hätte vor einem Jahr schon in ein Bad gehen sollen, meinte einer der Aktionäre. Aber er war nicht dazu zu bewegen gewesen. Und nichts ist barem schuld, als das verfluchte Geld. Er konnte nicht genug davon zusammenraffen! — Nun hat er's! — Jetzt hörte das Zusammenscharren von selber auf.
„Schrecklich", sagte Terry und strich dem Toten über die wächsernen Hände, die über die Knie herabhingen. „Wer wird es seiner Frau und seinen Söhnen mitteilen?"
„Ich", erklärte sich Dr. Singer bereit, „falls nicht ein anderer der Herren?"
„Nein, bitte Sie, Doktor!"
Jeder war froh, daß ihm diese traurige Mission erspart blieb.
So nahm Dr. Singer neben dem Toten im Fond Platz. Ein knappes Nicken — dann rollte der Wagen langsam dem Inneren der Stadt zu.
*
„Wolfgang, gib Gas!" mahnte Hylmar Amselmann den Bruder, der am Lenkrad saß und den Kilometerzähler zwischen 60 und 70 pendeln ließ. „Soll ich dich ablösen? Innsbruck ist ein bißchen viel gewesen."
„Es geht noch", sagte Wolfgang. jn Murnau kannst du dich dann ans Rad setzen."
Die Brüder sahen sich so zum Verwechseln ähnlich, daß es einem Fremden schwer fiel, sie auseinanderzuhalten. Dasselbe seidig glänzende dunkelbraune Haar, glatt zurückgestrichen und von einer kleinen Baskenmütze kaum verdeckt. Denselben weichgeschwungenen Mund, dieselben großen rehbraunen Augen.
Nach hundert Meter stoppte der Wagen. „Was ist?" fragte Hylmar. „Mensch, warum sagst du nichts, wenn du dich schlecht fühlst?" —„Hast du ihn nicht gesehen?"--
„Wen?" fragte der Jüngere erschrocken.
„Vater--"
„Na, hör einmal!" kam es ärgerlich. „Wo sollte denn Vater auf einmal hergeschneit kommen?"
„Er saß da vorne an der Wegkreuzung."
„Wolfi!--Wolfi!" Hylmar rüttelte den Bruder
an den Schultern. „Sach doch, du! Sag doch! Vater?--"
(Fortsetzung folgt!)
9.Upor(
hatte
Schwab
Pesch
Fortuna:
Die deutsche Marathon-Mei st er schäft wurde am Sonntag bei Gluthitze in Berlin durchgeführt. Ueberraschungssieger wurde der Breslauer Franz Barsicke in 2:51:0,2 vor dem Deutschame- rikaner Paul de Bruyn (2:52:57,7) und dem Berliner B r ä s i ck e (2:55:39,5). Den Mannschaftswett- bewerb gewann der Berliner Sportklub vor Polizei und Bewag. Im 50-Kilometer-Gehen siegte der Berliner Bleiweiß in 4:48:57 vor Prohn- Dresden und Dill- Berlin.
„Rundum Berlin", das traditionelle Stra- ;en-Radrennen, wurde am Sonntag zum 33. Male ausgetragen. Im Rennen der deutschen National-
(Einen Europarekord über 4 mal 200 Meter Kraul stellten bei der ersten Freiwasserprüfung der deutschen Schwimmer in Hannover Nüske, Gaucke, Heidel und Plath mit 9:23,5 Minuten auf.
Mannschaft über 100 Kilometer siegte Ruhland- Kleinauheim in 2:31:19 vor Schneider- Berlin und Schultze- Chemnitz. Das über 203 Kilometer führende Rennen der Gruppe B gewann Adam- Berlin.
50 000 Zuschauer erlebten am Sonntag im Berliner Poststadion bei drückender Hitze einen Endkampf um die Deutsche Fußball-Meisterschaft, der an Härte und Dramatik so leicht nicht übertroffen werden kann. Der 1. FC. Nürnberg und Fortuna Düsseldorf gaben das Letzte her, um sich den Titel zu holen. Der Glücklichere war schließlich der 1. FC. Nürnberg, der 15 Sekunden vor Schluß der Verlängerung durch Gußner den 2:1-Sieg errang und damit zum sechsten Male Deutscher Fußballmeister wurde. Bei der Pause stand der Kampf 1:1, nach Schluß der regulären Spielzeit ebenfalls 1:1. Die ersten 15 Minuten der Verlängerung verliefen wieder torlos, dann kam nach fast 120 Minuten Spielzeit der Siegestreffer für den 1. FC. Nürnberg.
Oie Mannschaften.
Der Berliner Schiedsrichter Alfred B i r l e m, der wenige Minuten vor 16 Uhr den Platz betrat, wurde stürmisch begrüßt. Kurz zuvor war Fortuna Düsseldorf erschienen, lebhaft von den Zuschauern empfangen. Dann folgte die Mannschaft des 1. FC. Nürnberg und hier schien der Jubel kein Ende zu nehmen.'Beide Mannschaften nahmen in der Mitte des Feldes Aufstellung, verfolgt von Photographen und Filmoperateuren. Pesch und Schmitt losten die Seiten aus, Schmitt gewann die Wahl. Dann be-
1.IL Nürnberg Deutscher Wbail-Mister.
Kortuna-OüffeldorfvorS0000Zuschauernmitr:4nachVer1ängerung geschlagen
gann der große Kampf.
In den Aufstellungen der Mannschaften sich nichts geändert. Es spielten also:
1. FC. Nürnberg: Köhl Billmann Muntert Uebelein Carolin Oehm
Gußner Eiberger Friedel Schmitt
Kobierski Zwolanowski Nachtigall Wigold Albrecht Czaika Bender Mehl Bornefeld Janes
erhofften. Immerhin war bei einer Bruttoeinnahme von 547 531 Dollar noch ein Reingewinn von 464 945 Dollar zu verzeichnen. Davon erhielten die beiden Hauptpersonen 250 000 Dollar zu gleichen Teilen, so daß auf Schmeling 125 000 Dollar entfielen. Die Steuerbehörden beschlagnahmten von Schmelings Börse sofort 40 000 Dollar als Steuern für dieses Jahr und weiter 4566 Dollar, die Schmeling angeblich noch aus den Jahren 1929 und 1930 schuldete.
Kurze Gportnotizen.
Deutschlands Wasserballer gewannen in Hannover den neunten Länderkampf gegen Holland mit 5:1 (1:0). Schneider-Duisburg war dreimal, Schulze-Maadeburg zweimal erfolgreich. Das Ehrentor der Holländer fiel nach der Pause beim Stande von 2:0.
TleueWanderpreise für dasFeldbergfest
Reichsbundgauführer, SA.-Gruppenführer Beckerle, der an der Spitze des für die Durchführung des Mannschafts-Wehrkampfes eingesetzten Wettkampfstabes steht, hat für den Gesamtsieger dieses Kampfes einen Wanderpreis zur Verfügung gestellt, wäh- rend der Feldberg-Festausschuß für die beste Mannschaft im Staffellauf einen Wanderpreis gestiftet hat.
Abschlußfeier der Reiterstudenten.
Bedingt durch den Semesterschluß mußte einer der nebeneinander herlaufenden Lehrgänge im Reiten, wie sie im Umversitätsinstitut bei Reitlehrer S ch ö m b s jetzt in verstärktem Maße im Gange sind, abgeschlossen werden. Die Abschlußprüfung nahmen der über Oberhessen hinaus bekannte Förderer des Reitsportes und jetzige Major (E) Freiherr Roeder von Diersburg und der Standartenführer der Reiter-SA. 147, Rittmeister a. D. Leip old, Gießen, in Anwesenheit von Univ.- Professor Dr. K üst ab. Das Ergebnis wurde m einer Abschlußfeier im „Frankfurter Hof" durch Freiherrn Roeder von Diersburg bekanntgegeben, wobei er die Einzelleistungen kritisierte und aus seiner reichen Erfahrung den jungen Reitern praktische Anregungen gab.
Peter Schorn, vom Gießener Stadttheater, der älteste der Anwärter, erhielt für eine gute Durchschnittsleistung eine besondere Anerkenmung. Insgesamt wurde den Beteiligten für ihre Muhen und ihren Eifer eine gute Gesamtnote ausgestellt. Der Major gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß das Interesse an dem schönen Reitsport so erfreulich im Wachsen begriffen ist und dankte ganz besonders dem erfahrenen Kavalleristen und Um« versrtäts-Reitlehrer Ludwig S ch ö m b s für die ernste erfolgreiche Tätigkeit im Dienste des Reitsportes. Freiherr von Diersburg appellierte an den Mut und Kampfgeist der Jugend und stellte vor Augen, wie man durch diesen edelsten Sport kor-
Ein glücklicher Sieg.
Die Nürnberger holten sich mit Glück ihre sechste deutsche Meisterschaft. Das muß unbedingt betont werden, denn Fortuna Düsseldorf war fast während des ganzen Kampfes ein gleichwertiger, wenn nicht gar überlegener Gegner. Die große Hitze, der lockere und schlechte Boden hatten zur Folge, daß die Nürnberger schon nach 50 Minuten so ziemlich mit ihren Kräften am Ende waren. In der ersten Halbzeit begeisterten sie die Zuschauer mit ihrem zweckmäßigen und technisch schönen Kombinationsspiel, nach dem Wechsel mußten sie aber die Führung des Kampfes ganz an die Düsseldorfer abgeben. Auch in der Verlängerung gab es für den Club nichts anderes, als auf Halten zu spielen. Wenn Fortuna nicht soviel Pech gehabt hätte, oder die Stürmer einigermaßen schußsicher gewesen wären, dann hätte die Meisterschaft schon zum Schluß der regulären Spielzeit für die Düsseldorfer entschieden sein können. So aber verpaßten die Fortuna-Stürmer auch die besten Chancen, fanden allerdings in Köhl auch einen Torwart vor, der die unmöglichsten Sachen hielt.
Köhl war der beste Mann der Nürnberger. Aus der Reihe der übrigen ragten noch Uebelein, Schmitt, Eiberger und Gußner hervor. Es gab
perliche Gewandcheit aber auch vornehme Gesinnung und Ritterlichkeit erringen kann. Hierauf wurden 10 Anwärtern die Urkunde für das Reiterabzeichen 3. Klasse in Bronze und einer Reiterin das Jugendabzeichen übergeben.
Handball im Sporttreis Gießen.
Mtv. Jugend — Spvgg. 1900 Jugend 13:8 (8:5).
Einer Emladuna der Spvgg. 1900 folgend, traten beide obige Mannschaften am vergangenen Samstag auf dem Sportplätze am Trieb zum Freundschaftsspiel an. Wenn diesem Spiel der Jugendvertretungen beider Vereine auch nicht die Bedeutung zukam wie der Begegnung zwischen den ersten Mannschaften, so war man auf den Ausgang dieses Treffens nicht minder gespannt. Das Ergebnis überrascht insofern, als die Spielvereinigungsleute eine eindeutige Niederlage einstecken mußten. Lediglich durch unüberlegtes Spiel der Mtv.-Hintermannschaft kam 1900 besonders in der ersten Halbzeit zu verschiedenen Strafwürfen, die dann auch prompt verwandelt wurden.
Schon kurz nach Anpfiff fiel das erste Tor für die Gäste, dem sich in regelmäßigen Abständen bis zur Pause noch 7 weitere anreihten. Auch in der zweiten Spielhälfte blieben die Mtv.er stets leicht überlegen, wenn auch die Ausbeute an Erfolgen nicht mehr so groß war. Dagegen kamen auf der anderen Seite die Platzbesitzer, wenn auch etwas spät, nun ebenfalls zu Wort. Es gelang ihnen, das Ergebnis zusehends zu verbessern, doch verzettelte sich der Sturm zu sehr in Einzelaktionen. Einen Hauptanteil an dem Erfolg der Männerturner darf der Sturm für sich in Anspruch nehmen, der ein flüssiges, vorbildliches Zusammenspiel pflegte.
Deutscher Frauen-Staffelweltrekord.
Zweimal Weltrekord lief bei den Olympiaprüsun- gen in Köln die deutsche Frauen-Viererstaffel in der Besetzung Albus-Krauß-Dollinger-Winkels über 4 mal 100 Meter. Mit 46,7 wurde der in amerikanischem Besitz befindliche Weltrekord von 46,9 um zwei Zehntelsekunden unterboten. Damit gaben sich die deutschen Mädels aber nicht aeschlagen. Sie unternahmen einen zweiten Versuch, bei dem sie dann den Rekord sogar auf 46,5 Sekunden drückten.
Rosemeyer Zweiter im ungarischen Grand Prix.
Tazio Nuoolari, der beim Großen Preis von Barcelona den ersten Platz belegt hatte und am letzten Sonntag beim Eifelrennen von Rofern e y e r geschlagen wurde, setzte sich am Sonntag beim Großen Autopreis von Ungarn in Budapest wieder erfolgreich durch. Er gewann das über 50 Runden (250 Kilometer) führende Rennen auf Alfa- Romeo in 2:14,03 Stunden (111,88 Stdkm.) vor Bernd Rosemeyer auf Auto-Union (2:14,17). Varzi kam auf Auto-Union mit zwei Runden Rückstand an dritter Stelle ein vor Tadini auf Alia-Romeo (drei Runden zurück), von Delius auf Auto-Union (vier Runden zurück) und Hart- mann auf Maserati (fünf Runden zurück). Die drei deutschen Mercedes-Wagen mit Caracciola, von Brauchitsch und Chiron am Steuer schieden vorzeitig aus.
Saalsporlmeisterschasten derRadfahrer
Die Saalsport-Meisterschaften der Radfahrer wurden in Bonn im Rahmen eines „Reichstreffens der deutschen Radfahrer" entschieden. Im Radball, wo der Weltmeister Wanderlust Frankfurt in beiden Spielarten ausgeschaltet wurde, holten sich Falke Stellingen die Zweier- und Post Hamburg die Sechser-Meisterschaft. Die übrigen Meister sind: Compes, München-Gladbach (Einer-Kunstfahren), Gebr. Beschooten, Schieferdach (Zweier-Kunstfah- ren), Flottweg-Kassel (Sechser-Kunstreigen), Vorwärts Ansbach (Sechser-Schulreigen), RV. 97 Mainz-Bischofsheim (Achter-Kunstreigen).
450000 Dollar brachte der Schmeling-Kampf ein.
Neuyork, 20. Juni. (DNB.) Da die Besucherzahl des Schmeling-Kampfes etwas unter den Erwartungen blieb, erreichten auch die Einnahmen nicht die hohe Summe, die sich die Veranstalter
Gießener Segelflieger im Wettbewerb
In der kommenden Woche veranstaltet der Deutsche Luftsport-Derband einen Ausscheidungs-Segel- slug-Wettkampf in Hirzenhain für den diesjährigen Rhön-Wettbewerb. An dieser Leistungsvrü- sunq werden sich 3 0 O r t s g r u p p en d e s D. L. V. mit ihren besten Piloten beteiligen. Auch die Gießener Ortsgruppe wird mit ihrem neuesten Hochleistungssegelflugzeug „I. B. H ä u s e r" mit einer Auswahlmannschaft daran teilnehmen. Es ist dies ein Flugzeug neuester Konstruktion vom Typ R h ö n a d l e r, das von der Firma I. B. H ä u s e r mit hochwertigem Navigationsgerät ausgerüstet wurde. Der Wettkampf besteht in Dauer- und Höhenflügen sowie Strecken-Ziel-Flügen mit und ohne Rückkehr zur Startstelle. Besonderer Wert wird wie bei allen Wettbewerben auf Geschwaderstreckenflüge gelegt werden.
Das 3. Kreisturnfest
vom 4. bis 6. Juli in Wieseck.
Der Turnverein Wieseck hatte am Samstagabend seine Mitglieder zusammengerufen, um über den Stand der Vorarbeiten zum Fest zu berichten und die letzten Beschlüsse für die Durchführung der Veranstaltung zu fassen. Vereinsführer D a u p e r t gab einen ausführlichen Bericht über den Stand der Arbeiten, die bisher geleistet wurden. Die Meldungen an aktiven Teilnehmern (es haben 80 Vereine bereits gemeldet) übertreffen alle Erwartungen, aber um so vieles mehr müssen Quartiere aeschasfen werden, was jedoch bei der in Wieseck seit jeher bekannten Gastfreundschaft gelingen wird. Turnbruder Reuter (Gießen) berichtete über die turntechnischen Vorarbeiten, die geleistet werden mußten, und gab noch Anweisungen über die technische Abwicklung des Festes bekannt. Nachdem noch einige Ausschußobleute über ihre Arbeiten berichtet hatten und weitere Mitarbeiter bestimmt waren, konnte Dereinssührer Daupert die Versammlung schließen.
Er gedachte zunächst noch eines in der letzten Woche verstorbenen langjährigen treuen Anhängers der Turnsache, Emil Ihm, den die Versammlung in üblicher Weise ehrte. Mit einem „Gut Heil!' auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen.
keinen schwachen Punkt in der Elf, lediglich Schwab fiel etwas ab. Ihm fehlte die Erfahrung. Bei den Düsseldorfern erwies sich Paul Janes, der linke Verteidiger, als der erfolgreichste Spieler, Mehl, Wigold, Bender und Zwolanowski standen ihm jedoch nicht viel nach. Im Sturm spielte Kobierski zeitweise zu lustlos.
Der Schiedsrichter Alfred B i r l e m - Berlin hatte große Mühe, den Kampf zu einem guten Ende zu bringen. Härte und Schnelligkeit waren Trumpf und hier versagte Birlem, da er gegen Grobheiten nicht energisch genug einschritt oder sich bei irgendwelchen Spielhandlungen nicht auf Ballhöhe befand.
Aus dem Spielverlauf.
Es waren noch keine drei Minuten veraangen, da hieß es schon 1:0 für Fortuna Düsseldorf. Kobierski flankte zu Nachtigall und der köpfte den Ball für Köhl unhaltbar ins Tor. Nürnberg drängte nun auf den Ausgleich, der aber erst eine halbe Stunde später durch Eiberger, der drei Leute umspielte und an Pesch vorbei einschoß, gelang. Bis zur Pause beherrschte Nürnberg leicht das Spielfeld. Nach dem Wechsel dreht Fortuna auf. Der „Club" kam aus seiner Hälfte nur mehr selten heraus, aber es gab kein Tor für Fortuna. In den ersten 15 Minuten der Verlängerung gab es nur mehr wenig Kampf, da die Spieler er» müdet und teilweise auch verletzt waren. 15 Sekunden vor Schluß des ganzen Kampfes spielte sich Gußner frei und ließ eine 30-Meter-Bombe los, die den Weg ins Fortuna-Tor fand. 2:1 für Nürnberg.
Große Begeisterung.
Die plötzliche Entscheidung in den letzten Sekunden des Spieles rief einen wahren Beifallssturm und ungeheure Begeisterung hervor. Minutenlang jubelten die Zuschauer den Siegern und der tapferen unterlegenen Mannschaft zu. Sie stürmten fast den Platz, und die Spieler der siegreichen Els konnten sich vor den Begeisterten kaum mehr retten. In der allgemeinen Begeisterung beglückwünschte auch der Nürnberger Oberbürgermeister Liebel feine Mannschaft.
Die Meisterelf erhielt als Gesamtauszeichnung den großen Goldenen Meisterfchafts- kranz, während außerdem noch jeder einzelne eine Auszeichnung bekam. Die Mannschaft der Fortuna ertrug die Niederlage, die nach einem zu 70 Prozent zu ihren Gunsten geführten Spielverlauf um so tragischer wirken mußte, mannhaft und heroisch. Die geplante feierliche Siegerehrung ging völlig in dem allgemeinen Jubel unter. Bundes- sichrer Linnemann konnte lediglich jeden einzelnen Spieler der siegreichen Mannschaft beglückwünschen.
Schalke — Gleiwlh 8:1.
Schalke ist Dritter im Kampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Die ,Knappen" siegten in dem erstmals durchgeführten Kampf um den dritten Platz in Berlin vor 12 000 Zuschauern überlegen mit 8:1 (3:0) über den Schlesienmeister Vorwärts- Rasensport Gleiwitz. In die acht Treffer teilten sich , Kuzorra (3), Szepan (2), Urban (2) und Pörtgen. Das Ehrentor der Schlesier schoß Cyrannek.
Verfluchtes Gold!
JRomon von I. SchneiderFoerstl.
Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Nachdruck verboten!
5. Fortsetzung.
„Es ist ja auch vielen so gegangen und es waren noch tausend andere zu Fall gekommen, wenn der Umschwung nicht eingetreten wäre. Für uns ist er eben unglückseligerweise ein paar Monate zu spat gekommen", sagte Singer ruhig. „Wenn Sie sich nicht mäßigen", flüsterte er, nur für Amselmann verständlich, „wird Sie bestimmt der Schlag treffen.
Das wirkte.
Amselmanns Hände gestikulierten nicht mehr soviel, zumal nicht mehr mit solcher Wildheit. Auch seine Stimme klang gemäßigter. Sie reichte aber immerhin noch aus, um alles auf ihn horchen zu la en. Ein ganzes Register von Sünden war es, das er dem Generaldirektor herunterlas: die Glashütten von Bernau und Kalksöd. — Die Steinbrüche von Gummelsbach und Hinterschlag. Die beiden alten Rentenhäuser an der Siemens- und BobmannsftraBe. - Blödsinn. Alles Blödsinn. W-c tau t heute noch solch teures Glas? Und Bernau und Kalksöd sind rein auf schwersten Schliff -mge- stellt Und wer baut heute noch solche vorsintflutliche Riesenkasten, wie die alten Rentenhauser. Wer bringt aus solchen Mietskasernen noch etoas heraus? Wo doch der einzige Schrei billige Wohnungen und Einfamilienhäuser sind.
„Wir haben auch Grundstücke gekauft", warf Te«y ein. ... .
„Grundstücke! Aber welche! Lauter Gelände wo sich keiner hinoerirrt. Warum hab^i mir mcht an der Peripherie Land erworben? Schauen Sie bloß selber, was sich da draußen alles regt! Siedlung an Siedlung! Wie Fliegenpilze Meßen sie in- tm Höhe. Da wäre was zu machen gewesen Da hatte man einen Schnitt tun können, der unsere ganze Bilanz wieder auf gleich gebracht hatte.
„Na", meinte Dr. Singer gelassen. ,,So rosig wäre es auf keinen Fall geworden. Das. Ge^e an der Peripherie hätte man aucy entsprechend
teurer erwerben müssen. Das hat schon immer seinen Preis gehabt. Ganz abgesehen davon, daß es von wenig Gemeinnutz und sozialem Sinn zeugt, den mittleren und unteren Ständen, und um solche handelt es sich bei diesen Siedlern meist, Häuser aufzuhalsen, deren Hypotheken sie erdrücken. Man muß doch die anderen auch noch leben lassen.
„Jawohl! Sollen sie ruhig!" schrie Amselmann. „Meinetwegen wie der Hergott in Frankreich!
„Mit hundert oder hundertsünfzig Mark im Monat oder noch weniger, lieber Kommerzienrat! lachte ihn einer der Aktionäre aus.
Die 150 Mark wirkten beruhigend. Man sprach wieder gemäßigter. Auch mußte Amselmann ferne Stirn trocken tupfen und ein Pulver nehmen. „Nächstes Jahre geht ich nach Pystian: , sagte er das bittere Zeug hinunterschluckend. „Pystian soll sehr gut sein."
Sehr", spottete Singer. „Es fragt sich nur, ob Ihnen Pystian nächstes Jahr noch etwas helfen m meinen —" Amselmanns Lunge keuchte schon wieder.
„Daß es bann zu spät ist!" ergänzte Singer. „Das mutz Ihnen Ihr Hausarzt doch auch vor Augen führen."
Tut er! — Jawohl, tut er zur rechten Zeit! Beinahe jeden Tag liegt er mir damit m den Ohren Ihr Aerzte seid eben alle Unten und begreift nicht, daß man nicht immer kann, rote man will." , , _ , .,
„Seien Sie kein Narr", sprach Smger leise „Wenn Sie heute emer anpackt und Iaht Sie wählen: Geld oder Leben? Sie geben ihm sicher das Geld!"
„Fragt sich", kicherte Amselmann, jedenfalls wehre ich mich soviel es geht.
Was gegen den Tod wenig Zweck haben dürfte." Mit diesen Worten dreht lhm Dr^ Srnger den Rücken und wandte sich feinem Nachbar zur Rechten zu. „
ülmfelmann brummte etwas wie „Grobian aber er war doch nachdenklich geworden — sterben? — Pfui Teufel N-inI Justament nicht! Er hatte noch fo mächtig viel zu tun und zu erledigen! - Fort von seinen Jungens? 3 bewahre! Seme beiden
Sonny Boys sollten es noch eine Weile schön haben. Eine nette Weile. Jawohl! — — „Hören Sie, Doktor", er zupfte Singer ungeduldig am Arm, als dieser nicht gleich reagierte. Als er sich ihm endlich zuwandte, fragte er: „Glauben Sie, daß Ma- rienbad besser ist als Pystian? Oder Karlsbad? Gastein soll auch nicht übel sein!"
„Warum gehen Sie nicht nach Reichenhall?" lachte Singer boshaft. „Reichenhall ist der gegebene Boden für Asthmatiker."
„Seien Sie doch nicht so garstig, Doktor — also Reichenhall!"
„Ich bin nicht Ihr Hausarzt", erklärte Singer. Amselmann wurde puterrot" „Sie meinen wohl, ich will mich um die Konsultationskosten drücken!"
„Gar nichts meine ich", entgegnete der Arzt schroff, wurde plötzlich ernst und ließ den Blick prüfend auf Amselmann ruhen. „Sie gehen jetzt sofort nach Hause! — Hören Sie? — Haben Ste Ihren Wagen unten? Ja? Dann kommen Sie! Ich bringe Sie hinunter!"
Alles sah Amselmann nach, wie er an der Seite Dr. Singers aus dem Saale ging: langsam, Schritt für Schritt.
Kein Wunder, daß es ihn wieder einmal gepackt hatte. Er übernahm sich immer. Hernach mußte er es büßen. Der Diener brachte Mantel und Hut, ging hinter den beiden Herren die Treppe hinunter und rief nach dem Wagen.
Eine große Limousine fuhr vor.
„Danke", sagte Amselmann, als Singer ihm eigenhändig in den Fond half.
„Soll ich mitkommen?"
„Es wäre sehr liebenswürdig, Doktor — — Meine--" Mit einem „Verflucht!" sackt er zu-
^Ämselmann!" rief Singer. „Hören Sie, Amselmann!" _
„Meine Jungens, Doktor — meine — Sonny..
Es gab eine ungeheure Aufregung, als der Diener in den Saal trat und meldete, daß Kommerzienrat Amselmann soeben einem Lungenschlag er- IcQcn fei.
„Nicht möglich!" rief Ansolt. „Gerechter Gott, das kann doch nicht möglich (ein!"
Doch es war so.
Ein Dutzend Herren umstanden die blaue Limousine, in deren rechter Ecke ein Toter ruhte. Er


