!ü:
eihnochisbotschast
an die Ausländsdeutschen.
Aus aller Welt.
Weiter in unwandelbarer Treue
Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, richtet, wie Die NSK. meldet, zum W e i h n a ch t s - f e ft folgende Botschaft an alle Ausländsdeutschen, die flammendes Bekenntnis zur Heimat und zum Reiche Adolf Hitlers ist:
„Wieder ist ein Jahr vergangen, und wiederum freue ich mich, allen deutschen Mannern und Frauen und der deutschen Jugend im Ausland die y e r z - lichsten Grüße derHeimat zum Weihnachtsfest 1936 und zum Jahreswechsel übersenden zu können.
wie in keinem Jahr zuvor werden unsere Ausländsdeutschen am heiligen Abend das beglückende Gefühl haben, daß Deulschland Heimat geworden ist für alle, die deutsch denken und deutsch fühlen. 3n diesem Jahr hat das Reich durch feinen Führer Adolf Hitler Ehre und Freiheit wiedergewonnen. Das Rheinland steht feit langen Jahren wieder unter der vollen Souveränität des Reiches, und die Ströme Deutschlands find wieder deutsch. Freiheit und Ehre aber schützt die nationalsozialistische Wehrmacht.
Ich weiß, daß unsere Deutschen im Ausland das große Geschehen unserer Tage in einem Gefühl des unbändigen Stolzes mitempfinden. Sie blicken am Abschluß dieses Jahres auf die gewaltigen Taten Adolf Hitlers und seiner Bewegung in grenzenloser Dankbarkeit zurück. Sie können gerade am Weihnachtsabend und am Ende des Jahres die wunderbare Gewißheit haben, daß die Allmacht ihrem alten Vaterlande nicht nur den Retter aus Not und Schmach, sondern auch
Berlin, 20. Dez. (DNB.) Reichsinnenminister Dr. Frick beantwortete einem Vertreter des „Völkischen Beobachter" u. a. Fragen über das neue Realsteuergesetz. Zu den Auswirkungen der R e a l st e u e r r e f o r m auf die G e - meindefinanzen erklärte Reichsminister Dr. Frick, das wesentlichste Zeichen dieser Reform liege darin, daß sie das gesamte Steuersystem klar und übersichtlich gliedere. Für die Gemeinden werden durch die Reform eine Reihe wichtiger Gesichtspunkte verwirklicht. So forn/nt beispielsweise m der Ueberlassung der Gewerbesteuer die enge Verbundenheit der Gemeinden mit der örtlichen Wirtschaft zum Ausdruck. Das Interesse, das die Gemeinden an der Erhaltung dieser Wirtschaft haben müssen, soll sie zu einer sparsamen und gesunden Ausgabenpolltik veranlassen. Die Reformgesetzgebung wird zwangsläufig zu einer Neugestaltung der Lasten, und Aus- aabenverteilung in den einzelnen Ländern führen. Dabei wird es das Ziel sein, den. Aufgabenkreis der Gemeinden, der in den einzelnen Ländern noch sehr verschiedenartig abgegrenzt ist, für das ganze Reich einheitlich zu regeln.
Reichsinnenminister Dr. Frick stellte dann fest, daß die finanzielle Gesundung der Gemeinden auch im Haushaltsjahr 1936 weitere erfreuliche Fortschritte gemacht habe. Teilweise habe man sogar in beachtlichem Maße Schulden tilgen und Rücklagen machen können. Dazu habe im we- sentlichen die Kreditpolitik beigetragen, die die Reuverschuldung der Gemeinden stark eingeschränkt habe.
Eine Reihe von Gemeinden, vor allem im rheinisch- westfälischen Industriegebiet, im rhein-marnl- s ch e n Gebiet, im Hamburger Gebiet, m Schlesien und Sachsen, bei denen die wirtschaftliche Besserung im Vergleich zu den anderen Teilen des Reiches zurückgeblieben ist, wird durch besondere zentrale Maßnahmen einer wirtschaftlichen Gesundung zugeführt werden müssen.
Die einheitliche Aufgabe, das nationale Aufbauwerk des Führers zu sichern, gebietet nach wie vor den Zwang zur Sparsamkeit auf allen Gebieten. Alle Ausgaben, deren Leistung sich nicht als wirklich lebenswichtig für das deutsche Volk erweist, müssen zurückgestellt werden. Mittel,
zu Adolf Hitler und seinem Werk!
den Führer in die kommende deutsche Zukunft geschenkt hat. Für das Auslandsdeutschtum ist aber das Jahr 1936 auch ein Jahr tiefer Trauer gewesen. Im Februar fiel unser unvergeßlicher Wilhelm Gustloff jüdischer Mörderhand zum Opfer. Wenige Monate später nahm uns der Bolschewismus sieben deutsche Menschenleben in Spanien und vertrieb Tausende von braven Volksgenossen aus ihren friedlichen Arbeitsstätten. Sie alle sind mahnende Zeugen für den brutalen und rücksichtslosen Kampf, den der größte Menschheitsfeind aller Zeiten gegen den Nationalsozialismus führt.
Die deutsche Weihnacht ist das schönste Fest des Friedens. Daß wir uns wiederum in diesem Jahre im Schein der Kerzen unter dem lan- nenbaum in Ruhe und Frieden zusammenfinden können, ist das Werk des Führers. Daß sich unsere Ausländsdeutschen in diesen Tagen in einem überwältigenden Maße bewußt werden, Deutsche und Angehörige einer großen und starken Ration sein zu können, soll in uns nicht nur tiefsten Dank gegenüber Adolf Hitler er- wecken, sondern vor allem für das kommende Jahr die unwandelbare Treue zu diesem Wanne und seiner von der Vorsehung gesegneten Arbeit erneuern.
Die Liebe zum Volkstum und zur großen Heimat, die deutschen Menschen Lebenspflicht und Lebenswollen ist, wird in uns Ausländsdeutschen auch tm kommenden Jahr ihren schönsten und lebendigsten Ausdruck finden in unserem deutschen Gruß: Heil 'Hitler!"
die durch Mehreinnahmen verfügbar werden, sind in erster Linie zur Auffüllung der Rücklagen und zur verstärkten Schuldentilgung zu verwenden. Außerordentliche Ausgaben müssen, soweit sie nicht überhaupt zurückgestellt werden können, grundsätzlich aus eigenen Mitteln der Gemeinden bestritten werden. v
Auf den Hinweis, daß die Besserung der Finanzlage der Gemeinden doch wohl weitgehend auch damit Zusammenhänge, daß die W o h l f ah r t s - last en mehr und mehr gesunken seien, stellte Reichsminister Dr. Frick fest, daß
feit der Machtübernahme von den Gemeinden auf dem Gebiet der öffentlichen Fürsorge mehr als rund anderthalb Milliarden eingefpart worden feien.
Der Minister stellte hierbei die nationalsozialistische öffentliche Fürsorge der der Systemzeit gegenüber. Die nationalsozialistische öffentliche Fürsorge habe sich bestimmt weit stärker als früher gegenüber arbeitsscheuen und gemeinschaftsschädlichen Elementen verhalten. In diesem Sinne wird wohl in absehbarer Zeit ein Reichswanderergesetz ergehen, durch das eine gründliche Säuberung der Landstraßen von Landstreichern erreicht wird.
Abschließend gab Reichsminister Dr. F r i ck noch einige Erklärungen über die weitere Entwicklung der kommunalen Gesetzgebung.
Er stellte dazu fest, daß in organischer Fortentwicklung der Deutschen Gemeindeordnung zunächst das Zweckverbaudsgefeh werde folgen muffen, das den Zusammenschluß der Gemeinden zur Durchführung gemeinsamer Aufgaben regele. Dieses Gesetz sei bereits weitgehend vorbereitet und dürfte in absehbarer Zeit erlassen werden können. Ihm müsse dann als weiterer Vaustein eine Deutsche Kreisordnung folgen, für die gleichfalls schon vor- bereitende Arbeiten eingeleitet seien.
Nebenher gingen die Durchführungsverordnungen zur Deutschen Gemeindeordnung, die zum Teil noch ausständen. Nach der Rücklagenverordnung solle das Haushalts-, Kassen- und Rechnungsrecht und später das Prüfungswesen näher geordnet werden. Damit würden die wesentlichen Durchführungsverordnungen zur Deutschen Gemeindeordnung erledigt sein.
Autobahneinweihung in Thüringen.
Neustadt a. d. Orla, 19. Dez. (DNB.) In dem gewaltigen Werk der Reichsautobahnen ist ein neuer, wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Am Samstag wurde in Thüringen ein 38,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen Eisenberg und der Schleizer Seenplatte dem Verkehr übergeben. Die Bedeutung dieser Streckeneröffnung liegt darin, daß durch sie nunmehr die gesamte 180 Kilometer lange Autobahn von Schkeuditz an der Autobahn Halle—Leipzig bis Lanzendorf vor Bayreuth durchgehend befahrbar ist. Zusammen mit der anschließenden Autobahn Halle—Leipzig ist diese Strecke mit 215 Kilometer Gesamtlänge das bisher größte zusammenhängende Stück des Reichsautobahnnetzes. Es ist damit bereits rund ein Drittel der Reichsautobahn Berlin- München in Betrieb. Die anschließende etwa 70 Kilometer lange Strecke Bayreuth—Nürnberg wird im Laufe des Sommers fertiggestellt werden, so daß schon zum Reichsparteitag 1937 die Autobahn Schkeuditz—Nürnberg mit einer Gesamtlänge von 285 Kilometer zur Verfügung steht.
Die baulich hervorragend gestaltete Bahn ist landschaftlich eine der schönsten im ganzen Reich. Vom Flachland des mitteldeutschen Braunkohlengebietes mit seinen vielseitigen Industrien steigt sie auf dem Kamm zwischen Elster und Saale allmählich in den Thüringer Wald hinauf, führt in waldreichem Gebiet quer durch eine typische, zum Teil noch wenig erschlossene Mittelgebirgslandschaft und zieht sich dann im Abschnitt zwischen der Schleizer Seenplatte und Hof in Bayern auf einer Höhe von mehr als 500 Meter entlang. Es ist gelungen, die Linienführung so zu gestalten, daß die Straße zu einem Schmuck der Landschaft wird.
Im Zusammenhang mit der Strecke Halle—Leipzig und der bei Eisenberg kreuzenden Linie Dresden-Jena Erschließt die Bahn wichtige Industriegebiete und eröffnet einen höchst bedeutsamen Verkehrsweg. Aus Anlaß der Eröffnung der neuen Strecke sprachen Reichsstatthalter Gauleiter Sauckel (Weimar) und Direktor R u k w i e d von der Obersten Bauleitung Halle a. d. S. Reichsstatthalter Sauckel betonte, daß sich sein Gau der außerordentlichen Bedeutung dieser neuen Strecke bewußt sei. Aus den Ausführungen des Reichsbahndirektors R u k w i e d ging hervor, daß im Jahresdurchschnitt seit Inangriffnahme der Sauarbeiten im Mai 1934 9000 Arbeiter Beschäftigung gefunden haben, 6,6 Millionen Taaewerke geleistet und 11,1 Millionen Kubikmeter Erde bewegt worden sind.
Heuer stellvertretender Präsident des Holen Kreuzes
Berlin, 19. Dez. (DNB.) Der stellvertretende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und der erste Stellvertreter des Kommissars der Freiwilligen Krankenpflege, SA.-Obergruvpensührer, Generaloberstabsarzt a. D. Dr. Hocheisen, hat den für das Rote Kreuz zuständigen Reichsminister des Innern aus gesundheitlichen Gründen um Entbindung von diesen Aemtern gebeten. Reichsminister Dr. Frick hat diesem Wunsche entsprochen und gleichzeitig die großen Verdienste, die sich Pg. Dr. Hoch- eisen um den Neuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes im Sinne der Grundsätze des nationalsozialistischen Staates erworben hat, in einem herzlichen Dankschreiben ausführlich gewürdigt.
Der Führer und Reichskanzler hat aus diesem Anlaß den SA.-Oberqruppenführer Generaloberstabsarzt Pg. Dr. Hocheiseri auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick zum Ehren- Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes ernannt.
Auf Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Ro- ten Kreuzes .Herzog Karl Eduard von Coburg, hat der Reichsminister Dr. Frick den Pq. SS.-Oberführer Dr. Gravitz, Reichsarzt der SS., zum stellvertretenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes und ersten Stellvertreter des Kommissars der Freiwilligen Krankenpflege ernannt.
Ein Film vom Heid)6fneacrfofl.
Der Führer hat bestimmt, daß Kassel alljährlich Aufmarschstätte des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) ist. Vom letzten großen Krieger treffen hat der Kyffhäuserbund einen Film drehen lassen. Diesem Film kommt eine doppelte Aufgabe zu. Einmal besitzt er dokumentarischen Wert. Er hat für spätere Geschlechter das imposante Bild des Zusammenwirkens von Partei, Wehrmacht und Bund auf diesem Reichskrieger- tag festgehalten, er zeigt dabei nicht nur die alten und ältesten Krieger, Männer, in tausend Schlachten erprobt und bewährt, hinter ihren Bannern, er zeigt auch fremde Gäste, die aus einstmals feindlichem Land herübergekommen sind. Auch sie marschierten mit ihren Kameraden vom andern Graben Schulter an Schulter auf diesem Reichskriegertag auf, um demonstratio zum Ausdruck zu bringen, daß die Ehre des Frontkämpfers und die seiner Nation nur gewinnen kann, wenn er als tapferer Soldat seinem tapferen Gegner wieder die Hand reicht. Und die andere Aufgabe dieses Films besteht darin, im ganzen Reiche vor den Kameraden des Reichskriegerbundes gezeigt zu werden, isnd zwar denjenigen, denen es nicht vergönnt roar, an dem Treffen teilzunehmen, bann aber auch den Tagungsteilnehmern, die noch einmal das große Erlebnis vor sich abrollen sehen. — Der Reichskriegerbund hat aber auch noch einen anderen, und zwar einen kulturhistorischen Film drehen lassen. Dieser Bund ist der Hüter des Kyfshäuser-Denkmals. Neben dem Denkmal liegt die alte Ruine K y f f h u \ e n , von der nur noch geringe Mauerreste übriggeblieben sind. Um die Ausgrabung dieser Trümmer und die Freilegung der Fundamente bemüht sich der Bund seit Jahren. Er hat mit Hilfe des Arbeitsdienstes bereits erfreuliche Erfolge erzielt. Erhielt der Film vom Reichskriegertag in Kassel durch die Filmprüfstelle das Prädikat „Staatspolitisch wertvoll", so wurde von dem mit herrlichen landschaftlichen Aufnahmen aus dem Gebiet rings um den Kyffhäuser geschmückten Ausgrabungsfilm das Zeugnis „Volksbildend und als Lehrfilm geeignet" ausgestellt.
Ehrung einer Hundertjährigen.
Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Wilhelmine H e m p in ßämmersborf, Kreis Arns-
walde, aus Anlaß der Vollendung chres 10 0. L e • bensjahres ein Glückwunschschreiben zugehen lassen.
Schweres Erdbeben in El Salvador.
Bisher über 1000 Tote geborgen.
wie die heutigen Reuyorker Morgenblätter melden, wurde in der letzten Rächt die Stabt San Vincente in der Republik El Salvador in Mittelamerika von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Gleichzeitig machte der Vulkan Santa- rita einen Ausbruch. Die Stadt San Vincente, die 50 000 Einwohner hat, wurde fast gänzlich zerstört. Aber 1 000 Tote sind nach den Berichten der Morgenblätter bereits geborgen. Die Zahl der Verletzten soll in die Tausende gehen.
Auch die Städte und Ortschaften Tepetion, Apase- peque, verapez, San Sebastian, San Eayetano und Tecoluca wurden von dem Erdbeben betroffen und teilweise zerstört. Da die Katastrophe sich nachts ereignete und die Lichtleitungen bei den ersten Stößen bereits rissen, entstand in den Unglücksgebieten eine große Verwirrung. Die Flüchtenden fielen teilweise in Lrdriffe, ober wurden von einstürzenden Häusern begraben. Berstende Wasserrohre erhöhten das Durcheinander. Man befürchtet den Ausbruch von Seuchen, da das Wasser sehr knapp ist.
Kronprinzessin Juliana und Vrinz Bernhard von Lippe-Viesierseld feierlich aufgeboten.
Im Haager Rathaus fand das feierliche Aufgebot der Kronprinzessin Juliana und des Prinzen Bernhard von Lippe-Bicsterfeld durch den Bürgermeister statt. Das Paar nahm mit einer goldenen Feder die Einzeichnung ins Standesamtsregister vor. Gleichzeitig gaben sechs Herolde die bevorstehende Hochzeit bekannt. Die Kirchenglocken läuteten. Beim Verlassen des Rathauses wollte der Jubel der Menge kein Ende nehmen. Anschließend erfolgte ein Vorbeimarsch von Zehntausenden von Schulkindern vor dem Schloß Noordeinde. Bis zum Hochzeitstage, dem 7. Januar, bleibt die Stadt reich geschmückt.
Umwandlung der „International Zeppelin Transport Corporation“.
In Neuyork wurde die Umwandlung der „International Zeppelin Transport Corporation“ in die American Transport Inc. durchgeführt. Edward Farley wurde zum Präsidenten ernannt. Zum Vizepräsidenten wurde v. Meister, der Amerika- Vertreter der Deutschen Lufthansa, bestellt. Das Programm der neuen Gesellschaft weist für 1937 15 bis 20 Fahrten des „Hindenburg" zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten auf.
30 „Bibelforscher" vor dem Sondergericht.
Dor dem in Wanne-Eickel tagenden Dortmunder Sondergericht hatten sich 30 sogenannte „inte r- nationale Bibelforscher" zu verantwor- ten, die trotz des bestehenden Verbots ihr volksschädliches Treiben fortgesetzt hatten. Die Verhandlung gab einen Einblick in das volksfeindliche und auf die Untergrabung des völkischen Gemeinschaftslebens gerichtete Treiben dieser seltsamen „Heiligen", denen das eigene Vaterland nichts ist. die den Gesetzen den Gehorsam verweigern, die Wehrpflicht ablehnen und ihrer Einstellung gegen den nationalsozialistischen Staat auch dadurch offen Ausdruck geben, daß sie den Hitler-Gruß verweigern. Sogar die NSV und das WHW. lehnen sie ab, obwohl nicht wenige von ihnen das segensreiche Wirken dieser nationalsozialistischen Einrichtungen am eigenen Leibe verspürt haben. Unter religiöser Tarnung üben sie ihre gefährliche Tätigkeit aus, 'bie sich deckt mit den Zielen der jüdisch- bolschewistischen und marxistischen Lehre. In der Verhandlung gewann man keinen überzeugenden Eindruck von der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe dieser „frommen" Menschen. Der Staatsanwalt kennzeichnete in seiner Anklagerede treffend das unheilvolle Treiben der Angeklagten und beantragte erhebliche Gefängnisstrafen, um ihnen und allen anderen ähnlich irregeleiteten Menschen ein für allemal klar zu machens daß im neuen Deutschland für solche Gedanken kein Platz mehr ist. Das Gericht verurteilte sechs Angeklagte zu Gefängnis- st r a f e n von einem Jahr bis zu zwei Jahren drei Monaten. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Nur in einem Fall erkannte das Gericht auf Freisprechung.
Marxistischer Volksverräter unschädlich gemacht.
Der schon oft, auch im Auslande, vorbestrafte 39 Jahre alte Alfred S ch a d o w s k i wurde vom Schöffengericht Berlin wegen fortgesetzten D i e b st a h l s im Rückfalle zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für die gleiche Zeit aberkannt. Außerdem wurde Schadowski unter Polizeiaufsicht gestellt und Sicherungsverwahrung für ihn angeordnet. Die Verhandlung entrollte ein Verbrecherleben, wie es selbst vor dem Gericht in Moabit selten zur Sprache kommt. Der Angeklagte ist 2 7 m a 1 vorbe- str a f t, meist wegen Fahrraddiebstahls und Einbruchs. Er ist Marxist und flüchtete bei der Machtübernahme Durch Adolf Hitler nach Oesterreich. Seine verbrecherische Tätigkeit in Deutschland genügte den österreichischen Marxisten, um Scha- dowski in den roten „Schutzbund" aufzunehmen und ihn zum Kompanieführer in Wien zu machen. Der neugebackene „Hauptmann" beteiligte sich an den Straßenkämpfen, die sich 1934 in Oesterreichs Hauptstadt abspielten, wurde ergriffen und zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Im Sommer wurde der internationale Verbrecher nach der Verbüßung eines Teiles seiner Strafe begnadigt und ausgewiesen. Bei der Vernehmung durch die Polizei gab er unumwunden zu, daß er sich hier wieder als Agent der kommunistischen Internationale betätigen wollte. Neben seiner versuchten staatszersetzenden Tätigkeit betrieb Schadowski den Fahrraddiebstahl. Die von ihm entwendeten Fahrräder, meist das Besitztum wenig bemittelter Volksgenossen, verschob er in die Provinz. Es gelang jetzt, Schadowski zu stellen und ihn nach hartem Kampf zu überwältigen. Der Verhaftete gestand zehn Dieb» stähle ein. Dor dem Schöfsenreicht widerrief er lern Geständnis und wollte dem Gericht glauben machen.
Die deutsch-polnische gute Nachbarschaft.
Erklärungen des polnischen
W a r s ch a u, 19. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Ausschuß des Senats fand am Samstag eine Aus vrache über die Rede des Außenministers B e ck statt Auf die von einzelnen Senatoren gemachten Ausführungen und die von ihnen gestellten Fragen antwortete Außenminister B e ck abschließend in einer kurzen Ansprache. Er ging zunächst auf die in seiner Erklärung am Freitag nicht berührte Frage der Beziehungen zu Litauen ein und unterzog die Politik der litauischen Regierung einer scharfen Kritik. w v
Auf eine Frage, die die Frankfurter Rede des Reichsminisiers Dr. Schacht betraf, jagte Mi- nister Beck: „Ich möchte hier erklären, daß wir vor einigen Tagen aus dem eigenen Munde des Ministers Dr. Schacht die kategorische Feststellung erhalten haben, daß eine Jnterpreta- tion, als ob feine Rede gegen berechtigte Interessen des polnischen Staates gerichtet gewesen fei und als nicht übereinstimmend mit dem zwilchen Polen und Deutschland hergestellten Zustand der guten Rachbarschaft und des Richtangriffs angefehen werden könnte, nicht im geringsten feinen Absichten entspreche. Ich nehme an, daß diese einfache Erklärung eine genügende Antwort auf die Frage ist.
Weiter berührte Minister Beck in seinen Aussuh»
Außenministers.
rungen die polnischen See- und Kolonialfragen. Er habe es für notwendig gehalten, diese Probleme auf internationalem Boden darzulegen, nicht, weil er äußeres Prestige oder irgendwelchen äußeren Ehrgeiz befriedigen, oder gar Störungen Hervorrufen wolle. Da aber einmal ein internationaler Meinungsaustausch und der Versuch einer internationalen Verständigung zur Uederwin- dung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen werde, solle dann die polnische Stimme nicht fehlen. Je weiter sich die Welt auf ihrem jetzigen negativem Wege fortbewege, um so breiter werde voraussichtlich die Plattform sein, von der aus man Auswege aus der jetzigen Lage suchen müsse. Daher habe er es nicht für übertrieben gehalten, auch die beiden wichtigen Probleme, nämlich das der Ueber- oölkerung und das des Rohstoffbezuges gegen Devisen hinzuweifen
Hinsichtlich seines Londoner Besuches erklärte Mi- nister Beck, die damalige amtliche Verlautbarung habe so genaue Formulierungen enthalten, wie es beim gegenwärtigen Stande der Verhandlungen über einen etwaigen künftigen Westpakt möglich gewesen sei. Die Reden Edens in den letzten Tagen stellten einen wichtigen Kommentar dar, der sich nach seiner Auffassung völlig mit dem decke, was polnischerseits über die Annäherung zwischen der polnischen und der britischen Regierung gesagt wor- den fei.
Das neue Malsteuergesetz.
HeichSinnenminister ©r. Frick kündigt ein Zweckverbandsgesetz und eine Deutsche Kreisordnung an.
Abends a/s Letztes Chlorodont - dann erst ins Bett!


