Ausgabe 
21.11.1936
 
Einzelbild herunterladen

WujaSr&schiqtel

Das große Fachgeschäf t für Damen- und

Pelzkleidung Frankfurt am Main. Zeil 109

00 V.H. Divi'

stage bet n aus tiefem -Verleihungen nz blonder- xud) Pcvsesivr ng. Es war ^eft zu jinder, Tatsache. An in das küh­lem Osten di! ihlte laufende für das Zahr ) an, während ihselige Klein« mmste zu oer« Werstand der iheiten umstel« aus Bambus« re dürfen nicht

«%

litt ««' u fify

licklung, arbei« -benfo heraus, n individuellen schöpfte jo die gleicher Weise f ihr Gewicht ifd) abprägte. 'orgtheit für- eitsfrohseins >it, einander gard Jach- ,aUaz als n, ganz dem in in * ^wang: blu-' in der gew°' isch sein au* ettstreit einer chönhelt musikalische"

weht, der Mit« irbstlust bringt, 'ssen, daß man lllzu rasch ge« e, den Suchch

Papaja, die , den Bambus, d an das, was ht haben. Was rantljeiten, das

ch in l'edel nde, S-'E »te

,b von d« liefe 5>" i dringliche ' 'ende Kl° t htoollen A drawatlsche^ cs

arängen. Der & Wirkung 'scheMaß. Silage in Elendggebieten 9 Mt Plänen ustrien und S oer Koh.

(Scherl

Neues für den Büchertisch

kein alltägliches Ding zu gerin; nem Künstlerauge als Dorwurf

Wir sehen die riesenhaften Fi liehen sanitären Anlagen, Ki

talent geschildert, das trübte Freude erlebt.

Zweikamps nm Deutschland

Die führende natnrknndliche Monatsschrlftl

sabriken mit vorbild- irankenanstalten und

Unseren ausführlichen Prospekt

i Sie kostenlos und unver-

paradiesische Zustande herrschen müssen, geht aus einem von dem Sohn eines Priesters verfaßten Schreiben an die sowjetrussische ZeitungJsweftija" hervor, in dem es u. a. heißt:Mein Vater bleibt nicht mehr Geistlicher. Die Kinder von Geistlichen haben die Pflicht, sich dafür einzusetzen, daß die Eltern ihre religiöse Betätigung einstellen." Mit anderen Worten: Wenn die Eltern, denen in Jot» cher Weise zugesetzt wird, nicht parieren, werden sie von ihren eigenen Kindern kaltherzig aus einer Welt befördert, in der es keinen Gott mehr geben darf.

geringfügig war, um fei- -----f zu dienen.e.

verwendet werden, um den Ratten die Ristmoglich- leiten zu nehmen. Jetzt werden nun 2 Millionen Menschen mit dem neuen Serum geimpft. Alles hofft, daß die Gefahr damit behoben ist, von der allerdings nur selten ein Europäer betroffen wird, weil er durch Sauberkeit im Haus und am Körper jene gefährlichen dreißig Flohstiche verhindert, die für die Uebertragung der Krankheit notwendig find.

Oer Naturforscher" S Ä w.

Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naiurwissenschasten und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgegebcn von

Oberstudienrat Dr.5t.GRdn und Prof. Dr. W. Schoenichen.

,Oer Naturforscher' unterrichtet fortlaufend tn Bild und Dort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen auS allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. <$r ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberstächltchen Auf­putz, sondern auf Gehalt eingestellt ist.

Diertelsährlicher Bezugspreis: 0.230.- Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. Oer Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen.

Hugo Bermühler Verlag/Berlin-Lichierfelde

Prinz Lugen, der edle Mer

Robert Hohlbaum: Zweikampf um Deutschland. Roman. Preis in Leinen geb. 6. RM. Verlag Albert Langen / Georg Mül­ler, München. (370) Robert Hohlbaum, der österreichische Dichter will uns den seelischen Kon­flikt nahebringen, den das deutsche Volk in Oester­reich durchzufechten hatte, bis es im Zweikampf um Deutschland die Partie aufgab. Er tut es mit soviel Verständnis und heimlicher Hochachtung für den so ganz anders gearteten preußischen Geist, daß sein Roman über der Erkenntnis bedeutsamer geschichtlicher Zusammenhänge hinaus der Erziehung zu großdeutschem Denken dienen wird. Drei junge Wiener Studenten erleben auf sehr verschiedene Weise den Zusammenbruch der Revolution des Jahres 1848. Der eine fällt zurück in das gefahr­lose Leben eines geschäftstüchtigen Bürgers, der ungern an dieJugendeselei" der Revolutionstage erinnert wird und schnell Anschluß findet an die jüdische Hochfinanz, die keine nationaldeutschen Skrupel hindert, überall dort den Rahm abzuschöp- jen, wo sich ihr Gelegenheit dazu bietet. Der an­dere beharrt in wildem Trotz bei seinen revolutio­nären Idealen und zerbricht in den Kasematten des Spielberg. Der dritte, dessen Lebensweg das Rückgrat des Romans ist, läßt sich einreihen in die österreichische Armee, die in Oberitalien den Habs-

Wir finanzieren

Ihr Eigenheim lösen Ihre drückenden Zinshgpotheken ab, geben Geld zum Laustauf. Erwerben Sie einen Baufparbriej der Bauwiftrins

Aktiengesellschaft

Bremen» Wachtsir. 27/29

Baumappe mH 40 Eigenheim I prßQtfAn abblldungen und Beschreibung I clx :l ä, < < , ,

i- rm *ut6aik^.4OP(9.8«*J buMch. Schreiben Sie noch tyaxkA

Paul Ernst:Das Kaiser bu ch." Volksausgabe in drei Bänden. Preis jedes Bandes in Leinen gebunden 8,50 Mark. Band 3: Die Schwabenkaiser. Alle drei Bände (Band 1: Die Sachsenkaiser; Band 2: Die Frankenkaiser; Band 3: Die Schwabenkaiser) in Geschenkkassette 24 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. (474.) Die Idee des mittelalterlichen deutschen Kaisertums, von den Sachsenkaisern zuerst geschaut und verwirklicht, von den Frankenkaisern in harten Kämpfen aufs neue errungen, erlischt am Ende der Herrschaft der Schwabenkaiser, nachdem sie in dem Kaisertum Barbarossas ihre Kraft noch einmal strahlender und schöner denn je gezeigt fygt. Reich

und tief sind die Gesänge, in denen Paul Ernst diesen Kaiser, seine Taten und Kämpfe und die Menschen seiner Zeit beschwört. Reben seiner heldenhaften Gestalt steht der mächtige Kanzler Rainald von Dassel, und dem Kaiser gegenüber der leidenschaftliche Herzog Heinrich der Löwe, aus schicksalhafter Notwendigkeit zu seinem Gegenspieler bestimmt. Schönheit und Würde von Kunst und ritterlichem Leben durchleuchten die Herrscherjahre Friedrichs I., dessen tragisches Ende wie eine ge­waltige Erschütterung auch durch diese Dichtung Seht. Die neuerlichen Kämpfe mit dem Papst, die neinigkeiten im deutschen Land, die dunklen An­zeichen einer inneren Gärung und zuletzt die Herr­schaft Friedrichs II. sind das Nachspiel des großen Werks. Sie zeigen, wie dieses Zeitalter glanzvoll, aber unaufhaltsam zu Ende geht. Dann endet die Dichtung, wie sie am Anfang des ersten Bandes begann, wieder im mythischen Bereich mit einer Vision der Kyfshäusersage von unheimlicher Größe. Häufiger als in den anderen Bänden sind hier deutende und sinnbildliche, bald ernste, bald heitere Märchen in die Dichtung eingefügt. Schärfer noch als bisher heben sich in diesem Band die großen Entscheidungen der damaligen Zeit heraus, noch leuchtender sind die Feste geschildert, noch eindring­licher die Menschen gezeichnet, noch bunter und bewegter die Umwelt von Volk und Land, in dem die großen Gestalten der Dichtung leben.

D i e Rose Feuerzauber. Roman von Paul Oskar Höcker. (Verlag Scherl, Berlin. Gbd. 3,80 Mark.) 469. Der bekannte und beliebte Romanschriftsteller führt in diesem Werk seine Leser zurück in die 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, mitten hinein in das damals mächtig aufstrebende Berlin, dessen Weg zur Weltstadt Höcker selbst mit- gegangen ist und miterlebt hat. Er läßt den Leser fesselnde Einblicke tun in das damalige Kleinbürger­tum der Reichshauptstadt, aber auch in den Alltag

untergraben, daß die Priester der russischen Kirche, wenn sie nicht Almosen empfingen, verhungern müßten und daß den bolschewistischen Machthabern kein Mittel zu gemein ist, um es im Kampf gegen die Religion nicht anzuwenden. Und welches Mittel wäre wohl niederträchtiger als das von dem Komsomol", der kommunistischen Jugendorgani­sation, ganz systematisch benutzte, dieaufgeklärten" Kinder gegen die Eltern, die noch religiös sind, auf­zuhetzen, d. h. eine Kontrolle des Familienlebens zu organisieren, die darauf hinausläuft, die Eltern auf den rechten Weg zu lenken"! Was da für

Neffen, Otto Nöldeke, übergeben, der es 1910 her­ausgab. Hans Balzer, der die vorliegende Neuaus­gabe veranstaltet hat, macht in feiner feinsinnigen, auch dem Charakter Wilhelm Buschs gerecht wer­denden Einleitung darauf aufmerksam, daß aus der Anschauungsart der Volksmärchen, die für Wilhelm Busch eine zweite Welt geworden waren, sehr we­sentliche Elemente auch die Bildergeschichten des Künstlers beeinflußt haben, daß z. B. die oft kriti­sierte Grausamkeit, mit der Busch die haarsträubend­sten Foltermethoden erfindet und die gelassene Ruhe, mit der er die Geschöpfe seiner Phantasie oft auf grausigste Weise zu Tode kommen läßt, durchaus mär­chenhaft zu begreifen sind, als etwas ebenso Unwirk­liches, wie die Märchen und Sagen selber, die wir ja auch als ein abseits unseres Verstandes liegendes Reich des Irrealen nur als grotesk, nicht aber als grausam empfinden. So rührt diese schöne Samm­lung alten Volksguts an den Kern des Künstlertums Wilhelm Buschs. Und nicht minder offenbaren uns die vielen eingestreuten, aber nicht zum Text ge­hörenden Zeichnungen den Meister des Stiftes, dem

der sog. großen Welt eines bedeutenden Berliner Unternehmerhauses. Zwei Pole stellt er also ein­ander gegenüber, die Brücke von hüben nach drüben stellt ein junger Architekt dar. Das Ganze gruppiert sich um das Lebensschicksal zweier junger Menschen­kinder, deren entscheidungsvolle Zeit völlig im Banne der großen Berliner Gewerbeausstellung von 1896 steht, und in deren Zeit des Sichkennen- lernens und Sichfindens die für die damalige Welt so sensationelle Züchtung einer zweifarbigen Rose, der RoseFeuerzauber", weithin Aufsehen erregte. Alles das hat Höcker in seinem Roman so warm­herzig, so feinempsindend und mit so meisterhafter Gestaltungskraft und seinem fesselnden Erzähler­talent geschildert, daß man an dem Buche unge­trübte Freude erlebt. B.

Edwin Erich Dwinger: Und Gott schweigt... Bericht und Aufruf. Preis gebunden 2,40 Mark. Verlag Eugen Diederichs in Jena. (397) Dwinger war als deutscher Kriegsge­fangener Zeuge jener entsetzlichen Tragödie, in die der KampfZwischen Weiß und Rot" ausmündete und die so recht eigentlich die Geburtsstunde jenes Bolschewismus war, der heute über die Grenzen seines eigentlichen Ursprungslandes hinaus die ganze Welt für die Revolution reif zu machen sucht. In seinem jüngsten Buch macht Dwinger sich zum Sprachrohr für die Anklage eines jungen Deut­schen, der einst vor drei Jahren als begeisterter An­hänger der kommunistischen Idee nach Sowjetruß­land auswanderte, dort aber durch furchtbare Er­lebnisse belehrt und durch unerschütterliche Tatsachen vom vollständigen Versagen der kommunistischen Ideologie in der Praxis überzeugt zum bewußten Kämpfer gegen den Bolschewismus geworden ist. Mit unserem Gewährsmann werden wir Augen­zeugen des Alltagslebens im roten Moskau. Wir fahren dann mit derIntourist" im Luxuszug durch das weite Land zu den Mammutwerken am Dnjepr.

burgifchen Besitz gegen den aufflammenden italieni­schen Nationalismus und die ihn schützenden Fran­zosen verteidigt. Das seltsam spannungsreiche Le­ben in diesen österreichischen Garnisonen, die wie auf einem Vulkan inmitten einer Welle tödlichen Hasses eine innerlich schon verlorene Stellung be­haupten müssen, wird von Hohlbaum in vielen Nuancen ungemein lebendig und fesselnd geschildert. Ein Ungar, ein Italiener, ein Deutscher, alles Offi­ziere in der k. u. k. Armee, werden in den schweren Gewissenskonflikt gestellt zwischen der Treue zu Staat und Herrscherhaus und der Treue zu ihrem Volk, das zur Befreiung der Nation aus den Fes­seln eines überoölkischen Großstaates aufbricht. Der junge Wiener, der auf dem Schlachtfeld von No­vara mit Leib und Seele in den Bann der großen Uebertieferungen und der staatserhaltenden Auf­gaben der altösterreichischen Armee gezogen wird, erlebt auf dem Schlachtfeld von Königgrätz fein Damaskus. Noch einmal gelingt es Klerus, Aristo­kratie und Hochfinanz den Kurs gegen die Idee der deutschen Einheit zu steuern, erst als 1870 sich Oesterreich, durch die ersten deutschen Siege nach­drücklich gemahnt, zur Neutralität bekennt, ist der Zweikampf um Deutschland ausgefochten. Auch das deutsche Volk in Oesterreich packt das Bewußtsein gemeinsamen deutschen Schicksals.e.

Alfons von Czibulka: Das Volks­buch vom Prinzen Eugen. Mit 31 Bild­tafeln. Verlag Hugendubel, München. (374) Die nationaldeutsche Bedeutung des Prinzen Eugen, dessen unvergängliche Feldherrntaten um die Wende des 18. Jahrhunderts das Reich aus der schweren Krise gleichzeitiger Bedrängnis durch Franzosen und Türken rettete, und der der Begründer der modernen österreichischen Großmacht wurde, ist nicht immer hinreichend erkannt und gewürdigt worden gegenüber dem späteren diese Zeit deut­scher Reicysherrlichkeit überschattenden Konflikt zwischen Preußen und Oesterreich seit den Tagen Friedrichs des Großen. Eugen von Savoyen, ein Prinz französischen Geblüts, dessen Mutter einst dem Herzen des Sonnenkönigs nahegestanden hatte, betrat in dem Augenblick das Feld seines späteren Ruhms, als die Türken sich anschickten Wien zu erobern. Als kriegfreiwilliger Dragoner des Türken- louis im Heere Karls von Lothringen folgt er nach dem Entsatz von Wien den fliehenden Türken in das weite ungarische Land. Wenige Jahre später schon entschied er die gewaltige Schlacht von Mohacs. Aber ein selbständiges Kommando erhielt er erst 1697, als der Türke, dem von Paris aus Mut gemacht worden war, wiederum weit nach Ungarn einbricht, während dort selbst ein Aufstand gegen die habsburgische Herrschaft tobt. Die Schlacht bei Zenta, die das türkische Heer vernichtet, war des Prinzen Eugen erste große gewonnene Schlacht.

DRanbgloffen zur kleinen Zeitgeschichte Bon Ernst von Niebelschüh.

Unter all den Gefahren, die heute die Leiter der französischen Politik mit banger Sorge um die Zu­kunft des Landes erfüllen, gibt es eine, gegen die offenbar fein Kraut gewachsen ist, es wäre denn eine vollständige Umkehr der französischen Mentalität. Wir meinen das Bevölkerungs- oder besser das Entvölkerungsproblern. Es muß eine sehr ernste Unterredung gewesen sein, die kürzlich der Senator Georges Pernot in seiner Eigenschaft als Vorstand des Bundes der Kinder­reichen mit Leon Blum hatte und in deren Ver­lauf der Regierungschef eine, auch in Deutschland bekannt gewordene Karte Frankreichs zu Gesicht bekam, die mit unbarmherziger Deutlichkeit zeigt, daß Frankreichs Volkszahl unaushörlich finkt und heute schon in keinem gesunden Verhältnis mehr zu den übersteigerten Ansprüchen der Nation auf Weltgeltung steht. Mit Ausnahme einer schmalen Zone in der Betagne, der Normandie und in den nordöstlichen, an Belgien und Deutschland grenzen­den Provinzen sind sämtliche Departements, wie die Karte klar erkennen läßt, von dem Gespenst der inneren Auszehrung bedroht. Genau Zweidrittel des Landes weisen einen Ueberschuß der Todesfälle über die Geburten auf, aber lehrreicherweise sind es nicht etwa die Jndustriebezirke, sondern umgekehrt die vorwiegend von bäuerlicher Bevölkerung besiedelten Gebiete, in denen der Geburtenrückgang am sichersten hervortritt. Das verheerende Ein­kindersystem hat, einer Seuche gleich, auf. alle Stände und Berufsschichten übergegriffen und ist heute schuld daran, daß sich Frankreich aenötigt sieht, massenhaft fremde Einwanderer ins Land zu rufen, um wenigstens dem wachsenden Mangel an Arbeits­kräften avzuhelfen. Man mag nun das Problem anfassen, wo man will, man mag durch Gewäh­rung von Steuererleichterungen und Beihilfen die Fortpflanzungsfreudigkeit zu heben suchen das alles hilft doch nu~ vorübergebend, solange es nicht gelingt, den sittlichen Willen zum Kinde zu wecken und die Nation davon zu überzeugen, daß sie sich selbst aus der Lifte der Lebendigen streicht, wenn sie es verschmäht, um einer beque­meren Gegenwart willen tragkräftige Familien zu gründen und damit an der Zukunft zu bauen. Zwar fühlen wir uns nicht befugt, den Franzosen gute Lehren zu erteilen, aber die Lehre, die das aus den gekennzeichneten Gründen langsam dahin- siechende Frankreich der übrigen Welt gibt, ist so grauenhaft, daß kein Kulturvolk ungerührt daran Vorbeigehen kann.

Wenn auch das deutsche Volk unter dem Schutz und der Führung eines Staates, der Ehe und Familie nach Krä ten fördert, keinen Anlaß hat, für feinen biologi chen Bestand zu fürchten, so wissen wir doch, daß das französische Beispiel der beschränkten Kinderzahl oder gar der Kinder­losigkeit auch auf uns nicht ohne verhängnisvollen Einfluß geblieben ist. Nur die größte Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Lebens und der Heiligkeit der Ehe wird das Gespenst, wo es bereits umgeht und die Köpfe verwirrt, bannen können. Keinesfalls darf die Bekämpfung in der Weise geschehen, wie sie neuerdings von privater Seite vorgeschlagen und durch Drucksachenoersand propagiert wird. Von der Erkenntnis ausgehend, daß in Deutschland wenig­stens 1,5 Millionen Menschen geboren werden müs­sen, um die statistisch ausgerechneteKinderbeschaf­fungsziffer" zu erreichen, legt nämlich ein hurtiger Bevölkerungspolitiker, der offenbar glaubt, das Problem auf maschinellem Wege im Handum­drehen lösen zu können, eine Art Vierjahresplan für die deutschen Geburten vor. Man traut seinen Augen nicht, wenn man liest, daß normalerweise nur Zweidrittel der geforderten Gesamtsumme von Jahresgeburten von den jungen Ehen aufgebracht werden könnten,das restliche Drittel also als eine nachträgliche Beitragsleistung von den älteren Jahrgängen zurück bis zum Geburtsjahr 1900 zu beschaffen" sei. Hier wird mit dem Derehrungs- würdigsten, was es gibt, ein wahrhaft frevelhaftes Spiel getrieben; der findige Statistiker scheint die deutsche Familie mit einem Gestüt zu verwechseln. Mit Recht bezeichnet die Nationalsozialistische Par- teikorrespondeuz diese Vorschläge als eine uner­hörte Herabwürdigung von Dingen, die jedem ge­sund denkenden Menschen als unantastbar gelten müssen, und zieht daraus den Schluß, daß sie ge­eignet sind,weitere Verwirrung zu stiften und das Wesen der nationalsozialistischen Bevölkerungs- Politik zu entstellen". *

Wenn das heutige Rußland immer noch die dreiste Behauptung, daß in dem bolschewistischen Paradies diefreie Ausübung der religiösen Kulte" gewährleistet sei, zu verbreiten wagt, so überschätzt es denn doch die Leichtgläubigkeit derer, die durch die russische Gottlosenpropaganda selber und durch die entseuchen Vorkommnisse in Spa­nien darüber belehrt worden sind, was von sol­chen Versicherungen zu halten ist. Nur die Dümm­sten unter den Dummen können noch daran zwei­feln, daß die Ausrottung der religiösen Gefühle eine der Grundforderungen Lenins ist, daß seine Erben es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit dem Christentum die Fundamente der alten Welt zu

Kinderheimen. Wir werden durch ein landwirtschaft­liches Mustergut geleitet und sind überrascht über diese Leistungen. Aber sobald wir vom schmalen Wege abkommen, den dieIntourist" für neugie­rige Fremde bereit hält, wenn wir mit unserem Gewährsmann in der Ukraine die Dörfer aufsuchen, in der er während des Krieges weilte, so finden wir verlassene Gutshöfe, tote Städte, Menschen vor Hunger apathisch am Wege liegend, Kinder, die vor Schwäche ihr Bett nicht mehr verlassen kön­nen und unzählige andere kaum zu beschreibende Bilder schrecklichsten Elends. Im Wolgagebiet, im Kaukasus, früher Gegenden ertragreichster Land­wirtschaft, heute öde Felder, tote Dörfer: das Ge­spenst des Hungers schreitet durch das weite Land. Und nun geht uns das Auge dafür auf, daß die wenigen Musterfabriken am Wege derIntourist" nur bestehen können, weil Millionen Bürger, Ar­beiter und Bauern in Erdlöchern hausen, daß ein paar fette Kühe im Staatsstall auf weißen Kacheln stehen können, weil Millionen dafür hungern, daß eine kleine Schicht roter Bonzen ein mehr als aus­kömmliches Leben führen können, weil 160 Millio­nen in ihrem Lebensstandard auf das Niveau eines Tieres herabgedrückt sind. Dies offene Be­kenntnis eines Bekehrten muß auch dem Letzten die Augen dafür offnen, daß der Bolschewismus die Vernichtung menschlicher Kultur schlechthin be­deutet. ge.

Friedrich Schnack: Die wunder­same Straße. Ein Roman von Liebe und Un­ruhe. 250 Seiten. Broschiert 3,50 Mark, Ganzleinen 5 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. (477) Dies ist die Geschichte des Mannes Silvester, der mit seiner Ziehharmonika und seiner Klarinette über die deutschen Landstraßen wandert und un­terwegs allerlei merkwürdige und aufregende, idyl­lische und schmerzliche Begegnungen und Erleb­nisse bat. Ein romantisches Buch also, ein später Nachkömmling von EichendorffsTaugenichts". Um dem Dasein Silvesters eine tiefere Bedeutung zu geben", sagt Schnack,suchte ich ein Sinnbild für ihn"; er fand das Symbol der Straße mit ihrer Unruhe und ihrer Bewegung,mit allen ihren Erscheinungen, Vorfällen und Schicksalen ... Gleich­nis für ein Höheres und Bedeutungsvolleres ..., nämlich ein Gleichnis für das Leben selber." So ist dieser Silvester nicht eine zufällige Phantasie­gestalt, sondern ein beispielhafter Mensch, ein deut­scher Typus, ewig umgetrieben und auf der Wan­derschaft. Aber er findet das Ende des Weges und das Ziel, das er zuvor nur dumpf geahnt und ge­sucht hat: die große und grausame Weltstadt Ber­lin, wo er um die Weihnachtszeit ankommt, und wo er zuerst, verlassen und ratlos, verzweifeln zu müs­sen meint, beschert ihm ein großes Glück, die schick­salhafte Wende feines Lebens: läßt ihn unter Mil­lionen die beiden Menschen finden, mit denen zu­sammen er von der Landstraße Abschied nimmt, und in denen die suchende Unrast seines Blutes, die dunkle Sehnsucht seines Herzens gestillt und befrie­det ihre Erfüllung finden. hth.

Wilhelm Busch: Aus alter Zeit, herausgegeben von Otto Nöldeke und Hans Balzer mit Handzeichnungen des Dichters. Preis in Seinen gebunden 4,50 RM. Insel-Verlag, Leipzig. (421) Wilhelm Busch ist gemeinhein berühmt und ge­schätzt um seiner Bildergeschichten willen. Nur we­nige kennen seine Passion für altes Volksgut an Märchen, Sagen und Liedern und fein feines Ver­ständnis für die Sprache, mit der er sich besonders im letzten Jahrzehnt seines Lebens, während er den Zeichenstift ganz ruhen ließ, mit beharrlichem Eifer beschäftigt hat. Seine niederdeutsche Heimat Wie­densahl, der er immer verhaftet blieb, war der nie versiegende Quell, aus dem er schürfte. Was er hier im einsam gelegenen Dors an alt übernommenen Geschichten und Reimen hat erzählen hören, hat er fleißig gesammelt und, in seinem Notizbuch zusam­mengetragen, einige Jahre vor seinem Tode seinem

Genau,schnell,zuverlässig arbeitet JEDE BRILLE

II A ß IIIIC der Optiker 7371 a mAUHUU Ihres Vertrauens

Gießen,Se tersweg 33-Lieferant all.Krankenkassen

Das Reich hat den Rücken frei, als vom Westen her der Franzose um der spanischen Erbschaft willen zu neuem Angriff schreitet. In der Schilde­rung C^ibulkas, der selbst im österreichischen Heere gekämpft hat, werden die Berichte über die glän­zenden strategischen Manöver des Prinzen bei Rooeretv, über sie großen Schlachten bei Höch- städt, Oudenaarde und Malplaquet zu einem wahren Ruhmessang eugenischen Feldherrntums und österreichischen Wassenglücks. Die Siege im Westen werden noch übertroffen durch den Ruhm des zweiten Türkenkrieges, in dem die Schlachten von Peterwardein und Temeswar und die Er­oberung von Belgrad aus dem großen Feldherrn den unsterblichen Dolkshelden machten. Czibulka vergißt aber auch nicht neben dem Feldherrn Eugen, dem er in hinreißender Begeisterung einen Ruhrnes- kranz flicht, den bedeutenden Staatsmann, der viel­leicht als erster eine Vorstellung von einem großen einigen Reich der Deutschen hatte, das zwischen der Nordsee und dem Balkan, der Ostsee und dem Mittelmeere die beiden Stromgebiete vereinigte, deren Wasserläufe vor allen anderen die Schicksals- ftröme unseres Erdteils sind. Er hat auch später seinem Kaiser die Verheiratung der österreichischen Erbtochter Maria Theresia mit dem Bayernprinzen (dem späteren Kaiser Karl VII.) angeraten, um da­mit Oesterreich zu einem überwiegend deutschen Staat zu machen und das Reich gegen französische Eingriffe für alle Zeiten gefeit zu sehen. Und Eugen