Ausgabe 
22.5.1936
 
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.M.118 Drittes Blatt

A^s Der Provinzialhauptstadt.

t Schmückt Balkone und Fenster mit Blumen!

Jedes -aus, das Blumen an den Fenstern hat, wirkt wohnlich und anheimelnd. Geschmückte Bal­lone und Blumenfenster beleben das Straßenbild und geben der Stadt oder dem Dorf ein freund­liches Aussehen. Für viele Stadtbewohner ist der Balkon, oft auch nur das Fenster, der einzige Platz, der ihnen den Garten ersetzen muß.

Nun ist es Zeit, mit der Ausschmückung der Balkone und Fenster zu beginnen. Die Blumen­kasten sind nachzusehen, die Abzugslöcher werden mit kleinen Steinchen gesichert. Darauf kommt eine Schicht Torfmull. Dann kann die frische Blumen­erde eingefüllt werden. Der Torfmull saugt das überflüssige Gießwasser auf und gibt es nach und nach wieder an die Erde ab. Wer keinen Garten hat, läßt sich die Blumenkasten am besten beim Gärtner mit guter Komposterde füllen, denn die Blumen stehen auf einem sehr kleinen Raum und bedürfen guter Erde.

Wenn man keine Kasten hat, muß man versuchen, die Blumentöpfe gegen die sengenden Sonnenstrah­len und den ausdörrenden Wind zu schützen. Die Bretter, die man vor die Töpfe stellt, genügen nicht. Man stopft deshalb zwischen die einzelnen Töpfe Moos oder Torfmull und halte diese Schicht immer feucht.

Für das Gedeihen der Pflanzen ist die Lage des Fensters oder des Balkons von größter Wichtigkeit. Aber auch der nach Norden gelegene Balkon braucht keineswegs ohne Schmuck zu fein. Da gedeihen noch Farnkräuter, Immergrün, Efeu, Tradeskantie, Afpi- distra usw. Man muß diese bescheidenen Pflanzen nur richtig pflegen und düngen. Vor allem muß man ihnen wenn nötig morgens und abends Wasser geben, nicht nur oberflächlich gießen, son­dern durchdringend Wer seine Pflanzen beobachtet, wird bald merken, wieviel Wasser zu geben ist, denn auch ein Uebermaß kann schaden. Vom Juli ab kann man zweimal wöchentlich einen Dungguß geben. Am bequemsten sind hier die bekannten Vlumendünger, die man überall kaufen kann und die in Wasser aufgelöst werden. Niemals gieße man mit kaltem Wasser auf der Leitung, auch nicht in der grellen Mittagssonne.

Für halbschattige Balkone und Fenster eignen sich vorzüglich Fuchsien. Da gibt es alle möglichen Arten, aufrechte und hängende, einfache und gefüllt blühende in allen Farben. Aber auch Knollenbego­nien gedeihen in halbschattiger Lage noch sehr gut. Die besten Erfolge hat man auch mit der Kapu­zinerkresse erzielt. Diese überaus dankbaren Blu­men vertragen die sengende Sonnenhitze nicht gut. Wie oft sieht man das an Fenstern, die nach Süden zu liegen. Man pflanze deshalb die Kapuzinerkresse an Fenster und Balkone, die ein wenig im Schatten liegen. Dann wird man Freude an ihnen haben. Man kann sie nach unten hängend wachsen lassen, aber auch hoch ziehen.

Für die Südwände gibt es sehr viele Blumen­sorten. Da sind die Geranien, Petunien, Nelken, Lobelien usw. Die besten Massenblüher sind immer noch die Geranien. Mit ihnen kann man auch die größten Farbenwirkungen erzeugen. Es ist nicht gleichgültig, ob der Hintergrund eine farblose, oder eine grau oder gelb verputzte Wandfläche bildet. Zu einem grauen Mauerwerk werden leuchtende, kräftige Farben besser passen als matte Töne. Man darf hierbei niemals die einzelnen Blumen betrach­ten, sondern muß auch die Fernwirkung berücksich­tigen. Die beste Farbenharmonie erzielt man immer mit leuchtendem Rot und dunklem Grün, mit Gelb und Violett oder mit Blau und Orange. Durch Zusammenstellung mit weißen Blumen werden die anderen Farbtöne verstärkt.

Dor weißen Wandflächen wirken schließlich alle Farbentöne. Eine der dankbarsten Balkonpflanzen ist die Petunie. Man kennt sie in allen möglichen Sorten und Farben, und wenn sie von üppig wach­senden Schlingpflanzen eingerahmt sind, dann wirken solche Fenster oder Balkone wunderschön. Die Ab­wechslung ist die Hauptsache. Man darf nicht nach einem bestimmten Schema pflanzen, oder einfach den Nachbar nachahmen.

Die Bepflanzung und die Pflege der Balkon- und Fensterblumen ist meistens Angelegenheit der Haus­frauen. Aber auch die Kinder können sich hier schon betätigen. Man lasse deshalb auch junge Herzen und Hände mithelfen bei der Arbeit an den Blu­men. Die Kinder sollen die Wunder des sprossenden Lebens mit eigenen Augen sehen und sich daran erfreuen! M.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag.

NSG.Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstr. 26; 20.30 bis 21.30 Uhr (Frauen und Männer) und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. NSLB., Abt.Höhere Schule": 16 Uhr Sitzung der Arbeitsgemeinschaft. Es spricht Prof. Dr. Fischer überDie nordisch-germanische Grundlage der englischen Kultur". (Fachschaft Neuere Sprachen", gleichzeitig für die Deutfch- kundliche Fachschaft und die FachschaftGeschichte"). Stadttheater: 20 bis 22.30 UhrPygmalion". Gloria-Palast, Seltersweg:Der Kurier des Zaren". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Engel mit klei­nen Fehlern".

Stadttheater Gießen.

Heute von 20 bis 22.30 Uhr die Gesellschaftsko­mödiePygmalion" von Bernhard Shaw. Die Spielleitung liegt in den Händen von Wolfgang Kühne. 31. Vorstellung im Freitag-Abonnement.

Förderung des Volksbüchereiwesens.

Die Landesregierung Abteilung II hat fol­gende Verfügung an die Kreis- und Stadtschuläm­ter, die Kreisämter und die Oberbürgermeister von Darmstadt, Offenbach, Mainz, Worms und Gießen gerichtet:

Die in den letzten Wochen im Einvernehmen mit mir durchgeführte Umfrage der Staatlichen Lan­desstelle für das Büchereiwesen in Hessen hat er­geben, daß die Aufwendungn der hessischen Kreise für das Dolksbüchereiwesen ihrer Gemeinden noch sehr unzulänglich sind. In den meisten Fällen wurde Fehlanzeige erstattet oder als einzige Lei­stung ein Zuschuß für die Kreislehrerbücherei, die nicht den öffentlich zugänglichen Volksbüchereien zuzurechnen find, angegeben. Wenn auch bei der angespannten Finanzlage der Kreise eine ausrei­chende Unterstützung des volkstümlichen Bücherei-

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefstn)

greitag, 22. Mai 1956

Amerikanische Austauschstudenten in Gießen.

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Beim Kaffee im Studentenhaus. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Am Mittwochnachmittag trafen die amerikanischen Austauschstudenten zu einem kurzen Besuch in Gießen ein, die die Vereinigung Earl Schurz anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens auf einer Carl-Schurz-Reise" durch alle mitteldeutschen Hoch­schulstädte bis an den Rhein führt, um sie mit Deutschland bekanntzumachen. Don Marburg mit großer Verspätung eintreffend, sanden sie in Gießen nur wenig Zeit zu einer knappen Kaffee­pause. Nachdem sie auf der Durchfahrt einen flüch­tigen Eindruck von der Schönheit unserer Stadt bekommen hatten, wurde ihnen das Beisammensein im Studentenhaus mit den Austauschstudenten der Universität Gießen zu einer hoffentlich bleibenden Erinnerung.

Hauptamtsleiter Knecht begrüßte sie auf ihrer schnellen Rundfahrt in Gießen mit Befriedigung darüber, daß sie die Gießener Universität mit ein­geschlossen haben in den großen Reiseplan.

Der Vorsitzende der Akademischen Austauschstelle der Universität, Prof. Dr. W. Fischer, über­brachte die Grüße des Rektors. Er gab ihnen in launiger Ansprache das neue Schlagwort:Jeder amerikanische Student eine Stunde in Gießen!" mit und machte sie vertraut mit den Wechselbe­ziehungen des Landes Hessen und der Universität Gießen zu Amerika. Er erinnerte die Studenten daran, daß die Hessen wertvolle Kolonisationsarbeit drüben verrichtet haben und daß selbst in Gießen eine Auswanderungsstelle für Amerika bestand. Da­zu kamen die besonderen Beziehungen der Gießener Universität zum Harvard College, an dem Karl Fallen, eine der stärksten Persönlichkeiten unter den Deutschamerikanern neben Carl Schurz, als Lehrer wirkte. Bezeichnend ist, daß die erste angel­sächsische Grammatik in Amerika von einem Klip­stein gedruckt wurde, dessen Name in Gießen und Oberhessen noch heute vorkommt und der den Titel

des Gießener Ehrendoktors führte. Ein Spiel des Zufalls ist es, daß 100 Jahre, nachdem der Gieße­ner Karl Fallen die Universität Harvard verlassen mußte, ein anderer Gießener Professor, der Ordi­narius für deutsche Philologie Dr. Vieta r, als Gastprofessor an das Harvard College berufen wurde. Prof. Dr. Fischer wünschte den Gästen frohe Stunden und viele Eindrücke auf der schnellen Fahrt, damit die Jugend die. Brücke baut zur Jugend und zur Verständigung der Völker unter­einander.

Bürgermeister Dr. Hamm verstand es in humor­voller Weise den Studentinnen und Studenten die guten Beziehungen Gießens zu Amerika verständlich au machen, die durch zahlreiche Besuche immer wie- oer vertieft wurden. Ganz besonders unterhält die Gießener Bürgerschaft zu den Gesangvereinen und den Turnern jenseits des Meeres jahrelange, per­sönliche Verbindungen, die zu erweitern nun auch die Studenten gekommen sind. Er überreichte jedem Gast ein gerahmtes Bild der Universität mit einer Wid­mung, das viel Freude machte.

Gerhard I. Krüger vom Wittenberg College Springfield, der in Göttingen studierte, sprach na­mens der Gäste den Dank für die ferundliche Auf­nahme aus. Was er nicht recht zum Ausdruck bringen konnte, das sagte er nachher in der privaten Unter­haltung, daß seinen Kameradinnen und seinen Ka­meraden das schöne Geschenk des Bürgermeisters am besten von den vielen bisher schon erhaltenen Ge­schenken gefallen hat, weil es eine bleibende Er­innerung ist.

Von dem Kanzler der Universität Professor Dr. Hummel, dem Direktor Dr. Grebe vom Stu­dentenhaus und dem Studentenführer Frank ver­abschiedet, setzten die Gäste ihre Fahrt nach Frank­furt a. M. fort.

** Eine Himmelfahrtsenttäuschuna brachte uns der gestrige Feiertag. Statt des nach dem Verlauf der vorhergehenden Tage allgemein erwarteten schönen Ausflugswetters machten die Eisheiligen verspätet ihren Besuch. Sie brachten eine Temperatur mit sich, die den Aufenthalt in der möglichst noch geheizten Stube angenehmer machte, als den Spaziergang ober sogar das Sitzen im Freien. Wenn trotzdem der Wandererverkehr verhältnismäßig lebhaft war, so mußte das auf die gestrigen Sternwanderungen zurückgeführt wer­den. Jedoch dürften leider die Ausflugs-Gastwirte mancherlei Enttäuschung erfahren haben. Von Un­glücksfällen ernsterer Art bei dem gestrigen Ver­kehr ist bisher nichts bekannt geworden.

** Goldene Hochzeit. Der Oberpostfchaff- ner i. R. Georg Schmalz und Frau Wilhelmine, geb. Lattermann, Bleichstraße 35 wohnhaft, begehen am morgigen Samstag in geistiger und körperlicher Frische das Fest der Goldenen Hochzeit.

** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Mai verstorben: 3. Mai: Wilhelm Nagel, Oberpostsekretär im Ruhestand, 69 Jahre alt, Crednerftraße 1. 4.: Luise Mayer, geborene Majewski, 53 Jahre alt, Liebigstraße 37. 5.: Otto Pickert, Kaufmann, 78 Jahre alt, Frankfurter Straße 27; Marie Sommerkorn, geborene Pfeiffer, 73 Jahre alt, Ederstraße 21; Luise Weber, geborene Waldschmidt, 77 Jahre alt, Welckerstraße 8. 7.: Eduard Silbereifen, Fabrikant, 66 Jahre alt, Alicen- straße 22. 8.: Anton Semmler, Hausbursche, 37 Jähre alt, Gaffkystraße 11; Wilhelm Schöttler, Architekt, 49 Jahre alt, Wilhelmstraße 6. 9.: Irm­gard Wieth, 7 Jahre alt, Kaiserallee 127. 12.: Gustav Schad, Kaufmann, 77 Jahre alt, Ludwig- straße 24. 13.: Martha Wolf, geborene Kauermann, 37 Jahre alt, Anneröder Weg 21. 14.: Heinrich Wilhelm Krieger, Schriftsetzer, 85 Jahre alt, Ebel­straße 20. 15.: Katharine Berg, geborene Hendrich, 58 Jahre alt, Stephanstraße 34.

** Bildnis-Aus st ellung. Unser Mitbürger Louis Frech, den Lesern des Gießener Anzeigers aus manchen heimatgeschichtlichen Beiträgen gut bekannt, ist in Anerkennung der Verdienste, die er sich um die städtische Geschichte erworben hat, im Auftrage der Stadt von dem hiesigen Maler Hans Hagenauer gemalt worden. Das vortreffliche Brustbild ist zur Zeit im Schaufenster der Ferber- schen Universitäts-Buchhandlung, Seltersweg, aus­gestellt und soll später an einer geeigneten Stelle aufgehängt werden

** Eine Polizei-Verordnung über d i e Bekämpfung des Kartoffelkäfers bringt der Oberbürgermeister im Anzeigenteil un­seres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen.

** Die Versteigerung von Nachlässen kündigt das städtische Wohlfahrtsamt im heuttgen Anzeigenteil an. Interessenten mögen die Bekannt­machung beachten.

** Kleine Unglücksfälle. Der 20 Jahre alte Ernst L o e b e r von hier, Brandgasse 7 wohn­haft, wurde mit einem Unterschenkelbruch in die Klinik eingeliefert. Der 32 Jahre alte Ernst Römer aus Wieseck mußte mit einem Unterarm» bruch und Verletzungen am rechten Auge ebenfalls in Klinikbehandlung verbracht werden.

Mrine-SA. wirbt

für das Dankopfer der Nation.

wesens noch nicht erwartet werden kann, so ist es doch wichtig, daß sich die Kreise ihrer Aufgaben beim Auf- und Ausbau des ländlichen Bücherei­wesens bewußt werden und im Rahmen des Mög­lichen nach Kräften mitarbeiten. Diese Forderung entspricht auch den von der Reichsstelle für volks­tümliches Büchereiwesen aufgestellten Grundsätzen: Der Kreis muß viel mehr zur Mitarbeit gebracht werden. Es gehört durchaus zu den kulturellen Auf­gaben der Kreisverwaltungen, daß sie auch geisti­ges Leben in den ihnen unterstellten Gemeinden pflegen. Darum ist die Fürsorge für die Dorfbüche­reien in ganz starkem Maße mit eine Angelegen­heit der Kreise." Ich erwarte, daß die Kreise auch für diese Aufgaben volles Verständnis zeigen. We­gen der Einzelheiten dieser Zusammenarbeit wird in meinem Auftrage der Leiter der Staatlichen Landesstelle für das Büchereiwesen sich mit den Kreisämtern und Kreisschulämtern, soweit noch nicht geschehen, unmittelbar in Verbindung setzen.

Den Kreisen, die bereits Mittel zur Verfügung stellen bzw. dies in Zukunft tun werden, wird es zur Pflicht gemacht, die Mittel da einzusetzen, wo sie am notwendigsten sind, und auf eine Weise, die eine möglichst zweckoolle Anlegung gewährleistet. Um dies zu erreichen, besonders auch um Doppel- und Fehlleistungen von vornherein auszuschalten, ist es unbedingt notwendig, daß die Verwendung^ dieser Mittel durch die Kreisämter und Kreisschul­ämter nur in enger Zusammenarbeit und nur mit Zustimmung der von mir beauftragten Landesstelle, die durch ihre laufenden Erhebungen und unmittel­baren Fühlungnahmen allein einen zuverlässigen Ueberblick über die Lage und die Notwendigkeiten der einzelnen Büchereien eines Kreises haben kann, erfolgt.

Betreuung

der schulentlassenen männlichen Jugend ohne Lehr- und Arbeitsstelle.

Den Kreis- und Stadtschulämtern ist die nach­stehende Verfügung der Landesregierung Ab­teilung II zugegangen:

Die Zahl der Schulentlassenen, die keine Lehr­stelle finden konnten, ist in diesem Lahr verbaltn^- mäßig groß. Um zu verhindern, daß hierdurch und durch die heranstehenden schwachen Jahrgänge in einigen Jahren ein empfindlicher Mangel an ge­lernten Arbeitskräften eintreten kann, wird, dem­nächst durch die Arbeitsämter und die DAF. fol­gende Sondermaßnahme durchgeführt:

Die berufsschulpflichtigen männlichen Jugend­lichen ohne Lehr- und Arbeitsstelle werden in be­sonderen Gemeinschaften zusammengefaßt und zu­nächst ein halbes Jahr beruflich betreut. Drei Tage in der Woche werden sie an Metall, Holz, Leder, Papier usw. handwerklich vorgeschult, einen Tag genügen sie ihrer Berufsschulpflicht und je ein wei­terer Tag ist der körperlichen und weltanschaulichen Schulung gewidmet.

Der Berufsschule fällt hierbei die Aufgabe zu, die durch die Maßnahme erfaßten Schuler m be­sonderen Klassen zusammenzufassen und sie in An­lehnung an entsprechende Lehrpläne der Fachklas­sen zu beschulen. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen,

daß eine direkte Ausrichtung auf einen bestimmten Beruf nicht erfolgen soll.

Ich ersuche Sie, die Durchführung obiger Maß­nahmen zu fördern, zumal der Schule besondere Kosten nicht erwachsen.

Haus- und Gtraßensammlung des Reichslustschutzbundes.

Arn (Samstag, 23. Mai, und Sonntag, 24. Mai, wird zum ersten Male seit seinem Bestehen auch der Reichsluftschutzbund mit Genehmigung des Reichs­ministers des Innern im ganzen Reichsgebiet eine Haus- und Straßensammlung veranstalten. Zur Durchführung seiner bedeutsamen Aufgaben bedarf der Bund der tatkräftigen Unterstützung des ganzen deutschen Volkes. Darum, deutsche Volksgenossen, spendet am 23. und 24. Maik Ihr tut es um der Familie und der Volksgemeinschaft willen!

. -X Die dcutfthe Arbeitsfront n;8.?öemeinf(häftfiraft durch freute"

Heute abend veranstaltet das Gauschulungsamt, Abteilung Volksbildung, um 20.30 Uhr, im großen Saale des Studentenheimes, Gießen, Leihgesterner Weg 16, einen VortragsabendLandschaft und Volk", bei dem Pg. Professor Roedemeyer, Dr. Stander und Architekt Hellwig sprechen werden. Wir laden alle Volksgenossen ein und bitten um zahlreiches Erscheinen.

Volkstanzkreis.

Heute abend ist im Saal im Haus der Arbeit, Schanzenstraße 18, Uebungsabend des Volkstanz­kreises.

Zu Pfingsten mit dem Omnibus nach INittenberg am Main.

Zu Pfingsten fährt ein Omnibus nach Milten­berg am Main. Die Fahrt geht ab am 31. Mai vormittags bis 1. Juni abends. Der Teilnehmer­preis beträgt ab Friedbera 10,20 Mark einschließlich 1 Mittagessen, 1 Abendessen, 1 Uebernachtung mit Frühstück. Anmeldungen müssen bis spätestens Montag abend auf derKdF."-Dienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, ober in Friedberg aufgegeben werden.

Schöffengericht Sieben.

Der mehrfach vorbestrafte 23 Jahre alte H. B. von Berstadt hatte in der Nacht zum 3. und zum 24. Februar einem Juden die Fensterscheiben ein- geschlagen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rafe von vier Monaten und zur Kostentragung. Der Angeklagte ist bereits einmal wegen Vergehens gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung vom 21. März 1935 vor­bestraft. Das Gericht führte in der Urteilsbegrün­dung aus, daß derartige Handlungen keinesfalls dem Wohle des Reiches dienen und nur schädigend gegen Partei und Staat sich auswirken.

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Einzeichnungsstelle bei den Kriegsschiffmodellen.

Die Marinestürme 11/34 und 13/34 Gießen unter­stützten die Werbung für das Dankopfer der Nation durch die Ausstellung zweier Schiffsmodelle gegen­über ihrer Sturmdienststelle (Auerhahn") in der Sonnenstraße.

Die Ausstellung, die während der verkehrsreichen Stunden des Tages gezeigt und mit SA.-Posten be­setzt wurde, erinnerte die Vorübergehenden in sinni­ger Weise an die Wiederherstellung der Wehrfreiheit durch den Führer und hat manchen dadurch veran­laßt, auch sein Scherflein in den Einzeichnungsstellen beizutragen. Die beiden Modelle sind von der Ma­rine-HI. Gießen gebaut und stellen in naturgetreuer Wiedergabe das PanzerschiffAdmiral Scheer" und den KreuzerLeipzig" im Verhältnis 1:100 dar. Das Kreuzermodell ist sogar mit zwei kleinen Elek­tromotoren ausgerüstet und schiffbar. Diese Modelle werden übrigens, wie wir hören, demnächst gemein­sam mit weiteren Arbeiten auf einer Ausstellung der Marine-HI. Gießen gezeigt und oorgeführt werden.

Nationale pflicht!

Mitglied des Reichsluftschuhbundes zu sein ist nationale Pflicht. Mitzuarbeiten ist Sozia­lismus der Tat!