war nicht minder groß als Freund der Wissenschaften und Künste. Die Meister des österreichischen Barocks, ein Fischer von Erlach und ein Hildebrand, bauten ihm sein Stadtpalais und das herrliche Belvedere. Der große Leibniz wurde fein Freund, und nur eine Hofkabale hat es verhindert, daß damals in Wien eine nationaldeutsche Akademie der Wissenschaften entstanden ist. So sehen wir aus der begeisternden Schilderung Czibulkas das Bild des großen Savoyers emporragen, den Friedrich der Große, der ihm in so vielem ähnlich war, den Helden Deutschlands genannt hat, den Meister der Kriegskunst, den weitblickenden Staatsmann und verständnisvollen Mäzen der Künste und Wissenschaften. —e.
— Alfred Rapp: Die Habsburaer. Die Tragödie eines halben Jahrtausends deutscher Geschichte. Dreis in Leinen geb. 6,50 Mark. Franckh- sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (314) — Vom Ende der Hohenstaufen bis zum Ende des Weltkrieges sind die Habsburger schicksalhaft mit der deutschen Geschichte verbunden. In allen Schicksalsstunden der deutschen Nation von der Renaissance bis zu den Reichskämpfen des 19. Jahrhunderts, vom Bauernkrieg bis zum Weltkrieg steht ein Habsburger an der Spitze des Reiches. Diese Schlüsselstellung Habsburgs in der deutschen Vergangenheit, die bisher in der deutschen Geschichtsbetrachtung nur selten und immer nur stückweise beachtet worden ist, will dies Buch von ihren Anfängen bis zu ihrem Ausgang in Gänze und Geschlossenheit aufzeichnen. Deutschland und Habsburg das bedeutet Nation und Dynastie. Die Habsburger sind die Dynastie an sich. Sie werden niemals identisch mit einer Nation wie etwa die Bourbonen, die Romanows oder die Hohenzollern. Ihre Eigentümlichkeiten sind keine völkischen, es sind Sippenmerkmale. Ohne große Mäner auf dem Thron, hat diese Dynastie sich ein großes Reich geschaffen. So werden die Habsburger nicht als Persönlichkeiten, wohl aber als Dynastie eine große Erscheinung in der Geschichte. Daß diese Dynastie ohne Bindung an eine Nation Jahrhunderte hindurch die deutsche Kaiserkrone trug, darin liegt das große historische Problem Habsburg und Deutschland, dem der Verfasser in seinem Buch mit großer Kenntnis der Details, aber auch mit einem scharfen Blick für die große Linie und die weltgeschichtlichen Zusammenhänge nachgeht. Persönlichkeiten wie Maximilian der letzte Ritter, der trotz seiner vielen Kriege nicht mit seinen Hellebarden, wohl aber mit seinen Hochzeitspakten seine historischen Erfolge erringt, wie sein Enkel Karl V., dessen Stammbaum zum Baum der habsburgischen Weltmacht wurde, die Kaiser des 30jährigen Krieges, der zwar das Ende von Habsburgs Uebermacht über Deutschland, aber auch das Ende aller Reichsgewalt in Deutschland brachte, die Gründer eines spezifisch österreichischen Reiches, dessen deutsche Länder nur noch auf dem Papier zum Deutschen Reich gehören, und dessen Oberhaupt neben dem Reich steht, dessen Krone er noch trägt. Schließlich Maria Theresia, die große Kaiserin, die aber ebensowenig das Symbol des Reiches ist wie ihre Vorgänger und gerade zur Begründerin der altösterreichischen Tradition wird, alle diese
Figuren eines großen geschichtlichen Weltbildes werden in der Darstellung des Verfassers plastisch und in ihrer geschichtlichen Bedeutung offenbar; sie alle spielen ihre Rolle in der Aufrichtung des rein dynastisch eingestellten habsburgischen Reiches, dessen Bindung an Deutschland ohne Bindung an die deutsche Nation der letzteren zum Verhängnis werden sollte. Ein reiches Bildermaterial, gute Karten, viele Zeittafeln und Stammbäume erleichtern des Verständnis des fesselnd geschriebenen Buches.
—e.
— Kaiserjäger — ausharren! Eine Kriegserzählung von Gisbert W. Kühne-Hell- messen. (Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg. Gebd. 4,80 Mark.) — 414. — Das Buch berichtet von dem stolzen Siegeszug und von dem Heldensterben des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger in den Septembertagen 1914 in Galizien. Es ist zwar nur das Leben und heldische Ende einer kleinen Truppe von den zahlreichen Armeen, die in dem großen Völkerringen einander gegenüberstanden, aber das hohe Lied des tapferen Soldatentums in allen seinen guten Erscheinungsformen, das in diesem Kriegsbuche aus jener Zeit zu uns herübertönt, weist viele Anklänge auf an die Heldengröße, die wir Deutsche mit den Namen Langemarck und Verdun verbinden. Daneben stellt das Buch ein leuchtendes Ruhmeszeichen für die völkischen und soldatischen Tugenden des Tiroler Bergvolkes dar, dessen Söhne sich bekanntlich in dem großen Kriege als eine der besten Kerntruppen der k. u. k. Armee erwiesen haben. Der Verfasser vermeidet in anerkennenswerter Weise alles Unechte, alles Theatra
lische, alles Ueberhebliche, er berichtet schlicht und einfach von den Tatsachen des Geschehens bei diesem Regiment und bringt nur den Soldaten, nur den bis in den Tod getreuen Mann der Waffe in Ehren zur Geltung. Damit setzt er den Gefallenen jenes Tiroler Regiments ein würdiges Denkmal und zeigt der Jugend zugleich ein großes Vorbild. Darum wünschen wir dem Buche viele Leser, ins- besottdere unter der Jugend. 6.
Ein neues Znselbüchlein.
— Edgar Allan Poe: Phantastische Erzählungen. Mit Zeichnungen von Fritz Fischer. Uebertragen von Grete R a m b a ch. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (481) — Das in der Insel-Bücherei (Nr. 129) erschienene Bändchen vereinigt in neuer Uebersetzung drei der bekanntesten Geschichten des berühmten amerikanischen Erzählers: „Die Maske des roten Todes", den „Goldkäfer", „Die Wassergrube und das Pendel"; alle drei zeugen für die Eigenart und literarische Ausnahmestellung Edgar Allan Poes; „Der Goldkäfer" gehört sicher zum Besten, was er überhaupt je geschrieben hat: ein kleines Meisterwerk novellistischen Scharfsinns und romantischer Phantasie. Das Unheimliche und Grauenhafte hat niemand erregender zu schildern verstanden; man liest die drei Erzählungen aufs neue mit angehaltenem Atem und hört nicht eher auf, bis man am Ende ist. Die Federzeichnungen des Illustrators passen sich dem Stil dieser Geschichten mit lebendiger Einfühlung an. hth.
winden. Schon 1926 wurden dann aber die Zuge« ständnisse an die Bauern immer mehr zurückgezogen. Man wollte sie zwingen, zu den zu Eingang geschilderten Zwangspreisen ihre Erzeugnisse ausschließlich an den Staat zu verkaufen, während der Bauer zu den überhöhten Zwangspreisen die In» dustrieprodukte aus den Staatsläden zurückkaufen sollte. Durch diese Preisschere sollte der erste Fünfjahresplan finanziert werden. Diesen gewaltigen Ausbeutungsoersuch beantwortete der Bauer mit einem Uebergang zur S e l b st verso r g u n g s w i r t s ch a f t. Das führte zur furcht- baren Lebensmittelknappheit und 1929 zur Einführung der Lebensmittelkarten. Der Kreml war damit vor die Frage gestellt, entweder die geschilderten „Finanzierungsgrundlagen" des Fünfjahresplanes aufzugeben, um dem Bauern sein Recht werden zu lassen, oder aber mit dem Mittel brutalsten Terrors zu versuchen, den Bauer zur roten Sklaverei zu zwingen.
Stalin selbst kündigte am 27. Dezember 1929 den Weg des Terrors an, indem er erklärte, die Sowjet-Union wäre „von der Politik der Einschränkung der ausbeuterischen Tendenzen des Kulaken- tums (Bauerntums, d. V.) zu der Politik der Liquidierung des Kulakentums als Klasse übergegangen". „Liquidierung des Kulakentums" bedeutete Zwangskollektivierung! Wie das gemacht wurde? Man zwang den Bauer mit den Mitteln des brutalsten Terrors, mit Erschießung, Verbannung, seine Erzeugnisse an den Staat zu „verkaufe n", so daß ihm für seine eigene Ernährung nicht mehr das Notwendigste übrig blieb. Dann schickte man einen besonderen Beauftragten in das Dorf zur Mobilisierung der „armuts- aktiven Elemente". Der hatte bann das nur irgendwie aufzutreibende Gesindel um sich zu versammeln, das „mit Begeisterung" beschloß, zur Kollektivwirtschaft in dem Dorf überzugehen, der zu bildenden Kolchoze beizutreten. Der einzelne Bauer war dann vor die Frage gestellt, entweder sich auf seinem Hof zu behaupten und damit als „Staatsfeind" erschossen oder verbannt zu werden, oder ebenfalls seinen „freiwilligen Beitritt" zur Kolchoze zu erklären. Zu Hunderttausenden sind russische Bauern erschossen oder, schlimmer als das Vieh in Waggons zusammengepreßt, in Verbannungsorte geschickt worden.
Durch diese Methode hatte man es erreicht, daß bereits 1933 rund 15 Millionen Bauernwirtschaften in 225 000 Kolchoze verwandelt waren neben 5000 Sovchozen, das heißt Staatsgütern von teilweise 100 000 Hektar und mehr. Diese Kolektivwirt- schaften hatten schon 1933, wie Michael schreibt, 83,4 v. H. der Gesamtanbaufläche der UdSSR. Noch etwa 8 Millionen Individualwirtschaften mit dem Rest der Anbaufläche waren 1933 vorhanden, die aber inzwischen auch völlig unter „staatliche Planung" gekommen sind. Die Kolchoze sind nicht am Ende irgendwelche „Produktivgenossenschaften", sondern sie sind staatliche Zwangsbetriebe, in denen die Bauern zu Sklaven herabgedrückt sind. Deshalb trifft es schon zu, was wir sagten: Bolschewismus bedeutet Bauerntod. Bolschewismus ist der schlimmste Feind des Bauern. Hört es das Bauerntum der Welt?
Bolschewismus bedeutet Bauerntod.
Oie rote Sklaverei in der bäuerlichen Kollektivwirtschaft der Sowjetunion.
ZdR. Von Nürnberg aus hat der Führer alle Kulturnationen aufgerufen zum Kampf und Zusammenschluß gegen den Bolschewismus. Alle in oer Welt geht das an. Besonders aber auch das Bauerntum der Erde. Denn die rote Industrialisierung und die phantastischsten Rüstungszisfern der Roten Armee sind aus den russischen Bauern herausgepreßt. Ein einziges Beispiel möge das belegen. Wie Dr. K. Michael in seinem soeben erschienenen Werk „Die Agrarpolitik der Sowjet-Union und deren Ergebnisse" (Nibelungen-Verlag, 304 S.) unter Zitierung der amtlichen Sowjetquellen schreibt, zahlt der bolschewistische Staat dem Bauern, auch dem im Kollektiv, für 1 Kilogramm Roggen 4,15 bis 6,25 Kopeken und für 1 Kilogramm Weizen 6,05 bis 9,75 Kopeken. Der gleiche Staat verkauft dann in seinen städtischen Konsumläden das Kilo Roggenbrot mit 60 bis 150 Kopeken und das Kilo Weizenbrot mit 90 bis 160 Kopeken. Aber selbst diese festgesetzten Preise werden in den Staatsläden nicht immer eingehalten. Bis zu 400 Kopeken und teilweise noch darüber wird oft von der städtischen Bevölkerung für 1 Kilogramm, noch dazu schlechtes, Weißbrot verlangt.
„Diese Methode des Sowjetstaates", schreibt Michael, „bei der Bereitstellung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse diese in völliger Ignorierung des volkswirtschaftlichen Wertes dem Bauern einfach zu enteignen, ist der Weg, auf dem hauptsächlich die Umleitung der Werte vom Lande in die Stadt vor sich geht. Diese Umleitung der Mittel, worauf das Milliarden-Experiment des Bolschewismus zur Erreichung seiner weltpolitischen Ziele basiert, ist auch einer der Hauptgründe dafür, daß die Sowjetregierung mit allen erdenklichen Mitteln (des Terrors, d. V.) den Bauern zur Produktion zwingen will.".
Der russische Bauer ist es also, der die Rote Armee, den bolschewistischen Imperialismus mit Sklaverei ober gar mit seinem Leben bezahlen muß. Der Bolschewlsmus ist ber Tobfeinb gerabe bes Bauern. Alle Bauern ber Welt müssen beshalb ben deutschen Ruf zum Kampf gegen bie bolschewistische Gefahr hören.
In ber „NEP."-Zeit — „NEP." = Neue Ökonomische Politik — hatte selbst bie Sowjetunion bem russischen Bauern zahlreiche Zugestänbnisse, besonbers bas bes Privathanbels, gemacht, um da- burch bie bamalige Welle ber Hungersnot zu über
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