Ausgabe 
21.12.1936
 
Einzelbild herunterladen

Beigeordneter Gubheimer f.

21m destrigen Sonntag ist unerwartet nach schwe- nm Leiden der zweite Beigeordnete unserer Stadt, Adolf S u d h e i m e r, im Alter von 55 Jahren verstorben. Der Entschlafene stellte seine ganze tut­frohe Arbeitskraft nach der Machtübernahme in den Dienst der gemeinnützigen Arbeit für unsere Stadt. Zunächst war er Stellvertreter des Fraktionsführers der NSDAP., Assessor Hahn, nach dessen 93er- setzuna nach auswärts er zu der Führung der na­tionalsozialistischen Fraktion im Stadtrat berufen rombc. Nach der Umwandlung des Stadtrats in die beratende Körperschaft der Ratsherren stand Adolf Sndheimer weiterhin im Vordergründe der Ge­meindearbeit Er wurde dann als kommissarischer Beigeordneter in die Stadtverwaltung berufen und war seit 1. August d. I. als hauptamtlicher Beige­ordneter Mitarbeiter des Oberbürgermeisters. So­wohl in seiner ehrenamtlichen kommunalen Tätig­keit, als auch in seinem hauptamtlichen Wirken als Beigeordneter und als Vertreter der Stadt bei der Bezirkssparkasse Gießen hat er sich stets mit großer Tatkraft und mit vorbildlicher treuer Diensterfüllung feinenAufgaben gewidmet. Er erfreute sich in denKrei- sen der Partei, bei seinen Arbeitskameraden in der Stadt, in den Reihen seines SA.-Sturms und dar­über hinaus in weiten Kreisen der Gießener Be- völkeruna großer Wertschätzung. Das Andenken an den Entschlafenen, dem nur eine verhältnismäßig kurze Zeit des öffentlichen Wirkens beschieden war, wird bei allen, die ihn kennen und schätzen lernen durften, in Ehren fortleben.

NSDAP., Gießen-Nord.

Die Geschäftsräume der Ortsgruppe befinden sich ab Montag, 21. Dezember, in der Marburger Straße 20, Erdgeschoß. Die Dienststunden sind folgende:

1. Ortsgruppenleiter: Montag und Freitag von 20.30 Uhr bis 22 Uhr.

2. Kassenleiter: Montag, Mittwoch und Donners­tag von 20.30 Uhr bis 22 Uhr.

3. Hilfskassenleiter: Montag und Mittwoch von 20.30 bis 22 Uhr.

4. NS.-Beratung: Freitags von 20.30 bis 22 Uhr.

Hitler-Zugend Bann 116 Gießen.

Velr.: Sonnwendfeier.

Der Unterbann I Gießen trit am Montag. 21. De­zember, einschließlich Sondereinheiten um 20 Uhr auf dem Oswaldsgarten an.

Betr.: Weihnachlsfenen.

Die Dienststelle des Bannes, Wartweg 19, ist in der Zeit vom 22. Dezember 1936 bis 4. Januar 1937 wegen Weihnachtsferien geschloffen. An Werk­tagen jedoch ist die Adjutantur von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Vekr.: Organisationsmeldungen.

Sie sind von den Geff. bis zum 24. Dezember an den Bann abzuliefern.

Keine Filmvorstellungen am Heiligen Abend.

DNB. Die Reichsfilmkammer teilt mit: Im Ein­vernehmen mit dem Präsidenten der Reichsfilmkam- mer hat die Fachgruppe Filmtheater angeordnet, daß ebenso wie im Vorjahre sämtliche deut­schen Filmtheater am 24. Dezember, also dem Tag des Heiligen Abends, geschlossen zu halten sind. Durch diese Anordnung soll sowohl dem Film­theaterbesitzer, als auch der Gefolgschaft die Mög­lichkeit geboten werden, den Heiligen Abend im Kreise der Familien zu verbringen. Um Unklar­heiten zu vermeiden, wird besonders darauf hinge­wiesen, daß am Tage des 24. Dezembers keinerlei Filmvorführungen irgendwelcher Art in den Film­theatern stattfinden dürfen.

Entlastungszüge

für den Weihnachtsverkehr.

DNB. Um den stets außerordentlich starken Weih­nachtsreiseverkehr glatt abzuwickeln, hat die Reichs­bahn umfassende Maßnahmen getroffen. Für den großen Durchgangsverkehr werden in diesem Jahre Zum ersten Male besondere, aus l)-Zugwagen und Speisewaben gebildete Entlastungszüge gefahren werden, für die kein O-Zug - Zuschlag erhoben wird. Sie werden nach günstigen Fahrplänen mit wenig Zwischenhalten verkehren. Daneben werden, wie in früheren Jahren, zu den fahrplanmäßig verkehren­den Zügen Vor- und Nachzüge gefahren, deren Zahl gegenüber dem Vorjahre erheblich vermehrt worden ist. Damit die Reisenden sich möglichst gleichmäßig auf die einzelnen Züge verteilen können, wird die Reichsbahn die Fahrpläne aller Sonderzüge rechtzei­tig durch zahlreiche Aushänge bekanntgeben. Dank der sorgfältigen Vorbereitungen kann damit gerech­net werden, daß sich auch bei stärkstem Andrang der Weihnachtsverkehr reibungslos abwickeln wird.

3m Zeichen des Vierjahresplanes.

Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, kn Gemeinschaft mit der Industrie- und Handels­kammer Gießen und Kreishandwerkerschaft Gießen veranstaltete im Hause der Deutschen Arbeitsfront einen Vortragsabend mit Lichtbildern.

Nachdem der Vertreter der Deutschen Arbeits­front die Mitglieder des Textileinzelhandelsverban­des, der Herrenschneider- und Damenschneiderinnen­innung sowie deren Gefolgschaftsmitglieder und andere fachlich interessierte Besucher begrüßt hatte, ergriff der Berufsreferent der KBG. 2, Kamerad Alfred Richter, das Wort zu feinem Vortrage D i e neuen Textilfaserstoffe, ihre Eigenschaften und ihre Herstellung". Der Vortragende behandelte das Thema von der Rohstofffrage aus, die ganz besonders im neuen Vierjahresplan eine der aktuellsten Fragen be­deutet, und gab dann einen Ueberblick über die Entwicklung der Kunstseidenindustrie, nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Er er­läuterte die Herstellung der einzelnen Kunstseiden­arten von ihren Ausgangsprodukten, der Zellulose der Baumwolle und der Zellulose des Holzes aus und ging bann ausführlich auf die Eigenschaften der neuen Textilfasern ein. Ein Appell an alle, insbesondere an den Einzelhandel, an bas Schnei- berhandwerk und an die Hausfrauen beschloß den Vortrag. Anschließend wurden noch einige Licht­bilder gezeigt.

Der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront dankte dem Redner und wies darauf hin, daß dieser lehr­reiche Abend der gemeinsamen Arbeit aller Be­teiligten zu banken sei. Diese Arbeit werde fort­gesetzt. Außerdem werde Anfang des neuen Jahres einTextilwarenkunde - Lehrgang" beginnen, der eine intensive, fachliche Schulung bringe. Ein drei­faches Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler schloß das Gelöbnis der Anwesenden ein, daß jeder zu seinem Teil am Gelingen des zweiten Vl---- jahresplanes beitragen wird.

OerGoldene Sonntag".

Zn überfüllten Straßen.

Hatte schon derSilberne Sonntag" in den Straßen unserer Stadt soviel Verkehr gebracht, wie es in den Tagen vor Weihnachten eben zu sein hat, und wie er in den Tagen vor Weihnachten üblich ist, so herrschte auch am gestrigenGoldenen Sonn­tag" in allen Straßen und Gassen des Stadtzen­trums ein lebhaftes Gedränge. Vor allen Schau­fenstern stauten sich die Kauflustigen, um noch einige Anregungen für den Weihnachtseinkauf zu erhalten; in den Läden hatten Verkäuferinnen und Verkäufer alle Hände voll zu tun und auf den Straßen begegnete man kaum jemand, der nicht ein oder mehrere Päckchen bei sich hatte. Ueberaü war es bas gleiche Bild: Brüder und Schwestern über­prüften ein letztes Mal, wie sie der Mutter Freude machen könnten, Väter und Töchter waren unter­wegs im gleichen Bemühen, hier brachte ein Vater für feinen Sprößling das erste Schaukelpferd und dort verließen die Mütter mit tiefgründigen Pake­ten das Spielzeuggeschäft, um mit den vielen Din­gen den Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu be­reiten. So waren die Stunden des gestrigen oer­kaufsfreien Nachmittags erfüllt von einer geheim­nisvollen Vorfreudigkeit des Schenkens und jeder- mannn, der gestern mit Paketen beloben nach Hause zog, freute sich schon im Stillen auf bie sicherlich begeisterten Augen, die am Heiligen Abend zum Dank für alle die schönen Ueberra- schungen erglänzen werden. Auch die Kinder waren unterwegs, um für Vater und Mutter einzukaufen, wenn sie den Gegenstand des Geschenks nicht selbst aus eigener Kraft an fertigen konnten. Ihnen fiel es besonders schwer zu wählen, denn bei so man­chen der Kleinen mag die Sparbüchse sicherlich nicht allzu viel hergegeben haben. Und wenn dann der große Kauf getan war, dann bedurfte es bei der Heimkehr immer noch aller Geschicklichkeit, die Mut­ter woyl ahnen aber nicht wissen zu lassen, was gekauft worden ist. Und was eine richtige Mutter ist, so hat sie natürlich auch nichts gemerkt ...

Wie wir in unserer Samstag-Ausgabe schon be­richtet haben, verlieh der Oberbürgermeister unserer Stadt Herrn Geheimrat Prof. Dr. Sommer für seine großen Verdienste die Ehre.iplakette der Stadt Gießen. Am Samstag um die Mittagszeit versam­melten sich nun einige Bekannte und alte Freunde von Geheimrat Sommer in seiner Wohnung, um dem alten Herrn zu seinem 72. Geburtstage und zu der Ehrung durch die Stadt ihre Glückwünsche aus­zusprechen. Von der Universität war der Dekan der philosophischen Fakultät, Prof. Glöckner, und von der Studentenschaft der Studentenführer F r a n k, der Leiter der medizinischen Fachschaft und der Kameradschaftshausführer, ferner noch einige Amtsleiter der Studentenschaft erschienen, die alle der Ueberreichunq der Ehrenplakette beiwohnten.

Oberbürgermeister Ritter und Bürgermeister Prof. Dr. Hamm kamen als Vertreter der Stadt und überbrachten die Ehrenplakette mit der Urkunde.

Oberbürgermeister Bitter

wandte sich an Professor Sommer und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Geheimrat Sommer noch in voller Rüstigkeit seinen 72. Geburtstag be­gehen könne. Er habe diesen Tag zum Anlaß ge­nommen, um auch von Seiten der Stadt dem be­kannten Gelehrten für all seine Verdienste eine An­erkennung und Ehrung zuteil werden zu lassen. Die Ehrenplakette der Stadt Gießen werde nur an ganz bedeutende und verdienstvolle Männer verliehen, die Großes für die Stadt geleistet hätten. Geheimrat Sommer habe in den langen Jahren seines Hierseins stets regen Anteil an der Entwicklung der Stadt genommen und oft mit Rat und Tat die öffentlichen Belange unter­stützt. Der Name Geheimrat Sommers sei nicht nur in Gießen und in der engeren Heimat, sondern weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die Stadt Gießen danke ihm und hoffe, daß er noch weiter­hin für die Stadt arbeiten könne. In diesem Sinne übergab der Oberbürgermeister die Ehrenplakette und Die Urkunde.

Die Straßenwärter der Provinz Oberhessen ver­sammelten sich am gestrigen Sonntag im Caf6 Leib zu einer großen Tagung.

Kreisdirektor Dr. Loh

begrüßte die Straßenwärter als seine Mitarbeiter und führte u. a. aus, daß neben den fachwifsen- schaftlichen auch weltanschauliche Vorträge vorge­sehen sind. Sie alle, so sagte er, haben erfahren, wie das deutsche Leben und die deutsche Wirtschaft seit der nationalsozialistischen Machtübernahme einen Aufschwung erfahren haben, wie wir es nie für möglich gehalten haben. Dieser Aufschwung ist aber nicht nur wegen den fachlichen Voraussetzun­gen möglich geworden, sondern in erster Linie konnte er bewerkstelligt werden durch den national­sozialistischen Geist. So kann jeder wieder stolz auf feine Arbeit jein. Wir können aber auch diese Arbeit nur leisten, wenn wir verstehen lernen, daß das Volk und die Gemeinschaft alles und wir selbst nur vergängliche Glieder in der großen Kette sind. Wir sind, so rief der Kreisdirektor aus, das Batail­lon der Straßenwärter Oberhessens und marschieren in dem Geiste unseres Führers und zu den Zielen, zu denen er uns alle führt. Mit dem Wunsche, daß dieser Tag den Straßenwärtern eine Fülle von Er­fahrungen fachlicher und weltanschaulicher Art brin­gen und eine Freude für alle fein möge, eröffnete der Kreisdirektor die Tagung. Den ersten fachlichen Schulungsvortrag hielt

provinttalbaurat Leinsrt

überNeuzeitliches S t r a ß e n w e s e n". In eingehender Weise beschäftigte sich der Redner mit den Fragen aus der Tagesarbeit der Straßenwär­ter und besprach eine Fülle von praktischen An­regungen, die dazu dienen sollen, den Straßenwär­ter in die Lage zu versetzen, kleinere Schäden an den Straßen rechtzeitig zu erkennen und sie auszu­bessern, bevor sie größeren Umfang annehmen. Der Redner besprach die Materialzusammensetzung und die Materialoerwendung bei den einzelnen Straßen­arten, ihre Herstellung und die Art der Verwen­dung, durch die die größte Haltbarkeit gesichert und der bestmögliche Bestand der Straßendecken erzielt

Großer Tag bei der Reichsbahn.

Der Verkehr auf der Reichsbahn gestaltete sich außerordentlich stark. Auf eine Anfrage beim Gie­ßener Bahnhof hören wir, daß schätzungsweise der gestrige Sonntag 9000 bis 10 000 Personen von auswärts nach Gießen gebracht hat. Der Verkehr setzte bereits in den Morgenstunden sehr lebhaft ein und steigerte sich zusehends bis in die frühen Nach­mittagsstunden. Sämtliche Personenzüge mußten mit 5 bis 6 Wagen verstärkt werden. Der für den Rücktransport der Landbevölkerung ins Lumdatal besonders eingelegte Personenzug war außerordent- lich stark erheblich stärker als am Silbernen Sonntag besetzt. Der W e i h n a ch t s - F e r n - reiseverkehr hat ebenfalls bereits lebhaft ein­gesetzt. Die V-Züge waren durchweg hundertprozen­tig besetzt.

Im Gießener Bahnhof wurde als Neuerung erstmalig eine Lautsprecheranlage ausprobiert, die in Zukunft auf den Bahn­steigen, wie auch in der Schalterhalle in den Be­trieb genommen werden soll, um die Fahrgäste der Reichsbahn über alles das zu informieren, was sie als Reifende wissen müssen. Durch diese Lautsprecher werden die Reisenden über Zugabgänge, Zug­ankunft, über Vorzüge und Nachzüge, über Der- fpätungen usw. unterrichtet werden.

Alle Omnibusse der Beichopost unterwegs.

Auch die Kraftfahrstelle der Deutschen Reichs post hatte gestern einen großen Tag. Sämtliche verfügbaren Omnibusse mußten eingesetzt werden. Sämtliche Waren waren stets voll besetzt und selbst alle verfügbaren Stehplätze waren in Anspruch genommen. Nur durch eine große An­zahl von Vor- und Nachfahrten konnte der starke Verkehr bewältigt werden. Sehr stark war der Zu­strom der ländlichen Bevölkerung nach Gießen aus Krofdorf, Frankenbach, aus Wißmar und Launsbach.

Geheimrat Sommer

sagte mit herzlichen Worten für die durch die Stadt ihm zuteil gewordene Ehrung seinen Dank und sprach von der Zeit ehe er nach Gießen kam und gleich einem Lebenslauf schilderte er die Zett seines Gießener Wirkens. Sehr interessant berichtete der Gelehrte von seiner Amtszeit als Rektor der Uni­versität und von den Jahren, in denen er dem Stadttat angehörte. Bei manchem Bauprojekt der Stadt, bei der Herrichtung des Universitätssport- platzes und bei der Gründung des ßiebigmufeums hat er an maßgebender Stelle mitgewirkt. Neben der großen Arbeit als Arzt und Wissenschaftler fand er immer noch etwas Zeit, um an Problemen, die feinem Fachgebiet verwandt sind und an Erfin­dungen zu arbeiten. Der Sport des Wasferski geht auf ihn zurück und manch neue Begriffe in der modernen Hygiene wurden von ihm gegründet. Die Verbindung zur Jugend hat Geheimrat Sommer immer gepflegt und in der Zeit nacy feiner Emeri­tierung nicht abreißen lassen. Der naUonalsoziali- stische Studentenbund erhielt von ihm als Erho­lungsort sein Häuschen an der Hardt zum Geschenk. Auch für die Stadt Gießen ist er zur Zeit wieder beschäftigt, und zwar wird ein Buch erscheinen, das über die Verbindung Liebigs mit der Stadt Gießen berichtet. Am Schlujse seiner Ausführungen dankte Pros. Sommer nochmals dem Oberbürgermeister für die große Ehrung und stellte sich für weitere Arbeiten der Stadt zur Verfügung.

Ehe die Ehrenplakette überreicht wurde, ehrte die Gießener Studentenschaft ihren alten Freund und Kameraden. Studentenführer Frank übergab als Geburtstagsgeschenk demAltkameraden" Sommer ein Bild von den studentischen Amtsleitern, die alle schon seit längerer Zeit mit Prof. Sommer in kame­radschaftlicher Weise zusammenarbeiten.

Daß an diesem Ehrentag Geheimrat Sommers besonders gedacht wurde, dafür waren die vielen Glückwünsche und Blumen aus nah und fern ein deutlicher Beweis.

wird. Er besprach die für die einzelnen je nach ihrer Benutzung eingeteilten Straßen in Frage kommen­den Deckenlagen und führte eine Anzahl neuzeit­licher Deckenbehandlungen an, deren Zusammen­setzung und Herstellung er in allen Einzelheiten besprach, um dem Straßenwart mit praktischen Er­fahrungen zur Hand zu gehen, damit er von sich aus in allen vorkommenden Fällen in die Lage kommt, selbst Hand anzulegen. Zum Schluß seiner Ausführungen hob er hervor, daß die Kleinpflaster­decke immer noch die beste sei, aber infolge ihrer hohen Kosten nicht überall zur Anwendung gelangen kann. Er sprach den Straßenwärtern seine An­erkennung für ihren Eifer und ihre pflichttreue Arbeit aus und ermunterte sie, auch weiterhin in dem gleichen Geiste und mit der gleichen Gründlich­keit ihren für die Allgemeinheit so wichtigen Dienst zu versehen.

Begierungsbaumeisser Keil, Frankfurt,

sprach über den Wert der Verkehrszählung und be­handelte eingehend ihre Unterschiede von den schon früher vorgenommenen Verkehrszählungen, auf deren Erfahrungen und Ergebnissen die neue, durch die neuzeitlichen Gesichtspunkte erweiterte Zahlung durchgeführt werden muß. An Beispielen wies der Redner noch, wie stark sich der Verkehr ändern kann und ließ dadurch den Straßenwärtern die große Bedeutung dieser Zählungen verständlich werden. Er dankte ihnen für den Eifer und Gründ­lichkeit ihrer schwierigen Arbeit an diesen großen Aufgaben. Nach einer Pause sprach der

Ga ibettiebsgemeinschafiswalter Göbel, Frankfurt a. M.,

überD i e nationalsozialistische Welt­anschauung" und machte auf die weittragende Bedeutung der Betriebsgemeinschaft verständlich und sagte den Straßenwärtern, wie sehr sie im Vordergründe des öfentlichen Lebens stehen. An den Erfahrungen über den Besuch der Ausländer anläßlich der Olympiade zeigte er ihnen, wie wich­tig ihr Dienst am Staat und der Allgemeinheit ist, selbst wenn er nur auf einer Nebenstraße geleistet

werden muß. Gerade durch ein gutes Sttaßenweseii macht ein Staat und ein Volk den besten Eindruck auf den Fremden und Ausländer. Jeder Ausländer soll erfahren, daß im Staate Adolf Hitlers die heften Männer des Volkes an dem Platze stehen, an dem sie gebraucht werden. In ausgezeichneter Weise schilderte der Redner, wie der Führer die ganze Verantwortung für das Volk auf (eine Schultern geladen hat und das ganze Volk betreut und be- schützt und wie er jedem Einzelnen feine Aufgaben zur Mitarbeit zugewiesen hat und darum Ver­trauen gegen Vertrauen fordern muß. Aus diesem Grunde hat jeder Einzelne die Möglichkeit mitzu- helfen am Aufbau und er muß mitmarschieren zum Wohle der Nation.

In weiter ausholender Weise schilderte der Gau- betriebsgemeinschaftswalter die Friedensliebe unse­res Volkes und des Führers, der eine ungeheure Arbeitslast für fein Volk auf feine Schultern ge­nommen hat und für den es keinen anderen Ge­danken gibt, als das Wohl feines Volkes. Im Schlußappell wandte sich der Vortragende an die Straßenpfleger und darüber hinaus an alle schaf­fenden Volksgenossen, dem Führer bei dieser schwe­ren Arbeit Vertrauen mit Vertrauen zu vergelten und aus Dankbarkeit und Verehrung zu ihm sich seinen Anordnungen unterzuordnen.

Mit guten Wünschen für einen vollen Erfolg der Tagung schloß der Kreisdirektor Dr. Lotz die Ta­gung mit dem Treubekenntnis zum Führer. Am Nachmittag besuchten die oberhessischen Straßen- wärter dann gemeinsam das Stadttheater, wo ihnen Karl Millöckers OperetteDer Bettelstudent" zu einem schönen Erlebnis wurde.

Wie wird der Fettbezug geregelt?

ZdR. Es bestehen vielfach noch Unklarheiten über die künftige Fettbezugsregelung. Hierzu erfährt der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes" folgendes:

1. Der Lebensmitteleinzelhandel führt Kunden­listen nur für Butter. Da nicht beabsichtigt ist, die Butterlieferungen an die einzelnen Geschäfte nach Maßgabe der bei ihnen eingetragenen Kunden neu festzufetzen, wird den Verbrauchern sehr empfohlen, sich bei ihrer bisherigen Bezugsguelle in die Kun­denlisten eintragen zu lassen.

2. Das Fleischerhandwerk führt Kundenlisten für Schweinefleisch, Speck und Talg.

3. Der Verkauf von Speiseölen, Speck. Schweine­schmalz, Kokosfett und Margarine, Mittel- und Spitzensorte, im Lebensmitteleinzelhandel ist an Kundenlisten nicht gebunden.

4. Die Bezugsberechtigten von Konsum-Marga­rine können in jedem beliebigen Geschäft ihren Be­zugsschein abgeben und sich damit ihren Anspruch auf Belieferung mit Margarine sichern.

Alle Projekte sind dem Reichsstatthalter in Hessen anznmelven.

Lpd. In einer Anordnung an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und son­stige Körperschaften des öffentlichen Rechts ordnet der Reichsstatthalter in Hessen Landesregierung an, daß, da die schlagkräftige Durchführung des Vierjahresplanes die ftrafffte Zusammenfassung aller schwebenden Pläne notwendig macht, alle un­terstellten Behörden von allen schwebenden und neu auftauchenden Projekten sofort 1. dem Reichsstatt­halter in Hessen, Darmstadt, Neckarsttaße 7. 2. der Gauleitung Hessen-Nassau der NSDAP.. Abtei­lung Vierjahresplan, Frankfurt a. M... Gutleut- sttaße 8 bis 12, Mitteilung zu machen haben. Die Mitteilungen sind in Telegrammstil zu halten, und für jedes Vorhaben ist ein besonderes Blatt zu ver­wenden.

*

** Verlängerte Polizeistunde an Weihnachten und an Silvester. Durch Verfügung des Herrn Reichsstattbalters in Hessen Landesregierung wird die Volizeistunde am zwei­ten Weihnachtsfeiertag auf 2 Uhr und am Silvester­tag auf 6 Uhr festgesetzt. Am Neujahrstag selbst tritt hinsichtlich der gewöhnlichen Polizeistunde keine Ver­änderung ein.

.** Das städtische Volksbad Gießen teilt uns mit, daß das Bad für sämtliche Abteilungen am Mittwoch vor den Feiertagen bis 20 Uhr ge­öffnet bleibt, damit sämtlichen Werktätigen Gelegen­heit zum Baden gegeben ist. Dagegen ist am Heiligen Abend und Silvester, sowie nach Neujahr das Bad nur bis 14.30 Uhr offen (am Samstag nach Neu­jahr). Genaue Aufstellung im Anzeigenteil.

** Die Offenlegung der Ergebnisse der Bodenschätzung betrifft eine Bekannt­machung des Finanzamtes Gießen im heutigen An- zeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam ge­macht.

Oberhessen.

Generalversammlung

der Spar- nnd Darlehenskasse Wieleck.

£ Wieseck, 21. Dez. Arn Samstagabend hielt die Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. bei Gastwirt Richard Weller ihre Herbstgeneral­versammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichts­rates Schreinermeister Seibert eröffnete die Generalversammlung und gedachte der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder. Aus dem von Ge- chäftsführer Werner erstatteten Geschäftsbericht geht hervor, daß die Kaffe, dank der günstigen Ent­wicklung im Wirtschaftsleben, das sich auch in unse­rer Heimatgemeinde durch eine sehr rege Bautätig­keit auswirkte, wiederum einen weiteren erfreulichen Aufstieg zu verzeichnen hat. So beträgt der Ge- amtumsatz bis zum 1. Dezember im laufenden Geschäftsjahr 1 961 900 Mark gegenüber 1 617 200 Mark im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 829 000 Mark in 1932. Der Kassenumsatz beträgt im gleichen Zeitraum 1936 = 648 200 Mark, 1935 = 516 600 Mark und 1932 = 182 600 Mark, das ist ein wöchentlicher Kassenumsatz von zur Zeit 13 600 Mark. Die Spareinlagen haben sich in 1936 gegenüber 1935 verdoppelt und betragen in Ein­zahlung bis 1. Dezember 41 900 Mark. Die Aus­zahlungen auf diesem Konto betrugen im Berichts­jahr 38 700 Mark. Dieses Geld wurde fast reff os zur Arbeitsbeschaffung verwandt und kam somit der heimischen Geschäftswelt zugute. Ferner wurden noch eine größere Anzahl Kredite gewährt, die zur Belebung auf dem Arbeitsmarkt beitrugen. Eine weitere erfreuliche Entwicklung hat unsere Schul- parkasse zu verzeichnen. Die Einzahlungen be» trugen bis 1. Dezember 1936 3256 Mark und irt der gleichen Zeit 1935 2843 Mark. Auch der Karten­verkauf innerhalb des Ortes erbrachte eine Steige­rung von rund 2000 Mark. Geschäftsführer Wer­ner, der fatzungsgemäß aus dem Vorstand au«* chied, wurde wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde Gustav Schneider wiedergewählt und Karl Schäfer XIII. neu gewählt. Einem Antrag von Rechner Lang wurde entsprochen; ebenso wurde

IeierlicheLleberreichungderEhrenplakette an Geheimrat Gommer.

Oberheffens Straßenwärter tagen in Gießen.