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paradiesische Zustande herrschen müssen, geht aus einem von dem Sohn eines Priesters verfaßten Schreiben an die sowjetrussische Zeitung „Jsweftija" hervor, in dem es u. a. heißt: „Mein Vater bleibt nicht mehr Geistlicher. Die Kinder von Geistlichen haben die Pflicht, sich dafür einzusetzen, daß die Eltern ihre religiöse Betätigung einstellen." Mit anderen Worten: Wenn die Eltern, denen in Jot» cher Weise zugesetzt wird, nicht parieren, werden sie von ihren eigenen Kindern kaltherzig aus einer Welt befördert, in der es keinen Gott mehr geben darf.
geringfügig war, um fei- -----f zu dienen. —e.
verwendet werden, um den Ratten die Ristmoglich- leiten zu nehmen. Jetzt werden nun 2 Millionen Menschen mit dem neuen Serum geimpft. Alles hofft, daß die Gefahr damit behoben ist, von der allerdings nur selten ein Europäer betroffen wird, weil er durch Sauberkeit im Haus und am Körper jene gefährlichen dreißig Flohstiche verhindert, die für die Uebertragung der Krankheit notwendig find.
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„Prinz Lugen, der edle Mer
— Robert Hohlbaum: Zweikampf um Deutschland. Roman. Preis in Leinen geb. 6.— RM. Verlag Albert Langen / Georg Müller, München. — (370) — Robert Hohlbaum, der österreichische Dichter will uns den seelischen Konflikt nahebringen, den das deutsche Volk in Oesterreich durchzufechten hatte, bis es im Zweikampf um Deutschland die Partie aufgab. Er tut es mit soviel Verständnis und heimlicher Hochachtung für den so ganz anders gearteten preußischen Geist, daß sein Roman über der Erkenntnis bedeutsamer geschichtlicher Zusammenhänge hinaus der Erziehung zu großdeutschem Denken dienen wird. Drei junge Wiener Studenten erleben auf sehr verschiedene Weise den Zusammenbruch der Revolution des Jahres 1848. Der eine fällt zurück in das gefahrlose Leben eines geschäftstüchtigen Bürgers, der ungern an die „Jugendeselei" der Revolutionstage erinnert wird und schnell Anschluß findet an die jüdische Hochfinanz, die keine nationaldeutschen Skrupel hindert, überall dort den Rahm abzuschöp- jen, wo sich ihr Gelegenheit dazu bietet. Der andere beharrt in wildem Trotz bei seinen revolutionären Idealen und zerbricht in den Kasematten des Spielberg. Der dritte, dessen Lebensweg das Rückgrat des Romans ist, läßt sich einreihen in die österreichische Armee, die in Oberitalien den Habs-
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— Paul Ernst: „Das Kaiser bu ch." Volksausgabe in drei Bänden. Preis jedes Bandes in Leinen gebunden 8,50 Mark. Band 3: Die Schwabenkaiser. Alle drei Bände (Band 1: Die Sachsenkaiser; Band 2: Die Frankenkaiser; Band 3: Die Schwabenkaiser) in Geschenkkassette 24 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — (474.) — Die Idee des mittelalterlichen deutschen Kaisertums, von den Sachsenkaisern zuerst geschaut und verwirklicht, von den Frankenkaisern in harten Kämpfen aufs neue errungen, erlischt am Ende der Herrschaft der Schwabenkaiser, nachdem sie in dem Kaisertum Barbarossas ihre Kraft noch einmal strahlender und schöner denn je gezeigt fygt. Reich
und tief sind die Gesänge, in denen Paul Ernst diesen Kaiser, seine Taten und Kämpfe und die Menschen seiner Zeit beschwört. Reben seiner heldenhaften Gestalt steht der mächtige Kanzler Rainald von Dassel, und dem Kaiser gegenüber der leidenschaftliche Herzog Heinrich der Löwe, aus schicksalhafter Notwendigkeit zu seinem Gegenspieler bestimmt. Schönheit und Würde von Kunst und ritterlichem Leben durchleuchten die Herrscherjahre Friedrichs I., dessen tragisches Ende wie eine gewaltige Erschütterung auch durch diese Dichtung Seht. Die neuerlichen Kämpfe mit dem Papst, die neinigkeiten im deutschen Land, die dunklen Anzeichen einer inneren Gärung und zuletzt die Herrschaft Friedrichs II. sind das Nachspiel des großen Werks. Sie zeigen, wie dieses Zeitalter glanzvoll, aber unaufhaltsam zu Ende geht. Dann endet die Dichtung, wie sie am Anfang des ersten Bandes begann, wieder im mythischen Bereich mit einer Vision der Kyfshäusersage von unheimlicher Größe. Häufiger als in den anderen Bänden sind hier deutende und sinnbildliche, bald ernste, bald heitere Märchen in die Dichtung eingefügt. Schärfer noch als bisher heben sich in diesem Band die großen Entscheidungen der damaligen Zeit heraus, noch leuchtender sind die Feste geschildert, noch eindringlicher die Menschen gezeichnet, noch bunter und bewegter die Umwelt von Volk und Land, in dem die großen Gestalten der Dichtung leben.
— D i e Rose Feuerzauber. Roman von Paul Oskar Höcker. (Verlag Scherl, Berlin. Gbd. 3,80 Mark.) — 469. — Der bekannte und beliebte Romanschriftsteller führt in diesem Werk seine Leser zurück in die 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, mitten hinein in das damals mächtig aufstrebende Berlin, dessen Weg zur Weltstadt Höcker selbst mit- gegangen ist und miterlebt hat. Er läßt den Leser fesselnde Einblicke tun in das damalige Kleinbürgertum der Reichshauptstadt, aber auch in den Alltag
untergraben, daß die Priester der russischen Kirche, wenn sie nicht Almosen empfingen, verhungern müßten und daß den bolschewistischen Machthabern kein Mittel zu gemein ist, um es im Kampf gegen die Religion nicht anzuwenden. Und welches Mittel wäre wohl niederträchtiger als das von dem „Komsomol", der kommunistischen Jugendorganisation, ganz systematisch benutzte, die „aufgeklärten" Kinder gegen die Eltern, die noch religiös sind, aufzuhetzen, d. h. eine Kontrolle des Familienlebens zu organisieren, die darauf hinausläuft, die Eltern „auf den rechten Weg zu lenken"! Was da für
Neffen, Otto Nöldeke, übergeben, der es 1910 herausgab. Hans Balzer, der die vorliegende Neuausgabe veranstaltet hat, macht in feiner feinsinnigen, auch dem Charakter Wilhelm Buschs gerecht werdenden Einleitung darauf aufmerksam, daß aus der Anschauungsart der Volksmärchen, die für Wilhelm Busch eine zweite Welt geworden waren, sehr wesentliche Elemente auch die Bildergeschichten des Künstlers beeinflußt haben, daß z. B. die oft kritisierte Grausamkeit, mit der Busch die haarsträubendsten Foltermethoden erfindet und die gelassene Ruhe, mit der er die Geschöpfe seiner Phantasie oft auf grausigste Weise zu Tode kommen läßt, durchaus märchenhaft zu begreifen sind, als etwas ebenso Unwirkliches, wie die Märchen und Sagen selber, die wir ja auch als ein abseits unseres Verstandes liegendes Reich des Irrealen nur als grotesk, nicht aber als grausam empfinden. So rührt diese schöne Sammlung alten Volksguts an den Kern des Künstlertums Wilhelm Buschs. Und nicht minder offenbaren uns die vielen eingestreuten, aber nicht zum Text gehörenden Zeichnungen den Meister des Stiftes, dem
der sog. großen Welt eines bedeutenden Berliner Unternehmerhauses. Zwei Pole stellt er also einander gegenüber, die Brücke von hüben nach drüben stellt ein junger Architekt dar. Das Ganze gruppiert sich um das Lebensschicksal zweier junger Menschenkinder, deren entscheidungsvolle Zeit völlig im Banne der großen Berliner Gewerbeausstellung von 1896 steht, und in deren Zeit des Sichkennen- lernens und Sichfindens die für die damalige Welt so sensationelle Züchtung einer zweifarbigen Rose, der Rose „Feuerzauber", weithin Aufsehen erregte. Alles das hat Höcker in seinem Roman so warmherzig, so feinempsindend und mit so meisterhafter Gestaltungskraft und seinem fesselnden Erzählertalent geschildert, daß man an dem Buche ungetrübte Freude erlebt. B.
— Edwin Erich Dwinger: Und Gott schweigt... Bericht und Aufruf. Preis gebunden 2,40 Mark. Verlag Eugen Diederichs in Jena. — (397) — Dwinger war als deutscher Kriegsgefangener Zeuge jener entsetzlichen Tragödie, in die der Kampf „Zwischen Weiß und Rot" ausmündete und die so recht eigentlich die Geburtsstunde jenes Bolschewismus war, der heute über die Grenzen seines eigentlichen Ursprungslandes hinaus die ganze Welt für die Revolution reif zu machen sucht. In seinem jüngsten Buch macht Dwinger sich zum Sprachrohr für die Anklage eines jungen Deutschen, der einst vor drei Jahren als begeisterter Anhänger der kommunistischen Idee nach Sowjetrußland auswanderte, dort aber durch furchtbare Erlebnisse belehrt und durch unerschütterliche Tatsachen vom vollständigen Versagen der kommunistischen Ideologie in der Praxis überzeugt zum bewußten Kämpfer gegen den Bolschewismus geworden ist. Mit unserem Gewährsmann werden wir Augenzeugen des Alltagslebens im roten Moskau. Wir fahren dann mit der „Intourist" im Luxuszug durch das weite Land zu den Mammutwerken am Dnjepr.
burgifchen Besitz gegen den aufflammenden italienischen Nationalismus und die ihn schützenden Franzosen verteidigt. Das seltsam spannungsreiche Leben in diesen österreichischen Garnisonen, die wie auf einem Vulkan inmitten einer Welle tödlichen Hasses eine innerlich schon verlorene Stellung behaupten müssen, wird von Hohlbaum in vielen Nuancen ungemein lebendig und fesselnd geschildert. Ein Ungar, ein Italiener, ein Deutscher, alles Offiziere in der k. u. k. Armee, werden in den schweren Gewissenskonflikt gestellt zwischen der Treue zu Staat und Herrscherhaus und der Treue zu ihrem Volk, das zur Befreiung der Nation aus den Fesseln eines überoölkischen Großstaates aufbricht. Der junge Wiener, der auf dem Schlachtfeld von Novara mit Leib und Seele in den Bann der großen Uebertieferungen und der staatserhaltenden Aufgaben der altösterreichischen Armee gezogen wird, erlebt auf dem Schlachtfeld von Königgrätz fein Damaskus. Noch einmal gelingt es Klerus, Aristokratie und Hochfinanz den Kurs gegen die Idee der deutschen Einheit zu steuern, erst als 1870 sich Oesterreich, durch die ersten deutschen Siege nachdrücklich gemahnt, zur Neutralität bekennt, ist der Zweikampf um Deutschland ausgefochten. Auch das deutsche Volk in Oesterreich packt das Bewußtsein gemeinsamen deutschen Schicksals. —e.
— Alfons von Czibulka: Das Volksbuch vom Prinzen Eugen. Mit 31 Bildtafeln. Verlag Hugendubel, München. — (374) — Die nationaldeutsche Bedeutung des Prinzen Eugen, dessen unvergängliche Feldherrntaten um die Wende des 18. Jahrhunderts das Reich aus der schweren Krise gleichzeitiger Bedrängnis durch Franzosen und Türken rettete, und der der Begründer der modernen österreichischen Großmacht wurde, ist nicht immer hinreichend erkannt und gewürdigt worden gegenüber dem späteren diese Zeit deutscher Reicysherrlichkeit überschattenden Konflikt zwischen Preußen und Oesterreich seit den Tagen Friedrichs des Großen. Eugen von Savoyen, ein Prinz französischen Geblüts, dessen Mutter einst dem Herzen des Sonnenkönigs nahegestanden hatte, betrat in dem Augenblick das Feld seines späteren Ruhms, als die Türken sich anschickten Wien zu erobern. Als kriegfreiwilliger Dragoner des Türken- louis im Heere Karls von Lothringen folgt er nach dem Entsatz von Wien den fliehenden Türken in das weite ungarische Land. Wenige Jahre später schon entschied er die gewaltige Schlacht von Mohacs. Aber ein selbständiges Kommando erhielt er erst 1697, als der Türke, dem von Paris aus Mut gemacht worden war, wiederum weit nach Ungarn einbricht, während dort selbst ein Aufstand gegen die habsburgische Herrschaft tobt. Die Schlacht bei Zenta, die das türkische Heer vernichtet, war des Prinzen Eugen erste große gewonnene Schlacht.
DRanbgloffen zur kleinen Zeitgeschichte Bon Ernst von Niebelschüh.
Unter all den Gefahren, die heute die Leiter der französischen Politik mit banger Sorge um die Zukunft des Landes erfüllen, gibt es eine, gegen die offenbar fein Kraut gewachsen ist, es wäre denn eine vollständige Umkehr der französischen Mentalität. Wir meinen das Bevölkerungs- oder besser das Entvölkerungsproblern. Es muß eine sehr ernste Unterredung gewesen sein, die kürzlich der Senator Georges Pernot in seiner Eigenschaft als Vorstand des Bundes der Kinderreichen mit Leon Blum hatte und in deren Verlauf der Regierungschef eine, auch in Deutschland bekannt gewordene Karte Frankreichs zu Gesicht bekam, die mit unbarmherziger Deutlichkeit zeigt, daß Frankreichs Volkszahl unaushörlich finkt und heute schon in keinem gesunden Verhältnis mehr zu den übersteigerten Ansprüchen der Nation auf Weltgeltung steht. Mit Ausnahme einer schmalen Zone in der Betagne, der Normandie und in den nordöstlichen, an Belgien und Deutschland grenzenden Provinzen sind sämtliche Departements, wie die Karte klar erkennen läßt, von dem Gespenst der inneren Auszehrung bedroht. Genau Zweidrittel des Landes weisen einen Ueberschuß der Todesfälle über die Geburten auf, aber lehrreicherweise sind es nicht etwa die Jndustriebezirke, sondern umgekehrt die vorwiegend von bäuerlicher Bevölkerung besiedelten Gebiete, in denen der Geburtenrückgang am sichersten hervortritt. Das verheerende Einkindersystem hat, einer Seuche gleich, auf. alle Stände und Berufsschichten übergegriffen und ist heute schuld daran, daß sich Frankreich aenötigt sieht, massenhaft fremde Einwanderer ins Land zu rufen, um wenigstens dem wachsenden Mangel an Arbeitskräften avzuhelfen. Man mag nun das Problem anfassen, wo man will, man mag durch Gewährung von Steuererleichterungen und Beihilfen die Fortpflanzungsfreudigkeit zu heben suchen — das alles hilft doch nu~ vorübergebend, solange es nicht gelingt, den sittlichen Willen zum Kinde zu wecken und die Nation davon zu überzeugen, daß sie sich selbst aus der Lifte der Lebendigen streicht, wenn sie es verschmäht, um einer bequemeren Gegenwart willen tragkräftige Familien zu gründen und damit an der Zukunft zu bauen. Zwar fühlen wir uns nicht befugt, den Franzosen gute Lehren zu erteilen, aber die Lehre, die das aus den gekennzeichneten Gründen langsam dahin- siechende Frankreich der übrigen Welt gibt, ist so grauenhaft, daß kein Kulturvolk ungerührt daran Vorbeigehen kann.
Wenn auch das deutsche Volk unter dem Schutz und der Führung eines Staates, der Ehe und Familie nach Krä ten fördert, keinen Anlaß hat, für feinen biologi chen Bestand zu fürchten, so wissen wir doch, daß das französische Beispiel der beschränkten Kinderzahl oder gar der Kinderlosigkeit auch auf uns nicht ohne verhängnisvollen Einfluß geblieben ist. Nur die größte Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Lebens und der Heiligkeit der Ehe wird das Gespenst, wo es bereits umgeht und die Köpfe verwirrt, bannen können. Keinesfalls darf die Bekämpfung in der Weise geschehen, wie sie neuerdings von privater Seite vorgeschlagen und durch Drucksachenoersand propagiert wird. Von der Erkenntnis ausgehend, daß in Deutschland wenigstens 1,5 Millionen Menschen geboren werden müssen, um die statistisch ausgerechnete „Kinderbeschaffungsziffer" zu erreichen, legt nämlich ein hurtiger Bevölkerungspolitiker, der offenbar glaubt, das Problem auf maschinellem Wege im Handumdrehen lösen zu können, eine Art Vierjahresplan für die deutschen Geburten vor. Man traut seinen Augen nicht, wenn man liest, daß normalerweise nur Zweidrittel der geforderten Gesamtsumme von Jahresgeburten von den jungen Ehen aufgebracht werden könnten, „das restliche Drittel also als eine nachträgliche Beitragsleistung von den älteren Jahrgängen zurück bis zum Geburtsjahr 1900 zu beschaffen" sei. Hier wird mit dem Derehrungs- würdigsten, was es gibt, ein wahrhaft frevelhaftes Spiel getrieben; der findige Statistiker scheint die deutsche Familie mit einem Gestüt zu verwechseln. Mit Recht bezeichnet die Nationalsozialistische Par- teikorrespondeuz diese Vorschläge als eine unerhörte Herabwürdigung von Dingen, die jedem gesund denkenden Menschen als unantastbar gelten müssen, und zieht daraus den Schluß, daß sie geeignet sind, „weitere Verwirrung zu stiften und das Wesen der nationalsozialistischen Bevölkerungs- Politik zu entstellen". *
Wenn das heutige Rußland immer noch die dreiste Behauptung, daß in dem bolschewistischen Paradies die „freie Ausübung der religiösen Kulte" gewährleistet sei, zu verbreiten wagt, so überschätzt es denn doch die Leichtgläubigkeit derer, die durch die russische Gottlosenpropaganda selber und durch die entseuchen Vorkommnisse in Spanien darüber belehrt worden sind, was von solchen Versicherungen zu halten ist. Nur die Dümmsten unter den Dummen können noch daran zweifeln, daß die Ausrottung der religiösen Gefühle eine der Grundforderungen Lenins ist, daß seine Erben es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit dem Christentum die Fundamente der alten Welt zu
Kinderheimen. Wir werden durch ein landwirtschaftliches Mustergut geleitet und sind überrascht über diese Leistungen. Aber sobald wir vom schmalen Wege abkommen, den die „Intourist" für neugierige Fremde bereit hält, wenn wir mit unserem Gewährsmann in der Ukraine die Dörfer aufsuchen, in der er während des Krieges weilte, so finden wir verlassene Gutshöfe, tote Städte, Menschen vor Hunger apathisch am Wege liegend, Kinder, die vor Schwäche ihr Bett nicht mehr verlassen können und unzählige andere kaum zu beschreibende Bilder schrecklichsten Elends. Im Wolgagebiet, im Kaukasus, früher Gegenden ertragreichster Landwirtschaft, heute öde Felder, tote Dörfer: das Gespenst des Hungers schreitet durch das weite Land. Und nun geht uns das Auge dafür auf, daß die wenigen Musterfabriken am Wege der „Intourist" nur bestehen können, weil Millionen Bürger, Arbeiter und Bauern in Erdlöchern hausen, daß ein paar fette Kühe im Staatsstall auf weißen Kacheln stehen können, weil Millionen dafür hungern, daß eine kleine Schicht roter Bonzen ein mehr als auskömmliches Leben führen können, weil 160 Millionen in ihrem Lebensstandard auf das Niveau eines Tieres herabgedrückt sind. Dies offene Bekenntnis eines Bekehrten muß auch dem Letzten die Augen dafür offnen, daß der Bolschewismus die Vernichtung menschlicher Kultur schlechthin bedeutet. ge.
— Friedrich Schnack: Die wundersame Straße. Ein Roman von Liebe und Unruhe. 250 Seiten. Broschiert 3,50 Mark, Ganzleinen 5 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (477) — Dies ist die Geschichte des Mannes Silvester, der mit seiner Ziehharmonika und seiner Klarinette über die deutschen Landstraßen wandert und unterwegs allerlei merkwürdige und aufregende, idyllische und schmerzliche Begegnungen und Erlebnisse bat. Ein romantisches Buch also, ein später Nachkömmling von Eichendorffs „Taugenichts". „Um dem Dasein Silvesters eine tiefere Bedeutung zu geben", sagt Schnack, „suchte ich ein Sinnbild für ihn"; er fand das Symbol der Straße mit ihrer Unruhe und ihrer Bewegung, „mit allen ihren Erscheinungen, Vorfällen und Schicksalen ... Gleichnis für ein Höheres und Bedeutungsvolleres ..., nämlich ein Gleichnis für das Leben selber." So ist dieser Silvester nicht eine zufällige Phantasiegestalt, sondern ein beispielhafter Mensch, ein deutscher Typus, ewig umgetrieben und auf der Wanderschaft. Aber er findet das Ende des Weges und das Ziel, das er zuvor nur dumpf geahnt und gesucht hat: die große und grausame Weltstadt Berlin, wo er um die Weihnachtszeit ankommt, und wo er zuerst, verlassen und ratlos, verzweifeln zu müssen meint, beschert ihm ein großes Glück, die schicksalhafte Wende feines Lebens: läßt ihn unter Millionen die beiden Menschen finden, mit denen zusammen er von der Landstraße Abschied nimmt, und in denen die suchende Unrast seines Blutes, die dunkle Sehnsucht seines Herzens gestillt und befriedet ihre Erfüllung finden. hth.
— Wilhelm Busch: Aus alter Zeit, herausgegeben von Otto Nöldeke und Hans Balzer mit Handzeichnungen des Dichters. Preis in Seinen gebunden 4,50 RM. Insel-Verlag, Leipzig. — (421) — Wilhelm Busch ist gemeinhein berühmt und geschätzt um seiner Bildergeschichten willen. Nur wenige kennen seine Passion für altes Volksgut an Märchen, Sagen und Liedern und fein feines Verständnis für die Sprache, mit der er sich besonders im letzten Jahrzehnt seines Lebens, während er den Zeichenstift ganz ruhen ließ, mit beharrlichem Eifer beschäftigt hat. Seine niederdeutsche Heimat Wiedensahl, der er immer verhaftet blieb, war der nie versiegende Quell, aus dem er schürfte. Was er hier im einsam gelegenen Dors an alt übernommenen Geschichten und Reimen hat erzählen hören, hat er fleißig gesammelt und, in seinem Notizbuch zusammengetragen, einige Jahre vor seinem Tode seinem
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Das Reich hat den Rücken frei, als vom Westen her der Franzose um der spanischen Erbschaft willen zu neuem Angriff schreitet. In der Schilderung C^ibulkas, der selbst im österreichischen Heere gekämpft hat, werden die Berichte über die glänzenden strategischen Manöver des Prinzen bei Rooeretv, über sie großen Schlachten bei Höch- städt, Oudenaarde und Malplaquet zu einem wahren Ruhmessang eugenischen Feldherrntums und österreichischen Wassenglücks. Die Siege im Westen werden noch übertroffen durch den Ruhm des zweiten Türkenkrieges, in dem die Schlachten von Peterwardein und Temeswar und die Eroberung von Belgrad aus dem großen Feldherrn den unsterblichen Dolkshelden machten. Czibulka vergißt aber auch nicht neben dem Feldherrn Eugen, dem er in hinreißender Begeisterung einen Ruhrnes- kranz flicht, den bedeutenden Staatsmann, der vielleicht als erster eine Vorstellung von einem großen einigen Reich der Deutschen hatte, das zwischen der Nordsee und dem Balkan, der Ostsee und dem Mittelmeere die beiden Stromgebiete vereinigte, deren Wasserläufe vor allen anderen die Schicksals- ftröme unseres Erdteils sind. Er hat auch später seinem Kaiser die Verheiratung der österreichischen Erbtochter Maria Theresia mit dem Bayernprinzen (dem späteren Kaiser Karl VII.) angeraten, um damit Oesterreich zu einem überwiegend deutschen Staat zu machen und das Reich gegen französische Eingriffe für alle Zeiten gefeit zu sehen. Und Eugen


