Ausgabe 
21.12.1936
 
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eihnochisbotschast

an die Ausländsdeutschen.

Aus aller Welt.

Weiter in unwandelbarer Treue

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Leiter der Aus­landsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, richtet, wie Die NSK. meldet, zum W e i h n a ch t s - f e ft folgende Botschaft an alle Ausländs­deutschen, die flammendes Bekenntnis zur Hei­mat und zum Reiche Adolf Hitlers ist:

Wieder ist ein Jahr vergangen, und wiederum freue ich mich, allen deutschen Mannern und Frauen und der deutschen Jugend im Ausland die y e r z - lichsten Grüße derHeimat zum Weihnachts­fest 1936 und zum Jahreswechsel übersenden zu können.

wie in keinem Jahr zuvor werden unsere Aus­ländsdeutschen am heiligen Abend das be­glückende Gefühl haben, daß Deulschland Hei­mat geworden ist für alle, die deutsch denken und deutsch fühlen. 3n diesem Jahr hat das Reich durch feinen Führer Adolf Hitler Ehre und Freiheit wiedergewonnen. Das Rheinland steht feit langen Jahren wieder unter der vollen Souveränität des Reiches, und die Ströme Deutschlands find wieder deutsch. Freiheit und Ehre aber schützt die nationalsozialistische Wehr­macht.

Ich weiß, daß unsere Deutschen im Ausland das große Geschehen unserer Tage in einem Gefühl des unbändigen Stolzes mitempfinden. Sie blicken am Abschluß dieses Jahres auf die gewalti­gen Taten Adolf Hitlers und seiner Bewegung in grenzenloser Dankbarkeit zurück. Sie können gerade am Weihnachtsabend und am Ende des Jahres die wunderbare Gewißheit haben, daß die Allmacht ihrem alten Vaterlande nicht nur den Retter aus Not und Schmach, sondern auch

Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichsinnenminister Dr. Frick beantwortete einem Vertreter des Völkischen Beobachter" u. a. Fragen über das neue Realsteuergesetz. Zu den Auswirkun­gen der R e a l st e u e r r e f o r m auf die G e - meindefinanzen erklärte Reichsminister Dr. Frick, das wesentlichste Zeichen dieser Reform liege darin, daß sie das gesamte Steuersystem klar und übersichtlich gliedere. Für die Gemeinden werden durch die Reform eine Reihe wichtiger Gesichts­punkte verwirklicht. So forn/nt beispielsweise m der Ueberlassung der Gewerbesteuer die enge Ver­bundenheit der Gemeinden mit der ört­lichen Wirtschaft zum Ausdruck. Das In­teresse, das die Gemeinden an der Erhaltung dieser Wirtschaft haben müssen, soll sie zu einer sparsamen und gesunden Ausgabenpolltik veranlassen. Die Reformgesetzgebung wird zwangs­läufig zu einer Neugestaltung der Lasten, und Aus- aabenverteilung in den einzelnen Ländern führen. Dabei wird es das Ziel sein, den. Aufgabenkreis der Gemeinden, der in den einzelnen Ländern noch sehr verschiedenartig abgegrenzt ist, für das ganze Reich einheitlich zu regeln.

Reichsinnenminister Dr. Frick stellte dann fest, daß die finanzielle Gesundung der Gemeinden auch im Haushaltsjahr 1936 weitere erfreuliche Fort­schritte gemacht habe. Teilweise habe man sogar in beachtlichem Maße Schulden tilgen und Rücklagen machen können. Dazu habe im we- sentlichen die Kreditpolitik beigetragen, die die Reuverschuldung der Gemeinden stark einge­schränkt habe.

Eine Reihe von Gemeinden, vor allem im rheinisch- westfälischen Industriegebiet, im rhein-marnl- s ch e n Gebiet, im Hamburger Gebiet, m Schle­sien und Sachsen, bei denen die wirtschaftliche Bes­serung im Vergleich zu den anderen Teilen des Reiches zurückgeblieben ist, wird durch besondere zentrale Maßnahmen einer wirtschaftlichen Gesun­dung zugeführt werden müssen.

Die einheitliche Aufgabe, das nationale Aufbau­werk des Führers zu sichern, gebietet nach wie vor den Zwang zur Sparsamkeit auf allen Gebieten. Alle Ausgaben, deren Leistung sich nicht als wirklich lebenswichtig für das deutsche Volk erweist, müssen zurückgestellt werden. Mittel,

zu Adolf Hitler und seinem Werk!

den Führer in die kommende deutsche Zukunft geschenkt hat. Für das Auslandsdeutsch­tum ist aber das Jahr 1936 auch ein Jahr tiefer Trauer gewesen. Im Februar fiel unser unvergeß­licher Wilhelm Gustloff jüdischer Mörderhand zum Opfer. Wenige Monate später nahm uns der Bolschewismus sieben deutsche Menschenleben in Spanien und vertrieb Tausende von braven Volksgenossen aus ihren friedlichen Arbeitsstätten. Sie alle sind mahnende Zeugen für den brutalen und rücksichtslosen Kampf, den der größte Mensch­heitsfeind aller Zeiten gegen den Nationalsozialis­mus führt.

Die deutsche Weihnacht ist das schönste Fest des Friedens. Daß wir uns wiederum in diesem Jahre im Schein der Kerzen unter dem lan- nenbaum in Ruhe und Frieden zusammenfinden können, ist das Werk des Führers. Daß sich unsere Ausländsdeutschen in diesen Tagen in einem überwältigenden Maße bewußt werden, Deutsche und Angehörige einer großen und star­ken Ration sein zu können, soll in uns nicht nur tiefsten Dank gegenüber Adolf Hitler er- wecken, sondern vor allem für das kommende Jahr die unwandelbare Treue zu diesem Wanne und seiner von der Vorsehung gesegneten Arbeit erneuern.

Die Liebe zum Volkstum und zur großen Heimat, die deutschen Menschen Lebenspflicht und Lebens­wollen ist, wird in uns Ausländsdeutschen auch tm kommenden Jahr ihren schönsten und lebendigsten Ausdruck finden in unserem deutschen Gruß: Heil 'Hitler!"

die durch Mehreinnahmen verfügbar werden, sind in erster Linie zur Auffüllung der Rücklagen und zur verstärkten Schuldentilgung zu verwenden. Außerordentliche Ausgaben müssen, soweit sie nicht überhaupt zurückgestellt werden können, grundsätz­lich aus eigenen Mitteln der Gemeinden bestritten werden. v

Auf den Hinweis, daß die Besserung der Finanz­lage der Gemeinden doch wohl weitgehend auch da­mit Zusammenhänge, daß die W o h l f ah r t s - last en mehr und mehr gesunken seien, stellte Reichsminister Dr. Frick fest, daß

feit der Machtübernahme von den Gemeinden auf dem Gebiet der öffentlichen Fürsorge mehr als rund anderthalb Milliarden eingefpart worden feien.

Der Minister stellte hierbei die nationalsozialistische öffentliche Fürsorge der der Systemzeit gegenüber. Die nationalsozialistische öffentliche Fürsorge habe sich bestimmt weit stärker als früher gegenüber ar­beitsscheuen und gemeinschaftsschädlichen Elementen verhalten. In diesem Sinne wird wohl in absehbarer Zeit ein Reichswanderergesetz ergehen, durch das eine gründliche Säuberung der Landstra­ßen von Landstreichern erreicht wird.

Abschließend gab Reichsminister Dr. F r i ck noch einige Erklärungen über die weitere Entwicklung der kommunalen Gesetzgebung.

Er stellte dazu fest, daß in organischer Fortent­wicklung der Deutschen Gemeindeordnung zu­nächst das Zweckverbaudsgefeh werde folgen muffen, das den Zusammenschluß der Gemeinden zur Durchführung gemeinsamer Auf­gaben regele. Dieses Gesetz sei bereits weit­gehend vorbereitet und dürfte in absehbarer Zeit erlassen werden können. Ihm müsse dann als weiterer Vaustein eine Deutsche Kreis­ordnung folgen, für die gleichfalls schon vor- bereitende Arbeiten eingeleitet seien.

Nebenher gingen die Durchführungsverordnungen zur Deutschen Gemeindeordnung, die zum Teil noch ausständen. Nach der Rücklagenverordnung solle das Haushalts-, Kassen- und Rechnungsrecht und später das Prüfungswesen näher geordnet werden. Damit würden die wesentlichen Durchführungsverordnungen zur Deutschen Gemeindeordnung erledigt sein.

Autobahneinweihung in Thüringen.

Neustadt a. d. Orla, 19. Dez. (DNB.) In dem gewaltigen Werk der Reichsautobahnen ist ein neuer, wesentlicher Fortschritt zu verzeich­nen. Am Samstag wurde in Thüringen ein 38,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen Eisenberg und der Schleizer Seenplatte dem Verkehr übergeben. Die Bedeutung dieser Streckeneröffnung liegt darin, daß durch sie nunmehr die gesamte 180 Kilometer lange Autobahn von Schkeuditz an der Autobahn HalleLeipzig bis Lanzendorf vor Bayreuth durchgehend befahrbar ist. Zusammen mit der anschließenden Autobahn HalleLeipzig ist diese Strecke mit 215 Kilometer Gesamtlänge das bisher größte zusammenhängende Stück des Reichsautobahnnetzes. Es ist damit be­reits rund ein Drittel der Reichsautobahn Berlin- München in Betrieb. Die anschließende etwa 70 Kilometer lange Strecke BayreuthNürnberg wird im Laufe des Sommers fertiggestellt werden, so daß schon zum Reichsparteitag 1937 die Autobahn SchkeuditzNürnberg mit einer Gesamtlänge von 285 Kilometer zur Verfügung steht.

Die baulich hervorragend gestaltete Bahn ist landschaftlich eine der schönsten im ganzen Reich. Vom Flachland des mitteldeutschen Braunkohlen­gebietes mit seinen vielseitigen Industrien steigt sie auf dem Kamm zwischen Elster und Saale allmäh­lich in den Thüringer Wald hinauf, führt in wald­reichem Gebiet quer durch eine typische, zum Teil noch wenig erschlossene Mittelgebirgslandschaft und zieht sich dann im Abschnitt zwischen der Schleizer Seenplatte und Hof in Bayern auf einer Höhe von mehr als 500 Meter entlang. Es ist gelungen, die Linienführung so zu gestalten, daß die Straße zu einem Schmuck der Landschaft wird.

Im Zusammenhang mit der Strecke HalleLeip­zig und der bei Eisenberg kreuzenden Linie Dres­den-Jena Erschließt die Bahn wichtige Industrie­gebiete und eröffnet einen höchst bedeutsamen Ver­kehrsweg. Aus Anlaß der Eröffnung der neuen Strecke sprachen Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel (Weimar) und Direktor R u k w i e d von der Ober­sten Bauleitung Halle a. d. S. Reichsstatthalter Sauckel betonte, daß sich sein Gau der außer­ordentlichen Bedeutung dieser neuen Strecke be­wußt sei. Aus den Ausführungen des Reichsbahn­direktors R u k w i e d ging hervor, daß im Jahres­durchschnitt seit Inangriffnahme der Sauarbeiten im Mai 1934 9000 Arbeiter Beschäftigung gefunden haben, 6,6 Millionen Taaewerke geleistet und 11,1 Millionen Kubikmeter Erde bewegt worden sind.

Heuer stellvertretender Präsident des Holen Kreuzes

Berlin, 19. Dez. (DNB.) Der stellvertretende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und der erste Stellvertreter des Kommissars der Freiwilligen Krankenpflege, SA.-Obergruvpensührer, General­oberstabsarzt a. D. Dr. Hocheisen, hat den für das Rote Kreuz zuständigen Reichsminister des In­nern aus gesundheitlichen Gründen um Entbindung von diesen Aemtern gebeten. Reichsminister Dr. Frick hat diesem Wunsche entsprochen und gleich­zeitig die großen Verdienste, die sich Pg. Dr. Hoch- eisen um den Neuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes im Sinne der Grundsätze des nationalsozia­listischen Staates erworben hat, in einem herzlichen Dankschreiben ausführlich gewürdigt.

Der Führer und Reichskanzler hat aus diesem Anlaß den SA.-Oberqruppenführer Generalober­stabsarzt Pg. Dr. Hocheiseri auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick zum Ehren- Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes ernannt.

Auf Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Ro- ten Kreuzes .Herzog Karl Eduard von Coburg, hat der Reichsminister Dr. Frick den Pq. SS.-Oberführer Dr. Gravitz, Reichsarzt der SS., zum stellvertretenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes und ersten Stellvertreter des Kom­missars der Freiwilligen Krankenpflege ernannt.

Ein Film vom Heid)6fneacrfofl.

Der Führer hat bestimmt, daß Kassel alljährlich Aufmarschstätte des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) ist. Vom letzten großen Krieger treffen hat der Kyffhäuserbund einen Film drehen lassen. Diesem Film kommt eine dop­pelte Aufgabe zu. Einmal besitzt er dokumentari­schen Wert. Er hat für spätere Geschlechter das imposante Bild des Zusammenwirkens von Par­tei, Wehrmacht und Bund auf diesem Reichskrieger- tag festgehalten, er zeigt dabei nicht nur die alten und ältesten Krieger, Männer, in tausend Schlach­ten erprobt und bewährt, hinter ihren Bannern, er zeigt auch fremde Gäste, die aus einstmals feindlichem Land herübergekommen sind. Auch sie marschierten mit ihren Kameraden vom andern Graben Schulter an Schulter auf diesem Reichs­kriegertag auf, um demonstratio zum Ausdruck zu bringen, daß die Ehre des Frontkämpfers und die seiner Nation nur gewinnen kann, wenn er als tapferer Soldat seinem tapferen Gegner wieder die Hand reicht. Und die andere Aufgabe dieses Films besteht darin, im ganzen Reiche vor den Kameraden des Reichskriegerbundes gezeigt zu werden, isnd zwar denjenigen, denen es nicht ver­gönnt roar, an dem Treffen teilzunehmen, bann aber auch den Tagungsteilnehmern, die noch ein­mal das große Erlebnis vor sich abrollen sehen. Der Reichskriegerbund hat aber auch noch einen anderen, und zwar einen kulturhistorischen Film drehen lassen. Dieser Bund ist der Hüter des Kyfshäuser-Denkmals. Neben dem Denkmal liegt die alte Ruine K y f f h u \ e n , von der nur noch geringe Mauerreste übriggeblieben sind. Um die Ausgrabung dieser Trümmer und die Freilegung der Fundamente bemüht sich der Bund seit Jahren. Er hat mit Hilfe des Arbeitsdienstes bereits erfreu­liche Erfolge erzielt. Erhielt der Film vom Reichs­kriegertag in Kassel durch die Filmprüfstelle das PrädikatStaatspolitisch wertvoll", so wurde von dem mit herrlichen landschaftlichen Aufnahmen aus dem Gebiet rings um den Kyffhäuser geschmückten Ausgrabungsfilm das ZeugnisVolksbildend und als Lehrfilm geeignet" ausgestellt.

Ehrung einer Hundertjährigen.

Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Wilhelmine H e m p in ßämmersborf, Kreis Arns-

walde, aus Anlaß der Vollendung chres 10 0. L e bensjahres ein Glückwunschschreiben zugehen lassen.

Schweres Erdbeben in El Salvador.

Bisher über 1000 Tote geborgen.

wie die heutigen Reuyorker Morgenblätter mel­den, wurde in der letzten Rächt die Stabt San Vincente in der Republik El Salvador in Mittelamerika von einem schweren Erdbeben heim­gesucht. Gleichzeitig machte der Vulkan Santa- rita einen Ausbruch. Die Stadt San Vin­cente, die 50 000 Einwohner hat, wurde fast gänzlich zerstört. Aber 1 000 Tote sind nach den Berichten der Morgenblätter bereits ge­borgen. Die Zahl der Verletzten soll in die Tausende gehen.

Auch die Städte und Ortschaften Tepetion, Apase- peque, verapez, San Sebastian, San Eayetano und Tecoluca wurden von dem Erdbeben betroffen und teilweise zerstört. Da die Katastrophe sich nachts ereignete und die Lichtleitungen bei den er­sten Stößen bereits rissen, entstand in den Un­glücksgebieten eine große Verwirrung. Die Flüch­tenden fielen teilweise in Lrdriffe, ober wurden von einstürzenden Häusern begraben. Berstende Wasserrohre erhöhten das Durcheinander. Man befürchtet den Ausbruch von Seuchen, da das Wasser sehr knapp ist.

Kronprinzessin Juliana und Vrinz Bernhard von Lippe-Viesierseld feierlich aufgeboten.

Im Haager Rathaus fand das feierliche Auf­gebot der Kronprinzessin Juliana und des Prinzen Bernhard von Lippe-Bicsterfeld durch den Bürgermeister statt. Das Paar nahm mit einer goldenen Feder die Einzeichnung ins Standesamts­register vor. Gleichzeitig gaben sechs Herolde die be­vorstehende Hochzeit bekannt. Die Kirchenglocken läuteten. Beim Verlassen des Rathauses wollte der Jubel der Menge kein Ende nehmen. Anschließend erfolgte ein Vorbeimarsch von Zehntausenden von Schulkindern vor dem Schloß Noordeinde. Bis zum Hochzeitstage, dem 7. Januar, bleibt die Stadt reich geschmückt.

Umwandlung der International Zeppelin Transport Corporation.

In Neuyork wurde die Umwandlung derInter­national Zeppelin Transport Corporation in die American Transport Inc. durchgeführt. Edward Farley wurde zum Präsidenten ernannt. Zum Vizepräsidenten wurde v. Meister, der Amerika- Vertreter der Deutschen Lufthansa, bestellt. Das Pro­gramm der neuen Gesellschaft weist für 1937 15 bis 20 Fahrten desHindenburg" zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten auf.

30Bibelforscher" vor dem Sondergericht.

Dor dem in Wanne-Eickel tagenden Dortmunder Sondergericht hatten sich 30 sogenannteinte r- nationale Bibelforscher" zu verantwor- ten, die trotz des bestehenden Verbots ihr volks­schädliches Treiben fortgesetzt hatten. Die Verhand­lung gab einen Einblick in das volksfeindliche und auf die Untergrabung des völkischen Gemeinschafts­lebens gerichtete Treiben dieser seltsamenHeili­gen", denen das eigene Vaterland nichts ist. die den Gesetzen den Gehorsam verweigern, die Wehr­pflicht ablehnen und ihrer Einstellung gegen den nationalsozialistischen Staat auch dadurch offen Ausdruck geben, daß sie den Hitler-Gruß verwei­gern. Sogar die NSV und das WHW. lehnen sie ab, obwohl nicht wenige von ihnen das segens­reiche Wirken dieser nationalsozialistischen Einrich­tungen am eigenen Leibe verspürt haben. Unter religiöser Tarnung üben sie ihre gefährliche Tätig­keit aus, 'bie sich deckt mit den Zielen der jüdisch- bolschewistischen und marxistischen Lehre. In der Verhandlung gewann man keinen überzeugenden Eindruck von der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe dieserfrommen" Menschen. Der Staatsanwalt kennzeichnete in seiner Anklagerede treffend das unheilvolle Treiben der Angeklagten und beantragte erhebliche Gefängnisstrafen, um ihnen und allen anderen ähnlich irregeleiteten Menschen ein für alle­mal klar zu machens daß im neuen Deutschland für solche Gedanken kein Platz mehr ist. Das Gericht verurteilte sechs Angeklagte zu Gefängnis- st r a f e n von einem Jahr bis zu zwei Jahren drei Monaten. Die übrigen Angeklagten erhielten Ge­fängnisstrafen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Nur in einem Fall erkannte das Gericht auf Freisprechung.

Marxistischer Volksverräter unschädlich gemacht.

Der schon oft, auch im Auslande, vorbestrafte 39 Jahre alte Alfred S ch a d o w s k i wurde vom Schöf­fengericht Berlin wegen fortgesetzten D i e b st a h l s im Rückfalle zu sechs Jahren Zuchthaus ver­urteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für die gleiche Zeit aberkannt. Außerdem wurde Schadowski unter Polizeiaufsicht gestellt und Siche­rungsverwahrung für ihn angeordnet. Die Ver­handlung entrollte ein Verbrecherleben, wie es selbst vor dem Gericht in Moabit selten zur Sprache kommt. Der Angeklagte ist 2 7 m a 1 vorbe- str a f t, meist wegen Fahrraddiebstahls und Ein­bruchs. Er ist Marxist und flüchtete bei der Macht­übernahme Durch Adolf Hitler nach Oesterreich. Seine verbrecherische Tätigkeit in Deutschland ge­nügte den österreichischen Marxisten, um Scha- dowski in den rotenSchutzbund" aufzunehmen und ihn zum Kompanieführer in Wien zu machen. Der neugebackeneHauptmann" beteiligte sich an den Straßenkämpfen, die sich 1934 in Oesterreichs Hauptstadt abspielten, wurde ergriffen und zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Im Sommer wurde der internationale Verbrecher nach der Ver­büßung eines Teiles seiner Strafe begnadigt und ausgewiesen. Bei der Vernehmung durch die Po­lizei gab er unumwunden zu, daß er sich hier wie­der als Agent der kommunistischen Internationale betätigen wollte. Neben seiner versuchten staats­zersetzenden Tätigkeit betrieb Schadowski den Fahr­raddiebstahl. Die von ihm entwendeten Fahrräder, meist das Besitztum wenig bemittelter Volksgenos­sen, verschob er in die Provinz. Es gelang jetzt, Schadowski zu stellen und ihn nach hartem Kampf zu überwältigen. Der Verhaftete gestand zehn Dieb» stähle ein. Dor dem Schöfsenreicht widerrief er lern Geständnis und wollte dem Gericht glauben machen.

Die deutsch-polnische gute Nachbarschaft.

Erklärungen des polnischen

W a r s ch a u, 19. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Ausschuß des Senats fand am Samstag eine Aus vrache über die Rede des Außenministers B e ck statt Auf die von einzelnen Senatoren gemachten Ausführungen und die von ihnen gestellten Fragen antwortete Außenminister B e ck abschließend in einer kurzen Ansprache. Er ging zunächst auf die in seiner Erklärung am Freitag nicht berührte Frage der Beziehungen zu Litauen ein und unterzog die Politik der litauischen Regierung einer scharfen Kritik. w v

Auf eine Frage, die die Frankfurter Rede des Reichsminisiers Dr. Schacht betraf, jagte Mi- nister Beck:Ich möchte hier erklären, daß wir vor einigen Tagen aus dem eigenen Munde des Ministers Dr. Schacht die kategorische Fest­stellung erhalten haben, daß eine Jnterpreta- tion, als ob feine Rede gegen berechtigte Inter­essen des polnischen Staates gerichtet gewesen fei und als nicht übereinstimmend mit dem zwilchen Polen und Deutschland hergestellten Zustand der guten Rachbarschaft und des Richt­angriffs angefehen werden könnte, nicht im geringsten feinen Absichten entspreche. Ich nehme an, daß diese einfache Erklärung eine genügende Antwort auf die Frage ist.

Weiter berührte Minister Beck in seinen Aussuh»

Außenministers.

rungen die polnischen See- und Kolonial­fragen. Er habe es für notwendig gehalten, diese Probleme auf internationalem Boden darzu­legen, nicht, weil er äußeres Prestige oder irgend­welchen äußeren Ehrgeiz befriedigen, oder gar Stö­rungen Hervorrufen wolle. Da aber einmal ein in­ternationaler Meinungsaustausch und der Versuch einer internationalen Verständigung zur Uederwin- dung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen werde, solle dann die polnische Stimme nicht feh­len. Je weiter sich die Welt auf ihrem jetzigen nega­tivem Wege fortbewege, um so breiter werde vor­aussichtlich die Plattform sein, von der aus man Auswege aus der jetzigen Lage suchen müsse. Daher habe er es nicht für übertrieben gehalten, auch die beiden wichtigen Probleme, nämlich das der Ueber- oölkerung und das des Rohstoffbezuges gegen De­visen hinzuweifen

Hinsichtlich seines Londoner Besuches erklärte Mi- nister Beck, die damalige amtliche Verlautbarung habe so genaue Formulierungen enthalten, wie es beim gegenwärtigen Stande der Verhandlungen über einen etwaigen künftigen Westpakt möglich ge­wesen sei. Die Reden Edens in den letzten Tagen stellten einen wichtigen Kommentar dar, der sich nach seiner Auffassung völlig mit dem decke, was polnischerseits über die Annäherung zwischen der polnischen und der britischen Regierung gesagt wor- den fei.

Das neue Malsteuergesetz.

HeichSinnenminister ©r. Frick kündigt ein Zweckverbandsgesetz und eine Deutsche Kreisordnung an.

Abends a/s Letztes Chlorodont - dann erst ins Bett!