Ausgabe 
21.11.1936
 
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Vertretung der spanischen Bolschewiken bestand, vielmehr uuf beiden Botschaftsgebäuden seit langem schon die ratgelbrote Flagge des nationalen Spa­niens weht. Nachdem der bisher in Alicante wei­lende deutsche Geschäftsträger spanischen Boden ver­lassen hat und ein Beamter der deutschen Gesandt­schaft in Lissabon der spanischen Nationalregierung in Burgos den Entschluß des Reiches notifiziert hat, werden beide Teile nicht zögern, durch Entsendung diplomatischer Vertretungen die amtlichen Beziehun­gen zueinander aufzunehmen.

Die Bedeutung des deutschen und italienischen Schrittes ist nirgends verkannt worden. Das be­geisterte Echo, das die Anerkennung Francos tn Regierungstreisen sowohl wie in der Bevölkerung Spaniens gefunden hat, bezeugt, daß man die Tatsache wohl zu würdigen weiß, durch zwei Groß­mächte vom Range Deutschlands und Italiens als gleichberechtigtes und -geachtetes Mitglied in die europäische Staatsgesellschaft eingeführt zu werden. Man wird diesen Schritt um so höher einfchätzen in einem Augenblick, wo die Bolschewiken offenbar darangehen, aus dem roten Katalonien nun auch in aller $or»a eine Sowjetrepublik zu machen, was zwar an dem tatsächlichen Zustand nichts ändern wird, daß nämlich Barcelona als Dependance von Moskau sich nur solange zu halten vermag, wie Sowjetrußland allen im Nichteinmischungspakt übernommene Verpflichtungen zum Trotz ,ort- fährt, Truppen und Kriegsmaterial aller Art dort­hin zu schaffen. In Burgos und Salamanca weiß man narurlicy sehr genau, daß die nationalen Trup­pen ja cmch noch nach der Einnahme Madrids eine schwere Ausgabe vor sich haben, bis auch die letzten roten Widerstandsnester, besonders an der Biskaya und an der Mittelmeerküste, ausgeräumt, das Haupt­bollwerk der Bolschewiken in Barcelona zerschla­gen sein werden und überall im Lande die Fahne des nationalen Spaniens aufgerichtet werden kann. Gerade die militärischen Führer der National­regierung haben ja oft genug und eindringlich ge­warnt, sich in dieser Hinsicht einem übertriebenen Optimismus hinzugeben. Die Rücksicht auf die unter dem Bürgerkrieg namenlos leidende Bevölkerung wie auch die unermeßlichen Kunstschätze und wirt­schaftlichen Werte innerhalb des Kampfgebietes legen der nationalen Kriegführung Hemmungen aus, die die Bolschewiken natürlich nicht kennen. Dies und die große Ausdehnung der Fronten hin­dern begreiflicherweise oftmals ein schnelles Fort­schreiten der Operationen und machen es durchaus möglich, daß noch Monate darüber hingehen wer­den, bis sich die spanische Nationalarmee am Ziel be,indet. Der etappenweise Angriff auf Maorid zeigt ja, mit welcher Vorsicht man zu Wege geht, um unter denkbar weitgehender Schonung von Be­völkerung und Bauwerken und mit möglichst ge­ringem Einsatz von Kriegsmaterial, für dessen Be­schaffung man ja weder den Staatsschatz, noch so eifrige Lieferanten zur Verfügung hat wie die Roten, die Hauptstadt in seinen Besitz zu bringen. Der Gang des Bürgerkrieges hat bewiesen, daß die Nationalregierung durchaus richtig handelt, wenn sie jede Zersplitterung ihrer Kräfte vermei­det und mit aliem Vorbedacht einen Schritt nach dem andern tut.

Die Anerkennung der Nationalregierung durch Deutschland und Italien hat weder in London noch in Paris sonderlich überrascht, wenn auch hier wie dorr die ewig Unbelehrbaren, die in völliger Miß- acytUNg der Tatsachen nach wie vor sich nicht ent­schließen können, von der nationalen Bewegung anders als vonRebellen" zu sprechen und die kommunistischen und anarchistischen Revolutions- ausjchüsse in Madrid, Barcelona, Valencia und anderswo mit dem Titel einerverfassungsmäßigen Regierung" zu beehren, es auch jetzt natürlich nicht uni.rlassen tonnen, den Schritt Deutschlands und Italiens zu bekritteln und die Folgen in den duftersten Farben an die Wand zu malen. Aber dieernste Lage", von der sie sprechen, hat ja in Wahrheit Moskau mit seinem eklatanten Bruch des Nichteinmijchungspaktes geschaffen. Selbst der Lon­doner Ausschuß hat dies unter dem Druck des von Deutschland, Italien und Portugal vorgelegten Be­lastungsmaterials trotz aller Abschwächungs- und Vertuschungsversuche einräumen müssen und auch Eden konnte nicht anders, als im Unterhaus auf die Anzapfung des Führers der Arbeiterpartei dies anzuerkennen, wenn er sich dabei auch recht ge­wunden hat. Ob sich der Nichteinmischungsausschuß in absehbarer Zeit zu irgendwelchen praktischen Schritten aufraffen wird, um der offenen Unter­stützung der katalanischen Marxisten durch Moskau endlich ein Ende zu machen und für wahre Neutralität zu sorgen, ist angesichts des überaus schleppenden Ganges seiner Verhandlungen und des allzu augen­scheinlichen Wunsches Englands und Frankreichs, nichts gegen Moskau unternehmen zu müssen, durchaus fraglich. Die Ankündigung des Generals Franco, daß er die Häfen von Barcelona und Valencia blockieren werde, um die sowjetrussischen Zufuhren zu sperren, zwingt nun England zur Stellung­nahme. Man hat bereits Verhandlungen mit der Nationalregierung in Burgos angeknüpft, um eine neutrale Schiffahrtszone in den von der Blockade betroffenen Häfen zu erreichen. Hätten England und Frankreich zur rechten Zeit die strikte Inne­haltung des Nichteinmischungspaktes durch Moskau erzwungen, statt gute Miene zum bösen Spiel zu machen und wie die französische Dolksfrontregierung sogar ihren eigenen Staatsbürgern und Regierungs­stellen die Unterstützung der spanischen Marxisten durchgehen zu lassen, so sähen sie sich heute nicht der Gefahr gegenüber, daß sich aus der offen­kundigen Absicht Moskaus, aus Katalonien einen Sowjetstaat zu machen, Verwicklungen von unab­sehbarer Tragweite ergeben können. Gerade ange­sichts dieser Gefahr ist der Wunsch Deutschlands und Italiens, durch die Anerkennung der spanischen Nationalregierung klare völkerrechtliche Verhältnisse zu schaffen, die den politischen Tatsachen Rechnung tragen und keine Zweideutigkeiten erlauben, eine ernste Mahnung an England und Frankreich, die Dinge nicht so lange treiben zu lassen, bis sie ihnen über den Kopf wachsen und die friedenzerstörende Politik Moskaus sich am Ziel sieht. F. W. L.

Marxistischer Ler.eger in Danzig wegen Steuerhinterziehung verurteilt.

Danzig, 20. Noo. (DNB.) Vor dem Schöffen­gericht hatte sich der sozialdemokratische Verlags­inhaber Anton F o o k e n aus Danzig wegen Steuerhinterziehung zu verantworten. Fooken war der Verleger des inzwischen auf Grund b?r energischen Maßnabmen des Danziger Senats verschwundenen marxistischen HetzblattesD i e V o l k s st i m m e". Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte in den Fahren 1933 bis 1936 mehrfache Steuerhinterziehungen verübt hatte, wo­bei sich die nicht versteuerten Beträge auf ins­gesamt 15 000 Gulden beliefen. Das Schöffengericht n^rirteilte Fooken zu einer Geldstrafe von 17 OOO Gulden und zwei Monaten Gefängnis.

England und die Blockade Barcelonas.

Mrd England die Nationalregierung als kriegführende Partei anerkennen?

London, 20. Nov. (DNB.) Im Unterhaus er­klärte Außenminister Eden: Am 17. November fei der britischen Negierung von den Behörden in Burgos folgende Nachricht über eine mögliche B e- schießung Barcelonas zugegangen. Diese Mitteilung yabe wie folgt gelautet:Der skanda­löse Transport von Waffen, Munition, Tanks, Flugzeugen und sogar von Giftgasen über den Hafen von Barcelona ist wohl bekannt. Dieses ge­samte Material ist nach diesem Hafen in Schiffen befördert worden, die verschiedene Flaggen führen, aber deren tatsächliche Nationalität zum größeren Teil sowjetrussisch ober spanisch ist. Die Nationalregierung, die entschlossen ist, diese Transporte mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kriegsmitteln zu verhindern, wird nötigenfalls sogar bis zur einer Zerstörung des Hafens gehen. Sie macht daher alle in die­sem Hasen liegenden ausländischen Schiffe daraus aufmerksam, daß es wünschenswert sei, Barcelona möglichst bald zu verlassen, um den Schaden zu vermeiden, der ihnen infolge der erwähnten militärischen Maßnahmen, hinsichtlich welcher keine weiteren Warnungen er­folgen werden, unbeabsichtigt zugefügt werden könnte. Ausländer und Nicht kämpfer in Barcelona erhalten gleichfalls den Rat, diese Stadt und vor allem die Gebiete in der Nähe des Hafens zu verlassen, damit sie selbst keinen Schaden erleiden, den wir zu vermeiden wünschen." Eden teilte weiter mit, daß der britische Botschafter in Hendaye angewiesen worden sei, Burgos um eine Sicherheitsgarantie für bestimmte Ankerplätze in Barcelona zu ersuchen, und zu bitten, daß vor dem Beginn der Operationen ein angemessener Zeitraum zum Abtransport der in Barcelona ansässigen bri­tischen Staatsangehörigen zugestanden werde. Der britische Generalkonsul in Barcelona und die briti­schen Marinebehörden im Mittelmeer seien unter­richtet worden.

Major A 111 e e (Arbeiterpartei) verflieg sich hier- auf zu der demagogischen Frage, ob die angedeutete Aktion nicht an Seeräuberei grenze, was er mit den

alten Schlagworten von denRebellen", die keiner­lei international anerkannte Rechte hätten, zu be­gründen suchte. Eden antwortete, daß das Unter­haus sorgfältig unterscheiden müsse zwischen der Rechtslage der brittschen Schiffe auf hoher See und der Lage von Schiffen in einem ausländischen Hafen, der vielleicht Schauplatz militärischer Ope­rationen werde. Reuter bezeichnet als den Sinn dieser Erklärung, daß England auf hoher See in keinem Fall das Anhalten englischer Schiffe von irgendeiner spanischen Seite dulden wolle. Innerhalb der Dreimeilenzone, also in spanischen Hoheitsgewässern, sei diespanische Regierung" als solche berechtigt, britische Schiffe anzuhalten und zu durchsuchen. Aber Franco repräsentiere keine von England anerkannte Regierung, und daher werde England auch keine Durchsuchung seiner Schiffe durch die Franco-Regierung innerhalb oder außer­halb der spanischen Hoheitsgewässer zulassen. Jede Regierung, die das Nichteinmischungsabkommen an­erkannt habe, habe das Recht zu einem Protest ver­loren, falls Waffen in einem ihrer Schiffe beim Anlaufen spanischer Häfen gefunden werden; denn das bedeute einen Bruch des Abkommens. Die An­sichten der Fachleute gehen aber doch darüber aus­einander, was unter Konterbande zu ver­stehen fei. Sobald beide Parteien als kriegführende Mächte anerkannt wür­den, würde es ihnen überlassen bleiben, den Begriff Konterbande zu bestimmen, während es neutralen Ländern überlassen bleibe, diese Begriffsbestim­mung anzuerkennen oder nicht.

Die englischen Morgenblätter vermuten, daß die britische Regierung demnächst die beiden spa­nischen Parteien als k r i e g f ü h r e n d e Mächte anerkennen wird, um Reibungen zu vermeiden, die über die von General Franco an- gekündigte Bombardierung Barcelonas und die Durchsuchung von Schiffen nach Kriegsmaterial entstehen könnten. Eine derartige Anerkennung bringe in keiner Weise eine Verletzung der eng- lichen Neutralität mit sich.

Moskausiniernationale Armee" in Spanien.

Bemerkenswerte Enthüllungen des ,'Dmty Herold".

London, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Blatt der oppositionellen Labour-PartyDaily Herald" veröffentlicht bemerkenswerte Enthüllungen über bie ausländischen Waffen- und Munitionslieferungen an die spani­schen Bolschewisten und über bie sogenannte internationale Armee", bie zur Zeit hinter den Linien der roten Streitkräfte gebildet werde. Diese Enthüllungen sind um so bemerkenswerter, als sie in einem Blatt veröffentlicht werben, bas sich fort­während über die angeblichedeutsche und italie­nische Einmischung" (!) in Spanien entrüstet.

Ein Sonderberichterstatter des Blattes berichtet u. a., daß der Oberbefehl derInternationalen Armee" in den Händen von Wänern liege, die einebeträchtliche Erfahrung in Bürgerkriegen und Revolutionen an einer anderen Stelle in Europa" besäßen. Er beziehe feine Informationen von einem General, dessen Ramen international bekannt sei, den er aber nicht bekanntgeben dürfe. Unter den Offizieren derJnlernationalen Armee" seien viele frühere Soldaten der französischen Kolonialarmee. Die Rationalität der Mannschaften verschweigt der Berichterstatter jedoch wohlweislich. Er teilt lediglich mit, daß zwei Brigaden von 4 0 0 0 Mann bereits an die Front geschickt worden feien, und daß eine dritte Brigade, darunter ein französisches Regiment, auf dem Wege sei. Eine vierte Brigade werde zur Zeit ausgebildet. In derInternationalen

Armee" dienten auch 23 Engländer.

Der Korrespondent berichtet ferner, daß d i e marxistischen Kampfflugzeuge von den modernsten Typen größter Geschwindigkeit seien. Die Marxisten seien ferner mit moderner Artillerie, Tankabwehrgeschützen, leichten Ge­schützen, Maschinengewehren, Flaks und neuen Scheinwerfern beliefert worben. Auch Muni­tionsreserven seien reichlich vorhanben.

Die WaffenttarWotte durch die Dardanellen.

Scharfer italienischer Protest.

Istanbul, 20. Noo. (DNB.) In wachsendem Maße läßt sich an dem Schiffahrtsverkehr in den türkischen Meerengen feststellen, in wel­chem Ausmaß bie Roten in Spanien von Sow- jetrußlonb unterstützt werben. Der Weg durchs Suit'.elmeer unb burchs Schwarze Meer ist bie kürzeste Verbindung für bie Kampfmittelversor­gung ber spanischen Bolschewisten burch Moskau. Seit Wochen durchfahren täglich schwer b e labene Sowjetdampfer, barunter auch zahlreiche Tankschiffe, bie Meerengen in west­licher Richtung und kehren leer zurück. Die Aus­weise ber türkischen Seebehörben unb bie Meldun- gen ber türkischen Kontrollstationen in Canakkale unb in Büyükbere lassen erkennen, baß die m e i ft en dieser Sowjetbampfer nach Ali­cante, Valencia unb Barcelona reifen unb von bort leer zurückkommen.

Auffallend ist bas Anwachsen bes Schiffsverkehrs unter ber Flagge der spanischen Marxisten nach den Häfen ber UbSSR. im Schwarzen Meer. Zu Be­ginn ber Auseinandersetzungen zwischen bren Bol­schewismus und den Nationalen in Spanien kam durchschnittlich ein einziger spanischer Dampfer im Monat nach Istanbul. In den letzten Tagen treffen täglich ein bis zwei leere Damv - fer unter ber Flagge rotgelbviolett, benoffi- ziellen" Farben ber Marxisten Spaniens, auf ber Fahrt nach bem Schwarzen Meer im Hafen von Istanbul ein. In ber gleichen Anzahl durchziehen die Meerengen schwer beladene Dampfer der spanischen Bolschewisten, die nach ben Bestim- mungshäfen Alicante, Barcelona und Valencia lau­fen. Sie führen nicht nur Lebensmittel, sondern auch Munition unb Waffen, die sie in Obessa unb Noworossijsk übernommen haben.

WieGiornale b'Jtalia" dazu erklärt, werbe Italien nicht zulassen, baß im Mittelmeer unb auf spanischem Boben eine neue Zentrale ber roten Revolution, eine neue Basis für mi­litärische unb politische Operationen bes Kommu­nismus errichtet werbe. Wenn anbere Großmächte seinerzeit in Montreux ben sowjetrussischen Kriegsschiffen unb ihren Waffen unb Spreng­stoffen im Dienste ber Weltrevolution ben Weg ins Mittelmeer haben öffnen wollen, so fei Italien a I s Mi11elmeer -> macht unb mit ihm anbere Nationen ent- schlossen, zuverhindern, daß dieser schwere Fehler zum Ausgangspunkt noch schlimerer Stö­rungen ber europäischen Orbnung werbe.

Den Gefängnissen derRoten entronnen.

Paris, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) In Mar­seille traf bie unter dänischer Flagge fahrende DampfjachtWhite Shaoow", von den spani­schen Küjtengewässem kommend, ein. Wie bie Mit- glieber ber Besatzung berWhite Shabow" mit­teilten, hatte bie Jacht, bie von Cannes aus runb um Spanien herum nach Le Havre fahren wollte, vor IV2 Monaten wegen schlechten Wetters bie Bucht von Rosas in Katalonien aufsuchen müssen. Die spanischen Bolschewisten, bie an Borb kamen, verhafteten ohne Grund sofort ben Kapi - tän unb bie Mannschaft unb plünder» t e n bas Schiff teilweise aus. Die Gefangenen wurden nach Barcelona übergeführt, wo sie über drei Wochen im Gefängnis festgehalten unb schließlich ohne weitere Erklärung ober Ent- schulbiaung bann roieber freigelassen würben. Un­ter biefen Umftänben habe ber Kapitän barauf ver­zichtet, die ursprünglich beabsichtigte Weiterreise an Der spanischen Küste entlang fortzusetzen unb es vorgezogen, Gegenden aufzusucyen, wo noch Orb­nung und Gesetz Geltung hätten.

Oer türkische Flottenbesuch in Malta.

L 0 n b 0 n , 20. Nov. (DNB.) Unter Führung bes SchlachtkreuzersSultan Iawus Selim" traf am Freitag bie türkische Flotte zu einem sechstägigen Freunbschaftsbesuch im briti­schen Kriegshafen von Malta ein. Es hanbelt sich um ben ersten Auslanbsbesuch ber tür­kischen Flotte feit bem Weltkriege. Der Bericht­erstatter besDaily Telegraph" aus Malta zieht aus ber Tatsache bes Flottenbesuches bie Folgerung, daß ein englisch-türkisch-griechisches Bünbnis für bie Aufrechterhaltung bes Friedens im östlichen Mittelmeer gebildet werde. Er weist darauf hin, daß ein Teil ber türkischen Flotte auf bem Rückwege Grie - chenlanb besuchen wirb unb baß man in Malta Ansang nächsten Monats ein griechisches Ge- schwader erwartet. 100 türkische Offiziere wer- den an Bord bes britischen FlugzeugträgersGlo- rious" einer militärischen Flugvorfüh- rung beiwohnen. Das englische Großkampfschiff H 0 0 b" wirb währenb bes türkischen Flottenbe- suches in Malta eintreffen.

Nationalistische Bewegung in Französisch-Maro ko.

Paris, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) In der Großen Moschee in Dran kam es bei bem Freitags­gebet zu ernsten Zwischenfällen. Ein Eingeborener versuchte einen Aufruf zu verlesen, der die Un­abhängigkeit Französisch-Marokkos forderte. Man nahm ihn sofort in Haft. Seine Anhänger wurden, als sie vor ber Moschee eine Kundgebung veranstalteten unb einen Umzug bil- ben wollten, von der Polizei auseinander getrieben. Auch aus Fez, Rabat, (Ta fa­bln n c a und Oudjda werden Unruhen unter ben Arabern gemeldet. Wie Haoas meldet, reifen nationalistische Sendboten in den gro­ßen marokkanischen Plätzen herum und versuchen, Kundgebungen gleichzeitig in verschiedenen Städten Marokkos zu entfachen. Die Bewegung habe offen­sichtlich eine franzosenf einbliche Einstel- lung und fordere ein autonomes Marokko

mit einer eigenen Regierung. Da diese Kreise sich aber auch gegen die Obrigkeit bes Sul­tans wenden, der der religiöse Chef sei, zeige die eingeborene Bevölkerung wenig Neigung für dies« Agitation.

tt-Boottt 18" gesunken.

Deutschland trauert um acht vermißte Angehörige der Reichsmarine.

Berlin, 21. Rov. (DNB.) Am Freitagvormittag ist das U-BootU. 1 8" von der Unterseeboots, floktilleDebdigen" während einer Torpedoschieh. Übung in der Lübecker Bucht infolge eines Zusammen st oßes gesunken. Don der 20 Wann starken Besatzung konnten 12 Wann gerettet werden. Für die Geretteten besteht keine Lebensgefahr. Vermißt werden 8 Wann. Wit ihrer Rettung ist leider nicht zu rechnen. Für die Bergung des Bootes und der Vermißten sind alle geeigneten Waßnahmen eingeleitet. Die Kamen der Vermißten sind: Oberleutnant (3ng.) Bastian. Obermaschinist Ezygan, Waschinistenmaat Wen« f eck, Stabsmatrose Vorrath, Stabsmatrose S ch r u m m, Stabsheizer Erich, Stabsgefreiter A b e l d, Torpedobootsmechanikergast P a n l h i.

Acht Angehörige unserer Kriegsmarine haben im Dienst für deutsche (Seegeltung ben Tob in ben Wellen gefunben. Ein Unglück, wie es leider in Der Geschichte aller Flotten verzeichnet ist, hat ihrem jungen Leben, bas sie für die Wiederwehrhaftmachung unseres Volkes eingesetzt hatten, vorzeitig ein Ende gemacht. Daß es Angehörige unserer stolzen U-Bootswafse waren, die an Bord ihres Sch'sfes ein frühes Seemannsgrab gefunden haben, empfin­den wir besonders schmerzlich, knüpft doch unsere junge U-Bootswaffe an stolzeste Überlieferungen ber beutschen Seekriegsgeschichte an. Unsere herz­liche Anteilnahme gilt ben Angehörigen ber Ver­mißten unb ben Kameraden, bie alles daran gesetzt haben, bie Besatzung bes gesunkenen Bootes zu retten. Unsere Flaggen gehen auf Halbmast, bas Baterlanb gebenkt tn Trauer unb Stolz seiner im Waffenbienst für deutsche Freiheit unb Ehre ge­bliebenen Söhne.

Reichsminister Or. Goebbels spricht im Reichskriegsministerium.

Berlin, 20. Nov. (DNB.) Auf Wunsch der Reichskriegsministers sprach Reichsminister Dr. Goebbels zu ben Offizieren unb Beamten des Reichskriegsministeriums. Nach herzlichem Emp­fang durch Generalfeldmarfchall von Blomberg behandelte Dr. Goebbels in Inständiger Rede bie Grundsätze politischer Propaganda und Taktik. Un­ter den Zuhörern befanden sich u. a. ber Oberbe­fehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber per Kriegs­marine Generaladmiral Raeder sowie der Chef des Generalstabes, General ber Artillerie Beck. Die grunbsätzlichen . Ausführungen des Ministers wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Reichs­kriegsminister Generalfeldmarfchall von Blomberg richtete herzliche Dankesworte an Dr. Goebbels. Er begrüßte di' enge Verbundenheit zwischen Wehr­macht unb Partei; Dr. Goebbels habe sich heute wieder nicht nur als Minister, sondern als Mei­ster der Propaganda gezeigt.

Oie deutschen Schriftleiter bei Muffolini.

Rom, 20. Nov. (DNB.) Der deutsche Presse­besuch in Rom fand seinen Abschluß mit einer ein­drucksvollen Stunde, in der der Duce in Be­gleitung des Propagandaministers Alfieri und des Staatssekretärs Ricci die Hauptschriftleiter ber nationalsozialistischen Presse im Forum Musso­lini empfing und ihnen bas junge Italien zeigte. Mussolini übernahm selbst bie Führung durch die Akademie für Leibesübungen, deren Anlagen den Bauwillen des faschistischen Italiens und seine schöpferische Gestaltungskraft zeigen. Mussolini, der ein leidenschaftlicher Florettfechter ist, trat gegen einige Schüler und seinen persönlichen Fechtmeister an. Der Duce erkundigte sich zum Schluß in deut­scher Sprache bei der Presseabordnung nach ihren Eindrücken. Er nahm von ihnen herzlich Abschied, nachdem Neichspressechef Dr. Dietrich für die per­sönliche Führung gedankt hatte.

Unberechtigte polnischeVergeltungsmaßnahme".

Berlin, 20. Nov. (DNB.) Wie aus Posen be­richtet wurde, hat bie polnische Regierung den d e u t s ch e n P r i v a t g y m n a s i e n in Posen unb Graubenz bie Oeffentlichkeits- rechte entzogen. Ganz offenbar soll es sich da­bei um eine Vergeltungsmaßnahme handeln im Zu­sammenhang mit einer Maßnahme ber deutschen Unterrichtsbehörde innerhalb des polnischen Gym­nasiums in Beuthen (Oberschles.). In Beuchen hanbelte es sich aber barum, beftimmungs« roibrige Anordnungen, bie bie polnische Schulleitung eigenmächtig getroffen hatte, wieder aufzuheben. Dort hatte man nämlich ohne Ge­nehmigung ber Behörben einen realgymnasialen zu bem erlaubten unb weiter bestehenden gym­nasialen Unterrichtsbetriebe anzugliedern versucht. Lediglich dieser Uebergriff ist rückgängig gemacht worden. Demgegenüber muß die von der polnischen Behörde für ihr Vorgehen gegen bie beutschen Pri« vatgymnasien gegebene Begrünbung, baß biese bei ber Aufnahme neuer Schüler die bestehenden Prü­fungsvorschriften nicht scharf genug beachtet hätten, allzusehr als nachträgliche Konstruktion erscheinen.

Finnland rüstet zur Präsidentenwahl.

Helsinki, 20. Nov. (DNB.) Mit dem l.März 1937 findet die Amtszeit des Staatspräsidenten Svinhufvud ihr Ende. Bei ber letzten Präsi- bentenwahl 1931 hatte Svinhufvud, der ber Finni­schen Sammlungspartei angehört, über den Demo­kraten Stalberg mit zwei Stimmen Mehrheit den Sieg davongetragen. Für die kommende Präsi­dentenwahl sind die Parteien inzwischen mit ihren Anwärtern hervorgetreten. Der Große Rat der Finnischen Sammlungspartei hat sich einstimmig für bie Wiederwahl des Staats­präsidenten Svinhufvud ausgesprochen. Die übri­gen Parteien Haden jede ihren eigenen Par­teiführer für die Präsidentschaft vorgeschlagen, und zwar die Sozialdemokraten Direktor Tanner, die Agrarier den jetzigen Minister­präsidenten K a l l i o , währenb die Fortschritt- l e r gleich brei Namen nennen: den jetzigen Reichs­bankdirektor Ryty, den Führer der Fortschritts-