangehöri­gen der Vereinigten Staaten sich in Sicherheit be­finden.

Die Dreimächtebesprechung in London.

Konsolidierung des Friedens Europas durch eine allgemeine Jtege(ung.*

London, 21. Juli. (DNB.) Wie amtlich milgeleilt wird, ist die Zusammenkunft der drei Mächte Großbritannien, Frankreich und Belgien auf den 23. 3 uli in London festgelegt worden. Auf der Konferenz soll nach der amtlichen Mitteilung die Lage geprüft und erwogen werden, wie der Wunsch der drei Mächte nach einer Kon- olidierung des Friedens Europas >urch eine allgemeine Regelung ge­örtert werden kann.

Diplomaten- und Minister- besprechungen in London.

London, 21. Juli. (DNB.) Der franzö' i s ch e und der belgische Botschafter hatten am Dienstagvormittag mit Außenminister Eden Be- prechungen über die beabsichtigte Konferenz der Restlocarnomächte.

Unmittelbar darauf fand in der Downingstreet unter Vorsitz des Ministerpräsidenten eine M i n i - terbesprechung statt, an der u. a. Eden, Lord Halifax, Neville Chamberlain, Sir Samuel Hoare und Runciman teilnahmen.

London über die Ausgaben der Besprechung.

Lediglich Borbereitungsarbeiten."

London, 21. Juli. (DNB.) Die kommende Londoner Dreimächtekonferenz wird im englischen Auhenamt in der Downingstreet stattfinden. Groß­britannien wird auf der Konferenz durch den Außen­minister Eden und den Lordsiegelbewahrer Lord Halifax vertreten sein. Man vermutet, daß Bel­gien durch den Ministerpräsidenten van Ze e land und den Außenminister S p a a k vertreten sein wird. Wie verlautet, sind für die Besprechungen insgesamt zwei Tage in Aussicht genommen. Jedenfalls ist nicht vorgesehen, daß die Konferenz länger dauert.

In britischen amtlichen Kreisen wird hervorgehoben, daß die Konferenz sich ledig! ich mit Vorbereitungsarbeiten zu beschäf­tigen habe. Trotzdem sei sie jedoch von größter Wichtigkeit für das künftige Schicksal Europas. Die Aufgabe der Konferenz werde nicht darin bestehen, die politischen Fragen zu lösen, sie solle vielmehr das Gelände für eine größere Konferenz vorbereiten, die dann Beschlüsse fassen würde.

Diese größere Konferenz werde eine Fünf­mächtekonferenz fein, werde also ausdrücklich Deutschland und 3 lall en mit zu um­fassen haben. Das e r st e Ziel einer solchen Fünfmächtekonferenz würde in der Erzielung einer Regelung im Westen bestehen. 3hr endgültiges Ziel aber müsse eine europäische Gesamtregelung fein. 2Nit weniger werde sich die britische Regierung nicht zufriedengeben.

Im Unterhaus gab Baldwin die Verlaut­barung über den Zusammentritt der Restlocarno­mächte am Donnerstag bekannt und erklärte, daß es sich um eine vorbereitende Konferenz han­dele. Die Abhaltung der Konferenz sei Deutsch­land und Italien auf dem üblichen diplomati­schen Wege mitgeteilt worden.

Zu der für später beabsichtigten Fünfmächte­konferenz glaubt Preß Association die englische Auffassung dahin wiedergeben zu können, daß auf der Konferenz nicht nur die Möglichkeit der Er­

setzung des Locarno Vertrages durch einen neuen Vertrag erwogen werden werde, son­dern daß auf ihr auch die Friedensoor­schläge Hitlers die Grundlage der Konferenz abgeben sollen. Für den Fall, daß eine Fünfmächte, konferenz zustandekomme, werde sie wahrscheinlich im Oktober stattfinden. Die britische Regierung würde es allerdings gern sehen, wenn die Konfe- renz im September vor der Dölkerbundsversamm- lung stattfände. Es werde aber anerkannt, daß ein so frühes Datum sich als unmöglich Herausstellen könne.

Keine vorgefaßten Beschlüsse."

London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die heutigen Londoner Morgenblätter beschäftigen sich eingehend mit der gestern bekanntgegebenen Der- lautbarung über die am Donnerstag beginnenoen Besprechungen der drei Restlocarno- mächte. ,

Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" weist darauf hin, daß die Lon­doner Zusammenkunft wahrscheinlich von sehr kurzer Dauer sein werde. Schon Donnerstag­abend könne möglicherweise eine Verlautbarung herausgegeben werden, die dem Wunsche dieser drei Mächte, schon

im Herbst mit Deutschland und Italien eine konstruktive Aussprache zu eröffnen, Ausdruck geben würde. Die Zeit bis dahin würde für sorgfältige diplomatische Vorbe« r e i t u n g benutzt werden. Zu dieser Vorbereitung würde auch die r e st l o s e Liquidation der Sanktionspolitik des Völkerbundes gegen Italien gehören. Der Korrespondent ist der Ansicht, daß Großbritannien diezeitliche Pe- riode der Unsicherheit", welche zur Aufrechterhal­tung gegenseitiger Beistandsabkommen mit be­stimmten Mittelmeermächten Veranlassung gegeben zu haben scheine, jetzt als beendet ansehe. Wahr­scheinlich werde Eden in der Lage sein, eine ent­sprechende Erklärung in der außenpolitischen Un- terhaus-Debatte am nächsten Montag abzugeben. Das sollte Italiens letzten Grund zur Klage, daß es nicht in der Lage sei, an den allgemeinen euro­päischen Besprechungen teilzunebmen, beseitigen.

Der diplomatische Mitarbeiter derTime s" be­richtet, da die Grundlage der kommenden Bespre­chungen übereinstimmend festgelegt worden sei, sei kein Grund vorhanden, zu erwarten, daß die Bespre- chungen über den Freitag hinausgingen. Die Mini­ster der drei Mächte würden in der Lage sein, eine gemeinsame Verlautbarung über die k o n st r u k t i - oen Ziele und die Methode, sie zu erreichen, her­auszugeben. Aufgabe der Konferenz der drei Rest- locarno-Mächte sei es, einer Fünfmächte-Tagung den Weg zu ebnen. Das würde die Ordnung einiger di­plomatischer Ueberbleibsel mit sich bringen, die sich während der vergangenen vier Monate angesammelt hätten.

Es könne keine Rede davon fein, andere Mächte vorvorgefahle Befchlüsie zu stellen oder auhen- politifche Debatten hinter ihrem Rücken zu führen oder eine abgesonderte Gemeinschaft in irgendeinem Sinne zu bilden.

Daily H e r a l d" schreibt in einem kurzen Leitaufsatz, die Konferenz der drei Mächte stehe vor einer großen Aufgabe. Es gebe viele Wege der Annäherung. Alle seien nützlich, vielleicht auch alle Notwendigkeit. Alle müßten jedoch der Festi­gung des europäischen Friedens dienen.

Oie Spannung in Frankreich.

Angriffe der Rechten gegen den Innenminister.

Paris, 21.Juli. (DNB.) Eine Rede, die Innen­minister Salenaro am Sonntag gehalten hat, beschäftigt die Oeffentlichkeit. Nach dem Bericht des rechtsgerichtetenI o u r" hatte der Minister in einer sozialistischen Versammlung erklärt, er warne diejenigen, die durch irgendwelche Manöver die Regierung zu stürzen drohten.

Wenn tatsächlich die Regierung stürzt, würde die Aussprache auf der Straße weitergehen. Die Straße würde sich erheben und mit ihr tausende Arbeiter, um die Regierung zu ver­teidigen.

Das Innenministerium erklärt dazu, daß die Berichte über die Rede z. T. u n v o l l st ä n d i g, z. T. falsch seien. Der Innenminister selbst stellte am Montagabend Pressevertretern gegenüber fest, daß er sich in seiner Rede darauf beschränkt habe, auszuführen, unter den gegenwärtigen Umständen könne ein Sturz der Volksfrontregierung Straßen- unruhen nach sich ziehen.

In der Kammer ist von der Rechten in dieser Angelegenheit eine Anfrage eingebracht worden, wie es möglich sei, daß ein für die öffent­liche Ordnung verantwortlicher Minister selbst den Bürgerkrieg ankündigen könne.

Soldatenlieder /'

Paris, 21. Juli. (DNB.) DerMatin" berichtet aus Nancy, daß sich auf dem dortigen Hauptbahn­hof bei der Durchfahrt französischer Reser- v ist en geradezu skandalöse Vorgänge ereignet hät­ten. Kaum sei der Pariser Zug mit den Reservisten in die Halle eingelaufen, als sich die Soldaten, die auf dem Wege zu den Truppenübungsplätzen im Osten waren, an die Fenster begeben hätten, um die Internationale und andere revolutio­näre Lieder zu singen. Reisende und besonders Frauen, die sich in dem gleichen Zuge befanden, seien von den Soldaten in der unerhörtesten Weise b e - schimpft worden. Der Militärposten des Bahn­hofs und der Unteroffizier vom Dienst seien eben­falls geschmäht worden.

Landarbeiterstreik in Nordfrankreich.

P a r i s, 21. Juli. (DNB.) Aus zwei französischen Landstädten werden Landarbeiterstreiks ge­meldet. In der Gegend von Amiens sind in etwa 20 Gemeinden Streiks ausgebrochen, jedoch ist kein Gutshof von den Streikenden besetzt worden. Streik­posten bewachen allerdings den Zugang zu den Höfen, aber die Gendarmerie überwacht diese Streik­posten ihrerseits und hat bereits einaegriffen, um eine Beeinträchtigung der Arbeitsfreiheit zu ver­hindern. Mehrere Bauern haben unmißverständlich wissen lassen, daß sie sich energisch einer Besetzung ihrer Höfe durch Streikende widersetzen würden. Die

Landarbeiter einiger großer Gutshöfe von drei Ge­meinden in der Gegend von Provence sind eben­falls in den Ausstand getreten, obwohl gerade am Vortage bei Lohnoerhandlungen eine ihren Bezirk betreffende Einigung erzielt worden war. Die strei­kenden Landarbeiter haben sich bereit erklärt, das Vieh zu versorgen.

6000 Arbeiter der peugeot-Werke im Streik.

Paris, 21. Juli. (DNB.) 6000 Arbeiter der Peugeot-Werke in Valentigny und Beaulieu sind am Dienstag in den Streik getreten.

Steigende Steuereinnahmen des Reiches.

Die Folge der anhaltenden Wirtschafts­belebung.

Berlin, 21. Juli. (DNB.) Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben betrugen nach Mitteilung des Reichsfinanzministe­riums (alle Ziffern in Millionen Mark) im Mo­nat Juni 1936 insgesamt 999,5 gegen 764,7 im gleichen Monat des Vorjahres, und zwar erbrach­ten Besitz- und Verkehrssteuern 749,7 (536,2), Zölle und Verbrauchssteuern 249,8 (228,5). Für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni beträgt im laufenden Jahr das Gesamtaufkommen 2 527,9 (2113,0), und zwar Besitz- und Verkehrssteuern 1693,1 (1343,7), Zölle und Verbrauchssteuern 834,8 (769,3).

Das Mehraufkommen im Berichtsmonat Juni 1936 gegenüber Juni 1935 beträgt also ins­gesamt 234,8, und zwar an Besitz- und Derkehrs- steuern 213,5 und an Zöllen und Verbrauchssteuern 21,3; für das Vierteljahr stellt sich das Mehrauf­kommen auf 414,9, und zwar an Besitz- und 23er» kehrssteuern auf 349,4 und an Zöllen und Ver­brauchssteuern auf 65,5. Bei dem Mehr an Besitz» und Verkehrssteuern ist zu berücksichtigen, daß im ersten Viertel des Rechnungsjahres 1936 14 Millio­nen Mark Körperschaftssteuer der öffentlichen 23er» sorgungsbetriebe, von denen im gleichen Zeitraum des Rechnungsjahres 1935 an Körperschaftssteuer erst 0,6 Millionen Mark eingezahlt wurden, auf­gekommen sind, so daß das Mehr sich um (14 mi­nus 0,6) 13,4 Millionen Mark vermindert. Das wirkliche Mehraufkommen im ersten Viertel des Rechnungsjahres 1936 gegenüber dem gleichen Zeit­raum des Vorjahres beträgt somit (414,9 minus 113,4) = 401,5.